Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Montenegrinisch versteinert

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

21.01.2011. Im Tagesspiegel erzählt Laszlo F. Földenyi, wie Viktor Orban es schaffte, sowohl die Nostalgiker des Kadar-Kommunismus als auch die Anhänger des Horthy-Faschismus in seinem nationalistischen Projekt zu vereinen. Die Welt zeigt, dass die ungarische Medienzensur durchaus liberal sein kann, aber nur bei Antisemitismus. Gegenüber der FR fordert Amartya Sen mutige Redakteure. Die amerikanischen Medienblogs kommentieren das Stühleschieben bei Google.  Die NZZ informiert über die beste aller isländischen Sagas.

Der Tagesspiegel, 21.01.2011

Laszlo F. Földenyi erzählt in einem kleinen Essay, wie Viktor Orban von einem Liberalen zu einem Rechten wurde und die Massen gewann, indem er auch die Nostalgiker des Kommunismus mobilisierte: "Die ungarische Politik der letzten zehn Jahre handelt davon, wie Fidesz jene Wähler, die bisher vermeintlich links standen, auf die konservative Seite hinüberlockt. Vermeintlich. Denn ein beträchtlicher Teil derer, die sich in Ungarn zur politischen Linken bekennen - oder bekannten -, bejahten und bejahen in Wahrheit die zweifellos lebbare, aber zutiefst antidemokratische Welt des Kadarschen Sozialismus."

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Neue Zürcher Zeitung, 21.01.2011

Der serbische Schriftsteller Bora Cosic schreibt zum Tod seines Freundes, des Malers Miodrag Djuric, genannt Dado. Dessen Kunst, sagt er, sei "als hätte jemand aufs Neue die 'Gesänge des Maldoror' geschrieben, nur mit den Mitteln der Malerei. Und dort, wo bei Lautreamont alles voller Blut, Eiter und Eingeweide im organischen Zerfall ist, ist es bei Djuric irgendwie petrifiziert, montenegrinisch versteinert."


Weiteres: Aldo Keel erzählt die Geschichte der isländischen Sagas, deren alte Kodizes erst vor vierzig Jahren von Dänemark zurückgegeben wurden (sein klarer Favorit ist "Njala", die "beste aller Sagas"). Andreas Ernst berichtet von aufgebrachten Reaktionen im Kosovo auf einen Bericht des Europarat-Gesandten Dick Marty, der die UCK beschuldigt, im Befreiungskrieg serbischen Gefangenen nach der Erschießung Organe entnommen und verkauft zu haben. Marianne Zelger-Vogt gratuliert Placido Domingo zum Siebzigsten.

Besprochen werden der Sampler "Songs About Leaving Africa" und Dave Tompkins Kulturgeschichte des Vocoders "How to Wreck a Nice Beach."

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Die Welt, 21.01.2011

Bei Antisemitismus scheint das notorische ungarische Mediengesetz nicht zuzuschnappen. Paul Jandl zitiert aus einem Artikel der Zeitung Magyar Hirlap, die zum Dunstkreis der Regierung Orban gehört. Dort antwortet der Redakteur Zsolt Bayer auf Ungarn-Kritik durch den Pianisten Andras Schiff, Daniel Cohn-Bendit und den Guardian-Kolumnisten Nick Cohen: "Leider ist es nicht gelungen, einen jeden bis zum Hals im Wald von Orgovany zu verscharren..." Paul Jandl erläutert: "Im Wald von Orgovany in der Nähe von Kecskemet hat ein Horthy-treues Freikorps ein Massaker an Anhängern der kommunistischen ungarischen Räterepublik und an Juden begangen." (Das Blog Pusztaranger berichtet sogar, dass Bayer von der Fidesz ausgezeichnet wird.)


Weitere Artikel: Eckhard Fuhr kann anders als der Zeit-Autor Nikolaus Bernau (hier) keine akute Gefährdung des Pergamon-Museums durch die geplante (und fällige) Renovierung erkennen. Sören Kittel besucht das erste Computerspielmuseum in Berlin. Ralf Niemczyk ist einigermaßen traurig über die Kölner Möbelmesse: "Lange galt die Regel, dass die Schau viel über den Zustand der Gesellschaft erzählt. Man kann nur hoffen, dass das heute nicht mehr zutrifft." Und Manuel Brug gratuliert Placido Domingo zum Siebzigsten.

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Frankfurter Rundschau, 21.01.2011

Im Interview mit Michael Hesse spricht der Nobelpreisträger Amartya Sen über Gerechtigkeit, aufgeklärtes Denken und eigenverantwortliches Handeln: "Man setzt die richtigen Institutionen ein und hofft, optimistischer Weise, dass sich alles zum Besten fügen wird. Wie in der Demokratie. Es gibt Wahlen, was willst du mehr? Tatsache ist aber, dass man viel mehr benötigt, um eine Demokratie zu realisieren. Du brauchst dein eigenes Engagement mit dem vieler anderer zusammen. Es bedarf der Unterstützung vonseiten einer interaktiven Politik, es bedarf energischer Medien, es bedarf mutiger und innovativer Redakteure."


Weiteres: Christian Schlüter berichtet von einem Vortrag der Philosophin Juliane Rebentisch über Masse und Multitude. Besprochen werden das Album "21" der Sängerin Adele und Ahlrich Meyers Studie "Das Wissen um Auschwitz" (mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Aus den Blogs, 21.01.2011

Stühleschieben bei Google, melden Techcrunch, Ars Technica und Gizmodo. Larry Page wird neuer CEO von Google, eine Position, die bisher Eric Schmidt innehatte. Schmidt wird Executive Chairman und sich auf "Verträge, Partnerschaften, Kunden und weitere Geschäftsbeziehungen, Regierungskontakte" konzentrieren. Page soll sich als CEO um "Produktentwicklung und technologische Strategie innerhalb von Google" kümmern. Sergej Brin wird wie bisher "seine Energie auf strategische Projekte, vor allem neue Produkte" richten. Und warum das ganze? Die beste Erklärung finden alle drei Blogs in Eric Schmidts Tweet: "Day-to-day adult supervision no longer needed!" Page wird im März 38.


Thomas Knüwer analysiert die jüngsten Auflagenzahlen der Zeitungen, die die IVW jetzt veröffentlicht hat: Mit Ausnahme der Berliner Zeitungen und der Sonntagszeitungen geht es fast überall mit der Auflage bergab.

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Die Tageszeitung, 21.01.2011

In einer Artikelreihe zum Kleist-Jahr schreibt heute Michael Rutschky über das Anfang der Siebziger höchst attraktive Konzept vom Dichter als Märtyrer. "Und da stand Kleist natürlich an erster Stelle. Kohlhaas, der Prinz von Homburg, Penthesilea, das Äußerste der Liebe ist der Tod, das Äußerste der Rebellion ist die vollkommene Unterwerfung, Schüler und Lehrer, ebenso die Theater, die Literaturkritik und -wissenschaft schwelgten in diesen Stoffen. Dass radikales Schreiben in einem ganz anderen Raum stattfindet als radikales Leben, erleichterte die Sache erheblich - und führte zu Verwechslungen."


Weiteres: Rudolf Walther resümiert einen Vortrag der in Berlin lebenden Philosophin Juliane Rebentisch im Frankfurter Institut für Sozialforschung über "Masse - Volk - Multitude". Besprochen werden das neue Album "Well Spent Youth" von Isolee und das posthum erschienene Album "Michael" von Michael Jackson.

Und Tom.

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Süddeutsche Zeitung, 21.01.2011

Im politischen Teil fordert die Journalistin Sihem Bensedrine Unterstützung der Europäer für die tunesische Revolution: "Die EU-Länder und auch Deutschland, das den Diktator unterstützt hat, sollten sich jetzt deutlich für diese Revolution aussprechen - und helfen, die Verbrecher zu finden und sie vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen und möglichst verhindern, auch mit Hilfe des UN-Sicherheitsrat, dass sie straffrei davonkommen."


Weitere Artikel: Noch ist Orhan Pamuks "Museum der Dinge" in Istanbul nicht eröffnet. Thomas Steinfeld durfte es vorbesichtigen und staunt über die Atmosphäre des Ortes. Von Plänen der rechtsgerichteten Regierung der italienischen Region Venetien, die Bücher kritischer Autoren aus Bibliotheken entfernen zu lassen, berichtet Henning Klüver. Petra Steinberger schreibt über den großen Erfolg eines sehr umstrittenen Buchs in den USA: Amy Chuas Erziehungsführer "Mutter des Erfolges" (so der Titel der demnächst erscheinenden deutschen Übersetzung, hier ein Auszug aus der amerikanischen Ausgabe und die vor ein paar Tagen erschienene Kritik der NY Times). Die in Yale lehrende Juraprofessorin propagiert darin "chinesische" Prinzipien des Umgangs mit Kindern, die einen durchaus das Fürchten lehren können. Niklas Hofmann begrüßt die Eröffnung des Berliner Computerspielemuseums (Website). Über das Scheitern der Abwahl des Leipziger Kulturdezernenten Michael Faber informiert Dorion Weickmann. In einer Randnotiz staunt Jan Füchtjohann darüber, dass in einem bei archive.org von ihm eingesehenen Exemplar von Hermann August Korffs "Geist der Goethezeit" die Widmung an "die Lebensgefährtin" dreimal durchgestrichen und durch das unschöne Wort "Nutte" ersetzt ist. Jens Malte Fischer gratuliert dem Tenor Placido Domingo und Claus Biegert - hier - dem Musiker Richie Havens zum Siebzigsten.

Besprochen werden Brahms' 1. Klavierkonzert mit dem Stuttgarter Radiosinfonie-Orchester unter Richard Norrington und der Pianistin Yuja Wang in München, die Ausstellung "KunstFotografie" im Dresdener Kupferstichkabinett, die Ausstellung "Journey through the Afterlife - Ancient Egyptian Book of the Dead" im British Museum in London und Bücher, darunter eine Neuausgabe von Gedichten des italienischen Literaturnobelpreisträgers Salvadore Quasimodo (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.01.2011

Dirk Schümer ist nach Bukarest gefahren und hat sich mit dem Schriftsteller Ernest Wichner unterhalten, der nach wie vor nicht glaubt, dass Oskar Pastior als Spitzel große Schuld auf sich geladen hat. Den Umgang mit den Securitate-Akten erlebt Schümer vor Ort als mehr "surrealistisch" denn gründlich. Und er fragt sich: "Wer wollte heute - mit einer behaglichen Westbiografie im Rücken - über ein Leben unter, gegen, mit der Securitate den Stab brechen?"


Eine Gymnasiallehrplanreform in Russland wird, wie Kerstin Holm kritisch kommentiert, massive Bildungsniveauverluste  zur Folge haben: "Obligatorisch für alle bleiben in den Abschlussklassen neun bis elf nur Sport, allgemeine Sicherheit, Staatsbürgerliche Reife sowie ein neues Fach namens 'Russland in der Welt', eine Kombination aus Geschichte, Kultur, Sozialkunde, das die Teenager auch gegen 'Geschichtsfälschungen auf Kosten der Interessen Russlands' impfen soll."

Weitere Artikel: In einem sehr persönlichen Artikel erinnert die Schriftstellerin Katharina Hacker an die Autorin Anna Maria Jokl, die am Sonntag ihren hundertsten Geburtstag gefeiert hätte. Als Auszug aus langen Gesprächen, die Jörg Wollenberg mit "Indignez-vous"-Autor Stephane Hessel geführt hat, wird eine Erinnerung Hessels an sein Überleben des Konzentrationslagers gedruckt, das er ausgerechnet einem der "Kapos" zu verdanken hatte. Constanze Kurz weist in ihrer "Aus dem Maschinenraum"-Kolumne auf die haarsträubende Unsicherheit des gängigen Mobilfunkstandards GSM hin. Die geplante Kooperation der Verlage Eichborn und Aufbau glossiert Felicitas von Lovenberg als Begegnung von Not und Elend. Peter Schilder informiert über die gescheiterte Abwahl des Leipziger Kulturdezernenten Michael Faber. Jüngste juristische Wendungen um die Umbenennung der Münchner Meiserstraße breitet Martin Otto mit Lust am Detail aus. Auf der Medienseite freut sich Harald Staun über die Eröffnung des Berliner Computerspielemuseums (Website). Jochen Hieber informiert über die gegen den Deutschen Fernsehpreis gerichtete Gründung der "Deutschen Akademie für Fernsehen".

Besprochen werden die Ausstellung "Cool and Hot" mit Werken des Architekturfotografen Julius Shulman in Mannheim, die Ausstellung "Lust und Laster" in Bern, Coline Serreaus filmisches Plädoyer für eine bessere Landwirtschaft "Good Food, Bad Food" (für reichlich unterkomplex hält der Kulinarikexperte Jürgen Dollase das Werk), und Bücher, darunter Katharina Mommsens Goethe-Schiller-Dichterbund-Studie "Kein Rettungsmittel als die Liebe" (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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