Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ein Hahn auf dem Nacken festgebunden

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

27.08.2010. Wolf Biermann erzählt in der Welt, wie Manes Sperber ihm einen Zahn zog. In der FAZ schreibt Jan Faktor über das Konzentrationslager Christianstadt, wo seine Mutter und Großmutter Zwangsarbeit für die Nazis leisteten. In der SZ kritisiert Herfried Münkler die Rolle von Wikileaks bei den jüngsten Enthüllungen über Afghanistan. Techcrunch amüsiert sich über die Anwälte von Facebook, die das Wort Face als Markenzeichen schützen wollen.

Die Welt, 27.08.2010

Auf der Forumsseite antwortet Wolf Biermann freundlich auf eine Kolumne von Maxeiner & Miersch über Trotzki, den sie als erste Station auf dem Rückweg zur Vernunft verteidigt hatten. Er sieht es genauso, und erzählt nebenbei, wie er sich in Paris mit dem (nicht trotzkistischen) Renegaten Manes Sperber anfreundete: "Und dann zog dieser erfahrene Doktor mir meinen faulen Kommunistenzahn. Das war nicht leicht, denn dessen Wurzeln wuchsen mir grauenhaft tief in die Seele. Sperber operierte mich allerdings nicht ohne eine starke Betäubung: Er liebte und lobte meine Lieder."


Matthias Kamann hat das Buch von Thilo Sarrazin gelesen, das an sozialdarwinistische Thesen des 19. Jahrhunderts anknüpft, und kann es nicht weiterempfehlen: "Denn die Eigenleistung dieses Autors, das Originelle an ihm, ist tatsächlich die unhaltbare Provokation."

Auf der Feuilletonseite schreibt sich der beneidenswerte Manuel Brug den Festivalrausch nach einem Sommer voller Freikarten von der Seele. Die Schriftstellerin Joyce Hackett erzählt, wie ihr auf einem New Yorker Parkplatz ein Dreiviertelmeter langer Alligator begegnete: "Ich sah weg, hielt mein Iphone hin und drückte ab." Und Harald Peters unterhält sich mit dem Regisseur Gaspar Noe ("Enter the Void") über Drogen und Kino.

nach oben

Neue Zürcher Zeitung, 27.08.2010

Der Schriftsteller und Journalist Mohammed Hanif kritisiert die westliche Berichterstattung über die Flutopfer in Pakistan: Sie hätten - entgegen dem allgemeinen Tenor der Nachrichten - nun ganz sicher existenziellere Probleme als zu terroristischen Organisationen wie den Taliban überzulaufen: "Wäre all dies ein Katastrophenfilm, dann müsste auch das Foto jenes jungen Mannes aufs Plakat, der sich, einen Hahn auf dem Nacken festgebunden, schwimmend durch die Wassermassen kämpft. Warum, fragte ein enervierter Helfer angesichts des Bildes, sollte die Welt annehmen, dass dieser Bursche das tobende Hochwasser durchquert, nur um sich in den Dienst einer islamischen Revolution in Afghanistan zu stellen - einem Land, von dem er vermutlich sein Lebtag nicht gehört habe? Ob denn nicht klar sei, dass er bloß seine Hühner retten wolle?"


Joachim Güntner informiert über die Zukunft von Schlingensiefs offenen Projekten, zum Beispiel dem Operndorf in Burkina Faso.

Besprochen werden die Sommerausstellung der Fondation Maeght in Saint-Paul-de-Vence über Alberto Giacometti und seinen Galeristen Aime Maeght, das Album "Happiness" der Synthie-Pop-Band Hurts, der Comic "Unterwegs mit Samuel" von Tommi Musturi und der Prosaband "Covering Onetti" mit echten und "gecoverten" Erzählungen des Schriftstellers (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

Frankfurter Rundschau, 27.08.2010

Im Interview mit Matthias Thieme spricht der Chemiker Michael Buback, Sohn des von der RAF ermordeten Generalbundesanwalts Sigfried Buback, über den Prozess, der gegen Verena Becker als mutmaßlicher Mittäterin neu aufgerollt wird. Es berichtet von einer recht unvollständigen Verfassungsschutzakte und anderen Ungereimtheiten: "Erschüttert hat mich, dass von den drei einzigen wegen des Karlsruher Attentats Verurteilten: Folkerts, Klar und Brigitte Mohnhaupt, wie sich jetzt herauskristallisiert hat, niemand auf dem Tatmotorrad saß, was ja bedeutet, dass die beiden unmittelbaren Täter für das schwere Verbrechen keinen Tag in Haft waren. Als Tatverdächtige kommen Sonnenberg, Verena Becker und Wisniewski in Betracht... Bei Verena Becker ist erschütternd, dass es etwa 20 Augenzeugen-Hinweise auf eine zierliche Frau auf dem Motorrad gibt. Dabei wurden diese Beobachtungen teils sogar während des Attentats gemacht. Aber keine dieser Zeugenaussagen tauchte in einem der Prozesse zum Karlsruher Attentat auf."


Weitere Artikel: Für Peter Michalzik ist das Kölner Schauspiel zu Recht Theater des Jahres geworden. Judith von Sternburg berichtet vom Einstand des neuen Frankfurter Literaturhauschefs Hauke Hückstädt. Wilhelm Roth plädiert für das Repertoiretheater.

Besprochen werden ein Bach-Konzert mit Konstantin Lifschitz, das Album "Fukui" von Stella, Laura Alcobas autobiografischer Debütroman "Das Kaninchenhaus" und Tanguy Viels Roman "Paris - Brest" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

nach oben

Aus den Blogs, 27.08.2010

(Via Rivva und via Blogrebellen Kreuzberg) Der endgültige Beweis, dass auch die Kreativen aus den Werbeagenturen zu richtig saftigen Plagiaten fähig sind:




Der inspirierende Film ist in diesem Fall Stephen Frears' "High Fidelity" mit John Cusack.  Eine der Kommentare bei Youtube: "Vielleicht läuft der Spot demnächst im TV ja so. Statt der Werbung kommt schwarzer Bildschirm und in der Mitte ne weisse Schrift die lautet: Dieser Werbespot enthält Content von Touchstone Pictures. Er ist in deinem Land nicht mehr verfügbar." Und so bilderbuchmäßig reagiert die Pressesprecherin von Ergo in einem Kommentar: "Einer der Spots lehnt sich zur bildlichen Umsetzung an den Film 'High Fidelty' an. Das ist jedoch nur eine formale Klammer. Der Film selbst hat mit unserer Kampagnenidee nichts zu tun. Wenn ein eingefleischter Fan von John Cusack den Spot als Hommage an seinen Lieblingsfilm verstehen möchte, freuen wir uns natürlich. Übrigens: der dritte Spot läuft in wenigen Tagen an. Seid gespannt!"

TechCrunch meldet eine neue Idee von Facebook auf dem Kampfplatz Markenrecht: "It is not just the word 'book' at the end of a company or product name that Facebook might object to. If it has its way, the word 'Face' at the beginning of a name might also bring out its lawyers. In fact, Facebook is currently trying to register the word 'Face' as a trademark."

Lorin Stein von der Paris Review erzählt in einem Gastbeitrag für ein Atlantic-Blog, wie die Paris Review Interviews macht: "Joshua Pashman's interview with Norman Rush, coming out in the September issue, took three years, eight sessions, and 500 pages of transcript. (Later boiled down to 33 pages in print.)"

nach oben

Die Tageszeitung, 27.08.2010

Besprochen werden das Album "Baalstorm, Sing Omega" von Current 93, dem Kollektiv um den britischen Sänger, Maler und Autor David Tibet, der Animationsfilm "Mary & Max" von Adam Elliot und ein Buch mit Popkritiken von Helmut Salzinger "Best of Jonas Überohr. Popkritik 1966-1982" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).


Auf der Meinungsseite erklärt Ulrike Hermann, warum eigentlich nur von Armen Daten um Daten erfasst werden, nicht aber von Reichen.

Und Tom.

