Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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- Die Beschneidungsdebatte: im Perlentaucher und in anderen Medien
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
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- Canfora, Stalin, Le Goff
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- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
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- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Im hoffnungslos-hoffnungsvollen Alltäglichen
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
09.06.2012. Wer in Europa macht eigentlich den Abwasch?, fragt Henryk Broder in der Welt, Yasmina Reza würde es einem Interviewer gern mal mit gleicher Münze heimzahlen. Die SZ erkennt einen neuen Standesstolz bei der politischen Klasse. Der Autor Magdy al-Shafee stellt fest, dass man in Ägypten leichter an Haschisch kommt als an seine Comics. FAZ und NZZ empfehlen einen Besuch der Documenta, die überzeugender sei als die animistischen Ausführungen ihrer Leiterin.
Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Der Tagesspiegel | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Welt, 09.06.2012
Der Euro habe Europa zu einer Wohngemeinschaft gemacht, in der niemand mehr den Abwasch macht, findet Henryk M. Broder und fühlt sich damit an die DDR erinnert: "Während die privaten Datschen gepflegt wurden, war das Gemeinschaftseigentum dem Verfall ausgeliefert. Nichts war für das Leben im Sozialismus so charakteristisch wie die verdreckten, versifften Treppenhäuser, für deren Reinigung sich niemand zuständig fühlte, weil sie allen gehörten."
Yasmina Reza spricht in der Literarischen Welt über ihr neues Stück "Ihre Version des Spiels", das am Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt wird, und ihre Abneigung gegen Interviews: "Man befindet sich gegenüber einem Interviewer immer in einem Zustand der Schwäche. Man kann einen Interviewer nicht niedermachen. Journalisten besitzen eine Macht, die die unsere bei weitem übertrifft."
Weiteres: Walter Laqueur erinnert sich an den "klugen Kosmopoliten" Arthur Koestler und Cora Stephan wendet sich in ihrer Kolumne der Praxis der Lesereise zu. Außerdem ist Götz Alys Dankesrede zur Verleihung des Börne-Preises abgedruckt.
Im Feuilleton spricht Hanns-Georg Rodek mit Marco Kreutzpaintner über Rainer Werner Fassbinder. Andrea Hanna Hünniger trifft sich mit Asfa-Wossen Asserate zum Tischgespräch. Außerdem gibt es Besprechungen von Patti Smiths neuer Platte "Banga" und eine erste positive Bilanz der Documenta.
Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Der Tagesspiegel | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2012
Nach Carolyn Christov-Bakargievs Ausführungen im Vorfeld der Documenta rechnet Samuel Herzog mit dem Schlimmsten - und ist nach einem ersten Besuch angenehm überrascht, eine "veritable Weltkunstschau" vorzufinden: "Von der theoretischen Welt-Sülze aus der Feder der Documenta-Leiterin übersetzt sich so wenig in die Ausstellung, dass man sich fragt, ob man ihren ganzen Diskurs nicht besser als ein eigenes literarisches Experiment ansehen sollte."
Außerdem sind die Laudationes auf die diesjährigen Preisträger des Großen Schillerpreises abgedruckt: von Gertrud Leutenegger auf Giovanni Orelli sowie von Peter Weber auf Peter Bichsel. Besprochen werden "The World is Not Fair", eine "Anti-Weltausstellung" des HAU auf dem Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens, und Bücher, darunter die nach 40 Jahren neu veröffentlichte Dissertation von F. C. Delius, die den Schriftsteller als "famosen Germanisten" zeigt (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Die Tageszeitung, 09.06.2012
Der alte Glanz ist dahin: Trotz ursprünglich vielversprechenden Zahlen ist Flattr zwei Jahre nach Gründung ein Misserfolg, bilanziert Falk Lüke den anfangs auch gerade für die taz sehr ergiebigen Mikropayment-Service. Statt dessen nimmt Crowdfunding einen immer zentraleren Stellenwert ein, erfährt man bei Andreas Fanizadeh, der Daniel Richter und sein geplantes Filmprojekt über die Franco-Diktatur vorstellt, für das derzeit im Internet um Spenden zur Finanzierung gebeten wird. Fatma Aydemir informiert über den Streit um die für 2013 angekündigte GEMA-Reform, die insbesondere für Hotel- und Gaststättenbetreiber empfindliche Mehrabgaben nach sich ziehen könnte. Moritz Ege betrachtet die Popularisierungsgeschichte der unter türkischen Migrantenkids beliebten Picaldi-Jeans im kultursemiotischen Licht. Emilia Smechowski spricht mit der hektischen, auf Mafiafälle spezialisierten Rechtsanwältin Vincenza Rando unter anderem über Säuremorde, die alte und die neue Mafia und die Rolle von Frauen darin.
Besprochen werden Bücher, darunter eine Studie über den Nationalsozialistischen Untergrund von Christian Fuchs und John Goetz (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).
Und Tom.
