Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Tut mir leid, ich war nie in Haft

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

27.03.2013. In der taz reagiert Detlev Claussen auf die Anwürfe des Sinologen Wolfgang Kubin gegen den chinesischen Dissidenten Liao Yiwu. Die Welt bringt ein Dramolett von Bodo Kirchhoff, in dem Franziskus an Franz gerät. Das Blog Uhupardo hat den von El Pais gestrichenen Kommentar des Ökonomie-Professor Juan Torres López, für den Merkel = Hitler ist, übersetzt. Den Briten geht an den Deutschen aber vor allem das pedantische Festhalten an formaler Legalität auf die Nerven, hat die SZ herausgefunden. In der Zeit gratuliert Alexander Fest seinem Autor Georg Klein zum Sechzigsten. Außerdem hat die Zeit eine Suhrkamp-Vision mit degradierter Chefin.

TAZ, 27.03.2013

So wütend wie deutlich antwortet Detlev Claussen auf die Anwürfe des Sinologen Wolfgang Kubin gegen den chinesischen Autor und Dissidenten Liao Yiwu zu ziehen, der den Nobelpreis für Mo Yan kritisiert hatte. "Liao Yiwu ist seit 1990 in bösester Weise verfolgt worden. Wenn er die Glaubwürdigkeit von Mo infrage stellt, ist das kein kleinlicher Streit unter futterneidischen chinesischen Autoren, die sich mit einer Riposte von Chinaexperte Wolfgang Kubin relativieren lässt. Die Nobelpreisverleihung an Mo war ein schlimmer Affront für alle Chinesen, die nach dem Tian'anmen-Massaker um ihr Leben und ihre physische Integrität fürchten mussten. An dieser Bedrohung kann es keinen Zweifel geben. Wenn Wolfgang Kubin das Erlittene dummdreist infrage stellt, so kann dies nichts anderes als Empörung bei denen hervorrufen, die mit der chinesischen Unterdrückungspraxis Erfahrung haben."

In einem kurzen Anfall von Optimismus erkennt Felix Dachsel "die Schönheit der Medienkrise": "Journalisten können nicht anders, als ihren Beruf auszuüben, solange sie ihre Augen offen halten. Journalisten brauchen keine Aufträge, keine Chefredaktionen, keine Schreibtische, keine Durchwahl, keine Verlage, keine Weihnachtsfeiern..."

Besprochen werden eine Ausstellung des Fotografen Max Regenberger in der Städtischen Galerie Wolfsburg und Christiane Rösingers Reiseerzählung "Berlin-Baku" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr)

Und Tom.

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Welt, 27.03.2013

Bodo Kirchhoff hat zu Ehren des neuen Papstes ein Dramolett geschrieben über eine Begegnung des neuen Franz mit dem alten. Es läuft ganz gut zwischen den beiden, trotz einiger heikler Momente:

"JORGE:
Tut mir leid, ich war nie in Haft.
FRANZ:
Dafür ein paar deiner Ordensbrüder damals in Argentinien. Du hast etwas verpasst - der Kerker lehrt uns, andere am Leben zu erhalten, sie bei Kälte, Dunkelheit und Hunger zu trösten. Einer der mir liebsten Freunde wäre ohne mich gestorben. Wir waren uns sehr nahe.
JORGE: schließt kurz die Augen
Wie nahe?"

Weitere Artikel: Ekki Kern berichtet über Experimente mit crossmedialem Erzählen im Fernsehen. Alan Posener strandet in der Vorhölle Wittenbergs: dem Bahnhof. Neues von der utopischen Front beim Literaturfestival am Monte Verità berichtet Holger Heimann. Tilman Krause wundert sich über die Gnadenlosigkeit, mit er in unserer ach so politisch korrekten Gesellschaft Abweichler wie Katja Riemann oder Til Schweiger verfolgt werden.

Besprochen werden Peter Steins Inszenierung von Eugène Labiches "Le prix Martin" in Paris, Benjamin Brittens Krönungsoper "Gloriana" unter Simone Young in Hamburg und die David-Bowie-Ausstellung im Victoria and Albert Museum in London.

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Weitere Medien, 27.03.2013

Zornig äußert sich der Publizist Paul Lendvai im Interview mit dem Wiener Kurier über sein Heimatland Ungarn: "Die Regierung in Ungarn sieht Kritiker als Feinde. Wenn Medien dem Land einen Spiegel vorhalten, dann wird der Spiegel zertrümmert. Mich kann man aber nicht einschüchtern. Kritiker werden als Handlanger des internationalen Kapitals oder des Weltzionismus hingestellt." Auch der Standard hat Lendvai, dessen Erinnerungen gerade erschienen sind, kürzlich interviewt.

