Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Also, Bürger, auf zur Wacht!

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin.

Weitere Medien, 31.01.2012

Dieser Artikel des CDU-Politikers Ansgar Heveling hat gestern eine Menge Aufregung im Netz erzeugt. Endlich mal wieder eine saftige Polemik gegen das Internet. Und das mit Rekurs auf die Französische Revolution: "Also, Bürger, auf zur Wacht! Es lohnt sich, unsere bürgerliche Gesellschaft auch im Netz zu verteidigen! Diese bürgerliche Gesellschaft mit ihren Werten von Freiheit, Demokratie und Eigentum hat sich in mühevoller Arbeit aus den Barrikaden der Französischen Revolution heraus geformt - so entstand der Citoyen. Und genau dort, in den Gassen von Paris im Jahr 1789, wurde die Idee des geistigen Eigentums geboren."

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Aus den Blogs, 31.01.2012

Als "den mit Abstand lustigsten Text über Netzpolitik in letzter Zeit" feiert Markus Beckedahl in netzpoliitik.org den Handelsblatt-Artikel Ansgar Hevelings.


Auf Spiegel Online antwortet Christian Stöcker: "Heveling .. scheint den Eindruck gewonnen zu haben, eine moderne, konservative Netzpolitik bestehe vor allem darin, die Branchenverbände der Unterhaltungsindustrie vorbehaltlos zu unterstützen."

Thomas Knüwer dreht den Spieß um: "Auch wenn die Tageszeitung als imaginäres Lebensgefühl einer verlorenen Generation schon bald Geschichte sein mag, so hat sie allemal das Zeug zum Destruktiven."

Auf Twitter lässt sich die Heveling-Debatte unter dem Hashtag #hevelingfacts verfolgen.

Carta
veröffentlicht den "ergreifenden Brief" des stellvertretenden ZDF-Chefredakteurs Elmar Theveßen, mit dem er seinen Untergebenen am Jahresende Mut machen wollte. Der Personalstand soll nicht mehr weiter ausgebaut werden. Und dann noch dieses gravierende Problem: "Tatsächlich werden unter anderem durch die vorgesehenen Gehaltssteigerungen immer mehr Programmgelder aufgebraucht, sodass wir jetzt an einem Scheideweg stehen." In einem Brief, den Carta ebenfalls publiziert, hatte eine "Oppositionsgruppe" ernstlich "Freiheit für das Zweite" gefordert.

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Neue Zürcher Zeitung, 31.01.2012

Der Politikwissenschaftler Ahlrich Meyer erläutert Hintergründe zum Massaker von Oradour, bei dem 1944 eine Kompanie der SS-Panzerdivision "Das Reich" 642 Kinder, Frauen und Männer ermordete. Die für NS-Verbrechen zuständige Dortmunder Staatsanwaltschaft hat jetzt doch wieder die Ermittlungen aufgenommen: "Es scheint, dass die wenigen heute noch mit NS-Verbrechen beschäftigten Staatsanwälte andere Vorstellungen von Unrecht und Schuld haben als die Generation ihrer Vorgänger. Die Zeit für eine historische Aufarbeitung des Oradour-Komplexes durch die Justiz ist allerdings abgelaufen."


Weiteres: Auf dem Comic-Festival von Angouleme schöpfte Christian Gasser neue Hoffnung, dass die Liebe der Franzosen zur Bande dessinee alle Krisenängste besiegen wird. Sieglinde Geisel erklärt in der Randglosse, warum das Hauptstadt-Bashing Berlin nichts anhaben kann, höchstens steigende Mieten.

Besprochen werden die in Luzern uraufgeführte Oper "The stolen Smells" des britischen Kompinisten Simon Wills, Martin Schläpfers Inszenierung von Rameaus Oper "Castor et Pollux" in Düsseldorf, Arno Camenischs Abschluss seiner Bündner Trilogie "Ustrinkata", Dario Ruiz Gomez' Geschichten "Bei den Heiden" und Derek Parfits bisher nur Englisch erschiedene Moraltheorie "On What Matters" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Frankfurter Rundschau / Berliner Zeitung, 31.01.2012

Auf der Medienseite berichtet Simon Hurtz, dass der Lokaljournalist und Blogger Hardy Prothmann einen Verein gründen will, der Blogger gegen den Abwahnwahn von Prominenten und Politikern schützen soll. Anwalt und Blogger Udo Vetter "hält die Idee von Prothmann für sinnvoll, bisher gebe es in Deutschland keine Möglichkeit, sich gegen Unterlassungserklärungen zu versichern. 'Dabei ist das Recht keineswegs immer auf der Seite des Abmahners. So eine Unterlassungserklärung kann jeder verschicken lassen, völlig ohne rechtliche Prüfung.' Wie Prothmann spricht Vetter vom 'Abmahnwahn', der die journalistische Freiheit gefährde." (Mehr dazu hier)


Im Feuilleton werden besprochen Vera Nemirovas Inszenierung der "Götterdämmerung" in Frankfurt, eine Munch-Ausstellung in der Schirn, Calixto Bieitos Inszenierung des "Freischütz" an der Komischen Oper in Berlin, zwei Übersetzungen von Dantes "Commedia"  und einige lokale Ereignisse.

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Die Welt, 31.01.2012

Simon Le Bon behauptet im Interview, dass Duran Duran nie nostalgisch sind. Dankwart Guratzsch berichtet über den Architekturstreit in Dresden, bei dem er auf der Seite der Traditionalisten steht. In der Leitglosse kann Marco Frei wenig anfangen mit Harald Schmidts Einakter "Der Schauspieldirektor".


Besprochen werden Calixto Bieitos Inszenierung des "Freischütz" (zuviel Schwein und das Happy End lässt sich einfach nicht weginszenieren, meint Lucas Wiegelmann), drei amerikanische Filme über den Tod: Steven Spielbergs "War Horse", Stephen Daltrys "Extremely Loud and Incredibly Close" und Angelina Jolies Bosnien-Drama "In the Land of Blood and Honey" sowie zwei Inszenierungen in Köln: Herbert Fritschs "Puntila" und Laurent Chetouanes "Erdbeben in Chile", beide am Schauspiel Köln.

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Aus den Blogs, 31.01.2012

Meinungsfreiheit gilt heute nicht mehr als etwas prinzipiell Gutes, sondern als Bedrohung, meint Kenan Malik anlässlich der Drohungen gegen Salman Rushdie, die diesen am Ende davon abhielten, am indischen Jaipur Literatur Festival teilzunehmen. "Soziale Gerechtigkeit erfordert nicht nur, dass Individuen als politisch Gleiche behandelt werden, sondern dass auch ihre kulturellen Überzeugungen anerkannt und respektiert werden. Die Vermeidung kulturellen Schmerzes ist daher inzwischen wichtiger als das abstrakte Recht auf Meinungsfreiheit. Oder wie der britische Soziologe Tariq Modood meinte: 'Wenn die Menschen ohne Konflikte den selben politischen Raum bewohnen, müssen sie die Kritik an den fundamentalen Überzeugungen des jeweils anderen beschränken.' Die anti-Baals von heute fürchten nichts mehr als die Debatte. Was sie sich am meisten wünschen, ist, dass die Welt schlafen geht."

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Die Tageszeitung, 31.01.2012

Die taz übernimmt aus Le Monde Axel Honneths Würdigung von Pierre Bourdieu zu dessen zehntem Todestag: "Erst Bourdieu hat im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts als Franzose geleistet, wozu hierzulande nach dem Krieg die intellektuellen Kontinuitäten fehlten: eine Versöhnung von Simmel und Weber zustande zu bringen."


Weiteres: Alexander Haas hat sich in Köln die beiden neuen Inszenierungen angesehen, Herbert Fritschs "Herr Puntila" ("permanente Amplitude") und Laurent Chetouane Kleist-Adaption "Das Erdbeben in Chili ("heiter gelassene Seligkeit"). Stephanie Lob berichtet vom Comic Festival in Angouleme, das in diesem Jahr ganz im Zeichen der Maus stand.

Besprochen werden Markus Schleinzers Film über Kindesmissbrauch "Michael" und die Konzerte des hessische Schwesternduos Jolly Goods.

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nachtkritik, 31.01.2012

Überhaupt nicht agitatorisch oder plakativ fand Hartmut Krug Volker Löschs Inszenierung der "Antigone" in Montevideo mit mit ehemaligen politischen Gefangenen der urugayischen Militärdiktatur: "Wir erfahren, wer sie sind. Wie und warum sie verhaftet wurden, wie sie misshandelt, wie lange sie gefangen gehalten wurden, wie die Nachwirkungen der Zeit Kinder verstört und Familien zerstört haben. All das wirkt, trotz schlimmer Details, nie larmoyant, gibt keinen Anlass zu Voyeurismus, ist so einfach wie direkt: 'Die Frau ist immer nackt. Du wirst ausgezogen, ob du deine Tage hast oder nicht, egal. Manche dringen in uns ein und wir bekommen Sachen in die Scheide gesteckt, immer werden wir angegrabscht. Einer ejakuliert in meinen Mund.'"

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2012

Aufmerksam spaziert Andreas Kilb durch die Ausstellung "Roads of Arabia", die nach Paris und London nun Pergamon-Museum aufgebaut wurde und "endgültig den Schleier beiseite zieht, hinter dem die Fanatiker des Islam gern die gesamte arabische Frühgeschichte verschwinden lassen würden". Aber so richtig eingehend wird der Übergang zum Islam in der Ausstellung wohl doch nicht dargestellt: "Stattdessen führt sie zentralperspektivisch auf die prunkvolle, um 1635 entstandene Tür und die golddurchwirkten Vorhänge der Kaaba in Mekka zu, die hier erstmals außerhalb Saudi-Arabiens gezeigt werden."


Weitere Artikel: Dietmar Dath hat Newt Gingrichs Science-Fiction-Romane gelesen und staunt: "In Europa würde jemand, der als Bewerber um ein hohes öffentliches Amt eine Mondkolonie vorschlägt, von der Mattscheibe gelacht." Paul Ingendaay erzählt von Sehnsucht nach den guten alten Peseten in Spanien. Melanie Mühl besucht das im Winter doch recht schütter gewordene Occupy-Lager in Frankfurt. Gina Thomas berichtet, dass im ehemaligen Imperial Institute in London das "weltweit größte Design-Museum" entstehen soll.

Besprochen werden Vera Nemirovas Inszenierung der "Götterdämmerung" in Frankfurt, die den Frankfurter "Ring" abschließt, "Troilus und Cressida" in Hannover, die Max-Frisch-Ausstellung in der Berliner Akademie der Künste, Sasha Waltz' Spektakel "Gefaltet" in Salzburg und Bücher, darunter Annie Proulx' "Ein Haus in der Wildnis" (mehr in der Bücherschau aber 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 31.01.2012

Ausgerechnet in der nicht gerade internetaffinen SZ (aber wohl nicht im Print) findet sich eine Antwort auf die Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling gegen das Netz. Stefan Plöchinger schreibt in einem gut verlinkten Artikel: "Ansgar Heveling also. Soweit ist es mit der digitalen Debatte in Deutschland gekommen, dass ein digital leicht verängstigter Abgeordneter der regierenden CDU einer nicht näher definierten 'Netzgemeinde' zurufen darf: 'Ihr werdet den Kampf verlieren', ohne dass ihn die eigene Partei zerpflückt."


Weiter Artikel: Empörend findet es die Autorin Melinda Nadj Abonji, dass der Schriftsteller Sreten Ugricic wegen angeblicher Sympathie für Terroristen kürzlich als Leiter der serbischen Nationalbibliothek gefeuert und mit Gefängnis bedroht wurde (Hintergründe dazu auch kürzlich in der NZZ). Volker Breidecker erlebte beim Besuch der höchst bibliophilen Antiquariatsmessen in Stuttgart und Ludwigsburg eine dem Ebook sehr gelassen gegenüber stehende Branche. Thomas Steinfeld kann sich nicht vorstellen, dass das derzeitige Grollen der Türkei in Richtung Frankreich ernsthaft Konsequenzen nach sich ziehen wird. In Ruanda folgt (hier im schwedischen Original) Leo Lagercrantz Vorwürfen, dass Paul Rusesabagina, der während des ruandischen Völkermords rund 1268 Menschen das Leben gerettet hat und dem der Film "Hotel Ruanda" gewidmet ist, sich am Genozid bereichert haben soll. Heiner Lünstedt berichtet vom Comicfestival in Angouleme, wo ihm die vom diesjährigen Comicpräsident Art Spiegelman konzipierte Privatausstellung ganz besonders gefallen hat. Eva-Elisabeth Fischer gratuliert Michael Degen zum 80. Geburtstag.

Besprochen werden Harald Schmidts vom Concerto Köln begleiteter Auftritt in Mozarts "Der Schauspieldirektor", der Christopher Schmidt nur mäßig gefallen hat, die Tanzoper "Castor et Pollux" an der Deutschen Oper in Düsseldorf, Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti" und Kleists "Das Erdbeben in Chili" am Kölner Schauspiel, in denen Vasco Boenisch vom Menschen nichts erfuhr, eine Ausstellung über Vesuvkatastrophen mit "erstklassigen Exponate(n)" im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, und Bücher, darunter das von Frederic Delouche herausgegebene "Europäische Geschichtsbuch" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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