Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Weißt du, Berlin ist so ruhig, eine Rentnerstadt

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

08.01.2013. Die neue Antisemitismus-Debatte geht immer noch weiter. In der SZ erinnert Abraham Cooper  vom Wiesenthal-Zentrum an die Durban-Konferenz 2001, wo sich der neue Antisemitismus für ihn erstmals massiv manifestierte. Im Interview mit dem Schwarzwälder Boten erklärt Henryk Broder, warum er glaubt, dass Jakob Augstein "propagandistisch die nächste Endlösung der Judenfrage" vorbereitet. In der zehntausendsten taz-Ausgabe erinnern sich Ehemalige an vergangene Zeiten. Und in der Welt erklärt der montenegrinische Gitarrist Miloš Karadaglić, warum er mit dem Fuß auf dem Gitarrenkoffer spielt.

Die Tageszeitung, 08.01.2013

Die taz hat zur Feier ihrer zehntausendsten Ausgabe einige Ehemalige eingeladen. Arno Widmann erinnert sich an die alten Zeiten, die zwar turbulent waren, aber verglichen mit heute doch recht behaglich: "Der Mailänder Schriftsteller Nanni Balestrini kam damals nach Berlin. Die Stadt gefiel ihm. Nicht nur, weil er in Italien gesucht wurde wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, sondern weil er in Berlin die Lederjacken der Revolution und das schmutzig-wilde Leben zu einem viel niedrigeren Preis als in Mailand genießen konnte. Eines Tages verblüffte er mich mit folgendem Satz: 'Weißt du, Berlin ist so ruhig, eine Rentnerstadt!' Er hatte recht. Berlin ist die ruhigste Großstadt - wenn es denn eine ist - der Welt. "


Und Mariam Lau weiß nach all ihren Stationen in anderen Zeitungen die intensiven Debatten zu schätzen, die mit großer Leidenschaft geführt wurden: "Es war eben dieses Herrschaftsfreie, das die Konflikte zugleich zuspitzte und im Rahmen hielt. Einen Leitartikel musste man sich erkämpfen; niemand wäre auf die Idee gekommen, ihn qua Amt für sich zu reklamieren. Wer dann einen ergattert hatte, schrieb in dem Bewusstsein, dass am nächsten Tag mit krachender Gegenwehr zu rechnen war. Das war nicht Kanzel, das war Hyde Park Corner, jedes Mal."

Götz Aly räumt ein, falsch gelegen zu haben, als er und seine Mitstreiter Anfang der Neunzigerjahre die taz mit Großkapital retten wollten: "Hätten damals diejenigen gewonnen, die unter den Stichwörtern 'mehr Geld', 'Investitionen' und 'Professionalisierung' den Anschluss an einen größeren Verlag suchten, dann wäre die taz längst verschwunden."

Es schreiben aber auch einige der heutigen taz-Redakteure: Dirk Knipphals etwa erklärt seine Liebe für das Tanzen ("Eroberung der Schönheit des Augenblicks"). Stefan Reinecke beobachtet Renter im Fitnessstudio. Und Doris Akrap erlebt einen Moment an der dalmatinischen Küste, der offenbart, wie versehrt die Biografien der  Ex-Jugoslawen Mitte dreißig sind.

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Die Welt, 08.01.2013

Nach einem Konzert in der Albert Hall vor 3000 Zuhörern erzählt der 29jährige montenegrinische Gitarrist Miloš Karadaglić aus Montenegro im Interview, warum er die klassische Gitarre liebt und am liebsten wie ein Straßenmusiker auf der Bühne sitzt - mit dem Fuß auf dem Gitarrenkoffer: "Ach, das hat sich so entwickelt, als ich die Fußbank einmal vergessen hatte. Aber es stimmt schon: Es sieht lässiger aus. Wir Montenegriner haben grundsätzlich kein Problem mit dem Styling, wir sind Südeuropäer. Wir waren immer arm. Seit den Türkenkriegen hatten wir selten mehr als unseren Stolz und unseren Stil. Schauen sie sich im Museum unsere Nationaltrachten an: Es sind die schönsten der Welt."


Hier eine kleine Hörprobe:



Weiteres: Der Yogameister Sri Sri Ravi Shankar empfiehlt im Interview, Vergewaltiger mit einer Mischung aus Therapiegespräche und auch Atemtechniken zu behandeln: "Das kann helfen, das hormonelle Ungleichgewicht auszugleichen." Frederik Schwilden unterhält sich mit einem Jannek von der Hipster-Antifa Neukölln über die bescheuerten Touristenhasser im Viertel. In der Glosse stellt Jan Küveler einen Dokumentarfilm über den Blurb vor. Manuel Brug besucht drei Modeausstellungen in London (hier, hier und hier) und erkennt: ""Dort und anderswo, seltsamerweise nur nicht in Deutschland mit seinen vielen Kunstgewerbemuseen von München über Frankfurt, Dresden, Berlin bis Hamburg, hat man längst erkannt, dass die Kleiderparaden die Massen anziehen."

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Weitere Medien, 08.01.2013

Im Interview mit Franz Feyder im Schwarzwälder Boten erklärt Henryk Broder, warum er Jakob Augsteins Israelkritik nicht für Kritik hält: "Kritik muss nicht fair, sachlich oder ausgewogen sein. Sie muss nur etwas mit dem Gegenstand zu tun haben, den sie kritisiert. Es ist nicht Kritik, wenn Augstein und Grass sagen, Israel bedrohe den Weltfrieden. Es ist nicht Kritik, wenn Augstein sich bei Grass dafür bedankt, dass der ihn aus dem Schatten der Deutschen Geschichte geführt habe." Und Broder legt nach: Augstein behaupte quasi, die Juden, die Israelis, seien das größte Problem, das dem Frieden in der Welt im Weg steht. Damit bereite er "propagandistisch die nächste Endlösung der Judenfrage" vor.

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Süddeutsche Zeitung, 08.01.2013

Andrian Kreye hat sich in Los Angeles mit Abraham Cooper getroffen, der beim Simon-Wiesenthal-Center seit 2010 die jährliche Top10-Liste der antisemitischen Auslassungen zusammenstellt. Dieser stellt nicht nur klar, dass Henryk M. Broder Jakob Augsteins Auflistung keineswegs lanciert habe, sondern auch, dass sich die Dringlichkeit zur internationalen Beobachtung des Antisemitismus sowie die Perspektive darauf seit der dritten Uno-Weltkonferenz gegen Rassismus in Durban im Jahr 2001 gewandelt habe: "Das Wiesenthal-Center war als NGO dabei. 'Da gab es plötzlich wütende Proteste gegen Israel', erinnert sich Cooper: 'Und da wurde der Begriff von Israel als neuem Apartheidstaat zementiert."


Weitere Artikel: Reinhard J. Brembeck würdigt den vor 300 Jahren gestorbenen Komponisten Arcangelo Corelli. Fritz Göttler gratuliert dem Filmemacher Jean-Marie Straub zum 80. Geburtstag. Anne Philippi erfährt von Werner Herzog, der in Tom Cruise' neuem (von Anke Sterneborg besprochenen) Film "Jack Reacher" einen eisig-kalten Bösewicht spielt, wie man das Böse aus sich auf die Leinwand sprudeln lässt.

Auf der Medienseite steht Bernd Graff ziemlich fassungslos vor der Meldung der Library of Congress (@), sämtliche Twitter-Tweets (wir erfahren: es handelt sich um "133,2 Terrabytes Weltbefindlichkeit") zu archivieren (mehr). "Liefe der Film im regulären Programm deutscher Sender, würde man den Mut der Programmverantwortlichen preisen", jubelt Marco Maurer nach dem Film "Dave" über David Bowie. Dort aber ist er auch für 17,98€ im Monat nicht zu sehen, sondern exklusiv im Internet:



Besprochen werden neue Klassikveröffentlichungen, eine (später im Jahr auch in der Berliner Gemäldegalerie gastierende) Ausstellung über Jan van Eyck im Museum Boijmans van Beuningen in Rotterdam, eine Ausstellung mit Arbeiten von David Nash in den Royal Botanical Gardens in Kew, Katja Brunners Stück "Von den Beinen zu kurz" am Staatsschauspiel Hannover und Bücher, darunter Thomas Hettches Essayband "Totenberg" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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Neue Zürcher Zeitung, 08.01.2013

Den Blick fest auf das Alte Testament gerichtet, überlegt Angela Schader, wie gerecht die Todesstrafe für die vier Männer wäre, die in Delhi die junge Inderin vergewaltigt und getötet haben. Beat Brenk sorgt sich um das archäologische Monument Krak des Chevalier in Syrien. Aldo Keel erinnert daran, dass vor hundert Jahren in Oslo das Norwegische Theater gegründet wurde.


Besprochen werden eine Vermeer-Ausstellung in den Scuderie del Quirinale und Bücher, darunter Gerhard Seyfrieds Roman "Verdammte Deutsche", Zoran Feric' Roman "Das Alter kam am 23. Mai gegen 11 Uhr" (Leseprobe bei "Vorgeblättert") sowie Peter Reichels Studie zu Nationalsymbolen und "Glanz und Elend deutscher Selbstdarstellung" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Aus den Blogs, 08.01.2013

Ein Trost für alle die glauben, ihr Kind wäre ein Alptraum:




Der Umblätterer präsentiert wie jedes Jahr seine Liste der zehn besten Feuilleton-Artikel des Vorjahres, angeführt diesmal von einem Artikel Volker Weidermanns in der FAZ am Sonntag.

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Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung, 08.01.2013

Hier der heutige Kulturaufmacher der FR online:


Bild zum Artikel


Und hier der heutige Kulturaufmacher der Berliner Zeitung online:

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2013

Dietmar Dath widmet die ganze Seite 1 des Feuilletons den kommenden 3D-Druckern, deren Produkte ihn einerseits an "Mozartbüsten aus Marzipan" erinnern und andererseits zur Applikation marxistischer Analysebegriffe inspirieren. Jürgen Kaube kommentiert den tiefen Fall Christian Wulffs, der um so erstaunlicher sei, als es so gut wie keinen Skandal gegeben habe. Andreas Kilb will den Beteuerungen Bernd Neumanns zur Berliner Gemäldegalerie, die er bereits in fünf bis sechs Jahren neu gebaut haben will, nicht glauben. Mark Siemons kommentiert ein neues chinesisches Gesetz, das Chinesen verpflichtet, ihre alten Eltern "häufig zu besuchen" (mehr hier). Peter Brugger erinnert an Christoph Martin Wieland, der vor 200 Jahren gestorben ist. Bert Rebhandl gratuliert Jean-Marie Straub zum Achtzigsten. Auf der Medienseite empfiehlt der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen eine heute Abend in der ARD laufende Dokumentation über einen jungen Mann, der aus Deutschland abgeschoben wird.


Besprochen werden Dietrich W. Hilsdorfs "Nabucco"-Inszenierung in Leipzig, eine Austellung der Fotografen Lillian Bassman und Paul Himmel, ebenfalls in Leipzig, die Ausstellung "Von A bis Z - Fotografie im Ruhr Museum", das Ausstellungsprojekt "One in One" der Berliner Knustwerke, neue CDs der Geigerinnen Patricia Kopatchinskaja und Baiba Skride und Bücher, darunter Amitav Ghoshs neuer Schmöker "Der rauchblaue Fluss" (Leseprobe, mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Warmes Hinschauen und kühles Nachdenken

20.06.2013. Die Zeit erklärt, warum die Abhörmethoden der NSA schlimmer als Orwell sind. in einem Chat des Guardian dementiert Google so gut es geht. Die NZZ lässt sich Tomas Venclovas Gedichte von diesem selbst erklären und findet sie seitdem noch besser. In der Welt ruft Zülfü Livaneli die protestierende türkische Jugend auf, sich politisch zu organisieren. Die FAZ gewinnt bei einer Filmretro das Vertrauen in die totgeglaubte materialästhetische Avantgarde zurück. Zum frühen Tod des "Sopranos"-Helden James Gandolfini bringen wir einige Videos. Mehr lesen

Das Abschlagen aller Serifen

19.06.2013. Der Schauspieler John Cusack wundert sich in seinem Blog auf HuffPo über den massiven Backlash gegen den Whistleblower Edward Snowden. Und Reuters hat herausgefunden, dass sich der Wunsch, Whistleblower zu bestrafen, umgekehrt proportional zu deren Dienstrang  verhält. Die NZZ staunt über islamische Konsumkultur in der Türkei. Die SZ bewundert Typografien ohne Individualität. Und in der FAZ beklagt Gerhart Baum das allgemeine deutsche Desinteresse an Netzneutralität und Datenschutz. Mehr lesen

Zu 93 Prozent akkurat

18.06.2013. In der Welt erhofft sich Wolfgang Kraushaar durch neue Ermittlungen mehr Informationen über die Terrorserie in München 1970. Die Digitale Gesellschaft erstattet wegen Prism Anzeige bei der Polizei: Es besteht Verdacht auf Spionage. In der taz verrät Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser die Honorare seiner freien Mitarbeiterin Silke Burmeister. Stefan Niggemeier kann sich darüber nur sehr wundern. Dass der Aufklärer Walter Jens bei seiner Trauerfeier mit Mozarts Requiem verabschiedet wurde, gehört zu den Aporien, die zu ihm passen, findet die FAZ. Mehr lesen

Doch eher blumig-ornamental

17.06.2013. Trotz allem: Noch ist die NSA ist nicht die Stasi, meint Fred Kaplan in der FAZ. Frank Schirrmacher fordert in der Sonntags-FAZ trotzdem ein europäisches Staats-Google. Spiegel Online ist da skeptisch, der BND nicht. In der Welt erklärt Zafer Sencak, warum sich die türkische Jugend den von Tayyip Erdogan verordneten Islam nicht mehr bieten lassen will. Die NZZ unternimmt eine Reise nach Timbuktu. Die taz meint: Auch nach der Wiederentdeckung von Hilma af Klint muss die Geschichte der Malerei nicht neu geschrieben werden. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Nichts wissen macht nichts

15.06.2013. Im Interview mit der taz erklärt Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser den Erfolg seines Wochenmagazins. Freie Journalisten dürften sich für das Interview interessieren! Recht heftig ging es auch bei einer Wiener Konferenz über das Urheberecht zu, berichtet Futurezone. In der NZZ sucht und findet der Zeithistoriker Edgar Wolfrum einen Gründungsmythos für Europa: Der 17. Juni hat damit zu tun. Die SZ findet Femen pubertär. Mehr lesen

Wenn der dreimal Terror ruft

14.06.2013. In der SZ erklärt Constanze Kurz, warum Google denn doch nicht dasselbe ist wie die NSA. Und in der FAZ erklärt sie, dass es auch der NSA durchaus um Wirtschaft gehen könnte. Der Guardian erzählt, warum sich der Whistleblower Edward Snowden nicht an die New York Times wandte. Der Freitag interviewt einen türkischen Journalisten zu Zensur und Selbstzensur in den Medien des Landes. Im Buchreport erklären die Manager von Randomhouse die Rolle der Verlage in Zeiten des Ebooks. Mehr lesen

Heutzutage Gespenster

13.06.2013. Auch Kroatien ist erst in Europa richtig zuhause, meint Marko Martin in der Welt. Die deutschen Qualitätszeitungen wollen jetzt auch alles, was nicht sowieso schon kostenpflichtig ist, mit einer Paywall einfrieden, meldet horizont.net. Die Zeit bringt mehrere Artikel zu den Istanbuler Demonstrationen, darunter von Seyran Ateş und Feridun Zaimoglu. Die SZ erzählt, wie die Kulturinstitutionen Ägyptens von den Islamisten besetzt werden. Die Ruhrbarone suchen angesichts des Mordaufrufs gegen Hamed Abdel-Samad Trost bei Lichtenberg. Mehr lesen

Dass dieser Vorsprung nun aufgebraucht ist

12.06.2013. Die FAZ berichtet von Tayyip Erdogans konzertierter Aktion: Als Begleitmusik zur Räumung des Taksim-Platzes beschimpfte er die Demonstranten in einer landesweit übertragenen Rede als Terroristen. Mozilla und andere Organisationen starten die Kampagne StopWatching.Us gegen Prism, berichtet Netzpolitik. Die Macht hat die Sprache des Netzes gelernt - ein Einschnitt in der Geschichte des Internets, fürchtet Markus Beckedahl ebendort. Und in der SZ fragt sich Teju Cole, warum das Genre des Romans trotz Virginia Woolf wieder bei Jane Austen gelandet ist.  Mehr lesen

Es ist immer die allerletzte Minute der Geschichte

11.06.2013. Nach der Enthüllung des Prism-Skandals fragen der Guardian, die FAZ und andere Zeitungen nach den weltpolitischen Konsequenzen. In der FAZ rät Datenschützer Thilo Weichert, keine amerikanischen Internetdienste mehr zu nutzen. In der SZ setzen sich Aleida Assmann und Bernard Giesen sehr kritisch mit Giorgio Agambens Ruf nach einem "Empire latin" auseinander. Auf starke-meinungen.de fragt Alan Posener, ob sich die Antideutschen wirklich für Israel interessieren. Alle Zeitungen würdigen den "reinen Intellektuellen" Walter Jens. Und aktuell: Spiegel Online meldet, dass der Taksim-Platz geräumt wird. Mehr lesen

Automatisch aufgesaugt

10.06.2013. Der Prism-Skandal beschäftigt fast alle Medien. Wir bringen eine ganz aktuelle Presseschau - auch mit Informationen über den Whistleblower Edward Snowden. Auch deutsche Medien befassen sich mit der Affäre: Das Geheimnis hat die Schranken des Rechtsstaats gesprengt, meint die FAZ. Focus meldet, dass Hans Barlach Einspruch gegen das Schutzschirmverfahren für Suhrkamp einlegt. In Spiegel Online appelliert Hamed Abdel-Samad an die deutsche Regierung, die in Ägypten zirkulierenden Mordaufrufe gegen ihn zu verurteilen. Für die NZZ besucht Tom Schulz das Wohnhaus Paul Celans in Czernowitz. Mehr lesen

Pinguine und Schizophrenie

08.06.2013. Das Abhörprogramm der Obama-Regierung lässt die Feuilletons erstaunlich kalt: Warum soll die Regierung nicht dürfen, was Google und Amazon ja längst machen, fragt die Welt. Russen und Chinesen hätten immer schon gewarnt, dass Amerikaner und Israelis so etwas tun, meint Frank Rieger vom Chaos Computer Club in der FAZ. Die Internetkonzerne scheinen sich laut New York Times jedenfalls kaum gewehrt zu haben. Außerdem: Religionskritik führt nur zu Rechtsfundamentalismus warnt die FR. In der taz besingt Dilek Zaptcioglu die Vorteile von Twitter beim Protest. Mehr lesen

Gierige Halbwelt und einverständige Mediengaffer

07.06.2013. Der Spiegel geißelt Barack Obamas Überwachungsstaat, der bedenkenlos so viele Telefongespräche aufzeichnet wie nur möglich. Die Welt bringt ein großes Dossier über Picasso und Deutschland. Das Blog mylorraine.fr porträtiert den 21-jährigen Fotografen Edouard Elias, der in Syrien vermisst wird. Die taz lauscht der Nostalgiemaschine der Boards of Canada. Die FAZ feiert mit den Istanbuler Demonstranten. Aber in Venedig wird ihr übel. Mehr lesen

Ausnahmslos schleppend, exzeptionell tieftönig

06.06.2013. In der SZ singt Orhan Pamuk eine Hommage auf die Demonstranten vom Taksim-Platz. Berliner Blogs streiten über Berliner Start ups. Der Freitag fragt mit Blick auf die Suhrkamp-Debatte, ob die Feuilletons endgültig ins Spektakel abgeglitten sind. Die Zeit hat beim kostenlosen Lunch im Silicon Valley die AGB von Google studiert. In der taz fordert Reinhard Loske Freiheit zum Verzicht auf Freiheit zum Konsum. Der Tagesspiegel geißelt die scharfen Urteile gegen internationale Stiftungen in Ägypten. Mehr lesen

Bereits fertig gemischte Tubenfarben

05.06.2013. Die Begeisterung  über den Büchner-Preis für Sybille Lewitscharoff ist allgemein sehr groß: Nur die taz hat Bedenken gegen ihren bekennenden Kulturkonservatismus. In der Welt erklärt Henryk Broder, warum er kein Börne-Preisträger mehr sein will, wenn Peter Sloterdijk einer ist. Die SZ und Netzpolitiker Markus Beckedahl sind sich einig: Es kommt nicht darauf an, dass Politiker im Wahlkampf twittern - sondern dass sie sich für Netzneutralität stark machen. Die FAZ würdigt van Gogh als Techniker. Mehr lesen

Schönster Schweinerockismus

04.06.2013. Die türkischen Proteste erregen auch die Feuilletons. Die taz findet: "Zu Grabe getragen wird ein Projekt von welthistorischer Bedeutung: die Demokratisierung des politischen Islams." Der Guardian erzählt, wie türkische Oppositionelle per Crowdfunding eine Anzeige in der New York Times kaufen. Die FAZ erklärt, warum Erdogans Polizei so unbeliebt ist. Außerdem: Die Welt versucht herauszufinden, wer die Milliarden-Erben  Sylvia und Ulrich Ströher sind, die als weiße Ritter für Suhrkamp im Gespräch sind. Und die SZ fürchtet um die exception culturelle. Mehr lesen

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