Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Überaus sympathisches Prä-Hippietum

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

26.03.2013. Die New York Times stellt den Millionär Nick D'Aloisio vor, der eine News App  erfunden hat. Bald wird er 18. Das Schild "Swing tanzen verboten", das in der Serie "Unsere Mütter Unsere Väter" eine Rolle spielte, ist eine historische Fälschung, hat das Blog pophistory herausgefunden. queer.de berichtet, dass Länder, in denen lesbische Paare türkischstämmige Kinder adoptieren, Ärger mit Tayyip Erdogan bekommen. Im Tagesspiegel erzählt der Psychologe Ahmad Mansour, wie er in seiner Jugend zum Islamisten gemacht wurde. In der FAZ plädiert Katharina Hacker dringend für Otto Dov Kulkas Buch "Landschaften der Metropole des Todes".

NZZ, 26.03.2013

Auf der Medienseite berichtet Joseph Croitoru von dem Druck und der Schikane, denen palästinensische Journalisten von Politik und mächtigen Familienclans ausgesetzt sind: "Politischer Druck wird ebenso durch Einschüchterungsversuche wie mit wirtschaftlichen Mitteln ausgeübt. Die palästinensischen Blätter sind von den Anzeigen, die die PA und ihr nahestehende Politiker bei ihnen schalten, stark abhängig. Häufig kommt es vor, dass kritische Berichte schon im Vorfeld mit der Drohung, Anzeigen zurückzuziehen, verhindert werden."

Weiteres: Für einen echten Flop hält Lotte Thaler die "Zauberflöte" der Berliner Philhamoniker unter Simon Rattle in Baden-Baden: "Hehr, aber blutleer, zurückhaltend bis an die Grenze zur Langeweile." Angelika Overath hat "bunt-konfuse, anregende Tage" beim neuen Literaturfestival auf dem Monte Verità in Ascona erlebt. Uwe Justus Wenzel durchstreift den - ähem- Bücherfrühling.

Außerdem besprochen werden die Uaufführung von Sibylle Bergs "Die Angst reist mit" in Stuttgart und Jan-Werner Müllers Ideengeschichte "Das demokratische Zeitalter" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

Stichwörter: Stuttgart

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Tagesspiegel, 26.03.2013

Der Psychologe Ahmad Mansour, ein israelischer Palästinenser, der heute in Berlin junge Migranten betreut, erzählt, wie er in seiner Jugend von seinem Imam zum Islamismus erzogen wurde. Dazu gehörte auch ein nächtlicher Besuch auf dem Friedhof: "Mit jähen Ausrufen hämmerte er auf uns ein: 'Denkt an euren Tod! Denkt an eure Begegnung mit Allah! Denkt daran, dass ihr alle hier enden werdet! Vielleicht schon morgen oder in einem Monat!' Dann sollten wir der Reihe nach, jeder für sich allein, in das dunkle Loch hinabklettern und uns flach auf den Boden legen. Es war eine Mutprobe, aber auch ein bizarrer Initiationsritus."

Stichwörter: Berlin, Islamismus

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Aus den Blogs, 26.03.2013

Kann ein Film, der schon im Detail so falsch ist, im Ganzen richtig sein? Bodo Mrozek erzählt auf seinem Blog pophistory mit vielen Details, dass das Schild "Swing tanzen verboten", das in "Unsere Mütter Unsere Väter" als Brücke zwischen verschiedenen Erzählsträngen eingeblendet wird, nie existiert hat. Es ist eine Fälschung aus den siebziger Jahren, die eine Kompilation mit Swingmelodien aus den Dreißigern zierte. Auch sonst gibt es um den Swing in der Nazizeit viele moderne Sagen: "Zwar wurden Angehörige einer an Swing und afroamerikanischer Kultur orientierten Jugendkultur, die so genannten 'Swing-Heinis' oder 'Zazous' tatsächlich verfolgt. Dies waren jedoch keine Massenphänomene, sondern Ausnahmen, die auf wenige Großstädte beschränkt blieben, vor allem auf Hamburg. Das Swing-Tanzen selbst war nie offiziell verboten worden, allerdings nicht, weil man es für harmlos befand, sondern weil es reichsweit kaum praktiziert wurde."

Mrozek verweist auch auf Jan Süselbecks Analyse der Swing-Szene in "UMUV" auf literaturkritik.de: "Auffällig ist, dass diese 'Mütter' und 'Väter', die tatsächlich diejenigen der sogenannten. 68er-Generation waren, in diesem Film bereits ein überaus sympathisches Prä-Hippietum zu vertreten scheinen."

Jens Matheuszik schildert im politblog die Rechtsunsicherheit nach dem Entscheidung für das Leistungsschutzrecht und findet die Situation des Blogs in bezug auf Zitate ohnhein schizophren: "Da werde ich gelegentlich von den Online-Verantwortlichen der etablierten Presse aber auch teilweise von den Autoren selbst gefragt, ob ich etwas bei den Links anne Ruhr aufnehmen kann - und gleichzeitig gibt es die Gefahr da juristischen Ärger zu bekommen." Was der Perlentaucher nur bestätigen kann!

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Twitterfeed der Verlage

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Welt, 26.03.2013

Rolf Bauerdick kritisiert harsch, dass Roma-Funktionäre in Deutschland jede Kritik an den Roma sofort als Rassismus abtun. Damit täten sie ihren Leuten keinen Gefallen: "Mit ihren stereotypen Rassismusvorwürfen haben die Roma-Politiker über Jahrzehnte alle Debatten dominiert, ohne dass sich die Situation der Zigeuner merklich gebessert hätte. Sie verschweigen, dass die Roma weniger von der Dominanzbevölkerung ausgebeutet werden als von den Angehörigen der eigenen Ethnie. Die Roma selber leiden am meisten unter Kindesmissbrauch, Frauenhandel und Zuhälterei, unter Kreditwucher, Erpressung und Bandendiebstahl. Aber die Funktionäre schweigen allesamt".

Weitere Artikel: Marc Reichwein berichtet vom Kunsthistorikertag in Greifswald, der vor der Zerstörung der Kulturlandschaft durch Windräder warnte (hier der Appell). Richard Kämmerlings erzählt in der Leitglosse von Onkel Jupp und Opa Heinrich und ihren Kriegserinnerungen.

Besprochen werden Hasko Webers Inszenierung von Sibylle Bergs Theatertext "Angst reist mit" in Stuttgart und das Konzert von Depeche Mode in Wien, das laut Joachim Lottmann ergraute Musikjournalisten aus den Sesseln riss. (Das Video auf der Homepage der Band dürfen Sie in Deutschland leider nicht hören, hat die Gema entschieden.)

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Aus den Blogs, 26.03.2013

Eine sehr hübsche Fotostrecke mit exakt überblendeten Paris-Fotos von 1914 und aus der Gegenwart zeigt Rue89.

Sehr beeindruckend sind Charlie Hougheys Fotografien auf The Big Picture, die (neben fast 2000 weiteren) 1968 und 1969 in Vietnam entstanden und bis vor kurzem noch als unentwickelte Negative bei ihm lagerten. Die fertig entwickelten Bilder haben Houghey emotional tief getroffen - mittlerweile ist eine Ausstellung angekündigt. In diesem Blog kann man sich über den Fortschritt der Scan- und Ausstellungsarbeiten erkundigen.

Und kann man sich etwas Schöneres vorstellen als beim Gang durch ein Museum auf eine Glasbox zu stoßen, in der Tilda Swinton gerade ein Nickerchen hält? In New York macht die Schauspielerin gerade genau das - an zufälligen Orten im MoMA und zu zufälligen Zeiten. "The Maybe" heißt die Installation und bei Gothamist gibt es einige ganz bezaubernde Bilder davon. Dreingabe: neun Videos, die Tilda Swintons Exzentrik eindrücklich unterstreichen.

Exzentrischer als Salvador Dali und Harpo Marx auf einem Bild vereint geht es allerdings kaum (hier gefunden):



Stichwörter: 1914, New York, Tilda Swinton

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Weitere Medien, 26.03.2013

Bei uns verabschieden sie ein Leistungsschutzrecht, das Überschriften und Textschnipsel der Zeitungen "schützen" soll. In Amerika hat gerade der 17-jährige Nick D'Aloisio für geschätzte 30 Millionen Dollar seine News-App Summly, die automatisch lange Texte fürs Smartphone kürzt und aufbereitet,  an Yahoo verkauft, berichtet Brian Stelter in der New York Times. Yahoo gehörte zu den ersten Investoren in Summly, andere waren "Wendi Murdoch, Ashton Kutcher and Yoko Ono. Der wichtigste Investor war der Hong-Kong-Milliardär Li Ka-shing, dessen Investmentfond Mr. D'Aloisios Erfindung schon unterstützte, bevor sie Summly hieß. 'Sie setzten auf mich, als ich 15 Jahre alt war', sagte Mr. D'Aloisio, indem sie ihn mit einer Grundfinanzierung versorgten, mit der er Angestellte und ein Büro bezahlen konnte. Der Fond hatte von einer frühen Version der App in TechCrunch gelesen, fand seine Emailadresse heraus und erstaunte ihn mit einer Nachricht, in der man Interesse bekundete. 'Weil es mein erstes Mal war, wollten die Leute mir helfen', sagte er."

Homosexualität widerspreche der "Kultur des Islams" hat der türkische Premierminister Tayyip Erdogan laut queer.de letzte Woche in den Niederlanden gesagt. Er wandte sich damit gegen die Adoption türkischstämmiger Kinder durch schwule oder lesbische Paare: "Im vorliegenden Streit geht es um den neunjährigen Yunus, ein türkischstämmiges Kind mit niederländischem Reisepass, das von einer lesbischen Pflegefamilie großgezogen wird. Das Kind war als Baby aus seiner gewalttätigen Familie herausgenommen worden. Vor kurzem forderte seine Mutter jedoch im türkischen Fernsehen das Kind zurück. In einem von Erdogans Schwiegersohn betriebenen TV-Sender wurde den Niederlanden daraufhin 'Kindesmissbrauch' vorgeworfen."

