Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Selber denken macht fett

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

27.11.2009. Auch die Afrikaner wollen Strom: In der Welt protestiert die ugandische Menschenrechtlerin Fiona Kobusingye gegen die Klimaschützer. In der FR bekennt Jakob Augstein, dass er der Sohn von Martin Walser ist. Die NZZ berichtet über die geplante Pantheonisierung Albert Camus' und ihre Gegner. Die taz und andere Zeitungen kritisieren die für heute geplante Absetzung des ZDF-Chefredakteurs Nikolaus Brender. In der SZ  analysiert der Psychologe Peter Kruse die Angst  Frank Schirrmachers vorm Kontrollverlust durch das Netz.

Die Welt, 27.11.2009

In einem furiosen Artikel auf der Forumsseite wendet sich die ugandische Menschenrechtlerin Fiona Kobusingye gegen Al Gore und den Diskurs der Klimaschützer: "Die durchschnittliche Lebenserwartung in Afrika ist niedriger als in den Vereinigten Staaten und Europa vor 100 Jahren. Aber uns Afrikanern wird gesagt, wir sollten uns nicht entwickeln, keinen Strom oder Autos haben, denn jetzt, da diese Länder reicher sind, als Afrikaner sich das überhaupt vorstellen können, machen sie sich über die globale Erwärmung Sorgen. Al Gore und der UN-Klima-Chef Yvo de Boer sagen uns, die Welt braucht eine Energiediät. Nun, ich habe Neuigkeiten für sie. Afrikaner sind bereits mitten drin in der Reduktionsdiät: Wir verhungern!"


Im Feuilleton erinnert Jenni Roth an den Beginn von Stalins Krieg gegen Finnland vor siebzig Jahren, den Stalin verlor, weil die Finnen noch größere Virtuosen des Winters waren als die Russen. Kai-Hinrich Renner vermutet, dass der ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender trotz zahlreicher Proteste heute wohl von der CDU abgesägt wird. In der Leitglosse staunt Peter Dittmar über Fantasiepreise für wertlosen Plunder, die auf Auktionen immer dann erzielt werden, wenn er Prominenten gehörte. Gabriela Walde annonciert das große Berliner Ausstellungsereignis des Jahres 2011 - "Gesichter der Renaissance", eine Kooperation der Berliner Museen mit dem Metropolitan Museum in New York und weiteren internationalen Sammlungen. Olaf Neumann unterhält sich mit Campino von den Toten Hosen über Konzerte, die die Band vor dem Mauerfall heimlich in der DDR gab. Hanns-Georg Rodek gratuliert dem Regisseur Peter Lilienthal zum Achtzigsten. Manuel Brug hat neue Choreografien klassischer Ballette in Karlsruhe und Zürich gesehen. Abgedruckt wird die Rede des Kardinals Lehmann zur nunmehr friedlich abgewickelten Entgegennahme des Hessischen Kulturpreises.

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Frankfurter Rundschau, 27.11.2009

Ulrike Simon stellt in einem Porträt den Journalisten und Freitag-Herausgeber Jakob Augstein etwas richtig: Der Mann ist gar kein berühmter Journalisten-Sohn, sondern berühmter Schriftstellersohn. "Rudolf Augstein, 2002 gestorben, war zwar Jakobs gesetzlicher Vater. Nicht jedoch sein leiblicher. Das war Martin Walser, der 82-jährige, am Bodensee lebende Schriftsteller. Ja, sagt Jakob Augstein: 'Das ist lange bekannt, und ich bestätige Ihnen das gerne.' Maria Carlsson hatte Rudolf Augstein und Martin Walser einst miteinander bekannt gemacht. Jeder für sich gilt als großer Mann der deutschen Nachkriegszeit. Die beiden waren befreundet, sie teilten ihr Wissen."


Werner Girgert beschreibt die schöne neue Welt von London, wo es zwar keine bezahlbaren Wohnungen mehr gibt, dafür jede Menge piekfeiner Ausgehzonen: "Die fortschreitende Enteignung des öffentlichen Raums in Gestalt seiner exklusiven Reinszenierung lässt sich am Südufer der Themse, einem ehemaligen Industrie- und Hafenareal, hautnah erleben. Auf der ausgebauten Promenade mit Publikumsmagneten wie der Tate Modern, einem Design-Museum und dem Globe Theatre ist nur geduldet, wer den Ordnungs- und Sauberkeitsvorstellungen der Allianz aus Investoren und Politik genügt. Hinweistafeln informieren über nicht toleriertes Verhalten jenseits von Konsum und Kommerz. Videokameras wachen darüber, dass unerwünschte Nutzergruppen sich nicht breit machen, Bettler oder Straßenhändler sucht man hier vergebens."

Weiteres: Harry Nutt berichtet von einer Berliner Tagung über die Deutschen. Harald Keller trauert um den insolventen Auto-Zulieferer Karmann, dem die Welt den VW-Sportwagen Karmann Ghia verdankte. Besprochen werden die Konzerte der Kölner MusikFabrik und Rainald Goetz' Bericht aus dem Kulturleben "loslabern"

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Neue Zürcher Zeitung, 27.11.2009

Marc Zitzmann berichtet von den widerstrebenden Reaktionen auf Nicolas Sarkozys Pläne, Albert Camus ins Pantheon zu überführen: "Fachautoritäten wie der Camus-Biograf Olivier Todd oder der Journalist Jean Daniel, ein Freund des Schriftstellers, haben sich schon jetzt klar gegen Sarkozys Ansinnen ausgesprochen. Der Philosoph Michel Onfray rief gar den Präsidenten auf, sich zu Camus' Werten zu bekehren: etwa zur Wertschätzung der Rolle der Gewerkschaften oder zum Kampf für die Kleinen, Armen und Vergessenen im Geist eines libertären Sozialismus. Die Forderung, der Saulus möge sich zum Paulus wandeln, ist gewiss realitätsfremd und zudem kein Argument gegen Camus' 'Pantheonisierung' - ein Präsident muss die Werte derer, die er ehrt, ja nicht teilen. Aber grundsätzlicher zeugen solche Stellungnahmen von der Angst, Camus werde einbalsamiert und entschärft."


Weiteres: Joachim Güntner gibt den gegen die Bologna-Reform protestierenden Studenten ein wenig Schützenhilfe, zumal sie keine gesamtrevolutionären Anwandlungen pflegen und erinnert unter anderem an Hannah Arendts schöne Maxime: "Selber denken macht fett." Jonathan Fischer lässt sich von der oberbayrischen Kapelle La Brass Banda ihren Erfolg so erklären: "'Die Leute haben einfach wieder Lust auf Musik mit Dreck drin - Handfestes, das sie auf tieferer Ebene berührt.'"

Besprochen werden Alban Bergs "Wozzeck" in einer Eigenproduktion im Moskauer Bolschoi-Theater und Peter Brooks Inszenierung von "Eleven and Twelve" in Paris.

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Die Tageszeitung, 27.11.2009

Es gehe um nicht weniger als journalistische Unabhängigkeit meint Ines Pohl auf der Meinungsseite über das Geschachere um die Ablösung von ZDF-Chef Nikolaus Brender. Und findet: "So ist nicht nur das intrigante Vorgehen von Roland Koch skandalös, sondern vor allem das Verhalten der sogenannten gesellschaftlichen Gruppen in den ZDF-Gremien. Sie haben die Pflicht, die Gesellschaft und deren Interessen zu vertreten. Ihr Stillhalten belegt indes, dass sie sich längst zum politischen Stimmvieh haben degradieren lassen. Dass sie zur Causa Brender so beredt schweigen, sagt alles. Das ist der Skandal."


Auf den Tagsthemenseiten untersucht Steffen Grimberg die Rolle von Roland Koch in der Geschichte und sieht die Drahtzieherin im Kanzleramt sitzen. Und mit Max Büch schreibt er über die "Mär von der Staatsferne" im öffentlichen Fernsehen sowie die Initiative von über dreißig Juristen, die von Karlsruhe eine Prüfung der Einflussnahme von "Granden von SPD und Union" im ZDF-Verwaltungsrat fordern.

Im Kulturteil spricht die britische BBC-Moderatorin Mary Anne Hobbs über ihre wöchentliche Kultsendung "Experimental Show" und ihre neue, inzwischen dritte Compilation "Wild Angels". Besprochen werden der Film "Nokan - Die Kunst des Ausklangs", worin der Regisseur Yojiro Takita sehr einfühlsam von der Kunst des Bestattens und der Zeremonie des Abschiednehmens erzählt, und die neue CD "What Will We Be" des kalifornischen Sängers Devendra Banhart.

Und Tom.

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009

In einer versöhnlichen Rede bedankt sich der Autor Navid Kermani für die Zuerkennung des Hessischen Kulturpreises, ohne doch von seiner Kritik an Roland Koch oder am Zentralrat oder seinem umstrittenen Text zum christlichen Kreuz etwas zurückzunehmen. Den tieferen Grund für den Konflikt erkennt er freilich in einer Rollenverwechslung. Seine Guido-Reni-Deutung war ein literarischer Text, und keineswegs, auch wenn sie von vielen so aufgefasst worden sei, eine Äußerung, die er als Repräsentant einer Religion getan hätte: "Beinah könnte man darüber lachen: Ausgerechnet ich bin in die Identitätsfalle getappt, die ich zuvor in meinen Essays beschrieben hatte. Ja, ich bin Muslim, und ja, ich bin Schriftsteller. Aber ich bin kein muslimischer Schriftsteller. Die einzige Gemeinschaft, der ich als Schriftsteller angehören möchte und vom heutigen Abend an hoffentlich wieder ausschließlich angehören werde, ist weder Nation noch Konfession. Es ist eine Literatur. Ich bin ein deutscher Schriftsteller."


Auf der Medienseite warnt Oliver Jungen vor der Wiederkehr staatlicher Lenkungs- und Disziplinierungsmechanismen im Internet. Er leitet den Text mit einer Beschreibung dessen ein, was dadurch in Gefahr gerät: "Das Internet ist die bedeutendste Erfindung des zwanzigsten Jahrhunderts: eine friedliche Revolution im Geiste der Dezentralisierung, die größte Stimulation, die der Weltgeist je erfahren hat... Und doch konnte man hierzulande ... letzthin den Eindruck gewinnen, es handele sich um einen Tummelplatz von Räubern, Terroristen und Triebtätern. Nicht nur die Netzgemeinde argwöhnt, dass es bei der rhetorischen Degradierung des Internets zum digitalen Bahnhofsviertel darum ging, den staatlichen Zugriff auf das System zu erleichtern." (Am Ende setzt sich Jungen dann aber wieder aufs FAZ-Steckenpferd und reitet gegen Google und die Öffentlich-Rechtlichen.)

Weitere Artikel: Martin Thoemmes berichtet von einer deutsch-dänischen Tagung zum Thema "1864 - und der lange Schatten der Geschichte" in Kopenhagen. Einen Vortrag des Neuroästhetikers Semir Zeki in Berlin hat sich Mara Delius angehört. In der Glosse kritisiert Dieter Bartetzko die "Gewinnmaximierungs"-Fixierung der Bahn, die sich an den Zerstörungsplänen fürs potenzielle Weltkulturerbe Stuttgarter Hauptbahnhof mal wieder manifestiere. Bartetzko gratuliert auch dem Deutschen Architektur Museum (Website) in Frankfurt zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen.

Besprochen werden die deutsche Erstaufführung von Christopher Wheeldons "Schwanensee"-Choreografie, Sandra Nettelbecks in den USA gedrehter Film "Helen" und Bücher, darunter Robert Harris' zweiter Teil seiner Cicero-Biografie "Titan" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 27.11.2009

Haben wir gestern zu spät gesehen. Johannes Kuhn interviewt den Psychologen Peter Kruse zu den Thesen Frank Schirrmachers in seinem neuen Buch "Payback" ("Das Internet zermanscht uns das Gehirn"): "Auf nahezu jeder Seite von 'Payback' spürt man das Unwohlsein des Autors angesichts des realen oder befürchteten Kontrollverlustes: Herr Schirrmacher vertritt offenkundig die Idee, dass es die Aufgabe des Individuums ist, sich die Welt untertan zu machen, sie zu beherrschen oder wenigstens zu bewältigen - alles eine Frage guten Managements."


Gleich zwei Ausstellungen in Frankfurt ermöglichen die Wiederentdeckung des sehr jung verstorbenen Künstlers Peter Roehr. Es ist dafür, findet Holger Liebs, höchste Zeit: "Er war noch nicht mal zwanzig, da hatte Roehr das Formprinzip gefunden, das er zeitlebens verfolgte. Er dachte in Serien. Er montierte vom Paketaufkleber bis zur VW-Radkappe ausschließlich vorgefundene Alltagsware, industrieerzeugt, zu beinahe immer quadratischen Formaten. Er schaffte den formerfindenden Künstler in sich ab, tötete das Individuum, den Autor, der Tafelbilder mit der Hand produziert."

Weitere Artikel: Gerhard Matzig glaubt zwar, dass das Architekturstudium grundlegend verändert gehört - mit der bloßen Forderung der Bundesarchitektenkammer nach Verlängerung der Studienzeit ist es seiner Ansicht nach freilich nicht getan. Warum der Streit um Erika Steinbach vor allem den polnischen Nationalisten nützt, erklärt Thomas Urban. Rainer Gansera gratuliert dem Filmemacher Peter Lilienthal zum Achtzigsten.

Besprochen werden die Aufführung von Hans-Werner Kroesingers Dokutheater-Stück "Ruanda Revisited" beim Impulse-Festival in Düsseldorf und Köln, ein Konzert der Fado-Sängerin Cristina Branco in München, Chris Weitz' Stephenie-Meyer-Verfilmung "New Moon", das Videospiel "Call of Duty: Modern Warfare 2" und Bücher, darunter Barney Hoskyns' 700-Seiten-"Tom Waits"-Biografie (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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