Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 22.02.2012, 15.59 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Stein auf Stein sanft gestreichelt

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

11.03.2011. In der FR erzählt Najem Wali von einem Traumhaus in Bagdad. In Slate schreibt David Simon, Autor der Serie "The Wire": Für "Snoop" gilt die Unschuldsvermutung. In der New Republic fragt Nicole Krauss: Was wird im Zeitalter des Ebooks aus Buchläden? Die NZZ hält außerirdisches Leben für möglich. Die FAZ liest Jan T. Gross' Buch "Goldene Ernte".  Und die Welt fragt: Wer ist beliebt bei Links und Rechts? Äh, ... ach ja, das war Gaddafi.

Frankfurter Rundschau, 11.03.2011

Der deutsch-irakische Autor Najem Wali erzählt von einem Traumhaus in Bagdad, am Ufer des Tigris. Gebaut wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts von Kathim Ibn Arif. Sein ursprünglicher Besitzer war ein irakischer Jude, Sir Sassoon Eskell, fünf Mal Finanzminister im Irak. Es wurde später als Theaterclub benutzt, heute teilen sich das Haus die Armee und junge Filmschaffende, die dort ein Filmkunstzentrum errichtet haben: "Alles daran ist schön: Die Rundungen der Bögen, die Türen, die Balustraden auf dem Flachdach, die hölzernen Fenster, der ausladende Balkon hoch über dem Tigris. Es wirkt fast, als habe die Hand des Meisters hier, von der historischen Al-Raschid-Straße aus leicht zurückgesetzt, Stein auf Stein sanft gestreichelt und liebevoll geformt. Und als wisse die Hand nicht, dass der Besitzer dieses Hauses, das einer ganzen Großfamilie Platz geboten hätte, sein Leben lang unverheiratet bleiben würde. Ja, es wirkt tatsächlich, als habe jener Bagdader Baumeister mit seinem durch kein Unistudium verbauten instinktiven Gespür erkannt, dass dieses Haus so großzügig sein musste, um den Träumen seines zukünftigen Bewohners Platz zu bieten. Dass es so viele Räume und Etagen umfassen musste wie die Träume des Mannes, der darin schlafen und erwachen würde."


Besprochen werden zwei Liszt-Klavierkonzerte mit Daniel Barenboim in Frankfurt, Klaus Königs CD "Requiem. For Martin Luther King jr.", die Ausstellung "Kompass" mit Zeichnungen aus New Yorks Moma im Berliner Martin-Gropius-Bau und Bücher, darunter Jan Karskis "Bericht an die Welt" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Aus den Blogs, 11.03.2011

Immer wieder der UN-Menschenrechtsrat! Das Blog UN Watch meldet: "U.N. rights chief Navi Pillay today rejected growing calls to fire Ms. Najat Al-Hajjaji, a long-time representative of the Qaddafi regime, from her post as the UN Human Rights Council's investigator on human rights violations by mercenaries, which many see as a cruel irony."


Felicia Pearson, die in der Serie "The Wire" die unheimliche Killerin "Snoop" spielt, wurde in Baltimore bei einer Drogenrazzia festgenommen. In einem Blog auf Slate veröffentlicht David Simon, Autor der Serie, ein Statement. Es gilt die Unschuldsvermutung, scheibt er. Und: "She worked hard as an actor and was entirely professional, but the entertainment industry as a whole does not offer a great many roles for those who can portray people from the other America."

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Weitere Medien, 11.03.2011

Angesichts der fulminanten Erfolge des Ebooks in Amerika denkt die Autorin Nicole Krauss in der New Republic über das Verschwinden von Buchläden nach: "The other day I rented 'Hannah and Her Sisters' after having not seen it for many years. I was struck by how many chance meetings and conversations took place in book or record stores. No one would ever turn to Woody Allen for a realistic portrayal of New York, but, all the same, it surprised me that back then there were so many book and record stores to film in."


Henryk Broder empfiehlt in der Weltwoche Eugen Sorgs schwer zu verkraftendes Reportagebuch "Die Lust am Bösen": "Sorg war lange Jahre im Ausland unterwegs, auf dem Balkan, in Afrika und in Asien. Es gibt kaum einen Krisenort, den er nicht besucht hätte, immer auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage, warum Menschen, die gestern noch friedlich zusammen lebten, heute übereinander herfallen und sich dabei wohl fühlen, als wäre es die natürlichste Sache der Welt, das Haus des Nachbarn abzubrennen, seine Frau zu vergewaltigen, ihn erst zu demütigen und dann zu erschlagen." Und was ist die Erklärung dafür? Die Schlacht am Amselfeld? "Unsinn, sagt Sorg, 'die meisten Menschen berauschen sich nicht an Ideen, sondern sie benutzen Ideen, um ihren Rausch zu legitimieren'. Sie stehlen und morden, nicht um alte Rechnungen zu begleichen, sondern sie nutzen die Gelegenheit, um sich auszutoben und dabei zu bereichern."

