Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Der, der uns fehlt

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

08.06.2010. Gauck soll Präsident werden!, ruft Katja Lange-Müller in der FAZ. Schumann ist für die Musikwelt verloren, ruft die SZ. Die FR verteidigt Tilman Jens. Im Blog der New York Review of Books schreibt Ahmed Rashid über das Massaker an Betenden der Ahmadiyya-Sekte in Pakistan. In der Welt will Paul Scheffer in Integrationsfragen beides: Konfrontation und Selbstkritik. Wir bringen viele Informationen zur Verhaftung eines angeblichen Wikileaks-Informanten.

Weitere Medien, 08.06.2010

Der amerikanische Soldat Bradley Manning wurde verhaftet, weil er das Videomaterial über den Einsatz eines Kampfhubschraubers in Bagdad an Wikileaks gegeben haben soll. Bei dem Einsatz waren unter anderem zwei Journalisten von Reuters getötet worden. Am Sonntag berichteten (Ex-Hacker) Kevin Poulsen und Kim Zetter in Wired über die Verhaftung Mannings, ohne eine offizielle Bestätigung zu haben. Gestern jedoch bestätigte das Pentagon die Verhaftung. Eine knappe, aber informative Zusammenfassung des Wired-Artikels findet man in der Zeit. Der New Yorker beschrieb letzte Woche in einem großen Porträt von Wikileaks-Gründer Julian Assange, wie dieser das Bagdad-Video auf Island zusammenschnitt. Manning hatte dem Ex-Hacker Adrian Lamo offenbart, er habe das Material entwendet und außerdem 260.000 interne Dokumente aus Kreisen von US-Diplomaten, berichtet Wired. Lamo, der vor einigen Jahren unter anderem wegen eines Hacks in die Datenbank der OpEd-Kolumnisten der NYT verhaftet wurde (mehr hier), verriet Manning an das FBI. Laut Spiegel widersprechen die WikiLeaks-Betreiber "dieser Darstellung allerdings vehement. Zumindest die Angabe, sie hätten eine solche Zahl geheimer Botschaftsdokumente zugespielt bekommen, sei 'inkorrekt', teilen sie über das Twitter-Konto von WikiLeaks mit. Auch die Identität desjenigen, der ihnen das Video überspielt hat, könnten sie nicht bestätigen. 'Wir speichern nie persönliche Daten unserer Quellen', heißt es im Twitter-Feed."

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Die Tageszeitung, 08.06.2010

Uh-Young Kim unterhält sich mit dem Rapper Nas über dessen Album "Distant Relatives" mit Damien Marley, Jam-Sessions auf Jamaica und die immer neuen Herausforderungen: "Ich habe mich in meiner Musik schon immer auf Bewusstmachung, Ungerechtigkeit und diesen Scheiß bezogen. Und als größter MC muss ich eben Sachen machen, die an die Grenzen gehen."


Weiteres: Julia Gwendolyn Schneider berichtet von der Drawing Biennial im norwegischen Moss. Aram Lintzel meldet den Zerfall der antideutschen Szene: "Ein Indiz: Auf dem neuen Album von Egotronic seien keine Hymnen für israelisch beflaggte Raves nach der Bauart ihres Hits 'Raven gegen Deutschland' mehr zu hören." Oliver Ristau stellte beim Erlanger Comic-Salon eine gewisse Weiterentwicklung der deutschen Szene fest.

Besprochen wird Jochen Voits Ernst-Busch-Biografie "Er rührte an den Schlaf der Welt".

Und Tom.

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Die Welt, 08.06.2010

Ein Hollywoodunterrnehmen hat den neuesten Film mit dem Bollywood-Star Shah Rukh Khan finanziert, um in neuen Sphären Fuß zu fassen. Im Gespräch mit Hanns-Georg Rodek erklärt Karan Johar, der Regisseur des Films, die Mentalitätsunterschiede zwischen Hollywood und Bollywood: "Bei einem der ersten Treffen habe ich denen gesagt: 'Seht her, Indiens Kinoszene wird von Familien beherrscht. Verträge bedeuten uns nichts.' Nehmen Sie Amitabh Bachchan, den Superstar. Seine Familie kennt meine Familie. Ich bin unter seinen Augen aufgewachsen. Ich werde ihm nicht mit einem 30-seitigen Vertrag unter der Nase herumwedeln. Ich gebe ihm ein Blatt Papier, das unterschreibt er, und das genügt uns beiden." "Mein Name ist Khan" läuft diese Woche in Deutschland an, im Aufmacher bespricht Rodek den Film.


Weitere Artikel: Manuel Brug schreibt zum 200. Geburtstag Robert Schumanns. Thomas Kielinger berichtet, dass die Labour-Politiker Blair und Mandelson ihre Memoiren vorlegen.

Auf der Debattenseite unterhält sich Rainer Haubrich mit dem niederländischen Soziologen Paul Scheffer, der trotz Fortschritten in der Integration von anhaltenden Problemen berichtet: "In Antwerpen sagten mir die Lehrer, es sei schwierig geworden, im Unterricht über den Holocaust zu sprechen, 80 Prozent der Schüler sind aus muslimischen Familien. Es ist schwierig geworden, in Biologie über die Evolutionslehre zu reden oder im Literaturunterricht über einen 'perversen' Schriftsteller wie Oscar Wilde. Da muss man, finde ich, die Konfrontation suchen. Aber das geht nur, wenn man eigene Vorurteile in der Mehrheitsgesellschaft anspricht."

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Frankfurter Rundschau, 08.06.2010

In seinem neuen Buch "Vatermord" verteidigt sich Tilman Jens gegen Vorwürfe, im Vorgänger "Demenz" seinen Vater Walter Jens auf üble Weise zu erledigen. Diese Kritik fand Arno Widmann schon damals falsch  und tut es heute wieder: "An den Reaktionen auf das Buch kann man sehen, wie selbstgefällig und dumm Konventionen machen. Keinen der Rezensenten hat interessiert, wie unser Verstand zerfallen kann, wie der Körper ihm dabei mal folgt, mal voran geht. Keiner hat sich bedankt bei Tilman Jens, dass er ihm gezeigt hat, was jedem von uns passieren kann, was Tilman Jens aber nun einmal an seinem Vater hatte beobachten können."


Weitere Artikel: In Times mager kommentiert Harry Nutt die Verschiebung des Schlossaufbaus: "2014 ist nicht zuletzt ein Datum politischer Kleinmut. Man spart sich was ab, aber am Ende kaum etwas ein." Jens Balzer berichtet vom Comic-Salon Erlangen. Marin Majica hat jetzt auch ein iPad in die Hände bekommen, und gibt auf der Medienseite erste Erfahrungen zu Protokoll.

Besprochen werden Christina Aguileras neues Album "Bionic", eine Theaterfassung des Films "Meeresfrüchte" am Staatstheater Wiesbaden, Michael Jarrells Musiktheater "Le Pere" in Schwetzingen, Neuerscheinungen zum zweihundertsten Geburtstag Robert Schumanns und Alice Munros frühe Erzählungen "Tanz der seligen Geister" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Aus den Blogs, 08.06.2010

In der NYRB schreibt Ahmed Rashid über das Massaker am 28. Mai in Lahore an Betenden der Ahmadiyya-Sekte. Mehrere Bewaffnete schossen in zwei Moscheen und warfen Handgranaten. Dabei starben mindestens 74 Menschen und 108 wurden verletzt. Die Ahmadiyya ist eine islamische Glaubensgemeinschaft, die 1889 in Indien gegründet worden war und für eine friedliche Verbreitung des Islam eintritt. In Pakistan wurde sie in den Siebzigern zu einer "nicht-muslimischen Minderheit" erklärt. "On Friday some of the local TV channels even refused to name their sect, calling them instead 'a religious minority'", schreibt Rashid. "Senior government officials declined to meet with Ahmadi representatives or visit hospitals where the wounded were being treated. Pakistan has taken an awfully long time to understand that it faces an unprecedented terrorist threat that is not a result of conspiracies hatched in Washington, New Delhi or Tel-Aviv, as many in the public believe, but that is the result of the Pakistani state's nurturing of extremist groups since the 1970s. Part of the problem is the refusal of the army and the government to accept the fact that Pakistan faces a serious terrorist threat in its populated heartland of Punjab."


Das Musikblog laut.de meldet: "Elvis Costello, Gorillaz, Gil-Scott Heron, Klaxons, Carlos Santana und nun auch Pixies: Sie alle sagten kurzfristig ihre Konzerte in Israel ab. Obwohl die Bands nicht immer genaue Gründe dafür angeben, spekulieren nicht nur Fans über Zusammenhänge mit der derzeitigen politischen Situation."

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Neue Zürcher Zeitung, 08.06.2010

Peter Bürger denkt über einen Verfall der Kritik nach und beklagt den Mangel an "selbstsicheren Kritiker-Subjekten". Auf der Medienseite fragt sich Rainer Stadler, wie die Schweizerische Rundfunkgesellschaft ihre Finanzlöcher stopfen kann. In einem zweiten Text denkt er über die  Wirkmacht der Bilder und Israel nach. Im Feuilleton radelt Sieglinde Geisel mit Velotouristen durch Berlin.


Besprochen werden das Intellektuellenfestival "Dialoghi sull'uomo" im idyllischen Pistoia, die Ausstellung "Maler des Lichts" des Barockkünstlers Johann Evangelist Holzer im Schaezlerpalais und im Diözesanmuseum und Bücher, darunter Alice Munros endlich ins Deutsche übersetzter Debütband "Tanz der seligen Geister" (mehr dazu in unserer Bücherschau des Tages ab 14Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2010

So eine Art Messias scheint der Schriftstellerin Katja Lange-Müller im SPD- und Grünen-Kandidaten fürs Präsidentenamt Joachim Gauck erschienen, und Tatsache, das macht seinen Vorgänger dann zum veritablen Johannes: "Joachim Gauck ist der, der uns fehlt, richtiger der, den wir benötigen, nicht nur, aber wenigstens in diesem Amt, das beschädigt wurde, nicht nur, aber auch von einem Dünnhäutigen, der schlicht die Nerven verlor und der dem Land, dem zu dienen er zweimal geschworen hatte, nun doch einen letzten 'Dienst' erwies, indirekt, indem er einen Kandidaten wie Gauck ermöglichte." Na, dann Hallelujah! Wer Gaucks Kandidatur unterstützen möchte, kann hier eine Petition unterzeichnen.


Weitere Artikel: Vom diesmal jedenfalls noch nicht kleinzusparenden Erlanger Comicsalon berichtet Andreas Platthaus, der die ganze Branche in Deutschland derzeit "im Aufwind" sieht wie noch nie. Nicht anders denn als "epochale Niederlage der Kulturpolitik" kann Andreas Kilb den Stadtschlosswiederaufbauaufschubentscheid der Berliner Sparkoalition begreifen. Die ersten der Frankfurter Poetikvorlesungen, die der ausdrücklich multiidentitäre Navid Kermani unter dem Titel "Jean Paul, Hölderlin und der Roman, den ich schreibe" hält, hat Karen Krüger gehört. Patrick Bahners glossiert die Verteidigung des Horst Köhler durch Oskar Lafontaine bei Anne Will. Frank Pergande referiert recht kurz, was auf einer Uwe-Johnson-Tagung in Rostock geschah. Auf die Eröffnung des Pyramidenfelds im ägyptischen Abusir freut sich Karin Iwanczuk - allerdings beklagt sie, dass die Fertigstellung des neuen Ägyptischen Museums bei Kairo nach wie vor nicht in Sicht ist. Swantje Karich schreibt zum Tod des Grafikers Paul Wunderlich.

Auf der Medienseite schildert Detlef Borchers, wie die geheime Wikileaks-Quelle des Videos, das die Tötung von Zivilisten in Bagdad zeigte, jetzt (möglicherweise) aufflog.

Besprochen werden die Uraufführung von Christoph Nussbaumeders Stück "Die Kunst des Fallens" in Köln, Andre Wilms' Inszenierung von Michael Jarrells Musiktheater "Le Pere" nach Heiner Müller bei den Schwetzinger Festspielen, die Ausstellung "Horace Walpole's Strawberry Hill" im Victoria and Albert Museum in London und Bücher, darunter Thomas Langs Roman "Bodenlos" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 08.06.2010

"Schumann ist für die Musikwelt verloren", lautet der recht kräftige Einstiegssatz in einem lesenswerten kleinen Essay Reinhard Brembecks zur Aktualität des Komponisten (der natürlich pünktlich zum 200. Geburtstag präsentiert wird). Und weiter: "Die Vertreibung aus dem Paradies hat bei Schumann eine Erinnerung an dasselbe hinterlassen, das er in der bei ihm allgegenwärtigen Sehnsucht nach der Idylle immer wieder komponiert. Doch der Trost dieser so beschworenen Idylle ist bitter, weil ihre Klänge sie stets als unerreichbar, als Chimäre formulieren."


Wilhelm Kempf spielt hier das Schlussstück aus den Kreisleriana, auch wenn seine Interpretation nicht die Approbation des Kritikers findet (Giesekings Aufnahme ist bei Youtube nicht verzeichnet):



Mit Notaten zu Einzelaspekten des Werks vervollständigen Kollegen die Schumann-Seite.

Weitere Artikel: Laura Weißmüller schreibt über die beschlossene Verschiebung des Baus der Schlossattrappe in Berlin. Thomas Steinfeld resümiert eine im TLS ausgetragene und durch Martha Nussbaums neues Buch "Not For Profit: Why Democracy Needs the Humanities" (Auszug) ausgelöste Debatte um die Zukunft der Geisteswissenschaften.

Auf der Medienseite stellt Moritz Baumstieger die auf einem Spendenmodell basierende journalistische Website VJMovement.com, vor. Außerdem berichtet Claudia Tieschky, dass die eigentlich beschlossene Werbefreiheit der öffentlich-rechtlichen Sender nicht kommen wird - um die neue Haushaltsgebühr nicht teurer werden zu lassen als die bisherige GEZ-Gebühr.

Besprochen werden die Ausstellung "Newspeak: British Art Now, Part I" in der Saatchi Gallery, London (die nicht an vergangene Skandale anschließen kann, meint Alexander Menden) und Schillers 'Verschwörung des Fiesco zu Genua' am Nationaltheater Weimar.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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