Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
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- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
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- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
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- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Muss ich etwas zu sagen haben?
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
20.03.2010. Die Welt trifft den Dichter Bei Dao in Hongkong, dessen Bücher in China immerhin wieder erscheinen dürfen. In der FAZ erklärt Jürgen Kuri, dass nur Soziale Netzwerke Googles amoralischen Algorithmen etwas entgegensetzen können. In der SZ bekommen Mädchen und Damen wieder Zustände. In der taz hört Klaus Theweleit Jimi Hendrix.
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Die Welt, 20.03.2010
Marko Martin trifft in Hongkong den chinesischen Dichter Bei Dao, der ihm als erstes sagt, wie sehr er Berlin vermisst. "Ich glaube, das ist normal. Nach 1989, nach dem Aufenthalt in West-Berlin und während der langen Jahre in den USA hatte ich einen Lyrikband nach dem anderen veröffentlicht, viele davon hat mein Freund Wolfgang Kubin ins Deutsche übertragen. Und jetzt? Meine Gedichte erscheinen inzwischen sogar wieder in China (Anmerkung: Bei Dao benutzt die Vokabel Mainland anstatt des von Peking offiziell verwendeten Motherland). Private Verleger bringen sie an der Zensur vorbei in zehntausenden Exemplaren auf den chaotischen Markt, dann zahlen sie dem Staat eine Strafe, zahlen mir selbst jedoch nichts und der Staat... Nun ja, nach kurzen, kontrollierten Aufenthalten zwischen 2001 und 2004 hat er entschieden, mich nicht mehr einreisen zu lassen."
Außerdem: Abgedruckt sind einige der Briefe Sigmund Freuds an seine Kinder, die im Mai veröffentlicht werden. Besprochen werden unter anderem Robert Skidelskys Buch über "Die Rückkehr des Meisters" Keynes, die Sophie-Scholl-Biografie von Barbara Beuys und Neuerscheinungen zu Richard von Weizsäcker.
Im Feuilleton feiert Volker Tarnow das neu gestaltete Komponisten-Museum im Leipziger Bosehaus. Besprochen wird Daniel Wahls Inszenierung von Simon Stephens' "Punk Rock" am Hamburger Schauspielhaus.
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Frankfurter Rundschau, 20.03.2010
Der Pianist Arcadi Volodos spricht im Interview über Genies, Talent, den Sinn von Musik und Tempo. Abgedruckt ist die Laudatio von Daniel Kothenschulte auf die Filmkünstler Werner Schroeter und Elfi Mikesch, die in Bielefeld den Murnau-Preis erhalten haben. Marcia Pally versucht, während eines Sturms von New York nach Orlando zu fliegen. In times mager grübelt Hans-Jürgen Linke über den Schneid.
Besprochen werden Daniel Wahls Inszenierung von Simon Stephens' "Punk Rock" am Hamburger Schauspielhaus, die Ausstellung "Maßstabssprünge" mit Werken von Claus Bury in Nürnbergs Neuem Museum, die Aufführung von Richard Maxwells Stück "Das Mädchen" in der Schauspielhalle Bonn und Jacques Roubauds Roman "Der verwilderte Park" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2010
Literatur und Kunst druckt vorab einen Auszug aus Max Frischs drittem Tagebuch: "Ein fast unüberwindlicher Ekel vor der Schreibmaschine, Versuche mit Handschrift, einmal auch mit dem Tonband, aber das hilft nicht - Muss ich etwas zu sagen haben?"
Außerdem: Michel Mettler gratuliert dem Schriftsteller Peter Bichsel zum Fünfundsiebzigsten. Manfred Clemenz liest noch einmal Jaime Sabartes' Erinnerungen an Pablo Picasso.
Im Feuilleton schlendert Christine Wolter durch das chinesische Viertel von Mailand, um sich die Haare schneiden zu lassen. Marion Löhndorf stellt die bisher nur auf Englisch erschienenen Erinnerungen Antonia Frasers an Harold Pinter vor.
Besprochen werden die große Retrospektive des Architekten Joseph Maria Olbrich im Institut Mathildenhöhe in Darmstadt und Bücher, darunter Eric Hobsbawms neue Studie "Globalisierung, Demokratie und Terrorismus", Javier Tomeos Roman "Die Silikonliebhaber" und Jürgen Brocans neue Übersetzung von Walt Whitmans Großepos "Leaves of Grass" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
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Die Tageszeitung, 20.03.2010
Klaus Theweleit findet auf dem aus Jimi Hendrix' Nachlass herausgegebenen Album "Valley of Neptune" wenig neues, stellt aber erleichert fest: "Alle Stücke sind guter Hendrix, einige sogar sehr guter Hendrix".
Außerdem: Brigitte Werneburg hat in Rom eine Ausstellung zur Feministischen Avantgarde der sechziger und siebziger Jahre besucht. Gina Bucher hat sich in einem Hamburger Archiv, das Uni-Flugblätter sammelt, durch AstA- und RCDS-Postillen gewühlt. Und Waltraud Schab liefert zu dessen bevorstehendem achtzigsten Geburtstag ein Porträt des Künstlers und Bäumepflanzers Ben Wagin.
Besprochen werden Anna Linsels Film "Tanz Träume" über ein Pina Bausch-Projekt und Bücher, darunter Don DeLillos Kurzroman "Der Omega-Punkt", Michael Scharangs Roman "Komödie des Alterns" und Meinhard Miegels Wirtschaftskrisenbehandlung "Exit." (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Samstag: Tom in bunt.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.03.2010
Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur der c't, erklärt, warum Filter im Netz so wichtig sind, und warum nur soziale Netzwerke die Algorithmen von Google und Co. außer Kraft setzen können: "Algorithmen sind nicht moralisch und nicht intelligent. Algorithmische Filter führen zu einem Mainstreaming, das stark an den Matthäus-Effekt erinnert: 'Denn wer da hat, dem wird gegeben werden.' Bekanntes wird durch Wiederholung und gleichartige Ergänzungen verstärkt; Unbekanntes und Anderslautendes wird ausgeblendet. Wie Filter anders funktionieren können, darauf weist das Nutzerverhalten in den Social Networks hin. Die Freundeskreise auf Facebook, die Follower-Kreise auf Twitter, die in Social Networks entstehenden Beziehungsgeflechte schaffen einen sozialen Filter aus Hinweisen, Verlinkungen, Retweets, Äußerungen, Kommentaren."
Weitere Artikel: Auf einer ganzen Seite darf Hannes Hintermeier eine Krimi-Koproduktion von Liza Marklund und James Patterson anpreisen, möchte aber Formulierungen wie "das neue Traumpaar des internationalen Thriller-Genres" nicht für Werbezwecke gebraucht sehen. Verärgert reagiert Jürgen Dollase auf den Band "Coco" aus dem Haus Phaidon, der die wichtigsten internationalen Köche zu porträtieren verspricht, es aber vor allem bei englischsprachigen belässt. Für die Reportage auf der letzten Seite beobachtet Marcus Jauer das Alltagsgeschäft des Berliner Politik- und Medienbetriebs.
Besprochen werden die Ausstellung von Ai Weiwei "Barely Something" in Duisburger Museum DKM, Klaus Weises Inszenierung von Marina Carrs Ehedrama "In Marmor", Nadar Mashayakhis in Osnabrück uraufgeführte Oper über die getötete Teheraner Demonstrantin "Neda - der Ruf", Ernst Kreneks Motetten gesungen vom Rias-Kammerchor, das "beglückende" Album "Moon Landing" des früheren Madrugada-Sängers Sivert Höyen und die CD "Be Brave" der Strange Boys. Und Bücher, darunter Denis Johnsons Roman "Keine Bewegung!" und Dietmar Daths neustes Buch "Deutschland macht dicht". Auf der Medienseite graust es Friederike Haupt vor dem Geotagging.
In Bilder und Zeiten werden Erinnerungen von Ivan Bunin an seine Begegnungen mit Tolstoi abgedruckt. Dieter Bartezko betrachtet Zeichnungen von Architekten. Stefanie Schelleis und Christian Metz besuchen die Buchgestalter Lu Jingren und Zhu Yingchun in Peking. Peter Kemper spricht im Interview mit Ry Cooder.
In der Frankfurter Anthologie stellt Jakob Hessing Paul Celans "Psalm" vor:
"Gelobt seist Du, Niemand.
Dir zulieb wollen
wir blühn.
Dir
entgegen..."
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Süddeutsche Zeitung, 20.03.2010
"Die Büchersaison beschert uns eine erhebliche Unruhe in der Damen- und Mädchenwelt", behauptet Ina Hartwig. "Hochbegabt und ehrgeizig sind sie alle, auch unsere jüngste Punk-Boheme mit dem glitschigen Lurch in der Plastiktüte. Und: Sie haben stark reagierende Nerven. Die Selbstdarstellungen Sontags und Ensslins, die uns postum erreichen, gehören zum Interessantesten, das man seit langem lesen konnte. Sie sind Zeugnis eines Zeitgeistes, der einen Sog in die Zukunft erzeugt. Hier waltet eine faszinierende Kraft, die auffällig kontrastiert mit den elegischen, coolen Deko-Lebensversionen vieler schreibender Frauen der letzten Jahre."
Weitere Artikel: Brigitte Kronauer erinnert an Hubert Fichte, der morgen 80 Jahre alt geworden wäre. Andreas Zielcke sucht nach einem Zusammenhang zwischen realem Missbrauch und dem in Romanen beschriebenen Jugendelend. Axel Timo Purr besucht Namibia, das sich nach 20 Jahren Unabhängigkeit langsam auf den Weg in die Gegenwart macht. Helmut Mauro informiert über Disharmonien bei der Philharmonie der Nationen und den Rücktritt deren wegen umstrittener Geldverteilungspraktiken kritisierten Intendanten Justus Frantz. Eva Karcher berichtet über die vierte Ausgabe der Kunstmesse Art Dubai. Gemeldet wird die Favoritenrolle von Michael Hanekes "Das weiße Band" beim Deutschen Filmpreis.
Besprochen werden die Ausstellung "Albtraum und Befreiung" mit Werken des Surrealisten Max Ernst in der Kunsthalle Würth in Schwäbisch Hall, eine Ausstellung des Architekturmuseums der TU München in der Pinakothek der Moderne über Konrad Wachsmann, der unter anderem das Haus von Albert Einstein in Caputh baute, und die Entwicklung von der seriellen zur digitalen Architektur, das Buddha-Ballett "Siddharta" an der Pariser Bastille-Oper, Anne Linsels Film "Tanzfreunde" über das Remake von Pina Bauschs 1978 uraufgeführtem Tanztheater-Projekt "Kontakthof" und Iris ter Shiphorsts Kinderoper von der "Gänsemagd" im Berliner Radial System.
In der Wochenendbeilage porträtiert Harald Hordych die Schauspielerin Julie Andrews, die nach zwei Gouvernantenrollen nun in "Zahnfee auf Bewährung" von Michael Lembeck noch einmal in dieses Genre zurückkehrt. Im Interview spricht der Modedesigner Tom Ford über sein gefeiertes Regiedebüt "A Single Man". Und Dirk Peitz traf den perfekten Hollywoodstar Matt Damon
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





