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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ein Abgrundböser. Ein Unhold

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
19.12.2012. Peter Handke ist förmlich in die Luft gegangen. Hans Barlach ist das Opfer. Wie eine Eins stehen auch andere Autoren hinter Suhrkamp. Die FAZ zitiert unterdes aus den Urteilen gegen die Suhrkamp-Geschäftsführer. In der Welt erklärt Marko Martin, warum er keine Angst hat vor dem Weltuntergang. Die Ruhrbarone denken über neue Finanzierungsmodelle für Journalismus nach. In der NZZ rät die taiwanesische Kulturministerin Lung Ying-tai den Festlandchinesen einige Anpassungen an internationale Gepflogenheiten.

Spiegel Online, 19.12.2012

Wie eine Eins stehen die Autoren hinter dem Suhrkamp Verlag. Spiegel Online hat eine Reihe von Stimmen eingeholt: Volker Braun, Thomas Meinecke, Thomas Rosenlöcher und Friederike Mayröcker (hier), die schreibt: "Werter Herr Hans Barlach, lassen Sie ab, den Suhrkamp Verlag zu zerstören und damit unsere große Verlegerin Frau Ulla Unseld-Berkéwicz." Den Suhrkamp Verlag nennt sie  "den bedeutendsten Verlag der westlichen Welt".

Zeit, 19.12.2012

Suhrkamp-Autor Peter Handke schwadroniert auf einer dreiviertel Seite über den "bösen Sichbreitmacher" Hans Barlach: "Aber da, da ist, nein handelt ein von Grund auf Böser, ein Abgrundböser. Ein Unhold. Und der steht auf dem Boden des Rechts? Er wühlt darin, lässt darin wühlen die Horde der schwerbezahlten Mit-Unholde." Am Ende schlägt Handkes Bleistift, "von HB zu HB", Hans Barlach vor, ein Stück seines Großvaters Ernst Barlach zu übersetzen, was Grundlage für einen neuen Verlag sein könnte.

Für die, die Handke unerträglich finden, fasst Alexander Cammann den Text in einem begleitenden Artikel konstruktiv zusammen. Hier noch eine Kurzform auf Zeit online.

Außerdem: Jo Lendle ist "ein schneller Denker, ein schlagfertiger Aphoristiker, ein sardonischer Menschendurchschauer" und der geeignete Nachfolger von Michael Krüger an der Spitze des Hanser Verlags, meint Ijoma Mangold. Hanno Rauterberg denkt bei der Besichtigung der neuen Konzernzentrale von Red Bull in Amsterdam über die Leistungsgesellschaft nach: "Der Zwang tritt auf im Gewand der Pluralität und Freiheit." Carolin Pirich besucht den Dirigenten Gustav Kuhn, der im Tiroler Dörfchen Erl nächste Woche ein imposantes Festspielhaus eröffnet. Stefan Hentz und Ulrich Stock unterhalten sich mit dem ungleichen Jazzduo Michael Wollny (34) und Heinz Sauer (wird nächste Woche 80). Thomas Groß porträtiert den 18-jährigen Musiker Jake Bugg, eine Art britischen Retro-Justin-Bieber. Alexander Cammann schreibt einen Nachruf auf den Soziologen Albert O. Hirschman.

Besprochen werden die Filme "Tabu" von Miguel Gomes (der laut einem völlig verzückten Daniel Kehlmann "unvergesslich ist und packend und meisterlich") und "Life of Pi" von Ang Lee (dessen etwas klebrige "Transzendenz-Soße" Ijoma Mangold trotz allem gerne schluckt), Inszenierungen von Moritz Rinkes neuem Stück "Wir lieben und wissen nichts" am Schauspiel Frankfurt (dessen "halb gare Konflikte" Ina Hartwig "auf Dauer weder amüsant noch erschütternd" findet) und Maxim Gorkis "Sommergästen" in Berlin (mit dem "nach fast vierzig Jahren an der Berliner Schaubühne die Erkundung der bürgerlichen Seele abgeschlossen" sein dürfte, wie Thomas Assheuer durchaus beeindruckt feststellt) sowie Bücher, darunter ein Band mit neun Erzählungen von Don DeLillo (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Im Wirtschaftsteil erläutert Alina Fichter die rechtlichen Vorbehalte gegen die GEZ-Reform. In der Zeit im Osten reagiert der Bautzener Volkskundler Martin Walde genervt auf Tuvia Tenenboms in der vorigen Ausgabe abgedruckte Schilderung eines Treffens mit Stanislaw Tillich und beklagt eine generell zum Folkloristischen neigende Darstellung der Sorben in der Zeit.

