Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Perlentaucher-Autoren
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Kulinarische Ruinenromantik
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
08.03.2013. Der Buchreport fragt, was die Fusion von Penguin und Randomhouse, die gemeinsam fünfzig Prozent der amerikanischen Belletritik herausbringen, für den Buchhandel heißen wird. Die Blogs diskutieren über einen Zeit-Artikel zu Schwarzkopien in der Kinobranche, den die Zeit gerade online gestellt und dann gleich wieder gesperrt hat. Die Schweizer Medienwoche konstatiert, dass Journalisten Teil der Eliten sind, über die sie eigentlich mit Distanz berichten sollten. Die FAZ fragt: Was passiert mit all dem Geld, das den Banken zugesteckt wird, das sie aber nicht weitergeben?
Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Weitere Medien | Die Welt | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Tageszeitung, 08.03.2013
Am Internationalen Frauentag geht es in der taz um das Leben im Verborgenen, ob auf der Flucht, bei der Arbeit oder zu Hause. Unter anderem protokolliert Simone Kaempf einen Arbeitsbericht von Bärbel Kleemann, Souffleuse am Berliner Maxim Gorki Theater, die von den Zuschauern übersehen wird, obwohl sie zwischen ihnen in der ersten Reihe sitzt. Und Alke Werth hat der Sängerin Negar R. zugehört, die vor drei Monaten aus dem Iran flüchtete und davon erzählt, "wie die Reibung, die Trennung zwischen öffentlichem und Privatleben, und der Einfluss, den das Öffentliche auf das Private hat, dazu führen, dass viele Frauen im Iran depressiv sind."
Weitere Artikel: Unter der Überschrift "Doch bloß wieder Stöckelschuhsafari" analysiert Wilfried Urbe auf der Medienseite weibliche Rollenbilder im deutschen Fernsehen. Ophelia Abeler schreibt in ihrer Kolumne aus New York über Bushwick, das sich als das neue Künstler- und Galerienviertel etabliert und wohin die U-Bahn-Fahrt so lange dauert, "dass die Künstler vielleicht weggentrifiziert sind, bis man ankommt - so schnell, wie das hier geht." Michael Brake berichtet über die Bands Kraftklub und MIA, die ihre Echo-Nominierungen zurückgegeben haben, weil auch die als rechts geltende Band Frei.Wild nominiert ist. Zu lesen ist außerdem ein Kapitel aus Wolfgang Schorlaus neuem Buch "Rebellen", das sich mit den Linken der 60er und 70er Jahre in der BRD beschäftigt, die sich heute entscheiden müssen, wie sie mit den Idealen ihrer Jugend umgehen.
Besprochen werden das Album "Jama ko" des musikalischen "Familienbetriebs" Bassekou Kouyate & Ngoni Ba aus Mali und Wolfgang Schorlaus Buch "Rebellen".
Und Tom.
Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Weitere Medien | Die Welt | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Neue Zürcher Zeitung, 08.03.2013
Knut Henkel berichtet von dem neuen Migrationsgesetz in Kuba, das die Ausreise erleichtert. Die kubanische Regierung schiebe damit den Zielländern die Entscheidung zu, ob ein Visum gewährt werde: "So ist Havanna den schwarzen Peter losgeworden und kann obendrein hoffen, dass besonders Unzufriedene der Insel für kurze oder auch längere Zeit den Rücken kehren."
Weitere Artikel: Der Architekturkritiker Jürgen Tietz beklagt steigende Miet- und Bodenpreise in Großstädten und freut sich, dass Baugruppen "Bewegung in die verkrustete Architekturszene" bringen. Auf der Pop-und-Jazz-Seite berichtet Knut Henkel über das Verbot des Musikstils Reggaeton (der eine "große Dosis Anzüglichkeiten" enthalte) in Kuba und konstatiert: "Statt sich mit kulturellen und gesellschaftlichen Realitäten auseinanderzusetzen, greift man in Kuba lieber zum Instrument der Zensur." Außerdem fragt sich der Wirtschaftswissenschaftler und Glücksforscher Bruno S. Frey: "Macht Demokratie glücklich?"
Besprochen werden David Bowies neues Album "The Next Day" und ein Konzert der Pianistin Hélène Grimaud in Zürich.
Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Weitere Medien | Die Welt | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Weitere Medien, 08.03.2013
Ronnie Grob liest für die Schweizer Medienwoche eine Studie Uwe Krügers über Hierarchen des Journalismus und ihre Vernetzung mit Thinktanks und Wirtschaft - und kommt zu dem Ergebnis, dass diese Journalisten schlicht Teil der Eliten sind, über die sie eigentlich mit Distanz berichten sollten. Das Dumme ist nur, dass man Journalisten im Grunde gar nicht in Fünf-Sterne-Hotels einladen muss, denn "diesem 'konsonanten Meinungsbild' setzten ... (zu Kontrollzwecken ebenfalls untersuchte) Medien wie die Frankfurter Rundschau und die taz, welche selbst keine personellen Netzwerke in das sicherheitspolitische Establishment aufwiesen, keine dezidiert eigene Haltung entgegen."
Magnus Klaue wirft im Freitag einen eher kritischen Blick auf die immer weiter verbreitete Mode, "Unwörter des Jahres" zu küren, und betrachtet zum Beispiel die "Liste sozialer Unwörter", die von der Nationalen Armutskonferenz (nak) erstellt wurde. Sie möchte zum Beispiel die Wörter "arbeitslos" und "bildungsfern" ächten: "Ersteres, so fordert die nak, möge durch 'erwerbslos' ersetzt werden, 'weil es viele Arbeitsformen gibt, die kein Einkommen sichern'. Letzteres bezeichne 'vom Bildungswesen nicht Erreichte', schreibe also den Individuen einen Mangel zu, an dem die Institutionen schuld seien. Was als Verbindung von Sprach- und Ideologiekritik erscheint, ist nichts als eine Empfehlung zur elaborierteren Sprachkosmetik."
Dennis Johnson wundert sich im buchreport über die mangelnde Berichterstattung zur Fusion von Randomhouse und Penguin. Die beiden Häuser, so vermutet er, werden in den USA die Hälfte des belletristischen Markts beherrschen - mit Folgen für den Buchhandel: "Wie viel schwieriger wird es für Unternehmen wie Melville House, ihre Bücher in die Geschäfte zu bekommen, wenn ein einzelnes Unternehmen die Hälfte der Belletristik kontrolliert? Und was, wenn ein Buchladen hie und da einen finanziellen Engpass hat? Er wird auf jeden Fall dafür sorgen, dass sein größter und wichtigster Lieferant zuerst bezahlt wird."
Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Weitere Medien | Die Welt | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Welt, 08.03.2013
Der Publizist Heinz Verfürth findet die Erinnerungskultur in Deutschland, die der Opfer gedenkt, unglaubwürdig, denn Rassismus und Antisemitismus seien "in der Mitte angekommen". Rein Wolfs, der neue Intendant der Bundeskunsthalle Bonn, erklärt im Interview, wie er sich die Zukunft des Hauses vorstellt: "Mich fesselt Kunst, die Verbindungen zur gesellschaftlichen Realität hat." Dankwart Guratzsch berichtet von einem Dortmunder Kongress über "Sehnsuchtsstädte". Eckhard Fuhr schreibt zum 90. Geburtstag des demenzkranken Walter Jens. Michael Pilz schreibt den Nachruf auf den Gitarristen Alvin Lee.
Besprochen werden die Revue "Juden, zur Sonne, zur Freiheit", mit der SPD und Jüdisches Museum an die linke jüdische Tradition in Deutschland erinnern, und der Film "Souls of Zen" über buddhistische Mönche, die für die Opfer des Tsunami beten.
Auf der Forumsseite wirft Richard Herzinger einen Blick auf Vergangenheit und (etwa in Nordkorea oder islamistischen Regimes) fortdauernde Gegenwart des Totalitarismus.
Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Weitere Medien | Die Welt | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Aus den Blogs, 08.03.2013
Das Zeit-Dossier vom 7. Februar, in dem Kerstin Kohlenberg den aussichtslosen Kampf des Produzenten Stefan Arndt gegen illegale Kopien seines Films "Cloud Atlas" schildert, hat zahlreiche Blog-Reaktionen hervorgerufen (woraufhin der Artikel, der vorübergehend online zu lesen war, offenbar wieder aus dem Netz verschwunden ist). Absatz für Absatz geht wortvogel den Text durch und entlarvt die tendenziöse Ausrichtung der Argumentation. Seines Erachtens "bastelt Produzent Stefan Arndt an seiner eigenen Legende, um das Versagen von 'Cloud Atlas' zu rechtfertigen". Dass der Film sein Publikum nicht an einen Handymitschnitt aus einem russischen Kino verloren, sondern nie ein Massenpublikum angesprochen hat, glaubt auch jensscholz und weist darauf hin, "dass ein Mix von unterschiedlichen Themen die Zuschauermenge nicht vergrößert, sondern auf diejenigen verringert, die mit allen Themen etwas anfangen können". Tatsächlich werde die illegale Verbreitung von Filmen durch anachronistische Praktiken wie gestaffelten Starttermine gefördert, meint piraten.raum: "In Zeiten des Internets, wo alles sofort verfügbar sein könnte, sperrt man Filmfans wochenlang künstlich aus anstatt jedem den Film sofort zur Verfügung zu stellen."
Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Weitere Medien | Die Welt | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Süddeutsche Zeitung, 08.03.2013
Mit ihrer Entscheidung, Drohnenkrieger bevorzugt auszuzeichnen, hat sich die amerikanische Regierung den Unmut vieler Frontsoldaten zugezogen, berichtet Nicolas Richter. Für ihn zeichnet sich damit jedoch ein neuer Heldenbegriff ab: "Und wenn es mit US-Computerviren gelingen sollte, Irans Atomanlagen endgültig stillzulegen, hätten Hacker sogar einen echten Krieg verhindert. Sind sie deswegen Helden? Oder Genies?"
Außerdem: Cathrin Kahlweit beobachtet im österreichischen Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus eine zumindest tendenzielle Fokusverlagerung weg von der vermeintlichen eigenen Opferrolle hin zu einer um Aufklärung bemühten Auseinandersetzung. "Was für eine Offenheit! Was für eine Klarheit!", jubelt Laura Weissmüller nach dem Besuch des gründlich entrümpelten Museums für Angewandte Kunst in Frankfurt. Christine Dössel trinkt mit dem Schauspieler André Jung einen Weißwein. Beim Festabend im Berliner Jüdischen Museum zum 150jährigen Bestehen der SPD kam Thorsten Schmitz aus dem Gähnen gar nicht mehr heraus. Helmut Martin-Jung schreibt den Nachruf auf den Gitarristen Alvin Lee. Stephan Speicher gratuliert dem Kritiker Walter Jens zum 90. Geburtstag.
Besprochen werden eine Mel-Bochner-Werkschau im Haus der Kunst in München und Bücher, darunter Roberto Bolanos unvollendeter Roman "Die Nöte des wahren Polizisten" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).
Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Weitere Medien | Die Welt | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.03.2013
Patrick Bernau erfährt bei den Recherchen für seine Reportage zwischen Frankfurt und Offenbach, dass die Europäische Zentralbank zwar buchstäblich per Knopfruck Milliarden von Euro in die Banken pumpt, um sie an Unternehmen weiterzuverleihen, doch würden diese das Geld nicht weiterreichen. Das habe auch damit zu tun, dass es keiner will: "Kaum einer nimmt das Geld in die Hand und gründet eine Firma oder startet wenigstens einen neuen Geschäftszweig. Dazu bräuchten die Deutschen mehr Optimismus für die Wirtschaft und den Glauben daran, dass aus ihrem Wagnis etwas werden kann. Ein paar zündende Geschäftsideen oder ein bisschen mehr Mut. Stattdessen bleibt das Geld im Finanzsystem", was, fürchtet Bernau, bald wieder zu Unheil führen wird.
Außerdem: Stefan Schulz stellt das Debatten-Onlinemagazin The European vor, dessen "Erfolg in der Nische zeigt, dass die Grenzen des Journalismus im Internet neu gezogen wurden". Günter Kowa besucht neue Luther-Museen in Eisleben, Mansfeld und Wittenberg. Jürgen Dollase ist entsetzt über den guten Ruf, den das belgische Restaurant "Scheltema" genießt: Dessen Befürworter erfreuen sich wohl an "einer Art kulinarischer Ruinenromantik". Dirk Schümer berichtet aus dem papst- und regierungslosen Rom. Edo Reents schreibt den Nachruf auf den Gitarristen Alvin Lee.
Besprochen werden neue Schallplatten (darunter die neue von Schorsch Kamerun), die "großartig komponierte" Tizian-Ausstellung in der Scuderie del Quirinale in Rom, eine Ausstellung zum Werk von Karl und Nikolaus Heidelbach im Museum Burg Wissem, Sarah Polleys Liebes-Dramödie "Take this Waltz" und Bücher, darunter Orhan Pamuks "Die Unschuld der Dinge. Das Museum der Unschuld in Istanbul" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Das nenne ich totalitär
18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
2013123456789101112201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen
Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung
06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen
Die Empörung ist eine europäische Sünde
04.05.2013. In der Welt spricht Kevin Powers über seinen Roman "Die Sonne war der ganze Himmel". Daily Mail stellt kleidsame Wollkappen für Schildkröten vor. Die taz trauert um die einst so angesagte Clubszene von Berlin. Für die FAZ legt die Psychoanalytikerin Julia Kristeva ganz Europa auf die Couch. Und alle gedenken Søren Kierkegaards. Mehr lesen
Steile Hierarchien, Massenproduktion, Akkordarbeit
03.05.2013. In Foreign Policy rät Arch Puddington zum heutigen Tag der Pressefreiheit von der Reise in die zehn schlimmsten Länder für Journalisten ab. Die NZZ stellt die Designerin Inga Sempé vor. Mit Longform.org verlinken wir auf die "2013 National Magazine Awards Winners" mit Texten aus dem Atlantic und Texas Monthly. In der NYRB schreibt Ian Buruma über David Bowie. Die FAZ liest den Briefwechsel zwischen Grass und Brandt und empfiehlt Telekom-Kunden die Exhumierung ihrer Akustikkoppler. Die SZ besucht eine Ausstellung über die Geburt der neusten Technik aus dem Geist des Hippietums. Mehr lesen
Abkehr vom Mainstream der Alltagsheringe
02.05.2013. In Spiegel online fordert Sascha Lobo viel mehr Investitionen in ein schnelles Internet - und zwar von der Regierung. Im Tagesspiegel stellt Achim Freyer mit Richard Wagner ein Notgleichgewicht her. Die taz beleuchtet die Rolle von Gewerkschaften und SPD in der Nazi-Zeit. In der Zeit spricht Cecila Bartoli über tragische und weniger tragische Frauenrollen. Die FAZ übernimmt Salman Rushdies Aufruf für die Anerkennung von Freiheitshelden als Freiheitshelden. Das WWW ist zwanzig Jahre alt. Das CERN stellt die allerallererste Website wieder online. Mehr lesen
Wo es ernst wird, reicht das Netz nicht aus
30.04.2013. Die FAZ schreitet über die Stege des Mucem ins mediterrane Glitzerlicht der Kulturhauptstadt Marseille. Jürgen Habermas hat in Belgien über Europa gesprochen - und die Deutschen zu Opfern aufgefordert. Die NZZ erkundet die Möglichkeiten des Netzes als Medium des Protestes. Brigitte eröffnet die Berichterstattung über den NSU-Prozess. Und in der Welt hält Matthias Küntzel fest: Richard Wagner war ein Klassiker - und zwar des deutschen Antisemitismus. Mehr lesen






