Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Jenseits der Stile

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

08.06.2012. Oksana Sabuschko erklärt in der NZZ, warum sie trotz allem stolz auf die Ukraine ist. Die 13. Documenta ist besser als der Ruf, der ihr vorauseilt, finden FR und SZ. Robert Thurman spricht mit der taz über Amerika, Tibet und Erleuchtung. Die FAZ berichtet von einem Strategiewechsel im internationalen Cyberwar und singt ein vorsichtiges Loblied auf die Monarchie. Alle nehmen Abschied von Ray Bradbury.

Die Tageszeitung, 08.06.2012

Julia Niemann unterhält sich mit dem amerikanischen Tibetologen Robert Thurman, seines Zeichens Freund des Dalai Lama und Vater von Uma Thurman, über Amerika, Tibet und Erleuchtung. Über das Verhältnis der USA zu Europa meint er: "Die negativen Kräfte in den USA ärgern sich über das europäische Sozialsystem. All die Finanzverbrecher, die für die Crashs und Blasen verantwortlich sind und nicht vor Gericht gestellt wurden - diese Leute haben eine Sklavenhaltermentalität und wollen, dass die Amerikaner und die Europäer ihre Sklaven sind. Darum mögen sie China so, denn die chinesische Diktatur hat Sklaven."


Weiteres: Philipp Goll wirft einen Blick in die neuen Ausgaben der Zeitschriften Tumult und Arch+; erstere widmet sich unter dem Titel "Container/Containment" der "Behälterlogik" unserer Weltsicht, letztere dem Bedeutungszuwachs der "Frontstage-Städte" als neues Zentrum. Matthias Penzel würdigt im Nachruf Ray Bradbury, den Autor der "Mars-Chroniken" und von "Fahrenheit 451". Besprochen werden das Debütalbum "Quarantine" der New Yorker Musikerin Laurel Halo, eine Mischung aus elektronischer Musik und außerirdischem Gesang, und das Album "Lucifer" des US-Elektronik-Duos Peaking Lights.

Und Tom.

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Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung, 08.06.2012

"Viel besser, als der Ruf, der ihr vorauseilte," sei die 13. Documenta, räumen Ingeborg Ruthe und Sebastian Preuss beim Flanieren durch die Ausstellungsorte anerkennend ein. Es stimme zwar schon, die Großausstellung habe kein Konzept, doch "dafür die Idee von Offenheit, die Lust auf Künstler und deren Werke, die nicht zu den üblichen Verdächtigen des Marktes gehören. Diese Documenta reiht, sie addiert, sie multipliziert, sie geht rückwärts und vorwärts, streift Ränder, zieht Zeitschleifen und mäandert in der Geschichte der Menschheit, der kriegs- und katastrophengebeutelten Kontinente, der Kunst, um immer wieder im hoffnungslos-hoffnungsvollen Alltäglichen einer zerrissenen, orientierungslosen Welt anzukommen."


Außerdem: In Times Mager wundert sich Christian Schlüter über den Schlagabtausch anlässlich der Vergabe des Adorno-Preises an Judith Butler zwischen Michael Brumlik und Thomas von der Osten-Sacken in taz und Jungle World  (erst hier, dann hier und wieder hier): "Eine Debatte (...) ergibt das nicht." Ulrich Krökel porträtiert den ukrainischen Schriftsteller und Fußballliebhaber Serhij Zhadan. Jens Balzer betrauert mit Ray Bradbury den "letzten großen Zukunftsautor des nun endgültig zur Vergangenheit gewordenen 20. Jahrhunderts."

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Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2012

Die Schriftstellerin Oksana Sabuschko beschreibt die Ukraine als ein ungebrochen vitales Land, das als Quelle europäischer Kultur auch 21 Jahre nach dem Zusammenbruch der UdSSR allerdings nur wenig Beachtung finde. "Tag für Tag, durch die Dunstschwaden neureicher Gelage hindurch, erblicke ich Dutzende Beweise seiner Kraft und sehe Dutzende Gründe, auf es stolz zu sein: Wie geht das, wenn es doch keine Voraussetzungen dafür gibt? Woher sind diese wunderbaren jungen Dichter gekommen, die Säle mit mehr als 500 Menschen füllen, diese jungen engagierten Menschen, die mir Protestpetitionen zur Unterschrift gegen den barbarischen Umgang mit historischen Gebäuden bringen, diese begeisterten Massen auf Rockkonzerten, und überhaupt all das glühende, lebendige, selbstbewusste Leben, das zunehmend ausserhalb der Fernsehkameras pulsiert und unbeeindruckt die totale Dysfunktionalität des ukrainischen Staates mit all seinen Simulacra ignoriert?"


Weiteres: Marion Löhndorf besichtigt den Serpentine Pavilion von Herzog & de Meuron und Ai Weiwei in London, einen temporären Treffpunkt und Veranstaltungsort bis 14. Oktober, für den das "Dream-Team" über Skype Kontakt halten musste, weil China den Dissidenten nicht ausreisen ließ. Besprochen wird das Album "In Our Heads" des britischen Pop-Quintetts Hot Chip, das in keine Stilschublade passt.

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Die Welt, 08.06.2012

Ohne Ray Bradbury hätte es Stephen King nie gegeben, und auch Michael Chabon, Jonathan Lethem und sogar Thomas Pynchon haben ihm viel zu verdanken, schreibt Wieland Freund in seinem Nachruf auf den amerikanischen Schriftsteller: "Ray Bradbury hat die Pulp Fiction für die großen Gesellschaftsthemen geöffnet - und sie, quasi unter der Hand, formal renoviert: Er nahm ihr alles Nerdige und Nischige und ersetzte die Technik durch Poesie."


Besprochen werden außerdem die Aufführung von Donizettis erfolgreich komplettiertem Opfernfragment "Herzog von Alba" an der Flämischen Oper in Antwerpen, das Buch "Totalniy Futbol", in dem polnische und ukrainische Autoren über Fußball extemporieren - "und zwar grandios", wie Jan Küveler findet, sowie Simon Schwartz' Comic "Packeis" über den Nordpol-Entdecker Matthew Henson, laut Matthias Heine die "großartigste deutsche Graphic Novel des Jahres" und somit Favorit für den Deutschen Comic-Preis "Max und Moritz".

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Süddeutsche Zeitung, 08.06.2012

Gleich zwei Texte bringt die SZ zur heute beginnenden Documenta. Catrin Lorch notiert beim Schlendern durch die hellen Ausstellungsorte: "Jenseits der Stile und Gattungen drehen sich die Verhältnisse um, ist es jetzt vielleicht an der Kunst, dem vernetzten, einander nahe gerückten Universum nicht länger Gegenwelt zu sein, sondern Perspektiven vorzugeben." Kia Vahland bemerkt unterdessen eine feste Verankerung der ausgestellten Werke im Politischen: Vielen von diesen künden "von genau der Widerborstigkeit, für welche die sperrig-schönste der deutschen Kulturveranstaltungen seit ihrer Erstausgabe 1955 in aller Welt geliebt wird. Sie kann vom Leben jenseits des Konsums erzählen, kann das Ungehobelte, die schwierigen Emotionen und rauen Verhältnisse zeigen, wie Menschen sie erleben. Das reicht bis in die großen Fragen der Politik, zu Krieg und Zerstörung und den Chancen auf bessere Lebensbedingungen und Mitsprache."


Weiteres: Dokumentiert wird Péter Esterházys Festrede, die der Autor kürzlich bei der Verleihung des Internationalen Literaturpreises an Mircea Cartarescu im Haus der Kulturen der Welt in Berlin gehalten hat. Der Fotograf David Burnett erinnert sich daran, wie Nick Ut heute vor 40 Jahren das prägendste Bild des Vietnamkriegs schoss. "Eine irre Mischung aus vergleichsweise minimalen protestantischen Mitteln und maximalem katholischen Größenwahn" beobachtete Jens-Christian Rabe beim Frankfurter Konzert von Jay-Z und Kanye West (hier ein Mitschnitt auf Youtube). Fritz Göttler verabschiedet sich von Ray Bradbury. Außerdem empfiehlt Göttler im Medienteil die Fassbinder-Reihe auf arte, die heute Abend mit "Welt am Draht" beginnt (dazu passend: Die Videoaufnahme eines kürzlich in Berlin gehaltenen Vortrags von Dietmar Dath über den Film).

Besprochen werden Ulrich Seidls Theaterstück "Böse Buben/Fiese Männer" bei den Wiener Festwochen, bei denen Egbert Tholl zufolge "manches Blödelei, manches Pornofantasie", aber alles "todtraurig" sei, Giacomo Puccinis "Il Trittico" in der Inszenierung von Sebastian Baumgarten an der Staatsoper Hannover und Bücher, darunter "Totalniy Futbol", eine von Serhij Zhadan herausgegebene Sammlung von Texten über die acht Austragungsorte der Fußball-EM (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2012

Peter Schilder beobachtet in Leipzig den Prozess gegen Dirk P., den Inhaber von kino.to, der vergangenen Mittwoch ein umfassendes Geständnis vorgelegt hat. Constanze Kurz informiert in der Maschinenraum-Kolumne über jüngste Entwicklungen im internationalen "Cyberwar", wo ein Übergang von der defensiven zur offensiven Strategie zu beobachten sei. Auch im Hinblick auf die Forderungen nach einem Sturz der verbliebenen arabischen Monarchien unterstreichen Anne Allmeling und Thomas Weber in einem (vorsichtigen) Lob der Monarchie: "Ein Blick auf die Geschichte Europas im zwanzigsten Jahrhundert zeigt, dass Monarchien oftmals besser als Republiken den totalitären Versuchungen widerstehen konnten." Rainer Meyer inspiziert das von den jüngsten norditalienischen Erdbeben beschädigte Theater im Dorf Quingentole. Hocherfreut bemerkt Oliver G. Hamm beim Besuch neu errichteter Forschungseinrichtungen in Bremerhaven und Bremen, das solche nun ieder architektonisch sorgfältig geplant werden. Die ganze erste Seite des Feuilletons ist Ray Bradbury gewidmet: Neben dem bereits gestern online veröffentlichten Nachruf von Dietmar Dath sammelt Matthias Rüb internationale Stimmen zum Tod des Science-Fiction-Autors.


Besprochen werden Sibylle Dahrendorfs Dokumentarfilm über Christoph Schlingensiefs Operndorf in Burkina Faso, Ulrich Seidls "Böse Buben / Fiese Männer" bei den Wiener Festwochen und Bücher aus der Ukraine, darunter eine Essaysammlung von Oksana Sabuschko (mehr in unserer Bücherschau um 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Darling flüstert die Amsel

23.05.2013. Die Zeit klärt über die Legitimationskrise der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf. Im Freitag erzählt Terry Eagleton, wie es sich anfühlt, wenn man als letzter eine Mao-Jacke trägt. In der taz konstatiert der ehemalige Guantanamo-Häftling Murat Kurnaz: "Obama ist ein Versager für mich." Die NZZ lässt sich von Matthias Lilienthal durch Beirut führen. Die SZ findet die Kritik der FAZ an Georg Baselitz ziemlich daneben. Alle Zeitungen erinnern an Sarah Kirsch - auch an ihre Liebeslyrik. Mehr lesen

Die vervielfältigte Stimme des Heiligen Geistes

22.05.2013. Heute vor 200 Jahren kam in Leipzig ein klitzekleiner Richard Wagner zur Welt. Die Zeitungen  bringt er bis heute in große Form. Im Tagesspiegel zählt Norbert Miller all jene Autoren auf, denen wir es verdanken, dass wir ihn noch ertragen. Eleonore Büning stockt der Atem bei einem unbekannten Frühwerk Wagners, das wir in ganzer Länge als Video einbinden. Die Berliner Zeitung empfiehlt die französische Wagner-Rezeption gegen die festgefahrene deutsche Debatte. Außerdem: Ai Weiwei hat ein Heavy Metal-Video gemacht, in dem er seine Inhaftierung nachspielt. Der Guardian berichtet, wir binden es ein. Mehr lesen

In Grün und Orange, in Rot, Blau und Gelb

21.05.2013. Ja, ist es etwa das Empire latin, in dem wir zu posthistorischen Tieren werden, fragt die NZZ. Die Welt trifft Urs Widmer zum Werkstattgespräch. Die SZ feiert den Maler Hans Hofmann. Die FAZ wirft Georg Baselitz vor, den Wirtschaftseliten nahe zu stehen. Viele Zeitungen (und der Perlentaucher) berichten aus Cannes über Claude Lanzmanns Film "Le dernier des Injustes". Und wir zünden ein Licht an für Ray Manzarek. Mehr lesen

Das nenne ich totalitär

18.05.2013. In der Welt erklärt Beuys-Biograf Hans Peter Riegel Beuys Vorliebe für völkische Ideen auch mit der Nähe des Künstlers zu Rudolf Steiner. In Cannes verwandelt die taz nach der Vorstellung von Jia Zhangkes Film "A Touch of Sin" Papierfetzen in Waffen. Im New Yorker erinnert Alex Ross daran, dass Wagner nach Amerika auswandern wollte. Auch Palästinenser lieben Amerika, jedenfalls in Form von geschmuggelten Kentucky Fried Chicken, berichtet der Christian Science Monitor. In der NZZ staunt Nike Wagner, was ihr Urgroßvater alles im Kopf hatte. Die FAZ gratuliert dem Kookbooks Verlag zum Zehnten. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Tagtäglich dem Leser zugemutet

17.05.2013. Die taz stellt den ersten chinesischen Blogger vor, der es schaffte, einen Vizeminister zu stürzen. In der Welt ruft Richard Herzinger die westlichen Länder zur Intervention in Syrien auf. In der FAZ kritisiert Constanze Kurz die Kampagne deutscher Medien gegen Adblocker. In Cannes liefen Filme von Sofia Coppola und François Ozon. Meldung des Tages: Elisabeth Ruge verlässt Hanser Berlin. Ihr Nachfolger wird Karsten Kredel von Suhrkamp. Mehr lesen

Ist Gott jetzt zufrieden?

16.05.2013. Medienkrise hin oder her: In Frankreich wird eine neue Zeitung gegründet: L'Opinion, berichtet die Welt. Im Freitag spricht Peter Schneider über seine recht unkonventionelle Mutter, die er in seinem neuen Roman porträtiert. In der Jungle World weigert sich Hamed Abdel-Samad, seine Hoffnung in die arabische Revolution aufzugeben. In der NZZ hinterlässt der ökologische Fußabdruck einen bizarren Eindruck. Die FAZ erklärt Giorgio Agambens Idee vom "Empire latin" zum Stuss. Mehr lesen

Samples der Oberflächenwelt

15.05.2013. Die Welt zitiert aus einem Memorandum von Stadtplanern, die die Stadt Berlin auffordern, sich endlich um ihre Mitte zu kümmern. Die NZZ bringt einen Stimmungsbericht aus Italien, wo das soziale Klima unter null sinkt. Baz Luhrmanns "Großer Gatsby" regt niemanden auf - füllt die Feuilletons aber trotzdem. Ähnlich unvermeidlich ist Dan Browns "Inferno". Dafür lassen wir Theophilus London ein hübsches Liedchen singen. Mehr lesen

Filzhaltige Kunstzeichen

14.05.2013. "Anfänge, zumal politische, sind niemals rein", seufzt Micha Brumlik in der taz mit Blick auf Daniel Cohn-Bendit und Theodor Heuss. In der Welt könnte Hans-Joachim Müller einstimmen - mit Blick auf den Militaristen Joseph Beuys. Wir verlinken auf die Abschlusserklärung der "Kritischen Islamkonferenz", die sich für den Transkulturalismus einsetzt. In der SZ rät Gustav Seibt den Deutschen, Giorgio Agambens (oder eigentlich Alexandre Kojèves) Idee eines "Empire latin" ein europäisches Ideal entgegenzusetzen. Mehr lesen

Es zeichnet sich der Morgenstern ab

13.05.2013. In der Welt wendet sich Necla Kelek gegen das Recht von Eltern, Mädchen unter 14 Jahren mit Kopftuch in die Schule zu schicken. In der taz widerspricht Bommi Baumann der These Wolfgang Kraushaars, die radikale Linke sei antisemitisch gewesen: Kunzelmann sei die Ausnahme. Die NZZ versucht ein Psychogramm der französischen Demonstanten gegen die Schwulenehe. Springer will 200 Mitarbeiter bei der Bild entlassen und viele andere in den Onlinestall ohne Tarifbindung stecken, meldet der Spiegel. Der "Große Gatsby" lässt sich gar nicht verfilmen, beteuert die FAZ. Und bitte lauschen Sie den trockenen Sforzati Daniil Trifonovs. Mehr lesen

Die Regie-Rübe, durch die so was rauscht

11.05.2013. Der Skandal um den abgesetzten "Tannhäuser" in Düsseldorf sorgt in den Feuilletons für mittelgroße Erregung. Die NZZ erkundet die Zukunft der Literaturkritik in Zeiten des Netzes. Die FAZ zweifelt am Wirtschaftsaufschwung in Afrika. Die taz ist im siebten Pophimmel: Daftpunk ist zurück. Und Pharell singt mit (wir bringen den Beweis). Die Erotizität von theoretischen Texten nimmt zu, meinte Diederich Diederichsens auf der re:publica. Die Pronunziabilität theoretischer Prosa aber nicht. Mehr lesen

Was öffentlich ist und was nicht

10.05.2013. Die FAZ fragt mit Antonio Muñoz Molina nach Spaniens Verantwortung für die Krise. Außerdem skizziert Ernst Elitz die Zukunft des Journalismus mit viel Paywall und Leistungsschutzrecht. Die Guardian-Leser freuen sich zu 64 Prozent über Stephen Hawkings Entscheidung, Israel zu boykottieren. Die SZ bewundert die barocke Hängung in Sanssouci. Die NZZ staunt über südkoreanischen Optimismus. Die Welt beleuchtet das kräftezehrende Metier der Liebesromanautorinnen. Mehr lesen

Hegemoniale Metaerzählung

08.05.2013. Dass sich Beate Zschäpe Verteidiger namens Stahl, Heer und Sturm gewählt hat, ist kein Zufall, sondern Hohn, meint Georg M. Oswald in der Welt und ruft die Anwälte auf, ihr Mandat niederzulegen.  Zum Tod des Animationsfilmers Ray Harryhausen  bringen wir ein Video mit Interview und Filmausschnitten. Kathrin Passig benennt auf zeit.de die Vorteile des Ebooks. Sascha Lobo fordert auf der re:publica, die ein großes Medienecho ausgelöst hat, mehr Politik statt Netzpolitik. In der Zeit protestiert Marlene Streeruwitz gegen die Starrheit der Kamera in Ulrich Seidls "Paradies: Hoffnung". Mehr lesen

So sehr haben die Chefs Angst

07.05.2013. Die NZZ hat herausgefunden, warum deutsche Journalisten sich ungern kritisieren lassen: Niemand weiß besser, wie weh das tut. Anlässlich des NSU-Prozesses erinnert Götz Aly in der Berliner Zeitung an die Urszene des Terrorismus in Deutschland: die Ermordung August von Kotzebues. Wolf Lepenies kann in der Welt mit Giorgio Agambens Plan eines "Empire Latin" nicht d'accord gehen. Der Tagesspiegel erklärt, wie ein Datenjournalist die öffentlich-rechtlichen Anstalten transparent machen will. In der FAZ verteidigt die dänische Fernsehredakteurin Sofia Fromberg die als sexistisch kritisierte Talkshow "Blachman". Mehr lesen

Rosa Pelzjacke über der Lederrüstung

06.05.2013. Die NZZ fürchtet sich vor dem rabiaten Umbau der Stadt Istanbul. In der FAZ erklärt Yohji Yamamoto, was am weiblichen Körper so schwierig ist und am männlichen so langweilig. Außerdem spricht die Netzaktivistin Raegan MacDonald  zu Beginn der Re:publica über Datenschutz. Vocer fragt nach Chancen eines gemeinnützigen Journalismus in Deutschland. Die SZ fand das Staatsballett im Berghain schön und harmlos. Mehr lesen

Die Empörung ist eine europäische Sünde

04.05.2013. In der Welt spricht Kevin Powers über seinen Roman "Die Sonne war der ganze Himmel". Daily Mail stellt kleidsame Wollkappen für Schildkröten vor. Die taz trauert um die einst so angesagte Clubszene von Berlin. Für die FAZ legt die Psychoanalytikerin Julia Kristeva ganz Europa auf die Couch. Und alle gedenken Søren Kierkegaards. Mehr lesen

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