Welt, 19.12.2012

Tilman Krause hat zwar Verständnis, wenn Autoren vor einem von Hans Barlach geführten Suhrkamp Verlag flüchten wollen. Aber muss man mit Aufsteigern wirklich so hochnäsig umgehen, wie es - in guter deutscher Tradition - Suhrkamp tat? "Alte Eliten neigen immer dazu, die neuen beziehungsweise diejenigen, die es werden wollen, gewaltig zu unterschätzen. Sie treiben mit ihrem ausgestellten Darüberstehen diejenigen, die hochkommen wollen, in eine verfestigte Feindseligkeit hinein, die niemandem weiterhilft."

Der Weltuntergang war in der DDR schon mal vorhergesagt worden, für 1975, erinnert sich Marko Martin, der unter Zeugen Jehovas aufwuchs. "Nachdem der Weltuntergang dann wieder einmal ausgefallen war, kam es zum Streit zwischen Vater und Großvater. Wie konnte es nach dem Debakel von 1975 die Führung der Zeugen Jehovas wagen, so einfach zur Tagesordnung überzugehen? 'Ihr seid die falschen Propheten, vor denen in der Bibel gewarnt wird', rief mein Vater voll heiliger Empörung."

Auf der Forumsseite plädiert Björn Lomborg für einen etwas intelligenteren Klimaschutz, als er in Doha verhandelt wird, und für eine Liberalisierung des Welthandels zur Bekämpfung der Armut in der Dritten Welt.

Weiteres: Florian David Fitz spricht im Interview über seinen Film "Jesus liebt mich" und den Katholizismus in Bayern, zu dem er inzwischen ein respektvoll-distanziertes Verhältnis pflegt (daneben steht Hanns-Georg Rodeks Rezension). Alan Posener beschließt, nicht in Würde zu altern. Sascha Lehnartz verabschiedet Henri Loyrette, der mit gekürztem Etat nicht mehr Direktor des Louvre sein möchte. Besprochen wird eine Einspielung der Schubert-Sinfonien auf CD mit Marc Minkowski und den Musiciens du Louvre.
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TAZ, 19.12.2012

Etwas spät (aber besser als nie) entdecken wir diesen Artikel von Philip Meinhold mit zehn praktischen Tipps für einen israelkritischen Text: Tipp 4 ("Im Zweifel links"): "Lassen Sie durchblicken, dass Sie Linker sind oder zumindest über eine linke Vergangenheit verfügen. Denn wer links ist, ist bekanntlich gegen Nazis und kann also überhaupt gar nicht gegen Juden sein. Es sei denn (und Achtung!, jetzt wird es etwas kompliziert!): Die Juden verhalten sich selber wie Nazis. In diesem Fall können Sie zeigen, wie schlimm Sie den Holocaust finden, indem Sie ihn mit den Verbrechen Israels auf eine Stufe stellen."

Weiteres: In Sachen Suhrkamp macht sich TCB unbegründete Hoffnung auf eine erfolgreiche Vermittlung durch Michael Naumann. Steffen Grimberg zieht eine positive Bilanz von Karola Willes erstem Jahr an der Spitze des MDR. Besprochen werden Miguel Gomes' Arthouse-Film "Tabu" (den Cristina Nord "einen schwarzweißen Schatz" nennt), eine Aufführung von Moritz Rinkes neuem Stück "Wir lieben und wissen nichts" in Frankfurt, die Hamburger Ausstellung "Endstation Meer?" und Bücher, darunter Stephan Wuthes Studie "Swingtime in Deutschland" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Und Tom.

Weitere Medien, 19.12.2012

In der FR unterhält sich Michael Hesse mit der Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer über den Verfassungsentwurf der Muslimbrüder für Ägypten. Formal werden alle demokratischen Regularien befolgt, sagt sie: Zu beobachten sei aber "eine Art Zweiteilung zwischen der politischen Ordnung, die nicht islamisch gezeichnet ist, und der sozialen und kulturellen Ordnung des Landes, die unter religiösem Vorzeichen stehen soll."
Stichwörter: Michael Hesse

NZZ, 19.12.2012

Die Schriftstellerin Lung Ying-tai ist Taiwans erste Kulturministerin. Im Interview mit Patrick Zoll beschreibt sie Taiwan als strahlendes Vorbild für China, warnt aber auch vor Überheblichkeit: "Ich erinnere mich, dass zu meiner Jugendzeit alle am Bahnhof oder beim Einsteigen in den Bus drängelten. Und die Taiwaner spuckten auch alle. Und als wir in den achtziger Jahren erstmals ins Ausland reisen durften, waren unsere Reisegruppen so laut wie die Chinesen heute. Wir sollten nicht über andere lachen, sondern ihnen Zeit geben."

Wenn es stimmt, dass Hans Barlach als Suhrkamp-Chef nur noch die lukrative Backlist bewirtschaften und keine neuen Bücher mehr herausbringen will, dann würde ihn die angedrohte Abwanderung von Autoren nicht ernstlich treffen, stellt Joachim Güntner fest: "Denn wenn Autoren wegen eines neuen Verlagseigners abwandern, gehen ihre alten Bücher (und die Rechte daran) nicht automatisch mit."

Weiteres: Sabina Meier Zur berichtet von der Eröffnung des Jüdischen Museums und Zentrums für Toleranz in Moskau. Besprochen werden Sibylle Bergs neues Stück "Die Damen warten" in Bonn und Bücher, darunter Vladimir Sorokins Roman "Der Schneesturm" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Stichwörter: Hans Barlach, Suhrkamp

SZ, 19.12.2012

Literarische Jahresbilanz bei der Süddeutschen: Auf drei Seiten empfehlen ausgesuchte Personen des Kulturlebens kurz ihre literarischen Entdeckungen des Jahres. Eine kleine Auswahl: Peter Sloterdijk weiß vor lauter Befangenheit gar nicht, wen er eigentlich empfehlen soll, ohne dass ein enger Freund oder zumindest ein Verlagskollege (eine Entscheidung, der sich Roger Willemsen im übrigen anschließt) auf der Spitzenposition landet. Ganz gebannt ist Alice Schwarzer bei der Lektüre von Jenny Erpenbecks Roman "Aller Tage Abend", den Fritz J. Raddatz vor Glück in die Arme schließen möchte. In Christoph Ransmayrs "Atlas eines ängstlichen Mannes" lernt Navid Kermani die Größe der Welt kennen. Thomas Macho erfährt in Thomas Hauschilds Studie über den "Weihnachtsmann" viel über die "europäischen, amerikanischen oder mongolischen Traditionen", aus denen sich das Weihnachtsfest speist. Nach der Lektüre von Francis Spuffords Sachbuch-Roman "Rote Zukunft" wäre Kathrin Passig vor Neid gerne selbst dessen Autor. Götz Aly hält Karl Heinz Bohrers Erzählung "Granatsplitter" für ein "kühles, dezent sprudelndes Labsal". Und Punk-Rocker Rocko Schamoni fühlt sich von David Benioffs Roman "Stadt der Diebe" über die kämpferischen Auseinandersetzungen in Leningrad 1942 glänzend unterhalten.

Kaum in Aktion getreten, schon zu den Akten gelegt: Im Suhrkamp-Streit wird das jedenfalls nichts mit Michael Naumann als Mediator, berichtet Lothar Müller, schließlich habe Naumann Hans Barlach im Deutschlandradio beschimpft. Auch bei Cicero empfahl sich Naumann zuletzt kaum als unparteiischer Vermittler: "Hans Barlach, in einem Wort, will Kohle machen. Er hält sich auch für einen besseren Verleger, nicht ahnend, dass zwischen satten Deckungsbeiträgen kraft Massenware und literarischer Qualität ein himmelhochweiter Unterschied existiert."

Besprochen werden der Indie-Fantasyfilm "Beasts of the Southern Wild" (Tobias Kniebe gebietet seinem Verstand, diese "kindliche, wilde, schöne und gefährliche Märchenwelt" nicht in Frage zu stellen) und Sibylle Bergs neues Theaterstück "Die Damen warten" am Theater Bonn (Marion Ammicht beobachtet "unzählige Klischee-Einlagen auf der Yoga-Matte und im Ultra-Relax-Stuhl").

FAZ, 19.12.2012

Statt zu moralisieren, berichtet Sandra Kegel einfach mal über den neuesten Stand bei Suhrkamp: So habe der Suhrkamp-Gesellschafter Hans Barlach den von Suhrkamp vorgeschlagenen Vermittler Michael Naumann wegen drastischer Barlach-Beschimpung in Cicero (hier) und Deutschlandradio ("Wenn man den Suhrkamp Verlag mit einer Bachschen Fuge vergleicht, dann ist Herr Barlach der Mann mit der Fahrradklingel", hier) verständlicher Weise ablehnt - außerdem zitiert sie aus den Urteilen, in denen der Suhrkamp-Geschäftsführung ernste Vorhaltungen gemacht werden. Barlach habe als Mitgesellschafter ein Recht gehabt, über Entscheidungen des Verlags informiert zu werden: "Das pflichtwidrige Verhalten liege in einem 'kollusiven Zusammenwirken mit weiteren Geschäftsführern', also gemeinsamem geheimen Handeln, um einen Dritten zu schädigen. Ein solcher Vorwurf ist nicht unerheblich..."

Weitere Artikel: Andreas Platthaus kommentiert kritisch Peter Handkes Barlach-Beschimpfung in der heutigen Zeit. Schriftsteller Eugen Ruge macht in der Europa-Reihe der FAZ die üblichen Einwände gegen den Kapitalismus ("Marx hat die Arbeiter aller Länder aufgefordert, sich zu vereinen. Vereint hat sich das Kapital") und das Internet ("Das Internet ist eine große Kloake"). Auf der Medienseite bekennt Jan Wiele seinen Abscheu vor den Pathologie-Szenen in deutschen Fernsehkrimis.

Besprochen werden die große Caillebotte-Ausstellung in Frankfurt, Salvatore Sciarrinos Musik-Spektakel "Superflumina" in Aachen und Bücher, darunter Michael Rutschkys "Das Merkbuch - Eine Vatergeschichte" (mehr hier und in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
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Archiv: Heute in den Feuilletons

Die wahre Tugend des Adels

18.12.2012. Die Welt würdigt Leben und Werk des Pornofilmers José Benazeraf. In der Berliner Zeitung fragt Götz Aly: In welchem europäischen Land ist der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen am höchsten? In der FAZ heilt der ägyptische Autor Alaa al-Aswani ein Stigma seines Präsidenten Mursi. Und Durs Grünbein fragt: Wie… Mehr lesen

Die konsequente Einführung von Zwischentiteln

17.12.2012. Nicht das Internet ist schuld an der Krise der Zeitungen, sondern jene Herren in den Verlagen, die sie jahrzehntelang herunterwirtschafteten, meint die ehemalige Literaturchefin der FR, Ina Hartwig, im Perlentaucher. Was sagen alle anderen französischen Kleinstädte zum Louvre-Vorposten in Lens, fragt die NZZ. Der Welt graust's vor der Filmmusik… Mehr lesen

Ulla umschmeichelt das Publikum

15.12.2012. In der FAZ ärgert sich Hermann Parzinger über türkische Kulturpolitiker. Die Welt bestaunt ein strammes rechtes Bein mit Netzstrumpf. VS Naipaul schwärmt in The New Republic von Thomas Mann. Im Telegraph ist Hanif Kureishi entsetzt über die faschistische Atmosphäre in Pakistan. In der taz erklärt Alissa Ganijewa warum die… Mehr lesen

Da habe ich gesagt, das ist kein Judaskuss

14.12.2012. Auch ohne die jüngste Zuspitzung ist die Lage bei Suhrkamp dramatisch, meint die Welt. In der FAZ erklärt Reto Hilty vom Max-Planck-Institut für Immaterialgüterrecht den Zeitungen, warum ein Leistungsschutzrecht Unsinn ist. Netzpolitik kommentiert ein Sampling-feindliches Urteil des BGH. Die SZ fürchtet Tugendterror in Ägypten. Die taz benennt das Aldi-Dilemma… Mehr lesen

Substanzielle Entschädigung

13.12.2012. Update um 11 Uhr: Google einigt sich mit der belgischen Presse. Man will zwar künftig nicht für Zitate bezahlen, einigt sich aber auf eine Werbekooperation mit den Zeitungsverlagen. Google versteht das in seinem offiziellen Blog als Botschaft an die Presse in anderen Ländern. In der FAZ erklärt Hans Barlach,… Mehr lesen

Aufgrund eigener Wertung

12.12.2012. In der Suhrkamp-Sache holen die Zeitungen nach einem Tag der Schockstarre jetzt groß aus. Die FAZ klärt Ulla Unseld-Berkéwicz über ihre Dienstpflichten auf. Die SZ kritisiert ihren juristischen Beistand. Die taz bringt (mit dem Börsenblatt) bereits Nachfolgeverleger ins Spiel. Auch die Debatte um Leistungsschutzrechte für die guten alten Zeitungen… Mehr lesen

Die Normalität weiblichen Daseins und Schreibens

11.12.2012. Suhrkamp ist Thema Nummer 1: Das Landgericht Berlin erklärt Ulla Unseld-Berkéwicz für abgesetzt - allerdings muss das Urteil noch in zwei Instanzen bestätigt werden. Für die FAZ ist das Urteil dennoch eine Katastrophe, weil die jetzige Geschäftsführung nur noch auf Abruf bestellt sei. Die SZ sieht bereits das Ende… Mehr lesen

Auf einer Stufe mit der Elbphilharmonie

10.12.2012. Wer ist eigentlich dieser Hans Barlach, der jetzt den Suhrkamp Verlag leiten will?, fragt der Tagesspiegel. Die SZ verteidigt den Nobelpreisträger Mo Yan gegen Kritik aus dem Westen. Die Welt lernt aus seiner Rede (auf die wir verlinken), wie man in China die Wahrheit sagt und wie nicht. Auch… Mehr lesen

Ungeheuerlich chinesisch

08.12.2012. Über Mo Yan wird weiter kontrovers diskutiert: die FR sammelt Stimmen zu seinen dubiosen Äußerungen über Zensur, in der FAZ befindet seine Übersetzerin Karin Betz: Mo Yan kokettiert mit seiner Exotik. Die Welt wünscht sich staatliche Regulierung des haifischkapitalistischen Internets. Nicht nur die Prophezeiungen der Apokalypse haben sich mittlerweile… Mehr lesen

Dezidiert unhübsche Mädchen

07.12.2012. Wird Mo Yan in seiner Nobelpreisrede Liu Xiaobo erwähnen?, fragt die Welt. Das ganze chinesische Volk würde ihm jedenfalls zuhören. In der taz lotet Najem Wali die Schizophrenien arabischer Politik aus. Die Financial Times Deutschland verabschiedet sich mit Witz und ohne Bitterkeit. Alle würdigen Oscar Niemeyer. Wir setzen Links… Mehr lesen

Die gute, kluge, liebe Violetta

06.12.2012. Laut Spiegel Online ist der CDU-Politiker Norbert Lammert empört: Google hat die E-Mail-Adressen des Bundestags geleaked! Auch Mathias Döpfner vom Springer-Verlag ist in der Zeit nicht gut auf Google zu sprechen: Eine Hehler-Bande sei das, die der Bild die Seite 3-Qualitätsmädchen entführt. Medienpromiskuität auch zwischen Zeit-Magazin und SZ-Magazin, die… Mehr lesen

Hola, das gibt eine Öko-Bilanz!

05.12.2012. Die Berliner Zeitung fragt: Ist der Tunnel unter der Staatsoper in Wahrheit ein Abgrund? Die Welt schildert die Schwierigkeiten der Stadt Mainz mit der Renovierung ihres Rathauses.Die NZZ porträtiert den makedonischen Schriftsteller Nikola Madzirov. Die Columbia Journalism Review präsentiert deprimierende Grafiken über Zeitungseinnahmen aus Online und aus Print. Die… Mehr lesen

Wir nahmen LSD und gingen in den Richmond Park

04.12.2012. In der Berliner Zeitung erklärt der Konzertagent Berthold Seliger, wer tatsächlich an den gestiegenen Preisen für Konzertkarten verdient. Die Welt bringt geschichtstheoretische Erörterungen von Lemmy Kilmister. In der FAZ erledigen Frank Rieger die Debatte um die Leistungschutzrechte und Dennis Meadows die Menschheit. Und Eigenzitattherapie: Aus Anlass der Zeitungskrise macht… Mehr lesen

Kritik und Kampf

03.12.2012. Die SZ verteidigt Theodor Eschenburg. Die FAZ verfolgte das zentrale NRW-Vorsprechen von Absolventen der Schauspielschulen. Mehr als ein Leistungsschutzrecht brauchen wir eine Kontrolle der entstehenden Monopole im Netz findet Stefan Plöchinger von sueddeutsche.de auf Carta. Befreit das Öffentlich-Rechtliche von den Anstalten, fordert Thierry Chervel im Perlentaucher. Die FAZ macht… Mehr lesen

Das Fest verglüht

01.12.2012. Die taz erzählt am Beispiel des traurigen Niedergangs der FR, wie die FAZ das Diskursmonopol der anderen Seite knackte. Die FAZ wehrt sich gegen alle, die ihr geistiges Eigentum zusammenklauben wollen. Die FAZ bringt auch einen Appell zur Befreiung des Autors Li Bifeng. Die FR preist die Verdinglichung in… Mehr lesen