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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Dieser billige Gutenberg-Druck!

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

28.06.2012. Das Kölner Urteil zur Beschneidung von Jungen sorgt in fast allen Zeitungen für Diskussionen. Michel Friedman kritisiert das Urteil in der Welt und fordert eine breite Debatte. Die FAZ stimmt den Richtern dagegen zu. Die taz wundert sich nicht, dass die Religionsgemeinschaften "aufheulen". Achgut erzählt die Geschichte der nicht-jüdischen "jüdischen Israelkritikerin" Irena Wachendorff. Die SZ erklärt, warum Jean-Jacques Rousseau gegen Twitter wäre. Und in der Zeit erklärt Paulo Coelho, warum er für Twitter ist.

Welt, 28.06.2012

Michel Friedman ist gegen die Gerichtsentscheidung (Pressemitteilung des Gerichts als pdf-Dokument) zur Beschneidung von Jungen - aber er fordert auch eine breite Diskussion: "Sie steht stellvertretend für eine Neupositionierung in der Frage, wie es um die Rolle, den Einfluss und die Rechte der Religionsgemeinschaften bestellt ist. Sie berührt die Frage, wie viel Toleranz und Freiraum wir uns gegenseitig geben. Sie steht aber auch für die Frage, die uns in den letzten Jahren im Zusammenhang mit dem Islam immer wieder beschäftigt hat, wann genau der Moment gekommen ist, an dem staatliches Recht religiöse Riten unterbinden muss."

Im Feuilleton erkennt Thomas Schmid in Jean-Jacques Rousseau den "selbstgeschaffenen Prototyp des modernen Menschen": "Wenn wir ihn mögen, mögen wir uns, wenn wir mit ihm hadern, hadern wir mit uns selbst." Auch Tilman Krause schreibt zum 300. Geburtstag Rousseaus.

Besprochen werden Marcus Vetters Dokumentarfilm "Cinema Jenin" (mehr hier) über das Kino, das der Deutsche in der palästinensischen Stadt Jenin betreibt, und eine Retrospektive des chinesischen Malers Qiu Shihua in Berlin.

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Aus den Blogs, 28.06.2012

Jennifer Nathalie Pyka erzählt auf Achgut die Geschichte der Aufschneiderin Irena Wachendorff aus Remagen, die auf der Facebook-Seite von Ruprecht Polenz als jüdische Israelkritikerin auftritt und sich ihre Vita selbst gestrickt zu haben scheint - ihr Vater sei ein stenggläubiger Jude gewesen, die Mutter eine Auschwitz-Überlebende. Dummerweise stelt sich nach Recherche heraus, dass der Vater Wehrmachtsoffizier war, während die Mutter auf Nachfrage beteuert, nie in Auschwitz gewesen zu sein: "Aus dem väterlichen Wehrmachtsoffizier wird mal eben ein verfolgter Jude, aus der Mutter eine Auschwitz-Überlebende und aus ihr selbst eine IDF-Veteranin, und schwupps, schon avanciert sie als 'jüdische Israelkritikerin' zur Jüdin der Herzen. Bejubelt wird sie dabei nicht nur von Salafisten, Esoterikern und anderen Antisemiten, sondern auch von Ruprecht Polenz, dessen blinder Glaube an das rheinisch-jüdische Alibi ihm die Sinne offensichtlich komplett vernebelt hat."

Stichwörter: Auschwitz, Mutter

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TAZ, 28.06.2012

Das LG Köln hat sein Urteil gegen Beschneidung nicht nur mit der Körperverletzung begründet, sondern auch mit der so verletzten Freiheit des Individuums, selbst über seine Religionszugehörigkeit entscheiden zu dürfen. Kein Wunder, dass die Religionsgemeinschaften "aufheulen", meint Isolde Charim. "Entscheidung ist nicht der Modus, in dem diese Religionen ihre Zugehörigkeiten regeln. Aus religiöser Sicht ist der Gläubige kein mündiger Bürger, der seine Religion frei wählt. Denn in der religiösen Innenperspektive gibt es keine Wahl des Glaubens. Das würde ja voraussetzen, dass der spätere Gläubige vorher schon jemand war." Trotzdem ist Charim am Ende gegen das Urteil, weil sie befürchtet, dass die Jungs wieder "auf dem Küchentisch" landen.

Mathias Becker unterhält sich mit dem brasilianischen Soziologen und Graffiti-Experten Sergio Franco über einen Zwischenfall beim Graffiti-Workshop während der Berlin Biennale: einer der brasilianischen Sprüher, der "Pixadores" hatte dabei sein Kürzel an das Gemäuer einer Kirche gesprüht, was zu einer Auseinandersetzung mit Biennale-Kurator Artur Zmijewski und der Polizei führte. "Das war eine echte physische Auseinandersetzung, nur eben mit Farbe statt mit Fäusten. Hier waren echte Gefühle im Spiel. Der Zorn der Kurators über die Respektlosigkeit seiner Gäste. Und der verletzte Stolz des Künstlers."

Weitere Artikel: Sonja Vogel resümiert eine Veranstaltung des Berliner Literaturforums, mit Nachfahren deutscher Kommunisten, deren Eltern in der UdSSR ins Lager kamen. Jan Feddersen ärgert sich über den unfairen Vorwurf, Israel beitreibe mit seiner schwulen- und lesbenfreundlichen Kritik nur Marketing. Der Historiker Jörg Baberowski plädiert im Interview dafür, dass demokratische Politiker, auch Angela Merkel, den EM-Spielen in der Ukraine fernbleiben: "Der Opposition würde diese Geste helfen, sich gegenüber der Regierung als eigentliche Europäer zu profilieren. In der Bevölkerung wird registriert, dass die Herrschenden boykottiert werden."

Besprochen werden der Arthousefilm "Cinema Jenin" von Filmemacher Marcus Vetter (in dem laut Stefan Reinecke "zu viel ich" unterwegs ist) und Ed Gass-Donnellys Film "Small Town Murder Songs".

Und Tom.

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Twitterfeed der Verlage

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Weitere Medien, 28.06.2012

Michael Wuliger von der Jüdischen Allgemeinen stieß in einer Arbeit des Künstlers Marc Adelman auf eine interessante Information über das Berliner Holocaustmahnmal: "'Stelen (Columns)' heißt die Montage aus Fotos, die Adelman von der schwulen Datingsite gayromeo.com heruntergeladen hat. Dort finden sich Hunderte von Bildern knackiger junger Männer, aufgenommen am Holocaustmahnmal, das offenbar für diese Zwecke ein beliebtes Hintergrundmotiv ist."

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Freitag, 28.06.2012

Gar nichts anfangen kann Wolgang Michal mit dem Buch "No Coypyright" der niederländischen Autoren Joost Smiers und Marieke van Schijndel, die behaupten, das beste Urheberecht sei gar keines: "Das klingt für manche wie ein Märchen, für andere wie heller Wahn, doch genau mit dieser naiven 'Schockstrategie' wollen die Autoren einen 'Paradigmenwechsel' beim Nachdenken über das Urheberrecht erzwingen."

Stichwörter: Urheberrecht

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NZZ, 28.06.2012

Die brasilianische Bauwirtschaft boomt, berichtet Regina de Macedo Marquardt. Während internationale Stararchitekten Bauprojekte in São Paulo und Rio de Janeiro verfolgen, wird auch der soziale Wohnungsbau wieder zum Thema, nachdem jahrzehntelang Wildwuchs herrschte: "Gerade in São Paulo zeichnete sich neuerdings ein Trend hin zu baukünstlerischer und urbanistischer Qualität ab, die durch etablierte Architekten mit städtebaulichem Geschick garantiert werden soll. Diese Wende mag heute selbstverständlich erscheinen, dennoch musste sich diese neue Sinneshaltung gegen das Dogma des Mutirão genannten kollektiven Bauens durchsetzen. Dieses erlaubte den Favela-Bewohnern, ihre Hütten selber und gemeinsam zu bauen."

Besprochen wird außerdem der Film "The Amazing Spider-Man" ("ein Genuss. Es sei denn, man leidet an Höhenangst", meint Jürg Zbinden) sowie Bücher, darunter György Dalos' tragikomischer Schelmenroman "Der Fall des Ökonomen" (Leseprobe, mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Spiegel Online, 28.06.2012

Thilo Sarrazin fordert von der taz eine Unterlassungserklärung. Am 18.6. hatte ein anonymer Autor auf der Wahrheitsseite der taz über Sarrazin geschrieben, dieser werden "inzwischen von Journalisten benutzt wie eine alte Hure, die zwar billig ist, aber für ihre Zwecke immer noch ganz brauchbar, wenn man sie auch etwas aufhübschen muss". Dass die taz die Bild-Zeitung mal als Qualitätszeitung aussehen lassen würde, hätte man auch nicht gedacht.

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FAZ, 28.06.2012

Den empörten Reaktionen religiöser Vertreter zum Trotz hält Jürgen Kaube die Entscheidung des Kölner Landgerichts, die religiöse Beschneidung von Säuglingen als Körperverletzung einzustufen, für gut und richtig, da es ein "Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaften" nicht gebe: "Das Kindeswohl kann nicht ausschließlich von Gepflogenheiten einer Religionsgemeinschaft abhängig gemacht werden. Bräuche, die in die körperliche Unversehrtheit eingreifen, sind abzuschaffen." Und wenig versteckt an Matthias Drobinski wegen dessen gestriger Apologetik in der SZ adressiert: "Wer Richtern, die dem folgen, den Vorwurf macht, sie machten den Rechtspositivismus zu einer Ersatzreligion, macht ihnen in Wahrheit das größte Kompliment."

Weiteres: Verfassungsrechtler Winfried Hassemer fürchtet, dass der akute Zeitdruck in Sachen Europa in starkem Widerspruch zur juristisch gründlichen und entsprechend langsamen Vorgehensweise bei der Entscheidungsfindung des Bundesverfassungsgerichts stehe. Gina Thomas liest den neuen Roman von Martin Amis, der darin zum Abgesang auf Großbritannien anhebe und sich dort deshalb gegen den Vorwurf der Nestbeschmutzerei verteidigen müsse. "Im Gegensatz zur Berlin Biennale", schreibt Swantje Karich, gewinne bei der Manifesta im belgischen Genk "die Kunst gegenüber den historischen Dokumenten". Verena Lueken tappt in einer Reihe mit Films Noirs im Filmmuseum Frankfurt "durch dunkle Treppenhäuser" und erblickt dabei "Frauen, die rauchen, Frauen, die trinken, Frauen, die schießen." Helmut Mayer sichtet neue Buchveröffentlichungen zum 300. Geburtstag von Jean-Jacques Rousseau. Nils Minkmar schreibt den Nachruf auf die Regisseurin und Drehbuchautorin Nora Ephron, Gerhard Stadelmaier den auf die Schauspielerin Doris Schade.

Besprochen werden neue Schallplatten von Keane und dem John Abercrombie Quartet, sowie Bücher, darunter ein Plädoyer für das Kino von Lars Henrik Gass (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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SZ, 28.06.2012

Die Philosophin Ursula Pia Jauch erinnert ganzseitig an Jean-Jacques Rousseau, der vor dreihundert Jahren geboren wurde und als Kritiker einer "Gesellschaft von Ich-Süchtigen" ihr zufolge wohl schon damals vor Twitter gewarnt hätte: "Im Gewitter von Tweets und Twitter ist 'der Andere' erodiert, der Narziss beginnt den Citoyen zu ersetzen." (Unser Eindruck vom Geschehen auf der Plattform ist freilich ein anderer.)

Weiteres: Jens-Christian Rabe wird beim Berliner Konzert von Jack White Zeuge einer "irrwitzigen Mischung aus einer knarzig-jaulenden Feier der E-Gitarre (...) und einem rührseligen Americana-Volksfest". Henning Klüver blättert in italienischen Zeitungen, wie sich das Land auf das heutige Halbfinalspiel Deutschland gegen Italien einstimmt. Matthias Drobinski holt kritische Stimmen zum Beschneidungsurteil des Kölner Landgerichts ein. Anke Sterneborg plaudert mit Emma Stone, die im heute anlaufenden "Amazing Spider-Man" dem Spinnenmann ins Netz geht. Susan Vahabzadeh schreibt den Nachruf auf die Regisseurin Nora Ephron (dazu mehr hier).

Für die Medienseite hat Claudia Tieschky die Redaktion des Philosophie Magazins (mehr) in Berlin-Wedding besucht.

Besprochen werden der kanadische Indiethriller "Small Town Murder Songs", der Dokumentarfilm "Cinema Jenin", Ausstellungen über den Karikaturisten Karl Arnold in der Pinakothek der Moderne in München und im Olaf-Gulbransson-Museum am Tegernsee und Bücher, darunter Stefano Bennis Roman "Brot und Unwetter" (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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Zeit, 28.06.2012

"Wir können doch den Fortschritt nicht stoppen": Der brasilianische Bestsellerautor Paulo Coelho ruft im Feuilleton seine Branche dazu auf, sich an die technischen Gegebenheiten anzupassen. Künstler sollten stolz sein, wenn Piraten ihre Werke kopieren. Das Urheberrecht schützt ohnehin nicht ihre Interessen, sondern die der Geschäftswelt. Und der klassische Intellektuelle ist tot, abgelöst vom internetual, vom 'Internetuellen', der sich über Blogeinträge und Tweets ausdrückt: "Als Gutenberg den Buchdruck erfand, riefen die Mönche: 'O Gott, wir ziehen uns lieber aus dieser Welt zurück, sie ist zu schnell geworden. Früher haben wir Zeichnungen gemacht, unsere Bücher waren Kunstwerke, und jetzt haben wir diesen billigen Gutenberg-Druck!' Aber: Jede technologische Revolution schafft eine Plattform für eine kulturelle Revolution."

In der Berliner Zeitung hat Martin Mosebach vergangene Woche bekannt, dass er sich nicht empören könne, "wenn in ihrem Glauben beleidigte Muslime blasphemischen Künstlern - wenn wir sie einmal so nennen wollen - einen gewaltigen Schrecken einjagen". Die Abneigung des Büchnerpreisträgers gegen kalkulierte Blasphemie kann Ijoma Mangold zwar nachvollziehen, doch sei Mosebachs "steile These" selbst eine solche.

Weitere Artikel: Christine Lemke-Matwey zieht eine Bilanz von Alexander Pereiras 21 Jahren als Intendant des Züricher Opernhauses. Ein "barbarischer Akt" ist für Hanno Rauterberg der Plan, den Großteil der Sammlung der Berliner Gemäldegalerie im Depot verschwinden zu lassen, um Platz für Werke des 20. Jahrhunderts zu machen. Ingeborg Harms porträtiert Tom Ford, den "007 der Mode", der gerade in München sein erstes deutsches Markengeschäft eröffnet hat.

Besprochen werden außerdem die "treffliche" Ausstellung "A House Full of Music" auf der Darmstädter Mathildenhöhe, das Comeback-Album der Dexys (ehemals Midnight Runners) sowie Bücher, darunter Mathias Gatzas Wissenschaftskrimi "Der Augentäuscher" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Dekorativ-degoutante Dekadenz

20.01.2014. Widersprüchliche Auskunft geben die Zeitungen über Karin Beiers siebenstündiges Atridenfluchspektakel "Die Rasenden" nach Euripides, Sartre, Aischylos und Hofmannsthal. Die NZZ hält den Erkenntnisgewinn für so mittel, die FAZ für null, und für die Welt steht fest: Das Hamburger Schauspielhaus ist zurück. In der Berliner Zeitung befasst sich Anetta Kahane mit der Diskrepanz zwischen dem Äußeren Beate Zschäpes und ihren Taten. Springteufel Morozov ploppt heute in der SZ auf. Mehr lesen

Sie sind schon denkend

18.01.2014. Die ersten Reaktionen auf Barack Obamas Rede sind zwiespältig bis kritisch. The Verge und die Electronic Frontier Foundation vergleichen Obamas Maßnahmen Punkt für Punkt mit Forderungen von Bürgerrechtsgruppen. Wir binden Julian Assanges CNN-Interview ein: Der Wikileaks-Gründer kritisiert vor allem, dass die Geheimgerichte nicht abgeschafft werden. Auch Deutsche Politiker reagieren laut FAZ bis hin zur CDU recht skeptisch auf Obamas Rede. Außerdem: Arno Schmidt in der taz. Und Luc Bondys Pariser Marivaux-Inszenierung mit Isabelle Huppert allüberall. Mehr lesen

Bei der Kante hat man nur eine Chance

17.01.2014. In der Berliner Zeitung erzählt Marina Hoermanseder, warum sie so gerne Korsette aus Leder macht. In der FAZ bangt die Ökonomin Shoshana Zuboff um Barack Obama, der in seiner heutigen NSA-Rede gewaltig versagen könnte. Die NSA bringt sowieso nix, hat die SZ herausgefunden. Man kann Schriftsteller nicht züchten, ruft die Welt der Zeit zu. Die NZZ hält dem lauernd anmutenden Blick eines Papstes namens Innozenz stand. Mehr lesen

Der Heintje-Effekt

16.01.2014. In der taz fordert Steve McQueen, dass sich Briten und Amerikaner in punkto Vergangenheit an die eigene Nasen fassen. Die NZZ fordert ungewöhnliche Lehrer. Im Freitag erinnert Wolfgang Müller die reaktionären Aspekte am Werk Arno Schmidts. Kenan Malik plädiert in seinem Blog gegen das Verbot der Dieudonné-Shows. Die Zeit arbeitet den Fall Beltracchi auf und bringt selbstkritische Anmerkungen zum Literaturbetrieb. Außerdem im Freitag: ein Interview mit Karl Ove Knausgård und Armond Whites Kritik an Steve McQueens Film "12 Years a Slave". Mehr lesen

Es toben Bassläufe wie Harpyien herauf

15.01.2014. In der FAZ antwortet Evgeny Morozov auf Sascha Lobo und rät jenen Staaten, die uns NSA und Co. bescherten, uns von Google und Co. zu befreien. Die New York Times erklärt, wie die NSA Computer infiltriert, die nicht im Netz sind. Verlage jammern zwar rum, aber laut kress.de verdienen sie prächtig: dank überlasteten Redakteuren und unterbezahlten Freien. Die SZ geriet bei Mahler unter Kirill Petrenko in Ekstase. Und wenn Russland und die USA auf Franziska Augstein hören, ist demnächst auch Friede in Syrien. Mehr lesen

Gar kein Platz mehr für Gezicke

14.01.2014. Die NZZ verfolgt mit Entsetzen den Erfolg des Films "Fack ju Göhte". Die SZ traut sich nach Sankt Pauli. Für die FAZ reist Andrzej Stasiuk nach Belzec. In der Welt entpuppt sich Rolando Villazón als Rolando-Villazón-Bewunderer. Die taz fordert mit Thomas Mießgang eine neue Kultur der Unhöflichkeit. Mehr lesen

Seltsam sacht, schwebend fast

13.01.2014. Die NZZ ging nach Halberstadt, John Cage hören. In der taz freut sich Jochen Schimmang über die Wiederentdeckung des Autors Christian Geissler. Die französischen Medien fragen: Wie privat oder wie öffentlich ist François Hollandes Affäre mit einer Schauspielerin? Nicht das Internet ist kaputt, meint Martin Weigert in Netzwertig in einer Replik auf Sascha Lobo in der Sonntags-FAZ, sondern der Mensch in seinem Sicherheitswahn. Die SZ sucht nach glasklaren Tatbeständen, um einst von den Nazis requirierte Kunstwerke zu restitutieren. Mehr lesen

Mit offensiver Offenheit

11.01.2014. Mit Übertreibung ist der Dekadenz der Banker und Broker nicht beizukommen, stellt die taz zu Martin Scorseses Film "The Wolf on Wall Street" fest. Die Welt erinnert an eine Zeit, als die Öffentlich-Rechtlichen ihr Publikum noch überforderten. Die NZZ plädiert dafür, die Werke türkischstämmiger Künstler in Deutschland nicht länger bloß als Zeugnisse von Migration und Hybridität zu begreifen. Die SZ würdigt die Verdienste des chinesischen Kurznachrichtendienstes Weibo. Und die FAZ verneigt sich vor Arno Schmidt. Mehr lesen

Jeder Passant ein Mörder

10.01.2014. Das TLS erzählt, wie französische und tschechische Surrealisten 1935 über Kunst und Revolution diskutierten. Die NZZ bewundert die Blumensamen-Designs von Paul Smith. Ein Untersuchungsausschuss der EU erklärt die Massenüberwachung durch NSA und GCHQ für illegal, berichtet der Guardian. Die Welt bewundert Martha Argerich beim Nägel lackieren. Als E-Book ist "Mein Kampf" ein Besteller, meldet Gawker. Die SZ schleicht mit dem legendären Superverbrecher Fantomas durch Paris. Mehr lesen

Absolute Theatermanie

09.01.2014. Im Tagesspiegel erklärt die schwarze Autorin Zadie Smith, warum alle weißen Figuren in ihrem Roman "London NW" als solche ausgewiesen werden, während die Hautfarbe der anderen Personen nicht benannt wird. Die taz erklärt, warum das digitale Filmerbe zurück auf Zelluloid soll. In der NZZ schreibt die russische Schriftstellerin Elena Chizhova über das traurige Leben der Architekten in Petersburg. In der Zeit feiern Haruki Murakami und Thomas Hitzlsperger ihr Coming Out - der eine von beiden als Superman. Mehr lesen

Zeit für eine Rasur

08.01.2014. In der taz spricht Ilija Trojanow über die Wirkungen des Schriftstelleraufrufs gegen den digitalen Überwachungsstaat und wettert über "Defätisten, die es sich auf dem Hochsitz der pessimistischen Weltanschauung" bequem machen. Die NZZ stellt die Seite Alfredflechtheim.com vor, die von mehreren Museen erstellt wurde. Die Welt bewundert den alten Mann Robert Redford und das Meer. Die FAZ veröffentlicht einen Aufruf für Liu Xia. Und die SZ überlegt, wer sich Dissident nennen darf. Mehr lesen

Solange man es nicht schwul nennt

07.01.2014. In der FAZ beklagt der Philosoph Marco Wehr die fatale Wissenschaftsgläubigkeit der Politik - und der Wissenschaft selbst. In der NZZ erklärt Shlomo Sand, was er meint, wenn er von der "Erfindung des jüdischen Volkes" spricht. Die Welt erkundet die "Macht der Machtlosen". Die SZ möchte die Achse Paris-Berlin-Warschau stärken. Und die taz staunt über den Kurator Kaspar König, der behauptet, in Russland alles zu dürfen. Mehr lesen

Wir dynamisieren das Hamsterrad

06.01.2014. In der NZZ erinnert Bora Cosic an den jugoslawischen Architekten und Freund Bogdan Bogdanovich. Der Guardian bringt einen Auszug aus Claudia Roth Pierponts neuer Philip Roth-Biografie. In der FAZ wendet sich Kunsthistoriker Jeffrey Hamburger entschieden gegen die Ökonomisierung der Wissenschaft. In der Welt legt der Historiker Thomas Weber ein Wort für die deutschen Soldaten des Ersten Weltkriegs ein. Und Necla Kelek fordert, dass die Kinder der Roma und Sinti von der Politik nicht im Stich gelassen werden. Mehr lesen

Wie die Krallen einer Katze auf Glas

04.01.2014. In der Welt verlieren Andrzej Stasiuks Augen die Bodenhaftung. In der FR erzählt Steve McCurry, was die Zeit mit dem Fotografen und dieser mit der Zeit macht. In der NZZ spricht Junot Díaz über das Schreiben und die Zeit. Spiegel Online zitiert eine Studie über das immer religiösere Weltbild der Amerikaner: Ein Drittel nimmt die Bibel wörtlich. Die taz fordert analogen Protest gegen digitale Überwachung. Mehr lesen

Die Melodie der Macht

03.01.2014. Die Washington Post erklärt mithilfe von Snowden-Papieren, wie die NSA das Netz in Besitz nehmen will. Die Welt porträtiert den rechtsextremen und postkolonialen Komiker Dieudonné, dem durch ein mögliches Tourneeverbot in Frankreich unverdiente Aufmerksamkeit zuteil wird. Schriftsteller Alberto Nessi erinnert in der NZZ an Stalins Staatsdichter Maxim Gorki, der einst Ossip Mandelstam einen Pullover, aber keine Hosen genehmigte. David Chipperfield und Okwui Enwezor erklären in der SZ, wie sie das Haus der Kunst in München sanieren wollen. Die FAZ eröfffnet eine Reihe zum Ersten Weltkrieg. Mehr lesen

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