Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Drogen, viel Kaffee

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

16.02.2013. In der Welt macht sich Boualem Sansal keine Illusionen: auf den arabischen Frühling folgt ein islamischer Sommer. Der Kleinverleger Christopher Schroer geißelt in einem offenen Brief die Marktmacht von Amazon. In der FAZ wünscht sich der Wirtschaftswissenschaftler Philip Mirowski einen ergebnisoffenen Diskurs über den Kapitalismus. Die SZ sieht im Kapitalismus eher einen Gegenstand für Literaturwissenschaftler und Feuilletonisten. Die NZZ beklagt das Verschwinden der Ränder. Der Perlentaucher zieht eine Bilanz der Berlinale: Was bleibt, sind die starken Frauen.

Welt, 16.02.2013

Fast verzweifelt liest sich in der Literarischen Welt Boualem Sansals Bilanz des arabischen Frühlings, dessen Sieger die Islamisten sind. Und "die Wahrheit ist, dass die Islamisten vermutlich auf keine wirkliche Opposition stoßen werden. Der arabische Frühling ist vorbei, es bleibt nichts von ihm. Viele von denen, die für die Demokratie gekämpft haben, haben sich den Islamisten angenähert. Andere halten sich bedeckt oder bereiten sich auf das Exil vor, und die wenigen und sehr isolierten Unbeirrbaren beginnen unter der Repression zu leiden."

Weitere Artikel in der Literarischen Welt: Ulrich Beck tanzt zu Frank Schirrmachers "Ego" Apocalypso, vermisst aber "die Einsicht in die Mehrdeutigkeit der Lage". Von Hermann Lenz, der in diesen Tagen hundert würde, werden Tagebucheinträge abgedruckt. Tilman Krause schreibt den Geburtstagsartikel. Cora Stephan klärt in ihrer Kolumne die Gerontophobiker auf: "Fortschritt ist was für Alte". Besprochen werden unter anderem Dave Eggers' neuer Roman "Ein Hologramm für den König", Hans Magnus Enzensbergers Hommage an W.G. Sebald "Blauwärts", eine Biografie über Gustav Gründgens und Hans-Ulrich Wehlers Essay "Die neue Umverteilung".

Im Feuilleton empfiehlt Marc Reichwein eine Ausstellung (hier) und eine Arte-Doku über die Medici. Berthold Seewald prüft das Latein des Papstes (1 Fehler 2). Peter Zander unterhält sich mit Berlinale-Jury-Mitglied Andreas Dresen. Und Manuel Brug geht mit der Sopranistin Barbara Hanigan bei einem Berliner In-Asiaten essen.

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Weitere Medien, 16.02.2013

Nach einer ARD-Doku über die Arbeitsbedingungen bei Amazon hat Kleinverleger Christopher Schroer die Nase voll und kündigt sämtliche Konten beim Onlinehändler. In einem offenen Brief an Jeff Bezos im Börsenblatt erzählt er auch ein bisschen über die Konditionen, die Verlage inzwischen bei Amazon akzeptieren und die Marktmacht von Amazon: "Denn will ein Kleinverlag von Endkunden wahrgenommen werden, ist es zwangsläufg verpflichtend, bei Ihnen gelistet zu sein. Amazon macht sichtbar, und wer nicht bei Ihnen gelistet ist, der ist bei Endkunden auch nicht 'seriös' - oder: Was es bei amazon.de nicht gibt, gibt's nirgends. Wirtschaftlich trägt sich Ihr Geschäftsmodell für uns nicht. Hat es im übrigens noch nie."

(Via Thomas Knüwer) Das Handelsblatt baut 80 von 800 Stellen ab, meldet das Branchenblatt Horizont. "Zwölf Führungskräfte werden 'im Zuge der Vereinfachung von Strukturen' das Haus verlassen und mittlere sowie untere Führungsebenen stark reduziert, teilt der Verlag mit."

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Perlentaucher, 16.02.2013

Im Abschlusstext zur Berlinale wirft Lukas Foerster einen Blick auf die starken Frauen im Wettbewerb: "Bei aller (nicht nur qualitativer) Differenz kommen diese Filme zusammen in ihrem Blick auf die Hauptfiguren: Zweifellos sind diese Frauen nicht nur, eben, prägnant als hauptsächliches Objekt der Kamerabegierde (Rayna Campbells Profil, Nina Hoss' sich langsam lösendes Haar etc), sondern auch, in einem mal mehr mal weniger geläufigen Sinne, stark. Sie müssen sich gegen (sehr unterschiedliche) Männernbündnisse behaupten, bilden, gegen alle Widerstände, eine eigene Subjektivität aus, die sie in gewisser Weise aus ihrer Umgebung heraushebt, exemplarisch werden lässt."

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NZZ, 16.02.2013

Anhand deutscher Romane des vergangenen Jahres, darunter "Johann Holtrop" von Rainald Goetz und "Landgericht" von Ursula Krechel, konstatiert Roman Bucheli, dass - in der Realität und in der Literatur - die Ränder wegbrechen und alles in die gemäßigte Mitte strömt: "Das gilt europapolitisch und ist eine reale Gefahr; das prägt die Gesellschaft, an deren Rändern tatsächlich nur noch die Randständigen verblieben sind; und es trifft im Ästhetischen zu: Wo sind die wilden Poeten und wo die Experimente geblieben? Wer kennt noch die Labors, wo abseits vom Konventionellen an der Sprache getüftelt und spielerisch verwegen erzählt wird."

Weiteres: Die Schriftstellerin Brigitte Kronauer schreibt in der Reihe "Schlaflos" über den Schlaftablettenkonsum ihrer Mutter und quälendes Wachliegen: "Alles, Personen, Sätze, Ereignisse, beginnt zu übertreiben, sich zu maßloser Wichtigkeit aufzuspielen und über das hilflos ausgestreckte oder sich krümmende Opfer herzufallen." Uwe Justus Wenzel schreibt zum Tod des amerikanischen Rechtsphilosophen Ronald Dworkin. Die Münchner Inszenierung von Modest Mussorgskys Oper "Boris Godunow" mit Kent Nagano und Calixto Bieito ist "ein szenisch-musikalisches Oxymoron, das die Sinne reizt und den Intellekt herausfordert", schwärmt Peter Hagmann.

In Literatur und Kunst stellt Rudolf Suter das breite Œuvre des Schweizer Malers, Klangkünstlers und Bildhauers Jean Tinguely (1925-1991) vor, der "zu den großen Meistern der kinetischen Kunst" gehört. Rsb. berichtet von einer veränderten und erweiterten Sammlungspräsentation im Basler Museum Tinguely. Der Schriftsteller Alain Claude Sulzer reflektiert über Jürg Kreienbühls Porträt des Kunsthändlers Dr. Franz Gerhard. Die Kunsthistorikerin Dr. Dora Imhof macht sich anhand zweier Arbeiten von Elmgreen & Dragset und Dominique Gonzalez-Foerster Gedanken über den Originalitätsanspruch moderner Kunst. Besprochen werden Bücher, darunter die von Eva Hesse und Manfred Pfister übersetzten "Cantos" von Ezra Pound (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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TAZ, 16.02.2013

Georg Seeßlen berichtet über die Kunstbiennale in Montevideo. Ines Pohl und Gaby Sohl führen ein langes Interview mit der Sängerin Gitte Haenning. Eine Seite ist noch einmal Christian Semler gewidmet: Abgedruckt ist ein Auszug aus einem Text Semlers von 1998 über das Erbe der K-Gruppen. Und es gibt eine Zusammenstellung mit Nachrufen aus Polen und anderen deutschen Zeitungen.

Besprochen werden letzte Berlinalefilme und Bücher, darunter Dave Eggers Roman "Ein Hologramm für den König" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Und Tom.

Stichwörter: Polen

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SZ, 16.02.2013

Frank Schirrmachers neues Buch "Ego" macht sich sehr gut neben Joseph Vogls "Gespenst des Kapitals" und David Graebers "Schulden", applaudiert Andreas Zielcke, der sehr darüber staunen muss, dass "ausgerechnet Literaturwissenschaftler, Ethnologen und Feuilletonisten zurzeit so beeindruckende Kapitalismuskritiken schreiben".  Eine für seigene Genre recht schmeichelhafte Erklärung dafür hat er ebenfalls: So sind diese Experten "gewohnt, behauptete Sachverhalte und vermeintlich Unverrückbares als Fiktion, als Narration wahrzunehmen und zu deuten. Darum provoziert sie der heutige Kapitalismus, der sich seit dem Fall des Kommunismus wie ein alternativloses Naturgesetz gibt, gegen das Widerspruch sinnlos ist."

Außerdem: Joachim Hentschel trifft sich in Berlin mit Nick Cave, der gerade ein neues Album veröffentlicht hat (in das wir hier reinhören können) und sich beim Berliner Konzert "kurz in Elvis, dann in Sinatra, dann wieder zurück" verwandelt. Rudolf Neumaier informiert sich in Hubert Wolfs neuem Buch "über die teuflische Ordensschwester Maria Luisa", die sich als "Lügnerin, Verführerin, Tyrannin, Giftmischerin, Mörderin - alles unter Berufung auf himmlische Weisung" betätigte.

Besprochen werden eine Yoko-Ono-Retrospektive in der Schirn in Frankfurt, neue Wettbewerbsfilme der Berlinale und Bücher, darunter Dave Eggers' Roman "Ein Hologramm für einen König" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

In der SZ am Wochenende erklärt James Franco  Antje Wewer, wie er sein Leben als Schauspieler, Regisseur, Autor, Künstler, Professor und Student organisiert: "Ich schlafe wenig, maximal fünf Stunden am Stück, oft nur drei. Dafür mache ich während des Tages immer wieder Power Naps. Kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Drogen, viel Kaffee." (Klingt ja beinahe wie ein Perlentaucher!)

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FAZ, 16.02.2013

Im Gespräch mit Jordan Mejias beklagt der Wirtschaftswissenschaftler Philip Mirowski, dass die Finanzkrise keinerlei strukturelle Konsequenzen hatte, und wünscht sich einen Diskurs, wie er in den vierziger Jahren von der Mont Pelerin Society geführt wurde: "Mont Pelerin war ganz ungewöhnlich insofern, als niemand dort wusste, wohin die Reise gehen sollte. Alle Teilnehmer aber waren bereit, über Grenzen hinauszudenken und neue Möglichkeiten zu entdecken. Sie fragten sich in den vierziger Jahren etwa: Was, wenn wir mit dem Laisser-faire aufhören? Könnte die Linke jetzt nicht sagen: Was, wenn wir mit der Fetischisierung des Staats aufhören?"

Weiteres: In seiner ersten Generalaudienz nach der Rückzugserklärung nannte Benedikt XVI. die amerikanische Kommunistin und Anarchistin Dorothy Day (1897-1980) als Vorbild für katholisches Leben. Patrick Bahners erklärt anhand der Biografie der Journalistin und Aktivistin, was der Papst damit meint: "Keine Loyalität gegenüber der Welt, totales Engagement in der Welt." Verena Lueken zieht ein ernüchtertes Fazit der Berlinale: "Im Wettrennen um die eigene Bedeutung mit den anderen großen europäischen Festivals, mit Cannes und Venedig, hat es sich die Berlinale auf dem dritten Platz bequem gemacht."

Leander Steinkopf berichtet von einem spärlich besuchten Konzert der Heartless Bastards in Berlin. Melanie Mühl denkt über Tourismus nach. In der Reihe "Unsere Romanhelden" stellt Hubert Spiegel Binx Bollings vor, den Protagonisten aus Walker Percys Romandebüt "The Moviegoer". Besprochen werden eine Aufführung von Manfred Trojahns Oper "Orest" in Hannover, der französische Berlinale-Wettbewerbsbeitrag "Elle s'en va" ("ein Favorit für die Festivalpreise sieht anders aus, aber ein Silberner Bär für Catherine Deneuve wäre sicher kein Fehlgriff", meint Andreas Kilb) und Bücher, darunter Hermann Kurzkes revolutionäre Georg Büchner-Biografie (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

In der Frankfurter Anthologie stellt Hans-Joachim Simm das Gedicht "Hörst du wie die Brunnen rauschen" von Clemens Brentano vor:

"Hörst du wie die Brunnen rauschen,
Hörst du wie die Grille zirpt?
Stille, stille, laß uns lauschen,
Selig, wer in Träumen stirbt.
..."

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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