Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ein Abgrundböser. Ein Unhold

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

19.12.2012. Peter Handke ist förmlich in die Luft gegangen. Hans Barlach ist das Opfer. Wie eine Eins stehen auch andere Autoren hinter Suhrkamp. Die FAZ zitiert unterdes aus den Urteilen gegen die Suhrkamp-Geschäftsführer. In der Welt erklärt Marko Martin, warum er keine Angst hat vor dem Weltuntergang. Die Ruhrbarone denken über neue Finanzierungsmodelle für Journalismus nach. In der NZZ rät die taiwanesische Kulturministerin Lung Ying-tai den Festlandchinesen einige Anpassungen an internationale Gepflogenheiten.

Spiegel Online, 19.12.2012

Wie eine Eins stehen die Autoren hinter dem Suhrkamp Verlag. Spiegel Online hat eine Reihe von Stimmen eingeholt: Volker Braun, Thomas Meinecke, Thomas Rosenlöcher und Friederike Mayröcker (hier), die schreibt: "Werter Herr Hans Barlach, lassen Sie ab, den Suhrkamp Verlag zu zerstören und damit unsere große Verlegerin Frau Ulla Unseld-Berkéwicz." Den Suhrkamp Verlag nennt sie  "den bedeutendsten Verlag der westlichen Welt".

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Zeit, 19.12.2012

Suhrkamp-Autor Peter Handke schwadroniert auf einer dreiviertel Seite über den "bösen Sichbreitmacher" Hans Barlach: "Aber da, da ist, nein handelt ein von Grund auf Böser, ein Abgrundböser. Ein Unhold. Und der steht auf dem Boden des Rechts? Er wühlt darin, lässt darin wühlen die Horde der schwerbezahlten Mit-Unholde." Am Ende schlägt Handkes Bleistift, "von HB zu HB", Hans Barlach vor, ein Stück seines Großvaters Ernst Barlach zu übersetzen, was Grundlage für einen neuen Verlag sein könnte.

Für die, die Handke unerträglich finden, fasst Alexander Cammann den Text in einem begleitenden Artikel konstruktiv zusammen. Hier noch eine Kurzform auf Zeit online.

Außerdem: Jo Lendle ist "ein schneller Denker, ein schlagfertiger Aphoristiker, ein sardonischer Menschendurchschauer" und der geeignete Nachfolger von Michael Krüger an der Spitze des Hanser Verlags, meint Ijoma Mangold. Hanno Rauterberg denkt bei der Besichtigung der neuen Konzernzentrale von Red Bull in Amsterdam über die Leistungsgesellschaft nach: "Der Zwang tritt auf im Gewand der Pluralität und Freiheit." Carolin Pirich besucht den Dirigenten Gustav Kuhn, der im Tiroler Dörfchen Erl nächste Woche ein imposantes Festspielhaus eröffnet. Stefan Hentz und Ulrich Stock unterhalten sich mit dem ungleichen Jazzduo Michael Wollny (34) und Heinz Sauer (wird nächste Woche 80). Thomas Groß porträtiert den 18-jährigen Musiker Jake Bugg, eine Art britischen Retro-Justin-Bieber. Alexander Cammann schreibt einen Nachruf auf den Soziologen Albert O. Hirschman.

Besprochen werden die Filme "Tabu" von Miguel Gomes (der laut einem völlig verzückten Daniel Kehlmann "unvergesslich ist und packend und meisterlich") und "Life of Pi" von Ang Lee (dessen etwas klebrige "Transzendenz-Soße" Ijoma Mangold trotz allem gerne schluckt), Inszenierungen von Moritz Rinkes neuem Stück "Wir lieben und wissen nichts" am Schauspiel Frankfurt (dessen "halb gare Konflikte" Ina Hartwig "auf Dauer weder amüsant noch erschütternd" findet) und Maxim Gorkis "Sommergästen" in Berlin (mit dem "nach fast vierzig Jahren an der Berliner Schaubühne die Erkundung der bürgerlichen Seele abgeschlossen" sein dürfte, wie Thomas Assheuer durchaus beeindruckt feststellt) sowie Bücher, darunter ein Band mit neun Erzählungen von Don DeLillo (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Im Wirtschaftsteil erläutert Alina Fichter die rechtlichen Vorbehalte gegen die GEZ-Reform. In der Zeit im Osten reagiert der Bautzener Volkskundler Martin Walde genervt auf Tuvia Tenenboms in der vorigen Ausgabe abgedruckte Schilderung eines Treffens mit Stanislaw Tillich und beklagt eine generell zum Folkloristischen neigende Darstellung der Sorben in der Zeit.

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Welt, 19.12.2012

Tilman Krause hat zwar Verständnis, wenn Autoren vor einem von Hans Barlach geführten Suhrkamp Verlag flüchten wollen. Aber muss man mit Aufsteigern wirklich so hochnäsig umgehen, wie es - in guter deutscher Tradition - Suhrkamp tat? "Alte Eliten neigen immer dazu, die neuen beziehungsweise diejenigen, die es werden wollen, gewaltig zu unterschätzen. Sie treiben mit ihrem ausgestellten Darüberstehen diejenigen, die hochkommen wollen, in eine verfestigte Feindseligkeit hinein, die niemandem weiterhilft."

Der Weltuntergang war in der DDR schon mal vorhergesagt worden, für 1975, erinnert sich Marko Martin, der unter Zeugen Jehovas aufwuchs. "Nachdem der Weltuntergang dann wieder einmal ausgefallen war, kam es zum Streit zwischen Vater und Großvater. Wie konnte es nach dem Debakel von 1975 die Führung der Zeugen Jehovas wagen, so einfach zur Tagesordnung überzugehen? 'Ihr seid die falschen Propheten, vor denen in der Bibel gewarnt wird', rief mein Vater voll heiliger Empörung."

Auf der Forumsseite plädiert Björn Lomborg für einen etwas intelligenteren Klimaschutz, als er in Doha verhandelt wird, und für eine Liberalisierung des Welthandels zur Bekämpfung der Armut in der Dritten Welt.

Weiteres: Florian David Fitz spricht im Interview über seinen Film "Jesus liebt mich" und den Katholizismus in Bayern, zu dem er inzwischen ein respektvoll-distanziertes Verhältnis pflegt (daneben steht Hanns-Georg Rodeks Rezension). Alan Posener beschließt, nicht in Würde zu altern. Sascha Lehnartz verabschiedet Henri Loyrette, der mit gekürztem Etat nicht mehr Direktor des Louvre sein möchte. Besprochen wird eine Einspielung der Schubert-Sinfonien auf CD mit Marc Minkowski und den Musiciens du Louvre.

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TAZ, 19.12.2012

Etwas spät (aber besser als nie) entdecken wir diesen Artikel von Philip Meinhold mit zehn praktischen Tipps für einen israelkritischen Text: Tipp 4 ("Im Zweifel links"): "Lassen Sie durchblicken, dass Sie Linker sind oder zumindest über eine linke Vergangenheit verfügen. Denn wer links ist, ist bekanntlich gegen Nazis und kann also überhaupt gar nicht gegen Juden sein. Es sei denn (und Achtung!, jetzt wird es etwas kompliziert!): Die Juden verhalten sich selber wie Nazis. In diesem Fall können Sie zeigen, wie schlimm Sie den Holocaust finden, indem Sie ihn mit den Verbrechen Israels auf eine Stufe stellen."

Weiteres: In Sachen Suhrkamp macht sich TCB unbegründete Hoffnung auf eine erfolgreiche Vermittlung durch Michael Naumann. Steffen Grimberg zieht eine positive Bilanz von Karola Willes erstem Jahr an der Spitze des MDR. Besprochen werden Miguel Gomes' Arthouse-Film "Tabu" (den Cristina Nord "einen schwarzweißen Schatz" nennt), eine Aufführung von Moritz Rinkes neuem Stück "Wir lieben und wissen nichts" in Frankfurt, die Hamburger Ausstellung "Endstation Meer?" und Bücher, darunter Stephan Wuthes Studie "Swingtime in Deutschland" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Und Tom.

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Weitere Medien, 19.12.2012

In der FR unterhält sich Michael Hesse mit der Islamwissenschaftlerin Gudrun Krämer über den Verfassungsentwurf der Muslimbrüder für Ägypten. Formal werden alle demokratischen Regularien befolgt, sagt sie: Zu beobachten sei aber "eine Art Zweiteilung zwischen der politischen Ordnung, die nicht islamisch gezeichnet ist, und der sozialen und kulturellen Ordnung des Landes, die unter religiösem Vorzeichen stehen soll."

Stichwörter: Michael Hesse

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NZZ, 19.12.2012

Die Schriftstellerin Lung Ying-tai ist Taiwans erste Kulturministerin. Im Interview mit Patrick Zoll beschreibt sie Taiwan als strahlendes Vorbild für China, warnt aber auch vor Überheblichkeit: "Ich erinnere mich, dass zu meiner Jugendzeit alle am Bahnhof oder beim Einsteigen in den Bus drängelten. Und die Taiwaner spuckten auch alle. Und als wir in den achtziger Jahren erstmals ins Ausland reisen durften, waren unsere Reisegruppen so laut wie die Chinesen heute. Wir sollten nicht über andere lachen, sondern ihnen Zeit geben."

Wenn es stimmt, dass Hans Barlach als Suhrkamp-Chef nur noch die lukrative Backlist bewirtschaften und keine neuen Bücher mehr herausbringen will, dann würde ihn die angedrohte Abwanderung von Autoren nicht ernstlich treffen, stellt Joachim Güntner fest: "Denn wenn Autoren wegen eines neuen Verlagseigners abwandern, gehen ihre alten Bücher (und die Rechte daran) nicht automatisch mit."

Weiteres: Sabina Meier Zur berichtet von der Eröffnung des Jüdischen Museums und Zentrums für Toleranz in Moskau. Besprochen werden Sibylle Bergs neues Stück "Die Damen warten" in Bonn und Bücher, darunter Vladimir Sorokins Roman "Der Schneesturm" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Stichwörter: Hans Barlach, Suhrkamp

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SZ, 19.12.2012

Literarische Jahresbilanz bei der Süddeutschen: Auf drei Seiten empfehlen ausgesuchte Personen des Kulturlebens kurz ihre literarischen Entdeckungen des Jahres. Eine kleine Auswahl: Peter Sloterdijk weiß vor lauter Befangenheit gar nicht, wen er eigentlich empfehlen soll, ohne dass ein enger Freund oder zumindest ein Verlagskollege (eine Entscheidung, der sich Roger Willemsen im übrigen anschließt) auf der Spitzenposition landet. Ganz gebannt ist Alice Schwarzer bei der Lektüre von Jenny Erpenbecks Roman "Aller Tage Abend", den Fritz J. Raddatz vor Glück in die Arme schließen möchte. In Christoph Ransmayrs "Atlas eines ängstlichen Mannes" lernt Navid Kermani die Größe der Welt kennen. Thomas Macho erfährt in Thomas Hauschilds Studie über den "Weihnachtsmann" viel über die "europäischen, amerikanischen oder mongolischen Traditionen", aus denen sich das Weihnachtsfest speist. Nach der Lektüre von Francis Spuffords Sachbuch-Roman "Rote Zukunft" wäre Kathrin Passig vor Neid gerne selbst dessen Autor. Götz Aly hält Karl Heinz Bohrers Erzählung "Granatsplitter" für ein "kühles, dezent sprudelndes Labsal". Und Punk-Rocker Rocko Schamoni fühlt sich von David Benioffs Roman "Stadt der Diebe" über die kämpferischen Auseinandersetzungen in Leningrad 1942 glänzend unterhalten.

Kaum in Aktion getreten, schon zu den Akten gelegt: Im Suhrkamp-Streit wird das jedenfalls nichts mit Michael Naumann als Mediator, berichtet Lothar Müller, schließlich habe Naumann Hans Barlach im Deutschlandradio beschimpft. Auch bei Cicero empfahl sich Naumann zuletzt kaum als unparteiischer Vermittler: "Hans Barlach, in einem Wort, will Kohle machen. Er hält sich auch für einen besseren Verleger, nicht ahnend, dass zwischen satten Deckungsbeiträgen kraft Massenware und literarischer Qualität ein himmelhochweiter Unterschied existiert."

Besprochen werden der Indie-Fantasyfilm "Beasts of the Southern Wild" (Tobias Kniebe gebietet seinem Verstand, diese "kindliche, wilde, schöne und gefährliche Märchenwelt" nicht in Frage zu stellen) und Sibylle Bergs neues Theaterstück "Die Damen warten" am Theater Bonn (Marion Ammicht beobachtet "unzählige Klischee-Einlagen auf der Yoga-Matte und im Ultra-Relax-Stuhl").

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FAZ, 19.12.2012

Statt zu moralisieren, berichtet Sandra Kegel einfach mal über den neuesten Stand bei Suhrkamp: So habe der Suhrkamp-Gesellschafter Hans Barlach den von Suhrkamp vorgeschlagenen Vermittler Michael Naumann wegen drastischer Barlach-Beschimpung in Cicero (hier) und Deutschlandradio ("Wenn man den Suhrkamp Verlag mit einer Bachschen Fuge vergleicht, dann ist Herr Barlach der Mann mit der Fahrradklingel", hier) verständlicher Weise ablehnt - außerdem zitiert sie aus den Urteilen, in denen der Suhrkamp-Geschäftsführung ernste Vorhaltungen gemacht werden. Barlach habe als Mitgesellschafter ein Recht gehabt, über Entscheidungen des Verlags informiert zu werden: "Das pflichtwidrige Verhalten liege in einem 'kollusiven Zusammenwirken mit weiteren Geschäftsführern', also gemeinsamem geheimen Handeln, um einen Dritten zu schädigen. Ein solcher Vorwurf ist nicht unerheblich..."

Weitere Artikel: Andreas Platthaus kommentiert kritisch Peter Handkes Barlach-Beschimpfung in der heutigen Zeit. Schriftsteller Eugen Ruge macht in der Europa-Reihe der FAZ die üblichen Einwände gegen den Kapitalismus ("Marx hat die Arbeiter aller Länder aufgefordert, sich zu vereinen. Vereint hat sich das Kapital") und das Internet ("Das Internet ist eine große Kloake"). Auf der Medienseite bekennt Jan Wiele seinen Abscheu vor den Pathologie-Szenen in deutschen Fernsehkrimis.

Besprochen werden die große Caillebotte-Ausstellung in Frankfurt, Salvatore Sciarrinos Musik-Spektakel "Superflumina" in Aachen und Bücher, darunter Michael Rutschkys "Das Merkbuch - Eine Vatergeschichte" (mehr hier und in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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