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Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung, 09.06.2012
Im Gespräch hält der Historiker Jörg Baberowski nicht allzu viel davon, den Fußballmatchs der deutschen Mannschaft in Polen eine politische Komponente beizumessen. Daniel Kothenschulte erinnert an den vor 30 Jahren verstorbenen Rainer Werner Fassbinder. Astrid Kaminski spricht mit dem syrischen Filmemacher Amer Matar, der während der Proteste in Syrien zwar gefoltert wurde, aber dennoch zu den Protesten in sein Heimatland zurückkehren will. Ulrich Seidler schreibt den Nachruf auf den Publizisten Ernst Schumacher.
Besprochen werden außerdem eine Ausstellung von Nora Schultz im Portikus Frankfurt, die Tanzaufführung "A History" der Bebe Miller Company im Frankfurt LAB und ein Gedichtband des israelischen Dichters Tuvia Rübner, der am Sonntag mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet wird (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).
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Der Tagesspiegel, 09.06.2012
Moritz Honert unterhält sich mit dem ägyptischen Autor Magdy al-Shafee über die Lage im Land, Mubaraks Verurteilung und seinen eigenen Comic "Metro", der nach wie vor in Ägypten verboten ist: "Haschisch ist leichter zu bekommen als mein Buch". Generall aber habe sich die Zensur gelockert: "Es herrscht Chaos. Deshalb können heute kritische und auch obszöne Cartoons erscheinen, die es früher nie gegeben hätte. Auch über Bücher wie 'Persepolis', die Biografie der Iranerin Marjane Satrapi, können wir reden. Der Comic war unter Mubarak zwar nicht verboten, aber es war unmöglich, darüber in den Medien zu diskutieren. Das ist eine gesunde Entwicklung, die dazu führt, dass viele Menschen mit Ideen konfrontiert werden und sich Fragen ausgesetzt sehen, die sie vorher in ihren abgeschotteten Zirkeln nie zu hören bekommen haben - das gilt für Salafisten wie Intellektuelle."
Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Der Tagesspiegel | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Süddeutsche Zeitung, 09.06.2012
In der SZ am Wochenende macht sich Hilmar Klute Gedanken über die neue Bodenständigkeit in der Politik, die er nach "nepotistischen Exzessen" in Frankreich und Deutschland zu beobachten glaubt: "Die neue Bodenständigkeit der Politiker hat weniger vom Wiedeking'schen Kartoffelacker, auf dem man am Feierabend steht und ein paar staubige Stunden lang mit dem einfachen Leben flirtet. Sie ist vielmehr eine neue Form von politischem Standesstolz, ein Selbstbewusstsein, das einen eigenen Chic generiert."
Außerdem: Heiko Flottau referiert die islamisch geprägte Phase in der Geschichte Andalusiens, die für Christen und Juden nicht so friedlich verlief, wie oft dargestellt. Eva-Elisabeth Fischer spricht mit der auf jüdische Literatur spezialisierten Buchhändlerin Rachel Salamander. Abgedruckt ist außerdem die Erzählung "Ich bin Rousseaus Kriminalleutnant" von Bruno Preisendörfer.
Für das Feuilleton stattet Tobias Kniebe den Dreharbeiten zum neuen, für November angekündigten James-Bond-Film "Skyfall" in Istanbul einen Besuch ab und versteht nach der Verschrottung des 15. Audis für eine kurze Actionszene den modernen Blockbuster besser: "Warum das immer so teuer wird, zum Beispiel. Aber auch, wie sich die heftige Sehnsucht nach Exzess, Zerstörung und Todesmut in ihre kleinsten Bestandteile zerlegen lässt, um dann, durch tausend Schutzmaßnahmen abgesichert, scheibchenweise auf Film gebannt zu werden. Der Adrenalinrausch des Kinos, konvertiert in ein endloses Geduldsspiel, in eine Art 1000-Teile-Puzzle." Außerdem geben die SZ-Kritiker Tipps zur Documenta.
Besprochen werden das neue Album von Hot Chip (hier zum Reinhören), eine laut Stephan Speicher dem "Rumpelkammer-Zauber" verfallende Ausstellung über die DDR im Deutschen Historischen Museum in Berlin, eine "verblüffend bilderskeptische" Ausstellung über Kriegs- und Gewaltbilder im Haus der Kunst in München, eine Ausstellung zu Ehren Rainer Werner Fassbinders im Deutschen Theatermuseum in München und Bücher, darunter ein Buch des Neurophysiologen David Linden über ungeheure Gefühle (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).
Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung | Der Tagesspiegel | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2012
Kuratorendadaismus? Psychowellness? Betroffenheitskitsch? Niklas Maak findet zwar einiges an der Documenta etwas fragwürdig, besonders den Animismus ihrer Kuratorin Carolyn Christov-Bakargiev, mit der von ihr gezeigten Kunst ist er aber meist einverstanden: "Sie zu sehen lohnt sich wegen der Entschlossenheit, mit der hier der Kanon der klassischen Moderne umgeschrieben und auch um die Namen vergessener Malerinnen erweitert wird, etwa um die grünstichig expressiven Halbabstraktionen der Kanadierin Emily Carr aus den späten zwanziger Jahren und die kunstvollen Schattenspiele von Nalini Malani. Sie ist sehenswert wegen der vielen kleinen Holzpavillons in den Auen, in denen sich die Bandbreite aktueller künstlerischer Weltsichten und Obsessionen entfaltet - zum Beispiel bei Gareth Moore, der hier eine Art kunstvolles 'Walden' aus Abfällen des Parks errichtet hat, in dem er seit Monaten lebt."
Weiteres: In der "Brasserie Flo" in Maastricht wundert sich Jürgen Dollase über Sauerkraut auf dem Kartoffelpüree. Wiebke Köster bekommt bei der Pina Bausch-Retrospektive des Tanztheaters Wuppertal bei der "Cultural Olympiad" in London "einiges geboten". Besprochen werden außerdem David Simons Report aus dem Herzen der amerikanischen Stadt "The Corner", Katie Arnold-Ratcliffs Debütroman "Was uns bleibt" und Max frischs "Montauk" als Hörbuch (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
Anhand des Landschlosses Waddesdon Manor rekapituliert Gina Thomas in Bilder und Zeiten die Geschichte der Bankiersdynastie Rothschild: "Am Beispiel von Waddesdon bestätigt sich, dass es der Bankiersfamilie bei ihrem Vorstoß in die hohe Gesellschaft eher um ebenbürtiges Ansehen und Integration als um Assimilation ging. Anders lässt sich Ferdinand Rothschilds spleenige Idee nicht erklären, ein französisches Renaissanceschloss in die englische Landschaft zu pflanzen und es in einem Stil einzurichten, der sich trotz Einverleibung englischer Bestandteile dennoch deutlich von den englischen Adelssitzen absetzte."
Die Bewohner von Russlands reichster Provinz protestieren mit Nonsensparolen gegen Sibiriens "Schicksal des Rohstoffausbeutungsterritoriums", berichtet Kerstin Holm. Im Gespräch mit Marco Schmidt bereut Shirley MacLaine nichts. Außerdem ist Jan Peter Bremers Dankesrede anlässlich der Verleihung des Mörike-Preises abgedruckt.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Spiele zuerst einmal drei Akkorde
24.05.2013. In britischen Medien wird nach der Abschlachtung eines britischen Soldaten durch einen islamistischen Fanatiker darüber diskutiert, wieviel man davon zeigen soll. Die NZZ erläutert anhand des preisgekrönten Fotos von Paul Hansen aus Gaza die Tücken der digitalen Fotografie und ihrer Manipulierbarkeit. Die taz ergründet den Begriff der "Critical Whitness". Die Welt beklagt die grassierende Verniedlichung der DDR. Die BBC bringt verwirrende Umfrage-Ergebnisse: Demnach ist Deutschland das beliebteste Land der Welt. Mehr lesen
Darling flüstert die Amsel
23.05.2013. Die Zeit klärt über die Legitimationskrise der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf. Im Freitag erzählt Terry Eagleton, wie es sich anfühlt, wenn man als letzter eine Mao-Jacke trägt. In der taz konstatiert der ehemalige Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz: "Obama ist ein Versager für mich." Die NZZ lässt sich von Matthias Lilienthal durch Beirut führen. Die SZ findet die Kritik der FAZ an Georg Baselitz ziemlich daneben. Alle Zeitungen erinnern an Sarah Kirsch - auch an ihre Liebeslyrik. Mehr lesen
Die vervielfältigte Stimme des Heiligen Geistes
22.05.2013. Heute vor 200 Jahren kam in Leipzig ein klitzekleiner Richard Wagner zur Welt. Die Zeitungen bringt er bis heute in große Form. Im Tagesspiegel zählt Norbert Miller all jene Autoren auf, denen wir es verdanken, dass wir ihn noch ertragen. Eleonore Büning stockt der Atem bei einem unbekannten Frühwerk Wagners, das wir in ganzer Länge als Video einbinden. Die Berliner Zeitung empfiehlt die französische Wagner-Rezeption gegen die festgefahrene deutsche Debatte. Außerdem: Ai Weiwei hat ein Heavy Metal-Video gemacht, in dem er seine Inhaftierung nachspielt. Der Guardian berichtet, wir binden es ein. Mehr lesen
In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb
21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Das nenne ich totalitär
18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen
Tagtäglich dem Leser zugemutet
17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen
Ist Gott jetzt zufrieden?
16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen
Samples der Oberflächenwelt
15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen
Filzhaltige Kunstzeichen
14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen
Es zeichnet sich der Morgenstern ab
13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen
Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht
11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen
Was öffentlich ist und was nicht
10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen
Hegemoniale Metaerzählung
08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen. Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen
So sehr haben die Chefs Angst
07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen
Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung
06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen








