Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Ernst Kaiser: Die Geschichte eines Mordes

Anne Fadiman: Der Geist packt dich und du stürzt zu Boden

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
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- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Weitreichender Beschluss ist eindrucksvolles Bekenntnis
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
10.11.2009. Die taz würdigt den zivilisatorischen Einfluss Peter Kraus', Mary Roos' und Udo Jürgens' auf die Deutschen. Die FR stellt die Frage der Verteilung neu. In der SZ plädiert Boris Groys für das Englische als lingua franca in Europa. Die FAZ wundert sich über die Frenesie der Franzosen in bezug auf den 9. November. Und die Internetpetition zu Open Access hat schon 1309 Unterzeichner. Im Guardian sieht Adam Michnik postkommunistischen Krokodilen aufs Maul.
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Weitere Medien, 10.11.2009
Die letzten zwanzig Jahre waren für die Polen die besten seit 300 Jahren. Trotzdem sind viele Polen heute "zutiefst unzufrieden", schreibt Adam Michnik im Guardian und erklärt warum: "Der große russische Schriftsteller Anton Tschechow schrieb über seine Heimat: 'Unter dem Banner der Wissenschaften, der Kunst und des unterdrückten Freiheitsdenkens werden bei uns in Russland solche Kröten und Krokodile herrschen, wie sie nicht einmal Spanien während der Inquisition gekannt hat - ein engstirniger, selbstgerechter, übermäßig ehrgeiziger Typus ohne jedes Gewissen. Scharlatane und Wölfe in Schafspelzen werden nach Herzenslust lügen und heucheln.' Das russische Genie sah voraus was mit einer Nation geschieht, wenn sie nach Jahren der Sklaverei die Freiheit erlangt. Genau dies geschieht jetzt in den postkommunistischen Demokratien."
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Die Tageszeitung, 10.11.2009
"3. Tagung des 17. Zentralkabinetts der Republik beschließt Wachstumsbeschleunigungsgesetz", meldet die taz im Aufmacher: "Weitreichender Beschluss ist eindrucksvolles Bekenntnis zur Entwicklung der Produktivkräfte. Erhebliche Erleichterungen für kinderreiche Werktätige, Angehörige verstorbener Kapitalinhaber, Betreiber von produzierenden Werkstätten in Privatbesitz und gewerbliche Übernachtungseinrichtungen ab 1. Januar 2010."
In der Kultur unterhält sich Jan Feddersen mit den Historikern Axel Schildt und Detlef Siegfried, die auch die U-Musik in ihre gerade vorgelegte große Kulturgeschichte der Bundesrepublik einbezogen haben: "Meines Erachtens haben Peter Kraus, Mary Roos und Udo Jürgens erheblich zur Zivilisierung der Deutschen beigetragen, und dafür sollte man dankbar sein."
Weitere Artikel: Cristina Nord porträtiert den Dokumentarfilmer James Benning, der einen Film über den Wandel im Ruhrgebiet gemacht hat. Aram Lintzel liest in seiner Kolumne mit dem Titel "Diskurse, um Linksradikalität einen Anstrich von Glamour zu geben" einige Bände mit millenaristischer linksradikaler Literatur. Außerdem gibt's ein Gespräch mit Ted Gaier von den Goldenen Zitronen, der sich jetzt für den Erhalt historischer Viertel in Hamburg engagiert. Besprochen wird eine Musikalisierung von Peter Eszterhazys "Harmonia Celestis" in Wien.
Auf der Medienseite schreibt Ulrich Gutmair, ehemals Kulturredakteur des Instituts, einen Nachruf auf die Netzeitung: "Erstaunlich ist nur, dass das Sterben so lange gedauert hat. Von Anfang an blickte der Tod der ersten und einzigen, ausschließlich im Internet publizierten Tageszeitung Deutschlands über die Schulter."
Und Tom.
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Aus den Blogs, 10.11.2009
Klaus Graf verweist per Twitter auf eine Internetpetition zum Thema Open Acces, die gestern Abend bereits 900 Unterzeichner hatte: "Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen. Begründung: Die öffentliche Hand fördert Forschung und Entwicklung nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung jährlich mit etwa 12 Milliarden Euro. Die Ergebnisse dieser Forschung jedoch werden überwiegend in kostenpflichtigen Zeitschriften publiziert. (...) Wegen der hohen Kosten und der Vielzahl wissenschaftlicher Zeitschriften sind Forschungsergebnisse nur in wenigen Bibliotheken einsehbar. Den meisten Bürgern ist der Zugang zu der von ihnen finanzierten Wissenschaft dadurch nicht nur erschwert, sondern de facto ganz verschlossen. Es ist nicht angemessen, dass der Steuerzahler für die von ihm finanzierten Forschungsergebnisse erneut bezahlen muss. "
Rupert Murdoch will Google von seinen Webseiten aussperrren, wird unter Bezug auf ein Fernsehinterview des Tycoons in den Medien gemeldet. Mashable kommentiert: "one has to listen to the entire interview to understand that Murdoch is not quite clear about what, exactly, he plans to do, and even if he is, it doesn’t make much sense."
Im Interview mit Spreerauschen kommentiert Michael Maier, ehemals Chefredakteur der Netzeitung, das Ende derselben: "In gewisser Hinsicht ist das Ende der Netzeitung auch ein Menetekel für die Branche: Für beliebige Inhalte zahlen die Leser nicht, und auch die Werbekunden entscheiden sich im Fall von mangelnder Einzigartigkeit für die Reichweite. Erfolgreiche Finanzierungsmodelle wird es nur dort geben, wo die Verlage den Journalismus ins Zentrum ihrer Aktivitäten rücken."
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Neue Zürcher Zeitung, 10.11.2009
Andrea Köhler stellt die "New Literary History of America" von Werner Sollors und Greil Marcus vor, aus der sie unter anderem erfahren hat, wer die "authentische Stimme der Depression - erschöpft, immer auf der Hut und hartgesotten" - in die Literatur gebracht hat: die Anonymen Alkoholiker. Jürg Huber berichtet von den Tagen für Neue Musik in Zürich. Urs Hafner war auf einem Symposium zur wachsenden Bedeutung der Religion.
Besprochen werden Calixto Bieitos Inszenierung von Leos Janaceks "Aus einem Totenhaus" in Basel, Aufführungen von Roland Schimmelpfennigs "Der goldene Drache" und Yasmina Rezas "Gott des Gemetzels" in Bern sowie Bücher, darunter Paul Celans Briefwechsel mit Klaus und Nani Demus, Alaa al-Aswanis frühe Erzählungen "Ich wollt', ich würd' Ägypter" und Rüdiger Görners Buch "Schillers Apfel" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
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Frankfurter Rundschau, 10.11.2009
Stefan Hebel widerspricht Peter Sloterdijk und Franz Sommerfeld, die unsere Leistungsträger hier und hier gegen den kleptokratischen Staat verteidigten: "Die Aversion gegen den umverteilenden Staat führt dazu, dass die Frage der Verteilung überhaupt nicht mehr gestellt wird." In Times mager schreibt Arno Widmann dann all den Managern, die vor lauter Leistungtragen keine Zeit mehr zum Zeitungslesen haben, ins Stammbuch: "Wenn Herren in Führungspositionen glauben, das Lernen delegieren zu können, dann ist der Abstieg programmiert. Nicht unbedingt der eigene, aber doch der der Firma."
Christian Thomas feiert die Wiedereröffnung des Marbacher Schillermuseums nach seiner Restaurierung durch David Chipperfield. Zu Friedrich Schillers 250. Geburtstag unter besonderer Berücksichtigung seines Schädels schreibt der Bochumer Germanist Manfred Schneider.
Besprochen werden Antye Greies Album "Einzelkämpfer" (von dessen sperriger Schönheit Thomas Winkler ganz hingerissen ist), Ben Jonsons Stück "Volpone" in Wiesbaden und Dana Caspersens Choreografie "Radio Mythic Theater".
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Die Welt, 10.11.2009
Thomas Lindemann berichtet über einen Streit um Fatih Akins Film "Soul Kitchen", der vom Roman des Schriftstellers Alexander Wall inspiriert sein könnte. Es gibt da gewisse Ähnlichkeiten. Akins Firma und seine Anwälte reagierten äußerst gereizt, und daran sind "auch die Raubkopiererszene oder die Gratispräsentation lieferbarer Bücher bei Google Books mitschuld", so Lindemann. Kein Wunder, dass die Zeitungen an Auflage verlieren.
Weitere Artikel: Uta Baier ist unzufrieden mit dem Bundestag, der nicht bemerkt hat, dass Raubkunst an seinen Wänden hängt. Tilman Krause stellt kurz einige Neuerscheinungen im Schillerjahr vor. Josef Engels berichtet über das Berliner Jazzfest. Imre Kertesz äußert sich im Interview kurz zur Aufregung über seine Kritik an den Ungarn.
Besprochen werden die Dauerausstellung im Schillermuseum in Marbach, zwei Düsseldorfer Ausstellungen über Begegnungen mit dem Fremden im Goethe-Museum und im Hetjens-Museum, Berlioz' Oper "Les Troyens" im Opernhaus von Valencia sowie einige CDs.
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Süddeutsche Zeitung, 10.11.2009
Tobias Haberkorn unterhält sich mit Boris Groys über die Sarrazin- und Sloterdijk-Debatten. Nebenbei plädiert er für das Englische als lingua franca in Europa: "Es gibt mittlerweile zwei Ebenen der kulturellen Aktivität. Man funktioniert in der eigenen Sprache und innerhalb der eigenen Kultur, aber gleichzeitig benutzt man Englisch, als Latein unserer Zeit, und beginnt international zu wirken. Diese Zweigleisigkeit wird in vielen Ländern praktiziert und erweist sich als durchaus effizient. Es scheint mir die optimale Strategie zu sein."
Weitere Artikel: Kristina Maidt-Zinke gratuliert Max Zottuk (so nannte Christian Morgenstern Friedrich Schiller, dessen Name ihm von seinen gedenkenden Zeitgenossen verleidet worden war) zum 250. Stephan Speicher wirft der Kuratorin der Berliner Ausstellung "Taswir - Islamische Bildwelten und Moderne" vor, gar nicht wirklich einen "Begriff vom Islamischen in der Kunst" zu haben. Musikkritiker Wolfgang Schreiber schreibt in der "Zwischenzeit" über die schlimmsten Buh- und grandiosesten Bravo-Tumulte, die er je erlebte. Jan Füchtjohann lässt klassische U-Bahn-Gewaltszenen der Filmgeschichte Revue passieren. Jens-Christian Rabe rät dazu, die Gruppe Rammstein, die in ihrem jüngsten Album mit Pornografie kokettiert, einfach gar nicht zu ignorieren. Besonders diese Textzeilen entlocken ihm einen ratlosen Kommentar ("Hm"): "Zu groß, zu klein / Der Schlagbaum sollte oben sein / Schönes Fräulein, Lust auf mehr / Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr / Schnaps im Kopf, du holde Braut / Steck Bratwurst in dein Sauerkraut." Und in "Ich tu dir weh": "Bisse, Tritte, harte Schläge / Nageln, Zangen, Stumpfe Säge / Wünsch' dir was, ich sag' nicht nein / Und führ' dir Nagetiere ein."
Besprochen werden Konzerte des Berliner Jazzfests, das nach Tobias Lehmkuhl bestens besucht war, und doch von seinen Mythen lebt ("zu bedauern allerdings war, dass das traditionell parallel zum Jazzfest stattfindende Total Music Meeting, ein Festival, auf dem vier Jahrzehnte lang die freiere Tradition gepflegt wurde, in diesem Jahr aus Mangel an finanzieller Unterstützung nicht stattfinden konnte").
Und wieder ein schönes Jubiläum. Kurz nach dem 200. Todes- begeht die SZ auf der ganzen Literaturseite Schillers 250. Geburtstag. Gustav Seibt hat eine Pantomime nur aus Regieanweisungen des Dichters kompiliert (ein sogenanntes "Mashup"): "Miller: schnell auf und ab gehend. Frau: schlürft eine Tasse aus. Wurm: macht falsche Augen. Frau: lächelt dumm-vornehm. Miller: voll Zorn seine Frau vor den Hintern stoßend." Die gesamte Kulturredaktion wartet in der Folge mit Vignetten aus dem Leben des Dichters auf.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.11.2009
Vor zwanzig Jahren war Frankreich vom Mauerfall nicht begeistert. Dafür ist, wie Jürg Altwegg berichtet, die Aufregung heute umso größer: "In diesem November ist alles ganz anders. Reihenweise Bücher, auch Romane, über Deutschland sind erschienen. Wer 1989 etwas verpasst hatte, musste 2009 dabei sein. 'Tout Paris' war am Montag in Berlin, und wer zu Hause blieb, blickte nach Deutschland und konnte gar nicht anders. 'Wo waren Sie, als die Berliner Mauer fiel?' ist das Umfragethema Nummer eins. Simone Veil hat im Nouvel Observateur ihre Fotos aus dem vergessenen Familienalbum veröffentlicht. Sie stand am 11. November ungläubig vor der Mauer."
Weitere Artikel: Gekürzt abgedruckt wird Salomon Korns gestern in der Frankfurter Westendsynagoge gehaltene Rede zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht (ungekürzt steht sie online). Hubert Spiegel blickt auf die heute stattfindende feierliche Wiedereröffnung des Marbacher Schiller-Nationalmuseums (Website), passend zum 250. Geburtstag des Dichters. Hannes Hintermeier glossiert Versuche zur Wirtschaftsankurbelung. Oliver G. Hamm freut sich, dass das neue Unilever-Haus (Foto) in der Hamburger Hafencity in puncto Ästhetik wie Ökologie "neue Maßstäbe" setzt. An einen Rechtsstreit aus dem Jahr 1972 erinnert Bernd Noack: Quelle hatte damals gegen einen satirischen Grafiker geklagt, der die Hand im Quelle-Logo durch eine geballte Faust ersetzt hatte. Die Reaktionen auf Herta Müllers Kritik an der Evangelischen Landeskirche in Siebenbürgen schildert Thomas Trappe. Gemeldet wird der Tod des Physikers Witali Ginsburg. Auf der Medienseite berichtet Eva-Maria Lenz von den Hörspieltagen der ARD in Karlsruhe.
Besprochen werden Kevin Rittbergers in Berlin uraufgeführte Theaterversion von Dietmar Daths Roman "Abschaffung der Arten" ("zwischen Pop und Papperlapapp", urteilt Irene Bazinger), Calixto Bieitos Baseler Inszenierung von Leos Janaceks Dostojewskij-Oper "Aus einem Totenhaus", eine Rogier van der Weyden-Ausstellung im Museum Löwen, und Bücher, darunter Niklas Holzbergs Studie "Horaz. Dichter und Werk" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Dass er zu einem Eis am Stiel wird, dann splittert
15.03.2010. In der Welt warnt Ibn Warraq vor den Scharia-Gerichten in England. In der SZ schreibt Richard Swartz über Korruption in Kroatien. Die FAZ erinnert an Zeiten, als zum Frommen der Kunst Knaben kastriert wurden. Gawker gefriert bei Ian McEwans Satire auf den Klimawandel und deckt eine von Sean Penn begangene Ungerechtigkeit auf. Und im Tagesspiegel gratuliert Jürgen Neffe dem Perlentaucher zum Zehnten. Mehr lesen
Ich war verstört
13.03.2010. In der Welt erinnert sich Joseph Haslinger an seine Jugend in einem katholischen Internat: "Die Pädophilen waren in dieser Sphäre von klösterlicher Gewalt eine Oase der Zärtlichkeit." In der FAZ begibt sich Bruce Sterling auf den betrügerisch vernetzten Basar der Geschichte. Im Guardian schreibt Timothy Garton Ash über Ryszard Kapuscinski und die Grundregeln des Reporters. In der taz erklärt Kate Pickett, dass Ungleichheit auch Reiche stresst. In der NZZ bannt Beat Furrer mit Bas Hilfe altägyptische Zerfallsphantasien. Und die FR vernimmt beglückt das Lachen eines bebauchten, bärtigen Buddhas. Mehr lesen
Zeitung lebt
12.03.2010. In der NZZ erklärt der Autor Hans Maarten van der Brink, warum die Holländer im Juni Geert Wilders zum Premier wählen könnten. Die FR möchte kein Leichtgewicht mehr sein, sondern ein Trumm werden. Die Welt wünscht Griechenland mehr anglikanische Arbeitsethik. Die taz hat Freude an Joanna Newsoms Organ. Die FAZ verteidigt die Freiheit der Kunst. Mehr lesen
Damals war die Zukunft heute
11.03.2010. Ai Weiwei ist sich in der FR sicher: Durch das Internetzeitalter verändert sich die gesamte Machtstruktur. Die Welt liefert eine Reportage über die Verfertigung einer kritischen Koranausgabe. Im Freitag plädiert Clemens Meyer gegen allzuviele Literaturpreise. Der Guardian weiß, womit sich Marianne Faithfull schminkt. Golem berichtet über eine Resolution des Europaparlaments gegen ACTA. Die taz bringt ein Interview mit dem Kapuscinski-Biografen Artur Domoslawski. Die Zeit erinnert sich mit Wehmut an die Zeit, in der sie modern war. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Baukomplexe mit heimelig-prätenziösen Namen
10.03.2010. An der Zeitungskrise ist das Internet gar nicht schuld - sie ist nämlich schon viel älter, meint Google in seinem Policy Blog. Auf Telepolis erklärt Hamed Abdel-Samad den Zusammenhang zwischen Rechtspopulismus und Islamkritik: Der erste kommt, wenn die zweite ausbleibt. In taz und NZZ sprechen iranische Autoren über die Repression in ihrem Land. Wir verlinken auf die gerade online gestellte letzte Kollektion von Alexander McQueen. Mehr lesen
Zerrissene Blätter, zerbröselte Siegel
09.03.2010. Christopher Hitchens graust es in Slate vor dem saudischen Anwalt Ahmed Zaki Yamani, der die dänische Zeitung Politiken mit Klagedrohungen dazu brachte, sich für den Abdruck der Mohammed-Karikaturen zu entschuldigen. Darf man einfach die Geschichte verdrehen? Bernard-Henri Levy kritisiert in den neuesten Filmen Tarantinos und Scorseses eine Tendenz zum Revisionismus. Laut BBC betrachten 80 Prozent aller Weltbürger Internetzugang als fundamentales Menschenrecht. Und Oscar-Preisträgerin Kathryn Bigelow erklärt in der Welt, wie Journalismus funktioniert. Mehr lesen
Schwirren und fliegen und sausen
08.03.2010. Ja doch, Christoph Waltz hat den Oscar als bester Nebendarsteller gewonnen. Wir setzen Links zu Videos, Galerien, Listen und Roben. In der NZZ wendet sich der Maskulinologe Gerhard Amendt gegen das Opferbild Frau. Die taz bringt am Frauentag gleich eine ganze Männertaz mit einem Manifest für ein neues Selbstbewusstsein des Mannes. In der FR erklärt der Ökonom Robert Fogel, warum das alte Europa gegenüber China zurückbleibt: Es ruht sich allzu gerne aus. In Carta erklärt ein Burda-Manager, warum er Leistungsschutzrechte will: weil er seine Inhalte kostenlos ins Netz stellt. Mehr lesen
Denken Sie an Klaviersaitendraht
06.03.2010. In der Welt geißelt Margaret Atwood die Schuld der Menschen an den Vögeln - und nennt dabei auch Zahlen. In der FR kommentiert Ulrich Beck das endgültige Ende des Bankgeheimnisses. Die taz warnt vor Acta. In der SZ kritisiert der Verfassungsrechtler Christoph Möllers die Vertuschungstaktik der katholischen Kirche: Für Verbrechen wie sexuellen Missbrauch ist der Staat zuständig. Die FAZ beschreibt den Einfluss von Bloggern auf die Modeindustrie. Mehr lesen
Antipathie gegen Beton und Stahl
05.03.2010. Der Kultur geht's an den Kragen: Die Welt schildert die Folgen des Bevölkerungsschwunds und der Steuerpolitik für Städte wie Dessau. Die taz erwägt das Für und Wider eines Films über Rudi Dutschke, der in der Rudi-Dutschke-Straße Premiere hatte. Die NZZ kritisiert die Bürger von Bukarest, welche die Errungenschaften der klassischen Moderne nicht ausreichend würdigen. Das Buch über Günter Grass' Stasi-Akten sorgt für respektvolles Aufsehen. Mehr lesen
Ein Fingernagel in ihrer Suppe
04.03.2010. In der FR erzählt Liao Yiwu, wie ihn das Gefängnis zum Reportageschriftsteller machte. Golem meldet: Die Telekom löscht 19 Terabyte Vorratsdaten. In der NZZ trägt der Theologe Friedrich Wilhelm Graf zur weiteren Ernüchterung Margot Käßmanns bei. Die Welt warnt: Man kann Joanna Newson nicht einfach den New Weird Americana zuordnen. In der taz kritisiert Ralf Bönt das neue Prestige der Religionen. Mehr lesen
Ein Trost am Rand meines Grabes
03.03.2010. Liao Yiwu schickt seinen deutschen Lesern einen Trauergesang für die Dongxiao - die taz bringt ihn. Philip Gourevitch trägt außerdem im New Yorker einige sehr interessante Links zu Liao bei. Der NZZ geht das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung nicht weit genug: Sie fragt, was aus dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung geworden ist. In Sachen Leistungsschutzrechte spielt die Bundesjustizminsterin im Magazin promedia auf Zeit.In der FR schreibt der chilenische Autor Ariel Dorfman über das Erdbeben. Mehr lesen
Ich saß bereits im Flugzeug
02.03.2010. Die Debatte über Ryszard Kapuscinski geht weiter. Laut Welt war er ein parteilicher Autor, der es mit der Wahrheit nicht so genau nahm. In der NZZ erklärt Martin Pollack, warum er die Biografie nicht übersetzen will - nicht wegen ihrer Wahrheiten, sondern wegen ihres Tons. Die FAZ beklagt den Einfluss der Sammler auf den heutigen Kunstbetrieb. In der SZ fordert Ulrich Johannes Schneider: Digitalisiert die Bücher! Die taz präsentiert die furiose Geigerin Patricia Kopatchinskaja und NPR das neue Album der Gorillaz. Mehr lesen
Eine Kultur der Jetzigkeit
01.03.2010. Die SZ berichtet über die Demontage eines Denkmals in Polen: Ryszard Kapuscinski wird vorgeworfen, dass er nicht nur dem Regime recht nahe stand, sondern auch ganz schön geflunkert hat. Die NZZ ist auf dem Quivive und hat herausgefunden, dass Brooklyn inzwischen angesagter ist als Manhattan, vor allem bei den "Helicopter Moms". Die FAZ liest mit Staunen Cory Doctorows Roman "Little Brother". Das Blog Carta meldet, dass die SZ 21 Stellen in der Redaktion streicht. Mehr lesen
Tack, und der Ton ist weg
27.02.2010. In der NZZ erklärt der Pianist Krystian Zimerman den Unterschied zwischen Lautstärke und Dynamik. Die taz war dabei als Frank Schirrmacher Martin Walser pathologisch nannte und Walser Schirrmacher quotensüchtig. In der Welt polemisiert Sonja Margolina gegen die Gesinnungskontrolle der liberalen Mainstream-Medien. Sascha Anderson (im ND) und Josef Haslinger (im Standard) nehmen Stellung zu Helene Hegeman. Die FR beobachtet, wie She She Pop auf der Bühne mit ihren Väter diskutieren. In der FAZ erklärt die "Human-Resources-Managerin" Anke Maruschka, wie man seinen Mitarbeitern kündigt. Die SZ weiß auch nicht, warum sie gerade beim Computerspiel "Heavy Rain" Probleme hat, jemanden zu erschießen. Mehr lesen
Nicht an das Große rühren
26.02.2010. Von jenseits des Grabes erklingt nochmal die Stimme Johnny Cashs und lässt den einen oder anderen Feuilletonisten erschauern. Die NZZ präsentiert eine gute Idee für einen großen Teil der neuesten Kunst: Michael Landys' Kunstabfallcontainer. Die Welt bringt ein Gespräch mit dem Historiker Norbert Leithold, der einst das Pornokino reformieren wollte. Die FAZ feiert Michael Lentz' Sprache der Liebe, die SZ den Architekten Ole Scheeren, der den Westen schon hinter sich hat. Mehr lesen