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2010

In einem sehr lesenswerten Artikel schreibt der Schriftsteller Jan Faktor über seinen Besuch im heute kaum noch erinnerten Konzentrationslager Christianstadt, in dem seine Mutter, seine Großmutter und seine Tante Zwangsarbeit leisteten: "Zum eigentlichen Betrieb der fertigen Fabrik brauchte man eine riesige Sklavenarmee, die rund um die Uhr sortiert, gelenkt, getrieben, beaufsichtigt und 'versorgt' werden musste. Das damals herrschende Massentreiben ist in dem ruhigen Wald von heute schwer vorstellbar. ... Das Gelände des Lagers 'Am Schwedenwall', in dem meine drei Schornstein-Damen, meine Mutter, Tante und Großmutter, gefangen waren, ist überhaupt nicht groß, misst nur etwa hundertachtzig mal hundert Meter. Und in den nur fünf von insgesamt sieben für Jüdinnen vorgesehenen Baracken waren bei Vollbelegung mehr als eintausend Frauen untergebracht."


Weitere Artikel: Jürg Altwegg beschreibt das literarische Frankreich in fiebriger Erwartung des Literaturherbsts und insbesondere des neuen Romans von Michel Houellebecq. Gerhard Rohde berichtet vom "Kontinent Rihm"-Komplex bei den Salzburger Festspielen. Über großen Streit unter chinesischen Archäologen informiert Mark Siemons: Die einen glauben, sie hätten das Grab des legendären Feldherren Cao Cao gefunden - die anderen sehen klare Indizien für einen Betrug. Kerstin Holm macht sich Gedanken zu möglichen Folgen einer von Präsident Medwedjew angekündigten Reform der Milizen. Gina Thomas begutachtet neue Entwürfe für den leeren Kunstsockel auf dem Trafalgar Square. In der Glosse schüttelt Jürgen Kaube den Kopf darüber, dass man jetzt sogar beim Besuch im Literaturmuseum in Marbach per "Eye-Tracker" in seinen Reaktionen auf die Ausstellung vermessen wird. Andreas Rossmann referiert eine Studie, die zur Ansicht gelangt, der Kölner Dom verwittere deshalb so schnell, weil sich manche der verwendeten Baustoffe nicht vertragen.

Besprochen werden die Hans-Hartung-Ausstellung "Vom Esprit der Gesten" im Berliner Kupferstichkabinett, Sylvester Stallones in den USA erstaunlich erfolgreicher Actionfilm "The Expendables" (mehr) und Bücher, darunter Alan Pauls' Roman "Geschichte der Tränen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 27.08.2010

Der Politologe Herfried Münkler denkt über Geheimnisverrat im allgemeinen und die Rolle von Wikileaks im besonderen nach. Er betont, dass die Website, ob sie will oder nicht, Partei ist in den politischen Angelegenheiten, in die es sich einmischt: "Die Geheimnisse des sunnitischen Untergrundorganisationen im Irak oder der Taliban in Afghanistan können von Wikileaks nicht offengelegt werden, sondern bleiben unberührt. Sie gewinnen im Gegenteil durch die Veröffentlichungen der Nato-Papiere an Gewicht. Wikileaks mag mit dem Anspruch angetreten sein, für eine neue Qualität von Politik zu sorgen, aber faktisch ist es ein Spielball im weitergehenden Kampf der Mächte."


Weitere Artikel: Über heftige New Yorker Diskussionen über neue Hochhausbauten, die die Skyline von Manhattan verändern, informiert Jörg Häntzschel. Till Briegleb berichtet vom Sommerfestival Hamburg auf Kampnagel. Die Ergebnisse der alljährlichen "Theater heute"-Umfrage stellt Christine Dössel vor: Theater des Jahres wurde die Bühne in Köln.

Besprochen werden die Mona-Hatoum-Ausstellung in der Berliner Akademie der Künste, die Ausstellung "Impressionist Gardens" in der National Gallery of Scotland, CDs mit Live-Mitschnitten aus Bayreuth und Salzburg ("Nicht alles hat Bestand, wovon die Alten schwärmen", hält Helmut Mauro fest), Adam Elliots Animationsfilm "Mary & Max" (mehr) und Bücher, darunter Hans Wollers "Geschichte Italiens im 20. Jahrhundert" (mehr dazu in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Auf der Seite Eins greift Tobias Kniebe Berichte aus der Los Angeles Times und Slate auf, nach denen 3D tot ist.

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons