Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Perlentaucher-Autoren
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Am häufigsten kommentierte Bücher
Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Wie gebannt in einem Zauberkreis
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
18.07.2012. In der Welt erklärt Olga Martynova, wie angenehm es für Russen ist, in zwei Zeiten zu leben: Man fährt nach Mallorca und erzählt sich am Strand, wie nett es in der UdSSR war. Die FAZ erlag dem hölzernen Gesang der von Andras Schiff dargebrachten Schubertschen G-Dur-Sonate. FR und taz protestieren gegen die Schleifung der Berliner Gemäldegalerie. Überall wird immer noch über das Beschneidungsurteil diskutiert: Die Grüne Eva Quistorp attackiert im Perlentaucher die "postmoderne Religionspolitik" ihrer Parteiführung. Der Rechtsanwalt Thomas Stadler meint in seinem Blog, dass es schwierig werden dürfte, das Recht auf Beschneidung als Gesetz zu formulieren. Aber das soll bis Herbst geschehen, meldet die FAZ.
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Die Welt, 18.07.2012
Bachmann-Preisträgerin Olga Martynova erklärt im Interview, warum sie ihre Prosa auf Deutsch und ihre Gedichte auf Russisch schreibt und warum sie beim Schreiben so gern zwischen den Zeiten springt: "Dieses Gefühl, dass wir in einer Zeit leben und gleichzeitig in einer anderen, interessiert mich. In Russland kann man das gerade sehr gut sehen. Die Menschen, die zur Perestroikazeit geboren wurden, erzählen jetzt unglaubliche Mythen darüber, wie schön es in der Sowjetunion war. Sie fliegen nach Mallorca in die Ferien, und erzählen einander am Strand, wie schön es in der Sowjetunion war... Und deswegen bin ich auch sehr vorsichtig bei der 'Protestbewegung' in Russland. Teilweise ist sie extrem nationalistisch, teilweise besteht sie aus jenen jungen Menschen, die meinen, in der Sowjetunion sei alles wunderbar gewesen. Das ist eine hochexplosive Mischung."
Weiteres: Gerd Midding fürchtet, die Filmstadt Cinecitta könnte verkauft werden. Alan Posener reagiert sehr zufrieden auf die Nachricht, dass Frauen einen höheren IQ haben als Männer. Manuel Brug meldet Neuigkeiten aus dem Festival-Besetzungsreigen: Elisabeth Sobotka wird neue Chefin der Bregenzer Festspiele. Im Forum erklären die Forscher Eamon Kircher-Allen und Anya Schiffrin, Herausgeber des Buches "From Cairo to Wall Street: Voices from the Global Spring", wie sie bei der Recherche lernten, welche Bedeutung die sozialen Netzwerke für die jüngsten Proteste in Nordafrika, Europa oder den Vereinigten Staaten hatten.
Besprochen wird Elton Johns Aids-Buch "Love is the Cure".
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Perlentaucher, 18.07.2012
Eva Quistorp, ehemalige Europa-Parlamentarierin der Grünen, kann es kaum fassen: Was treibt grüne Spitzenpolitiker wie Renate Künast und Volker Beck dazu, ihre Zustimmung zur Beschneidung von Jungen ausgerechnet mit Bibel-Zitaten zu begründen? "Das ist, wie schon in der Kopftuchdebatte, Parteiergreifung für die traditionelle und konservative Thora- und Koraninterpretation; etwas, das grüne PolitikerInnen gegenüber der wörtlichen und konservativen Bibelauslegung im Christentum niemals zugelassen haben - man denke an die Forderung nach schwulen Bischöfen und der kirchlichen Trauung lesbischer Paare und anderes."
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Neue Zürcher Zeitung, 18.07.2012
Anlässlich des Architektursommers in Hamburg feiert Roman Hollenstein die Stadt als Architekturmetropole, die in der Vergangenheit von den schlimmsten Bausünden verschont blieb und sich selbst mit der Elbphilharmonie "keine Fehlinvestition" geleistet habe: "Mit ihr besitzt Hamburg schon jetzt ein weithin sichtbares Wahrzeichen, dessen Ausstrahlung mit der des Opernhauses von Sydney oder des Guggenheim-Museums von Bilbao verglichen werden darf."
Markus Bauer besucht die rumänischen Herkunftsorte des Dirigenten Sergiu Celibidache, Roman und Iasi.
Besprochen werden drei große Schauen zum Renaissance-Maler Luca Signorelli in Orvieto, Perugia und Città di Castello, Thomas Medicus' Biografie der NS-Vorzeigepilotin Melitta von Stauffenberg, Klaus Reicherts "Türkische Tagebücher" und Ingram Hartingers Brevier "Kigo" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
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Weitere Medien, 18.07.2012
Im New Statesman warnt der Historiker Richard J. Evans angesichts der hohen Arbeitslosenzahlen in vielen europäischen Ländern vor dem Einfluss rechtsextremer Parteien auf Mainstreamparteien, auch wenn sich die Geschichte von Deutschland 1930-33 nicht einfach wiederholen werde: "What is happening now is something related but different, a new threat for a new era. It's not that unemployment leads directly to the rise of fascism. The social crisis that led to the present policies of austerity reaches far wider. Businesses go bankrupt, banks crash, civil servants are sacked, pay is cut, benefits are slashed, public services are shattered. It is not just the young, or the unemployed, who are affected. The whole of society is affected by it. No wonder political extremism is on the rise."
John Burnside hat für den New Statesman eine Kurzgeschichte geschrieben, "Perfect and privat things".
In The Nation erklärt Anson Rabinbach einer amerikanischen Leserschaft ausführlich, warum Jürgen Habermas mit seiner Kritik an der derzeitigen Verfasstheit der Europäischen Union und der sie beherrschenden politischen Elite Recht hat.
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Die Tageszeitung, 18.07.2012
Ingo Arend sieht mit der geplanten Verbannung der Alten Meister aus der Gemäldegalerie den "Tatbestand der Verhinderung der Aneignung des kulturellen Erbes" erfüllt: "Nur weil die FAZ die Gemäldegalerie als 'Kronjuwel des preußischen Erbes' bejubelt, besteht übrigens kein Grund, die ganze Chose als Querelen irgendeines wurmstichigen Kunstbürgertums abzutun. Hier findet ein veritabler Angriff der Gegenwart auf die Vergangenheit statt, um einen Filmtitel Alexander Kluges abzuwandeln."
Weiteres: Andreas Klaeui berichtet vom Theaterfestival Avignon. In ihrer Medienkolumne wünscht sich Silke Burmester, dass die SZ ihr neues Layout mit den vielen nicht zusammenpassenden Schriften kassiert.
Besprochen werden die Ausstellung "Histoires de Voir" in der Pariser Fondation Cartier und Stephen Frears' Spielerfilm "Lady Vegas".
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Weitere Medien, 18.07.2012
Martin Vogel hat einen Prozess gegen die Verwertungsgesellschaft Wort geführt, weil sie einen Teil ihrer Gelder an die Verlage, statt an die Autoren ausschüttet. Im Interview mit irights.info kritisiert er unter anderem die Position der Gewerkschaften in der Frage: "Meinen Musterprozess hätte doch Verdi im Interesse der Mitglieder längst selbst führen müssen. Aber es waren die Gewerkschaften, die das nicht wollten. Wie kommt es, dass mir der DJV die Kostenübernahme für meinen Prozess verweigert hat, obwohl ich dort Mitglied bin, und wie kommt es, dass sämtliche Gewerkschaftsmitglieder in den Gremien der VG Wort den kritisierten Verteilungsplänen zugestimmt haben? Das verstehe ich beim besten Willen nicht."
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Aus den Blogs, 18.07.2012
Rechtlich gesehen dürfte es höchst schwierig werden, die Beschneidung gesetzlich zu verankern, meint Rechtsanwalt Thomas Stadler in seinem Blog: "Wenn man also nach sorgfältiger Abwägung der sich gegenüberstehenden Grundrechtspositionen zu dem Ergebnis gelangt, dass das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrheit Vorrang vor der Religionsfreiheit der Eltern genießt, dann ändert sich daran auch dann nichts, wenn der Gesetzgeber nunmehr einen Rechtfertigungstatbestand schafft. Dieser wäre dann nämlich schlicht verfassungswidrig."
Man kann nicht zugleich für Israel und gegen Beschneidung sein, meint der Blogger Filipp Piatov in einem viel diskutierten Beitrag an die Adresse all jener, die er nun als falsche Freunde Israels entlarvt sieht: "Wer das Judentum nur oberflächlich kennt und versucht, die Diskussionsfreude der Religiösen auf die Beschneidungsdebatte zu lenken, wird versagen. Denn so sympathisch man als Säkularer das Judentum finden kann, so darf man doch nicht vergessen, dass es immer noch eine Religion ist; mit all ihren religiösen Eigenheiten. Und im Falle der Beschneidung lautet die Eigenheit: Keine Veränderung."
Diesem Ewigkeitsanspruch hält Felix Riedel in seinem Blog entgegen: "Der jüdische Gott als literarische Figur ist nun mal kein auf Literalismus geeichter Gott: Er ist fehlbar und lässt sich mitunter von Argumenten der Menschen überzeugen. Sein Zorn reut ihn ebenso wie seine vergangenen Fehler. Er ist ein zutiefst historischer Gott, der über die Jahrtausende der Überlieferung Gesetze vermittelt, die meist den jeweiligen historischen Bedingungen angemessen sind."
Hingewiesen sei außerdem auf den Beitrag Alan Poseners in starke-meinungen.de, der eine positive Diskriminierung von Juden und Muslimen ablehnt, und auf Jörg Lau in seinem Zeit-Blog, der nun endgültig verstanden hat, dass Antisemitismus und Islamophobie ein und das selbe sind.
Auch der Guardian beschäftigt sich mit dem Thema. Kate Connolly beschrieb in einem Bericht, worum es überhaupt geht. Und Giles Fraser, ein zum Christentum konvertierter Priester, wendet sich in einem Kommentar empört gegen ein Beschneidungsverbot, weil dann Hitler doch noch gewinnt. Interessant sind vor allem die Leserkommentare (1112 bei Conolly, 1215 bei Fraser), die sich - und das war beim Guardian nicht unbedingt zu erwarten - in großer Mehrheit gegen die Beschneidung von kleinen Kindern aussprechen.
Und in der Stuttgarter Zeitung stellt Rupert Koppold den in Paris lebenden syrische Comic-Autor Riad Sattouf vor, der einen Comic über seine Beschneidung verfasst hat, Auszug: 
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Süddeutsche Zeitung, 18.07.2012
Der Orientalist Roman Seidel ergeht sich ausführlichen Würdigungen der beiden iranischen Spitzenfunktionäre Ali Laridschani und Gholam-Ali Haddad-Adel als Kant-Experten. Christoph Haas schmökert sich durch den kompletten (aber auch "ziemlich halbherzigen") Relaunch von insgesamt 52 Superhelden-Comicserien aus dem Hause DC und erfährt dabei "einiges über den prekären Status, den die Superhelden heute gerade in ihrem Mutterland besitzen." Die ganze zweite Seite des Feuilletons ist dem 75-jährigen Bestehen des Hauses der Kunst in München gewidmet: Willibald Sauerländer erinnert an die Gründung des Hauses, zu der Hitler eine "ölige Rede" hielt und Goebbels die Ausstellung "Entartete Kunst" organisierte. Diese schwierige Frühgeschichte findet Gottfried Knapp unterdessen in einer aktuellen Jubiläumsausstellung gut dargestellt. Catrin Lorch wirft derweil beim Flanieren durch das Gebäude einen genaueren Blick auf dessen Architektur und jetzige Einrichtung. Karl Bruckmaier schreibt den Nachruf auf Jon Lord.
