Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

So schrill also schallt es

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

09.06.2010. Das Blog Little Green Footballs zeigt zwei Versionen eines Reuters-Fotos von der Mavi Marmara und fragt: Erkennen Sie den Unterschied? Tayyip Erdogan ist kein Islamist, sondern ein Populist, meint die SZ. Die taz bringt ein Gespräch mit dem amerikanischen Krimi-Autor Martin Cruz Smith. Der haitianische Autor Franketienne plädiert in der FR für Voodoo. Ausgerechnet die westliche Linke demontiert den Begriff der universellen Menschenrechte, schreibt Caroline Fourest im Perlentaucher. Und die NZZ demontiert Henning Mankell.

Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2010

Andreas Breitenstein geht den Motiven von Henning Mankells Einsatz auf der "Solidaritätsflotte" für Gaza nach und findet nichts als "selbstgefälligen linken Moralismus" und Hass auf Israel, der sich schon in einem Bericht Mankells 2009 artikulierte: "Immer weiter treibt Mankell die Anklagen, die, frivol im Vergleich und infam in ihren Nazi-Allusionen, zuletzt in Zerstörungsphantasien münden. Die Israeli würden 'Leben vernichten', so Mankell, und für den Staat Israel in seiner jetzigen Form gebe es keine Zukunft: 'Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da er notwendig ist. Die Frage lautet also nicht, ob, sondern wann es geschieht.' Selbst eine Zwei-Staaten-Lösung würde die 'historische Besatzung' nicht rückgängig machen, denn Mankell sieht 'keinerlei Gründe dafür, dass (die israelische Staatsgründung) eine völkerrechtlich legitime Handlung war'. (...) Von der Charta der extremistischen Hamas, in der die Zerstörung des jüdischen Staates postuliert wird, unterscheidet sich seine Position allenfalls in Nuancen."


Besprochen werden die Ausstellung "Die Türken in Wien" im Jüdischen Museum Wien, die die Geschichte sephardischer Juden nachzeichnet, die Ausstellung "Quali cose siamo?" im Triennale Design Museum in Mailand, in der Alessandro Mendini edles Design und hässlichen Kitsch lustvoll-spielerisch arrangiert und Bücher, darunter Javier Marias' Trilogie "Dein Gesicht morgen". (Mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14 Uhr.)

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Aus den Blogs, 09.06.2010

Erkennen Sie den Unterschied?, fragt Little Green Footballs:

Bild 1:
Bild zum Artikel


Bild2:
Bild zum Artikel

Genau: Die Agentur Reuters hat ein kleines Accessoire in der Hand eines der mit israelischen Soldaten diskutierenden Friedensfreunde an Bord der "Mavi Marmara" am rechten Rand des Bildes herausgeschnitten:

Bild zum Artikel

Außerdem fehlen, so die Footballs, eine Blutlache des israelischen Soldaten sowie ein weiterer am Boden liegender verletzter Soldat der in der abgedunkelten Zone rechts im Bild zu sehen wäre. Ein Höhepunkt des Nachrichtenjournalismus!

140 Zeichen Platz! Links bei Twitter werden ab Sommer nicht mehr mitgezählt, meldet das Blog Mashable.

Und noch ein Artikel aus Mashable: Hängt Facebook Google ab?, fragt Jolie O'Dell: "Now, we've learned that in the UK, people are visiting social networks more than they're visiting search engines."

Interessant bei der Präsentation des neuen Iphones war nicht das hübsche neue Gerät, sondern eine technische Schwäche, schreibt Matthias Schwenk in Carta: "In iBooks, dem digitalen Buchladen, kann man künftig E-Books kaufen und für einmal Bezahlen diese dreimal herunterladen, nämlich auf ein iPhone, ein iPad und einen iPod Touch. Was generös aussieht, verdeckt in Wirklichkeit das Problem, dass Apple noch nicht in der Lage ist, hier einen cloudbasierten Dienst anzubieten, der es ermöglichen würde, eine Bibliothek digitaler Werke vollständig im Netz zu führen und je nach Bedarf über unterschiedliche Endgeräte abzurufen. So sehr Apple also bei der Hardware brilliert, so sehr hängt man beim cloud computing hinterher."

Das eigentliche ist doch nicht das Stadtschloss, sondern die Debatte über das Stadtschloss, meint Burkhard Müller-Ullrich im Deutschlandfunk (nachgedruckt in achgut): "Nun drohte diesem erhabenen Zustand der Virtualität die baldige Beendigung durch Bauarbeiter und Betonfahrzeuge - oder anders gesagt: Vernichtung durch Verwirklichung. Die ganze postmoderne Irrealität dieses grotesken Architekturvorhabens wäre völlig zerstört worden, wenn nicht unsere Regierung zufällig keine halbe Milliarde Euro übrig gehabt hätte."

(Via BoingBoing) In The Daily Beast berichtet Philip Shenon über die Ängste in der amerikanischen Regierung, der verhaftete Soldat Bradley Manning (mehr hier), der das Videomaterial für 'collateral murder' an Wikileaks geschickt haben soll, könnte auch 260.000 diplomatische Regierungstelegramme kopiert haben: "'If he really had access to these cables, we've got a terrible situation on our hands,' said an American diplomat." Auf Wired berichten Kim Zetter und Kevin Poulsen ausführlicher.

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Die Tageszeitung, 09.06.2010

Katharina Granzin unterhält sich mit dem amerikanischen Krimi-Autor Martin Cruz Smith über seine in Russland spielenden Arkadi-Renko-Krimis, über Profikiller und die Säulen der guten Gesellschaft. "Ich fühle mich generell sehr viel wohler mit einer Außenseiterperspektive. Als ich das erste Mal in Moskau war, wurde ich mit großem Misstrauen beobachtet. Später wurde ich eingeladen ins Innenministerium, in ihre Clubs, zu Grillfesten. Die Generäle wetteiferten geradezu darin, Videos zu drehen, auf denen sie Arm in Arm mit mir zu sehen waren. Das war äußerst unangenehm."


Ekkehard Knörer hadert mit der gekürzten deutschen Fassung von Karan Johars eigentlich bestechender Politpikareske "My Name is Khan": "Das Problem mit dem Höhepunkt des Films, dem in seinem Irrwitz sehr zu Herzen gehenden 'We Shall Overcome'-Solidaritätsgesang, ist nun dies: Er existiert nicht mehr."

Besprochen werden Hans Neuenfels' und Ivor Boltons Inszenierung von Simon Mayrs beinaher vergessener "Medea in Corinto" in München.

Und noch Tom.

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Perlentaucher, 09.06.2010

Die Idee der universalen Menschenrechte scheint immer obsoleter, und eine der treibenden Kräfte bei der Demontage dieses Begriffs ist ausgerechnet die westliche Linke, schreibt Caroline Fourest im Perlentaucher: "In den Vereinten Nationen berufen sich Staaten auf 'nationale Umstände', um die Allgemeine Menschenrechtserklärung nicht in vollem Umfang anzuwenden. Und auf den Respekt für Religionen, um die Meinungsfreiheit einzuschränken. Im Namen des Antiimperialismus diffamieren linke Aktivisten den Universalismus als Neokolonialismus."

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Frankfurter Rundschau, 09.06.2010

Andrea Pollmeier spricht mit dem haitianischen Schriftsteller Franketienne über die Folgen des Erdbebens und den Wiederaufbau, der seiner Ansicht nach nicht genug die spirituellen Besonderheiten der Insel berücksichtigt. "Mit der Feder kann man jedoch niemanden zwingen, sein Verhalten zu ändern. Was kann der Satz eines Schriftstellers zum Beispiel gegen die Amerikaner ausrichten, wenn gleichzeitig das eigene Volk unter Zelten ausharrt und auf Trinkwasser wartet! Dieses Volk richtet heute seine Hilferufe nicht mehr an Legba (Vodou-Gott, Hüter des Weges) und Ogoun-Ferraille (Kriegsgott), sondern an Jesus. Es löst sich damit von den eigenen Wurzeln."


Weitere Artikel: Der Philosoph Markus Tiedemann möchte die aufklärerische Religionskritik wieder stark machen, ruft kräftig "Ecrasez l'infame!", empört sich dann aber doch nur über den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche. Harry Nutt denkt über das Schuldenmachen nach. In Times mager widmet sich Daland Segler Fragen der modischen Individualität. Daniel Kothenschulte berichtet vom Fund eines frühen Chaplin-Films.

Besprochen wird Hans Neufels' effektvoller Wiederentdeckung von Simon Mayrs "Medea in Corinto" in München.

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Weitere Medien, 09.06.2010

Unter dem Titel "It's time to stop demonizing Israel"  schreibt Bernard-Henri Levy in Ha'aretz: "The catchphrase being trotted out ad nauseum refers to the blockade imposed 'by Israel'. The most elementary honesty, however, requires one to make clear that this blockade has been undertaken by both Israel and Egypt, conjointly..."

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Die Welt, 09.06.2010

Ein Berggruen rettet Karstadt (oder versucht es wenigstens) - die Welt zeigt in zwei Artikeln ihr Entzücken. Johnny Erling berichtet von den Tagebüchern des chinesischen Ex-Premiers Li Peng (ganz sicher ist nicht, dass es seine sind) über das Massaker auf dem Tienanmen-Platz, die im Internet aufgetaucht sind: Li Peng war der Hauptverantwortliche für den Armeeeinsatz. Für Andreas Rosenfelder geht der Rasen auf dem Schlossplatz okay. Paul Jandl freut sich, dass Mies van der Rohes Haus Tugendhat in Brünn restauriert wird. Fritz J. Raddatz schreibt den Nachruf auf den Grafiker Paul Wunderlich.

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Süddeutsche Zeitung, 09.06.2010

Türkei-Korrespondent Kai Strittmatter glaubt im Feuilletonaufmacher nicht, dass Tayyip Erdogan (trotz seiner jüngsten, hier nicht erwähnten Solidarisierung mit der Hamas) ins radikalislamistische Lager übergelaufen sei:  "So schrill also schallt es aus dem Land, von rechts bis links, von fromm bis säkular. Das muss man wissen, um Erdogans Attacken einzuordnen. Der Mann ist längst kein Islamist mehr. Er ist jedoch durch und durch Populist, und er versucht nun offensichtlich, den Volkszorn auch in politische Münze umzuwandeln."


Weitere Artikel: Tschechien-Korrespondent Klaus Brill schriebt zum Tod des Schauspielers Ladislav Smoljak, eines der Schöpfer der beliebten nationalen Kunstfigur Jara Cimrman ("Eigentlich war ja Cimrman, nicht Edison der Erfinder der Glühbirne, aber zum Patentamt kam er leider zu spät. Eigentlich hat ja Cimrman den Joghurt und den Bikini erfunden und in den Hochalpen die moderne Hebammenkunst eingeführt"). Richard Fleming schreibt über die Krisenpoesie leerer Anzeigentafeln an amerikanischen Highways. Laura Weißmüller glaubt nicht, dass durch die Entscheidung, das Berliner Stadtschloss vorerst nicht wieder aufzubauen, viel Geld gespart wird. Till Briegleb war dabei, als Christoph Schlingensief in Hannover seine afrikanischen Festspielhauspläne vorstellte und verfolgte den Afrika-Schwerpunkt bei den Braunschweiger Theatertagen.

Besprochen werden J. S. Mayrs Oper "Medea in Corinto", dirigiert von Ivor Bolton in München. Ein neues Stück Christoph Nußbaumeders in Köln, Installationen der in Berlin lebenden iranischen Künstlerin Nairy Baghramian und Bücher, darunter der Sammelband "Strukturierte Verantwortungslosigkeit - Berichte aus der Bankenwelt".

Auf der Medienseite führt Chefredakteur Hans Werner Kilz ein stinklangweiliges Gespräch mit Theo Sommer über hundert Jahre Wichtigsein bei der Zeit.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.06.2010

Einerseits ist die wirtschaftliche Lage in Spanien schlimmer, als sie oft dargestellt wird, meint Paul Ingendaay. Denn nicht nur der Staat, sondern auch Privatleute, Banken und Unternehmen sind katastrophal verschuldet. Andererseits kann aber von Katastrophenstimmung in der Bevölkerung nicht wirklich die Rede sein: "Man flucht über das Unglück, aber man jammert nicht. Sichtbarer als bei Nordeuropäern rücken die Familien jetzt noch enger zusammen und versuchen, die Arbeitslosen und Bedürftigen irgendwie durchzuschleppen."


Weitere Artikel: Wie der russische "Konflikt zwischen Kirche und Kunst" sich kurz vor Ende des Prozesses gegen den entlassenen Leiter der Moskauer Tretjakow-Galerie noch einmal zuspitzt, schildert Kerstin Holm. Regina Mönch kommentiert gebremst unfreundlich die Ernennung Luc Jochimsens zur Zählkandidatin der Linkspartei für die Bundespräsidentenwahl. Wolfgang Sandner schreibt den Nachruf auf den norwegischen Komponisten Arne Nordheim. Die DVD-Seite empfiehlt aus aktuellem Anlass die DVD "Referees at Work", aber auch eine sieben Filme umfassende französische Abbas-Kiarostami-Edition und den Kriegsfilmklassiker "Overlord" zur Ansicht. Auf der Medienseite gratuliert Michael Hanfeld den öffentlich-rechtlichen Sendern, die mit der neuen Haushaltsgebühr für alle Ewigkeit abgesichert werden.

Besprochen werden Hans Neuenfels' Münchner Inszenierung von Giovanni Simone Mayrs Oper "Medea in Corinto", ein Konzert von Marina & The Diamonds in Köln, die Ausstellung "Vodou. Kunst und Kult aus Haiti" im ethnografischen Museum Dahlem, Lukas Moodyssons Film "Mammut" (mehr) und Bücher, darunter die neue Übersetzung von Willa Cathers letztem Roman "Sapphira und das Sklavenmädchen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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