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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Dezidiert unhübsche Mädchen

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

07.12.2012. Wird Mo Yan in seiner Nobelpreisrede Liu Xiaobo erwähnen?, fragt die Welt. Das ganze chinesische Volk würde ihm jedenfalls zuhören. In der taz lotet Najem Wali die Schizophrenien arabischer Politik aus. Die Financial Times Deutschland verabschiedet sich mit Witz und ohne Bitterkeit. Alle würdigen Oscar Niemeyer. Wir setzen Links auf viele Bilder seiner Bauten. Und die New Republic feiert die einstige Vogue-Chefin Diana Vreeland, die so viele Heldinnen als möglich erschaffen wollte.

TAZ, 07.12.2012

Einen Vorstoß Richtung Polizeistaat sieht der irakische Schriftsteller Najem Wali in der aktuellen Mobilmachung der Golfstaaten gegen die Muslimbrüder. "Es ist eine Pointe der Weltgeschichte, dass die Golfländer die Gefahr der Muslimbrüder fürchten, die ohne deren logistische und finanzielle Unterstützung niemals zu dieser Stärke gekommen wären. In diese Logik der Unlogik passt, dass ausgerechnet die Golfländer die syrische Opposition nun mit Waffen und Geld versorgen und sie auch als die einzige legitime Vertretung des syrischen Volkes anerkannt haben. Und das, obwohl bei dem Gang der Entwicklung dort ein Teil dieser Opposition von den Muslimbrüdern gestellt wird. Was für eine Heuchelei!"

Weiteres: Oscar Niemeyer sei der "einzige der unter den Bedingungen des Bauhauses und der unmittelbaren Nachkriegsmoderne sozialisierten Architekten", schreibt Clemens Niedenthal in seinem Nachruf, der "noch eine von sämtlichen Fragen des Sozialen entledigte globale Superstararchitektur kennen gelernt" hatte. Cristina Nord schildert einen Besuch von Niemeyers Museum für zeitgenössische Kunst in Niteroi, das ihr den Atem verschlagen hat. Tim Caspar Boehme würdigt den verstorbenen Jazz-Pianisten Dave Brubeck. Und die Auslandskorrespondenten der taz deklinieren durch, wie staatliche Subventionsmodelle für Zeitungen in anderen europäischen Ländern funktionieren und ob sie auch für Deutschland taugen. Auf der Meinungsseite plädiert Steffen Grimberg für öffentlich-rechtliche Stiftungen.

Besprochen werden ein Berliner Konzert des Musikers, Arrangeurs und Lyrikers Hans Unstern und der Rückblick "Sequence. A Retrospective of Axis Records" von Label-Gründer und Techno-Produzent Jeff Mills, der als Bildband & USB-Stick oder 2 CDs erhältlich ist.

Und Tom.

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Weitere Medien, 07.12.2012

Die Financial Times Deutschland verabschiedet sich ohne bittere Note mit einem Rückblick auf die besten Scoops der Zeitung.

Außerdem kursiert aus der Rubrik das Letzte ein Gedicht Georg Dahms - "Auf rosa Socken". Daraus ein Auszug:

"Es ist dir zu viel Geld zerronnen,
du traust dem Strumpf nicht mehr.
Denn all die Ehr', die wir gewonnen,
nährt nicht den Aktionär. (...)"

Stichwörter: Deutschland, Geld

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Welt, 07.12.2012

In China ist wegen des Nobelpreises ein Riesenrummel um Mo Yan entstanden, berichtet Johnny Erling. Die Reise nach Stockholm, für die er fünf Anzüge gekauft hat (darunter einen Mao-Anzug) wird für ihn nicht einfach werden. 134 Nobelpreisträger fordern das Regime auf, Liu Xiaobo und seine in Sippenhaft in Hausarrest gehaltene Frau Liu Xia freizulassen. Mo Yan hatte sich nach dem Nobelpreis zwar schon pro Liu geäußert, aber in China hatte die Zensur sein Statement unterdrückt: "Die meisten Chinesen lasen und hörten so nicht mal was davon. Diesmal aber würden sie es erfahren, wenn Mo Yan sich in Stockholm als 135. Nobelpreisträger in die Liste der Namen einreiht, die für die Freiheit seines Landsmanns öffentlich eine Lanze brechen." Diesmal, so Erling, wird Mo Yans Rede in China live übertragen. Mehr zum Thema in der South China Morning Post.

Weitere Artikel: Tilman Krause fragt, was um Himmels willen den Suhrkamp-Gesellschafter Hans Barlach reitet, den Verlag juristisch zu demontieren. Boris von Brauchitsch schreibt zum Tod von Oscar Niemeyer. Und Josef Engels würdigt Dave Brubeck. Und porträtiert den Theaterautor Lutz Hübner.

Besprochen werden die große Ausstellung zum Fund der Nofretete-Büste vor hundert Jahren in Berlin und der Film "Shut Up and Play the Hits" über die Band LCD Soundsystem (mehr hier).

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Twitterfeed der Verlage

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Aus den Blogs, 07.12.2012

Das immer wieder zu empfehlende Architekturblog Dezeen präsentiert "Key projects by Oscar Niemeyer in Brazil photographed by Pedro Kok".

Die taz gehört neben der Bild und dem Münchner Merkur zu den Zeitungen, die der Deutsche Presserat 2012 rügte, meldet Meedia. Tatsächlich sieht in diesem Fall die Bild-Zeitung richtig gut aus neben der taz. Glückwunsch.

(Via Meedia) Nachdem Springer-Lobbyist Christoph Keese im Streit um Leistungsschutzrchte Google mit den Taliban verglich (wofür er sich inzwischen entschuldigte) und Mathias Döpfner gar von "Hehlerbande" sprach, fragt sich Wolfgang Michal auf Carta, wie weit die Empörung bei den Vertretern der Qualitätsmedien noch gehen wird: "Die Karikaturen, die von der Neuen Welt gezeichnet werden - verbal oder als Bild - sind nicht mehr allzu weit entfernt von ähnlichen Mustern in der Vergangenheit. Nur schade, dass sich Steve Jobs und Mark Zuckerberg nicht als Zigarren schmauchende, fette und krummnasige Kapitalisten darstellen lassen, die mit großem Appetit die Weltkugel verspeisen."

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FR/Berliner, 07.12.2012

Christian Thomas im Nachruf auf den Architekten Oskar Niemeyer: "Dächer ließ er schwingen. Wände beschrieben einen aufregenden Faltenwurf. Die Charta von Athen war ihm ein Katechismus wie wohl auch das Kommunistische Manifest."

Birgit Walter freut sich, dass sich die Gema freut, dass ihre geplante Tariferhöhung bis zum Urteil des Schiedsgerichts verschoben wurde. Peter Michalzik berichtet über einen Streit um das Mannheimer Theater. Markus Schneider schreibt den Nachruf auf Dave Brubeck.

Besprochen werden Andrea Breths Inszenierung der "Traviata" an der La Monnaie Oper in Brüssel und Ezra Pounds "Cantos" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Stichwörter: Brüssel, Oper

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NZZ, 07.12.2012

Joachim Güntner ist unschlüssig, ob es sich beim juristischen Schlagabtausch zwischen den Suhrkamp-Gesellschaftern Ulla Unseld-Berkéwicz und Hans Barlach um eine Tragödie oder eine Farce handelt, und zitiert den vorsitzenden Richter mit den Worten: "Beide Gesellschafter sehen sich offenbar wechselseitig als Inkarnation des Bösen."

Besprochen werden eine Inszenierung von Georges Bizets "Carmen" an der Nationaloper Paris (die Peter Hagmann einen "Abend von bleierner Langeweile" bescherte), drei filmische Annäherungen an John Cage sowie zwei voluminöse CD-Boxen von und ein Buch über Dietrich Fischer-Dieskau (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Ansonsten trägt die NZZ heute Trauer: um den brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer, den amerikanischen Jazzpianisten Dave Brubeck und den französischen Philologen Jean Bollack.

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Aus den Blogs, 07.12.2012

(via Bookslut) Noreen Malone blättert für The New Republic ungläubig durch die Erinnerungen der Vogue-Redakteurin Grace Coddington: "You've been all those places and met all those people and you have nothing interesting to say about it?" Da war Diana Vreeland doch ein anderes Kaliber, meint sie nach Lektüre der Vreeland-Biografie von Amanda Mackenzie Stuart. Vreeland nahm als Chefredakteurin von Vogue und Harper's Bazaar dezidiert unhübsche Mädchen wie Barbra Streisand, Anjelica Houston oder Penelope Tree aufs Cover. "Ja, Vreeland diktierte, was Mode war. Das war ihr Job. Aber sie ermutigte auch Idiosynkrasie, mit der Wahl ihrer Modelle und mit ihren Ratschlägen. Ein aufrechtes Rückgrat, innere wie äußere Haltung, waren notwendig. Das Modell Veruschka erfuhr, dass sie aus der Vogue verbannt worden war, weil sie 'wie ein Opfer statt wie eine Heldin' aussah. Vreeland wollte so viele Heldinnen wie möglich erschaffen." In Amerika läuft gerade ein Dokumentarfilm über sie (Trailer). Und in diesem kleinen Youtubefilm über Nijinsky versteht man in 22 Sekunden, was Vreelands Charme ausmachte:



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Weitere Medien, 07.12.2012

In mehreren Städten Frankreichs haben einige Zehntausend gegen ein geplantes Gesetz zur Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe protestiert. In Paris wurden Teilnehmerinnen einer Gegendemo angegriffen, dabei wurde auch die Journalistin Caroline Fourest verletzt, die das Geschehen filmte. Das Gesetz, davon ist sie im Interview mit der Jungle World überzeugt, werden sie damit nicht aufhalten können: "Ja, aber die Debatte darüber wird noch lang und hart. Schon beim Pax ist es so gewesen. Heute haben wir fast dieselbe Ausgangslage. Erzkonservative Katholiken schaffen es, durch Demonstrationen und homophobe Kampagnen die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Ihnen schließen sich gewaltbereite Rechtsextreme an, denen es nur darum geht, Homosexuelle physisch und verbal anzugreifen. Letztlich aber wird das Parlament im Sinn der Mehrheit aller Franzosen entscheiden und das Gesetz verabschieden."

Stichwörter: Caroline Fourest, Paris

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SZ, 07.12.2012

Die ganze erste Feuilletonseite ist dem Architekten Oscar Niemeyer gewidmet. Peter Burghardt erklärt Niemeyers Status als "brasilianischer Weltstar wie sonst nur die Fußballspieler von Pelé bis Kaká, die Sänger wie Chico Buarque und Caetano Veloso, den Massenautor Paulo Coelho." Jörg Häntzschel schreibt unterdessen einen ausführlichen Nachruf: "Während Le Corbusier von einer architektonischen Mechanik träumte, bei der die Form wie bei Schiff, Auto oder Flugzeug der Funktion folgte, waren Niemeyers architektonische Vorbilder die 'weißen Strände, riesigen Berge, alten Barockkirchen und die schönen, sonnengebräunten Frauen'. Wie niemand vor ihm nützte Niemeyer die neuen Möglichkeiten aus, die der Stahlbeton bot. Es gab keinen Grund mehr, sich auf rechte Winkel zu beschränken."

Online finden wir bei der SZ außerdem eine Bilderstrecke, ein Interview von 2011 und einen Essay von Kia Vahland. Bei Flickr stöbern wir unterdessen in einem förmlich aus allen Nähten platzenden, Niemeyer gewidmeten Fotopool.

Weitere Artikel: Bestätigt fühlt sich Franziska Augstein vom Fazit einer Berliner Podiumsdikussion, wonach fast alle Gründer des Bunds der Vertriebenen zuvor Unterstützer des NS-Systems waren. Lothar Müller erklärt einige Hintergründe im Suhrkamp-Prozess. Alexander Menden spricht mit dem Regisseur Martin McDonagh über dessen neuen (von Fritz Göttler besprochenen) Film "7 Psychos". "Der schiere Wahnsinn", bejubelt Karl Bruckmaier das neue, schlanke 58 Lieder umfassende Weihnachtsalbum des US-Indie-Musikers Sufjan Stevens. Via Bandcamp legen wir uns schon mal unter den Weihnachtsbaum:


Besprochen werden Bücher, darunter Ulrike Sterblichs "Die halbe Stadt, die es nicht mehr gibt" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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FAZ, 07.12.2012

Der Soziologe M. Rainer Lepsius widerspricht Bofingers, Habermas' und Nida-Rümelins Plädoyer für ein souveräneres Europa gegenüber den Mitgliedsstaaten. Weitere Eingriffe in die nationale Souveränität hält er nicht für das geeignete Mittel, um die Staatsschuldenkrise (die er in der konsequenten Missachtung des Maastricht-Vertrags zur Schuldenbegrenzung mitverursacht sieht) zu überwinden: "Die Vorstellung, Schulden in der abgelaufenen Größe könnten jemals zurückgezahlt werden, ist eine Illusion... Ein Schuldenschnitt erscheint unvermeidlich, auf jeden Fall ein Moratorium für die Zinszahlungen. Das ist der Preis für die Sicherung des Euro und des europäischen Projekts."

Weitere Artikel: Niklas Maak erinnert sich an seine persönlichen Begegnungen mit Oscar Niemeyer, der dabei stets so wirkte, "als bestehe der Mann ganz aus Koffein, so lebendig, wie er herumgestikulierte". Constanze Kurz schreibt über Vorbehalte der USA gegenüber chinesischer Netzwerktechnologie, in der sie bewusst eingebaute Spionagetools vermuten. Beim Frankfurter Konzert von Rufus Wainwright würde Wiebke Hüster "fast lieber der CD" zuhören. Wolfgang Sandner verabschiedet sich von Dave Brubeck.

Besprochen werden eine Ausstellung im Neuen Museum Berlin zum hundertsten Jubiläum des Nofretete-Funds, eine Ausstellung der Kunstsammlung des Hauses Alba im Centro Cibeles de la Cultura y Ciudadanía in Madrid und Bücher, darunter der Briefwechsel zwischen Allen Ginsberg und Jack Kerouac (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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