Stöbern nach Themen

Durchsuchen Sie unsere Bücherdatenbank nach Themen, Ländern, Epochen, Erscheinungsjahren oder Stichwörtern.

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Sein Prosafluss ist kein gerader

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

21.03.2013. Im Freitag gibt die Kulturjournalistin Agnes Szabo einen bestürzenden Einblick in die Gleichschaltung der ungarischen Kulturszene. Jungle World liefert den geschichtspolitischen Hintergrund dazu, der ebenso deprimierend ist. Nach jahrelangem beredtem Schweigen und kurz bevor es durch ist, bringen die Zeitungen doch noch Pro-und-Contras zum Leistungsschutzrecht, so die Zeit und die FAZ. SZ und FAZ sind konsterniert darüber, dass Suhrkamp-Miteigner Hans Barlach erneut vor Gericht Recht bekommen hat.

TAZ, 21.03.2013

Enrico Ippolito denkt über den Hipster als "hauptberuflichen Sündenbock" nach: "Die Journalisten und Journalistinnen - auch dieser Zeitung - verwenden den Begriff inflationär, weil sie glauben, die Menschen dort draußen wüssten schon, was oder wer gemeint sei. Wissen sie aber nicht. Wie auch? Selbst die Schreibenden haben ja keine Ahnung. Mal ist der Hipster apolitisch, mal Aktivist, mal intellektuell, mal Stulle ... Seine Liebe zur Vergangenheit. Das Schwelgen in Reminiszenz - sowohl optisch als auch intellektuell. Das wird als Weltflucht gelesen, als Eskapismus. Der Hipster soll stellvertretend für eine junge Generation stehen, die nichts Neues mehr wagt."

Weitere Artikel: Tobias Schwarz schreibt zum 250. Geburtstag von Jean Paul und anlässlich dazu stellt er Wiederauflagen und Neuerscheinung von und über ihn vor. Flankierend verweist Jörg Sundermeier auf ein von Wolfgang Hörner herausgegebenes Brevier, in dem Jean Pauls Lobpreisungen des Biers versammelt sind. Sundermeier kommentiert außerdem das gestrige Urteil des Landgerichts Frankfurt, wonach der Suhrkamp Verlag dazu verurteilt wurde, knapp 2,2 Millionen Euro an die Medienholding AG Winterthur zu zahlen. Thomas Venker berichtet über das absolut "durchkommerzialisierte" Festival South By Southwest in Austin, Texas.

Besprochen werden Harmony Korines Film "Spring Breakers", den Rezensent Diedrich Diederichsen so zusammenfasst: "Diese Techno-Spring-Break-Sauf- und Kiff-Gemeinde, so die These des Films, will sich nur noch selbst reinziehen", außerdem die DVD von Catherine Breillats Kostümfilm "Die letzte Mätresse" und Adam Greens "bitterböses" Duo-Album mit Sängerin Binki Shapiro.

Und Tom.

nach oben

Freitag, 21.03.2013

Die Kulturjournalistin Agnes Szabó gewährt einen bestürzenden Einblick in die ungarische Kulturszene, die von Viktor Orbáns Regierung radikal bereinigt wurde: In den Theatern sitzen seine Lakaien, Filme werden nicht mehr produziert, Fernsehen und Radio sind gleichgeschaltet: "Die Fidesz-Politik zerstört alles, was nicht denkt wie sie. Tausende Fernsehjournalisten landeten auf der Straße, weil die Kultursendungen gestrichen wurden, die politischen Sendungen nur Parteitreue moderieren dürfen, und in den Nachrichten hört man Propaganda: Es gibt nur noch eine Wahrheit."

Außerdem: Magnus Klause liest eine neue Max-Brod-Werkausgabe des Wallstein Verlags. Und Klaus Ungerer verteidigt Katja Riemann: "Schauspielerinnen-Interviews gehen wie folgt: Kurz wird die Schauspielerin vielleicht noch über den Inhalt des Films gefragt - dann aber geht es los: ... Was fühlen Sie, wenn Sie am Herd stehen? Haben Sie ein Spezial-Kuchen-Rezept zur Konfliktbewältigung? Diese Fragen sind die Kurzfassung eines Interviews, das die FAS kürzlich mit Diane Kruger geführt hat, und sie stehen für ein Modell ... Die Schauspielerin ist das Komplementärbild zum deutschen Großschriftsteller: Wo der zum weisen Mann stilisiert wird, den man zu allen politischen und philosophischen Themen befragen kann (obwohl er vermutlich auch nur dieselben Zeitungen gelesen hat wie man selber) - ist sie die Tratschfreundin von nebenan. Genau dagegen hat Katja Riemann sich verwehrt."

nach oben

Welt, 21.03.2013

Richard Herzinger begründet im Forum die Irrelevanz politisch konservativer Positionen aus dem Versagen dieser Strömung in der Weimarer Zeit. Heute, so meint er, ist Konservatismus obsolet: "Zwar gibt es Wählerschichten, die sich angesichts einer im Liberalen weichgespülten Union übergangen fühlen. Doch eine Neugründung rechts der Mitte wäre kaum eine klassisch konservative, sondern eher eine traditionslos rechtspopulistische Partei. Die klassischen konservativen Denkmuster werden indes in die Sphäre der Kulturkritik abgedrängt." Und selbst diese Domäne wurde von der Linken erobert!

Im Feuilleton kommentiert Richard Kämmerlings die neueste Gerichtsentscheidung in der fortsetzungsreichen Causa Suhrkamp, wonach dem Miteigner Hans Barlach über zwei Millionen Euro aus dem Gewinn des Jahres 2010 ausgezahlt werden müssen, eine Entscheidung, die den Verlag schwächt, aber Barlach "fühlt sich nicht nur im Recht, er ist es".

Besprochen werden Filme, darunter Ulrich Seidls "Paradies: Glaube", Peter Eötvös' Oper "Drei Schwestern" in Zürich, die Ausstellung "Die ganze Wahrheit" im Jüdischen Museum Berlin und eine neue CD von Depeche Mode.

Anzeige

Twitterfeed der Verlage

nach oben

NZZ, 21.03.2013

Aldo Keel bedauert den desolaten Zustand des Edvard Munch Museums in Oslo: "Die klimatischen Verhältnisse seien schlimm, besonders in den Wintermonaten, klagt Direktor Henrichsen im Radio. Das Dach leckt. 'Wasser und Feuchtigkeit dringen ein. Dann stehen wir mit unseren Besen bereit, um Wände und Decken zu trocknen, so dass das Wasser nicht in die Werke rinnt.'" Der Neubau, der zum 150. Geburtstag Munchs fertigt gestellt werden sollte, lässt wegen Standortfragen auf sich warten.

Besprochen werden die Ausstellung "Schönheit und Revolution" im Frankfurter Städel (links im Bild sieht man Christopher Wilhelm Eckersbergs "Jungen Bogenschützen" seinen Pfeil schärfen), Filme, darunter Harmony Korines Film "Spring Breakers" und Pablo Larraíns "No", ein Klavierkonzert von Piotr Anderszewski in der Zürcher Tonhalle, Romeo Castelluccis "Hyperion" an der Berliner Schaubühne (wobei Dirk Pilz die vielen Gewaltszenen "so überflüssig wie grobschlächtig" findet) und Bücher, darunter "In zierlichen Schlingen", ein Gedichtband zum hundertsten Geburtstag des walisischen Lyrikers R. S. Thomas (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

Aus den Blogs, 21.03.2013

Die Zeit, in der Google in den Weiten des Netzes noch irgendwie mit Fortschritt assoziiert wurde, scheinen vorbei zu sein. Die Nachricht, dass Google einen Konkurrenten für den großartigen Dienst Evernote namens Keep lanciert, veranlasst Om Malik in Gigaom nur noch zu sarkastischen Kommentaren: "Google today launched Keep, an app that allows you to save things, clip stuff from the web, hoard notes and what not and put them all onto your Google Drive. Yup, you guessed it - it is an imitation to Evernote and many other such applications. It is a good thing that Google has decided to compete with the likes of Evernote - it validates their market. It might actually be good, or even better than Evernote. But I still won't use Keep. You know why? Google Reader."

(via Open Culture) In diesem Fernsehinterview erzählt eine unglaublich charmante Ingrid Bergman, wie sie die Rolle der Maria in "Für wen die Stunde schlägt" bekam:


Stichwörter: Ingrid Bergman, Google

nach oben

Weitere Medien, 21.03.2013

Der Blogger Pusztaranger (der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben will) erklärt im Gespräch mit Ivo Bozic in der Jungle World, die höchst ungute geschichtspolitische Gemengelage in Ungarn: "Was unter Horthy Recht war, wurde im Sozialismus zu Unrecht erklärt und tabuisiert; heute wird wiederum der Sozialismus zur Epoche des Unrechts und der Lüge erklärt, so dass die Epoche davor nostalgisch verklärt als eine Epoche nationaler Größe, als 'wahr' und 'gerecht' erscheint. Viele Leute denken, der Holocaust sei von den Deutschen verübt worden, die Ungarn hätten nichts damit zu tun gehabt, und wer ihn ständig thematisiere, tue dies aus finanziellen Interessen. Das Märchen von der 'jüdischen Weltverschwörung' ist heute in Ungarn beliebt wie nie."

Stichwörter: Holocaust, Ungarn

nach oben

Zeit, 21.03.2013

Im Wirtschaftsteil beziehen Götz Hamann (pro) und Rainer Esser (contra) Stellung zum Leistungsschutzrecht und kommen erwartungsgemäß auf keinen gemeinsamen Nenner: "Das Geschäftsmodell der Datenkraken aus Silicon Valley ist so profitabel, weil sie überhaupt keine Inhalte produzieren, sondern mit ihrer Software durch das Netz gehen und Inhalte von anderen auffindbar machen. Das ist eine wertvolle Dienstleistung, ja. Aber sie ist eben auch ungleich profitabler als das Erstellen und Verbreiten der Inhalte", schreibt Esser, während Hamann argumentiert: "Die Presse braucht Start-ups als Partner. Die Presse muss Neulinge dafür belohnen, dass sie Leser im Digitalen an lange Texte und guten Journalismus heranführen. Die Presse sollte von diesen Erfahrungen profitieren, sollte sie für sich nutzen. Stattdessen sind unglaublich viel Kraft, Energie und öffentliche Aufmerksamkeit in das Leistungsschutzrecht geflossen. Was für eine Verschwendung!"

Im Feuilleton porträtiert Maximilian Probst den 28jährigen weißrussischen Internetskeptiker Evgeny Morozov. Christoph Dieckmann schreibt den Nachruf auf Peter Ensikat, Martin Warnke auf Werner Hofmann und Peter Kümmel auf Rosemarie Fendel. Christine Lemke-Matwey spekuliert ausführlich über die Nachfolge von Simon Rattle bei den Berliner Philharmonikern. Thomas E. Schmidt berichtet amüsiert von einer Imagekampagne fürs Buch. Volker Weiss stellt die rechte Protestbewegung "Identitäten" vor. Thomas Groß gratuliert Hannes Wader zum Lebenswerk-Echo.

Besprochen werden die Münchner Brueghel-Ausstellung, "Glaube", der zweite Teil von Ulrich Seidls Paradies-Trilogie (der Marlene Streeruwitz "wüste Erkenntnisse aus einem kühl schönen Film" beschert), und Bücher, darunter Dietmar Daths Science-Fiction-Roman "Pulsarnacht" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

In der Rubrik Geschichte würdigt Bundestagspräsident Norbert Lammert die Mainzer Republik von 1792/93 als "den mutigen ersten Versuch, in Deutschland die Demokratie zu wagen". Ludger Lütkehaus, von dem bereits gestern eine Rezension in der NZZ erschienen ist, gratuliert Karlheinz Deschner zur Vollendung seines Opus Magnum "Kriminalgeschichte des Christentums" und befindet: "Der Historiker wird hier fast zum Exorzisten". Im Reisen-Teil sucht Renate Just zum heutigen 250. Geburtstag von Jean Paul nach den Spuren des Dichters in dessen oberfränkischer Heimat.

Auf der "Glauben & Zweifeln"-Seite geht es natürlich um den neuen Papst: Evelyn Finger ist hingerissen von Franziskus' "Demut und Humor" und sieht in ihm einen "Gorbatschow der Kirche". Auch Hans Zollner, Vize-Rektor der Jesuiten-Universität Gregoriana in Rom, begrüßt die Wahl des Papstes: "Es war, als ob ein Nebel über allem lag, und jetzt ist plötzlich Licht da, Hoffnung, Energie." Erheblich kritischere Töne finden sich auf den vorderen Seiten, wo Marian Blasberg und Karen Naundorf von der Debatte über die Rolle von Jorge Mario Bergoglio während der argentinischen Militärdiktatur berichten (hier der sehr informative Artikel aus der Frankfurter Sonntagszeitung zum selben Thema).

nach oben

SZ, 21.03.2013

Hans Barlach hat in der Causa Suhrkamp "nun endgültig Oberwasser", schreibt ein nach dem gestrigen Gerichtsurteil konsternierter Andreas Zielcke. Barlachs Absichten bleiben ihm ein Rätsel: "Was für eine Strategie verfolgt einer, der verlangt, dass der angeschlagene Verlag Rücklagen bildet, und zugleich auf möglichst hohen Gewinnauszahlungen besteht? Welche Absicht Barlach aber auch immer mit seinem kontradiktorischen Vorgehen hegt, im Ergebnis ist es für den Verlag destruktiv."

Walter Kappacher erinnert an den heute vor 250 Jahren geborenen Jean Paul, den großen Schiller/Goethe-Zeitgenossen, der indessen kaum noch gelesen wird: "Sein unerschöpflicher Gedankenreichtum, sein sprachlicher Reichtum: ein Überfluss - manchmal auch eine Manier, welcher der Leser kaum folgen kann. Manchmal verspottete er seine Sätze selber. Wahrscheinlich kam ihm, während er einen Satz begann, schon der nächste oder sogar übernächste in den Sinn; sein Prosafluss ist kein gerader, sondern einer voller abenteuerlicher Abwege." Auf Youtube erfahren wir von Michael Krüger, wie bedrückend schleppend sich die von ihm verlegte Jean-Paul-Gesamtausgabe absetzt.

Außerdem: Til Briegleb besucht die neueröffnete IBA Hamburg, die noch zu knapp zwei Dritteln aus Baustellen besteht. Alle jubeln sich das neue Album von Justin Timberlake zurecht (etwa hier, hier und hier), obwohl es eigentlich keiner wirklich herausragend findet, meint Jens-Christian Rabe, der seine Begeisterung auch eher im Zaum hält: "Alles plätschert etwas allzu solide dahin".

Besprochen werden eine Ausstellung mit Arbeiten der Foto- und Videokünstlerin Gillian Wearing im Museum Brandhorst in München, Romeo Castelluccis "Hyperion" an der Schaubühne Berlin und neue Kinofilme, darunter Ulrich Seidls "Paradies: Glaube".

nach oben

FAZ, 21.03.2013

Kurz bevor es durch ist, veranstaltet die FAZ jetzt plötzlich eine Pro- und Contra-Diskussion zum Thema Leistungsschutzrecht, über dessen endgültiges Schicksal morgen der Bundesrat entscheidet. Rolf Schwartmann, selbst Gutachter im Auftrag der Deutschen Zeitungsverleger, verteidigt das noch auf der Ziellinie maßgeblich eingeschränkte Gesetz und gibt Entwarnung: Faktisch sei fast niemand, bzw. lediglich automatisierte Newsaggregatoren wie Rivva und GoogleNews davon betroffen: "Insofern stellt sich nur bei dieser überschaubaren Anzahl von Diensten überhaupt die Frage der Textlänge."

Ralf Dewenter unterstreicht in seiner Contra-Position hingegen nochmals eindringlich die innovations- und markthemmenden Einwirkungen eines Leistungsschutzrechts, insbesondere was die Rechtssicherheit der vom Umfang her nicht festgelegten Text-Snippets betrifft: "Es ist damit zu rechnen, dass es zu einer massiven Abmahnwelle kommen wird ... Ein bisher gut funktionierender Bereich wird ohne Not einer Regelung unterworfen, die vor allem eines verursachen wird: erhebliche Kosten. Von einem Marktversagen kann im Fall des Leistungsschutzrechts nicht die Rede sein, viel eher jedoch von einem Staatsversagen."

"Was muss man über einen Mann denken, der jetzt Anstalten macht, mit seiner Rendite einen Verlag zumindest in seiner jetzigen Form zu zerstören", fragen sich im Feuilleton Sandra Kegel und Edo Reents nach den jüngsten Entwicklungen in der Causa Suhrkamp entsetzt, wonach der Verlag dem Minderheitengesellschafter Hans Barlach 2,2 Millionen Euro auszahlen muss und dieser überdies auch die Mediationsgespräche abgebrochen hat. "Dieser Mittwochmorgen könnte noch auf höchst ungute Art in die deutsche Geistesgeschichte eingehen. ... Es geht nun um die Existenz des Suhrkamp Verlags."

Weitere Artikel: Bert Rebhandl atmet nach der Diagonale in Graz auf: Viele der überzeugenden neuen Filme stammen von jungen österreichischen Filmemachern, "die Österreich davor bewahren, zu einem Filmland ausschließlich älterer Meister zu werden". Jürgen Kaube würdigt den heute vor 250 Jahren geborenen Jean Paul als "Seelenzustandsschilderer, wie es keinen zweiten gibt".

Besprochen werden die große Roy-Lichtenstein-Retrospektive in London, eine Ausstellung über ein Bauprojekt von Anne Lacaton, Frédéric Druot und Jean-Philippe Vassal im Deutschen Architekturzentrum in Berlin, Harmony Korines neuer Film "Spring Breakers" (Dietmar Dath wähnt sich als Zeuge der "Geburt des Avantgarde-Genres Nouvelle Schund"), der Dokumentarfilm "Unter Menschen" und Bücher, darunter Thomas Lehrs "Größenwahn passt in die kleinste Hütte" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

nach oben

Drucken | Empfehlen auf Facebook | Twittern | Share on Google+

Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons