Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Allein machen sie dich ein

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

02.01.2010. Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard ist nur knapp einem Mordanschlag entkommen, meldet der Tagesspiegel. In der Welt überlegt Ulla Unseld-Berkewicz, wo man heute als Qualitätsverlag vorne steht. In der FAZ überlegt Geert Lovink, wo man heute im Internet vorne steht. Die SZ portätiert den palästinensischen Wanderer Raja Shehadeh. In der FR demonstriert Ulrich Beck wie man etwas und dann sein Gegenteil behaupten und am Ende trotzdem Recht behalten kann. Der Perlentaucher wünscht seinen Lesern ein frohes und gesundes Neues Jahr!

Der Tagesspiegel, 02.01.2010

Bild zum ArtikelDer dänische Karikaturist Kurt Westergaard, Zeichner der bekanntesten "Mohammed-Karikatur" konnte sich einem Mordversuch mit knapper Not entziehen, meldet der Tagesspiegel mit AFP: Ein 28-jähriger, der Terrorgruppe Al Kaida nahestehender Somalier sei mit einer Axt in das Haus des Zeichners eingedrungen. Westergaard konnte sich in Zimmer seiner Wohnung flüchten und die Polizei alarmieren. Die dänische Polizei überwältigte den Somalier mit Schüssen in die Beine. Den aktuellen Stand der Informationen verfolgt man am besten auf Twitter unter dem Suchwort Westergaard. Aktuelle Reaktionen bei der Google Blogsearch.

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Weitere Medien, 02.01.2010

"This attack will force the Danish secret service Pet to review whether their protection is adequate", meint Malcolm Brabant in BBC News zum Mordanschlag auf Kurt Westergaard, "Mr Westergaard's house was supposed to have been turned into a fortress. The windows were supposed to be blast proof." Die BBC hat inzwischen auch einen Videobericht ins Netz gestellt. Hier der erste Bericht der New York Times. Hier Julian Isherwoods englischsprachiger Bericht auf der Website der dänischen Zeitung Politiken. Hier die Berichterstattung der Jyllands Posten, wo die Karikaturen zuerst erschienen - bislang leider nur auf dänisch. Aktualisiert um 14 Uhr: Lesenswert Yassin Musharbashs Hintergrundartikel in Spiegel Online.

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Die Welt, 02.01.2010

Suhrkamp-Verlegerin Ulla Unseld-Berkewicz überlegt in der Literarischen Welt, wo man heute als Qualitätsverlag vorne steht, angesichts der Konkurrenz der großen Konglomerate und der Digitalisierung. Sie beschwört ein "Bündnis der Nonkonformisten" aus Autoren, Verlagen und Lesern: "Die Profitrate steigt nicht, aber die Werte werden vernichtet. Und trotzdem fallen die Bedrohten unter Autoren und Verlegern nicht aus der Buchwelt, sondern finden sich plötzlich viel näher bei denen, die in den Flurbereinigungskampagnen zu bloßem Kanonenfutter erniedrigt werden sollen: den Lesern. Diese erkennen, da man ihnen die letzten Anlaufstellen für nicht per Marktforschung konzipierte Texte wegnehmen will, dass Eigensinn und Solidaritätsbereitschaft mehr denn je zusammengehören, wo geschrieben und gelesen wird, und dass der Volksmund wahr spricht, wenn er sagt: 'Allein machen sie dich ein.'"


Außerdem: Niall Ferguson verkündet "das Ende von fünfhundert Jahren westlicher Vorherrschaft". Walter Laqueur überlegt - nicht sehr hoffnungsfroh - was das Neue Jahr bringen mag. Marko Martin trifft den israelischen Schriftsteller Nir Baram, dessen Buch "Der Wiederträumer" (Leseprobe) gerade erschienen ist. Wolf Lepenies feiert Jean-Michel Palmiers Studie über Walter Benjamin (Leseprobe) als "das seltene Beispiel einer kritischen Hagiografie". Besprochen werden weiter Alissa Walsers Roman "Am Anfang war die Nacht Musik", Rudolf Kreis' Autobiografie "Die Toten sind immer die anderen", die von Martin Sabrow herausgegebenen "Erinnerungsorte der DDR" und neue skandinavische Krimis.

Philippe Decoufle hat das französische Crazy Horse mit neuen Choreografien modernisiert, berichtet Thomas Hahn im Feuilleton: "Damit treibt er auf die Spitze, was zurzeit den Jet Set wie den Underground gleichermaßen fasziniert: die Wiederkehr des Burlesque-Striptease, die Verbindung von Kunst, Ironie und Sinnlichkeit." Eine Meldung informiert uns, dass Franco Stella für den Bau des Berliner Stadtschlosses jetzt einen neuen Vertrag erhalten hat.

Besprochen wird die große Edward-Burne-Jones-Retrospektive in der Stuttgarter Staatsgalerie.

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Frankfurter Rundschau, 02.01.2010

In Ulrich Becks allmonatlichen "Weltinnenpolitik"-Betrachtungen geht es um den von Deutschland in Afghanistan geführten Krieg oder Nichtkrieg: "Wir haben es in Afghanistan mit dem neuen, weltinnenpolitischen Typus des 'virtuellen Krieges', genauer: mit der sozial konstruierten, selektiven Virtualität des Krieges über Grenzen hinweg zu tun. Mit Baudrillard kann man provokativ sagen, der Afghanistan-Krieg finde gar nicht statt. Die Schwäche seiner These liegt darin, dass der Krieg stattfindet. Die Pointe aber ist: Beide Aussagen sind richtig! Der Krieg fand bis vor kurzem für Andere statt, aber nicht in und für Deutschland. Gleichzeitig existieren nebeneinander 'gefühlter Friede' und "geführter Krieg'... (Es ist übrigens der westliche Blick, der sich in Baudrillards Zuspitzung artikuliert, der Blick, der blind ist für die Opfer der anderen.)"


Weitere Artikel: Harry Nutt blickt voraus aufs Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010. Katrin Hillgruber erinnert an den Schriftsteller Ulrich Becher, der heute seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Werner Girgert referiert die ernüchternden Ergebnisse einer europaweiten Studie zur Mobilität der "Kreativen Klasse". Marcia Pally hat in ihrer US-Kolumne ein paar Uralt-Neuigkeiten, die auch 2010 weiter gelten. Jürgen Otten porträtiert das russische Borodin Quartett. Die Glosse "Times Mager" besteht heute aus der Ballade "Das Trauerspiel von Afghanistan" von Theodor Fontane (erste Strophe: "Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt,/Ein Reiter vor Dschellalabad hält,/"Wer da!" - "Ein britischer Reitersmann, /Bringe Botschaft aus Afghanistan.").

Besprochen werden Bücher, darunter Viola Roggenkamps Roman "Die Frau im Turm" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Neue Zürcher Zeitung, 02.01.2010

Die Schweizer feiern Berchtoldstag, darum gibt es heute keine NZZ.

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Die Tageszeitung, 02.01.2010

Ulrich Gutmair unterhält sich mit der Soziologin Eva Illouz über westliche Gesellschaften im psychosozialen Umbruch und ihre Leitfiguren, wie etwa Oprah Winfrey oder, im Bereich der Fiktion, Tony Soprano: "Tony Soprano ist das, was Soziologen und Anthropologen eine Übergangsfigur nennen, also eine Figur, die verschiedene Welten miteinander verbindet. Tony Sopranos Krise verbindet die alte und die neue Männlichkeit, aber auch die traditionelle Ehe und die neue Form der Ehe. Letztere gründet auf den individuellen Gefühlen und Wünschen der Leute, die sich zusammengefunden haben, weil sie dadurch Befriedigung erfahren. Soprano steht für die Vermittlung zwischen einer hierarchischen und einer demokratischen Ordnung."


Weitere Artikel: Rene Martens besucht einen Stammtisch der Piratenpartei und setzt sich freundlich-kritisch mit der Kulturpolitik der Partei auseinander. In der "Leuchten der Menschheit"-Kolumne fragt Doris Akrap, wie der Nachfolger von Hardt/Negris "Multitude" als Polit-Theorie-Bestseller der Zehner-Jahre aussehen müsste. In der sonntaz führt Martin Reichert ein langes Gespräch mit Reinhold Messner.

Besprochen werden Luke Haines' neue CD "21st Century Man", und Bücher, darunter Helmut Kraussers neuer Roman "Einsamkeit und Sex und Mitleid" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Und Tom.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2010

Bedauerlich findet der niederländische Medientheoretiker und Aktivist Geert Lovink in Bilder und Zeiten die Richtung, die das Internet genommen hat. Das gilt vor allem für den "Traum, im Internet ein anderer sein zu können", der durch die Datensammelei von Unternehmen und Regierungen zerstoben ist. Und doch glaubt er immer noch, dass auch Einzelne im Internet noch Weichen stellen können: "Das große Beispiel dafür ist die freie Software. Die Ideen der Freie-Software-Bewegung sind ausgewuchert in andere Bereiche, ins Musikgeschäft, in die Wissenschaft. Langsam ist das eine ganz breite kulturelle Bewegung. Sie hinterfragt grundlegend Machtstrukturen und ist nicht mehr marginal. Das hätte man vor fünf oder zehn Jahren noch sagen können."


Marie Luise Knott erzählt, wie sie bei ihrer editorischen Arbeit am Briefwechsel von Hannah Arendt und Gershom Scholem in Israel auf ein Gedicht stieß, das der damals siebenjährige Walter Benjamin für seine Tante Clara Stern geschrieben hatte. Wie aber hat es die Zeit überdauert? In einem Fass! "Günther Stern alias Günther Anders, der von 1929 bis 1937 mit Hannah Arendt verheiratet war, hält im März 1948 ('Seit gestern in der Unterwelt!') in seinen 'Tagesnotizen' fest, wie eines Tages drei 'Riesen', zwei davon Farbige, vor der Tür seiner kleinen New Yorker Dachmansarde stehen und sieben überdimensionale Fässer auf seinen Fußboden 'krachen' lassen. Nur zu gerne hätte Stern das Ansinnen zurückgewiesen, doch der Frachtbrief, ausgefüllt in der Handschrift seines verstorbenen Vaters, machte ihm deutlich: Diese Sendung konnte er nicht ausschlagen."

Weitere Artikel: Paul Ingendaay unterhält sich mit dem Büchner-Preisträger Walter Kappacher über dessen Fotoarbeiten. Marie Katharina Wagner hat einen Ortstermin mit Rocko Schamoni im Hamburger Gängeviertel.

Im Feuilleton stellt Detlef Borchers die zehn Prognosen vor, die der IBM-Programmierer Theo Lutz 1987 für das Jahr 2010 aufgestellt hat. Nur Prognose 9 hat sich nicht erfüllt: "Datenschutz wird als Bürgerrecht akzeptiert und respektiert sein." Albrecht Müller  bittet "um einen neuen Willy Brandt". In der Glosse erzählt Karen Krüger, dass die Türken Neujahr immer öfter mit einem Weihnachtsbaum und Geschenken feiern. Jürgen Dollase isst in Klaus Erforts "Gästehaus" in Saarbrücken. Oliver Jungen schreibt zum Tod des Philologen Gero von Wilpert. Auf der letzten Seite beschreiben Verena Lüken, Rainer Hank und Christian Eichler Fall und Wiederauferstehung dreier Männer: Mickey Rourke, ein Investmentbanker und Jupp Heynckes.

Auf der Schallplatten- und Phono-Seite geht's um den Country-Musiker Jim Lauderdale (hier), die polnische Sopranistin und Komponistin Agata Zubel, CDs von Brendan Benson, Vampire Weekend und Patty Moon sowie neue Diabelli-Variationen von Franz Hummel.

Besprochen werden außerdem Bücher, darunter Amos Oz' "Geschichten aus Tel Ilan" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

In der Frankfurter Anthologie stellt Michael Lentz ein Gedicht von Helga M. Novak vor:

"der Pilzfreund
wie Morgenröte flach über die Sandwege schlendert
und die Ränder vergoldet
wie der Specht in die Borke haut
wie der Pilzfreund von der vereinbarten Route abweicht
..."

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Süddeutsche Zeitung, 02.01.2010

Thorsten Schmitz portätiert den palästinensischen Wanderer Raja Shehadeh, der nun auch ein Buch über seine Wanderungen geschrieben hat: "Seit fast dreißig Jahren macht er jeden Freitag das, was kein Palästinenser macht: Er wandert. Geht spazieren. Läuft. Schlendert. Marschiert. Bergauf und bergab, über Steine hinweg und durch Ginsterbüsche hindurch, an Schafherden und Oreganobüschen vorbei. Das Wandern ist Shehadehs Lebenselixier und Überlebensstrategie in einem Gebiet, in dem Israel darüber entscheidet, welcher Palästinenser wohin darf."


Weitere Artikel: Richard Fleming macht uns mit den Künstlern der Grand Rue von Port-au-Prince, der Hauptstadt Haitis, bekannt, die in diesem Herbst ihr eigenes Festival "Ghetto Biennale" veranstalten. Andrian Kreye kommentiert den Schweizer Streit um deutsche "Gastakademiker", die von der SVP öffentlichkeitswirksam als "ausländische Ellenbögler" beschimpft worden sind. Georg Diez liest Internet-Spam als "Gegenwartsroman".

Im Aufmacher der SZ am Wochenende deutet Gerhard Matzig den "Burj Dubai", seines Zeichens höchstes Haus der Welt, als Symbol einer vergangenen Zeit. Arne Perras erzählt die gut ausgegangene Geschichte des afrikanischen Flüchtlingsjungen Nadschibu. Von einem Besuch beim Dichter Ror Wolf berichtet Hilmar Klute. Der Regisseur Leander Haußmann erinnert sich unterm Titel "Call of Duty" an die Gegenwart. Auf der Historien-Seite geht es um den Luftkrieg gegen Deutschland. Vorabgedruckt wird unter der Überschrift "Die Näherin von Soreni" ein Auszug aus Michela Murgias Debütoman "Accabadora". Maxi Leinkauf unterhält sich mit der Autorin Catherine Millet über "Eifersucht".

Besprochen werden Christoph Marthalers Baseler Inszenierung von Jacques Offenbachs "Großherzogin aus Gerolstein", ein Konzert der Münchner Philharmoniker unter Christian Thielemann mit Mendelssohn und Wagner, eine Ausstellung mit Fotografien des Bernd-Becher-Schülers Boris Becker in Köln, Jeff Nichols' Film "Shotgun Stories", die in Frankreich erstmals erschienene gesamte Korrespondenz von Louis-Ferdinand Celine und weitere Bücher, darunter Annegret Helds Geheimdienstroman "Fliegende Koffer" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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