Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Die Normalität weiblichen Daseins und Schreibens

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

11.12.2012. Suhrkamp ist Thema Nummer 1: Das Landgericht Berlin erklärt Ulla Unseld-Berkéwicz für abgesetzt - allerdings muss das Urteil noch in zwei Instanzen bestätigt werden. Für die FAZ ist das Urteil dennoch eine Katastrophe, weil die jetzige Geschäftsführung nur noch auf Abruf bestellt sei. Die SZ sieht bereits das Ende der von Ulla Unseld-Berkéwicz geprägten Ära dämmern. Die Welt sucht den Kompromiss. Télérama interviewt den Dokumentarfilmer Paul Moreira, der zur Lage der Frauen und zu Sexualität in Ägypten und Tunesien nach der Revolution recherchierte. In der Welt erklärt Javier Bardem, warum er sich für die Unabhängigkeit der West-Sahara einsetzt.

Welt, 11.12.2012

Nach einem Urteil des Landgerichts Berlin ist Ulla Unseld-Berkéwicz als Geschäftsführerin des Suhrkamp Verlags abberufen worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Richard Kämmerlings beschreibt detailliert, worum es in den verschiedenen Rechtsstreits zwischen dem Gesellschafter Hans Barlach und Ulla Unseld-Berkéwicz eigentlich geht. Am Ende zeigt sich, dass Barlach schlicht einen anderen Verlag will, der mehr Geld bringt. Statt zu fragen, warum er dann nicht selbst einen gründet, plädiert Kämmerlings für Appeasement: Wenn Barlach "die Geschäftsführung (mit-)bestimmen dürfte, bliebe der Verlag immerhin bestehen. Gerade bewegen sich aber beide Parteien auf den - gemeinsamen - Untergang zu. Es wird Zeit, dass sich gewichtige Vermittler einschalten, dass zur Vernunft gerufen wird, zur Abrüstung. Es wird knapp."

Der Schauspieler Javier Bardem erklärt im Interview, warum er sich mit seinem Dokumentarfilm "Hijos de las nubes, la última colonia" (Söhne der Wolken, die letzte Kolonie) für die Unabhängigkeit der West-Sahara von Marokko einsetzt: Es kümmert sich sonst niemand drum. "Die Situation in der Region wird von den Regierungen als relativ kleines Problem betrachtet, eigentlich ganz einfach zu lösen. Seit 1991 gibt es einen UN-Beschluss, dass ein Referendum über die Unabhängigkeit der Westsahara abgehalten werden soll. Das wurde bislang von Marokko verhindert. Ebenso wenig überwacht die UN die Einhaltung der Menschenrechte in den von Marokko kontrollierten Gebieten - obwohl die Vereinten Nationen mit einer Beobachtermission präsent sind."

Weiteres: Manuel Brug meldet "Kreischalarm in Salzburg", weil Dirigent Franz Welser-Möst abgesagt hat. Mitten in Paris wird demnächst eine große russisch-orthodoxe Kirche gebaut, berichtet Uwe Schultz. Besprochen wird Robert Carsens Inszenierung der Prokofiew-Oper "Die Liebe zu den drei Orangen" an der Deutschen Oper Berlin.

Welt-Chefredakteur Jan-Eric Peters erklärt das neue Bezahlmodell der Welt, das ab morgen gelten soll: "Von nun an kann jeder Nutzer pro Kalendermonat 20 Artikel auf unserer Internetseite kostenfrei lesen. Ab dem 21. Artikel - und das ist neu - bieten wir Ihnen zu fairen Preisen unsere digitalen Abo-Modelle an." Das Abo gibt's für 50.000 aktivsten Leser der Welt Online erstmal umsonst, für die anderen kostet die billigste Variante 0,99 Cent im Monat - ein Preis, der dann offiziell auf 6,99 Euro pro Monat steigen soll. Wer über externe Links kommt, muss nichts bezahlen.

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TAZ, 11.12.2012

Katharina Granzin unterhält sich mit dem südafrikanischen Krimiautor Deon Meyer, der gewissermaßen auf Südafrikanisch schreibt: "Es ist eine Sprache, die aus den Townships kommt, die ja sehr multikulturell sind. Über die letzten fünfzig, sechzig Jahre hat sich eine Townshipsprache entwickelt, die praktisch alle Sprachen enthält, die dort gesprochen werden, einschließlich Afrikaans und Englisch. Und manche Ausdrücke dieser Sprache sind Teil einer südafrikanischen Umgangssprache geworden. Wenn ich also Zulu oder Xhosa in Dialoge einfließen lasse, benutze ich Wörter, die aus dieser Umgangssprache allgemein bekannt sind."

Auf den vorderen Seiten tragen Tim Caspar Boehme und Andreas Fanizadeh Hintergründe zum Kampf um Suhrkamp zusammen, der mit dem Einstieg des Immobilen- und Medienmaklers Ernst Barlach beim verlag 2006 begonnen hat. Aram Lintzel entsetzt sich über eine neue eiserne Marktrhetorik: "Das ist ein Antikommunismus ohne Kommunisten." Jan Zier begrüßt Samir Akika als neuen Leiter des Bremer Tanztheaters.

Besprochen werden das Festival "Krass" auf Kampnagel in Hamburg und Owen Hatherleys Essay "These Glory Days" über die Band Pulp und ihrer Heimatstadt Sheffield (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages)

Und Tom.

Stichwörter: Hamburg, Suhrkamp

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Weitere Medien, 11.12.2012

Peter Raue, Anwalt von Ulla Unseld-Berkéwicz, erklärte vor kurzem im Interview mit der Berliner Morgenpost, was seiner Ansicht nach Hans Barlach antreibt: "Der Grundstreit zwischen Familienstiftung und Herrn Barlach liegt darin, dass Herr Barlach nur an den Gewinnen von Suhrkamp interessiert ist, und eine möglichst hohe Ausschüttung erreichen will. Er hat in einer Sitzung gesagt, als über das Budget gesprochen wurde: 'Es ist doch viel günstiger, wenn wir gar keine neuen Bücher mehr produzieren, sondern nur noch die Backlist bedienen.'"

Eine höchst interessante Dokumentation hat der "Grand Reporter" Paul Moreira gedreht, "Sexe, salafistes et printemps arabe". Der Film lief gestern Abend auf Canal Plus - hoffentlich erreicht er demnächst auch ein deutsches Publikum. Der Autor hat undercover recherchiert und mit vielen Frauen und Männern über Sexualität und die Situation der Frauen in Tunesien und Ägypten nach der Revolution gesprochen. Unter anderem schildert Moreira im Interview mit Télérama, wie die Salafisten in Tunesien Angst säen - über das Internet: "Sie gehen gewaltsam gegen Prostituierte oder Vernissagen angeblich blasphemischer Ausstellungen vor und streuen ihre Bilder über das Netz. Sucht man sie vor Ort, hat man Schwierigkeiten, sie aufzustöbern. Ich habe sie angerufen, aber sie zeigen sich nicht. Aber im Internet schaffen es 400 zu allem entschlossene Männer, ein ganzes Land zu terrorisieren. Ihre Bilder werden vom Fernsehen übernommen und schaffen ihnen einen enorm vergrößerten Einfluss."

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Twitterfeed der Verlage

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NZZ, 11.12.2012

Im Aufmacher besingt Friedhelm Rathjen Joseph O'Connors' von antikatholischem Furor getragenen Roman "Irrlicht" und dessen Heldin Molly Allgood. Hoo Nam Seelmann erklärt, wie fremd den asiatischen Ländern die Krisenrhetorik oder dramatische Zuspitzung ist, die in Europa gepflegt wird. Andreas Breitenstein kommentiert recht böse Mo Yans Nobelpreisrede, die sich konfus und "bauernschlau" um ein kritisches Bekenntnis wand.

Besprochen werden Andreas Homokis glanzvolle Inszenierung des "Fliegenden Holländers" am Zürcher Opernhaus, eine Ausstellung zum Tessiner Maler Giovanni Serodine und seinem Umfeld im Museum Züst in Rancate, Ling Xis Roman "Die dritte Hälfte" sowie Jörg Magenaus Doppelbiografie zu Friedrich Georg und Ernst Jünger "Brüder unterm Sternenzelt" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

Stichwörter: Europa

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FR/Berliner, 11.12.2012

Wird Hans Barlach, der Erbe des Bildhauers, den Suhrkamp Verlag am Ende übernehmen können? Das Urteil des Berliner Landgerichts (das noch von zwei Instanzen bestätigt werden muss) hat für Peter Michalzik in der FR auf jeden Fall "etwas Epochales": "Bisher wurde bei Suhrkamp die Tradition sozusagen persönlich weitergereicht, zunächst von Peter Suhrkamp an Siegfried Unseld, dann von Unseld an Ulla Unseld-Berkéwicz. Das war immer mit Streit, Eifersucht und Missgunst verbunden, nie führte es zum Bruch. Jetzt erscheint es erstmals möglich, dass der Verlag von außen übernommen wird oder zerbricht."

Außerdem besucht Nikolaus Bernau den neuen Lesesaal der Staatsbibliothek unter den Linden.

In seiner Kolumne (nur noch in der Berliner Zeitung, von der FR gekippt) stellt Götz Aly ein paar dringende Fragen zu Ungerechtigkeiten im deutschen Rentensystem: "Warum gibt es für die gesetzlichen Sozialversicherungen die Beitragsbemessungsgrenze, mit der erreicht wird, dass derjenige, der rund 60.000 Euro brutto im Jahr verdient, genauso viel an die Sozialkassen entrichtet wie derjenige, der 95.000 Euro bekommt? Warum wird in der Debatte über zunehmende Altersarmut nicht vorgeschlagen, höhere Renten zugunsten von Kleinrentnern zu kappen?"

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Weitere Medien, 11.12.2012

buchreport.de kommentiert eine Meldung des Branchendienstes iSuppli über den rasanten Abstieg von E-Readern: "Aus Sicht von iSuppli ist der rasante Anstieg - von 2008 (1 Mio Geräte) bis 2010 (10,1 Mio Geräte) - und der plötzliche Einbruch von E-Readern beispiellos selbst in der für kurze Lebenszyklen bekannten Verbraucherelektronik-Branche. Die Marktforscher sehen in dieser Entwicklung eine grundsätzliche Bestätigung für das Muster, nach dem Geräte, die nur eine Funktion bedienen (in diesem Fall die Lektüre von E-Books), im Leben von Verbrauchern 'ohne Reue' schnell durch multifunktionale Geräte ersetzt werden."

Stichwörter: Ebooks

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SZ, 11.12.2012

Mit Ulla Unseld-Berkéwicz' überraschender gerichtlicher Abberufung vom geschäftsführenden Posten bei Suhrkamp wird sich die verkeilte Situation im krisengeschüttelten Verlag nicht bessern, meint Lothar Müller: "Die Konfliktparteien werden aneinandergekettet bleiben. Die Verteilung der Gesellschafteranteile kann kein Gericht aufheben. Was sich nun abzeichnet, ist der Austausch der Geschäftsführung des Verlages bei gleichbleibender Eignerstruktur, das Ende der von Ulla Unseld-Berkéwicz geprägten Ära nach dem Tod Siegfried Unselds. Hans Barlach wird die neue Geschäftsführung nicht einsetzen können."