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Die Tageszeitung, 11.03.2011

Ingo Arend kommentiert die Rückgabe eines 4000 Jahre alten Löwenkopfes aus dem Berliner Pergamonmuseum an die Türkei. "Welche archäologische Sammlung der Welt sich wie ihre Bestände zusammengeklaut hat, gehört seit langem auf den Prüfstand. Was Parzinger zähneknirschend als 'Geste auf freiwilliger Basis' bezeichnet, dürfte dem Druck eines politischen Ultimatums geschuldet gewesen sein."


Besprochen werden ein Hamburger Konzert der schottischen Band Glasvegas, Brecht Evens preisgekrönter Comic "Am falschen Ort" und diverse Mixkultur-Alben: "We're New Here" von Gil Scott-Heron and Jamie XX, "Another Nice Mess" von DJ Marcelle, "Wuppdeckmischmampflow" von Robag Wruhme und "Dust Remixes" von Ellen Allien.

Und Tom.

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Die Welt, 11.03.2011

Der Westen wird zurecht für seine späte Kungelei mit Gaddafi kritisiert, schreibt Richard Herzinger in einem Essay auf der Meinungsseite, aber man kann dem Westen nicht einfach seine Erbschaft in die Schuhe schieben, denn zuvor war Gaddafi der Liebling ganz anderer Kreise: "Der Hass gegen das 'imperialistische' Amerika und eine paranoide Israelfeindschaft bilden bis heute die Grundkonstante in Gaddafis ansonsten wirrem Weltbild. Noch vergangenes Jahr verkündete er, John F. Kennedy sei von den Israelis ermordet worden, weil er deren Atomprogramm habe untersuchen lassen wollen. Derartiges imponierte nicht nur linken 'Antizionisten', sondern ebenso dem rechten Rand - allen voran dem österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider, der laut einem seiner früheren Mitarbeiter von seinem libyschen Gönner 45 Millionen Euro Wahlkampfunterstützung erhalten haben soll. "


Im Feuilleton unterhält sich Andrea Backhaus mit dem Kulturwissenschaftler Thomas Macho über gefallene Stars und Vorbilder von Charlie Sheen bis zu Karl-Theodor zu Guttenberg. Dankwart Guratzsch untersucht mit Hilfe einer Studie von Melanie Seidenglanz (mehr hier) vom Institut für deutsche Sprache die Prosa aktueller Rücktrittserklärungen. Paul Badde liest das jüngste Buch Benedikts XVI. über Jesus. Laura Ewert stellt die kommende, in Deutschland aber noch nicht gezündet habende Boygroup The Wanted vor. Besprochen wird Alejandro Gonzalez Inarritus Film "Biutiful" (mehr hier).

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Neue Zürcher Zeitung, 11.03.2011

Der emeritierte Biochemiker Gottfried Schatz erklärt, dass er die Existenz außerirdischen Lebens durchaus für möglich hält: "Ob es sich um komplexe Vielzeller mit überragender Intelligenz, bakterienähnliche Einzeller, Systeme mit exotischen chemischen Eigenschaften oder gar um nichtchemische Systeme handelt, spielt für mich dabei keine Rolle."


Weitere Artikel: Festivalgründerin Margit Ulama erzählt im Interview, was die Besucher des österreichischen Architekturfestivals "Turn On" am Wochenende in Wien erwartet. Joachim Güntner überlegt, warum so viele Menschen, darunter kürzlich Martin Walser im Focus (mehr), Karl Theodor zu Guttenberg immer noch verteidigen.

Besprochen wird eine Werkausgabe des französischen Comiczeichners Jean-Marc Reiser (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 11.03.2011

Von der Causa Guttenberg ausgelöste innerwissenschaftliche Diskussionen zur Frage der Promotion referiert Rudolf Neumaier.  Über Queremos, die brasilianische Fan-Funding-Website für Rockkonzerte, berichtet Franziska Schwarz. Peter Laudenbach erzählt, was beim Stückefestival "Find" in Berlin bislang so zu sehen war (mehr dazu in der Nachtkritik). Jens-Christian Rabe erkennt in zwei Grammys eine Rückbesinnung auf die Blues-Ursprünge des Pop. Über die Auswahl für den Mülheimer Dramatikerpreis informiert Till Briegleb. Roswitha Budeus-Budde gratuliert dem KinderbuchautorJanosch, Nicole Hegener dem Kunsthistoriker Matthias Winner zum Achtzigsten.


Besprochen werden ein Konzert der Pianistin Helene Grimaud und der Münchner Philharmoniker unter Christian Thielemann mit Beethovens "Kaiserkonzert", Modeausstellungen in Kunsträumen (in denen sie Catrin Lorch aber deplatziert vorkommen - sie sähe sie lieber in Design-Museen), eine Ausstellung mit Werken des Bildhauers Rudolf Wachter und der Malerin Maria Huber im Athener Goethe-Institut, Yasemin Samderelis Gastarbeiter-Komödie "Almanya", George Nolfis Schicksalsthriller "Der Plan" und Bücher, darunter Friedrich Wilhelm Grafs Streitschrift "Kirchendämmerung" (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.03.2011

In Polen sorgt das Buch "Goldene Ernte" des Historikers Jan T. Gross und seiner Frau Irena für große Aufregung. Die Autoren behaupten, dass der polnische Antisemitismus während des Zweiten Weltkriegs oft verheerender war als der deutsche. Tomasz Kurianowicz, dessen Vater einst Polen Richtung Deutschland verließ, sieht das Buch skeptisch und hält es doch für hilfreich als Anreger notwendiger Diskussionen. Nicht zuletzt macht er sich auch Gedanken zum Antisemitismus im Gegenwartspolen: "Ich erinnere mich an antisemitische Reden des polnischen Priesters Tadeusz Rydzyk, der heute den erfolgreichen, erzkonservativen Sender Radio Maryja in Torun betreibt. Und als Lech Kaczynskis Präsidentenmaschine abstürzte, gab es Leute, die sagten, dass das Unglück nicht passiert wäre, hätte sich der polnische Präsident israelfreundlicher gezeigt. Ist das kein Antisemitismus?"


Weitere Artikel: Mit offensichtlich guten Hintergrundkenntnissen erzählt Andreas Rossmann, wie es zur Trennung des Beethoven-Hauses in Bonn von seinem nur kurz amtierenden Direktor Philipp Adlung kam. Hannes Hintermeier glossiert in biblischer Sprache den heftigen Kampf um acht Euro Krankenkassen-Zusatzbeitrag.

Besprochen werden die Pariser Uraufführung von Marie NDiayes Stück "Les grandes personnes", die Ausstellung "Vive Reiser!" im Frankfurter Caricatura-Museum, die Ausstellung "Hans Baldung, genannt Grien" in der Berliner Gemäldegalerie, die Ausstellung "Adleraugen über Afghanistan" mit von Bundeswehr-Tornados aus geschossenen Fotografien im Stadtmuseum Schleswig, George Nolfis Philip-K.-Dick-Verfilmung "Der Plan" mit Matt Damon, Alejandro Gonzalez Inarritus Film "Biutiful" und Bücher, darunter die von Raoul Schrott und Arthur Jacobs verfasste Neuropoetik "Gehirn und Gedicht" (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Pressestellenhafte Hauptsatzrealität

22.02.2012. Die Spanier bekommen in der Krise langsam Angst und zwar echte Angst, konstatiert der Schriftsteller Antonio Orejudo in der NZZ. Im Tagesspiegel erklärt der Autor Nikos Dimou, warum es ein Unglück ist, Grieche zu sein. Welt und FAZ sind begeistert vom erweiterten Städel-Museum in Frankfurt. Die SZ findet, es ist kein Wunder, dass Protestanten Präsidenten werden: Die können reden. Anders als ein Viertel der Deutschen, die laut FAZ nicht richtig lesen und schreiben können. Mehr lesen

Im literarischen Straflager

21.02.2012. Joachim Gauck ist der Mann der Stunde, auch in den Feuilletons. Die FAZ erklärt seinen Freiheitsbegriff. Er sei der erste von den Medien gekürte Bundespräsident, gibt die Welt skeptisch zu bedenken. Die taz nörgelt. Die NZZ findet es richtig, dass der Suhrkamp Verlag Robert Service' Trotzki-Biografie veröffentlicht. SZ und Tagesspiegel greifen nochmal in die Kracht-Debatte ein. Der Perlentaucher erklärt, warum gerade die Auskäufer von Autorenrechten den Begriff des "Geistigen Eigentums" so verteidigen. Mehr lesen

Die Leistung der freien Presse

20.02.2012. Die FR ist sehr zufrieden mit der Rolle der Medien in der Causa Wulff. Die NZZ sieht das von außen ganz anders und fand die deutschen Zeitungen abstoßend selbstgerecht. In der Welt fürchtet der ungarische Regisseur Bence Fliegauf, dass sich Europa auf den chinesischen Weg macht: "Das wäre der Tod jeder Kultur." Insgesamt schreiben die Kritiker recht positiv über den Wettbewerb der Berlinale, auch wenn jeder Kritiker die Bären im einzelnen anders vergeben hätte. Mehr lesen

Gut gemacht

18.02.2012. 17 Autoren werfen dem Spiegel in einem Offenen Brief vor, Georg Diez' Artikel über Christian Krachts Roman "Imperium" überschreite die Grenze zur Denunziation. In der taz wirft der syrische Journalist Ali al-Atassi dem Westen Tatenlosigkeit vor. Der Friedenspreis hat Boualem Sansal beim algerischen Regime nicht beliebter gemacht, berichtet der Tagesspiegel. In der SZ überlegt der Ideenhistoriker Jan-Werner Müller, warum die europäischen Intellektuellen immer provinzieller werden. Die FAZ stellt einen tschechischen Comic über die Vertreibung der Deutschen vor. Alle loben den Berlinale-Wettbewerb. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Nur Spiel, nur Stil, nur Attitüde

17.02.2012. In der FR spricht Peter Nadas über seine "Parallelgeschichten" und über die aktuelle Lage in Ungarn. In der NZZ fürchtet der schottische Autor John Burnside die schottische Unabhängigkeit - aus Angst vor dem Feudalismus. Techdirt zählt mal zusammen, wie oft in den USA in den letzten Jahren Copyright-Verschärfungen beschlossen wurden: genau fünfzehnmal in dreißig Jahren. Die SZ stellt den griechischen Aphoristiker Nikos Dimou, der geistvoll an seiner Heimat litt. In der FAZ vermisst Pierre Nora die kulturelle Gärung in den deutsch-französischen Kulturbeziehungen. Mehr lesen

Das werden die Brüder bitter bereuen

16.02.2012. 25.000 Freunden auf Facebook gefällt die Idee, Hamsa Kaschgari hinzurichten, meldet Spiegel Online (und anders als mit Mohammed-Zeichnungen scheint Facebook hiermit kein Problem zu haben). Deutsche Feuilletons interessieren sich aber viel mehr für den Krach um Kracht. Er hat jetzt eine Lesung in Berlin abgesagt, weil der Spiegel ihn schmähte. SZ und Freitag feiern seinen Roman "Imperium" als Meisterwerk der Ironie. Nein, er ist ein Schmarrn, meint die FR. Aber eigentlich erscheinen heute ja Peter Nadas' "Parallelgeschichten", die Joachim Sartorius im Freitag wahrhaft groß findet. Für die Zeit berichtet Jonathan Littell aus Syrien. Mehr lesen

Das Klavier, das Murmeln, das Sich-Setzen

15.02.2012. Düster sind Bernard-Henri Lévys Visionen in der Griechenland-Krise in der Welt. Noch immer nicht so richtig in Gang kommen will die vom Spiegel lancierte Debatte über die Frage, ob Christian Kracht mit rechtsextremem Gedankengut kokettiert. Die taz diagnostiziert jedenfalls eher auf "spleenige Leere". In der FAZ feiert Domink Graf Zbynek Brynychs Film "Nacht von Lissabon". Und wie steht's um das geistige Eigentum, wenn Urheber die ausschließlichen Nutzungsrechte daran abtreten, fragt ein Rechtsanwalt. Mehr lesen

Neugierde ist der Modus Operandi

14.02.2012. Die taz fragt: Warum ist in Deutschland eigentlich nur Alexander Kluge modern? In der Welt erzählt Kluge, was er mit Adorno gemein hat. UN Watch begrüßt die neuen Repräsentanten Libyens in der UN, wo sie gleich einen deutlichen Standpunkt in der Schwulenfrage vertraten. Die FAZ singt eine Hymne auf Dagmar Manzel. Le Monde fragt, worauf Bismarck hinaus will. In der FR lobt Götz Aly die Integrationsfähigkeit der SED. Außerdem mehr über Ai Weiwei und die Katzen und Douglas Coupland und die Hunde.  Mehr lesen

Da war aber vor allem: die Stimme

13.02.2012. Christian Petzolds "Barbara" stößt auf die Begeisterung sämtlicher Filmkritiker. Überhaupt, so die Welt, ist die Bilanz des Berlinale-Wettbewerbs in den ersten Tagen erstaunlich positiv. Im Tagesspiegel denkt der bald achtzigjärige Alexander Kluge über Lebensläufe nach. In der taz erklärt Friedrich Küppersbusch, wie teuer es werden kann, sich selbst zu zitieren. In der NZZ kritisiert Abraham B. Jehoschua die religiösen Fundamentalisten in Israel. Spiegel Online und einige Blogs erzählen die Geschichte des saudischen Journalisten Hamsa Kaschgari, dem wegen eines Tweets die Todesstrafe droht. Alle sind bestürzt über den frühen Tod Whitney Houstons. Mehr lesen

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

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