Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
Perlentaucher-Autoren
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Von Lesern empfohlene Bücher

Peter Nadas: Parallelgeschichten

Klaus-Michael Bogdal: Europa erfindet die Zigeuner

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Starke selbstbetrügerische Züge
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
06.09.2010. Die NZZ führt eine Identitätsdebatte um arabische Altstädte. Die FAZ hat durch die Memoiren von Tony Blair "fesselnde Einblick in das innerste Innere seiner Premierministerschaft" bekommen. Die Sarrazin-Debatte ist ingesamt nach wie vor zum Weglaufen: Sarrazin repräsentiert die Angst der Mittelschicht vor den Integrationserfolgen der Türken, meint die taz. Sarrazin wird mundtot gemacht wie einst Martin Walser von Ignatz Bubis, meint Klaus von Dohnanyi in der SZ.
Neue Zürcher Zeitung | Die Welt | Die Tageszeitung | Der Tagesspiegel | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2010
Mona Sarkis berichtet von arabischen Altstädten, den Medinas, im marrokanischen Fes, in Tunis und Kairo, die von Verfall, Überbevölkerung und Massentourismus bedroht sind. Sanierungsversuche waren bisher nur von magerem Erfolg gekrönt: "Slum, Museum oder Bühne? Wildwuchs oder Segregation? Die durch den Umgang mit den historischen Medinas aufgeworfenen Fragen werden zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht zuletzt im Kontext der Identitätsdebatte verhandelt. Und ihre Beantwortung wird dort besonders schwierig, wo eine Medina von international anerkannter historischer Bedeutung fehlt."
Weiteres: Joachim Gütner stellt den Strafverteidiger Ferdinand von Schirach und seinen neuen Erzählband "Schuld" vor (mehr in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr). Besprochen werden zwei Ausstellungen zu Rudolf Steiner im Kunstmuseum Wolfsburg und der Auftritt des Amsterdamer Concertgebouworkest beim Lucerne Festival.
Neue Zürcher Zeitung | Die Welt | Die Tageszeitung | Der Tagesspiegel | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Welt, 06.09.2010
Am Wochenende forderte Angela Merkel mehr Offenheit in der Integrationsdebatte. Laut Zeit sprach sie sich "in der Bild am Sonntag dafür aus, die statistisch erhöhte Gewaltbereitschaft strenggläubiger muslimischer Jugendlicher nicht zu tabuisieren: 'Das ist ein großes Problem und wir können offen darüber sprechen, ohne dass der Verdacht der Fremdenfeindlichkeit aufkommt.'" Drei Absätze später warnt Merkel davor, "Gewalt mit einer bestimmten Religion zu verbinden. 'Das führt in die Irre.'" SPD-Chef Sigmar Gabriel gab zu: "Es gibt die Hassprediger, die Sarrazin beschreibt." Und die Integrationsbeauftragte der Regierung, Maria Böhmer (CDU), fand immerhin, dass es Probleme bei der "Vermittlung" der Zuwanderungspolitik gibt.
In der Welt am Sonntag fasst sich die Autorin Cora Stephan alias Anne Chaplet an den Kopf: "Die Bundeskanzlerin gerierte sich als Oberzensorin, obwohl sie das Buch des Autors gar nicht gelesen hatte, empfahl hernach dem Vorstand der Bundesbank öffentlich, sich von Thilo Sarrazin zu trennen, und lobte zum Schluss dessen 'unabhängige Entscheidung'. Sollte das ein Scherz sein? Und was ist von einem Bundespräsidenten zu halten, der sich eilfertig als Erfüllungsgehilfe annonciert? Langsam ahnt man, was Altbundespräsident Köhler dazu bewogen haben könnte, den Bettel hinzuschmeißen. Soviel Arroganz gegenüber den Regeln der Demokratie hat man hierzulande selten erlebt. Und jetzt möchte unsere verlogene Elite, nachdem der Provokateur entfernt ist, endlich über das 'Megathema der nächsten Jahre' diskutieren: über Integration. Man fasst es nicht."
Heute im Feuilleton: Heimo Schwilk hat die Beerdigung Liselotte Jüngers besucht, die zwölf Jahre nach ihrem Mann Ernst Jünger gestorben ist. Peter Zander hat in Venedig Julian Schnabels propalästinensische Schmonzette "Miral" gesehen, die nicht mal einen Skandal ausgelöst hat. Dankwart Guratzsch besucht den Neubau der Synagoge von Mainz. Und Hannes Stein erklärt, warum Integration auch bei Türken in den USA anders läuft.
Besprochen wird Peter Hacks' Stück "Die Sorgen und die macht" am Deutschen Theater.
Neue Zürcher Zeitung | Die Welt | Die Tageszeitung | Der Tagesspiegel | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Tageszeitung, 06.09.2010
Daniel Bax erklärt sich auf der Meinungsseite das Hochkochen der Diskussion um Thilo Sarrazin vor allem mit den großen Integrationserfolgen von Migranten: "Das Straßenbild ganzer Stadtteile hat sich verändert, selbst in der Philharmonie trifft man heute auf Frauen mit Kopftuch. In den bildungsbürgerlichen Parallelgesellschaften der Bundesrepublik, wo man kaum Kontakt zu Migranten pflegt und sich bestenfalls eine polnische Putzfrau hält, sorgt das für Irritationen."
Anlässlich der heute in Berlin beginnenden Musik-Konferenz "all2gethernow" spricht Dave Haynes von der Musikplattform Soundcloud über Musik im Netz, Urheberrechte und die Frage, wie sich künftig mit Musik Geld verdienen lässt: "Natürlich nicht im Netz. Das Netz ist eher dazu da, Fanströme zu kanalisieren und überhaupt eine Fanbasis aufzubauen. Die Menschen strömen nach wie vor in Clubs und Hallen, das muss man ausnutzen. Allgemein wäre es wünschenswert, endlich die Vorteile des Internets zu betrachten und nicht immer nur die Nachteile."
Cristina Nord hat sich in Venedig Sophia Coppolas "Somewhere" und Jose Guerins Essay "Guest" angesehen. Besprochen wird Raul Argemis Krimi "Und der Engel spielt dein Lied" (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Und Tom.
Neue Zürcher Zeitung | Die Welt | Die Tageszeitung | Der Tagesspiegel | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Der Tagesspiegel, 06.09.2010
Der Tagesspiegel bringt eine unterhaltsame Bilderstrecke zur politischen Aktualität:
Neue Zürcher Zeitung | Die Welt | Die Tageszeitung | Der Tagesspiegel | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Rundschau, 06.09.2010
Daniel Kothenschulte berichtet aus Venedig über Filme von Sophia Coppola, Nicolas Prevost und Francois Ozon. Mario Adorf, der demnächst offenbar Karl Marx spielen wird, spricht im Interview über Schauspielerrisiken.
Besprochen werden eine Hacks-Revue von Tom Kühnel und Jürgen Kuttner im Deutschen Theater in Berlin ("Außer dass Biermann zu Recht ausgewiesen wurde und Ulbricht hingegen schon recht war, weiß man nicht, was das Projekt dieses Abends sein soll", schreibt Tobi Müller), die Auftaktkonzerte des Musikfests Berlin, ein Konzert von Leonard Cohen in Frankfurt und Siegfried Unselds "Chronik 1970" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Neue Zürcher Zeitung | Die Welt | Die Tageszeitung | Der Tagesspiegel | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Aus den Blogs, 06.09.2010
Ah, das beste aus zwei Welten: Gawker berichtet über eine Reality-Show im Iraq, die an Ashton Kutchers "Punked" angelehnt ist. Nur wird hier die irakische Lebenswelt einbezogen. Heißt im Klartext: einer prominenten Person wird eine falsche Bombe ins Auto gelegt. Sie wird an einem Checkpoint "gefunden" und dem Prominenten wird vorgespielt, er müsse wegen Terrorismusverdacht in den Knast. Ganz am Ende wird ihm natürlich die Wahrheit enthüllt. "Put Him in Camp Bucca", heißt die Show. Mehr dazu in der New York Times. Bei Gawker kann man eine Episode sehen.
