Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Kauder will prüfen lassen

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

23.02.2013. Spiegel online sagt leise Servus zum Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Anlass für eine Schimpfkanonade der FAZ über den Urheberrechtsvernichter Google. In der taz erklärt der Regisseur Kamboziya Partovi, warum ein schwaches Urheberrecht im Iran verbotenen Regisseuren nützt. In der NZZ huldigt Michail Schischkin Sergei Rachmaninow. In der Welt denkt Dan Diner über linken Antisemitismus nach. Die FR staunt über den Medienhansdampf Martin Kippenberger. In der SZ verficht Rick Smolan einen Big-Data-Humanismus.

Spiegel Online, 23.02.2013

Tja, wenn schon der Vorsitzende des Rechtsausschusses im Bundestag die Diskussion um das Leistungsschutzrecht einen "rechtspolitischen Eiertanz" nennt und verfassungsrechtliche Bedenken anmeldet, dann muss das Gesetzesvorhaben wohl Makulatur sein. Siegfried Kauder (CDU) hat gestern in einer spektakulären Pressekonferenz Abstand vom Gesetzesvorhaben genommen, berichtet Ole Reißmann: "Bevor das Google-Gesetz verabschiedet wird, sollen Verfassungsrechtler dazu Stellung nehmen. Kauder möchte prüfen lassen, warum die Presseverlage durch das Gesetz bevorzugt werden sollen und inwiefern dadurch die Informationsfreiheit beeinträchtigt wird. Außerdem bemängelt der Rechtsexperte, dass die Regierung das Gesetz nicht in Brüssel vorgelegt hat." Auch Philipp Rösler, so berichtet Reißmann weiter, hat von dem Gesetzesvorhaben Abstand genommen.

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Aus den Blogs, 23.02.2013

Thomas Knüwer kommentiert in Indiskretion Ehrensache die allerjüngsten Entwicklungen zum Leistungsschutzrecht: "Das heißt nicht, dass jenes Gesetz schon vom Tisch wäre. Doch sah es vor einigen Wochen noch so aus, als passiere es garantiert vor dem Sommer den Bundestag, so kippt die Stimmungslage nun spürbar."

Mathias Schindler berichtet  auf Netzpolitik über den "Totalschaden" beim Leistungsschutzrecht, der bei Siegfried Kauders Pressekonferenz deutlich wurde. Kleines Detail aus Kauders Äußerungen: "Er wolle, so Siegfried Kauder wörtlich, dem Bundespräsidenten empfehlen, das Gesetz zum Leistungsschutzrecht für Presseverleger nicht zu unterzeichnen."

John Weitzmann vermutet, ebenfalls bei Netzpolitik, dass das Leistungsschutzrecht nicht aus Vernunftgründen entfällt, sondern weil man eine kleine unscheinbare EU-Richtlinie übersehen hat: "98/48/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juli 1998 zur Änderung der Richtlinie 98/34/EG über ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften".

Interessant in diesem Zusammenhang: Das Parlamentsfernsehen des Deutschen Bundestags, auf dem man die Anhörung der Presseverlegeram Mittwoch in voller Länge hören und sehen kann.

Stichwörter: Leistungsschutzrecht

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NZZ, 23.02.2013

Michail Schischkin schreibt eine bewegende Hommage auf Sergei Rachmaninow und widerspricht den russischen Mächtigen, die gern behaupteten, russische Künstler verstummten in der Emigration. Im Gegenteil, so Schischkin, einige der größten Werke der russischen Kultur entstanden im 20. Jahrhundert außerhalb Russlands. "Als Rachmaninow, Bunin und Tausende von Vertretern der 'kreativen Klasse', wie man heute sagen würde, in die Emigration gingen, nahmen sie ihr eigenes Russland, dessen große Kultur mit. Sie selbst waren ja seine große Kultur. Das Land wurde für mehrere Generationen zugeschlossen, es versank im Sumpf des Obskurantismus und Mittelalters, aus welchem es bis zum heutigen Tage nicht herauszuwachsen vermag. Es ist bereits ein fremdes Land gewesen."

Eines der Werke, die Schischkin erwähnt: Die "Toteninsel".



Außerdem in Literatur und Kunst: Der Basler Philosoph Emil Angehrn schreibt "über das Vertrauen, das die Philosophie in die Menschen und in die Welt setzt". Der Medienwissenschaftler Bernhard Dotzler schreibt zum hundertsten Todestag  Ferdinand de Saussures. Und Uwe Justus Wenzel erinnert an Paul Ricoeur, der in diesen Tagen hundert Jahre alt geworden wäre.

Das Feuilleton übernimmt aus der New Republic Ian McEwans Essay über seine Zweifel an der Literatur. Die ägyptische Schriftstellerin Mansura Eseddin träumt sich schlaflos als Macbeth. Besprochen wird eine Ausstellung über die "Mode der 1970er Jahre" im Münchner Stadtmuseum.

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Welt, 23.02.2013

Dan Diner nimmt Wolfgang Kraushaars Buch über "München 1970" zum Anlass für einen Essay über linken Antisemitismus in der Bundesrepublik der siebziger Jahre: "Ausgehend von einer schrill vorgetragenen Berufung auf einen seinerseits problematischen Antifaschismus, der zunehmend antiimperialistisch wurde, stellte sich eine dramatische Verkehrung der Wirklichkeit ein. Emblematisch dafür steht die Aussage Ulrike Meinhofs, die im Prozess gegen Horst Mahler Ende 1972 als Zeugin geladen war. Sie forderte, das deutsche Volk von den Verbrechen 'des Faschismus' freizusprechen - als Voraussetzung für dessen Mobilisierung für 'unseren revolutionären Kampf'. Dabei wird dem Antisemitismus eine 'seinem Wesen' nach antikapitalistische und durchaus positive Natur bescheinigt."

Weitere Artikel in der Literarischen Welt: Michael Schleicher unterhält sich mit Franz Xaver Kroetz, der an neuen Gedichten arbeitet. Klaus Harpprecht möchte in seine Kolumne Varnhagen "nicht nur als Schatten Rahels" gewürdigt sehen.

Besprochen werden Ernst-Wilhelm Händlers neuer Roman "Der Überlebende", eine Biografie über Leonard Cohen, eine Studie über den "Wutbürger" und neue Miniaturen von Botho Strauß, außerdem ein Band über 13 Hochzeitspaare auf der Titanic.

Im Feuilleton stellt Uwe Schmitt den Dokumentarfilm "The Invisible War" über Vergewaltigungen im amerikanischen Militär vor, der zu den Oscar-Kandidaten dieses Jahres gehört.  Barbara Möller macht leicht säuerliche Anmerkungen zur Verleihung des August-Bebel-Preises an den im Hause Springer nicht so beliebten Günter Wallraff. Und Mara Delius berichtet von der Pressekonferenz zu Wolfgang Kraushaars Buch über "München 1970".

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Weitere Medien, 23.02.2013

In der FR / Berliner Zeitung staunt Ingeborg Ruthe nicht schlecht beim Flanieren durch die große, Martin Kippenberger gewidmete Ausstellung, die heute im Hamburger Bahnhof in Berlin eröffnet: "Was war er eigentlich, dieser Unstete, für dessen Selbstporträt ein Sammler unlängst auf einer Auktion vier Millionen Euro hinlegte? War er Maler, Schriftsteller, Musiker, Tänzer? Reisender, Trinker, Radaumacher? Provokanter Selbst-Inszenierer? Sarkastischer Eulenspiegel, Lausejunge, Medienhansdampf? Kippenberger, mal derb, mal verletzlich, war wohl von allem etwas, er arbeitete jedenfalls, wie wir jetzt sehen können, mit Dada und Fluxus, mit allen Mitteln an der Demontage des traditionellen Kunstbegriffs." Bei VernissageTV finden wir ein Video mit ersten Eindrücken von der Großschau:


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TAZ, 23.02.2013

Ekkehard Knörer spricht mit Kamboziya Partovi, dem Co-Regisseur von Jafar Panahis zweitem unter Berufsverbot realisierten und auf der Berlinale gezeigten Film "Pardé" (unsere Kritik). Die Frage, ob Panahis neue Filme unter den Bedingungen digitaler Distributionsmöglichkeiten auch in Iran zu sehen sind, kann dieser recht eindeutig beantworten: "Dank des unglücklicherweise - oder in dem Fall vielleicht glücklicherweise - wenig ausgeprägten Urheberschutzes im Iran ist das ... sehr wahrscheinlich. So hat sich etwa auch Bahman Ghobadis Film 'No one Knows About Persian Cats' weit verbreitet, obwohl er verboten war. Übrigens gab es sehr wohl eine Aufführung von [Panahis] 'Dies ist kein Film' in Teheran. Ein Verband von Regisseuren hatte Herrn Panahi darum gebeten, den Film zu zeigen. Er wurde dann, natürlich nicht öffentlich, in einem cineastischen Forum vorgeführt."

