Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Querbeet die Faust im Sack
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
30.11.2009. Das Schweizer Minarett-Verbot wird allenthalben mit Entsetzen bis Befremden kommentiert. Die Blogs kopieren Bernd Neumanns Satz, dass es kein Recht auf Privatkopien gibt. In der taz verbittet sich der iranische Regimekritiker Akbar Gandji Einmischung aus dem Westen: "Man kann Demokratie und Menschenrechte nicht von außen einführen." Die FAZ schildert den Streit zwischen Exklusionisten und Inklusionisten in der Wikipedia.
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Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2009
Auf der Meinungsseite kommentiert Rene Zeller den Schweizer Volksentscheid zum Minarett-Verbot eher vorsichtig: "Der Souverän will der Multikulturalität Schranken setzen. Zwar haben die kunterbunten U-17-Fußballer im Ausland aufgetrumpft und im Inland Jubelstürme entfacht. An der Urne hat das Schweizervolk aber nicht nachgezogen. Die in der muslimischen Welt vorherrschenden Anschauungen, das dort praktizierte Frauenbild, der real existierende Fanatismus erzeugten Gegendruck. Das Minarett-Verbot steht nicht ursächlich, sondern stellvertretend für die grassierende Verunsicherung. Damit spielte die Kampagne der Initianten. Die Sorgenfalten waren aber nicht allein SVP-gesteuert. Die Stimmberechtigten ballten querbeet die Faust im Sack."
Im Feuilleton stellt Brigitte Kramer eine neue desillusionierte Generation von lateinamerikanische Schriftstellern vor, zu denen sie unter anderen Santiago Roncagliolo, Karla Suarez, Andres Neumann, Ivan Thays, Junot Diaz, Hector Abad und Piedad Bonnett zählt: "Sie wurden nach 1968 geboren, das Blutbad von Tlatalelco haben sie von ihren Eltern erzählt bekommen, erzogen wurden sie in Militärdiktaturen, erwachsen wurden sie nach dem Mauerfall, geprägt haben sie der Selbstmord Kurt Cobains, die Frauenmorde von Ciudad Juarez, der Irakkrieg sowie Internet und elektronische Musik. Ihre ersten Erinnerungen umfassen die Zeit, in der es mit der Wirtschaft der meisten Länder Lateinamerikas steil bergab ging."
Weiteres: Zu lesen ist eine Rede von Ilija Trojanow über die Bedeutung von Exil und Migration für die Literatur: "Wieso gedeiht Literatur im Exil, selbst wenn der Einzelne darin untergeht?" Ein "Ereignis von kathartischer Wirkung" hat Alfred Zimmerlin beim Lucerne Festival erlebt: Markus Hinterhäuser spielte die sechs Klaviersonaten von Galina Ustwolskaja. Besprochen werden neue Aufnahmen für den Genfer Bruckner-Zyklus des Orchestre de la Suisse Romande.
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Der Tagesspiegel, 30.11.2009
Gerd Appenzeller findet deutliche Worte zur Schweizer Minarett-Entscheidung: "Es ist ein Rückfall hinter die Errungenschaft der Aufklärung, ein Rückschritt in eine Zeit der Ideologien, Glaubensdogmen und Vorurteile, ein krachender Tritt gegen Vernunft und Wissen. Dänische und niederländische Islamhasser haben nun in der Eidgenossenschaft ihre Entsprechung gefunden, das Klima im Land scheint nach dieser Abstimmung genauso vergiftet wie das internationale Ansehen der Schweiz schwer beschädigt."
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Spiegel Online, 30.11.2009
Entsetzt kommentiert Mathieu von Rohr das Schweizer Minarett-Votum: "Dieses vermeintliche demokratische Musterland missachtet das Menschenrecht der freien Religionsausübung und diskriminiert eine einzelne Religionsgruppe, die Muslime. Das Verbot wird folgenschwere Auswirkungen haben - es wird nicht die Integrationsprobleme in der Schweiz beseitigen, aber es wird die Schweiz international vor große Probleme stellen."
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Aus den Blogs, 30.11.2009
In 3 quarks daily beschreibt Randolyn Zinn Frederick Wisemans neuen Dokumentarfilm "La Danse" über das Pariser Opernballett: "Without a pre-conceived idea or narrative arc imposed in advance of shooting, Wiseman is patient and learns as he goes. As is customary in his films, he neither includes interviews, voice-overs nor hints about his process. He observes with the eye of the curious neophyte (like most of his audience will; no previous knowledge of dance is required) to discover what he is truly interested in: the mysterious connection between rehearsal and performance."
(Via Litblogs_net) Die Forderung der Verleger nach einem Leistungsschutzrecht ist aus Sicht der Urheber absurd, schreibt Jörg Wittkewitz in digitalpublic.de: "Die Verleger, die gegenüber dem Gesetzgeber gerade so tun, als ob sie von dem Verwertungsrechte-Kuchen wenig abbekommen, sind in Realität schon sehr nahe dran, über alle denkbaren Verwertungsformen zu verfügen OHNE den Autoren im nachhinein besondere Vergütungen zukommen zu lassen."
(Via Gawker) Man trägt diesen Winter totenblass. In Folge des Vampirbooms ist der Verkauf von hellem Make Up um 200 Prozent gestiegen!
Es ist ja nur eine Frage der Zeit, bis wir mit den Geräten verwachsen. Gizmodo stellt das erste Bluetooth-Headset vor, das man ins Ohr einsetzen kann - mit einem Magneten holt man's wieder raus: 
(Via Digitale Notizen) Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt hat Bundeskulturminister Bernd Neumann den kostenlosen Zugang zu Privatkopien zur Disposition gestellt. Auf die Frage "Soll die bisherige Regelung zur Privatkopie beibehalten werden?" in einem regierungsoffiziellen Interview antwortet Neumann: "Es ist sicher zu früh, sich abschließend zu äußern, hierzu möchte ich zunächst das Gespräch mit den Beteiligten suchen. Man sollte sich aber vor Augen halten, dass es kein 'Recht auf Privatkopie' gibt. Die Informationsfreiheit gebietet auch nicht etwa einen kostenlosen Zugang zu Kulturgütern."
Halb so schlimm, meint Henryk Broder in der Achse des Guten zur Schweizer Minarett-Entscheidung: "Moslems dürfen in Europa Gebetshäuser bauen, Christen in den arabisch-islamischen Ländern dürfen es nicht (von den Juden und anderen Dhimmis nicht zu reden). In Afghanistan und Pakistan droht Konvertiten die Todesstrafe, Touristen dürfen nach Saudi-Arabien nicht einmal Bibeln im Gepäck mitführen. Das sind Zustände, die nicht toleriert werden können."
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Die Welt, 30.11.2009
Das Argument, dass muslimische Länder den Bau von Kirchen untersagen, macht das Schweizer Minarett-Votum nicht besser, meint Clemens Wergin: "Zu Recht sieht die EU dies etwa in der Türkei als wichtige Hürde an für einen Beitritt. Der Westen kann aber nur glaubwürdig für echte Religionsfreiheit in muslimischen Ländern eintreten, wenn er sie auch zu Hause ernst nimmt."
Im Feuilleton fordert der Schriftsteller Michael Kleeberg mehr Anerkennung für die deutschen Soldaten in Afghanistan und mehr Engagement für traumatisierte Kriegsheimkehrer: "Was nicht geht, ist der halbherzige Schlingerkurs, der auf halber Strecke abgebrochene Weg hin zu internationaler Verantwortung, die Tatsache, dass wir Soldaten in ein Kampfgebiet schicken und zugleich zu vertuschen suchen, dass es sie gibt und was sie dort durchmachen. Wir haben Pflichten gegenüber den Staatsbürgern, die wir in Afghanistan und und in Zukunft womöglich noch anderswo im Namen unserer Demokratie in Lebensgefahr bringen."
Weitere Artikel: Ulli Kulke verfolgte ein von der Agentur "Utopia" veranstaltetes Treffen von Wirtschaftsunternehmen, die sich Chancen vom Klimawandel versprechen. Hendrik Werner liest einen Duden-Band über die Sprache des Sports. Jörn Lauterbach schreibt zum Tod von Erich Böhme.
Besprochen werden eine Ausstellung über Federico Fellini in Paris, das Gershwin-Musical "Pardon my English" in Dresden, ein Konzert von Beth Ditto und ihrer Band Gossip und Jette Steckels "Othello"-Inszenierung am Deutschen Theater Berlin.
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Die Tageszeitung, 30.11.2009
Bahman Nirumand spricht mit dem iranischen Regimekritiker Akbar Gandji über die Opposition im Iran: "Der Westen sollte sich nicht einmischen. Man kann Demokratie und Menschenrechte nicht von außen einführen. Das ist die Aufgabe des iranischen Volkes. Schauen Sie, was solche Versuche im Irak und in Afghanistan angerichtet haben."
Im Feuilleton porträtiert Wiebke Porombka den Schriftsteller Lutz Seiler. Rudolf Balmer resümiert die französischen Debatten über die geplante Pantheonisierung Albert Camus'. Besprochen werden Konzerte der Hamburger Klangwerktage (mehr hier).
In tazzwei porträtiert Steffen Grimberg, den ZDF-Intendanten Markus Schächter, der trotz der eigenen Zuordnung zur CDU seinen Chefredakteur Nikolaus Brender tapfer verteidigte. Auf der Medienseite berichtet Grimberg in der gleichen Sache, dass Gegner der Roland-Koch-Entscheidung nun vors Verfassungsgericht ziehen wollen.
Und Tom.
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Frankfurter Rundschau, 30.11.2009
Sylvia Staude unterhält sich mit dem britischen Autor David Peace über seinen neuen Krimi "Tokio im Jahr Null" und seine rhythmische Sprache: "Als Teenager habe ich sehr viele Gedichte geschrieben, und ich empfinde Lyrik noch immer als natürlichere Ausdrucksweise. Ich denke, in mancher Hinsicht ist Lyrik eine wahrhaftigere Abbildung unseres Lebens. Die Gesellschaft, der Alltag sind heute sehr fragmentiert. Der Roman repräsentiert die große Erzählung mit einem Anfang, einer Mitte, einem Ende, und ich kann diese großen Erzählungen nicht mehr erkennen."
Weitere Artikel: In Times mager verortet Judith von Sternburg den Wutanfall an der Grenze zwischen Leidenschaft und Idiotie. Peter Pragal schreibt auf der Medienseite einen ganzseitigen Nachruf auf den früheren Spiegel-Chefredakteur Erich Böhme.
Besprochen werden die Ausstellung "Verlorene Welt des Alten Europa" - über alte Kulturen aus dem Donautal - in der New York University, Jan Neumanns neues Stück "Fundament" im Depot des Staatstheaters Stuttgart und Jossi Wielers Inszenierung von Aischylos' "Promotheus, gefesselt" an der Berliner Schaubühne.
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Süddeutsche Zeitung, 30.11.2009
Thomas Steinfeld kommt in einem kulturkritischen Aufmacher über das Genre der Powerpoint-Präsentation zu dem Ergebnis: "Das Programm ist nur das Instrument. Es ist aber ein Instrument, dessen Formalismen dem Totalitarismus einer ökonomischen Weltanschauung entsprechen."
Weitere Artikel: Klaus Brill verfolgte ein Symposion über "Verfolgung und Vernichtung der Eliten in Polen und der Tschechoslowakei" in der Gedenkstätte Sachsenhausen. Jonathan Fischer berichtet dass der homophobe Reggae-Star Sizzla in München unter den Augen wachsamer Zensoren auftrat ("die Amtsvertreter hatten eigens einen jamaikanischen Übersetzer mitgebracht"). Jörg Häntzschel unterhält sich mit dem "Seinfeld"-Erfinder Larry David, der im jüngsten Woody-Allen-Film mitspielt. Niklas Hofmann erzählt in den Nachrichten aus dem Netz, was er in Malte Weldings Blog über Melancholie und Verfall in der deutschen Blogosphäre gelesen hat. Wolfgang Schreiber berichtet beeindruckt von einem Comeback-Konzert des Pianisten Josef Bulva zwölf Jahre nach einem schweren Unfall an der linken Hand.
Besprochen werden Martin Kusejs Inszenierung von Theo van Goghs satirischem Zweipersonenstück "Interview", neue DVDs, eine Ausstellung des Malers James Ensor in Paris und Bücher, darunter Richard Starks Krimi "Das große Gold" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr)
Auf der Medienseite schreibt der ehemalige Spiegel-Kollege und heutige SZ-Chefredakteur Hans-Werner Kilz den Nachruf auf Erich Böhme. Für die Seite 3 hat Birk Meinhardt die kargen Überreste des Vernichtungslagers Sobibor besucht, wo John Demjanjuk, dessen Prozess heute beginnt, seinen Beitrag zum massenhaften Morden geleistet haben soll.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2009
Jochen Reinecke schildert in einem lesenwerten Hintergrundartikel für die gestrige FAS den Kampf zwischen Exklusionisten (ein böserer Begriff lautet "Relevanznazis") und Inklusionisten in der Wikipedia - wie fast immer sind die Angelsachsen in dem Streit gelassener: "Die englischsprachige Wikipedia geht im Vergleich zur deutschen eher inklusionistisch vor, was sicherlich auch daher rührt, dass sie einen weitaus größeren Autorenkreis hat - und damit zwangsläufig auch der Kreis der Themen größer ist. Auch scheut man in der englischsprachigen Wikipedia weniger, Kurzartikel - sogenannte 'Stubs' - stehenzulassen, auch wenn sie nur vergleichsweise wenige Informationen enthalten: Es könnte ja mal jemand kommen, der sie ausbaut."
Und das Feuilleton von heute: Nach der Entscheidung des ZDF-Verwaltungsrats, wonach Nikolaus Brender sein Amt als ZDF-Chefredakteur abgeben muss, geißelt Michael Hanfeld noch einmal den Einfluss der Politiker auf die öffentlich-rechtlichen Sender und hofft, dass die Grünen die notwendigen Stimmen im Parlament zusammenbekommen, um ein Normenkontrollverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht einleiten zu können. Joseph Hanimann stellt die Pariser Veranstaltungsreihe, die Ausstellung und das Buch vor, mit denen Umberto Eco dem Wesen der Liste auf die Spur kommen will. In der Glosse geht es um die auf der Suche nach Reality-TV-Ruhm befindlichen ungebetenen Gäste im Weißen Haus. Jordan Mejias freut sich über ein musikalisches "Lebenszeichen" der New York City Opera. Von einer Berliner Veranstaltung, bei der deutsche AutorInnen (Terezia Mora, Jan Wagner) Texte britischer AutorInnen (A.L. Kennedy, Robin Robertson) fortsetzten, berichtet Wolfgang Schneider. Gerhard R. Koch meldet, dass der deutsche Komponist York Höller für seinen Orchester-Zyklus "Sphären" den mit 200.000 Dollar dotierten Grawemeyer Award erhält. Matthias Hannemann schreibt zum Tod des Journalisten Erich Böhme. Den Nachruf auf den Religionswissenschaftler Carsten Colpe hat Jürgen Kaube verfasst.
Besprochen werden Martin Kusejs Inszenierung einer Theaterversion von Theo van Goghs Film "Das Interview", der dritte und letzte Strawinsky-Abend des zwangsweise scheidenden Leipziger Ballettdirektors Paul Chalmers, die Ausstellung "Fremde" im Deutschen Historischen Museum in Berlin und Bücher, darunter Michel Foucaults letzte Vorlesungen (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Vom Verenden des Verstehens
26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen
Grenzen spielen eine ambivalente Rolle
25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen
Belebung der Leiber
24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen
Pragmatische Theorie der Tücke
23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus. In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Gelegentlich auch finster und bizarr
22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen
Figur der Jederzeitlichkeit
21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen. Mehr lesen
Auch bei geringsten dynamischen Graden
19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen
Das Theater, es lebt, es lebt
18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen
Sie rezensieren, loben und verbreiten auch
16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen
Viel mit der Hand abgeschrieben
15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen
Von bürgerlichen Medien empfohlen
14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen
Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt
12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen
Auch das Spiel folgt Regeln
11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen
Man versucht, die Revolution herauszuhalten
10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen
Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf
09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen








