Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 09.02.2010, 16.23 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Errichtung einer Kulturpolizei

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

17.11.2009. In der Welt schreibt Paul Lendvai über den rasenden Antisemitismus der Imre-Kertesz-Gegner in Ungarn. Die FR ist traurig über Minsk: Moderne Geschmacklosigkeiten schwächen den Brutalismus der Stadt. In der taz macht der Medizinhistoriker Klaus Bergdolt keine Hoffnung: Wäre die Schweinegrippe ernst, würden wir Kranke isolieren. Es ist November. In China übernimmt das Wetterveränderungsamt die Verantwortung, berichtet die FAZ.

Die Welt, 17.11.2009

Mit seiner Kritik an Ungarn hat der Schriftsteller Imre Kertesz offenbar in ein Wespennest gestochen. "Die alten Laster der Ungarn, ihre Verlogenheit und ihr Hang zum Verdrängen, gedeihen wie eh und je", hatte der Nobelpreisträger vor kurzem in einem Interview mit der Welt gesagt. Jetzt schäumt Ungarns Rechte natürlich, berichtet Paul Lendvai: "Dieser Tage rief das Wochenblatt Magyar Demokrata (Ungarischer Demokrat) zur 'Errichtung einer Kulturpolizei' auf, bestehend aus drei- bis vierköpfigen Sonderkommandos. Diese sollen die Bücher 'linksliberaler Landesverräter' (György Spiro, György Konrad, Peter Esterhazy und Peter Nadas) aus den Bibliotheken entwenden und, wenn dies nicht möglich ist, die Blätter zumindest beschmieren und zerreißen. 'Wir sollten keine moralischen Hemmungen haben. Diese Leute sind Mörder, ihre Gifte sind aus unserem Organismus auszurotten', forderte der Redakteur des Blattes und rief 'zum Kampf, zum heiligen Krieg' auf. Angesichts der Empörung in und außerhalb Ungarns versuchte der Chefredakteur die beispiellosen Angriffe gegen die herausragenden und - mit der Ausnahme Esterhazys - jüdischen Autoren als eine 'witzige Betrachtung' hinzustellen. All das ... mag nur die Spitze des Eisbergs sein. Mit den Worten György Konrads: 'Die Freiheit erscheint als die Freiheit des Neofaschismus.' Die Juden in Ungarn haben (wieder) Angst." (Hier eine Übersetzung des Pamphlets)


Weiteres: In der Randspalte berichtet Stefan Grund, dass die Besetzung des Hamburger Gängeviertels Wirkung zeigt: Die Stadt will die Häuser vom holländischen Investor zurückkaufen. Besprochen werden eine Solofassung von "Richard II." in Hamburg, die Uraufführung von Michael Frayns Stück über Max Reinhardt in Salzburg, Van Dyke Parks' Konzert in Berlin und Michael Crichtons im Nachlass entdeckter Roman "Gold", Robert Crumbs Comic "Die Bibel".

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Frankfurter Rundschau, 17.11.2009

Katrin Hillgruber reist mit litauischen Künstlern im Rahmen des Festivals European Borderlands nach Minsk, wo sie sich von Arthur Klinau durch die Stadt führen lassen. "Pfeilförmig führt der kilometerlange Boulevard der Unabhängigkeit nach Osten, Richtung Moskau. Die Prachtbauten werden nachts grell angestrahlt, es herrscht mustergültige Sauberkeit. In einem Außenbezirk ist die hypermoderne Nationalbibliothek wie ein eckiger Ufo gelandet. Artur Klinau behauptet, Stalin habe während der deutschen Besatzung ab 1941 gezielt Minsk und damit seine eigenen Landsleute bombardieren lassen, um Platz für seine Paläste zu schaffen. Klinau ist auch Autor des ebenso analytischen wie schwärmerischen Essays 'Minsk - Sonnenstadt der Träume'. Der Titel 'Sonnenstadt' bezieht sich auf Tommaso Campanellas Utopie vom Sonnenstaat und wurde 1961 offiziell proklamiert. Doch das Ensemble, das maßgeblich durch den Architekten Iosif G. Langbard geprägt wurde, ist in Gefahr. Denn mit dem freien Markt kam die Geschmacklosigkeit." (Hm, vielleicht ist etwas Geschmacklosigkeit aber auch genau das, was dem niederdrückenden Betonbrutalismus von Minsk fehlt?)


Weitere Artikel: Christoph Schröder berichtet über den Open-Mike-Wettbewerb in Berlin. Frithjof Schwartz erinnert an den vor 400 Jahren gebornen Ludwig von Siegen, Erfinder der grafischen Drucktechnik Mezzotinto. In Times mager bewundert Natalie Soondrum Abschied die sensationellen Abgänge ihrer weiblichen Verwandten. Auf der Medienseite kommentiert Harry Nutt die Trauerfeier für Robert Enke. Björn Wirth resümiert einen Arte-Themenabend über die Folgen einer beschleunigten Arbeitswelt.

Besprochen werden Barrie Koskys "matte" Inszenierung von Wagners "Rheingold" in Hannover, Calixto Bieitos Inszenierung von Janaceks "Totenhaus" in Basel und Bücher, darunter ein Band von Ivan Nagel über "Gemälde und Drama" und John Burnsides Roman "Glister" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).



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Aus den Blogs, 17.11.2009

Google Books allerorten. Michael Arrington kommentiert in Techcrunch den Streit zwischen google und der Open Book Alliance: "Google says they're saving humanity, or something close. Which is probably a stretch. Their opponents, fueled by donations from Google competitors (among others), says Google wants to "establish a monopoly over digital content access and distribution..."


Carta hat eine interessante Debatte aus dem Insitut für Medien- und Kommunikationspolitik aufgezeichnet, bei der Springer-Geschäftsführer Christoph Keese mit Markus Beckedahl von Netzpolitk und Autor Matthias Spielkamp irights.info über Leistungsschutzrechte diskutierten.

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Der Tagesspiegel, 17.11.2009

Auf den vorderen Seiten stellt Verena Mayer die Arbeit der Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen vor, die auch die Beweise gefunden hat gegen John Demjanjuk, "mutmaßlicher Wachmann im Vernichtungslager Sobibor, nach dem Krieg in die USA ausgewandert. Der Vorwurf lautet, dass 27 900 Menschen in Sobibor ermordet wurden, als Demjanjuk dort Dienst hatte, zwischen März und September 1943. Sie mussten sich ausziehen und wurden von den Wachleuten mit Bajonetten in die Gaskammern getrieben. Ein Wachmann warf einen Motor an, die Menschen erstickten an den Abgasen. Ab dem 30. November wird gegen Demjanjuk, der die Vorwürfe abstreitet, in München der Prozess eröffnet. Die Beweislage sei gut, sagt [leitender Oberstaatsanwalt] Schrimm."


Im Kulturteil gibt es ein Interview mit dem Regisseur Joel Zito Araujo, der einen Film über Sextourismus in Brasilien gedreht hat. Und Christina Tilmann bespricht Birgit Schulz' Dokumentarfilm "Die Anwälte" über Schily, Ströbele und Mahler.

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Die Tageszeitung, 17.11.2009

Wenig Hoffnung macht der Medizinhistoriker Klaus Bergdolt im tazzwei-Gespräch mit Matthias Lohre für den Fall einer Epidemie, die weniger glimpflich verläuft als die Schweinegrippe: "Entgegen allen politisch korrekten Beteuerungen würde unsere Gesellschaft im Ernstfall vermutlich eine utilitaristische Abwägung treffen. Das Ergebnis wäre: Wer zu einer Minderheit gehört, welche die Mehrheit tödlich bedroht, muss isoliert werden."


Im Feuilleton liest David Kleingers eine Studie des Filmwissenschaftlers Tobias Nagl über Rassismus im Kino der Weimarer Zeit. Wiebke Porombka verfolgte den 17. "Open Mike"-Wettbewerb in Berlin, wo es auch eine taz-Publikumsjury gab. Besprochen werden ein Auftritt Sasha Waltz' und ihrer Compagnie bei der Eröffnung des neuen Museums für moderne Kunst in Rom und ein Konzert Van Dyke Parks' in Berlin.

In tazzwei finden wir eine neue Episode aus dem extrem heroischen Kampf der taz gegen die Springer Presse: "Ein Wandfries von Peter Lenk an der Fassade der taz in Berlin polarisiert. Muss die Plastik eines nackten Kai Diekmann mit meterlangem Penis an der Wand hängen?"

Und Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 17.11.2009

Andrea Köhler feiert das zehnjährige Bestehen der Buchreihe NYRB Classics, die all die Trouvaillen wieder herausgibt, die auf dem amerikanischen Buchmarkt nicht mehr zu haben waren:  "Neben der ästhetisch gelungenen Aufmachung der Paperbacks ist es besonders die breite Palette an Genres, die diese Serie so attraktiv macht. Charles Duffs 'A Handbook of Hanging' (mit einem Vorwort von Luc Sante) steht neben Prosa von Henri Michaux oder Robert Burtons 'Anatomie der Melancholie'."


Weiteres: Lutz Windhöfel gratuliert der Architektin Silvia Gmür zum Siebzigsten. Abgedruckt ist eine Rede der Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey über Calvin, die Freiheit und die Gerechtigkeit.

Besprochen werden die Ibsen-Stücke "Rosmersholm" und "Nora" in Paris, Lydia Davis' Roman "Das Ende der Geschichte", Ignacio Martinez de Pisons Roman "Milchzähne" und Christoph D. Brummes Reisereportage "Auf einem blauen Elefanten" (mehr ab 14 Uhr un inserer Bücherschau des Tages).

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Süddeutsche Zeitung, 17.11.2009

Nach seinem Erfolg in Sachen Google Book Settlement bekommt Europa schon wieder andersrum kalte Füße, berichtet Johanes Boie: "Der Erfolg für die deutschen Verlage und andere Rechteinhaber birgt auch die Gefahr dauerhafter Rückständigkeit. Denn Google ist - so sehr dies hinsichtlich der Monopolgefahr bedenklich stimmen mag - eine der treibenden Kräfte, die die Welt ins digitale Zeitalter bewegen. Kulturgüter, die bei diesem Prozess nicht mitgenommen werden, laufen Gefahr, in Vergessenheit zu geraten." (Mehr zum Thema im Archivalia-Blog und im Gruppenblog irights.info.)


Weitere Artikel: Jens Bisky schildert im Aufmacher, wie die Stadt Dessau unter Aufbietung all ihrer kulturellen Kräfte (Bauhaus, Kurt-Weill-Fest, Theater) wieder Anziehungskraft gewinnen will: "Die Stadt gibt etwa 12,5 Prozent ihres Haushalts für Kultur aus, etwa 20 Millionen Euro im Jahr. Das ist weit mehr als die im Bundesdurchschnitt üblichen drei bis acht Prozent." In der "Zwischenzeit" kommentiert Evelyn Roll die fortgesetzten Äußerungen des Regisseurs Roland Emmerich, man könne in in einem Katastrophenfilm die Kaaba nicht untergehen lassen - aus Angst vor einer Fatwa: "Der Film hat also gute Chancen, als wirklicher Katastrophenfilm in die Geschichte einzugehen. Als intellektuelle Katastrophe." Johan Schloemann stellt umfassende kulturelle Initiativen der Onassis-Stiftung vor, die Griechenland und Athen auch mal wieder in positiveres Licht stellen sollen. Lothar Müller schildert Konflikte im Deutschen Literaturarchiv Marbach um eine von deren Leitung gewünschte Satzungsänderung. Diese würde ihr gegenüber dem "Volk" der Schillergesellschaft weitreichendere Befugnisse geben - das Dumme ist nur: Das Volk stimmt dagegen. Jean-Michel Berg verfolgte den 17. "Open Mike" (mehr hier) der Berliner Literaturwerkstatt.

Auf der Medienseite stellt Caspar Dohmen einen Vorschlag der Post für ein Micropayment-System vor, das Verlagen bei der Vertreibung ihres "Paid contents" helfen könnte.

