Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Eine besondere dialektische Geltung

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

08.09.2010. Heute bekommt Kurt Westergaard in Deutschland einen Preis für Pressefreiheit - in Anwesenheit Angela Merkels. Die FAZ bewundert sie für einen Mut, den diese Zeitung  seinerzeit nicht hatte. Die meisten anderen Zeitungen schweigen beredt. Auf Carta erklärt der Qualitätsforscher Kurt Imhof, warum er die Qualität solcher Qualitätsmedien schützen will. Böse ist dagegen das Internet, findet Jonathan Franzen in der FAZ. In der taz erklärt Tom Segev, warum die Österreicher dankbar dafür sein sollten, dass Simon Wiesenthal mit dem Mossad gearbeitet hat.

Die Welt, 08.09.2010

Auf der Seite drei erinnert Richard Herzinger daran, dass sich die deutschen und andere europäische Zeitungen gegenüber dänischen Karikaturisten nicht immer so kollegial verhielten wie sie es heute gern hätten: "Die bedrohten dänischen Karikaturisten wurden vom Gros der geistigen Elite von Anfang an unter den Verdacht gestellt, sie hätten durch ihre Provokation benachteiligte und von Rassismus bedrängte Muslime demütigen wollen... Der Karikaturenstreit ist so zu einem Testfall für die Widerstandsbereitschaft nicht nur der dänischen, sondern der gesamten westlichen demokratischen Öffentlichkeit gegenüber den Einschüchterungsversuchen totalitärer Ideologien geworden, die sich hinter dem Argument religiöser Sensibilität verstecken. Angesichts der massiven Desolidarisierung gegenüber dem eigensinnigen Individualisten Westergaard fällt dieser Test bisher leider nicht ermutigend aus." (Die Welt hat als einzige deutsche Zeitung damals alle Karikaturen abgedruckt, mehr hier).


Thomas Lindemann lässt sich vom Steinway-Chefklavierstimmer Stephan Knüpfer erklären, wie man einen Flügel richtig stimmt: "Der japanische Ton ist wie eine höfliche Verbeugung, er schwingt schnell ein und geht geradlinig runter. Der Italiener schwingt langsam ein und klingt dann irgendwie leicht, wie mit einem 'Ach ja!' aus. Der Deutsche will die totale Kontrolle, sein Ton ist sofort da, dann steht er, dann ist er wieder weg. Das kann ich alles hören. Die Persönlichkeit hat einen enormen Einfluss auf den Klang, beim Stimmer wie beim Spieler."

Außerdem: Stefan Koldehoff berichtet anlässlich zweier Beuys-Ausstellungen in Düsseldorf und auf Schloss Moyland vom Streit um den in die Moyland-Stiftung eingebrachten Nachlass.  Paul Jandl erzählt halb angewidert halb fasziniert, wie sich der Boulevard an Natascha Kampusch ranschmeißt ("Eine Interviewerin des Wiener Kurier bietet an, erst einmal gemeinsam zu weinen"). Arne Willander schreibt zum Achtzigsten von Mario Adorf.

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Die Tageszeitung, 08.09.2010

Im Interview erklärt der israelische Historiker Tom Segev, der gerade eine Biografie Simon Wiesenthals veröffentlicht hat, die Empörung über dessen Zusammenarbeit mit dem Mossad für heuchlerisch: "Österreichische Journalisten haben mich gefragt: War das denn legal? War er vielleicht ein ausländischer Spion? Na ja, sie sollen dankbar sein. Sie haben es überhaupt nicht verdient, dass es so einen Wiesenthal gab in Österreich. Sie sollen dankbar sein, dass jemand ihnen geholfen hat, in ihrer Gesellschaft sauber zu machen. Und wenn es dieser Person gelungen ist, zu diesem Zweck auch eine Organisation wie den israelischen Geheimdienst einzuspannen, dann sollen sie umso dankbarer sein. Die Österreicher haben Wiesenthal nicht geholfen, der Mossad dagegen hat ihn unterstützt. Und es wurde immer in Wiesenthals Sinn verfahren: Es ging nicht darum, NS-Verbrecher heimlich an einer Straßenecke zu erschießen, sondern darum, sie vor Gericht zu bringen. Der Mossad hat sich als Institution gezeigt, die das österreichische Gesetz akzeptiert. Er hat dazu beigetragen, dass diese Verbrecher vor österreichische Gerichte kamen."


Isabell Metzger besucht die Bamberger Gartenstadt, die langsam verfällt, obwohl sie Welterbestatus hat und eine sehr alte Tradition: "Wie alt die Parzellen sind, begann man erst 2002 zu ahnen. Archäologen entdeckten unter den oberen Schichten Abfallkammern und Vorratsräume, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Eine Karte, die um 1600 entstand, zeigt die bis heute erhaltene Parzellenstruktur. Dazwischen sind Zeichnungen von Süßholzgewächsen angebracht, für die der Bamberger Gartenbau berühmt war. Bis nach Venedig wurden die Wurzeln verkauft. Später wurde das Gewächs am Markt durch Zuckerrüben und Zuckerrohr verdrängt. Und die Bauern stellten allmählich auf Gemüse und Gewürze um."

Besprochen werden Lynn Sheltons Film "Humpday" und Jonathan Franzens Roman "Freiheit" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Ach, und Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 08.09.2010

Wie ein "mächtiger Paukenschlag" wirkte Alex de la Iglesias Politsatire "Balada triste de trompeta" bei den Filmfestspielen Venedig auf Susanne Ostwald: "Stilistisch bedient sich der Filmemacher einer sensationellen, übersteigerten Dramaturgie sowie einer markerschütternden Musik. Das sich anbahnende Ende der Franco-Ära findet hier eine drastische Überzeichnung. Dieses Meisterwerk zeigt eine neue, unverfrorene Art der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Diktatur und weiß weit mehr zu überzeugen als der Film 'Post Mortem' des 1976 geborenen Chilenen Pablo Larrain." Auch sonst hat sie eine Reihe interessanter Filme gesehen.


Weitere Artikel: Peter Hagmann berichtet glücklich über die Proben zu Mahlers Sechster, die Pierre Boulez bei der Lucerne Festival Academy leitete.  Roger Friedrich besucht Park, Villa und Sammlung des kürzlich verstorbenen Guiseppe Panza di Biumo, die der Kunstsammler vor zehn Jahren der Fondo per l'Ambiente Italiano schenkte.

Besprochen werden Bücher, und zwar Manfred Gailus' Bericht über den Widerstand einer Protestantin gegen die Nazis, "Mir aber zerriss es das Herz", Stephen Hawkings und Leonard Mlodinows neuer Versuch, das Universum zu erklären, "Der Große Entwurf", sowie die Werke von Jose Saramago, "Die Reise des Elefanten" und "Das Tagebuch" (Mehr in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Aus den Blogs, 08.09.2010

Der Schweizer "Qualitätsforscher" Kurt Imhof fordert im Gespräch mit Robin Meyer-Lucht auf Carta eine Förderung für den Journalismus, allerdings nicht für Internetmedien, sondern nur für "General-Interest-Medien mit ausgebauten und in Ressorts strukturierten Redaktionen. Die Förderungskriterien müssen sich - neben strukturellen Indikatoren wie Ausbildungsmöglichkeiten, Ressourcen, Redaktionsstatute, Ressortstrukturen etc. - an den Qualitätskriterien des professionellen Journalismus orientierten, also Universalität bzw. Vielfalt, Relevanz, Aktualität und Professionalität. Diese lassen sich vergleichend messen, die Beachtung dieser Standards sichert den guten Informationsjournalismus."

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Frankfurter Rundschau, 08.09.2010

Daniel Kothenschulte hat zwei tolle Filme in Venedig gesehenJerzy Skolimowskis Comeback "Essential Killing", aber auch Wang Bings "The Ditch", der ein chinesisches Umerziehungslager schildert: "Man hat schon viele Dramen über Lagerhaft gesehen, allein die filmische Verarbeitung des Holocaust führte in alle erdenklichen Höhen und Tiefen. Schon das Wort 'Dramatisierung' ist hier fatal, wenn man es wörtlich nimmt. Denn es gibt keinen Spannungsbogen im institutionellen Töten. So belässt es Wang Bings Film aus einem Lager in der Wüste Gobi bei der Konstante stummer Hoffnungslosigkeit. Die Menschen, die hier in Erdhöhlen hausen und sinnlose Gräben ausheben, sterben den Hungertod. Sie ernähren sich von Ratten oder dem Erbrochenen der Sterbenden. (Wang Bing wird  in der Unterzeile Wang Pang genannt. Da sagen wir nur Au weiwei!)


Besprochen werden Schorsch Kameruns Hamburger Stück "Vor uns die Sintflut", eine Ausstellung von Cyprien Gaillards Dokumenten zerstörter Landschaften im Frankfurter MKK, das Album "Barking des Techno-Duos Underworld, Jonathan Franzens Roman "Freiheit", Raphael Gross' Studie zur NS-Moral "Anständig geblieben" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Süddeutsche Zeitung, 08.09.2010

Der damalige SZ-Chefredakteur Hans-Werner Kilz wird heute zwar dem dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard zu seiner Pressefreiheit applaudieren (so steht's bei m100 im Programm), er war sogar in der Jury, aber seine Zeitung, die Westergaards und die anderen Zeichnungen lieber als "albern" verhöhnte und dem Zeichner vorhielt, dass er selber schuld sei ("Wer beleidigt, muss auch zugestehen, dass der Beleidigte beleidigt ist", so Andrian Kreye), statt ihr Publikum mal durch Abdruck über die Mohammed-Karikaturen zu informieren, beschweigt die feierliche Gelegenheit kommunikativ.


Statt dessen: Für Lothar Müller erzählt Jonathan Franzens neuen Roman "Freiheit" die "Geschichte des drohenden Selbstverlusts einer liberalen Familie in der Bush-Ära." Und noch ein Meisterwerk: Joseph Hanimann behauptet, Michel Houellebecqs neuer Roman "La carte et le territoire", der bisher nicht den geringsten Skandal auslöste, sei sein bisher bester. Gottfried Knapp besucht für die Reihe "Schule der Kunst" die Akademie der bildenden Künste in München. Tobias Kniebe hat in Venedig Filme von Jerzy Skolimowski, Vincent Gallo und Wang Bing gesehen. Andrian Kreye unterhält sich mit dem Professor für soziale Psychologie Richard Nisbett über Vererbungstheorien, Bildung und Intelligenz - und der teilt eine einfache Wahrheit mit: "Sorgt man für gute Bildung, steigt der IQ." Alexander Menden unterhält sich mit dem Kinderbuchautor Axel Scheffler. Auf der Medienseite stellt Julia Amalia Heyer die von George Soros mitfinanzierte International Crisis Group (Website) vor, eine NGO, die Informationen über internationale Krisen sammelt und verbreitet.

Besprochen wird Poul Ruders' Oper nach dem Film 'Dancer in the dark' des dänischen Filmemachers Lars von Trier in Kopenhagen.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.09.2010

So stiehlt man sich aus der Geschichte! Angela Merkel wird heute bei der Preisverleihung für den Karikaturisten Kurt Westergaard zugegen sein, und es wird gewiss auch ein gemeinsames Foto gemacht. Salbungsvoll lobt Nils Minkmar sie für einen Mut, den seine Zeitung (die wie die meisten anderen während des Karikaturenstreits auf eine Information der Leser durch Abdruck der Karikaturen verzichtete, mehr hier) seinerzeit nicht hatte: "So kurz nach ihrem Einspruch gegen das pauschale Urteil von Thilo Sarrazin über die in Deutschland lebenden Muslime kommt dieser symbolischen Handlung eine besondere dialektische Geltung zu: Hier halten wir uns von biologistischen Abqualifizierungen fern, dort feiern wir das so hart erworbene Recht auf freie und freche Meinungsäußerung. ... So gefällt uns Richtlinienkompetenz."


Im großen Interview mit Felicitas von Lovenberg zu seinem neuen Roman "Freiheit" erklärt Jonathan Franzen, wer heute der Feind des Schönen, Wahren und Guten ist - das Internet natürlich: "Ich glaube, Schriftsteller müssen heute unnachgiebiger denn je versuchen, Erzählungen zu schaffen, welche die Menschen von dieser oberflächlichen Sofort-Befriedigung wegholen. Insofern konkurriere ich vielleicht doch, aber nicht, weil ich glaube, dass das Internet etwas besser kann, sondern im Gegenteil: weil ich denke, dass das Internet und die sozialen Netzwerke bösartige Drogen sind, die enormen gesellschaftlichen und psychologischen Schaden anrichten."

Weitere Artikel: Simon Fuchs besucht eine Moschee in Damaskus und weiß hinterher auch nicht genau, wie Syrien seinen eilig beschrittenen Weg Richtung freie Marktwirtschaft, seinen offiziellen Säkularismus und die offensichtliche Duldung erstarkender muslimischer Kräfte vereinbaren will.Julia Spinola porträtiert den erst 23jährigen, von Gustav Mahler besessenen Dirigenten Yoel Gamzou - soeben hat er seine Zuendekomposition von Mahlers unvollendeter Zehnter mit dem eigenen Orchester zur Aufführung gebracht. In der Glosse informiert Regina Mönch über Streit zwischen den Bauhausstädten Dessau, Weimar und Berlin.

Besprochen werden eine Cyprien-Gaillard-Ausstellung im Frankfurter Museum für Moderne Kunst, Francois Ozons neuer Film "Rückkehr ans Meer" (mehr) und Bücher, darunter Michel Houellebecqs jetzt in Frankreich erschienener neuer Roman "La carte et le territoire", in dem kein geringerer als Houellebecq selbst "enthauptet und zerstückelt" wird.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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