Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Fast ganz Afrika ist rot gefärbt

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

25.06.2010. Slavoj Zizek ist ein Witzbold. Sein Satz "Hitler war nicht radikal genug" war nämlich gar nicht so gemeint, erklärt der Denker in der taz.  In der NZZ interpretiert Dan Diner die außenpolitischen Volten der Türkei. Die SZ zerbricht sich den Kopf über die Frage, ob Frauen mit Kopftuch freier seien als die Sexualobjekte des Westens. Ctrl-Verlust bei der FAZ, die das gleichnamige FAZ-Blog von Michael Seemann schlicht und einfach löschte. Die Blogosphäre lädt zum Beitritt in die Facebook-Gruppe Ctrl-Z ein.

Die Tageszeitung, 25.06.2010

"Ich bin trickreich wie ein Wiesel", behauptet der slowenische Philosoph Slavoj Zizek vor der Kommunismus-Konferenz in Berlin in einem Gespräch über Lenin, die Linke und seine Witze, mit denen er die Leute zum Denken bringen möchte: Das geht dann so: "Ich stehe ganz hinter dem, was ich sage. - Auch dahinter, dass Hitler nicht radikal genug war? - Dieser Satz wurde in der deutschen Ausgabe von 'Auf verlorenem Posten' zensiert. Sie müssen verstehen, wie das gemeint ist. 'Hitler war nicht radikal genug' meint, dass Gandhi radikaler war."


Im Kulturteil analysiert Cristina Nord die Frauenfiguren im aktuellen Arthouse-Kino und findet sie in Filmen wie "Amelia", "Pippa Lee" oder "Easy Virtue - Eine unmoralische Ehefrau" ziemlich zahm. Jörg Sundermeier feiert Michael Jackson am ersten Jahrestag von dessen Tod als unumstößlichen King of Pop. Martin Reichert berichtet über einen Eklat beim diesjährigen Christopher Street Day in Berlin: die Philosophin und Philologin Judith Butler, die vom Berliner CSD e.V. mit dem "Zivilcouragepreis" für ihr Lebenswerk ausgezeichnet werden sollte, verweigerte dessen Annahme, weil der CSD kommerziell und rassistisch sei. Bert Rebhandel würdigt im Nachruf den Schauspieler Frank Giering, der am Mittwoch im Alter von 38 Jahren gestorben ist.

Besprochen werden die Alben "Foreigner" der deutschen Gruppe Von Spar und "Pfingsten" von Kommando Sonne-Nmilch.

Und Tom.

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Aus den Blogs, 25.06.2010

Kleines Gemurmel in der Blogosphäre. Die FAZ hat das FAZ-Blog Ctrl-Verlust (Google-Cache) von Michael Seemann schlicht und einfach gelöscht. Anlass war, dass Seemann in einem Beitrag Bilder ohne Lizenz veröffentlicht hatte. Hier erzählt er, was dann passierte: "Auf die Frage, warum man den Artikel nicht ohne Bilder veröffentlicht, kam ein (mir wurde untersagt, wörtlich aus der Mail zu zitieren, deswegen sinngemäß): 'Entscheidung'. 'Redaktion'. 'Basta'." "Michael kommt mir ein wenig vor wie ein Rockstar, der bei einem Major-Label unterschrieben hat und dann dort verbrannt wurde", schreibt Enno Park in Die Ennomane. Und Robin Meyer-Lucht schreibt in Carta: "Nach den Ereignissen des heutigen Tages könnte man sagen: Bloggen ist der technisch-institutionelle Ctrl-Verlust von Zentralredaktionen über das Handeln von Autoren." Meyer-Lucht weist darauf hin, dass Seemann nicht an Schirrmachers Hirnzermanschtheorie glauben wollte und dies in seinem Blog auch artikulierte. Co-FAZ-Blogger Don Alphonso verteidigt seinen Arbeitgeber. Für die ordentliche Entlohnung müsse man "dann eben respektieren, wenn die Zeitung das freie Recht für sich in Anspruch nimmt, diese Leistungen nach eigenem Empfinden und eigener Entscheidung zu präsentieren. Das ist alles." Im Blog Archivalia wird nun aber gefragt, wer eigentlich die Rechte an Seemanns Texten hat: "Selbst wenn die FAZ sich vertraglich ausschließliche Nutzungsrechte hat einräumen lassen, hat sie eine Nutzungspflicht. Wenn sie dieser nicht nachkommt, kann nach § 41 UrhG das Nutzungsrecht wegen Nichtausübung zurückgerufen werden." Die Facebook-Gruppe Ctrl-Z hat bereits 97 Mitglieder.

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Die Welt, 25.06.2010

Arno Sighard Schmid, Präsident der Bundesarchitektenkammer, fordert einen Abriss des deutschen Pavillons in Venedig - Anlass für ein Pro und Contra zur (längst positiv beantworteten) Frage, ob man Naziarchitektur erhalten solle. Alan Posener plädiert dagegen, Rainer Haubrich plädiert dafür.


Außerdem kommentiert Uwe Wittstock die gar nicht so schlechten aktuellen Zahlen des Buchhandels. Manuel Brug sprach mit Christoph Stölzl, der im Alter von 66 Jahren einen neuen Job  als Präsident der Musikhochschule Weimar antritt. Hanns-Georg Rodek hat ein Fußballspiel der WM in einem Kino in 3D gesehen und schreibt darüber einen offenen Brief an den Fußballfunktionär Sepp Blatter. Hanns-Georg Rodek schreibt auch den Nachruf auf den Schauspieler Frank Giering, der im Alter von nur 38 Jahren gestorben ist.

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Frankfurter Rundschau, 25.06.2010

Vor fünfzig Jahren wurde die Pille erfunden, die Schriftstellerin Ulrike Kolb stellt Eva-Maria Silies' Buch zu diesem Anlass "Liebe, Lust und Last" vor und erinnert sich an die Zeiten vor dem sexuellen Befreiungsschlag. Die waren finster: "Wer Glück hatte, wurde von einem älteren Mann in die Liebe eingeführt. Damit bekam nicht selten das, was man heute Missbrauch nennt, einen positiven Nebeneffekt. Ich hatte drei Freundinnen, die von ihren Stiefvätern geschwängert wurden."


Weiteres: Franzobel erinnert angesichts des fröhlichen Vuvuzela-Getrötes daran, dass fernab der WM Europa einen "brutalen Krieg" gegen afrikanische Flüchtlinge führt. Christoph Schröder meldet, dass es der Buchbranche auch im vorigen Jahr gut ging: "Um 0,8 Prozent stieg der Umsatz auf 9,69 Milliarden Euro." Matthias Thieme erzählt von dem Streit, in den sich das Land Hessen, das Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz und ein Kunsthändlerpaar um antiken Schalen aus der Türkei verbissen haben: Der Museumsmitarbeiter Michael Müller-Karpe weigert sich trotz Gerichtsbeschlusses, die Gefäße herauszurücken, weil er sie für Hehlerware hält.

Auf der Medienseite begfragt Ulrike Simon die neuen N24-Besitzer Stefan Aust und Torsten Rossmann zu ihren Plänen mit dem Sender.

Besprochen werden die Comedy "Johnny Chicago" von Kurt Krömer und Jakob Hein an der Berliner Volksbühne, das Album "Night Work" der Scissor Sisters, Jose Saramagos letzte Erzählung "Die Reise des Elefanten" und Toni Morrisons Roman "Gnade" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Neue Zürcher Zeitung, 25.06.2010

Sollte die Türkei tatsächlich mehr Einfluss im Nahen Osten und auf die Palästinenser erhalten, fände dies der Historiker Dan Diner gar nicht so schlecht: "Die sunnitische Türkei wiese gegenüber der Hamas eine größere religionspolitische Nähe auf als der schiitische Iran; sie wäre als muslimische, indes nichtarabische Macht aus der näheren Region eher gegen interessenpolitische Verdächtigungen gefeit als die umliegenden arabischen Staaten. Als Nato-Staat wäre sie weiterhin in den Westen eingebunden und als Kandidat der Europäischen Union den Argusaugen aus Brüssel ausgesetzt. Sie wäre jedenfalls nicht von vornherein dazu verdammt, einem Fluch Yasir Arafats gemäß Wasser aus dem Meer von Gaza zu trinken, also erbärmlich zu scheitern."


Jürgen Ritte beobachtet nach dem fußballerischen Scheitern der Franzosen die Ausrufung eines nationalen Notstands. Während die Sportministerin an Ehre, Würde und Verantwortung appellierte, gab es weitere Statements: "Der Universal-Philosoph Alain Finkielkraut meldete sich mit dem wahrhaft zwerchfellerschütternden Statement zu Wort, die Ungezogenheiten und die Revolte der Spieler markierten den Sieg der Unkultur der Vorstädte über die städtische Zivilisation des Landes."

Außerdem: Otto Kallscheuer bemerkt, dass die finanzpolitischen Entwicklungen die einstige Europabegeisterung im Westen wie im Osten erheblich einschränke. Es entstehe zwar ein europäisches Verantwortungsgeflecht, aber kein europäisches Volk. Hanspeter Künzler erinnert zum ersten Todestag an Michael Jackson. Sieglinde Geisel verspürt bei der szenischen Umsetzung von Texten über den Genozid in Ruanda bei einem Berliner Workshop zum Dokumentartheater von Hans-Werner Kroesinger "Hunger nach Leibhaftigkeit."

Besprochen werden das sphärisch-melancholische Album "How I Got Over" von The Roots, Jean-Christophe Ammanns "resolut-anstößige" Ausstellung "A rebours" im Centre Culturel Suisse de Paris und  ein von Herbert Blomstedt dirigiertes Konzert mit Werken von Mozart und Dvorak bei den Zürcher Festpielen.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2010

Die Informatikerin Constanze Kurz kann in ihrer "Aus dem Maschinenraum"-Kolumne nicht erkennen, dass Innenminister Thomas de Maiziere in seiner Grundsatzrede zum Internet von den eher repressiven Positionen der CDU abgerückt wäre. Immerhin sei die Rede wenigstens kundig gewesen, so dass man in Zukunft auf Auseinandersetzungen auf gleicher Höhe des Kenntnisstands hoffen könne: "Es bleiben zwei wichtige Erkenntnisse. Zum einen ist die Zeit der technischen Missverständnisse und der Politiker-Netzalphabetisierung vorbei, nun geht es um politische Grundüberzeugungen. Zum anderen werden die Details der Umsetzung der verschiedenen Vorschläge den Unterschied zwischen zahnlos-irrelevantem Lippenbekenntnis und tatsächlicher Verbesserung der Situation ausmachen. Hier wird sich ein großer Teil künftiger Auseinandersetzungen abspielen."


Weitere Artikel: Alzheimer soll, wie Nicola von Lutterotti erläutert, in Zukunft früher und zuverlässiger per Bluttest nachgewiesen werden können. Gina Thomas berichtet von der Ehrendoktorverleihung in Oxford. In der Glosse teilt Kerstin Holm merklich entsetzt mit, dass in Russland die Erstklässler in Fürbitttexten neuerdings Gott um Hilfe für seine demütigen Knechte Wladimir und Dimitri zu bitten aufgefordert sind. Jürg Altwegg meldet, dass Forderungen von Schweizer Rechten zur Einverleibung angrenzender Gebiete wie Savoyen und Baden-Württemberg in diesen Gebieten teils durchaus auf Interesse stoßen. "ancs" begrüßt ein Bildnis von Amalie Theodore Caroline von Levetzow im Bestand des Goethe-Museums. Auf der Medienseite erklärt Christoph Ehrhardt, dass der Rolling-Stone-Artikel, der General McCrystal stürzte, durchaus ins Profil des Magazins passt, das sich seit Jahren keineswegs nur mit Musik beschäftigt. Michael Seewald schreibt zum Tod des Schauspielers Frank Giering.

Besprochen werden Sasha Waltz' "Continu"-Choreografie in Zürich, ein Kölner Konzert der Band Temper Trap, die Ausstellung "Sahure - Tod und Leben eines großen Pharao" im Frankfurter Liebighaus, die Ausstellung "Treasures of Lambeth Palace Library" in London und Bücher, darunter Hans Werner Kettenbachs Geschichtenband "Tante Joice und die Lust am Leben" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 25.06.2010

In einem SZ-Artikel beklagte die Ethnologin Ingrid Thurner das sexualisierte Frauenbild des Westens als die eigentliche Unfreiheit, dergegenüber Musliminnen mit Kopftuch in echt beneidenswerter Verhüllung leben dürften. Kia Vahland erwidert mit einer Rückschau auf die Kunstgeschichte des Abendlands, die sich bei realer Unterdrückung der Frau in der Kunst viele Freiheiten der Fantasie nahm: "Wer wie die feministischen 'Guerilla Girls' aus den USA Akte in Museen als Sexobjekte bekämpft, verkennt, welch ein starkes Bündnis der Sympathie viele - nicht alle - Maler der alten Zeit mit ihren Frauenfiguren eingegangen sind." Viel grundsätzlicher formuliert Andreas Zielcke die Geschlechterfrage: "Was also wäre, wenn Gleichheit gar nicht das Endziel ist? Was, wenn die moderne, postindustrielle Gesellschaft schlicht und einfach eher auf Frauen zugeschnitten ist?" (Außer in Leitungspositionen deutscher Zeitungen, versteht sich.)


Weitere Artikel: Recht knapp fasst Henning Klüver zusammen, warum angesichts geplanter massiver Kürzungen die jüngsten Haushaltspläne der italienischen Regierung nur als "Frontalangriff auf die Kultur" zu begreifen sind. Rainer Gansera hat die ersten Filme des Münchner Filmfests (Website) gesehen. Camilo Jimenez kommentiert den soeben veröffentlichten neuesten "Failed State Index" ("Fast ganz Afrika ist rot gefärbt.") Jonathan Fischer stellt neuen Hip-Hop und Neo-Soul aus Amerika vor. Lynn Scheurer verfasst den Nachruf auf den Fotografen Joe Deal und Tobias Kniebe schreibt zum Tod des Schauspielers Frank Giering.

Besprochen werden die Deutschlandpremiere der von Ivo van Hoves Toneelgroep Amsterdam fürs Theater adaptierte Fassung von John Cassavetes' Film "Opening Night", die Ausstellung "Mel Ramos. 50 Jahre Pop Art" in der Villa Stuck und Bücher, darunter Iris Hanikas neuer Roman "Das Eigentliche" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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