Besprochen werden neue Pop-Alben und Bücher, darunter "Sunset Boulevard", Kevin Vennemanns Buch über die Architekturmoderne in Kalifornien (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2012
Eleonore Büning hat beim Klavier-Festival Ruhr nicht nur Martha Argerich hören dürfen. Fast mehr noch beeindruckte sie Andras Schiff mit Schuberts himmlisch ereignisloser G-Dur-Sonate auf einem alten Hammerklavier: "Am Anfang, zugegeben, fällt diese Erziehung zum Zuhören wohl allen ziemlich schwer. Doch nach weniger als fünf Minuten haben sich die Ohren neu eingestellt und fokussiert. Niemand verlässt den Saal. Wir alle sind plötzlich Gefangene dieses weichen, lieblichen, runden, hölzernen Gesanges, der da aus dem alten Flügel aufsteigt, sind wie gebannt in einem Zauberkreis."
Weitere Artikel: Rainer Meyer, der einst als Blogger (und Rentier) Don Alphonso die Blogosphäre unsicher machte, skizziert mit viel Spott ein Bild der digitalen Bohème in Berlin mit ihrem Traum von einem "BGE" (bedingungslosen Grundeinkommen). Melanie Mühl erklärt, wie sich der Alpinismus verändert hat, der zu einem hochtechnisierten Massenphänomen wurde - und in diesem Jahr viele Menschenleben kostete. Jordan Mejias erzählt von einem lautstarken Streit am Museum of Contemporary Art in Los Angeles, dessen neuer Kurator Jeffrey Deitch durch konsequente Kommerzialisierung fast das gesamte Direktorium vergraulte. Edo Reents schreibt zum Tod des Deep-Purple-Organisten Jon Lord.
Besprochen werden der Film "Guilty of Romance" von Sion Sono und Bücher, darunter Erzählungen der ungarischen Autorin Trisztina Toth (mehr hier und in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
Auf Seite 1 wundert sich Reinhard Müller darüber, "mit welcher Vehemenz" die Verteidiger des Kölner Beschneidungsurteils angegegriffen würden und ist sich sicher: "Wenn es dem Rechtsfrieden dient, wird der Gesetzgeber eine lege artis vorgenommene Beschneidung ausdrücklich erlauben." Es wird auch gemeldet, dass der Bundestag noch bis zum Herbst einen Gesetzentwurf zu Beschneidung erarbeiten will.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Zu 93 Prozent akkurat
18.06.2013. In der Welt erhofft sich Wolfgang Kraushaar durch neue Ermittlungen mehr Informationen über die Terrorserie in München 1970. Die Digitale Gesellschaft erstattet wegen Prism Anzeige bei der Polizei: Es besteht Verdacht auf Spionage. In der taz verrät Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser die Honorare seiner freien Mitarbeiterin Silke Burmeister. Stefan Niggemeier kann sich darüber nur sehr wundern. Dass der Aufklärer Walter Jens bei seiner Trauerfeier mit Mozarts Requiem verabschiedet wurde, gehört zu den Aporien, die zu ihm passen, findet die FAZ. Mehr lesen
Doch eher blumig-ornamental
17.06.2013. Trotz allem: Noch ist die NSA ist nicht die Stasi, meint Fred Kaplan in der FAZ. Frank Schirrmacher fordert in der Sonntags-FAZ trotzdem ein europäisches Staats-Google. Spiegel Online ist da skeptisch, der BND nicht. In der Welt erklärt Zafer Sencak, warum sich die türkische Jugend den von Tayyip Erdogan verordneten Islam nicht mehr bieten lassen will. Die NZZ unternimmt eine Reise nach Timbuktu. Die taz meint: Auch nach der Wiederentdeckung von Hilma af Klint muss die Geschichte der Malerei nicht neu geschrieben werden. Mehr lesen
Nichts wissen macht nichts
15.06.2013. Im Interview mit der taz erklärt Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser den Erfolg seines Wochenmagazins. Freie Journalisten dürften sich für das Interview interessieren! Recht heftig ging es auch bei einer Wiener Konferenz über das Urheberecht zu, berichtet Futurezone. In der NZZ sucht und findet der Zeithistoriker Edgar Wolfrum einen Gründungsmythos für Europa: Der 17. Juni hat damit zu tun. Die SZ findet Femen pubertär. Mehr lesen
Wenn der dreimal Terror ruft
14.06.2013. In der SZ erklärt Constanze Kurz, warum Google denn doch nicht dasselbe ist wie die NSA. Und in der FAZ erklärt sie, dass es auch der NSA durchaus um Wirtschaft gehen könnte. Der Guardian erzählt, warum sich der Whistleblower Edward Snowden nicht an die New York Times wandte. Der Freitag interviewt einen türkischen Journalisten zu Zensur und Selbstzensur in den Medien des Landes. Im Buchreport erklären die Manager von Randomhouse die Rolle der Verlage in Zeiten des Ebooks. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Heutzutage Gespenster
13.06.2013. Auch Kroatien ist erst in Europa richtig zuhause, meint Marko Martin in der Welt. Die deutschen Qualitätszeitungen wollen jetzt auch alles, was nicht sowieso schon kostenpflichtig ist, mit einer Paywall einfrieden, meldet horizont.net. Die Zeit bringt mehrere Artikel zu den Istanbuler Demonstrationen, darunter von Seyran Ateş und Feridun Zaimoglu. Die SZ erzählt, wie die Kulturinstitutionen Ägyptens von den Islamisten besetzt werden. Die Ruhrbarone suchen angesichts des Mordaufrufs gegen Hamed Abdel-Samad Trost bei Lichtenberg. Mehr lesen
Dass dieser Vorsprung nun aufgebraucht ist
12.06.2013. Die FAZ berichtet von Tayyip Erdogans konzertierter Aktion: Als Begleitmusik zur Räumung des Taksim-Platzes beschimpfte er die Demonstranten in einer landesweit übertragenen Rede als Terroristen. Mozilla und andere Organisationen starten die Kampagne StopWatching.Us gegen Prism, berichtet Netzpolitik. Die Macht hat die Sprache des Netzes gelernt - ein Einschnitt in der Geschichte des Internets, fürchtet Markus Beckedahl ebendort. Und in der SZ fragt sich Teju Cole, warum das Genre des Romans trotz Virginia Woolf wieder bei Jane Austen gelandet ist. Mehr lesen
Es ist immer die allerletzte Minute der Geschichte
11.06.2013. Nach der Enthüllung des Prism-Skandals fragen der Guardian, die FAZ und andere Zeitungen nach den weltpolitischen Konsequenzen. In der FAZ rät Datenschützer Thilo Weichert, keine amerikanischen Internetdienste mehr zu nutzen. In der SZ setzen sich Aleida Assmann und Bernard Giesen sehr kritisch mit Giorgio Agambens Ruf nach einem "Empire latin" auseinander. Auf starke-meinungen.de fragt Alan Posener, ob sich die Antideutschen wirklich für Israel interessieren. Alle Zeitungen würdigen den "reinen Intellektuellen" Walter Jens. Und aktuell: Spiegel Online meldet, dass der Taksim-Platz geräumt wird. Mehr lesen
Automatisch aufgesaugt
10.06.2013. Der Prism-Skandal beschäftigt fast alle Medien. Wir bringen eine ganz aktuelle Presseschau - auch mit Informationen über den Whistleblower Edward Snowden. Auch deutsche Medien befassen sich mit der Affäre: Das Geheimnis hat die Schranken des Rechtsstaats gesprengt, meint die FAZ. Focus meldet, dass Hans Barlach Einspruch gegen das Schutzschirmverfahren für Suhrkamp einlegt. In Spiegel Online appelliert Hamed Abdel-Samad an die deutsche Regierung, die in Ägypten zirkulierenden Mordaufrufe gegen ihn zu verurteilen. Für die NZZ besucht Tom Schulz das Wohnhaus Paul Celans in Czernowitz. Mehr lesen
Pinguine und Schizophrenie
08.06.2013. Das Abhörprogramm der Obama-Regierung lässt die Feuilletons erstaunlich kalt: Warum soll die Regierung nicht dürfen, was Google und Amazon ja längst machen, fragt die Welt. Russen und Chinesen hätten immer schon gewarnt, dass Amerikaner und Israelis so etwas tun, meint Frank Rieger vom Chaos Computer Club in der FAZ. Die Internetkonzerne scheinen sich laut New York Times jedenfalls kaum gewehrt zu haben. Außerdem: Religionskritik führt nur zu Rechtsfundamentalismus warnt die FR. In der taz besingt Dilek Zaptcioglu die Vorteile von Twitter beim Protest. Mehr lesen
Gierige Halbwelt und einverständige Mediengaffer
07.06.2013. Der Spiegel geißelt Barack Obamas Überwachungsstaat, der bedenkenlos so viele Telefongespräche aufzeichnet wie nur möglich. Die Welt bringt ein großes Dossier über Picasso und Deutschland. Das Blog mylorraine.fr porträtiert den 21-jährigen Fotografen Edouard Elias, der in Syrien vermisst wird. Die taz lauscht der Nostalgiemaschine der Boards of Canada. Die FAZ feiert mit den Istanbuler Demonstranten. Aber in Venedig wird ihr übel. Mehr lesen
Ausnahmslos schleppend, exzeptionell tieftönig
06.06.2013. In der SZ singt Orhan Pamuk eine Hommage auf die Demonstranten vom Taksim-Platz. Berliner Blogs streiten über Berliner Start ups. Der Freitag fragt mit Blick auf die Suhrkamp-Debatte, ob die Feuilletons endgültig ins Spektakel abgeglitten sind. Die Zeit hat beim kostenlosen Lunch im Silicon Valley die AGB von Google studiert. In der taz fordert Reinhard Loske Freiheit zum Verzicht auf Freiheit zum Konsum. Der Tagesspiegel geißelt die scharfen Urteile gegen internationale Stiftungen in Ägypten. Mehr lesen
Bereits fertig gemischte Tubenfarben
05.06.2013. Die Begeisterung über den Büchner-Preis für Sybille Lewitscharoff ist allgemein sehr groß: Nur die taz hat Bedenken gegen ihren bekennenden Kulturkonservatismus. In der Welt erklärt Henryk Broder, warum er kein Börne-Preisträger mehr sein will, wenn Peter Sloterdijk einer ist. Die SZ und Netzpolitiker Markus Beckedahl sind sich einig: Es kommt nicht darauf an, dass Politiker im Wahlkampf twittern - sondern dass sie sich für Netzneutralität stark machen. Die FAZ würdigt van Gogh als Techniker. Mehr lesen
Schönster Schweinerockismus
04.06.2013. Die türkischen Proteste erregen auch die Feuilletons. Die taz findet: "Zu Grabe getragen wird ein Projekt von welthistorischer Bedeutung: die Demokratisierung des politischen Islams." Der Guardian erzählt, wie türkische Oppositionelle per Crowdfunding eine Anzeige in der New York Times kaufen. Die FAZ erklärt, warum Erdogans Polizei so unbeliebt ist. Außerdem: Die Welt versucht herauszufinden, wer die Milliarden-Erben Sylvia und Ulrich Ströher sind, die als weiße Ritter für Suhrkamp im Gespräch sind. Und die SZ fürchtet um die exception culturelle. Mehr lesen
Durchgeknallte Synapsen
03.06.2013. FAZ, taz und Zeit online berichten aus Istanbul, wo die städtische Jugend erstmals massiv gegen den frommen Autoritarismus Tayyip Erdogans aufbegehrte. Der Streit um Suhrkamp geht weiter: Heute antwortet eine ungenannte Zeitung aus Frankfurt auf einen ungenannten Journalisten aus München. Die Welt schickt ein letztes Psychogramm der Bewegung gegen die Schwulenehe in Frankreich. Und Stefan Niggemeier fragt: Ist Springer etwa ein Startup? Mehr lesen
Bitte schreiben Sie das nicht auf!
01.06.2013. Heute eröffnet die Biennale in Venedig, die Feuilletons nehmen sie sehr kontrovers auf: Die FAZ erkennt in ihr einen synkretistischen Tempel, in dem auch die Götter der Vergangenheit und Dilettanten ihren Platz haben. Die NZZ erkennt in ihr eine große Umarmung der Welt. Die SZ vermisst Zeitgenossenschaft. Der taz fehlen die Highlights. SZ und NZZ schreiben außerdem den Suhrkamp-Roman fort. Und in der Welt stolpert Salman Rushdie über erste Erinnerungslücken. Mehr lesen