Neue Zürcher Zeitung | Die Welt | Die Tageszeitung | Der Tagesspiegel | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Süddeutsche Zeitung, 06.09.2010
Auf Seite 2 verteidigt Klaus von Dohnanyi Thilo Sarrazin: "Der öffentliche Reflex erinnert an die beschämende Behandlung von Martin Walser, als sich 1998 nach seiner Rede zwar die Paulskirche zu Ovationen erhob, doch dieselbe, die Zivilcourage ständig beweihräuchernde Gesellschaft, war nicht mehr zu hören, als Ignatz Bubis, Vorsitzender des Zentralrats der Juden, gegen den Schriftsteller seinen Bannfluch 'geistiger Brandstifter' ausgestoßen hatte." (Wir haben das anders in Erinnerung: Walser ist um keinen Millimeter abgerückt und Medien wie die FAZ haben Walser dafür vergöttert.)
Im Feuilleton erklärt Michael Brenner, Professor für jüdische Geschichte in München, Thilo Sarrazins Interviewäußerung vom "jüdischen Gen" zum haltlosen Unsinn. Barbara Gärtner konstatiert eine Wiederkehr der Performance im Kunstbetrieb. Timofey Neshitov hat in Frankreich einige Roma getroffen, die sich gegen Sarkozys populistische Ausweisungspolitik wenden. Susan Vahabzadeh hat sich in Venedig prächtig bei Francois Ozons Komödie "Potiche" mit Catherine Deneuve und Gerard Depardieu amüsiert.
Besprochen werden Ereignisse beim Berliner Festival "Tanz im August" (mehr hier) und Bücher, darunter ein Essay von Wolf Lepenies über August Comte (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
Neue Zürcher Zeitung | Die Welt | Die Tageszeitung | Der Tagesspiegel | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2010
Gina Thomas hat die heute auch in deutscher Sprache erscheinenden Memoiren des Tony Blair gelesen und bekam dabei "fesselnde Einblick in das innerste Innere seiner Premierministerschaft nicht ohne starke selbstbetrügerische Züge". Man kann wohl auch sagen, sie findet das Buch mal freiwillig und mal unfreiwillig erhellend: "In einer besonders entlarvenden Passage schreibt Blair, der im übrigen sein Werk ohne Ghostwriter höchstselbst verfasst haben soll, in seiner größten Stärke habe auch seine größte Schwäche gelegen: 'Ich bin normal.'"
Weitere Artikel: Lena Kornyeva, promoviert mit einer Arbeit über Einwanderer aus autoritären Staaten, findet, dass ein wenig staatlicher Erziehungs-Paternalismus im Umgang mit autoritär geprägten MigrantInnen gar nicht schaden kann. Michael Althen hat Spaß am Lido, insbesondere mit Catherine Deneuve in Francois Ozons neuem Film "Potiche". Kerstin Holm berichtet von der Moskauer Buchmesse, wo man die Produktivität der Branche - "im vergangenen Halbjahr sechzigtausend Titel in einer Auflage von insgesamt 307 Millionen" - feierte. In amerikanischen Zeitschriften lernt Jordan Mejias von der US-Psychologie positives Denken und erfährt, dass Deutschland das Land mit der weltweit höchsten "Lebensqualität" sein soll. In der Glosse macht sich Lorenz Jäger über Vorschläge zu politischer Sprachkorrektheit lustig.
Besprochen werden Tom Kühnels und Jürgen Kuttners um neues Zitatmaterial (von Frank Schirrmacher bis Wolf Biermann) ergänzte Inszenierung von Peter Hacks' einstigem (DDR 1959) Skandalstück "Die Sorgen und die Macht" am Deutschen Theater Berlin (alles "vergebliche Liebesmüh", bedauert Irene Bazinger), das Eröffnungskonzert des Berliner Musikfests (Website) mit dem London Symphony Orchestra unter seinem Dirigenten Daniel Harding, eine große "Amazonen"-Ausstellung im Museum der Pfalz in Speyer und Bücher, darunter der Band "ein Paradies für Ethnographen" mit frühen Reportagen von Ryszard Kapuscinski (mehr dazu in der Bücherschau ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen






