Bücherschau der Woche
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- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
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- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
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- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
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- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Die Normalität weiblichen Daseins und Schreibens
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
11.12.2012. Suhrkamp ist Thema Nummer 1: Das Landgericht Berlin erklärt Ulla Unseld-Berkéwicz für abgesetzt - allerdings muss das Urteil noch in zwei Instanzen bestätigt werden. Für die FAZ ist das Urteil dennoch eine Katastrophe, weil die jetzige Geschäftsführung nur noch auf Abruf bestellt sei. Die SZ sieht bereits das Ende der von Ulla Unseld-Berkéwicz geprägten Ära dämmern. Die Welt sucht den Kompromiss. Télérama interviewt den Dokumentarfilmer Paul Moreira, der zur Lage der Frauen und zu Sexualität in Ägypten und Tunesien nach der Revolution recherchierte. In der Welt erklärt Javier Bardem, warum er sich für die Unabhängigkeit der West-Sahara einsetzt.
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Die Welt, 11.12.2012
Nach einem Urteil des Landgerichts Berlin ist Ulla Unseld-Berkéwicz als Geschäftsführerin des Suhrkamp Verlags abberufen worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Richard Kämmerlings beschreibt detailliert, worum es in den verschiedenen Rechtsstreits zwischen dem Gesellschafter Hans Barlach und Ulla Unseld-Berkéwicz eigentlich geht. Am Ende zeigt sich, dass Barlach schlicht einen anderen Verlag will, der mehr Geld bringt. Statt zu fragen, warum er dann nicht selbst einen gründet, plädiert Kämmerlings für Appeasement: Wenn Barlach "die Geschäftsführung (mit-)bestimmen dürfte, bliebe der Verlag immerhin bestehen. Gerade bewegen sich aber beide Parteien auf den - gemeinsamen - Untergang zu. Es wird Zeit, dass sich gewichtige Vermittler einschalten, dass zur Vernunft gerufen wird, zur Abrüstung. Es wird knapp."
Der Schauspieler Javier Bardem erklärt im Interview, warum er sich mit seinem Dokumentarfilm "Hijos de las nubes, la última colonia" (Söhne der Wolken, die letzte Kolonie) für die Unabhängigkeit der West-Sahara von Marokko einsetzt: Es kümmert sich sonst niemand drum. "Die Situation in der Region wird von den Regierungen als relativ kleines Problem betrachtet, eigentlich ganz einfach zu lösen. Seit 1991 gibt es einen UN-Beschluss, dass ein Referendum über die Unabhängigkeit der Westsahara abgehalten werden soll. Das wurde bislang von Marokko verhindert. Ebenso wenig überwacht die UN die Einhaltung der Menschenrechte in den von Marokko kontrollierten Gebieten - obwohl die Vereinten Nationen mit einer Beobachtermission präsent sind."
Weiteres: Manuel Brug meldet "Kreischalarm in Salzburg", weil Dirigent Franz Welser-Möst abgesagt hat. Mitten in Paris wird demnächst eine große russisch-orthodoxe Kirche gebaut, berichtet Uwe Schultz. Besprochen wird Robert Carsens Inszenierung der Prokofiew-Oper "Die Liebe zu den drei Orangen" an der Deutschen Oper Berlin.
Welt-Chefredakteur Jan-Eric Peters erklärt das neue Bezahlmodell der Welt, das ab morgen gelten soll: "Von nun an kann jeder Nutzer pro Kalendermonat 20 Artikel auf unserer Internetseite kostenfrei lesen. Ab dem 21. Artikel - und das ist neu - bieten wir Ihnen zu fairen Preisen unsere digitalen Abo-Modelle an." Das Abo gibt's für 50.000 aktivsten Leser der Welt Online erstmal umsonst, für die anderen kostet die billigste Variante 0,99 Cent im Monat - ein Preis, der dann offiziell auf 6,99 Euro pro Monat steigen soll. Wer über externe Links kommt, muss nichts bezahlen.
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Die Tageszeitung, 11.12.2012
Katharina Granzin unterhält sich mit dem südafrikanischen Krimiautor Deon Meyer, der gewissermaßen auf Südafrikanisch schreibt: "Es ist eine Sprache, die aus den Townships kommt, die ja sehr multikulturell sind. Über die letzten fünfzig, sechzig Jahre hat sich eine Townshipsprache entwickelt, die praktisch alle Sprachen enthält, die dort gesprochen werden, einschließlich Afrikaans und Englisch. Und manche Ausdrücke dieser Sprache sind Teil einer südafrikanischen Umgangssprache geworden. Wenn ich also Zulu oder Xhosa in Dialoge einfließen lasse, benutze ich Wörter, die aus dieser Umgangssprache allgemein bekannt sind."
Auf den vorderen Seiten tragen Tim Caspar Boehme und Andreas Fanizadeh Hintergründe zum Kampf um Suhrkamp zusammen, der mit dem Einstieg des Immobilen- und Medienmaklers Ernst Barlach beim verlag 2006 begonnen hat. Aram Lintzel entsetzt sich über eine neue eiserne Marktrhetorik: "Das ist ein Antikommunismus ohne Kommunisten." Jan Zier begrüßt Samir Akika als neuen Leiter des Bremer Tanztheaters.
Besprochen werden das Festival "Krass" auf Kampnagel in Hamburg und Owen Hatherleys Essay "These Glory Days" über die Band Pulp und ihrer Heimatstadt Sheffield (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages)
Und Tom.
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Weitere Medien, 11.12.2012
Peter Raue, Anwalt von Ulla Unseld-Berkéwicz, erklärte vor kurzem im Interview mit der Berliner Morgenpost, was seiner Ansicht nach Hans Barlach antreibt: "Der Grundstreit zwischen Familienstiftung und Herrn Barlach liegt darin, dass Herr Barlach nur an den Gewinnen von Suhrkamp interessiert ist, und eine möglichst hohe Ausschüttung erreichen will. Er hat in einer Sitzung gesagt, als über das Budget gesprochen wurde: 'Es ist doch viel günstiger, wenn wir gar keine neuen Bücher mehr produzieren, sondern nur noch die Backlist bedienen.'"
Eine höchst interessante Dokumentation hat der "Grand Reporter" Paul Moreira gedreht, "Sexe, salafistes et printemps arabe". Der Film lief gestern Abend auf Canal Plus - hoffentlich erreicht er demnächst auch ein deutsches Publikum. Der Autor hat undercover recherchiert und mit vielen Frauen und Männern über Sexualität und die Situation der Frauen in Tunesien und Ägypten nach der Revolution gesprochen. Unter anderem schildert Moreira im Interview mit Télérama, wie die Salafisten in Tunesien Angst säen - über das Internet: "Sie gehen gewaltsam gegen Prostituierte oder Vernissagen angeblich blasphemischer Ausstellungen vor und streuen ihre Bilder über das Netz. Sucht man sie vor Ort, hat man Schwierigkeiten, sie aufzustöbern. Ich habe sie angerufen, aber sie zeigen sich nicht. Aber im Internet schaffen es 400 zu allem entschlossene Männer, ein ganzes Land zu terrorisieren. Ihre Bilder werden vom Fernsehen übernommen und schaffen ihnen einen enorm vergrößerten Einfluss."
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Neue Zürcher Zeitung, 11.12.2012
Im Aufmacher besingt Friedhelm Rathjen Joseph O'Connors' von antikatholischem Furor getragenen Roman "Irrlicht" und dessen Heldin Molly Allgood. Hoo Nam Seelmann erklärt, wie fremd den asiatischen Ländern die Krisenrhetorik oder dramatische Zuspitzung ist, die in Europa gepflegt wird. Andreas Breitenstein kommentiert recht böse Mo Yans Nobelpreisrede, die sich konfus und "bauernschlau" um ein kritisches Bekenntnis wand.
Besprochen werden Andreas Homokis glanzvolle Inszenierung des "Fliegenden Holländers" am Zürcher Opernhaus, eine Ausstellung zum Tessiner Maler Giovanni Serodine und seinem Umfeld im Museum Züst in Rancate, Ling Xis Roman "Die dritte Hälfte" sowie Jörg Magenaus Doppelbiografie zu Friedrich Georg und Ernst Jünger "Brüder unterm Sternenzelt" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
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Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung, 11.12.2012
Wird Hans Barlach, der Erbe des Bildhauers, den Suhrkamp Verlag am Ende übernehmen können? Das Urteil des Berliner Landgerichts (das noch von zwei Instanzen bestätigt werden muss) hat für Peter Michalzik in der FR auf jeden Fall "etwas Epochales": "Bisher wurde bei Suhrkamp die Tradition sozusagen persönlich weitergereicht, zunächst von Peter Suhrkamp an Siegfried Unseld, dann von Unseld an Ulla Unseld-Berkéwicz. Das war immer mit Streit, Eifersucht und Missgunst verbunden, nie führte es zum Bruch. Jetzt erscheint es erstmals möglich, dass der Verlag von außen übernommen wird oder zerbricht."
Außerdem besucht Nikolaus Bernau den neuen Lesesaal der Staatsbibliothek unter den Linden.
In seiner Kolumne (nur noch in der Berliner Zeitung, von der FR gekippt) stellt Götz Aly ein paar dringende Fragen zu Ungerechtigkeiten im deutschen Rentensystem: "Warum gibt es für die gesetzlichen Sozialversicherungen die Beitragsbemessungsgrenze, mit der erreicht wird, dass derjenige, der rund 60.000 Euro brutto im Jahr verdient, genauso viel an die Sozialkassen entrichtet wie derjenige, der 95.000 Euro bekommt? Warum wird in der Debatte über zunehmende Altersarmut nicht vorgeschlagen, höhere Renten zugunsten von Kleinrentnern zu kappen?"
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Weitere Medien, 11.12.2012
buchreport.de kommentiert eine Meldung des Branchendienstes iSuppli über den rasanten Abstieg von E-Readern: "Aus Sicht von iSuppli ist der rasante Anstieg - von 2008 (1 Mio Geräte) bis 2010 (10,1 Mio Geräte) - und der plötzliche Einbruch von E-Readern beispiellos selbst in der für kurze Lebenszyklen bekannten Verbraucherelektronik-Branche. Die Marktforscher sehen in dieser Entwicklung eine grundsätzliche Bestätigung für das Muster, nach dem Geräte, die nur eine Funktion bedienen (in diesem Fall die Lektüre von E-Books), im Leben von Verbrauchern 'ohne Reue' schnell durch multifunktionale Geräte ersetzt werden."
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Süddeutsche Zeitung, 11.12.2012
Mit Ulla Unseld-Berkéwicz' überraschender gerichtlicher Abberufung vom geschäftsführenden Posten bei Suhrkamp wird sich die verkeilte Situation im krisengeschüttelten Verlag nicht bessern, meint Lothar Müller: "Die Konfliktparteien werden aneinandergekettet bleiben. Die Verteilung der Gesellschafteranteile kann kein Gericht aufheben. Was sich nun abzeichnet, ist der Austausch der Geschäftsführung des Verlages bei gleichbleibender Eignerstruktur, das Ende der von Ulla Unseld-Berkéwicz geprägten Ära nach dem Tod Siegfried Unselds. Hans Barlach wird die neue Geschäftsführung nicht einsetzen können."
Wie Mann's macht, macht Mann's verkehrt: Im aktuellen Merkur schreiben nur Frauen, bemerkt Burkhard Müller, der zwar keinen Kommentar dazu im Heft findet, wohl aber im Merkur-Blog. Übel stößt Müller dort das Wort "auch" auf, in dem er Frauen allen besten Absichten der Redaktion zum Trotz auf die "Reservebank" geschoben sieht: "Denkt man darüber nach, so kann der Merkur aus diesem Dilemma gar nicht herauskommen. Auf die Normalität weiblichen Daseins und Schreibens vermag er nur hinzuweisen, indem er sie als Spezialfall darbietet; das Krumme der numerischen Verhältnisse lässt sich nur gerade richten, in dem man es biegt; das Ende einer Bevorzugung soll durch einmalige Bevorzugung eingeleitet werden; das intendierte 'und' verzerrt sich, ohne dass es gewollt wäre, zu besagtem und beklagtem 'auch'."
Weitere Artikel: "Je rascher die digitale Revolution voranschreitet, desto schöner werden die Bibliotheken", staunt Jens Bisky beim Besuch der zwei neuen Lesesäle der Berliner Staatsbibliothek (hier einige Eindrücke). Bernd Graff informiert sich bei einer Stuttgarter Tagung über die "schleichende Ökonomisierung" aller ethischen Werte. Mit Argwohn beobachtet Peter Richter, dass das Museum in Boston zur Aufstockung des Haushalts seine berühmtesten Werke dauervermietet: "Da ist es bis zum Bruch des letzten Tabus, dem Verkauf, theoretisch nur noch ein einziger Schritt." Michael Stallknecht entdeckt bei einer Marbacher Tagung den Schriftsteller Rudolf Alexander Schröder wieder.
Besprochen werden neue Klassik-Veröffentlichungen, Daniel Barenboims und Claus Guths "Lohengrin" an der Scala in Mailand (bei arte finden wir einen Mitschnitt) und Bücher, darunter Jochen Hellbecks "Die Stalingrad-Protokolle" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2012
Ob Ulla Unseld-Berkewicz und ihre Mit-Geschäftsführer Thomas Sparr und Jonathan Landgrebe nun nach Berufung und Revision des gestrigen Urteils abgesetzt werden oder nicht - nach der Entscheidung des Berliner Landgerichts, dass die Suhrkamp-Chefs zu Unrecht im Amt seien, sieht Andreas Kilb das Haus bereits jetzt gefährdet: "Wer wollte Autoren- und andere Verträge mit einer Geschäftsführung abschließen, die nur noch auf Abruf bis zum nächsten Prozesstermin amtiert? Und wer vertraute einem Unternehmen, dessen Gesellschafter einander bekriegen?"
Weitere Artikel: Marcus Jauer begleitete die Honoratioren der EU zur Friedensnobelpreisverleihung in Oslo. Gina Thomas schreibt zum Tod des Astronomen Patrick Moore, der über Jahrzehnte eine populäre Sendung in der BBC moderierte.
Außerdem spielte er Xylophon, hier zum Beispiel die eigene Komposition "Penguin Parade":
Dieter Bartetzko begutachtet das unter der Regie von David Chipperfield restaurierte Gesellschaftshaus im Frankfurter Palmengarten. Andreas Kilb ist nicht zufrieden mit der "karottigen Anmutung" der Furniere im neuen Lesesaal der Staatsbibliothek unter den Linden, eines der ausufernden Bauprojekte der Hauptstadt (420 Millionen Euro Kosten).
Auf der Medienseite erzählt der ehemalige Al Dschazira-Deutschland-Korrespondent Aktham Suliman, warum er den Sender verlassen hat: Er beschuldigt den Sender der einseitigen Stellungnahme für die syrische Opposition. Und Michael Hanfeld fragt, warum ausgerechnet die Talkshow von Anne Will mit ihrem deutlich politischen Programm womöglich abgesetzt werden soll.
Besprochen werden Nicola Porporas Oper "Poliferno" in Schwetzingen, Lutz Hübners Stück "Richtfest" in Bochum, Prokofjews Oper "Die Liebe zu den drei Orangen", die Ausstellung "Kaiser Maximilian und die Kunst der Dürerzeit" in Wien und Bücher, darunter Rainer Merkels Reiseessay "Das Unglück der anderen" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Gruß über den Gartenzaun
25.05.2013. In der FAZ erneuert Giorgio Agamben seine Kritik an der politischen Führung der EU. Hans Christoph Buch fordert Daniel Cohn-Bendit in der FR zum europäischen Dornröschenkuss auf. Die SZ fordert von den Grünen die Aufarbeitung ihrer Pädophilen-philen Wurzeln. Die Welt bringt ein einmütiges Pro und Contra zu Joseph Beuys. Die NZZ gratuliert dem Antidemokraten Henry Kissinger zum Neunzigsten. Die taz ist ernüchtert vom postrevolutionären Ägypten. Ansonsten herrscht allgemeine Zufriedenheit mit dem Programm von Cannes und Vorfreude auf den Fußballgipfel von Wembley. Mehr lesen
Spiele zuerst einmal drei Akkorde
24.05.2013. In britischen Medien wird nach der Abschlachtung eines britischen Soldaten durch einen islamistischen Fanatiker darüber diskutiert, wieviel man davon zeigen soll. Die NZZ erläutert anhand des preisgekrönten Fotos von Paul Hansen aus Gaza die Tücken der digitalen Fotografie und ihrer Manipulierbarkeit. Die taz ergründet den Begriff der "Critical Whitness". Die Welt beklagt die grassierende Verniedlichung der DDR. Die BBC bringt verwirrende Umfrage-Ergebnisse: Demnach ist Deutschland das beliebteste Land der Welt. Mehr lesen
Darling flüstert die Amsel
23.05.2013. Die Zeit klärt über die Legitimationskrise der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf. Im Freitag erzählt Terry Eagleton, wie es sich anfühlt, wenn man als letzter eine Mao-Jacke trägt. In der taz konstatiert der ehemalige Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz: "Obama ist ein Versager für mich." Die NZZ lässt sich von Matthias Lilienthal durch Beirut führen. Die SZ findet die Kritik der FAZ an Georg Baselitz ziemlich daneben. Alle Zeitungen erinnern an Sarah Kirsch - auch an ihre Liebeslyrik. Mehr lesen
Die vervielfältigte Stimme des Heiligen Geistes
22.05.2013. Heute vor 200 Jahren kam in Leipzig ein klitzekleiner Richard Wagner zur Welt. Die Zeitungen bringt er bis heute in große Form. Im Tagesspiegel zählt Norbert Miller all jene Autoren auf, denen wir es verdanken, dass wir ihn noch ertragen. Eleonore Büning stockt der Atem bei einem unbekannten Frühwerk Wagners, das wir in ganzer Länge als Video einbinden. Die Berliner Zeitung empfiehlt die französische Wagner-Rezeption gegen die festgefahrene deutsche Debatte. Außerdem: Ai Weiwei hat ein Heavy Metal-Video gemacht, in dem er seine Inhaftierung nachspielt. Der Guardian berichtet, wir binden es ein. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb
21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen
Das nenne ich totalitär
18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen








