Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Im Aschram seiner Tante Alice

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

19.07.2011. Die SZ  durchschreitet die drei Schluchten des Liao Yiwu und chilled out im Low Theory Club. Die taz interviewt den Historiker Christian Gerlach zu seinen Untersuchungen extrem gewalttätiger Gesellschaften. Und wenn wir schon unser Gedächtnis ans Internet ausliefern, so Frank Schirrmacher in der FAZ, dann sollten wir es wenigstens mit staatlich approbierten Maschinen durchsuchen. Peter Glaser ist aber in Spiegel Online ganz beschwingt von den mnemotechnischen Potenzialen des Netzes.

Spiegel Online, 19.07.2011

Das Internet als ausgelagertes Gedächtnis der Menschheit. Was Frank Schirrmacher in der FAZ am Sonntag (und der heutigen FAZ) Angst macht, scheint Peter Glaser in Spiegel Online zu beflügeln: "Wer heute aufwächst, hat die Chance, später nicht nur Momente seines Lebens memorieren zu können, sondern ganze Abläufe - wie man sich durch den Alltag bewegt hat, wem man begegnet ist, alles eingebettet in die zugehörigen Umgebungen, durch die man sich, wie in den Panoramen von Google Street View, nach Belieben bewegen kann. Da sie den gesamten Zeitstrom in immer höherer Auflösung nachvollziehbar macht, wird eine Art der Rückschau denkbar, die einer Zeitreise ähnelt."

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Frankfurter Rundschau, 19.07.2011

Katrin Hillgruber schreibt zum 75. Geburtstag von Norman Manea. Auf der Medienseite berichtet Stephan Hebel von einem Appell schwedischer Anwälte an Eritreas Obersten Gerichtshof, die Inhaftierung des seit 3.586 Tagen ohne Verhandlung einsitzenden Journalisten Dawit Isaak zu überprüfen.


Besprochen werden Ausstellungen von Arbeiten der Fotografin Sibylle Bergemann im Alten Postfuhramt in Berlin und im Leonhardi Museum in Dresden, eine CD-Box mit Countrymusik von Mickey Newbury und Bücher, darunter Uwe Kolbes Essayband "Vinetas Archive" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Tageszeitung, 19.07.2011

Gestern ist Londons Polizeichef zurückgetreten, heute nachmittag muss Rupert Murdoch vor dem britischen Parlament aussagen. Für Dominic Johnson geht es bei der Affäre längst nicht mehr nur um kriminelle Recherchetechniken der News of the World:  "Es ist auch nicht mehr nur ein Skandal um die parteiübergreifende Nähe des britischen politischen Establishments zum Medientycoon Rupert Murdoch und seinem Zeitungs- und TV-Imperium. Es wird zu einem Imagekrieg und zu einer Affäre über mögliche Korruption auf höchster Ebene bei der Polizei. Der Rücktritt des Londoner Polizeichefs Paul Stephenson am späten Sonntagnachmittag war zeitlich kalkuliert, um Premierminister David Cameron in maximale Nöte zu bringen."


Klaus Hillenbrand interviewt den Historiker und Genozidforscher Christian Gerlach zu seinen Untersuchungen extrem gewalttätiger Gesellschaften. Bei den Massenmorden in Indonesien in den 1960er Jahren etwa habe sich gezeigt, dass der Staat nur einer von mehreren verantwortlichen Akteuren sei: "Da bildete sich etwas, was ich eine zwar kurzfristige, aber sehr mächtige und brutale Koalition für Gewalt nenne. Eine Koalition aus den Vertretern verschiedener Parteien und Massenorganisationen, vor allem mit Teilen der indonesischen Armee verbündet und zunehmend Teilen des Staatsapparats. Diese Koalition reichte von nationalistischen Militärs über Islamisten, moderate nationalistische Muslime bis hin zu Sozialdemokraten und Trotzkisten."

Weiteres: Julia Große begibt sich auf Londons Straßen der Verzweiflung. Sabine Leucht hat sich in Oberammergau Christian Stückls Inszenierung von Thomas Manns "Joseph und seine Brüder" angesehen.

Und Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 19.07.2011

Jürgen Ritte meldet schwere Schockwellen aus Frankreich: Der Politikwissenschafter Antoine Bueno hat die dort sehr populären Schlümpfe, les schtroumpfs, als frauenfeindliche, antiintellektuelle und antisemitische Bande entlarvt hat. Jenny Berg berichtet vom Menuhin-Festival in Gsaad.


Besprochen werden Robert Wilsons Stück "The Life and Death of Marina Abramovic", Martin Walsers Roman "Muttersohn", Peggy Mädlers Debütroman "Legende vom Glück des Menschen" und Gwendoline Rileys Erzählung "Joshua SpasskY" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Aus den Blogs, 19.07.2011

Zum Glück arbeitet Stefan Niggemeier nicht nur bei der FAZ, sondern hat auch noch ein Blog. Und hierfür hat er, sehr kritisch, die Klageschrift der Zeitungsverlage (inklusive FAZ) in Sachen Tagesschau-App gelesen: "Die Klageschrift der Verlage hält sich nicht lange mit einer Diskussion auf, was genau unter dem Begriff 'presseähnlich' zu verstehen ist. Im Kern ist die Argumentation gegenüber dem Gericht schlicht: 'Presseähnlich' sei all das, was Presseverlage machen."

