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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Während gleichzeitig eine Blutsuppe gekocht wird

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

05.07.2013. Le Monde enthüllt ein "Prism à la française". Sämtliche Telefon- und Internetkommunikation wird gesammelt und gespeichert - ohne jede gesetzliche Grundlage. In der FAZ macht die Essayistin Rebecca Solnit Google und Facebook als das Hauptroblem mit dem Netz aus, und Frank Schirrmacher fordert erneut ein europäisches Google. In der Welt spricht der malische Sänger Kouyaté über die Rolle der Griots und über den Islamismus in seinem Land. Die Berliner Zeitung, die selbst einige Entlassungen zu verkraften hatte, befragt einen Psychologen zur "Kultur des Kündigens".

Weitere Medien, 05.07.2013

Zwei Gründe gibt es dafür, dass Frankreich nicht so laut gegen die Prism-Enthüllungen protestierte, schreiben Jacques Follorou et Franck Johannès in Le Monde: "Es wusste Bescheid. Und es tut dasselbe." und dann die schlichte Feststellung: Die Direction générale de la sécurité extérieure (DGSE, der Auslandsgeheimdienst) sammelt systematisch die von Telefonen und Computern ausgesandten elektromagnetischen Signale in Frankreich sowie den Austausch von Daten zwischen Frankreich und dem Ausland: Die Gesamtheit der Mails, der SMS, der telefonischen Metadaten, der Aufrufe von Facebook und Twitter werden über Jahre hinweg gespeichert." Im Videointerview sagt Follorou: "Es gibt ein veritables Prism à la française" - allerdings mit einem Unterschied: In Frankreich gibt es bezüglich der Sammlung von Daten nicht einmal ein Gesetz.

Auf slate.fr hatte der amerikanische Geheimdienstexperte Adam Rawnsley schon vor den neuesten Enthüllungen die ungenierte Wirtschaftsspionage der Franzosen in Amerika beschrieben und zitiert den ehemaligen Chef der DGSE, Pierre Marion: "In Wirtschaftsdingen sind wir Konkurrenten, nicht Partner. Amerika verfügt über höchst avancierte technische Informationen. Sie sind leicht zugänglich. Es ist also logisch, dass diesem Land unser besonderes Interesse gilt." Laut  Rawnsley geht es dabei aber hauptsächlich um Militärtechnologie.

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Aus den Blogs, 05.07.2013

Schon vorgestern notierte Hamilton Nolan in Gawker, dass die Washington Post die schlimmste Meinungsredaktion der Vereinigten Staaten hat. Die Zeitung gehörte zu den Medien, die Snowdens Etnhüllungen veröffentlichten, brachte dann aber nur vier der 41 Powerpoint-Folien, die Snowden ihr gegeben hat und veröffentlichte einen Leitartikel mit dem Titel: "How to Keep Edward Snowden From Leaking More NSA Secrets. " Nolans Kommentar: "Take note, potential leakers and whistleblowers inside the U.S. government: the official stance of the Washington Post's editorial board is that you should shut up and go to jail. Would-be Washington Post sources may wish to take that information into consideration when choosing where to leak to."

Stichwörter: NSA, Edward Snowden, Washington

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Tagesspiegel, 05.07.2013

Christiane Peitz rauft sich die Haare über die bigotte und kleinmütige Reaktion der Universität Essen auf die Proteste einer Muslimin, die sich durch eine Karikatur des Zeichners Craig Thompson in einer Comic-Ausstellung beleidigt fühlte: "Was macht die Universität? Statt den Ausstellungstitel 'What Comics can do' erst recht zum Thema zu machen und eine Diskussion über Kunst und Gewalt, Ästhetik und Religion zu organisieren, schließt sie Ende Juni die Schau, die bis Ende Juli geplant war. Wobei offiziell nicht von Schließung die Rede ist, sondern von einer 'verkürzten' Ausstellungsdauer um 'einige Tage'. Interessant, wie Akademiker da mit der Sprache mogeln. Weiter heißt es, man verkürze 'aus Protest gegen die erfolgte Zensur'. Das hätten sämtliche Professorinnen und Professoren des Instituts für Anglophone Studien betont: 'Eine teilzensierte Ausstellung hätte als Eingeständnis einer Schuld gewertet werden können.'"

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Stichwörter: Comics, Thompson

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TAZ, 05.07.2013

Christoph Schröder findet in der Debatte über den  Bachmannwettbewerbs die Abschaffungsforderungen borniert, aber: "Selbstverständlich kann man darüber streiten, ob Klagenfurt der Literatur hilft oder nicht. Wer aber behauptet, es würde ihr schaden, kann nicht ganz bei Trost sein. Es dürfte schwerfallen, auch nur einen Autor zu finden, dessen Schriftstellerkarriere das Klagenfurter Wettlesen verhindert hat."

Weitere Artikel: Fatma Aydemir porträtiert Pharrell Williams, Geschäftsmann und Popmusikproduzent, der auf der Berliner Fashion Week seinen Beitrag zu nachhaltiger Mode vorstellt: seine Eco-Garn-Firma Bionic produziert hochwertige Textilfaser aus recycelten Plastikflaschen. Etwas lieblos und zudem unvollständig findet Claus Löser die Werkschau zu dem chilenischen Filmemacher Alejandro Jodorowsky auf dem Münchner Filmfest, bei der handelsübliche DVDs statt 35-mm-Kopien gezeigt wurden. Ines Kappert unterhält sich mit zwei Mitgliedern der Künstlergruppe Pussy Riot, die derzeit durch Europa touren. Auf den vorderen Seiten beschäftigen sich mehrere Artikel mit dem Putsch in Ägypten, unter anderem erklärt Jannis Hagmann, weshalb die Massenproteste nicht einfach nur ein Aufbegehren der Säkularen gegen die Religiösen waren.

Besprochen werden Pedro Almodovars neuer Film "Fliegende Liebende", den Diedrich Diederichsen für eine "etwas ins Leere schießende Satire" hält, die Dokumentation "His & Hers" des irischen Filmemachers Ken Wardrop, in der siebzig Mädchen und Frauen von ihren Beziehungen zu Jungs und Männern erzählen, und die Ausstellung "Zwischen den Zeilen? Zeitungspresse als NS-Machtinstrument" in den Räumen der Berliner Topografie des Terrors.

Die vorderen Seiten sind ganz dem Sturz der ägyptischen Regierung durch das Militär gewidmet. Katajun Amirpur ist bei aller Sympathie für die Demonstranten nicht sehr glücklich: "Aber was wir in den letzten Tagen gesehen haben, ist eben keine direkte Demokratie, auch wenn dies im Moment so dargestellt wird. Direkte Demokratie bedeutet nicht, dass eine Graswurzelbewegung zwar die Menschen auf die Straße bekommt - es aber letztlich doch das Militär ist, das putscht."

Und Tom.

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Welt, 05.07.2013

Der malische Sänger Kouyaté spricht im Interview über den Krieg in seinem Land, die Islamisten, die Militärs und die Rolle der Griots, die den ganzen Schlamassel in ihrer Musik kommentieren und heftig kritisieren: "Mein Großvater hat das schon so gemacht. Er war das Sprachrohr des Königs - aber auch sein Kritiker. Er hat im malischen Radio Texte gesungen, die so kein Journalist hätte bringen können. Er hat ausgesprochen, was sich wirklich in Mali abspielt. Die Musik der Griots ist heilig. Deshalb kann ein Griot die Machthaber kritisieren und seine Meinung kundtun."

Weitere Artikel: Ganz wunderbar fand Jan Küveler die Rede Michael Köhlmeiers für Jörg Fauser beim Bachmann-Preis: "Das war anderes Kaliber als die wohlfeile Wut der Honoratioren - eine Verteidigung des Preises mittels größtmöglichen Bashings." Manuel Brug und Joachim Lange berichten über katastrophale Kürzungen des Kulturetats in Sachsen-Anhalt. Dankwart Guratzsch ist gespannt auf die Internationalen Bauausstellung in Heidelberg.

Besprochen werden Tom Hillenbrands Kriminalroman "Letzte Ernte" und eine Ausstellung mit Werken des Landschaftsmalers Thoma im Städel-Museum.

Auf der Forumsseite findet der Historiker Michael Wolffsohn die Deutschen höchst undankbar gegenüber den Amerikanern, hält ihnen ihren Antiamerikanismus vor und meint, dass Misstrauen der USA sei das "Ergebnis jahrzehntelanger Enttäuschungen über Westeuropa sowie besonders Deutschland".

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Weitere Medien, 05.07.2013

Birgit Walter interviewt den Unternehmenspsychologen Thomas Rigotti, über die "Kultur des Kündigens". "Kündigungen sind ein hochemotionaler Vorgang, sie werden oft als Vertrauensbruch aufgefasst, sie verletzen, bleiben ewig in Erinnerung. Sie brauchen Behutsamkeit. Es ist ein Irrtum anzunehmen, die Dinge seien umso schneller vergessen, je zügiger sie über die Bühne gehen. Im Gegenteil, schlechter Umgang mit Mitarbeitern in Krisenzeiten wirkt sich stark auch auf die aus, die bleiben. Die erleben, wie Arbeitgeber mit ihren Kollegen umspringen und können sich ausrechnen, wie es später bei ihnen läuft." Gut dass Chefredaktion und Unternehmensführung der Berliner Zeitung, die ja auch von Kündigungen betroffen ist, ein solches Ausmaß von Selbstreflexion auf der Website der Zeitung zulassen!

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NZZ, 05.07.2013

China will sich wieder dem Meer öffnen, Urs Schoettli blickt auf Chinas Geschichte als widerwillige Seefahrer-Nation zurück: "Es fällt einem bei der Reise durch alte chinesische Hafenstädte auf, dass häufig die ummauerten Wohngebiete sich ein gutes Stück landeinwärts befinden. Offensichtlich wurde das Meer in China, wie übrigens in ganz Asien, als Bedrohung betrachtet. Schwere Taifune und Tsunamis brachten Verheerungen über die Küstenstriche, und Festlandchina wie Taiwan mussten sich vor den japanischen Piraten fürchten. Über grosse Strecken seiner Geschichte wandte sich deshalb das Reich der Mitte vom Meer ab, umso mehr, als die grossen militärischen Gefahren vor der Ankunft der Europäer in Ostasien von der Landseite her drohten.

Zumindest am ersten Tag scheint Roman Bucheli beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb auf seine Kosten gekommen: "Körperlichkeit und Sinnlichkeit dominieren die Texte. Hier liegt eine gekochte Ochsenzunge wie ein fleischiger Riesenpenis auf dem Küchentisch, während gleichzeitig eine Blutsuppe gekocht wird".



Weiteres: Ulf Meyer freut sich, dass die Baukunst des Amerikaners Paul Rudolph wieder gewürdigt wird, den Vater des "Romantischen Brutalismus" und "frivolen Verräter an der Moderne". Hans-Christoph Zimmermann trifft Kölns künftigen Schauspielintendant Stefan Bachmann. Lotte Thaler porträtiert Andreas Holschneider, den langjährigen Leiter der Archiv-Produktionen der Deutschen Grammophon

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SZ, 05.07.2013

Heute rafft sich auch das SZ-Feuilleton zu einem Kommentar zu Prism auf. Thomas Steinfeld hat es alles schon immer gewusst, aber am Ende macht er doch einen Punkt: Die heutigen Überwachungsmethoden seien auch deshalb so erfolgreich, weil im Netz alles schon offen da liegt: "Der Staat muss niemanden mehr verfolgen. Er kann zugreifen. Darüber müsste nun eigentlich geredet werden. ... Geschrieben wird aber vor allem über den Verräter. Nicht einmal unter den Benutzern des Internets, also unter den Beobachteten, scheint es eine ernsthafte Debatte über Gründe und Zweck der Überwachung zu geben, keine jedenfalls, die man außerhalb der communities bemerken könnte. Das liegt auch daran, dass sich im Internet, unendlich vieler Ankündigungen zum Trotz, keine neue politische Öffentlichkeit entwickelt, die mit der alten konkurrieren könnte." (Auf die amerikanische Öffentlichkeit trifft das allerdings nicht zu.)

Ansonsten funkt die SZ mit schmalen zwei Feuilletonseiten aus dem Sommerloch: Christopher Schmidt bringt den besten Grund, warum der Bachmann-Preis in Klagenfurt vom ORF nicht weggespart werden darf: "Nirgendwo hasst sich der Literaturbetrieb so inbrünstig wie in Klagenfurt." Kristina Maidt-Zinke spricht mit dem Countertenor Max Emanuel Cencic. Besprochen werden das neue Album von Jay-Z und Ashgar Farhadis neuer Film "Le Passé", den das Filmfest München zeigt.

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FAZ, 05.07.2013

Die FAZ übersetzt Rebecca Solnits online hier erschienene Polemik wider Google, Facebook und generell alle Tech-Kids aus Silicon Valley, die ihr das Leben in San Francisco schwer machen. Unter anderem macht sie Marc Zuckerberg den Vorwurf, allein unternehmerisches Eigeninteresse zu verfolgen, und zieht bei Google folgenden Vergleich: "Stellen wir uns vor, wir schreiben das Jahr 1913. Post, Telefon, öffentliche Bibliotheken, Verlage, Messtischblätter, Lichtspielhäuser und Atlanten sind weitgehend in der Hand einer einzigen Firma, die im Verborgenen operiert und keinerlei öffentlicher Kontrolle untersteht. Ein Jahrhundert später ist das mehr oder weniger die Situation, die wir im Internet haben. Ein New Yorker Investor schrieb, dass Google sich das ganze Internet unter den Nagel reißen wolle." In der flankierenden Leitglosse fordert Frank Schirrmacher nochmal ein europäisches Google.

Außerdem: Ursula Scheer erzählt die Erfolgsgeschichte der "Moleskin"-Notizbücher einmal in Form der darum gestrickten Legenden und einmal als erfolgreiche Unternehmensgeschichte. Dirk Schümer meldet, dass die Unesco von Italien erwartet, die Pläne zur Rettung des verfallenden Pompeji umzusetzen. Sandra Kegel sammelt kritische Stimmen zu den Plänen des ORF, den Klagefurter Vorlesewettbewerb wegen Sparauflagen einzustellen. Beim Berliner Konzert von Tame Impala zieht Leander Steinkopf bald "süßlicher" Geruch in die Nase.

Besprochen werden neue CDs, darunter ausführlicher das neue Album von Vanessa Paradis, Karin Beiers in Brasilien aufgeführtes Stück "Brasilien - 13 Kisten", Marc-Andre Hamelins Konzert beim Klavier-Festival in Essen, Bess Kargmanns Ballett-Dokumentarfilm "First Position" und Bücher, darunter Julien Marets Roman "Tirade" und Birgit Weyhes Comic "Im Himmel ist Jahrmarkt" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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