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Aus den Blogs, 27.03.2013

Peter Mühlbauer berichtet in Telepolis über eine Studie zur neuen Rundfunkgebühr, die zu dem Ergebnis kommt, dass es sich dabei eigentlich um eine Steuer handele, die "gleichheitswidrig" sei, weil sie für jedemann gleich hoch ist, egal , was er verdient oder ob er die Angebote überhaupt nutzt: "Auch außerhalb der akademischen Welt wächst die Unzufriedenheit mit der seit 1. Januar geltenden Haushaltspauschale. Dies liegt unter anderem daran, dass sie der Öffentlichkeit als 'Ende der GEZ-Schnüffelei' verkauft wurde - während sich jetzt herausstellt, dass man für ihre Durchsetzung in einem verfassungsrechtlich noch deutlich problematischeren Ausmaß auf geschützte Daten zugreift." (mehr dazu bei Golem)

Wegen des Hitler-Vergleichs hat El Pais den Kommentar des Ökonomie-Professor Juan Torres López aus Sevilla von der Website genommen. Das Blog Uhupardo hat den Artikel ins Deutsche übersetzt: "Merkel hat, wie Hitler, dem Rest von Europa den Krieg erklärt, diesmal um sich den vitalen Wirtschaftsraum abzusichern. Sie bestraft uns, um ihre Konzerne und Banken zu schützen - und auch, um vor ihrer Wählerschaft das beschämende Modell zu verbergen, das dafür sorgte, dass der Armutsindex in ihrem Land so hoch ist wie seit 20 Jahren nicht mehr, dass 25 Prozent der deutschen Arbeitnehmer weniger als 9,15 Euro pro Stunde verdienen, oder dass die Hälfte der Bevölkerung, wie bereits erwähnt, über ein einziges miserables Prozent des nationalen Reichtums verfügt."

(via) Die Huffington Post hat Woody Allens Gesamtwerk auf sämtliche Stotterer abgescannt und in einem Supercut zusammengefasst. Resultat: Eine Dreiviertelstunde Video - und kein Satz gerade heraus!

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NZZ, 27.03.2013

Marc Zitzmann macht einen Rundgang durch die Ausstellung über den  Modeschöpfer Jean Paul Gaultier in der Kunsthalle Rotterdam, mäkelt hier ein bisschen und da, ist am Ende aber doch überwältigt: "Auf Milchglas-Podesten, die von unten beleuchtet sind, überwältigt einen hier eine Parade der Paradiesvögel: Nachfahrinnen der Romanows in Strickkleidern mit gründerzeitlich opulentem Häkel-Dekor, Operndiven mit falschen Leopardenfellen aus Glasperlen, Toreadore mit Fächer-Korsetten und Chiffon-Schlaghosen ... Wer diese Kreationen nicht gesehen hat, weiß nicht, welche Horizonte der Imagination, der sanften Verrücktheit, des regenbogenfarbenen Traums einem Mode öffnen kann!"

Besprochen werden außerdem die Ausstellung zu Maria Lassnig in der Neuen Galerie Graz, eine Schau über die schwedischen Malerin "Hilma af Klint" im Moderna Museet in Stockholm und Bücher, darunter Hubert Wolfs Klosterkrimi "Die Nonnen von Sant' Ambrogio", Richard Sennetts Studie "Zusammenarbeit" und Thomas Strässles Untersuchung zur "Gelassenheit" (mehr in unserer Bücherschau des Tages um 14 Uhr).

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Freitag, 27.03.2013

Michael Jäger sucht die Gemeinsamkeiten im Werk von Richard Wagner und Karl Marx und findet sie unter anderem bei Ludwig Feuerbach: "Der Künstler, schreibt Wagner, geht von der 'sinnlichen Welt' aus; er kann nicht 'aus dem Wesen des abstrakten Geistes' Kunst schaffen. Das aber mutet ihm das Christentum zu, als dessen Erben Wagner die Industrie auffasst. Abstraktion statt Sinnlichkeit, darauf läuft es beim 'Sklaven der Industrie' hinaus, da dessen Tätigkeit nur dem 'abstrakten Zweck der notdürftigen Erhaltung des Lebens' gilt, 'und so sehen wir mit Entsetzen in einer heutigen Baumwollenfabrik den Geist des Christentums ganz aufrichtig verkörpert'. Sinnlichkeit statt Abstraktion ist auch Marx' Kampfruf in seinen Jugendschriften."

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SZ, 27.03.2013

Gustav Seibt erfährt aus diesem im New Statesman veröffentlichten Aufsatz des Historikers Brendan Simms, warum es um Deutschlands Ansehen in Europa derzeit schlecht bestellt ist. Eine Erklärung: Auf die Briten wirkt die Europäische Union derzeit wie eine Reprise des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation "und neben ein paar guten Eigenschaften - Machtausgleich, Friedensstiftung - hat diese deutsche Geschichte seinem europäischen Nachfolger auch ein paar Schwächen mitgegeben, die Simms vormodern und überholt findet: vor allem den Hang zu endlosen Entscheidungsprozessen und zu pedantischem Festhalten an formaler Legalität."

Außerdem gleicht Alexander Menden unter Rückgriff auf große Namen der Literaturgeschichte das Bild ruralistischer Briten vom Landleben miteinander ab. Besprochen werden neue Jazzalben, eine Schau zu Meret Oppenheim im Sprengelmuseum Hannover, Thomas Vinterbergs neuer Film "Die Jagd", Christian Stückls Inszenierung von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald" am Münchner Volkstheater, die Ausstellung "Die ganze Wahrheit" im Jüdischen Museum in Berlin und Bücher, darunter Kerstin Ekmans Roman "Schwindlerinnen" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

Stichwörter: Berlin

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FAZ, 27.03.2013

"Die Spieltheorie kann die Probleme der Eurozone lösen und das iranische Atomprogramm aufhalten", behauptet der israelische Spieltheoretiker Ariel Rubinstein in der Überschrift des Aufmachers, aber das tut er nur in der spieltheoretischen Annahme, dass durch die protzige Behauptung die Wahrscheinlichkeit der Lektüre seines Artikels steigt. Im Artikel selbst rät er davon ab, "Spieltheoretiker als Berater für strategische Fragen einzustellen". Das hält Frank Schirrmacher, dessen aktuelles Steckenpferd die Spieltheorie ist, in einem zweiten Artikel aber nicht davon ab, die Eurokrise im Lichte derselben zu betrachten.

Weitere Artikel: Jürg Altwegg erzählt, dass sich die französische Buchbranche mit großem rhetorischem Aufwand aber wenig Ideen gegen Amazon stellt. Die Japanologin Irmela Hijiya-Kirschnereit bespricht eine nur auf englisch vorliegende Mishima-Biografie der Autoren Naoki Inose und Hiroaki Sato.

Besprochen werden eine Chagall-Ausstellung in Zürich, der Abschluss von Achim Freyers "Ring"-Inszenierung in Mannheim, die Verfilmung von Salman Rushdies "Mitternachtskindern" und Humperdincks "Hänsel und Gretel" an der Komischen Oper Berlin und der Staatsoper München. Auf der Schallplatten-und-Phono-Seite geht's unter anderem um neue Gesualdo-Aufnahmen.

Stichwörter: Berlin

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Zeit, 27.03.2013

In einem liebevollen Text erinnert sich Verleger Alexander Fest, wie er seinen Autor Georg Klein (der morgen 60 Jahre alt wird) kennen lernte und feststellte, dass "der jugendlich wirkende Mann mir gegenüber Mitte vierzig war und 'unentdeckt'. Erst später verstand ich, wie sehr diese Lebensgeschichte ihm auch entsprach. Schwer fassbare Erfahrung, die doch fast jeder macht: Das als Kränkung Erlebte kann uns in Schutz nehmen. Niederlagen können uns beistehen. Georg Klein, als Autor, war durch die Ablehnung der Verlage um das schöne Gift Jugend herumgekommen. Hochgefühl und Hochempfindsamkeit, geteilter Wahn, geteilte Begeisterung, geteiltes Herumhocken, Biografie jedweder Art, die dann verklärt und stilisiert wird und sich doch schnell verbraucht: Sein Erzählen war frei davon."

Autor Adolph Muschg bittet Hans Barlach in einem Offenen Brief, nicht den Suhrkamp Verlag zu zerstören. Für 13 Millionen würde Barlach vielleicht seinen Anteil verkaufen, glaubt Ijoma Mangold und blickt Richtung Hubert Burda, Thomas Ganske und Stefan von Holtzbrinck. (Aber was wäre an dem Verlag dann noch Suhrkamp, vor allem wenn Ulla Unseld-Berkewicz sich auf die Rolle der "mondänen Repräsentantin der Suhrkamp-Kultur" beschränken muss, wie Mangold vorschlägt.)

Weitere Artikel: Peter Kümmel empfiehlt im Aufmacher, Shitstorms im Internet gelassen zu nehmen. Werner Abelshauser von der Uni Bielefeld erklärt im Interview, warum die Südeuropäer mehr Vermögen haben als die Deutschen, aber nicht reicher sind: wegen unserer Rentenanwartschaften, die nie mitgezählt würden, außerdem drücken die Ossis den Mittelwert. Katharina Teutsch besichtigt den Nachlass Roberto Bolanos, der gerade in Barcelona ausgestellt wird. Der Fotograf Sebastiao Salgado spricht im Interview über seine Fotoerzählung "Genesis" (Bilder). Christine Lemke-Matwey und Wolfram Goertz tragen ihre "Zauberflöten"- und "Parsifal"-Besprechung im Kanon vor. Moritz von Uslar frühstückt mit Anne Will in den "Schwarzwaldstuben" in Berlin (Ein Ei. Keinen Käse, kein Bier, lahm.)

Besprochen werden neue Hollywood-Märchen wie "Hänsel und Gretl" (die jetzt schwer bewaffnete Hexenjäger sind!), die neue CD von Depeche Mode, die Santiago-Sierra-Ausstellung in der Kunsthalle Tübingen sowie Bücher, darunter Bernd Roecks Band über "Gelehrte Künstler" der Renaissance (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Stichwörter: Berlin

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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