Bücherschau der Woche
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- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich

Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
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- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
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- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
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- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Der biedere Untergang
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- Das Kempowski-Dossier
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- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Pneumatische Prozesse
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
05.02.2010. Die Welt staunt über Pat Metheny, der sich mit großem Tüftleraufwand ein Orchestrion zusammenbauen ließ. In der NZZ denkt Thomas Hettche über das Soldatische, aber auch über den Pergamon-Altar nach. Die FR fordert ein Wahlrecht für Migranten. Die FAZ begleitet Österreich in seinem verzweifelten Ringen um Restsouveränität. Die SZ erklärt, wie man Regeln der Scharia übernimmt, ohne den Rechtsstaat zu verraten.
Frankfurter Rundschau | Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Frankfurter Rundschau, 05.02.2010
"Integrationsunwillig sind wir. Nicht die Ausländer", meint Arno Widmann und möchte gar nicht groß über das Ärgnernis Burka debattieren: "Wer hier lebt, sollte mitbestimmen können darüber, wie hier gelebt wird. Das scheint mir der innerste Kern unserer westlichen Werte. Gegen ihn stimmten zuletzt am 29. Mai 2009 im Bundestag die Abgeordneten von CDU/CSU, SPD und FDP, als sie das Wahlrecht für Migranten ablehnten. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert verweigern wir den hier lebenden Ausländern das demokratische Grundrecht. Wir sollten uns schämen. Wir sollten tätig werden. Wir sollten anfangen, unsere viel beschworenen Werte zu leben. Das ist das beste Mittel, sie attraktiver zu machen."
Die Demokratie als Dienstleistungssystem droht zu scheitern, fürchtet Christian Thomas in einem Report über die katastrophale Finanznot der Kommunen: "In Oberhausen, einer Stadt, die bankrott ist, wird der Busfahrplan zusammengestrichen, Busse fahren nicht mehr bis 23, sondern nur noch bis 21 Uhr - mit Auswirkungen auf die Bilanzen des Theaters, der Kinos, der Kneipen."
Weiteres: In Times mager erzählt Bernhard Bartsch vom unhysterischen Umgang mit Falschgeld in China, das genauso benutzt werde wie echtes: "Mein schlechtes Gewissen hält sich in Grenzen, solange auch die chinesischen Staatsbanken regelmäßig Blüten in Umlauf bringen." Auf der Medienseite berichtet Daniel Bouhs vom Sparkurs bei der Agentur DAPD, dem unter den neuen Eigentümern Martin Vorderwühlbecke und Peter Löw zusammengelegten Dienst aus ddp und dem deutschen AP-Ableger.
Besprochen werden Martin Kusejs Inszenierung des "Fliegenden Holländers" in Amsterdam, das Album "Heligoland" von Massive Attack und der letzte Band von Herbert Marcuses Nachgelassenen Schriften.
Frankfurter Rundschau | Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Die Welt, 05.02.2010
Der Jazzgitarrist Pat Metheny hat sich ein Orchestrion zusammenbauen lassen, in dem reale Instrumente mittels Staubsaugergebläsen betätigt und von seiner Gitarre manipuliert werden. Damit geht er jetzt auf Tour, berichtet Michael Pilz: "Was aus der Gitarre kommt, wird in Signale umgewandelt, die magnetische oder pneumatische Prozesse auslösen, um herkömmlichen Instrumenten Klänge zu entlocken. Dafür wurde ein Robotertüftler der New Yorker Universität beschäftigt und Animationsexperten aus der Wüste Kaliforniens." Und wie klingt das Ergebnis? "Wie die Pat Metheny Group".
Weitere Artikel: Keiner bleibt ungepiekt, wenn Manuel Brug mit nadelspitzer Zunge die Holprigkeiten beim Übergang von Fabio Luisi zu Christian Thielemann an der Staatskapelle Dresden kommentiert. Thomas Schmid schreibt zum Tod des Fernsehspielpioniers Dieter Meichsner. Hanns-Georg Rodek kommentiert wohlwollend ein Urteil, das einen australischen Internetprovider von dem Zwang entbindet, Inhalte auf Legalität zu prüfen. Marko Martin wandelt über arabische Straßen und fand in Tunesien Tristesse und im Sultanat Oman Lebensmut und Fortschritt. Wieland Freund stellt zwei mit neuen Formen experimentierende amerikanische Romane vor, Leanne Shaptons "Bedeutende Objekte und persönliche Besitzstücke aus der Sammlung von Lenore Doolan und Harold Morris", einen fiktiven Auktionskatalog, der eine gescheiterte Ehe dokumentiert, und Reif Larsens "Die Karte meiner Träume". Und Peter Dittmar schildert nicht immer überzeugende chinesische Versuche angebliche Raubkunst aus westlichen Sammlungen zurückzuholen - die Kunstwerke waren aber meist in den Westen verkauft worden.
Besprochen wird Ligetis Oper "Le grand macabre" in Freiburg und Ausstellung mit Randzeichnungen von Autoren in Marbach.
Auf der Magazinseite unterhält sich Elisalex Henckel mit dem (übrigens deutschen) Zeichner Alexander Segert, der die Plakate für die populistische Schweizer Partei SVP entworfen hat, unter anderem das Plakat für die Minarettverbotskampagne.
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Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2010
Der Schriftsteller Thomas Hettche denkt über das Soldatische nach, das hierzulande keinen rechten Platz mehr finden will. Eindringlicher als jedes Bundeswehr-Mahnmal findet er den Pergamon-Altar: "Dadurch, dass jeder der Sterblichen, der dort stirbt - zertreten, durchbohrt, gewürgt oder zerrissen -, im Moment seines Sterbens aus der Dichotomie von Freund und Feind herausgelöst wird, wird er wieder zu einem Einzelnen, der keiner Armee mehr angehört, ist in seinem individuellen Tod allein und ergreift uns gerade in dieser Einsamkeit."
Hubertus Adam hat jetzt doch ein bemerkenswerteste Bauwerk entdeckt, das die "Mediaspree"-Pläne Berlin beschert haben: das vom Basler Büro HHF Architekten entworfene Modezentrum "Labels 2" an der Stralauer Allee: "Für die Architekturszene Berlins, die gerade dabei ist, sich nach den lähmenden Jahren einer ästhetischen Stagnation neu zu finden, ist 'Labels 2' Meilenstein und Signal des Aufbruchs zugleich."
Besprochen werden eine siebzig CDs umfassende Edition mit Aufnahmen des Jahrhundertpianisten Vladimir Horowitz, eine Ausstellung zum deutschen Impressionismus in der Kunsthalle Bielefeld.
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Die Tageszeitung, 05.02.2010
Auf den Tagesthemenseiten berichtet Klaus-Peter Klingelschmitt über eine heftige Diskussion, die in Völklingen über den geplanten Bau eines Minaretts für die seit 20 Jahren im Stadtteil Wehrden ansässige Moschee entbrannt ist. Bei einer Bürgerversammlung konnten jetzt rund 200 Teilnehmer auf Kärtchen ihre Argumente darlegen. Moschee und Minarettbau werden von der Ditib finanziert, die der türkischen Regierung untersteht. "'Wir werden von den Türken schleichend unterwandert!', hatte einer notiert. Ein anderer meinte, glaubte, dass ein Minarett die Wohnqualität im Stadtteil beeinträchtigen würde, und gleich mehrere meinten, ein Minarett habe in 'Deutschland nichts zu suchen', weil in der Türkei auch keine Kirchen gebaut werden dürften. Die wenigen Befürworter verwiesen auf die grundgesetzlich garantierte Religionsfreiheit und klagten bei ihren Mitbürgern 'mehr Toleranz' ein."
Im Kulturteil informiert Andreas Hartmann über das diesjährige Club-Transmediale-Festival in Berlin, wo neben dem Musikprogramm diesmal auch über Musik in Koppelung an ihre technischen, sozialen und kulturellen Bedingungen geredet wird. Uh-Young Kim unterhält sich mit dem afrobritischen Musiker Daddy G, der nach einer kreativen Auszeit wieder zu seiner Band Massive Attack zurückgekehrt ist. Und in tazzwei sammelt fra. philosophische Einschätzungen zum Kauf gestohlener Steuerdaten. Rene Descartes etwa wäre wohl dafür, denn: "Alles Wissen besteht in einer sicheren und klaren Erkenntnis. Peter Sloterdijk verweigerte gestern leider jede Auskunft: 'Keine Zeit, ich habe gleich einen wahnsinnig wichtigen Termin mit meinem Steuerberater'."
Besprochen wird das Album "No Rest" des New Yorker Duos Christy&Emily.
Und Tom.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.02.2010
"So viel Dummheit in einem Land von solcher Schönheit" - das schrieb Heribert Prantl in einem Gastkommentar für den Wiener Standard. Dirk Schümer zitiert das und will in seiner Tour d'Horizon durch den aktuellen Zustand des österreichischen Fremden- und Selbsthasses gar nicht widersprichen: "Das so lange reduzierte und beschnittene, das in seiner Ehre gekränkte, nicht genug gewürdigte Österreich kämpft verbissen um seine Restsouveränität - und sei es bei einem 'Stockerlplatz' im Kitzbüheler Abfahrtslauf. Oder, wie vorige Woche, mit einem peinlichen, sofort wieder zurückgezogenen Werbespot fürs Bundesheer, in dem ein paar Mädel wollüstig einem rotweißroten Panzer hinterherhecheln."
Weitere Artikel: Rose-Maria Gropp kommentiert bissig den neusten Rekordwert auf dem Kunstmarkt: Eine Giacometti-Skulptur (Schreitender I) geht für mehr als 60 Millionen Pfund aus den Händen der Commerzbank vermutlich gen Osten. Andreas Rossmann findet den Umbau der ehemaligen Kohlenwäsche der Zeche Zollverein in Essen zum Ruhr Museum im Rahmen des Möglichen zwar recht gelungen - vermisst aber dennoch "Weite, Helle, Tageslicht, Großzügigkeit". Harlan Jacobson berichtet vom wichtigsten US-Filmfestival Sundance. In seiner Kunst-Kolumne erinnert sich Eduard Beaucamp an ein nächtliches Bargespräch mit dem Kunsthändler und Auschwitz-Überlebenden Jan Krugier. Hans-Christian Rössler teilt mit, dass der Eichmann-Prozess in Israel fortan fester Lehrplanstoff ist. Gemeldet wird, dass Orhan Pamuk sein "Museum der Unschuld"-Projekt aus dem Kontext des Kulturhauptstadtjahrs zurückgezogen hat und die Förderung zurückzahlt. Auf der Medienseite kennt und nennt Michael Hanfeld viele Zahlen aus dem Bericht der Kommission, die den Finanzbedarf der Öffentlich-Rechtlichen ermittelt (mehr auch hier). Er teilt auch mit, dass der Grünen-Vorstoß zu einer Normenkontrollklage gegen das ZDF bei den anderen Parteien (die Linken ausgenommen) auf außerordentlich wenig Gegenliebe stößt. (Es braucht für die Klage zwölf Überläufer im Bundestag.)
Besprochen werden ein Laura-Veirs-Konzert in Köln, die Ausstellung "Mecki - Sechzig Jahre Comic-Abenteuer" im Wilhelm-Busch-Museum Hannover und Bücher, darunter Arno Geigers neuer Roman "Alles über Sally" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 05.02.2010
Mit dem Blick auf auch hierzulande längst geübte Rechtspraxis erläutert Andreas Zielcke, "wie man Regeln der Scharia übernimmt, ohne den Rechtsstaat zu verraten". So nämlich, zum Beispiel: "Damit ausländisches Recht nicht das hiesige Rechtssystem beschädigt, ist der Filter des 'ordre public' davorgeschaltet, der Filter der zwingenden Rechtsprinzipien. Polygamie etwa ... kann den Filter nicht passieren - es sei denn, die Sperre würde die verheirateten Frauen benachteiligen. Stirbt der Ehemann und hinterlässt mehrere Witwen, dann verteilt das deutsche Sozialrecht die Rentenansprüche auf sie alle. Denn jede hat nach ihrem Herkunftsrecht wirksam geheiratet und auf den daraus folgenden Versorgungsanspruch vertraut."
Weitere Artikel: Reinhard J. Brembeck informiert über den Stand der Ermittlungen im Finanzskandal bei den Salzburger (Oster)-Festspielen. Karl Bruckmaier kommentiert die Grammy-Verleihung. Der erklärte Mitte-Rechts-Amerikaner John Hulsman behauptet, dass Barack Obama eine Mitte-Links-Politik mache- und dass er, Hulsman, sowie die Mitte-Rechts-Mehrheit des amerikanischen Volks so nicht gewettet hätten. Alexander Menden berichtet über den 60-Millionen-Pfund-Weltrekord-Verkauf einer Giacometti-Skulptur an, vorläufig jedenfalls, Unbekannt. Ultraorthodoxe Juden in Israel haben, wie Julia Amalia Heyer informiert, neuerdings striktestes Internet-Verbot. Gemeldet wird, dass es noch vor Erlöschen der Urheberrechte im Jahr 2015 eine kritische Ausgabe von Hitlers "Mein Kampf" geben soll. Johannes Boie stellt in der Rubrik "Kleine Helfer" die Website Imo.im, die dieselben Funktionen wie Chat- und Telefonprogramme beherrscht - nur dass man keine Software installieren muss. Doris Kuhn gratuliert dem Schweizer Künstler HR Giger, Holger Liebs dem Künstler Panamarenko zum Siebzigsten.
Besprochen werden ein Münchner Konzertabend mit dem Cembalisten Gustav Leonhardt, die Ausstellung "George Seurat - Figur im Raum" in der Frankfurter Schirn, Uli Edels Film über und mit Bushido "Die Zeiten ändern dich" (den Jens-Christian Rabe zwar künstlerisch misslungen, im Kontext der Islamkritik-Debatte aber interessant findet) und Bücher, darunter neue Taschenbücher und Thomas Strässles Studie "Salz" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





