Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Juan Jose Millas: Meine Straße war die Welt

Georgi Gospodinov: Kleines morgendliches Verbrechen

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
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- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Menschenfreundliche Wortwundverbände
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
25.01.2010. In der Berliner Zeitung klagt Wolfgang Benz über den "Hass", der ihm entgegenschlug. Im Tagesspiegel erklärt Henryk Broder, warum er es als Kompliment begreift, wenn ihn deutsche Feuilletonisten als "Hassprediger" bezeichnen. Die SZ berichtet über eine Kontroverse um Yannick Haenels Roman "Jan Karski". Die FAZ bringt einen Lobgesang auf den Jungdramatiker Nis-Momme Stockmann. Und die Welt stellt den Autor Markus Albers vor, der sich künftig selbst verlegt.
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Berliner Zeitung, 25.01.2010
Sehr verletzt äußert sich der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz im Gespräch mit Jan-Philipp Hein über Kritik an seinem in der SZ gezogenen Vergleich zwischen "sogenannter Islamkritik" und "Antisemtismus": "Tatsächlich erfahre ich keine fachliche Kritik und bekomme wissenschaftlich sehr viel Zuspruch. Aber als Person schlägt mir ein ganz unglaublicher Hass entgegen, weil meine Meinung unerwünscht ist." Aktualisierung von 13.30 h: Das längere Original des Interviews steht im Kölner Stadtanzeiger.
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Der Tagesspiegel, 25.01.2010
Henryk M. Broder erklärt, warum er es als Kompliment begreift, wenn deutsche Feuilletonisten ihn und "seine Schwestern" als "Hassprediger" bezeichnen: "Nein, es handelt sich nicht um einen Fall von Islamophobie oder Antisemitismus. Es geht nur darum, dass die beiden 'Türkenbräute' und der 'Judenlümmel' sich nicht so benehmen, wie es von ihnen erwartet wird. Jammertürken, die ständig darüber klagen, wie sie diskriminiert werden, sind sehr beliebt. Ebenso Jammerjuden, die in jeder Talkshow erzählen, wie viele Angehörige sie im Holocaust verloren haben und wie sehr sie sich heute vor der NPD fürchten. Meine Schwestern und ich jammern aber nicht, wir sind aggressiv und offensiv und legen uns auch mit den Milieus an, aus denen wir kommen. Und außerdem brauchen wir niemanden, der für uns spricht."
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Spiegel Online, 25.01.2010
Romain Leick erzählt von der neuen Vorführung in Hamburg von Claude Lanzmanns Film "Warum Israel", der diesmal ohne Störung gezeigt werden konnte. Und er macht sich Gedanken über den Unterschied zwischen Israelkritik und Antisemitismus: "Nicht Kritik an der israelischen Politik verrät Antisemitismus, sondern der Triumph darüber, einen berechtigten Grund für solche Kritik gefunden zu haben. Der Jude mit Fehl und Tadel, also der normale Jude, dient den anderen als Entlastung von ihrer Schuldhaftigkeit."
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Die Welt, 25.01.2010
Thomas Lindemann stellt den Autor Markus Albers ("Morgen komm ich später rein") vor, der sein neues Buch "Meconomy" selbst verlegt - und zwar ausschließlich als E-Book. "Im aktuellen Börsenblatt des deutschen Buchhandels schrieb der Autor daher am Donnerstag einen Gastbeitrag, in dem er letztlich fragt: Brauchen wir Autoren noch Verlage? Für manches schon, für das reine Veröffentlichen von Texten eher nicht. Das selbst produzierte E-Book sei unschlagbar schnell und erkunde neue Formate. Es könne eine Materialsammlung werden, ein Dossier. Und es mache schon dem Autor Spaß, wenn man sich denn gern in neue Techniken hineinfindet. Vor allem aber ist es, wenn es funktioniert, wesentlich lukrativer für Autoren."
Weitere Artikel: Wieland Freund erklärt, warum Apples Tablet nicht Tablet sondern Slate (Schiefer, wie Schiefertafel) sein will. In der Glosse würdigt Matthias Heine den letzte Woche verstorbenen Comiczeichner Jacques Martin, Freund von Herge und letzter der Ligne Claire. Berthold Seewald berichtet von der Tradition der amerikanischen Waffenfirma Trijicon, ihre Präzisionsgeräte mit Codes zu versehen, die auf Bibelsprüche verweisen. Berlinale-Leiter Dieter Kosslick behauptet im Interview, das (bis zur Unkenntlichkeit in die Breite geflossene) Berlinaleprogramm setze "dem Datenmüll" etwas entgegen. Der Kunsthistoriker Christian Hering erklärt, warum der Mann mit der grünen Kappe auf dem Dreikönigsaltar ein Selbstporträt des Malers Stephan Lochner sein könnte. Peter Sander schreibt den Nachruf auf die Schauspielerin Jean Simmons. Besprochen wird Jan Bosses Inszenierung des "Othello" am Wiener Akademietheater.
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Frankfurter Rundschau, 25.01.2010
Ziemlich großartig fand Dirk Pilz Jan Bosses Wiener Inszenierung des "Othello" mit einem schuhcremeschwarz angemalten Joachim Meyerhoff: "Es ist das Bild einer zerbröselnden, taumelnden Gesellschaft, das dieser 'Othello' entwirft. Eine Drohung, ein Warngedicht."
Weiteres: Die Evolutionsbiologin Olivia Judson führt in die faszinierende Welt der Dinoflagellaten ein, die unter anderem die Bildung von Korallenriffen ermöglichen. Daniel Kothenschulte schreibt zum Tod von Hollywood-Star Jean Simmons. In Times mager beschäftigt sich Christian Thomas mit dem Porto für rote Briefe.
Besprochen werden Robert Schusters Inszenierung der "Mutter Courage" in Frankfurt, eine Ausstellung zu Tankstellen im Wirtschaftswunder im Deutschen Architekturmuseum und das Album "Qua" des Duos Cluster.
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Aus den Blogs, 25.01.2010
Bei BoingBoing stellt Gastblogger Stephen Worth, Director des ASIFA-Hollywood Animation Archive, wunderbare Musikvideos vor - von Nathan Milstein über die Nicholas Brothers zu Shirley Temple.
Hier der wunderbare Nathan Milstein:
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Neue Zürcher Zeitung, 25.01.2010
Ho Nam Seelmann erinnert daran, wie die Japaner während ihrer Kolonialherrschaft über Korea das Land mit brutalsten Mitteln gleichschalteten: "Die koreanische Sprache, die gesprochene wie die geschriebene, wurde wie alles Koreanische als etwas Primitives gebrandmarkt und 1938 ganz verboten. Man verbannte sie nicht nur völlig aus der Öffentlichkeit, sondern die Koreaner sollten sie auch nicht privat zu Hause benutzen. Die Gedankenpolizei suchte nach Koreanern, die zuwiderhandelten, und die Kinder wurden zur Denunziation der Eltern aufgefordert."
Weiteres: Brigitte Kramer porträtiert die katalanische Literaturagentin Carmen Balcell, die vor allem lateinamerikanische Autoren nach Europa geholt hat und die im Interview ihr Erfolgsrezept verrät: "Meine Unbedarftheit." Bettina Spoerri resümiert die Filme, die sie bisher bei den Solothurner Filmtagen gesehen hat.
Besprochen wird Christoph Loys Inszenierung von Paul Claudels "Der Tausch" in der Schiffbau-Box des Schauspielhauses Zürich.
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Weitere Medien, 25.01.2010
Die Soziologin Sonja Haug stellt bei Qantara eine Studie über "Muslimisches Leben in Deutschland" des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vor. Danach klappt es mit der Integration eigentlich viel besser als oft angenommen. Im Bereich Bildung gibt es allerdings echte Benachteiligungen: "Die gezielte Anwerbung von Arbeitnehmern aus bildungsfernen Schichten wirkt sich noch heute auf die Positionierung ihrer Nachkommen im Bildungsbereich und in der Erwerbsbeteiligung aus." Und das ist ein sehr deutsches Problem der mangelnden sozialen Durchlässigkeit (mehr dazu hier).
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Die Tageszeitung, 25.01.2010
Für ihre monatliche Riesenreportage besucht Gabriele Goettle die Erfinder der "nichtkommerziellen Landwirtschaft" (NKL) auf dem Karlshof (Website) bei Berlin: "Sie bauen Kartoffeln an und verschenken sie. Sie lehnen jede Bezahlung ab, ebenso Gutschriften und sogar den Tausch. Sie haben kein karitatives Motiv. Sie wollen mehr! Sie möchten durch den Aufbau einer kleinen, nichtkapitalistischen Nahrungsversorgung eine soziale Kettenreaktion auslösen, Leute anstiften, an einem nichtkommerziellen Netzwerk auf Gegenseitigkeit teilzunehmen."
Und Tom.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.01.2010
Zwei Stücke von Nis-Momme Stockmann, dem Shooting Star unter den deutschen Nachwuchsdramatikern, hat Gerhard Stadelmaier gesehen. Und er begreift, was alle Welt in dem jungen Mann sieht: "Er ist nicht der Richter einer verkommenen Welt, nicht der Schuldsprecher und Ankläger der Theorien und Diskurse, mehr der beobachtende Verteidiger der Opfer, der Verständnis zu bieten hat. Sein Terrain: die Familie als Schlachtfeld; die Wohnsiedlung als Kriegsschauplatz. Und Stockmann ist der Sanitäter, der schöne, durchaus poetengesalbte, manchmal leicht kitschgetränkte, immer aber menschenfreundliche Wortwundverbände anlegt. Er ist der Mann, der die Welt schmeckt. Auch wenn nirgends Hoffnung ist - wo Stockmann hintritt, wächst Gras."
Weitere Artikel: Mark Siemons schildert die geharnischten Reaktionen, auf die Hillary Clintons Forderung nach freiem Informationsfluss im Internet bei der chinesischen Regierung bzw. ihren Sprachrohren stößt. Jakob Hessing berichtet, dass sich die von den Zionisten als die ihre gefeierte, im Kampf gegen die Nazis hingerichtete israelische Dichterin Hanna Szenes in ihrem Nachlass als früh enttäuscht über den Aufbau erweist - in Israel will man davon freilich eher nichts wissen. In der Glosse beschreibt Dirk Schümer den Kampf des österreichischen Grünen Ulrich Habsburg-Lothringen, dem seiner adligen Herkunft wegen der Weg zum Bundespräsidentenamt von Rechts wegen verbaut ist. Einen Londoner Vortrag des Autors Will Self über W.G. Sebald hat Gina Thomas gehört. Oliver Tolmein informiert über den erneuten Anlauf des Roger Kusch zur vereinsmäßigen Organisation der Sterbehilfe. Michael Althen schreibt zum Tod der britischen Hollywoodschauspielerin Jean Simmons.
Besprochen werden das Eröffnungskonzert des Berliner Ultraschall-Festivals (Programmübersicht als pdf) mit nicht mehr so Neuer Musik von Dieter Schnebel und Wolfgang Rihm, Jan Bosses Wiener "Othello"-Inszenierung, Alan Simons "Excalibur"-Spektakel in Frankfurt, und Bücher, darunter Jeremy Rifkins Plädoyer "Die empathische Zivilisation" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 25.01.2010
Johannes Willms resümiert eine französische Kontroverse um Yannick Haenels Roman "Jan Karski" über die Rolle des polnischen Widerständlers Karski, der die Amerikaner und Briten als einer der ersten über den Holocaust informierte. Claude Lanzmann, in dessen Film "Shoah" Karski eine große Rolle spielt, und die Historikerin Annette Wieviorka polemisieren gegen den Roman, weil er die Rolle der USA und Englands zu negativ darstelle. Aber ganz von der Hand weisen kann man die Vorwürfe laut Willms nicht: "Angesichts der Fülle und Dichte dieser Informationen kann die gängige Mutmaßung, dass die von den Nazis betriebene systematische Ausrottung von Millionen europäischer Juden den Verantwortlichen in Washington und London schlechthin nicht vorstellbar war, nicht einleuchten." (Hier eine Zusammenfassung des Lanzmann-Artikels aus Le Monde.)
Einigermaßen entsetzt reagiert Christopher Schmidt auf Jan Bosses Inszenierung von Shakespeares "Othello" am Wiener Burgtheater mit Joachim Meyerhoff als schwarz angemaltem Othello: "Meyerhoff gibt den Pimp von Venedig mit goldener Bling-Bling-Armbanduhr, Zuhälter-Sonnenbrille und breitem Minstrelshow-Grinsen. Die gutturale Sprachmelodie, die selbstgenießerische Geschmeidigkeit seiner Bewegungen - die Klischees hängen so schwer an ihm wie die reifen Früchte an einem Affenbrotbaum."
Weitere Artikel Bernd Graff meditiert im Aufmacher über die immer größere und unheimlichere Macht der vernetzten Computer, Profile über uns zu erstellen. Thomas Steinfeld meldet, dass die Scorpions aus Altersgründen ausscheiden wollen, kann dies aber nicht gutheißen und verweist auf andere, weiterhin aktive Rockmusiker ("Keith Richards sieht schon seit vielen Jahren so aus, als habe ein dämonischer Arzt einen Schrumpfkopf zum Leben erweckt"). Helmut Mauro schreibt zum Tod des amerikanischen Pianisten Earl Wild. In den "Nachrichten aus dem Netz" zitiert Niklas Hofmann amerikanischen Spott über die Google-Phobie deutscher Zeitungsverleger. Fritz Göttler schreibt zum Tod von Jean Simmons. Desiree Waibel resümiert ein Münchner Symposion über Avantgarden.
Besprochen werden deutsche Filme beim Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken, neue DVDs, die Ausstellung "The Real Van Gogh - The Artist and His Letters" in London und Bücher, darunter Stephen L. Carters neuer Roman "Schwarz und weiß" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
Auf der Medienseite stellt Werner Bloch das Internetradio ammannet.net vor, "das erste unabhängige, unzensierte und demokratische (Internet-)Radio der arabischen Welt".
Archiv: Heute in den Feuilletons
Arrondierte Männergruppen
18.03.2010. Die FR spekuliert über die Frage,ob Günter Grass von westlichen Geheimdiensten ausspioniert wurde. Im Welt-Interview mit Julia Kristeva stellt sich heraus, das es der Poststrukturalismus mit dem Tod des Subjekts gar nicht so gemeint hat. In der Presse erklärt Andre Müller, warum es für sein Metier von Vorteil ist, ohne Vater aufgewachsen zu sein. In der FAZ warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Twitter und Co. Der Zeit ist eins klar: Wenn Männer Männer missbrauchen, sind auf jeden Fall schon mal Männer schuld. Mehr lesen
Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach
17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten. Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen
Ein Mann wie Winnetou
16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen
Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert
15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Ich war verstört
13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas. Mehr lesen
Zeitung lebt
12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen
Damals war die Zukunft heute
11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen
Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen
10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter, meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen
Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel
09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen
Schwirren und fliegen und sausen
08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen
Denken Sie an Klaviersaitendraht
06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen
Antipathie gegen Beton und Stahl
05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen
Ein Fingernagel in ihrer Suppe
04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen. Mehr lesen
Ein Trost am Rand meines Grabes
03.03.2010. Liao Yiwu schickt seinen deutschen Lesern einen Trauergesang für die Dongxiao - die taz bringt ihn. Philip Gourevitch trägt außerdem im New Yorker einige sehr interessante Links zu Liao bei. Der NZZ geht das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug: Sie fragt, was aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung geworden ist. In Sachen Leistungsschutzrechte spielt die Bundesjustizminsterin im Magazin promedia auf Zeit.In der FR schreibt der chilenische Autor Ariel Dorfman über das Erdbeben. Mehr lesen
Ich saß bereits im Flugzeug
02.03.2010. Die Debatte über Ryszard Kapuscinski geht weiter. Laut Welt war er ein parteilicher Autor, der es mit der Wahrheit nicht so genau nahm. In der NZZ erklärt Martin Pollack, warum er die Biografie nicht übersetzen will - nicht wegen ihrer Wahrheiten, sondern wegen ihres Tons. Die FAZ beklagt den Einfluss der Sammler auf den heutigen Kunstbetrieb. In der SZ fordert Ulrich Johannes Schneider: Digitalisiert die Bücher! Die taz präsentiert die furiose Geigerin Patricia Kopatchinskaja und NPR das neue Album der Gorillaz. Mehr lesen



