Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Artikel von
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Bücher von Lesern empfohlen

Shahriar Mandanipur: Eine iranische Liebesgeschichte zensieren

Javier Marias: Dein Gesicht morgen

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Errichtung einer Kulturpolizei
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
17.11.2009. In der Welt schreibt Paul Lendvai über den rasenden Antisemitismus der Imre-Kertesz-Gegner in Ungarn. Die FR ist traurig über Minsk: Moderne Geschmacklosigkeiten schwächen den Brutalismus der Stadt. In der taz macht der Medizinhistoriker Klaus Bergdolt keine Hoffnung: Wäre die Schweinegrippe ernst, würden wir Kranke isolieren. Es ist November. In China übernimmt das Wetterveränderungsamt die Verantwortung, berichtet die FAZ.
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Welt, 17.11.2009
Mit seiner Kritik an Ungarn hat der Schriftsteller Imre Kertesz offenbar in ein Wespennest gestochen. "Die alten Laster der Ungarn, ihre Verlogenheit und ihr Hang zum Verdrängen, gedeihen wie eh und je", hatte der Nobelpreisträger vor kurzem in einem Interview mit der Welt gesagt. Jetzt schäumt Ungarns Rechte natürlich, berichtet Paul Lendvai: "Dieser Tage rief das Wochenblatt Magyar Demokrata (Ungarischer Demokrat) zur 'Errichtung einer Kulturpolizei' auf, bestehend aus drei- bis vierköpfigen Sonderkommandos. Diese sollen die Bücher 'linksliberaler Landesverräter' (György Spiro, György Konrad, Peter Esterhazy und Peter Nadas) aus den Bibliotheken entwenden und, wenn dies nicht möglich ist, die Blätter zumindest beschmieren und zerreißen. 'Wir sollten keine moralischen Hemmungen haben. Diese Leute sind Mörder, ihre Gifte sind aus unserem Organismus auszurotten', forderte der Redakteur des Blattes und rief 'zum Kampf, zum heiligen Krieg' auf. Angesichts der Empörung in und außerhalb Ungarns versuchte der Chefredakteur die beispiellosen Angriffe gegen die herausragenden und - mit der Ausnahme Esterhazys - jüdischen Autoren als eine 'witzige Betrachtung' hinzustellen. All das ... mag nur die Spitze des Eisbergs sein. Mit den Worten György Konrads: 'Die Freiheit erscheint als die Freiheit des Neofaschismus.' Die Juden in Ungarn haben (wieder) Angst." (Hier eine Übersetzung des Pamphlets)
Weiteres: In der Randspalte berichtet Stefan Grund, dass die Besetzung des Hamburger Gängeviertels Wirkung zeigt: Die Stadt will die Häuser vom holländischen Investor zurückkaufen. Besprochen werden eine Solofassung von "Richard II." in Hamburg, die Uraufführung von Michael Frayns Stück über Max Reinhardt in Salzburg, Van Dyke Parks' Konzert in Berlin und Michael Crichtons im Nachlass entdeckter Roman "Gold", Robert Crumbs Comic "Die Bibel".
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Rundschau, 17.11.2009
Katrin Hillgruber reist mit litauischen Künstlern im Rahmen des Festivals European Borderlands nach Minsk, wo sie sich von Arthur Klinau durch die Stadt führen lassen. "Pfeilförmig führt der kilometerlange Boulevard der Unabhängigkeit nach Osten, Richtung Moskau. Die Prachtbauten werden nachts grell angestrahlt, es herrscht mustergültige Sauberkeit. In einem Außenbezirk ist die hypermoderne Nationalbibliothek wie ein eckiger Ufo gelandet. Artur Klinau behauptet, Stalin habe während der deutschen Besatzung ab 1941 gezielt Minsk und damit seine eigenen Landsleute bombardieren lassen, um Platz für seine Paläste zu schaffen. Klinau ist auch Autor des ebenso analytischen wie schwärmerischen Essays 'Minsk - Sonnenstadt der Träume'. Der Titel 'Sonnenstadt' bezieht sich auf Tommaso Campanellas Utopie vom Sonnenstaat und wurde 1961 offiziell proklamiert. Doch das Ensemble, das maßgeblich durch den Architekten Iosif G. Langbard geprägt wurde, ist in Gefahr. Denn mit dem freien Markt kam die Geschmacklosigkeit." (Hm, vielleicht ist etwas Geschmacklosigkeit aber auch genau das, was dem niederdrückenden Betonbrutalismus von Minsk fehlt?)
Weitere Artikel: Christoph Schröder berichtet über den Open-Mike-Wettbewerb in Berlin. Frithjof Schwartz erinnert an den vor 400 Jahren gebornen Ludwig von Siegen, Erfinder der grafischen Drucktechnik Mezzotinto. In Times mager bewundert Natalie Soondrum Abschied die sensationellen Abgänge ihrer weiblichen Verwandten. Auf der Medienseite kommentiert Harry Nutt die Trauerfeier für Robert Enke. Björn Wirth resümiert einen Arte-Themenabend über die Folgen einer beschleunigten Arbeitswelt.
Besprochen werden Barrie Koskys "matte" Inszenierung von Wagners "Rheingold" in Hannover, Calixto Bieitos Inszenierung von Janaceks "Totenhaus" in Basel und Bücher, darunter ein Band von Ivan Nagel über "Gemälde und Drama" und John Burnsides Roman "Glister" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Aus den Blogs, 17.11.2009
Google Books allerorten. Michael Arrington kommentiert in Techcrunch den Streit zwischen google und der Open Book Alliance: "Google says they're saving humanity, or something close. Which is probably a stretch. Their opponents, fueled by donations from Google competitors (among others), says Google wants to "establish a monopoly over digital content access and distribution..."
Carta hat eine interessante Debatte aus dem Insitut für Medien- und Kommunikationspolitik aufgezeichnet, bei der Springer-Geschäftsführer Christoph Keese mit Markus Beckedahl von Netzpolitk und Autor Matthias Spielkamp irights.info über Leistungsschutzrechte diskutierten.
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Der Tagesspiegel, 17.11.2009
Auf den vorderen Seiten stellt Verena Mayer die Arbeit der Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen vor, die auch die Beweise gefunden hat gegen John Demjanjuk, "mutmaßlicher Wachmann im Vernichtungslager Sobibor, nach dem Krieg in die USA ausgewandert. Der Vorwurf lautet, dass 27 900 Menschen in Sobibor ermordet wurden, als Demjanjuk dort Dienst hatte, zwischen März und September 1943. Sie mussten sich ausziehen und wurden von den Wachleuten mit Bajonetten in die Gaskammern getrieben. Ein Wachmann warf einen Motor an, die Menschen erstickten an den Abgasen. Ab dem 30. November wird gegen Demjanjuk, der die Vorwürfe abstreitet, in München der Prozess eröffnet. Die Beweislage sei gut, sagt [leitender Oberstaatsanwalt] Schrimm."
Im Kulturteil gibt es ein Interview mit dem Regisseur Joel Zito Araujo, der einen Film über Sextourismus in Brasilien gedreht hat. Und Christina Tilmann bespricht Birgit Schulz' Dokumentarfilm "Die Anwälte" über Schily, Ströbele und Mahler.
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Tageszeitung, 17.11.2009
Wenig Hoffnung macht der Medizinhistoriker Klaus Bergdolt im tazzwei-Gespräch mit Matthias Lohre für den Fall einer Epidemie, die weniger glimpflich verläuft als die Schweinegrippe: "Entgegen allen politisch korrekten Beteuerungen würde unsere Gesellschaft im Ernstfall vermutlich eine utilitaristische Abwägung treffen. Das Ergebnis wäre: Wer zu einer Minderheit gehört, welche die Mehrheit tödlich bedroht, muss isoliert werden."
Im Feuilleton liest David Kleingers eine Studie des Filmwissenschaftlers Tobias Nagl über Rassismus im Kino der Weimarer Zeit. Wiebke Porombka verfolgte den 17. "Open Mike"-Wettbewerb in Berlin, wo es auch eine taz-Publikumsjury gab. Besprochen werden ein Auftritt Sasha Waltz' und ihrer Compagnie bei der Eröffnung des neuen Museums für moderne Kunst in Rom und ein Konzert Van Dyke Parks' in Berlin.
In tazzwei finden wir eine neue Episode aus dem extrem heroischen Kampf der taz gegen die Springer Presse: "Ein Wandfries von Peter Lenk an der Fassade der taz in Berlin polarisiert. Muss die Plastik eines nackten Kai Diekmann mit meterlangem Penis an der Wand hängen?"
Und Tom.
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Neue Zürcher Zeitung, 17.11.2009
Andrea Köhler feiert das zehnjährige Bestehen der Buchreihe NYRB Classics, die all die Trouvaillen wieder herausgibt, die auf dem amerikanischen Buchmarkt nicht mehr zu haben waren: "Neben der ästhetisch gelungenen Aufmachung der Paperbacks ist es besonders die breite Palette an Genres, die diese Serie so attraktiv macht. Charles Duffs 'A Handbook of Hanging' (mit einem Vorwort von Luc Sante) steht neben Prosa von Henri Michaux oder Robert Burtons 'Anatomie der Melancholie'."
Weiteres: Lutz Windhöfel gratuliert der Architektin Silvia Gmür zum Siebzigsten. Abgedruckt ist eine Rede der Schweizer Außenministerin Micheline Calmy-Rey über Calvin, die Freiheit und die Gerechtigkeit.
Besprochen werden die Ibsen-Stücke "Rosmersholm" und "Nora" in Paris, Lydia Davis' Roman "Das Ende der Geschichte", Ignacio Martinez de Pisons Roman "Milchzähne" und Christoph D. Brummes Reisereportage "Auf einem blauen Elefanten" (mehr ab 14 Uhr un inserer Bücherschau des Tages).
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Süddeutsche Zeitung, 17.11.2009
Nach seinem Erfolg in Sachen Google Book Settlement bekommt Europa schon wieder andersrum kalte Füße, berichtet Johanes Boie: "Der Erfolg für die deutschen Verlage und andere Rechteinhaber birgt auch die Gefahr dauerhafter Rückständigkeit. Denn Google ist - so sehr dies hinsichtlich der Monopolgefahr bedenklich stimmen mag - eine der treibenden Kräfte, die die Welt ins digitale Zeitalter bewegen. Kulturgüter, die bei diesem Prozess nicht mitgenommen werden, laufen Gefahr, in Vergessenheit zu geraten." (Mehr zum Thema im Archivalia-Blog und im Gruppenblog irights.info.)
Weitere Artikel: Jens Bisky schildert im Aufmacher, wie die Stadt Dessau unter Aufbietung all ihrer kulturellen Kräfte (Bauhaus, Kurt-Weill-Fest, Theater) wieder Anziehungskraft gewinnen will: "Die Stadt gibt etwa 12,5 Prozent ihres Haushalts für Kultur aus, etwa 20 Millionen Euro im Jahr. Das ist weit mehr als die im Bundesdurchschnitt üblichen drei bis acht Prozent." In der "Zwischenzeit" kommentiert Evelyn Roll die fortgesetzten Äußerungen des Regisseurs Roland Emmerich, man könne in in einem Katastrophenfilm die Kaaba nicht untergehen lassen - aus Angst vor einer Fatwa: "Der Film hat also gute Chancen, als wirklicher Katastrophenfilm in die Geschichte einzugehen. Als intellektuelle Katastrophe." Johan Schloemann stellt umfassende kulturelle Initiativen der Onassis-Stiftung vor, die Griechenland und Athen auch mal wieder in positiveres Licht stellen sollen. Lothar Müller schildert Konflikte im Deutschen Literaturarchiv Marbach um eine von deren Leitung gewünschte Satzungsänderung. Diese würde ihr gegenüber dem "Volk" der Schillergesellschaft weitreichendere Befugnisse geben - das Dumme ist nur: Das Volk stimmt dagegen. Jean-Michel Berg verfolgte den 17. "Open Mike" (mehr hier) der Berliner Literaturwerkstatt.
Auf der Medienseite stellt Caspar Dohmen einen Vorschlag der Post für ein Micropayment-System vor, das Verlagen bei der Vertreibung ihres "Paid contents" helfen könnte.
Besprochen werden die Ausstellung "Daniel Hopfer - Ein Augsburger Meister der Renaissance" in München, die Ausstellung "Realite abstraite" des Malers Albert Oehlen in Paris, Shakespeares "Richard II." in der Regie Sven-Eric Bechtolfs im Hamburger Thalia Theater und Bücher, darunter Urs Widmers neuer Roman "Herr Adamson" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).
Die Welt | Frankfurter Rundschau | Aus den Blogs | Der Tagesspiegel | Die Tageszeitung | Neue Zürcher Zeitung | Süddeutsche Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2009
Mark Siemons erläutert, warum sich die Allmacht der chinesischen Regierung jetzt schon in ihrer Verfügung übers Wetter äußert: "Interessant ist, dass man in der chinesischen Öffentlichkeit ganz selbstverständlich damit zu rechnen scheint, dass das Wetter keine höhere Gewalt ist, sondern eine Regierungsmaßnahme wie jede andere. Schuld daran ist eine Regierungsinstitution namens 'Wetterveränderungsamt', die in den letzten Jahren verstärkt die Verantwortung für alle möglichen Wechselfälle des Himmels übernimmt, am prominentesten bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele, als sie dafür gesorgt haben will, dass die über der Stadt lastenden Gewitterwolken sich nicht entluden."
Weitere Artikel: Für großen Ärger bei spanischen Konservativen sorgen, wie Paul Ingendaay berichtet, Sexualaufklärungsveranstaltungen von staatlicher Seite, die von Religiösen und Rechten als "Masturbationsworkshops" verunglimpft werden. In der Glosse widmet sich Jürgen Kaube den "Krachern" und "Blindgängern" des "Fatalitätsministers" Brüderle. Irene Bazinger hat das Richtfest der Berliner Staatsoper im Ausweichquartier Schillertheater besucht. Beim diesjährigen Berliner "open mike" hat Wolfgang Schneider viele Opa-Geschichten gehört, gute darunter - und bessern noch gefiel ihm die Lyrik. Joseph Hanimann stellt neue Studien zum Kultur- und Medienrezeptionsverhalten in Frankreich vor. Dirk Schümer informiert über die Entdeckung eines in einem "Bacchus"-Gemälde versteckten Caravaggio-Selbstporträts per "Multispektral-Reflektografie".
Besprochen werden Sven-Eric Bechtolfs solistischer Auftritt als Richard II. am Hamburger Thalia-Theater ("dieser eine Mann ist hier ein ganzes, großes Theater", schwärmt Gerhard Stadelmaier), die Kölner Uraufführung von Wolfgang Rihms "ET LUX"-Requiem, ein Wayne-Shorter-Konzert in der Alten Oper Frankfurt, die Ausstellung "Bauhaus 1919-1933" im New Yorker Museum of Modern Art und Bücher, darunter Hanns-Josef Ortheils Liebeserklärung "Rom. Eine Ekstase" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Zurück in die Münzfernsprecher-Epoche
19.03.2010. In der FR erkennt Verena Auffermann in der Diskussion um Helene Hegemann die Angst vor der digitalen Zukunft. In der Welt bestätigt dies eine Studie und nennt auch eine Zahl: über 70 Prozent der Deutschen sind nie in der digitalen Gesellschaft angekommen. In der taz ist Liao Yiwu froh, dass seine Bücher illegal kopiert werden, sonst könnte sie niemand lesen. Die SZ porträtiert den künftigen tschetschenischen Nobelpreisträger Kanta Ibragimow, der seinen jüngsten Roman nur dank eines geschmuggelten USB-Sticks veröffentlichen konnte. In der FAZ rauft sich Constanze Kurz die Haare: Sendezeiten im Internet? Wo leben unsere Landespolitiker? Mehr lesen
Arrondierte Männergruppen
18.03.2010. Die FR spekuliert über die Frage,ob Günter Grass von westlichen Geheimdiensten ausspioniert wurde. Im Welt-Interview mit Julia Kristeva stellt sich heraus, das es der Poststrukturalismus mit dem Tod des Subjekts gar nicht so gemeint hat. In der Presse erklärt Andre Müller, warum es für sein Metier von Vorteil ist, ohne Vater aufgewachsen zu sein. In der FAZ warnt der Internetskeptiker Evgeny Morozov vor Twitter und Co. Der Zeit ist eins klar: Wenn Männer Männer missbrauchen, sind auf jeden Fall schon mal Männer schuld. Mehr lesen
Dinge zusammenzuleimen ist sehr einfach
17.03.2010. Die "Leipziger Erklärung" entfacht die Hegemann-Debatte neu. Die Welt erklärt, warum Christa Wolf Literatur ist, obwohl sie Sätze von Faulkner ohne Dank und Tüttel übernommen hat. Die SZ erklärt, warum Peter Esterhazy Literatur ist, obwohl er ganze Kapitel anderer Autoren abschrieb. In der SZ erklärt Sibylle Lewitscharoff, warum sie von Mashups nichts hält. In der Welt erklärt Claude Lanzmann, warum die Juden nicht gerettet werden konnten. Auch die Debatten um die Abgründe der Reformpädagogik und des Katholizismus gehen weiter: Hans Küng fordert in der SZ ein Mea Culpa des obersten Vertuschers. Mehr lesen
Ein Mann wie Winnetou
16.03.2010. Der Tagesspiegel bringt eine Petition deutscher Großschriftsteller von Grass bis Wolf gegen einen möglichen Leipziger Buchpreis für Helene Hegemann. Gerhard Amendt belehrt in der Welt Josef Haslinger, dass er in seinem Text über pädophile Priester an einem kindlichen Zustand der seelischen Ohnmacht festhalte. Micha Brumlik findet für die taz von Anfang an homoerotische Aspekte in der deutschen Reformpädagogik. In der FAZ kritisiert Necla Kelek die islamischen Verbände in Deutschland. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
2010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert
15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen
Ich war verstört
13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas. Mehr lesen
Zeitung lebt
12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen
Damals war die Zukunft heute
11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen
Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen
10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter, meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen
Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel
09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen
Schwirren und fliegen und sausen
08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen
Denken Sie an Klaviersaitendraht
06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen
Antipathie gegen Beton und Stahl
05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen
Ein Fingernagel in ihrer Suppe
04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen. Mehr lesen
Ein Trost am Rand meines Grabes
03.03.2010. Liao Yiwu schickt seinen deutschen Lesern einen Trauergesang für die Dongxiao - die taz bringt ihn. Philip Gourevitch trägt außerdem im New Yorker einige sehr interessante Links zu Liao bei. Der NZZ geht das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug: Sie fragt, was aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung geworden ist. In Sachen Leistungsschutzrechte spielt die Bundesjustizminsterin im Magazin promedia auf Zeit.In der FR schreibt der chilenische Autor Ariel Dorfman über das Erdbeben. Mehr lesen