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TAZ, 26.03.2013

Isolde Charim sieht mit der Erosion des Wohlfahrtsstaates auch den Bürger als Rechtssubjekt in Gefahr. Sehr empfehlen kann Ulrich Gutmair die Schau "Die ganze Wahrheit" im Jüdischen Museum in Berlin. Besprochen werden Timur Vermes' Satire "Er ist wieder da" und Andreas Magdanz' Fotoband "Stammheim" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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SZ, 26.03.2013

Ira Mazzoni stellt diverse Projekte zur Aufarbeitung bisheriger Desiderata der Provenienzforschung vor, die trotz allem Engagement einen betrüblichen Eindruck erwecken: Bei einem Großteil der in Archiven gehorteten Nazikunst ist (etwa über dieses Portal) auf die Ermittlung früherer Besitzer wegen ungenauer Katalogisierung und Lücken in der Dokumentation kaum mehr zu hoffen: "Doch es nützt nichts: Auch solche Fälle müssen geklärt werden, will man historische Gerechtigkeit walten lassen. Denn gerade in der Masse sind diese Dinge aussagekräftig, weil sie von der Systematik der Verfolgung künden."

Außerdem: Die Fotografin Yunghi-Kim erzählt, unter welchen Beschwerden sie vor zehn Jahren zu Beginn des Irakkriegs zum Kriegsschauplatz gereist ist. Gottfried Knapp ärgert sich: Während im Bereich des Neubaus von Kultureinrichtungen ein neues, erfolgreiches Mäzenatentum zu beobachten ist (Knapp nennt das Festspielhaus in Erl als Beispiel), pflegen öffentliche Bau-Großvorhaben derzeit in ein Desaster zu münden. Volker Breidecker berichtet vom jungen Literaturfestival "Utopias and magnificient Obsessions" am Monte Verità.

Auf der Medienseite zeigt sich Stefan Fischer sehr verärgert über die Pläne von SR und Deutschlandfunk, die Hörspielarbeit quasi zu fusionieren: "Sind Hörspiele, die in rundfunkpolitischen Sonntagsreden gerne als das Tafelsilber ihrer Anstalten gewürdigt werden, offenbar doch verzichtbar? ... Der Abbau im Hörspielbereich hat also längst begonnen, immer weniger neue Produktionen gibt es."

Besprochen werden eine Ausstellung mit Arbeiten von Rineke Dikstra im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt, eine Mannheimer "Götterdämmerung", Richard Jones' Inszenierung von Engelbert Humpedincks "Hänsel und Gretel"-Oper in München ("Eine Aufführung zum Verlieben", schwärmt Reinhard J. Brembeck, "spielfreudig, frech, hintergründig, direkt, kühn, bezaubernd"),Peter Steins Inszenierung von Odéon Eugène Labiches Komödie "Le Prix Martin" in Paris, Nina Büttners Stück "Schafinsel" in Kaiserslautern und Bücher, darunter "Ein allzu braves Mädchen", der Debütroman der Schauspielerin Andrea Sawatzki (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

Stichwörter: München

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FAZ, 26.03.2013

Katharina Hacker feiert Otto Dov Kulkas Buch "Landschaften der Metropole des Todes" mit seinen Erinnerungen an Auschwitz, als eines der wichtigsten, die sie gelesen hat. So präzise schildert Kulka seine Wahrnehmung, dass er laut Hacker "einen Zusammenhang, auch mit uns" schafft: "Der Raum, das Geflecht von Empfindungen, Gedanken, Tatsachen, Geschichten, in dem ich lebe, ist derselbe, in dem die Menschen, in Kolonnen, im Krematorium verschwanden, und das bedeutet nicht, dass sich etwas ableiten lässt, dass ich etwas begreife, es ist eine Tatsache, die mein Mensch-Sein unmittelbar berührt."

Weitere Artikel: Im Aufmacher konstatiert Melanie Mühl mit gedämpft kulturkritischem Tremolo, dass wir zu immer flexiblerem Wohnen gedrängt würden, um den Kriterien des gnadenlos Mobilität fordernden Marktes zu genügen. Nils Minkmar glossiert den Prozess um Ex-Präsident Sarkozy und den Umschlag mit Bargeld, den er von der Oréal-Erbin Liliane Bettencourt erhalten haben soll. Andreas Kilb besuchte ein Literaturfestival in Ascona. Jürg Altwegg berichtet über Personalrochaden an Frankreichs größten Kulturinstitutionen wie dem Louvre, die letztlich von François Hollande selbst gesteuert werden. Auf der Medienseite erzählt Wolfgang Brenner, wie vor fünfzig Jahren das ZDF gegründet wurde.

Besprochen werden die Ausstellung "NYC 1993 -: Experimental Jet Set, Trash and No Star" im New Museum New York, eine Uraufführung des Stuttgarter Balletts nach Otfried Preußler, Agota Kristofs Text "Das große Heft" als Oper in Osnabrück, ein Auftritt Steven Wilsons in Berlin, die Steve McCurry-Austellung in Wolfsburg und Brittens Oper "Gloriana" in Hamburg, außerdem Bücher, darunter Hannes Steins Roman "Der Komet" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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