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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
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- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
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- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
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- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Die Knochen gelenkiger
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
19.02.2010. Die Welt erzählt, wie die israelische Regisseurin Yael Hersonski einen Nazi-Propagandafilm über das Warschauer Ghetto rekonstruierte. Die NZZ lauscht dem Tee-und-Kräuter-Rap des taiwanesischen Sängers Jay Chou. In der FR streiten Paul Krugman und Niall Ferguson über die Krise Griechenlands und den Euro. In der FAZ erklärt die Informatikerin Constanze Kurz, wie der Hacker tickt.
Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Rundschau | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Welt, 19.02.2010
1942 begannen die Nazis im Warschauer Ghetto einen Propagandafilm zu drehen, der nie fertig gestellt wurde. Das hat jetzt gewissermaßen die israelische Filmemacherin Yael Hersonski übernommen, berichtet der künstlerische Direktor der Deutschen Kinemathek, Rainer Rother. "Yael Hersonski, die in ihrem bemerkenswerten 'A Film Unfinished' das Material aus dem Ghetto fast vollständig zitiert, greift auf, was Kompilationen oft vernachlässigen: die filmische Konstruktion der Propagandabilder. Sie macht das spezifisch Filmische der Hetze zum Ausgangspunkt. Schon als ihr die Produzentin Noemi Schory Ausschnitte zeigte, war sie wie elektrisiert. 'Es lag etwas über das Filmemachen selbst darin, das mich erstaunte. Eine filmische Konzeption war sichtbar, eine genaue Vorstellung, wie und wann man Großaufnahmen einsetzt oder Totalen, eine Schnittkonzeption.'"
Weitere Artikel: Cornelia Froboess plaudert im Interview über die Berlinale und die Jury, der sie angehört: "Noch ist alles sehr friedlich, würde ich sagen." Thomas Kielinger bewundert die Art, wie die Familie von Johnny Dankworth den verstorbenen Jazz-Saxophonisten ehrte. Rose-Marie Borngäßer schreibt zum Tod Fey von Hassels. Uta Baier setzt sich mit Roberto Zapperis Thesen über die Mona Lisa auseinander. Manuel Brug wünscht sich etwas mehr Aktualität im gegenwärtigen Opern-Uraufführungsgeschäft. Thomas Lindemann schreibt zu 20 Jahre Photoshop. Wen. gratuliert dem Bühnenbildner Wilfried Minks zum Achtzigsten.
Besprochen werden Oskar Roehlers Wettbewerbsfilm "Jud Süss - Film ohne Gewissen" ("Film ohne Haltung" wäre der bessere Titel gewesen, meint Hanns-Georg Rodek), Michael Stocks Dokumentarfilm über den sexuellen Missbrauch in seiner Familie "Postcard to Daddy", einige CDs, die Ausstellung "Macht zeigen. Kunst als Herrschaftsstrategie" im Deutschen Historischen Museum in Berlin und Philipp Theisohns Literaturgeschichte des Plagiats.
Auf der Forumsseite plädiert Gesine Schwan nachdrücklich dafür, die Vor- und Nachteile der Bologna-Reform neu auszubalancieren.
Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Frankfurter Rundschau | Die Tageszeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2010
Pop in China boomt, berichtet Matthias Daum. Nachdem die Führung jahrzehntelang die suspekte Musik aus Taiwan und Hongkong bekämpft hat, erobert sie jetzt den Musikmarkt auf dem Festland, allerdings unter den Vorzeichen der chineseness: "Jüngstes Beispiel ist Superstar Faye Wong, hierzulande bekannt als Schauspielerin in Filmen von Wong Kar-Wai. Nach fünf Jahren Pause feiert die 40-Jährige heuer ihr Comeback. Mit dem Titelsong zu einem Konfuzius-Biopic. Die Lyrics sind eine Adaption eines Gedichts aus der Tang-Zeit - man stelle sich vor: Madonna würde karolingische Lyrik vertonen. Derweil mischt Jay Chou, Taiwans Robbie Williams, chinesische Musik-Elemente mit Hip-Hop und R'n'B. Dazu singt und rappt er überlieferte Texte und Geschichte. Etwa im Song 'Ben cao gang mu': 'Wir brauchen den Westen nicht, wir haben unseren Tee und unsere Kräuter.'"
Weitere Artikel: Ura Schoettli hat die buddhistischen Höhlenklöster in Ajanta besucht und ist überrascht von der Schlichtheit des Grabes des muslimischen Mogulkaisers Aurangzeb. Thomas Fischer berichtet von den Feierlichkeiten, die zum 100-Jahr-Jubiläum der Portugiesischen Republik geplant sind.
Besprochen werden die Ausstellung "Vermeer. Die Malkunst" im Kunsthistorischen Museum Wien und eine Ausstellung über das Leben und Werk Golo Manns im Münchner Literaturhaus.
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Frankfurter Rundschau, 19.02.2010
Ökonomisches Feuilleton heute: Der amerikanische Nobelpreisträger Paul Krugman behauptet, dass an der Krise Griechenlands und Spaniens der Euro schuld sei, weil er die Abwertung inflationärer Ökonomien verhindert: "In den nächsten Jahren wird vor allem viel herumgestümpert werden: Konjunkturprogramme in Verbindung mit drastischen Einschränkungen, sehr hohe Arbeitslosigkeit und der schon erwähnte mühsame Deflationsprozess. Schlimme Aussichten. Aber man darf nicht vergessen, worin Europas fataler Fehler bestand. Auch wenn einige Regierungen tatsächlich schlecht gewirtschaftet haben, so besteht das zentrale Problem doch in einer maßlosen Selbstüberschätzung, nämlich in dem Glauben, dass eine einheitliche Währung in Europa funktionieren würde, obwohl so viel dagegen sprach."
Krugmans Gegenspieler in Sachen Defizitdeutung, der Historiker Niall Ferguson, macht dagegen die keynesianische Ausgabenpolitik der Länder für ihre Finanzmisere verantwortlich: "Die Defizite haben viel weniger zu unserer 'Rettung' beigetragen als die Finanzpolitik - Zinsraten bei null und quantitative Lockerung. Erstens haben die Staatsausgaben (das geheiligte Multiplikator-Modell) nicht den Effekt gezeitigt, den die Befürworter der Konjunkturprogramme erhofft hatten. Zweitens greifen in einer globalisierten Welt die Probleme einer offenen Volkswirtschaft auf andere Länder über. Und schließlich zieht eine ausufernde Staatsverschuldung Kosten nach sich, die sehr viel früher bezahlt werden müssen als uns lieb ist."
Weitere Artikel: Daniel Kothenschulte hat sich weitere Wettbewerbsfilme auf der Berlinale angesehen. Regine Sylvester erinnert sich an ihr erstes Festival 1988, an der sie - damals noch als Ostlerin - teilnehmen durfte. In Times mager freut sich Arno Widmann: "Wie schön, wenn der Winter weicht, die Knochen gelenkiger und Herz und Gemüt weicher werden." Auf der Medienseite berichtet Daniel Bouhs vom Streit um die Tagesschau-Apps.
Besprochen werden das Album "Pictures Never Stop" der Band La Stampa!, Olga Martynovas Romandebüt "Sogar Papageien überleben uns" und Sebastian Ullrichs Studie "Der Weimar-Komplex" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
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Die Tageszeitung, 19.02.2010
Vor allem eins, findet Birgit Glombitza, belege Peter Jacksons neuer Film "In meinem Himmel", der die Geschichte einer ermordeten 14-Jährigen erzählt, die aus dem Jenseits hilft, ihren Mörder zu überführen: der "psychedelische Gestaltungswille eines digital enthemmten Regisseurs... Es kommt mit viel Geschaue, Gespüre und Gefühle zu einer haarsträubend intuitiven Täterüberführung. Und am Ende ist 'In meinem Himmel' eine ziemlich alberne Wahrsagerkugel. Wer hineinschaut, kann sehen, wie Magie entsteht, vor allem aber wie sie zerfällt."
Außerdem: Julian Weber erklärt, weshalb er heute Abend nicht zur Lesung von Helene Hegemann im Berliner Club Tresor, sondern lieber zu einem Konzert der US-Band Vampire Weekend geht: weil die ihren Zitatpop als solchen kenntlich machten. Besprochen werden das Album "Randnotizen from Idiot Town" des Hamburger Kollektivs mit dem schönen Namen School of Zuversicht und der Dokumentarfilm "Rock Hudson - Dark And Handsome Stranger" von Andrew Davies und Andre Schäfer.
Auf der Berlinale-Seite geht's unter anderem um Oskar Roehlers Film "Jud Süß" ("eine der Entlastungsfiktionen, die uns im Kino den Umgang mit dem Nationalsozialismus versüßen", meint Cristina Nord) und um Tatjana Turanskyjs Forumsfilm "Eine flexible Frau".
Und Tom.
