Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Da habe ich gesagt, das ist kein Judaskuss

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

14.12.2012. Auch ohne die jüngste Zuspitzung ist die Lage bei Suhrkamp dramatisch, meint die Welt. In der FAZ erklärt Reto Hilty vom Max-Planck-Institut für Immaterialgüterrecht den Zeitungen, warum ein Leistungsschutzrecht Unsinn ist. Netzpolitik kommentiert ein Sampling-feindliches Urteil des BGH. Die SZ fürchtet Tugendterror in Ägypten. Die taz benennt das Aldi-Dilemma der Zeitungen. In der NZZ wundert sich Cees Nooteboom über sein Talent, stets zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein.

Welt, 14.12.2012

Die Lage bei Suhrkamp spitzt sich durch das jüngste Urteil zu - aber sie war auch vorher schon dramatisch, hat Richard Kämmerlings herausgefunden: "Aus den veröffentlichten Bilanzen geht aber hervor, dass der Verlag seit Jahren rote Zahlen schreibt, Tendenz steigend - eine Ausnahme war das Jahr 2010, weil das Archiv und das Frankfurter Westend-Grundstück verkauft wurden, was damals zusammen auf einen Schlag ungefähr sechseinhalb Millionen in die Kasse spülte. Doch selbst 2008, als man mit Uwe Tellkamps 'Turm' den letzten wirklichen Mega-Bestseller hatte, stand am Ende ein Minus." Durch den Streit wird's nicht besser: "Der Kampf des Hans Barlach gleicht einem Vernichtungsfeldzug", meint Jacques Schuster in einem Leitartikel.

Nebenan steht die Meldung, dass Jo Lendle, bisher Dumont, zum Nachfolger von Michael Krüger beim Hanser Verlag erkoren wurde.

Weitere Artikel: Matthias Heine porträtiert den Dramatiker Moritz Rinke, der gerade sein neues Stück "Wir lieben und wissen nichts" herausbringt. Alexander Kluge und Wolf Singer unterhalten sich über die Struktur des Gehirns. Und Stephan Hoffmann besucht das nagelneue Heidelberger Theater, das nur gebaut werden konnte, weil Bürger mit Spenden ein Viertel der Baukosten übenahmen.

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NZZ, 14.12.2012

Roman Bucheli unterhält sich mit dem niederländischen Schriftsteller Cees Nooteboom über Gott ("Man ist schon religiös, wenn man Bach hört") und die Welt, wo Nooteboom immer zur rechten Zeit am rechten Ort war - 1956 in Budapest, 1968 in Paris, 1989 in Berlin: "Am Tag, als Gorbatschew nach Ostberlin flog und Erich Honecker geküsst hat, da habe ich gesagt, das ist kein Judaskuss, trotzdem ist es das Ende des einen und vielleicht des anderen. Am Tag selbst habe ich das geschrieben."

Weitere Artikel: Beim Besuch der kürzlich eröffneten Bibliothek des Konservatismus in Berlin stellt Joachim Güntner fest: "Ob der konservative Diskurs eine Zukunft hat, ist fraglich, doch immerhin hat er jetzt eine Bleibe." Hans Keller porträtiert den brasilianischen Sänger, Akkordeonisten und Komponisten Luiz Gonzaga, der gestern 100 geworden wäre.

Besprochen werden Andrea Breths "Traviata"-Inszenierung an der Brüsseler Monnaie-Oper (die Peter Hagmann "sagenhaft" findet) und Martin Crimps neues Stück "In the Republic of Happiness" am Royal Court Theatre in London (dem Marion Löhndorf keinerlei "vorweihnachtliche Milde" vorwerfen kann).

Stichwörter: Berlin, Bibliothek, London, Zukunft

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Weitere Medien, 14.12.2012

Ein schönes Beispiel für Kostenlosmentalität im Netz beschreibt Maja Beckers in der FR: Seit genau zehn Jahren können Urheber ihre Werke eigenmächtig mit der Creative-Commons-Lizenz versehen, die es ausdrücklich erlaubt, die Inhalte kostenlos weiterzuverwerten. Junge Künstler, die bekannt werden möchten, nutzen die CC-Lizenz. Aber "auch berühmte Musiker wie Nine InchNails, Yoko Ono oder REM haben ihre Musik teilweise CC-lizenziert und die Fans aufgefordert, die Songs weiterzuentwickeln und wieder zu veröffentlichen. So sind die Fans in nie dagewesener Weise in den kreativen Prozess sonst unerreichbarer Künstler eingebunden. Hier ist die 'Prosumer'-Kultur, die Aufweichung der Positionen 'Produzent' und 'Konsument', aus den Tiefen des Internets in der Mitte der etablierten Kulturindustrie angekommen."

Der Guardian erklärt in seinem Inside-Blog, warum er seine Facebook-Strategie ändert. Seit einiger Zeit konnte man seine Artikel direkt bei Facebook lesen, was laut Guardian auf Facebook Millionen Nutzer brachte - aber auch immer die Freunde und Freunde der Freunde über die Aktivitäten eines Lesers informierte. Aber nun verlinkt der Guardian doch wieder auf die eigene Seite: "Schlüssel ist, dass der User die Kontrolle behält. Wenn er keine Lust hat zu teilen, soll er trotzdem in den vollen Genuss unserer Inhalte auf guardian.co.uk kommen."

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Twitterfeed der Verlage

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TAZ, 14.12.2012

Im Überschwang der Freude über die Einigung belgischer Zeitungen mit Google war Le Monde gestern etwas zu euphorisch: Google zahlt keine Entschädigung an die Zeitungen, wie gestern gemeldet, sondern man hat sich auf eine Werbekooperation geeinigt. MLA erinnert dieser Deal "an das Aldi-Dilemma vieler Lokalzeitungen: Je mieser der Werbemarkt, umso wichtiger werden finanzkräftige Lebensmittel-Discounter die mit Großanzeigen die Zeitungen finanzieren. Wer würde solche wichtigen Werbekunden durch kritische Berichterstattung vergrätzen?"

Außerdem: Rudolf Balmer berichtet über die Eröffnung einer Dependance des Louvre in Lens. Jens Unthoff porträtiert die kalifornische "Krachband" Neurosis und stellt deren neues Album "Honour found in Decay" vor. Elise Graton bespricht das Album "s/T" der französischen Musikerin Melody Prochet alias Melody's Echo Chamber.

Und Tom.

Stichwörter: Google, Louvre, Zeitungen

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Aus den Blogs, 14.12.2012

(Via Carta) Im Onlinejournalismusblog analysiert Stephan Dörner je fünf Lebenslügen der "digitalen Avantgarde" und der Zeitungsverleger und verspricht, am Ende einen Lichtblick aufzuzeigen. Der sieht so aus: "In Online-Werbung liegt noch ein großes Potential, wenn sie nur gut und nicht nervig umgesetzt wird. So praktisch beispielsweise Google für den Online-Direktvertrieb von Produkten auch sein mag - für die Markenbildung werden Werbetreibenden um Online-Inhalte auf absehbare Zeit nicht herumkommen - insbesondere, wenn auch das Fernsehen noch weiter Reichweite verliert."

Der schlimmste Gast, den er je in seiner Daily Show hatte, war Hugh Grant, hat Jon Stewart laut Gawker glaubhaft versichert. Gawker kommentiert: "Stewart is kind of an asshole himself, so Grant must be a special kind of dick."

Leonhard Dobusch kommentiert auf netzpolitik.de ein Urteil des BGH, in dem es um einen gesampleten Musikschnipsel geht. Hier wird mit dem Leistungsschutzrecht auf Musikaufnahmen operiert. Interessant sei, so Dobusch, dass "der BGH mit seiner Begründung ein Samplen auch dann untersagt, wenn dabei ein Werk entsteht, das zum Original 'so großen Abstand hält, dass es als selbständig anzusehen ist'. Während es also auf Grund des Urheberrechts im engeren Sinn kein Problem wäre, zwei Takte zu samplen, verhindert es das Leistungsschutzrecht für Tonträgerhersteller - ein dem Urheberrecht verwandtes Schutzrecht."

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SZ, 14.12.2012

Die zusehends von Salafisten und Muslimbrüder unterwanderte Moschee und Universität Ashar in Kairo muss laut Mursis Verfassungsentwurf "in Fragen der islamischen Rechtsprechung konsultiert werden", berichtet Sonja Zerki. "Fragt man die Liberalen vor Mursis Palast oder auf dem Tahrir-Platz, dann sehen viele diese Passage als Einfallstor für theokratische Tugendterroristen. Was habe eine theologische Instanz in der Verfassung zu suchen, soll das etwa ein iranischer 'Wächterrat' werden? In Artikel 2 werden die 'Prinzipien der Scharia' als 'Hauptquelle der Gesetzgebung' angegeben - wie in der vorherigen Verfassung. Mehr Scharia sei nicht nötig."

Außerdem: Thomas Steinfeld meldet, dass Jo Lendle Michael Krüger beim Hanser Verlag als Verleger ablöst. Egbert Tholl lauscht bei der Konzertreihe musica viva neuen Kompositionen aus Osteuropa. Helmut Mauró verabschiedet sich von dem Pianisten und NYRB-Autor Charles Rosen. Hier spielt er noch einmal Schumann:



Besprochen werden die Ausstellung "Der Alleskönner", mit der das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg das Jubiläumsjahr von Henry van de Velde einläutet, Martin Crimps "In the Republic of Happiness" am Royal Court in London (bei dem sich Alexander Menden rundum begeistert "auf dem falschen Fuß erwischen" lässt), Daryl Weins Komödie "Lola gegen den Rest der Welt" (bei der sich Rainer Gansera in Greta Gerwig verliebt) und Uwem Akpans Roman "Sag, dass du eine von ihnen bist" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

Stichwörter: Kairo, Jo Lendle, London

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FAZ, 14.12.2012

Auf der Medienseite erklärt Reto Hilty vom Max-Planck-Institut für Immaterialgüterrecht der FAZ noch mal zum Mitschreiben, warum das mit dem Leistungsschutzrecht keine gute Idee ist: Zum einen ist das Setzen von Links rechtlich abgesichert, zum anderen unterliegen Snippets nicht per se dem Urheberrecht - im Ausnahmefall besteht Werkschutz, wofür das Leistungsschutzrecht aber nicht benötigt wird. Zudem: "Welches Interesse hat der deutsche Nutzer, hat die deutsche Wirtschaft? Das Interesse besteht darin, möglichst einfach - was nicht heißt: kostenlos - Zugang zu Informationen zu bekommen. Ein Verbotsrecht belastet daher in erster Linie inländische Nutzer, während Nutzer im Ausland der deutschen Regelung nicht unterliegen. Ich verstehe nicht, wie man ein Gesetz erlassen kann, das die eigene Volkswirtschaft benachteiligt."

Jo Lendle wird neuer Verlagsleiter von Hanser, wenn Michael Krüger - "wie man hört, nicht ganz seinem Willen gemäß", schreibt Andreas Platthaus online - Ende 2013 aus dem Verlag ausscheidet. Lendle soll sich laut Verlagsmitteilung "selbstverständlich auch [um] Fragen der Digitalisierung und des Urheberrechts" kümmern. Dies, meint Platthaus, "kann als Spitze gegen seinen Vorgänger verstanden werden, der hier offenbar in den Augen der Verlagseigentümer etwas versäumt hat". 

Und da wir gerade bei Büchern sind: Eine Meldung informiert uns, dass die EU-Kommission die Preisabsprache zwischen Apple und vier großen Verlagen - Simon & Schuster, Harper Collins, Hachette und Holtzbrinck - für nicht rechtmäßig hält.

Im Feuilleton hält Heinrich Detering Hans Christian Andersens erstes, erst kürzlich aufgetauchtes Märchen "Das Talglicht" zwar nicht für einen ganz großen Wurf, doch sind darin Andersens Grundmotive bereits "erstaunlich vollzählig versammelt" (im Anhang des Artikels bringt die FAZ Ulrich Sonnenbergs Übersetzung aus dem Dänischen). Der Traumatologe Georg Pieper erzählt Melanie Mühl von seinem Entsetzen beim Anblick des omnipräsenten Elends in Griechenland: "Ich frage mich, wie viel diese Gesellschaft noch aushalten kann, bevor sie explodiert." Einfach "grotesk" findet Sandra Kegel die Äußerungen der Suhrkamp-Geschäftsführung und deren Anwalts, dass nach dem überraschenden Berliner Urteil im Suhrkamp-Prozess "vorerst alles beim Alten" bleibe. Karin Leydecker stellt den Sieger im Ausschreibungswettbewerb um die Kunsthalle Mannheim vor. Der Sextape-Fall von Ottfried Fischer könnte nach einem neuen Rechtsgutachten in eine neue Runde gehen, weiß Hubert Spiegel. Gerhard Rohde schreibt den Nachruf auf den Komponisten Jonathan Harvey. Hier hören wir sein Werk "Speakings":



Besprochen werden Mike Newells Neuverfilmung von Charles Dickens' Roman "Große Erwartungen", das komplett im Dunkeln des Funkhaus Berlin aufgeführte Musikstück "Dark was the Night" (Jan Brachmann glaubt beim Nachspüren ortloser Töne, "falsche Pilze gegessen oder sonstwie einen in der Krone zu haben") und Bücher, darunter Giwi Margwelaschwilis "Fluchtästhetische Novelle" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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