Sylvia Prahl ist ganz verliebt in den sommerlich poppigen Post-Rock, den die Chicagoer Formation The Sea and Cake auf ihrem neuen Album "Runner" kredenzt: "Wie ein Flaneur im Sauseschritt nimmt [es] die Hörer mit durch die sonnendurchflutete Stadt. Der Paukenschlag aus Gitarren gleich zum Auftakt des ersten Songs 'On And On' ist ein mundöffnender Weckruf." Berlin ist zwar auch an diesem Samstagmorgen grau und kalt, aber wir sausen einfach frohen Mutes mit:



Weitere Artikel: Andreas Fanizadeh fasst die umstrittenen Thesen aus Wolfgang Kraushaars neuem Buch über die antiimperialistische BRD-Linke und antisemitische Terroranschläge zusammen. "Das Rennen um den besten Film gilt als offen wie schon lange nicht", schreibt Bert Rebhandl zur bevorstehenden Oscarverleihung. Uwe Rada trifft Robert Strom, der im DDR-Jugendknast zu Ikea-Zwangsarbeit verdonnert wurde.Timo Reuter meldet, dass der angeschlagenen FR nach dem abgelehnten Angebot des Investors Burak Akbay nur noch die Hoffnung auf das Angebot der FAZ bleibt. Jan Scheper schreibt zum angekündigten Tod des Digital-Spartensenders ZDFkultur, dessen "Quote kaum messbar war. Geguckt wird und wurde ohnehin im Internet. Die Klickzahlen in der hauseigenen Mediathek haben, zumindest nach Senderangaben, gestimmt." Politclown Jean Peters hat die Schnauze gestrichen voll vom in Ketten gelegten Wohlfühl-Differenzierungsprotest: "Wo Kacke ist, muss man eben auch mal reinhauen, da hilft kein Einseifen." Bettina Gaus schreibt den Nachruf auf Otfried Preußler. Abgedruckt ist außerdem Joey Juschkas Erzählung "SCHAF e.V." ab, mit der die Autorin den Publikumspreis des Berliner Open-Mike-Wettbewerb (hier zum Nachhören) gewonnen hat.

Im tazlab überlässt die taz 13 jungen Journalisten aus Osteuropa das Wort, die im Januar einen taz-Workshop besucht haben (mehr dazu hier). Außerdem lesenswert in der Nord-Ausgabe der taz: Der erste Teil von Heinrich Dubels kurzweiligen Erinnerungen, wie der Punk nach Hannover kam, wo bis dahin Disco die unschuldigen Jungs fest im Griff hatte.

Besprochen werden Knut Wolfgang Marons Foto-Ausstellung "Ein Leben" im Staatlichen Museum Schwerin und eine neue Van-Gogh-Biografie (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

Und Tom.

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SZ, 23.02.2013

Keine Angst vor großen Datenmengen, ruft der Fotograf und Big-Data-Aktivist Rick Smolan Bernd Graff im Gespräch zu und verteidigt seine Vision eines "Big-Data-Humanismus", den die Auswertung immer größerer Datenberge ermögliche. Klar müsse man aufpassen, wer wie mit diesen Daten hantiert, "aber ein positives Beispiel: Japan hat im Jahr 2005 eine halbe Milliarde Dollar in ein Tsunami-Frühwarnsystem investiert. Als der Tsunami 2011 kam, wurden aufgrund der Datenanalysen eine Minute vorher die Produktion in allen Fabriken Japans gestoppt und heruntergefahren, die Gasversorgung unterbrochen, Züge angehalten, Ampeln auf Rot gestellt. Daten haben also Leben gerettet - trotz der verheerenden Wirkung des Tsunami. Heute verwendet man übrigens dort auch die Fall-Sensoren in Notebooks: In Japan wird registriert, ob an einem Ort plötzlich gehäuft Notebooks herunterfallen. Das ist ein Frühwarnsystem - for free." In diesem Vortrag führt Smolan anhand zahlreicher Beispiele aus, was man sich unter Big-Data-Humanismus vorstellen darf.

Außerdem: "Kippenberger ist, weit über die bildende Kunst hinaus, ein entscheidender Katalysator des deutschen Humorproblems", schreibt Jörg Heiser anlässlich der heute eröffnenden großen Kippenberger-Ausstellung in Berlin. Alexander Skipis vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels nutzt die Gunst der Stunde, um die Vorteile von Buchhandlungen gegenüber Amazon in Erinnerung zu rufen. Der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan wünscht sich einen dem Islam gegenüber aufgeschlosseneren Ratzinger-Nachfolger. Susan Vahabzahdeh schätzt die kommende Oscarverleihung ein und mutmaßt: "Vielleicht sind am Ende die Entscheidungen, die die Academy-Mitglieder getroffen haben, tatsächlich nicht filmästhetisch - sondern politisch." Michael Stallknecht porträtiert die Geigerin Midori. Außerdem druckt die SZ Erinnerungen der russischen Schriftstellerin Ljudmila Ulitzkaja ab, die heute 70 Jahre alt wird.

Auf der Medienseite sammelt die SZ Vorschläge zur Änderung des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems. Für die Reportage auf Seite Drei mischt sich Peter Richter in Los Angeles unter die deutsch-österreichischen Abgesandten für den Oscar und erfährt dabei vom Haneke-Produzent Veit Heiduschka warum das österreichische Kino gegenüber dem deutschen so im Vorteil ist: Die deutsche Filmförderung funktioniert nicht, "weil die Fernsehanstalten mit in den Jurys sitzen und deswegen mitsprechen über Inhalte - und natürlich wollen die gerne ein Primetime-Programm für 20.15 Uhr! Kino ist aber anders. Bei uns in Österreich entscheidet eine Jury von Fachleuten, und erst hinterher kann das Fernsehen sagen, ob es Interesse hat oder nicht. Es darf nicht reinreden. ... Wir konnten einfach immer radikaler sein." Und Christopher Waltz kann sich "nicht mehr vorstellen, dass ARD und ZDF noch ohne Blutvergießen zu verändern wären".

Besprochen werden die Ausstellung "Netzwerk Wohnen" im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt und Falk Wiesemanns Buch über die Esther-Rolle (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

In der SZ am Wochenende singt Hilmar Klute ein Loblied aufs Alleinesein abseits von Facebook-Likes und Twitter-Timeline: "Hätte es keine Menschen gegeben, die gerne allein sind, stünden wir heute weitgehend ohne Kultur da." Peter Münch besucht eine Jerusalemer Boxschule, in der sich Juden und Araber ganz kameradschaftlich was aufs Auge geben. Helmut Martin-Jung besucht die Frankfurter Softwareschmiede Crytek, die Computerspiele im Blockbusterformat produziert. Außerdem unterhält er sich mit Olaf Coenen von Electronic Arts über den Wandel der sich ausdifferenzierenden Computerspielebranche. Cord Aschenbrenner erinnert an die vom NS-Regime ermordete Rote Kapelle.

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FAZ, 23.02.2013

Als total schlechter Verlierer erweist sich Michael Hanfeld in Sachen Leistungsschutzrecht. Statt auf die verfassungsrechtlichen Bedenken der Politiker einzugehen, schimpft er auf Google, das unter anderem die Unverschämtheit hatte, ein Gutachten über das geplante Gesetz in Auftrag zu geben, in dem begreiflicher Weise gegen das Gesetz argumentiert wird: "So wandelt sich der Saulus zum Paulus, der Urheberrechtsvernichter Google... wird zum Vorkämpfer der Pressefreiheit. Wer den Leuten einreden will, dass sein ureigenes Wirtschaftsinteresse gleichbedeutend mit dem Allgemeinwohl ist, kann sich Google zum Vorbild nehmen." Das eigene Interesse mit dem Gemeinwohl gleichsetzen - auf so eine Idee würden die Zeitungen selbstverständlich nie verfallen!

Auf der letzten Seite interviewt Johanna Adorjan den israelischen Filmemacher Dror Moreh - er hat für seinen Film "Töte zuerst" sechs ehemalige israelische Geheimdienstchefs interviewt, die allesamt die Politik der Regierung scharf kritisieren. "Was mich bei der Arbeit an diesem Film wirklich erschüttert hat, war zu erfahren, wie viele Chancen auf Frieden die Ministerpräsidenten, die Verteidigungsminister über die Jahre verpasst haben. Wie viele verpasste Gelegenheiten es gab. Auf beiden Seiten."

Weitere Artikel: "Wie konnte das geschehen?", fragt Sandra Kegel, nachdem die Frankfurter Politik offenbar gegen ein erwünschtes "Museum der Romantik", das aus den Beständen des Freien Deutschen Hochstifts hervorgehen sollte, optiert hat.

Besprochen werden unter anderem Rineke Dijkstras Ausstellung "The Crazy House" in Frankfurt, das neue Computerspiel "Dead Space 3" und Bücher, darunter Hilary Mantels neuer Roman "Falken" (mehr hier und in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

Für die Frankfurter Anthologie liest Insa Wilke Wolfgang Hilbigs Gedicht "Aqua Alba -

Ach der ganze Garten überschwemmt vom Mond -
und Schwärme von Fischen am Weg
wie Federn leicht wie zuckende Klingen aus Licht. (...)"

Stichwörter: Google, Zeitungen

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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