Wie Mann's macht, macht Mann's verkehrt: Im aktuellen Merkur schreiben nur Frauen, bemerkt Burkhard Müller, der zwar keinen Kommentar dazu im Heft findet, wohl aber im Merkur-Blog. Übel stößt Müller dort das Wort "auch" auf, in dem er Frauen allen besten Absichten der Redaktion zum Trotz auf die "Reservebank" geschoben sieht: "Denkt man darüber nach, so kann der Merkur aus diesem Dilemma gar nicht herauskommen. Auf die Normalität weiblichen Daseins und Schreibens vermag er nur hinzuweisen, indem er sie als Spezialfall darbietet; das Krumme der numerischen Verhältnisse lässt sich nur gerade richten, in dem man es biegt; das Ende einer Bevorzugung soll durch einmalige Bevorzugung eingeleitet werden; das intendierte 'und' verzerrt sich, ohne dass es gewollt wäre, zu besagtem und beklagtem 'auch'."

Weitere Artikel: "Je rascher die digitale Revolution voranschreitet, desto schöner werden die Bibliotheken", staunt Jens Bisky beim Besuch der zwei neuen Lesesäle der Berliner Staatsbibliothek (hier einige Eindrücke). Bernd Graff informiert sich bei einer Stuttgarter Tagung über die "schleichende Ökonomisierung" aller ethischen Werte. Mit Argwohn beobachtet Peter Richter, dass das Museum in Boston zur Aufstockung des Haushalts seine berühmtesten Werke dauervermietet: "Da ist es bis zum Bruch des letzten Tabus, dem Verkauf, theoretisch nur noch ein einziger Schritt." Michael Stallknecht entdeckt bei einer Marbacher Tagung den Schriftsteller Rudolf Alexander Schröder wieder.

Besprochen werden neue Klassik-Veröffentlichungen, Daniel Barenboims und Claus Guths "Lohengrin" an der Scala in Mailand (bei arte finden wir einen Mitschnitt) und Bücher, darunter Jochen Hellbecks "Die Stalingrad-Protokolle" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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FAZ, 11.12.2012

Ob Ulla Unseld-Berkewicz und ihre Mit-Geschäftsführer Thomas Sparr und Jonathan Landgrebe nun nach Berufung und Revision des gestrigen Urteils abgesetzt werden oder nicht - nach der Entscheidung des Berliner Landgerichts, dass die Suhrkamp-Chefs zu Unrecht im Amt seien, sieht Andreas Kilb das Haus bereits jetzt gefährdet: "Wer wollte Autoren- und andere Verträge mit einer Geschäftsführung abschließen, die nur noch auf Abruf bis zum nächsten Prozesstermin amtiert? Und wer vertraute einem Unternehmen, dessen Gesellschafter einander bekriegen?"

Weitere Artikel: Marcus Jauer begleitete die Honoratioren der EU zur Friedensnobelpreisverleihung in Oslo. Gina Thomas schreibt zum Tod des Astronomen Patrick Moore, der über Jahrzehnte eine populäre Sendung in der BBC moderierte.

Außerdem spielte er Xylophon, hier zum Beispiel die eigene Komposition "Penguin Parade":




Dieter Bartetzko begutachtet das unter der Regie von David Chipperfield restaurierte Gesellschaftshaus im Frankfurter Palmengarten. Andreas Kilb ist nicht zufrieden mit der "karottigen Anmutung" der Furniere im neuen Lesesaal der Staatsbibliothek unter den Linden, eines der ausufernden Bauprojekte der Hauptstadt (420 Millionen Euro Kosten).

Auf der Medienseite erzählt der ehemalige Al Dschazira-Deutschland-Korrespondent Aktham Suliman, warum er den Sender verlassen hat: Er beschuldigt den Sender der einseitigen Stellungnahme für die syrische Opposition. Und Michael Hanfeld fragt, warum ausgerechnet die Talkshow von Anne Will mit ihrem deutlich politischen Programm womöglich abgesetzt werden soll.

Besprochen werden Nicola Porporas Oper "Poliferno" in Schwetzingen, Lutz Hübners Stück "Richtfest" in Bochum, Prokofjews Oper "Die Liebe zu den drei Orangen", die Ausstellung "Kaiser Maximilian und die Kunst der Dürerzeit" in Wien und Bücher, darunter Rainer Merkels Reiseessay "Das Unglück der anderen" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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