Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Das war mein Leben

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

12.02.2010. Die Welt verteidigt Jungfer Hegemann gegen alte Feuilletonbürokraten. Die taz wünscht sich, die Literaturkritik hätte Hegemanns Roman etwas weniger großkotzig gefeiert. In der FAZ erklärt Airen: Hegemanns Buch wäre auch ohne meine Stellen cool. Außerdem streitet sich Oscar Roehler mit Angela Schanelec und Benjamin Heisenberg. In der SZ möchte Hamid Dabashi, dass sich der Islam mit einem pluralistischen Gesellschaftsmodell abfindet. Die FR denkt über die Entstehung programmatischer Einheit nach. Die Berliner Zeitung fürchtet die Einführung einer Internet-Guillotine in Frankreich.

Die Welt, 12.02.2010

Matthias Heine eilt der Jungfer Hegemann zu Hilfe, die er von alten Männern bedrängt sieht, die eh schon unter ihrem Machtverlust im Internet leiden: "Helene Hegemann bringt sie gegen sich auf, weil sie ein Buch veröffentlicht, ohne 30 Jahre lang mit dem Federkiel Frakturschriften zu kalligraphieren. Und dann bekommt das Gör für sein anstößiges, die Regeln missachtendes Machwerk auch noch mehr Geld und mehr Aufmerksamkeit als all die wertvollen regelkonformen Produkte, die die alten Männer propagieren! Deshalb dampfen die Feuilletonbürokraten gerade Empörung aus jeder Pore." Aber alle lieben sie doch! Außer Jürgen Kaube natürlich.


Weitere Artikel: Michael Pilz warnt vor dem Singen von Sinatra-Songs auf den Philippinen: dort wurden schon sechs Menschen getötet, die beim Karaoke "My Way" verhunzt hatten. Das Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam und die Humboldt Uni haben im Netz ein "Docupedia Zeitgeschichte eingerichtet: es ist ein Nachschlagewerk zu zentralen Begriffen, Konzepten, Forschungsrichtungen und Methoden der zeithistorischen Forschung", berichtet Sven Felix Kellerhoff. Lehman Brothers versuchen heute, ihre Kunstsammlung zu verkaufen, berichtet Peter Dittmar. Nachdem BHL auf einen erfundenen Philosophen namens Jean-Baptiste Botul hereingefallen ist, überlegt Wolf Lepenies, welche erfundenen Autoritäten er noch kennt. Bai. gratuliert dem Bildhauer Wieland Förster zum Achtzigsten. Paul Jandl gratuliert dem Dichtert Gerhard Rühm ebenfalls zum Achtzigsten.

Auf der Berlinaleseite plaudert Autor Robert Harris über seinen Roman "Ghostwriter", den Roman Polanski verfilmt hat und heute auf der Berlinale zeigt. Sophia Seiderer stellt den jungen deutschen Filmregisseur Benjamin Heisenberg vor, dessen Film "Der Räuber" im Wettbewerb läuft. Die Schauspielerin Karoline Herfurth kündigt an, ab heute täglich 1900 Zeichen über die Berlinale zu schreiben. Tim Ackermann verkündet, dass er kein Interview mit Banksy bekommt.

Besprochen werden der Berlinale-Eröffnungsfilm "Tuan Yuan" (den Peter Zander enttäuschend fand: "nicht nur unbekannte chinesische, sondern auch noch alte Schauspieler"), eine Chlodwig-Poth-Retrospektive im Frankfurter Caricatura Museum, die Aufführung von Rameaus "Les Paladins" in Düsseldorf und das neue Album von Sade.

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Berliner Zeitung, 12.02.2010

Stefan Brändle berichtet, dass Frankreich ein neues Gesetz gegen das Internet plant: "das 'Gesetz über die Orientierung und Programmierung für die Durchsetzung der inneren Sicherheit', abgekürzt Loppsi. Sarkozys Gesetz hat offiziell Staatsfeinde und Pädophile im Visier. Sie sollen dank Loppsi mit mächtigen Suchmaschinen aus dem Netz gefiltert werden. Ein Abgeordneter der Sarkozy-Partei UMP, Jacques Myard, meinte allen Ernstes, Frankreich brauche gegen 'faule' Webinhalte ein 'Internet a la chinoise', das heißt Kontroll- oder Zensurbehörden wie in Peking." Das wäre gar nicht gut für die Meinungsfreiheit: "Wenn sich Sarkozy im rumänischen Parlament eine Kiste hinter das Rednerpult stellen lässt, um größer zu erscheinen, amüsiert sich die ganze Blogosphäre; die Pariser Tageszeitungen verlieren hingegen kein Wort darüber, um die Staatsräson zu wahren. Loppsi wäre die 'Guillotine für unliebsame Blogger', eilt ein Surfer aus Deutschland zu Hilfe."

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Frankfurter Rundschau, 12.02.2010

Jürgen Otten stellt sich komplizierte Fragen, nein, nicht zur Berlinale, sondern nach dem Berliner Ultraschall-Festival: "Die Frage ist so alt wie das Festivalwesen selbst, stellt sich aber immer wieder: Entsteht eine programmatische Einheit aus sich selbst heraus, ist sie also das Ergebnis einer dramaturgischen Überlegung, die auf Themengebundenheit setzt? Oder ergibt sich diese Einheit erst durch eine betonte Vielheit an ästhetischen Positionen, ist sie also gleichsam das Ergebnis eines glückhaften dialektischen Prozesses?"


Außerdem: Natalie Soondrum hat erschütternde Filme beim 16. Africa Alive Festival gesehen. Abgedruckt ist ein Auszug aus Daniel Kothenschultes Buch "Die Zukunftsruine. Metropolis 2010". In Times Mager wünscht sich Frank Junghänel eine Zwangsjacke, denn "die sind schick" hat er aus dem Berlinale-Katalog gelernt.

Besprochen werden eine Ausstellung über "Prinz Eugen. Feldherr Philosoph und Kunstfreund" im Wiener Belvedere und Lukas Hammersteins Roman "Wo wirst du sein" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Neue Zürcher Zeitung, 12.02.2010

Marion Löhndorf hat am Londoner West End Theatre Jez Butterworth' "Jerusalem" und Lucy Prebbles "Enron" gesehen und kann die derzeitige "Talentdichte an Londoner Theatern" nur preisen. Der amerikanische Computer-Hersteller Dell hat das Bildarchiv der Fotoagentur Magnum gekauft, berichtet Andrea Köhler. Gabriele Detterer kündigt die zwölfte Architekturbiennale in Venedig an.


Besprochen werden die Ausstellung "La Splendeur des Camondos" über die Bankiers-und Kunstsammlerfamilie Camondo, ein Elgar- und Strawinsky-Konzert des Tonhalle-Orchesters Zürich sowie zwei Bücher über Rock und Pop in Bern und Basel (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Die Tageszeitung, 12.02.2010

Dirk Knipphals findet es mehr als in Ordnung, dass die Autorin Helene Hegemann mit ihrem Buch "Axolotl Roadkill" trotz der Plagiatsvorwürfe auf der Shortlist zum Preis der Leipziger Buchmesse steht. Abgesehen davon, dass die Jury ihr Image beschädigt hätte, hätte sie ihre vor Wochen getroffenen Entscheidung revidiert, meint er: "Die hohen Wellen, die nun die Plagiatsvorwürfe gegen diese Autorin schlagen, sind nur ein Reflex auf die Vehemenz, mit der sie zuvor als Autorin mit den ganz großen Erzählungen des Generationenromans und sogar des Geniekults gepusht werden sollte. Es war wirklich arg stark aufgetragen worden. Das muss man bedauern, nicht nur weil die Literaturkritik da nun etwas großkotzig dasteht, sondern auch im Sinne von Helene Hegemann selbst: Ein sorgfältiger Aufbau einer Autorin sieht anders aus."


Ansonsten Berlinale: "Maximal fade" fand Cristina Nord Wang Quanans Eröffnungsfilm "Tuan Yuan (Apart Together)", der von einer Liebe zwischen Taiwan und China erzählt. Detlef Kuhlbrodt stellt vier japanische Filme aus dem Forum vor, darunter "Sawako Decides" des 26-jährigen Ishii Yuya über ein junges Mädchen, das in Tokio "entschlossen fatalistisch vor sich hin lebt". Stefan Reinicke sah im Forum den Dokumentarfilm "The Oath" von Laura Poitras über das Schicksal von Bin Ladens Fahrer und seinem Leibwächter. Jan Kedves bereitet auf den zweiten Tag vor, an dem unter anderem Roman Polanskis "The Ghostwriter" Weltpremiere im Wettbewerb feiern wird. Und Brigitte Werneburg unterhält sich mit der Fotografin Christine Kisorsy, die seit 2004 systematisch den Berliner Zoo Palast fotografiert hat.

Besprochen wird noch das zweite Album seit 1984 von Gil Scott-Heron: "I'm New Here".

Und Tom.

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Süddeutsche Zeitung, 12.02.2010

Für den iranisch-amerikanischen Kulturkritiker Hamid Dabashi gilt es, die Frage nach dem Verhältnis von Islam und Säkularisierung vom Kopf auf die Füße zu stellen. Und das heißt, ihn dazu zu zwingen, sich an ein nichtreligiösen Umfeld anzupassen: "Positionen wie die von Tariq Ramadan mit seinem reformierten Islam lehne ich kategorisch ab. Natürlich kann man ein freigeistiger, liberaler Muslim sein und sagen, also, wir müssen jetzt mal den Islam reformieren. Aber die Welt kann es sich nicht leisten, darauf zu warten, dass sich der Islam oder das Christentum oder Judentum reformieren. Die Welt muss sich mit der Vielfalt an Welterklärungsmodellen arrangieren, und das Gleiche gilt für den Islam. Diese Religion muss sich mit dem pluralistischen Gesellschaftsmodell abfinden und ihre eigene Identität darin anerkennen und wertschätzen, inmitten all der weltanschaulichen Gegenmodelle."


Weitere Artikel: Die SZ fragt nach bei den enthusiastischsten Kritikern von Helene Hegemanns "Axolotl Roadkill"-Roman - und nur die wenigsten streichen mehr als nur ein Jota von der Begeisterung, die sie noch in Unkenntnis gewisser Praktiken der Autorin geäußert hatten. (Nur einer sagt lieber nichts: "Maxim Biller möchte sich nicht an der Diskussion beteiligen und auch nicht zitiert werden.") Gut gefallen hat Susan Vahabzadeh Wang Quan'ans Berlinale-Eröffungsfilm: "In 'Apart Together' bleibt jedenfalls von Glamour nicht die geringste Spur, er spielt in ärmlichen Häusern und erzählt von Menschen, die nicht aus sich herausgehen. Aber das macht er wenigstens gut." Tobias Kniebe fürchtet, dass von der Berlinale seit den neunziger Jahren keine Bilder bleiben werden als die "immergleiche PR-Tapete, die mit kleinen Sponsoren-Logos und Berlinale-Bären übersät " ist. Gustav Seibt sinniert mit Hilfe von Elias Canetti über Befehl und Schikane. Sebastian Kunigkeit schildert französischen Streit über die Erhebung ethnischer Hintergründe bei statistischen Befragungen. Lothar Müller gratuliert dem Autor Gerhard Rühm zum Achtzigsten.

Besprochen werden ein Konzert mit den Pianistinnen Katia und Marielle Labeque in München, Stephan Kimmigs "Kabale und Liebe"-Inszenierung am Deutschen Theater Berlin, eine Ed-Ruscha-Ausstellung im Münchner Haus der Kunst, die Ausstellung "Maharaja - Pracht der indischen Fürstenhöfe" in der Hypo-Kunsthalle München, das Album "Earthology" der Münchner Whitefield Brothers und Bücher, darunter Bernd Roecks Biografie eines Goldschmieds "Ketzer, Künstler und Dämonen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.2010

Plagiats-Affäre, nächste Runde: Jetzt spricht Airen, der Mann, den Helene Hegemann mehr oder (im Direktvergleich bei faz.net sieht man klar: eher minder) wörtlich beklaute. Tobias Rüther hat ein langes Interview mit ihm geführt, in der Wohnung seines (Airens) Freund "Glamour Dick". Airen spricht ausführlich über das Berghain. Er will anonym bleiben, und zwar nicht zuletzt, weil er, anders als Hegemann, in seinem Blog, dann im Buch "Strobo", schildert, was ihm tatsächlich widerfuhr: "Ich habe ihren Roman gelesen, es ist genau die Art von Buch, die ich gern lese, aber es wäre auch ohne meine Stellen cool gewesen. Ich würde gern wissen, was Helene Hegemann gedacht hat. Was ich geschrieben habe, habe ich durchlitten - Gott sei Dank bin ich ohne Krankheit davongekommen. Das ist kein Roman, das war mein Leben. Ich habe mir das nicht ausgedacht. Helene Hegemann hat das nicht erlebt. Ich habe das so erlebt."


Ein Blogger mit Namen Glamour Dick darf in einem weiteren Artikel allen Ernstes behaupten: "Ein guter Blog zeichnet sich vor allem durch eine Qualität aus: Echtheit."

Hoch her geht es bei einem Dreiergespräch zwischen den bei der Berlinale vertretenen Regisseuren Angela Schanelec, Benjamin Heisenberg und Oskar Roehler: Letzterer hat ziemlich schnell genug vom Gespräch und will gehen, bleibt aber doch, fordert Respekt für das Können von Filmemachern wie Til Schweiger und platzt schließlich heraus: "Das ist doch aber die Frage: Hast du so einen bewegenden Film schon einmal gemacht, von dem du denkst, dass eine ganze Generation junger Leute den im Kopf hat? Davon träumt man doch. Mich nervt es, wenn alles immer nur angedeutet, in der Schwebe gehalten wird. Ich denke immer, dass der Mut dazu fehlt oder die Konsequenz, die Geschichte weiter zu treiben, weil man sich in so einem kleinen, unscheinbaren Rahmen wohl fühlt. Ich fühle mich halt nicht wohl in solchen Filmen." Die beiden anderen sagen Kommensurableres.

Weitere Artikel: Der iranische Schriftsteller Amir Hassan Cheheltan erklärt, warum es bei den Kämpfen im Iran heute und früher vor allem um eines ging: Erdöl. Jordan Mejias ist mit dem Ipod als fortgeschrittenem Audio- und Videoguide im New Yorker Cooper-Hewitt National Design Museum unterwegs und fragt sich, ob der Museumsbesuch demnächst wohl ganz virtuell stattfinden wird. Julia Voss freut sich sehr über den Ankauf des Matisse-Frühwerks "Le Mur Rose" durch das Frankfurter Jüdische Museum. Ein im Netz nicht genannter Autor muss feststellen, dass sich in der klassischen und seit Jahrzehnten immer wieder aufgelegten Einführung "Mohammed und der Koran" des 1983 verstorbenen Orientalisten Rudi Paret - und zwar keineswegs zufällig - antisemitische Passagen finden.

Besprochen werden ein Konzert der Band Depedro in Köln, Martin Kusejs Inszenierung von Richard Wagners "Fliegendem Holländer" in Amsterdam, die Ausstellung "Peter Bialobrzeski: Paradise Now" in der Alfred-Ehrhardt-Stiftung Berlin und Bücher, darunter der Band mit John-Cheever-Stories "Der Schwimmer" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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