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Die Welt, 19.07.2011

Wenn er sich entscheiden müsste zwischen dem allgemein wie ein Guru angestaunten Helmut Schmidt und dem seiner Meinung nach bis heute verkannten Helmut Kohl, so Ulf Poschardt, na, dann würde er sich für Kohl entscheiden - und legt im Aufmacher dar, warum. Eckhard Fuhr empfiehlt den von den britischen Kriegsberichterstattern 1916 gedrehten Dokumentarfilm über die Schlacht an der Somme, der gerade als DVD erscheint und trotz seiner patriotischen Mission ein realistisches Bild vom grauenhaften Geschehen gibt. Jan Küveler porträtiert den amerikanischen Großkritiker James Wood.


Besprochen werden eine Dramatisierung von Thomas Manns Josefsroman in Oberammergau und eine von Wayne McGregor choreografierte Hommage an Francis Bacon in Paris und Ereignisse der Ludwigsburger Festspiele.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.07.2011

Aus der jüngst veröffentlichten Studie dazu, dass Suchmaschinennutzer unwichtige Fakten lieber vergessen, wenn sie wissen, wie sie am Rechner an sie gelangen (Abstract), zieht Frank Schirrmacher den maximal weitreichenden Schluss, wir gäben nicht nur unser Gedächtnis für banale Fakten, sondern gleich unser ganzes Erinnerungsleben in die Hände von Google: "Die Auslagerung des Gedächtnisses der Menschheit an einen amerikanischen Privatkonzern betrifft nicht nur das, was man schwarz auf weiß besitzt, sondern auch alles das, was durch das Ineinander von Erinnerung und Erfahrung die Identität von Menschen überhaupt erst schafft." Schirrmachers Schluss: "Eine europäische, nicht privatwirtschaftliche Suchmaschine, die keiner politischen oder ökonomischen Kontrolle unterliegt, ist vielleicht das wichtigste technologische Projekt der Gegenwart." Sehr gut, lasst uns eine Kommission bilden!


Weitere Artikel: Über den heftigen Streit um das von der Simon-Wiesenthal-Stiftung geplante "Toleranz-Museum" in Jerusalem, das auf einem ehemaligen Parkplatz gebaut werden soll, der aber an Stelle eines davor dort befindlichen muslimischen Friedhofs lag, berichtet Hans-Christian Rössler. Maria Frise hat sich mit Antje Vollmer getroffen und über ihr Buch "Doppelleben" gesprochen, das das Schicksal des Widerstandskämpfers Heinrich Graf Lehndorff und seiner Frau schildert. Jan Brachmann kommentiert die Übersetzung des Vaterunser, die kein Geringerer als Bundestagspräsident Norbert Lammert für eine Vertonung durch Stefan Heucke angefertigt hat. Von einer Tagung in Münster zur Frage der Straßenumbenennung berichtet Martin Otto. In Sangershausen gibt es, wie Arnold Bartetzky hoch erfreut feststellt, in einer modellhaft sanierten Siedlung die "Versöhnung von energetischer Ertüchtigung und Denkmalschutz" zu bewundern. Nach Pfusch am Bau steht der von Herzog & De Meuron entworfene Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle in Duisburg vor dem Scheitern - ein großer Verlust, findet in der Glosse Andreas Rossman, wäre es nicht. 

Besprochen werden eine Ausstellung mit Werken des Caspar-David-Friedrich-Schülers Johann Gustav Grunewald im Vineta-Museum Barth und Bücher, darunter Maja Haderlaps beim auszugsweisen Bachmann-Vorlesen preisgekrönter Debütroman "Engel des Vergessens" (Wiebke Porombka ist nicht restlos überzeugt, mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 19.07.2011

Geradezu feierlich bespricht der Adorno-Biograf Detlev Claussen Liao Yiwus gerade bei Fischer erscheinenden "Zeugenbericht aus chinesischen Gefängnissen": "Seine 'drei Schluchten' sind das Untersuchungsgefängnis, das Gerichtsgefängnis und das Arbeitslager." Und: "Alles, was Liao durch einen qualvollen Schreibprozess für sich selbst leistet, tut er auch für andere: Liao stellt die menschliche Würde der Erniedrigten und Beleidigten wieder her. Doch große Kunst wie diese ist nicht versöhnlich, sondern sehr schmerzhaft. Der Leser sollte gewarnt sein."


Jonathan Fischer ist nach hundert Meter Schlangestehen in den "Vatikan aller Laptop-Tüftler", den "Low End Theory Club" (Website), gelangt, den angesagtesten Club der Welt, der aber nicht in Berlin, sondern in Los Angeles ist. Seele des Clubs ist der Musiker Steve Ellison alias Flying Lotus: "Die Überschneidung verschiedener Musikuniversen ist schon in seiner Biographie angelegt: Der Neffe von John Coltrane wuchs im Aschram seiner Tante Alice Coltrane mit Meditations-Chören auf, kiffte später mit den Hip-Hop-Veteranen Dr. Dre und Snoop Dogg..."

Weitere Artikel: Rudolf Neumaier ist nicht einverstanden mit dem von kircheninternen Kritikern herausgegebenen Band "Hände weg! - Sexuelle Gewalt in der Kirche". Alexander Menden begutachtet den von Eric Parry verantworteten Anbau des Holburne Museums in Bath, Abgedruckt wird die Rede Martin Mosebuchs zur Wiedereröffnung des Museums Kunst Palast in Düsseldorf. Jörg Häntzschel unterhält sich mit Gary Shteyngart  über dessenneuen Roman "Super Sad True Love Story".

Besprochen wird ein "Baumeister Solness" in der Regie von Marcus Lobbes  in Wuppertal.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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