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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Der Snowdensche Imperativ

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

06.07.2013. Auch Herfried Münkler hat's natürlich gewusst. Und jetzt sagt er uns in der NZZ, wie's nach Prism weitergeht: Nicht gut für Europa. Eine Initivative von Wissenschaftlern ruft die Justizministerin auf, für Edward Snowden einzuschreiten. Die taz verteidigt den klassischen Intellektuellen gegen die taz. Die New York Times versucht die Preispolitik von Amazon zu verstehen. In der Welt erzählt David Mitchell, wie es ist, mit einem autisitschen Kind zu leben. Die FAZ hat die Verkörperung des korrupten Zusammenspiels von Regierung und Privatwirtschaft persönlich getroffen. Und eins ist der SZ klar: Amerika zerfällt.

NZZ, 06.07.2013

Auch Herfried Münkler gehört zur Heerschar der Kommentatoren, die nicht "naiv" waren und es vorher schon wussten, aber immerhin stellt er ein paar lesenswerte strategische Überlegungen zu den Folgen des Prism-Skandals an. Die USA haben einen Gesichtsverlust erlitten, aber auch die Europäer gehören seiner Meinung nach zu den Verlieren: "Sie werden sich - zumindest ein wenig - von den USA absetzen, was in globaler Perspektive zu einer Schwächung des 'Westens' führen wird, und die Kooperation der Geheimdienste wird schwieriger werden, was die Fähigkeit zur Abwehr terroristischer Angriffe einschränken wird. Und das wird vermutlich mehr zulasten der Europäer als der Amerikaner gehen."

Weitere Artikel: Der Theologe Jan-Heiner Tück wirft einen Blick in die "Enzyklika der vier Hände", welche das "Licht des Glaubens" annonciert. Peter Glaser tut für die Kolumne "Schlaflos" kein Auge zu. Online begeistert sich Roman Bucheli über einen Text Katja Petrowskajas beim Bachmann-Wettlesen.

Besprochen wird eine Ausstellung über "Science-Fiction in Deutschland" in Leipzig.

Literatur und Kunst widmet sich neuen Büchern, darunter William Gaddis' Erstlingsroman "Die Fälschung der Welt" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr) und der Aufnahme des faschistischen Autors Drieu la Rochelle in die Pariser Bibliothèque de la Pléiade.

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TAZ, 06.07.2013

Es ist bei weitem nicht nur die NSA, die gerne Mäuschen spielt, auch zahlreiche Werbetracker nisten sich im Browser ein und schauen beim Surfen gerne interessiert über die Schulter, stellt Johannes Gernert fest, den bei der Durchsicht der Cookies auf seinem Rechner zuweilen das nackte Grausen packt. Endgültig zuviel kriegt er, nachdem er sich über die Praxis des Mikrotargetings schlau gemacht hat, deren Servicedienstleister erstaunlich hochauflösende Profile führen, zumal wenn sie diese mit Facebook-Profilen kombinieren, während NSA und BND im Hintergrund lauschen: "Was daran das Problem ist? Das Problem ist, dass es zu spät sein könnte, wenn wir es merken. Sie können fast alles erfahren, wenn sie nur wollen. ... Es ist höchste Zeit, digital mündig zu werden. Echt, jetzt! Das ist der Snowdensche Imperativ."

Richard David Precht sticht Adorno? Über Peter Unfrieds taz-Artikel vom vergangenen Samstag, der darauf abzielte, hat sich Dirk Knipphals sehr geärgert: Unfrieds Bild vom Intellektuellen ist nun wirklich nicht auf der Höhe der Zeit, hält er dem Kollegen vor. "Er hat immer noch einen Intellektuellentypus im Hinterkopf, der sich in der Abwertung des Populären verschanzt. Aber dieser Typus ist nur noch ein Popanz, den er sich als einen für seine Zwecke der Precht-Verteidigung idealen, aber eben nur imaginären Gegner zurechttrickst. Gleichzeitig aber soll die Autorität, die dieser Typus einmal forderte, bewahrt und nun auf Figuren wie Precht übertragen werden. ... Hinter dem Lustigmachen über Intellektuelle (...) verbirgt sich also immer noch eine versteckte Autoritätshörigkeit." Außerdem sieht Adorno besser aus als Precht.

Weitere Artikel: Frauke Böger trifft sich mit dem Pianist Davide Martello, der als Klavierspieler vom Taksim-Platz berühmt geworden ist. Der Schriftsteller Najem Wali bereist die beiden höchst unterschiedlichen irakischen Städte Erbil und Basra. Gesa Steeger und Susanne Memarnia plaudern ausführlich mit dem Homosexualitätsforscher Martin Dannecker. Jürgen Gottschlich berichtet von der Präsentation der türkischen Übersetzung von Reiner Stachs Kafka-Biografie in Istanbul. Peter Schneider unterhält sich mit der Kulturwissenschaftlerin Brigitta Bernet über die Geschichte der Schizophrenie. Lukas Kleinhenz porträtiert den obdachlosen Berliner Modedesigner Andreas Brehm. In der Nordausgabe spricht Frank Keil mit dem Fotograf Thomas Henning über das Hamburg der 70er und 80er, das er in seinen Fotografien dokumentiert hat.

Besprochen werden eine Ausstellung mit afrikanischen Fotografien in der Walther Collection in Ulm, eine Ausstellung mit Tobias Zielonys Fotografien in der Berlinischen Galerie, das Berliner Konzert von Thurston Moores neuer Band Chelsea Light Moving und Bücher, darunter Viktorija Tokarjewas Roman "Leise Musik hinter der Wand" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

Und Tom.

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Aus den Blogs, 06.07.2013

Eine Initiative von Geisteswissenschaftlern hat im Netz einen offenen Brief an Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger veröffentlciht: "Edward Snowden, ist für die Zeit seiner Suche nach einem Land, das ihm Asyl gewährt, gezwungen, seine Sicherheit in Ländern zu suchen, in denen Freiheit, Demokratie und individuelle Selbstbestimmung nicht viel gelten. Es ist eine Schande, dass ein Kronzeuge staatlicher Überwachungskriminalität in solchen Ländern Zuflucht nehmen muss. Wir fordern Sie darum auf, sich dafür einzusetzen, dass die Bundesregierung Edward Snowden Asyl anbietet."

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Twitterfeed der Verlage

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Weitere Medien, 06.07.2013

Lange stand Amazons Niedrigpreispolitik bei Büchern in der Kritik. In letzter Zeit hat Amazon die Preise erhöht - und wieder beschweren sich Autoren und Verleger, berichtet David Streitfeld in der New York Times. Denn die ganze Preispolitik ist einfach undurchschaubar: "Jim Hollock's first book, a true-crime tale set in Pennsylvania, got strong reviews and decent sales when it appeared in 2011. Now 'Born to Lose' is losing momentum - yet Amazon, to the writer's intense frustration, has increased the price by nearly a third.  'At this point, people need an inducement,' said Mr. Hollock, a retired corrections official. 'But instead of lowering the price, Amazon is raising it.' Other writers and publishers have the same complaint. They say Amazon, which became the biggest force in bookselling by discounting so heavily it often lost money, has been cutting back its deals for scholarly and small-press books. That creates the uneasy prospect of a two-tier system where some books are priced beyond an audience's reach."

Laufen ist langweilig. Aber wenn Zombies hinter einem her sind, ist es doch gleich viel sinnvoller. Man könnte sogar die Welt retten! In Großbritannien wird die Fitness-App "Zombies, Run" jetzt sogar vom NHS empfohlen, berichtet Fast Company. So geht's:



Sein Freund Emil betreibt private Vorratsdatenspeicherung, weil er Angst hat, das das mit dem Internet eine Episode gewesen sein könnte, schreibt Joseph von Westphalen in seiner Kolumne für die Abendzeitung: "Mit der Sammelwut eines Geheimdienstlers lädt er alles auf seine Festplatten, was ihn interessiert oder einmal interessieren könnte: mittelalterliche Buchmalerei in höchster Auflösung, jede Menge alte Bob-Dylan-Konzerte, Straßensänger in Paris oder New York, die gar nicht wissen, wie unpeinlich anrührend sie 'Lady Jane' von den Rolling Stones singen und ihr Video schüchtern bald wieder entfernen."

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Welt, 06.07.2013

David Mitchell, Autor des viel gefeierten Romans "Die tausend Herbste des Jacob de Zoet", erzählt in einem angenehm konkreten Text, was es heißt, ein autistisches Kind zu haben - etwa wenn es darum geht, das Kind zur Schule zu schicken: "Nach einer Weile erhalten Sie eine Liste mit allem, was eine Grundschule zur Verfügung stellen muss: Beschäftigungstherapie, Förderung von Sprache und Sprechfähigkeit und eine individuelle Schulassistenz im Rahmen einer Förderklasse. Sie fragen, welche Schulen in der Umgebung all das bereitstellen können. Die Therapeutin wirkt etwas zugeknöpft und nennt zwei Schulen. Schule A ist zwanzig Meilen entfernt, Schule B dreißig. Am Telefon fragt der Rektor von Schule A, ob Ihr Sohn spreche oder nicht. 'Ein bisschen', sagen Sie. Darauf erklärt der Rektor, sie arbeiteten nur mit nicht-sprechenden Kindern, und wünscht Ihnen noch einen schönen Tag."

Weitere Artikel in der Literarischen Welt: Ulrich Wickert unterhält sich mit Hanns Zischler. Die Kunsthalle Karlsruhe bereitet die Ausstellung "Unter vier Augen" vor - ein Schriftsteller ist einem Porträt konfriontiert, drei Texte (Ursula Krechel, Martin Walser, Antje Rávic Strubel) sind vorabgedruckt.

Besprochen werden Peter Schneiders biografischer Essay "Die Lieben meiner Mutter", Viktor Pelewins Roman "Tolstois Albtraum", Masha Gessens Biografie des Mathematikgenies Grigorij Perelman und Jan Bürgers literarische Reise zum Neckar.

Im Feuilleton sucht Lucas Wiegelmann in der ersten Enzykla zweier Päpste "Das Licht des Glaubens". Hanns-Georg Rodek fragt sich, wie erfolgreich das von der Filmindustrie angekündigte Portal Ultraviolet sein kann, wo man die Filme nicht leihen kann, sondern kaufen muss. Michael Pilz bespricht die neue Platte des Rappers Jay-Z. Im Forum darf der ehemalige britsche Europa-Minister Denis Macshane in Sachen Prism und Tempora abwiegeln.

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SZ, 06.07.2013

"Amerika zerfällt", stellt Hubert Wetzel beim Blick in die USA fest, wo sich beide großen politischen Lager zusehends diametral voneinander fortbewegen: "Die Politik ist längst zum Transmissionsriemen dieses Zerfalls geworden. ... Das Abgeordnetenhaus ist schon lange zum Kampfplatz betonköpfiger Ideologen verkommen, seit einigen Jahren wird auch der Senat mehr und mehr dazu. Wer zur gegnerischen Fraktion auch nur rüberzwinkert, gilt als Verräter. Republikaner und Demokraten sind wie zwei Ringer, die, einander fest umklammernd, von einer Klippe stürzen. Unten sind beide tot, aber Hauptsache keiner hat losgelassen."

Weitere Artikel: Auf dem Filmfest München sieht Tobias Kniebe Filme nach Drehbüchern von Christian Kracht und Moritz von Uslar, in denen es "um das Deutschsein [geht] - in seiner härtesten, teilweise auch hässlichsten Form". Fritz Göttler spricht mit Filmregisseur Mike Figgis unter anderem über die Potenziale des Internets ("Netflix oder Video on demand, das ist die Zukunft"). Peter Richter speist mit Phyllis Lambert. Jens Bisky schreibt den Nachruf auf den Germanisten Paul Raabe.

Besprochen werden das neue Album von Dillinger Escape Plan, die Ausstellung "100 Tage Emscherkunst", der Dokumentarfilm "Appassionata" über die Pianistin Alena Cherny, eine Ausstellung über das Zaudern im Württembergischen Kunstverein Stuttgart, eine Ausstellung mit "Kunstobjekten und Textilien aus historischen Privatsammlungen" in der Abegg-Stiftung in Riggisberg, eine Aufführung von Ruederers "Fahnenweihe" bei den Luisenburg-Festspielen, ein "Hamlet" in Meiningen und Bücher, darunter Dan Kierans "Slow Travel" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

In der Wochenendbeilage lobt Hilmar Klute die Überraschung durch den Zufall und schmäht die Sicherheit der algorithmischen Vorausberechnung. Christina Berndt und Cornelius Pollmer beobachten den Aufstieg ästhetischer Normen im Genitalbereich samt einer dazugehörigen chirurgischen Branche. Tobias Kniebe führt ein kurzweiliges Gespräch mit Michael Caine, der unter anderem seine schweren Augenlider preist: "Damit kann man die Leute sehr gut erschrecken, schon in der Schule nannten sie mich 'Schlangenauge'. Oder schauen Sie sich Robert Mitchum an - der hat ganze Filme allein mit seinen Augenlidern bestritten."

Und hier nochmal ein Link auf sämtliche Entschuldiungsversuche der SZ bezüglich der Illustration eines Artikels über israelkritische Bücher.

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FAZ, 06.07.2013

Wie durch den Albtraum eines Antikapitalisten wandelt Patrick Bahners über das Aspen-Festival, wo sich Milliardäre, Geheimdienstler und Politiker in Zigarren rauchender Bonhomie zum Austausch von  Ideen und Geschäften trafen. Nicolas Berggruen etwa sprach über die Vorzüge des Mehrklassenwahlrechts. Vor allem aber hatten die Herren des Sicherheitsdienstleisters Booz Allen Hamilton gut lachen: "Verantwortlich für den Geschäftsbereich Nationale Sicherheit bei Booz Allen Hamilton ist seit 2009, seit seinem Ausscheiden aus dem Amt des obersten Geheimdienstchefs, Mike McConnell, der immer noch als Admiral angeredet wird. Bevor Präsident Bush ihn wieder in die Pflicht nahm, hatte McConnell schon einmal zehn Jahre lang die Geheimdienstleistungssparte der Firma geleitet. 'Ich bin die Verkörperung des korrupten Zusammenspiels von Regierung und Privatwirtschaft', sagt er - ein Zitat aus der Zeitschrift Wired."

Im Interview mit Klaus Engler spricht der spanische Architekt Enrique Sobejano über die katastrophale Lage in Spanien, die besonders die Jungen sehr hart treffe, die jetzt immerhin ganz neue Wege gehen. Die Altvorderen seiner Branche kann Sobejano aber nicht von einer Mitschuld an der Immobilienblase freisprechen, da "fünfundachtzig Prozent der in dieser Zeit errichteten Bauwerke den Namen Architektur nicht verdienen".

Weiteres: Julia Voss stellt Osman Hamdi Beys "Schildkrötenerzieher" vor und fragt sich, wie diese Allegorie des Stillstands zur türkischen Ikone werden konnte. Eleonore Büning preist den Kissinger Klavierolymp als Ausnahme unter den Pianistenwettbewerben, bei denen nur noch Beziehungen und Artistik zählten. Jürg Altwegg berichtet, dass die Türkei ein Denkmal für den Genozid an den Armeniern in Genf zu verhindern versucht. Betrübt beobachtet Nils Aschenbeck den Verfall von Hans Scharouns Häusern im russischen Tschernjachowsk.

Auf der Medienseite weist Juan S. Guse auf die vom Blogger Sascha Pallenberg aufgedeckten Beziehungen zwischen Google und dem Werbeblocker Adblock Plus hin, der nur "unaufdringliche" Werbung zulässt - und Google-Anzeigen: "Pallenberg erklärt, dass Firmen, deren Werbung auf der Whitelist steht, gleichzeitig finanzielle Partner der Betreiberfirma Eyeo sind."

Besprochen werden Upton Sinclairs Roman "Öl!", Walter Kappachers Prosaband "Die Amseln von Parsch" und Rolf Bauerdicks Buch mit dem eindeutigen Titel "Zigeuner" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

In der Frankfurter Anthologie stellt Hans-Joachim Simm Max Herrmann-Neißes Gedicht "Das zerbrochene Rondo" vor:

Wir ohne Heimat irren so verloren
und sinnlos durch der Fremde Labyrinth.
Die Eingebornen plaudern vor den Toren
vertraut im abendlichen Sommerwind.

Stichwörter: Genf, Genozid, Google, Türkei

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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