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Süddeutsche Zeitung, 19.02.2010
Im Feuilleton-Leitartikel erklärt Andreas Zielcke in einem Kommentar zum Afghanistan-Einsatz die "himmelweiten" Unterschiede zwischen Polizei- und Kriegsrecht. Über die Diskrepanz von Kulturhaupstadtjubel und leeren Kassen im Ruhrgebiet schreibt Alex Rühle. Jonathan Fischer unterhält sich mit dem Soulmusiker Smokey Robinson aus Anlass von dessen siebzigstem Geburtstag. Jörg Häntzschel hat elf Briefe J.D. Salingers gelesen, die demnächst in New York ausgestellt werden. Auf einer Themenseite gehen mehrere Autoren der Frage nach, wie die "Kunsthalle der Zukunft" aussehen könnte.
Auf der Berlinale-Seite stellt Martina Knoben Wettbewerbsfilme vor, darunter auch Oskar Roehlers "Jud Süß - Film ohne Gewissen", den sie eher "langweilig" findet. Anke Sterneborg bespricht Raoul Pecks Haiti-Film "Moloch Tropical". Fritz Göttler porträtiert den Filmkritiker David Thomson, der die diesjährige Retrospektive zusammenstellte.
Besprochen werden die Brüsseler Gustav-Mahler-Perfomance "3Abschied" der Tanzstars Anna Terese de Keersmaker und Jerome Bel sowie Bücher, darunter Roswitha Quadfliegs Roman "Der Glückliche" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.02.2010
Der alte Nerd-Laden FAZ-Feuilleton macht eine neue Kolumne auf. Die Informatikerin Constanze Kurz (hier in einem für die taz entstandenen Youtube-Clip) schreibt fortan alle zwei Wochen über die Digitalisierung und ihre Folgen: "Es umgibt sie ein gewisser Mythos, aber auch Dutzende Klischees: Hacker." Dann wird erklärt, wie diese Spezies Mensch im Inneren tickt: Hacker "wollen und können sich nicht damit zufriedengeben, dass ein technisches System aus Gründen eines abstrakten Geschäftsmodells beschränkt oder kastriert wird... Nach einer Weile stellt sich die Erkenntnis ein, dass fast jedes System von seinen künstlichen Fesseln befreit und fast jede Sicherheitsmaßnahme umgangen werden kann, wenn nur genug Zeit, Energie und manchmal auch Geld für Werkzeuge und Hardware in das Problem fließen."
Weitere Artikel: Andreas Rossmann erklärt, dass der Kölner U-Bahn-Skandal eine durchaus weit verbreitete Praxis ans Licht bringt. In der Glosse gibt es viel Gegenwind für das etwas eselige Geschichtsverständnis des Guido Westerwelle. "Sensationell" (wenngleich fürs Studieren vielleicht nicht uneingeschränkt geeignet) findet Niklas Maak das Gebäude, das das Architekturbüro Sanaa für die Ecole Polytechnique in Lausanne entworfen hat. Patrick Bahners klamüsiert ein Urteil des Kammergerichts Berlin auseinander, das zuungunsten des Plakatsammlers Hans Sachs und zugunsten des Deutschen Historischen Museums ausfiel. Gina Thomas berichtet über den Fund dreier Porzellanvasen in Großbritannien, die die Originalität Meissens in Frage zu stellen scheinen.
Auf der Berlinale-Seite meint Michael Althen über Oskar Roehlers seiner Meinung nach zwar nicht so wahnsinnig interessanten, aber der "Buhs" am Ende der Pressevorführung auch wieder nicht werten "Jud Süß"-Film: "Nach Lage der Dinge wäre Roehler wahrscheinlich der Erste, der einen Skandal begrüßen würde, aber dazu taugt sein Film nun wirklich nicht. Dafür ist er im Umgang mit seinem Stoff viel zu ernst." Bert Rebhandl informiert über das "Forum Expanded"-Programm und Rüdiger Suchsland hat den rumänischen Partisanenfilm "Portrait of the Fighter as a Young Man" gesehen. Andreas Platthaus findet Ilona Zioks Dokumentarfilm "Fritz Bauer - Tod auf Raten" des Inhalts, nicht der Form wegen sehenswert. Er hat außerdem Alexandr Sokurows Hirohito-Film "Solnze" in der Retrospektive gesehen und freut sich, dass die Gehsteige vorgestern endlich vom Eise befreit wurden.
Besprochen werden das neue Stück "Les Naufrages du Fol Espoir" von Ariane Mnouchkines Theatre du Soleil (Joseph Hanimann findet es "so leichtfüßig, so heiter, so witzig und traurig" wie noch kein Mnouchkine-Stück), die dreigeteilte Choreografie "3Abschied" von Anne Teresa de Kersmaaker und Jerome Bel in Brüssel, Lone Scherfigs Film "An Education" nach Drehbuch von Nick Hornby, und Bücher, darunter Paolo Giordanos Debütroman "Die Einsamkeit der Primzahlen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