Besprochen werden die Ausstellung "Daniel Hopfer - Ein Augsburger Meister der Renaissance" in München, die Ausstellung "Realite abstraite" des Malers Albert Oehlen in Paris, Shakespeares "Richard II." in der Regie Sven-Eric Bechtolfs im Hamburger Thalia Theater und Bücher, darunter Urs Widmers neuer Roman "Herr Adamson" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2009

Mark Siemons erläutert, warum sich die Allmacht der chinesischen Regierung jetzt schon in ihrer Verfügung übers Wetter äußert: "Interessant ist, dass man in der chinesischen Öffentlichkeit ganz selbstverständlich damit zu rechnen scheint, dass das Wetter keine höhere Gewalt ist, sondern eine Regierungsmaßnahme wie jede andere. Schuld daran ist eine Regierungsinstitution namens 'Wetterveränderungsamt', die in den letzten Jahren verstärkt die Verantwortung für alle möglichen Wechselfälle des Himmels übernimmt, am prominentesten bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele, als sie dafür gesorgt haben will, dass die über der Stadt lastenden Gewitterwolken sich nicht entluden."


Weitere Artikel: Für großen Ärger bei spanischen Konservativen sorgen, wie Paul Ingendaay berichtet, Sexualaufklärungsveranstaltungen von staatlicher Seite, die von Religiösen und Rechten als "Masturbationsworkshops" verunglimpft werden. In der Glosse widmet sich Jürgen Kaube den "Krachern" und "Blindgängern" des "Fatalitätsministers" Brüderle. Irene Bazinger hat das Richtfest der Berliner Staatsoper im Ausweichquartier Schillertheater besucht. Beim diesjährigen Berliner "open mike" hat Wolfgang Schneider viele Opa-Geschichten gehört, gute darunter - und bessern noch gefiel ihm die Lyrik. Joseph Hanimann stellt neue Studien zum Kultur- und Medienrezeptionsverhalten in Frankreich vor. Dirk Schümer informiert über die Entdeckung eines in einem "Bacchus"-Gemälde versteckten Caravaggio-Selbstporträts per "Multispektral-Reflektografie".

Besprochen werden Sven-Eric Bechtolfs solistischer Auftritt als Richard II. am Hamburger Thalia-Theater ("dieser eine Mann ist hier ein ganzes, großes Theater", schwärmt Gerhard Stadelmaier), die Kölner Uraufführung von Wolfgang Rihms "ET LUX"-Requiem, ein Wayne-Shorter-Konzert in der Alten Oper Frankfurt, die Ausstellung "Bauhaus 1919-1933" im New Yorker Museum of Modern Art und Bücher, darunter Hanns-Josef Ortheils Liebeserklärung "Rom. Eine Ekstase" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Notschrei eines blutjungen Originalgenies

09.02.2010. Das Wall Street Journal attackiert das "German Cultural Appeasement". Das Chinese Law Prof Blog bringt Liu Xiaobos Rede vor dem Gericht, das ihn zu elf Jahren verurteilte: eine Weigerung zu hassen. Die FR bejubelt das Comeback des Gil Scott-Heron. Die FAZ bringt: Hegemann - Hermeneutik und Kritik. Die NZZ bilanziert die Auswirkungen des Erdbebens auf die Kulturlandschaft Haitis.  Und die Welt fragt: Was machen Niall Ferguson und Ayaan Hirsi Ali denn da? Schmusen die? Mehr lesen

Härteste Türpolitik

08.02.2010. Das Blog Gefühlskonserve hat herausgefunden, dass Helene Hegemanns Roman "Axolotl" ein bisschen arg von dem Untergrundroman "Strobo" des Bloggers Airen inspiriert ist. Große Aufregung! Vielleicht lernen die aus dem Internet jetzt auch, was Urheberrecht ist, hofft die FAZ. In der FR beschreibt der italienische Staatsanwalt Roberto Scarpinato, wie Zersetzung des Staats und Aufstieg der Mafia zusammenhängen. Inszenierung des Wochenendes: Koltes' "Quai West" in der Regie von Andrea Breth in Wien. Mehr lesen

Verhängt die Fenster

06.02.2010. In der FAZ sieht Stephen Baker das menschliche Gehirn auf dem Rückzug. Die NZZ fragt, ob Apple das Internet in kleine herstellerabhängige Netze zerschlagen wird. Die Welt trifft die Deutschen in der Kälteregion des Daseins. Die taz erkennt mit Thea von Harbou auf die List der Geschichte. In der FR beklagt Ulrich Beck die McDonaldisierung der Universitäten. Der Tagesspiegel begibt sich auf die Spur des Clans, der Hatun Sürücü ermorden ließ. Und im Perlentaucher unterstützt Herta Müller die Forderung nach dem Friedensnobelpreis für Liu Xiaobo. Mehr lesen

Pneumatische Prozesse

05.02.2010. Die Welt staunt über Pat Metheny, der sich mit großem Tüftleraufwand ein Orchestrion zusammenbauen ließ. In der NZZ denkt Thomas Hettche über das Soldatische, aber auch über den Pergamon-Altar nach. Die FR fordert ein Wahlrecht für Migranten. Die FAZ begleitet Österreich in seinem verzweifelten Ringen um Restsouveränität. Die SZ erklärt, wie man Regeln der Scharia übernimmt, ohne den Rechtsstaat zu verraten.  Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Wie Einbrecher in der Nacht

04.02.2010. Im Tagesspiegel erklärt der Pädophilie-Experte Klaus Beier, warum die katholische Kirche eine solche Anziehung auf Pädophile hat. Immer schon, wie die SZ vermerkt. Der Freitag bemüht sich um Differenzierung beim Islam: Dschihad heißt sich abmühen. Die taz wäre gegen die Burka, wenn es nicht islamfeindlich wäre, gegen die Burka zu sein. In der Zeit erklärt Werner Herzog, warum er keine andere Wahl hat als Filme zu machen. Die FAZ ermisst den realen Ernst der virtuellen Lage. Mehr lesen

So viel wie ein junges Nashorn

03.02.2010. Wie uralt ist diese Bundesrepublik!, ruft die Welt nach Ansehen einer DVD-Edition mit Kulturfilmen von Bernhard Grzimek. Ebenfalls in der Welt empfiehlt Zafer Sencoak in der aktuellen Islamdebatte einen Blick auf die Türkei. Die FR berichtet vom Fajr Film Festival in Teheran, das von den Juroren boykottiert wird. Auf den Seiten des amerikanischen PEN Clubs schlägt Kwame Anthony Appiah den Autor und Dissidenten Liu Xiaobo für den Friedensnobelpreis vor. Die chinesische Regierung warnt vor dieser Idee. Mehr lesen

Irgendwo in einer fernen Wolke

02.02.2010. Anders als die Kritikophoben gehen die Islamkritiker ein persönliches Risiko ein, meint die NZZ. Nichts ist wohlfeiler als Kritik am Islam, meint dagegen Stefan Weidner im Rheinischen Merkur.  Die FR fühlt sich von der Islamdebatte verstört. Spiegel Online berichtet über die geheimen Verhandlungen zum internationalen Copyright-Abkommen ACTA. In der FAZ sieht der New York Times-Redakteur John Markoff den Ipad auch als ein Statement gegen die sozialen Netze. Mehr lesen

Vermutlich wurde er ermordet, vermutlich in Tokio

01.02.2010. Die Washington Post enthüllt, wie viele CDs man verkaufen muss, um auf Platz 1 der amerikanischen Klassikcharts zu landen. Die Beliebigkeit der Literaturkritik ist nicht nur ökonomischem Druck geschuldet, findet die Jungle World. In der NZZ erzählt Angelika Overath von der Verfertigung eines Schulhausromans in Sankt Moritz. Die Zerstörung in Haiti bestürzt mehrere Feuilletons. Die SZ legt nach im Islam-Streit. Die Berliner Zeitung bekennt in der gleichen Sache ihre Ratlosigkeit. Mehr lesen

Circa anderthalb goddamns pro Seite

30.01.2010. In der Welt polemisiert Ulrike Ackermann gegen einen Staat, der uns aus lauter Liebe lauter Freiheiten nimmt.  Die NZZ erinnert an den brasilianischen Journalisten Euclides da Cunhas, dessen Buch "Krieg im Sertao" von 1902 die Schrecken des 20. Jahrhunderts ankündigte. In der FAZ verteidigt Sonja Margolina das Recht auf Islamkritik. Die FR bringt einen Essay Salman Rushdies über die siebte Tosünde - die Trägheit. In der SZ staunt Joachim Kaiser über Maurizio Pollini, der alles richtig macht. Außerdem wird in einigen Zeitungen noch J.D. Salinger gewürdigt. Mehr lesen

Und am Ende siegt immer diese Traurigkeit

29.01.2010. Im Hinblick auf den kommenden Tory-Sieg in Großbritannien informiert die NZZ schon mal über die angesagten Gummistiefelmarken zum Abschreiten der Landsitze. In der Berliner Zeitung wünscht sich Berlinale-Chef Dieter Kosslick Slow Filmfood. Für die FAZ ist jetzt ganz klar: Netz ändert Hirn. Carta fragt: Wer zahlt eigentlich Hotel und Jahrgangswein, wenn Vattenfall "Führende Medienmacher" zum Plausch einlädt? Die SZ bringt eine Sonderseite zu Ruhr 2010. Mehr lesen

Ein Fünkchen Leben, ein bisschen Idiotie

28.01.2010. Der Freitag polemisiert gegen den "postkolonialen Feminismus", der einen Abbau von Frauenrechten gutheißt, jedenfalls in anderen Kulturen. Das Ipad ist da: Gizmodo gibt Tipps für den Gebrauch. Im Tagesspiegel sieht die Juristin Sibylle Tönnies das Verbot der Burka in öffentlichen Gebäuden als Maßnahme in der Nachfolge des französischen Revolutionsterrors. Die Zeit geht in Dantes Hölle spielen. Mehr lesen

Nur Frankfurt kam mit keinem Wort vor

27.01.2010. Für die Welt ist Andrzej Stasiuk nach Belzec gefahren, wo es kaum noch Spuren des ehemaligen Todeslagers gibt. Im Guardian erklärt Chefredakteur Alan Rusbridger, warum er eine Paywall ablehnt: Seine Zeitung würde Millionen Leser verlieren. In der New Republic plädiert Lawrence Lessig gegen das Google Book Settlement. Alle waren beim Suhrkamp-Empfang in Prenzlauer Berg. Auch Martin Walser. Bei Spiegel Online erklärt Henryk Broder, dass er seine Karriere als Hassprediger aufgeben und jetzt Taliban werden will. Mehr lesen

Mit einem Martini und einem Orden

26.01.2010. Die FR bringt eine Diskussion über den Afghanistan-Einsatz. Die New York Times staunt über die Diskriminierung arbeitender Mütter in Deutschland. Netzpolitik und das 1 & 1-Blog diskutieren geplante Jugendschutzmaßnahmen, die es den Anbietern auferlegen, ausnahmslos jederzeit sämtliche Inhalte zu kontrollieren. Die Welt staunt über Brecht, der einen Kult für Kälte mit einer Abneigung gegen harte Butter in Einklang brachte. In der SZ spricht Jimmy Wales über die Erzeugung von Objektivität in der Wikipedia - dank der englischen Sprache. Die taz-Feministinnen zupfen weiter am Kopftuch. Stephan Grigat fordert in der Presse eine linke Kritik an der islamischen Menschenzurichtung. Mehr lesen

Menschenfreundliche Wortwundverbände

25.01.2010. In der Berliner Zeitung klagt Wolfgang Benz über den "Hass", der ihm entgegenschlug. Im Tagesspiegel erklärt Henryk Broder, warum er es als Kompliment begreift, wenn ihn deutsche Feuilletonisten als "Hassprediger" bezeichnen. Die SZ berichtet über eine Kontroverse um Yannick Haenels Roman "Jan Karski". Die FAZ bringt einen Lobgesang auf den Jungdramatiker Nis-Momme Stockmann.  Und die Welt stellt den Autor Markus Albers vor, der sich künftig selbst verlegt. Mehr lesen

Tempel des digitalen Zeitalters

23.01.2010. Die taz erklärt, warum Feminismus und Islamkritik sich vielleicht doch nicht ausschließen müssen. Die FR fordert nach Lektüre von Seyran Ates neuem Buch mehr Differenzierung bei der Betrachtung des Islam. Die NZZ feiert Conlon Nancarrows hochkomplexe Musik für mechanische Klaviere. In der Welt begrüßen Berliner Suhrkamp-Autoren ihren Verlag im neuen Domizil und geben Überlebenstipps für die Hauptstadt. In der SZ warnt Jaron Lanier vor dem maoistischen Google. In der FAZ erkennt Frank Schirrmacher in Google eine Akademie der Aufklärung. Mehr lesen

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