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Heute in den Feuilletons
Dieser Zipfel Optimismus
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
05.11.2009. Während die Polen den russischen Bären piesackten, war den Deutschen in Ost und West immer ganz bange, wirft Andrzej Stasiuk uns in der Welt vor. Die FR auskultiert die Wähler vom Kollwitzmarkt und stößt auf ein leise pochendes soziales Herz. Jeff Jarvis diagnositiziert: Twitter ist für das Web, was das Web für die Medien ist. Die SZ plädiert für den lange verkannten Künstler Gustav Metzger. In der FAZ erhält Claude Levi-Strauss ein dreiseitiges Staatsbegräbnis
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Die Welt, 05.11.2009
Gerhard Gnauck unterhält sich mit Andrzej Stasiuk über den Mauerfall, der ihn seinerzeit (er lebte in der allertiefsten polnischen Provinz) nicht die Bohne interessierte. Heute bekennt Stasiuk seine posthume Sympathie für die DDR - in Grenzen, denn er wirft ihren Insassen auch vor, seit 1953 nicht mehr aufgemuckt zu haben: "Die in der Bundesrepublik haben ihnen in dieser Stille getreulich sekundiert. Und die einen wie die anderen lauschten ängstlich, ob der Bär im Osten nicht auf diese schrecklichen, dummen Polen zornig wird. Nicht genug, dass die Polen den Bären quälten und reizten, ihn psychisch fertig machten - dafür mussten sie auch noch diese feigen Belehrungen aus dem Westen anhören. Die Polen haben also einen gewissen Groll. Wir haben uns nie mit dem Kommunismus abgefunden, wir haben auf den Barrikaden gekämpft, Blut vergossen, einen Untergrundstaat geschaffen wie im Zweiten Weltkrieg, und die Sieger waren am Ende die Deutschen."
Weitere Artikel: Sascha Lehnartz trägt französische Reaktionen auf den Tod Claude Levi-Strauss' zusammen. Thomas Kielinger bewundert in der Leitglosse das virtuose Zeremoniell, mit dem man sich in der Londoner St. Margaret's Church nochmals von Ralf Dahrendorf verabschiedete. Michael Pilz bereitet uns innerlich auf die traditionellen MTV Videoawards vor.
Besprochen werden Filme, darunter Steven Soderberghs "Informant" mit Matt Damon und die Ausstellung "Taswir - Islamische Bilderwelten ud die Moderne" in Berlin.
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Frankfurter Rundschau, 05.11.2009
Franz Sommerfeld umarmt die neuen Sozialliberalen, womit er junge FDP-Wähler meint, "durchaus sozial eingestellte Pragmatiker, wenig ideologisch gesteuert und natürlich ökologisch verantwortungsbewusst". Außerdem nennen sie die Unterschicht wieder Unterschicht (und am Samstag treffen sie sich alle auf dem Kollwitzmarkt).
Weiteres: Hans-Jürgen Linke verteidigt in Times mager die Unübersichtlichkeit in alter und neuer Form. Noch einmal abgedruckt wird Martina Meisters Nachruf auf Claude Levi-Strauss, der es gestern nur in einen Teil der Auflage geschafft hatte.
Besprochen werden die 71. Verfilmung von Dickens' Weihnachtsgeschichte in 3D, Ken Loachs Fußballer-Märchen "Looking for Eric", Steven Soderberghs Thriller "Der Informant!", Alan Pauls' Roman "Die Vergangenheit" und Silvia Bovenschens Mordgeschichte "Wer weiß was?" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
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Die Tageszeitung, 05.11.2009
Auf den Tagsthemenseiten würdigt Cord Riechelmann den verstorbenen Begründer der strukturalen Anthropologie Claude Levi-Strauss, dessen "literarisch einmalige" Beschreibungen und Analysen des mythischen Indianerwissens vor allem eines eingeführt hätten: einen Blick auf die Leidensfähigkeit der Kreatur. "Wir werden, hat er in einem späten Interview einmal gesagt, zu bulimischen Konsumenten, die ihre Grundlagen buchstäblich selbst wegessen. Das klang düster, wurde von Levi-Strauss aber mit dem kleinen Zusatz serviert, das nur der Pessimismus überhaupt ein bisschen Optimismus rechtfertigen kann. Dieser Zipfel Optimismus folgte für ihn aus seiner strukturalen Methode, die es ermöglicht, die Struktur als ein Reservoir oder Repertoire zu erkennen, worin alles, das Heiße und das Kalte, das Rohe und das Gekochte, das Schlechte und das Gute, virtuell nebeneinander existiert."
Im Kulturteil bilanziert Cristina Nord das Wiener Filmfestival Viennale, auf dem sie besonders das Filmprogramm zu Ehren des philippinischen Regisseurs Lino Brocka sehenswert fand. Sarah-Antonia Brugner erklärt die Hintergründe der Studentenproteste in Wien, mit denen sich nun Künstler solidarisch erklärten.
Besprochen werden das Projekt "Ich Cyborg!?" von Jugendlichen und Schauspielern am Theater Freiburg, Steven Soderberghs neuer Film "Der Informant!", Claudia Llosas Berlinale-Gewinner "Eine Perle Ewigkeit" und Robert Zemeckis? Verfilmung von Charles Dickens' "Weihnachtsgeschichte".
Über Netzpolitk sind wir noch auf Hannes Kochs gestrige Geschichte über den NDR gestoßen, der Daimler dafür angeprangert hatte, von Bewerbern Bluttests zu nehmen, diese Praxis selbst betreibt: "Der NDR bestätigte, dass allen Bewerbern, die einen Arbeitsvertrag erhalten sollen, Blut abgenommen werde."
Hier Tom.
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Süddeutsche Zeitung, 05.11.2009
Mit großer Verspätung werde der in Deutschland 1926 geborene, heute in London lebende Künstler Gustav Metzger in seiner, so Catrin Lorch, kaum zu überschätzenden Bedeutung entdeckt. Lorch schreibt über mehrere Ausstellungen, darunter eine in der renommierten Serpentine Gallery: "Jetzt taucht aus Modellen, Skizzen, Entwürfen und Manifesten ein Werk auf, dessen Monumentalität und ungebrochene Radikalität nicht karg und konzeptuell wirken, sondern reich, plastisch, schön. Wie das Projekt 'Stockholm June 1972', das - als Entwurf - immerhin im Katalog der legendären Documenta von Harald Szeemann im Jahr 1972 abgebildet war. 120 Autos sollten um einen quadratischen Plastikkubus geparkt werden, diesen während der Laufzeit der Ausstellung mit ihren Abgasen füllen, bis er opak wird, matt, silbergrau. Erst im vergangenen Jahr stellte die Sharja-Biennale das Material bereit, auch wenn die zweite Phase weiterhin aussteht ('Die Wagen werden in das Zelt gebracht, wo sie explodieren')."
Weitere Artikel: Henning Klüver erklärt, dass das in Italien allgegenwärtige Kreuz und Kruzifix einfach zur "Alltagskultur" gehören. Thomas Steinfeld hat die spannende Biografie der frühen Ingmar-Bergman-Geliebten und als Agentin des schwedischen Geheimdienst tätigen Karin Lannby gelesen. Über seinen jüngsten Film "Der Informant!" unterhält sich Susan Vahabzadeh mit dem US-Regisseur Steven Soderbergh (besprochen wird der Film, recht knapp, auch, von Fritz Göttler). Jürgen Müller analysiert Caravaggios "Bacchus"-Gemälde. Johannes Boie sammelt internationale Reaktionen zum Tod von Claude Levi-Strauss. Einen Nachruf auf den Cellisten Jörg Eggebrecht hat Wolfgang Schreiber verfasst.
Besprochen werden Inszenierungen von Tom Lanoyes "Atropa" und Elfriede Jelineks "Die Kontrakte des Kaufmanns" am Staatstheater Nürnberg, Robert Zemeckis' digitale Version von "Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte", James Bennings neuer, in Duisburg uraufgeführter Film "Ruhr" und Bücher, darunter Max Frischs wiederveröffentlichte Bergerzählung "Antwort aus der Stille" aus dem Jahr 1937 (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2009
Das FAZ-Gegenstück eines Staatsbegräbnisses erhält der im Alter von 100 Jahren verstorbene Ethnologe und Strukturalismus-Mitbegründer Claude Levi-Strauss. Das Titelfoto und dann ganze drei Feuilletonseiten sind ihm gewidmet. Henning Ritter schreibt den großen Nachruf und würdigt nicht zuletzt den Denker als Kulturpessimisten: "Die letzten Blicke, die der hochbetagte Anthropologe auf das Schicksal der Menschheit warf, sind zwar frei von jeder Larmoyanz, aber doch von einem unüberbietbaren Pessimismus... Da die kulturelle und die biologische Evolution nicht zu trennen seien, sei der Rückweg in die Vergangenheit unmöglich. Auf der Bahn, die die Menschen eingeschlagen hätten, ergäben sich aber so große Spannungen, dass die Intoleranz, die sich morgen durchzusetzen drohe, der ethnischen Unterschiede nicht mehr als eines Vorwandes bedürfen werde." In einem weiteren Artikel erklärt Jürgen Kaube, was den interdisziplinären Reiz von Levi-Strauss' Theorien ausmachte.
Abgedruckt werden ein kurzer Text von Levi-Strauss über die Unterschiede der englischen und der französischen Küche, einer über Edouard Manets "Olympia"-Gemälde und ein Interview, das Jürg Altwegg vor zwanzig Jahren mit ihm geführt hat. Gesammelt werden überdies Reaktionen aus aller Welt.
Weitere Artikel: Gina Thomas berichtet über eine Londoner Trauerfeier für Ralf Dahrendorf. In der Glosse erklärt Jörg Thomann, warum in Karlsruhe in diesem Semester von Sloterdijks Philosophie erst mal nur das Bauchmuskeltraining bleibt. Andreas Kilb schildert den "Abgrund", an dem sich die "kommunale Kulturpolitik" in Deutschland befindet. In Kassel versucht man sich derzeit, informiert Jan Brachmann, an der Rehabilitierung des lange als zu süßlich und glatt verschrienen Komponisten Louis Spohr. Rüdiger Suchsland besucht die Hofer Filmtage. Jordan Mejias liest in amerikanischen Zeitschriften Aufsätze zum Stand der Dinge beim Fernsehen, Zeitung und Buch.
Besprochen werden Sebastian Nüblings Züricher Inszenierung von Nikolai Gogols "Revisor", eine Harun-Farocki-Ausstellung im Museum Ludwig in Köln, das Solodebüt "Phrazes for the Young" des Strokes-Manns Julian Casablancas, Ken Loachs Komödie "Looking for Eric" und Bücher, darunter allerlei zu Friedrich Schillers 250. Geburtstag (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Aus den Blogs, 05.11.2009
Jeff Jarvis zerbricht sich den Kopf über jüngste Entwicklungen im Netz: "Twitter is to web pages what web pages are to old media."
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Die Zeit, 05.11.2009
Die Zeit druckt das Manifest "Not in our name, Marke Hamburg!", in dem sich Hamburgs Künstler, die bereits das Hamburger Gängeviertel besetzt haben, verbitten, von der Stadt in ihren Werbefeldzügen als "kreative Klasse" vereinnahmt zu werden: "Wir wollen weder dabei helfen, den Kiez als 'bunten, frechen, vielseitigen Stadtteil' zu "positionieren", noch denken wir bei Hamburg an 'Wasser, Weltoffenheit, Internationalität', oder was euch sonst noch an 'Erfolgsbausteinen der Marke Hamburg' einfällt. Wir denken an andere Sachen. An über eine Million leerstehender Büroquadratmeter zum Beispiel und daran, dass ihr die Elbe trotzdem immer weiter zubauen lasst mit Premium-Glaszähnen... Wir glauben: Eure 'wachsende Stadt' ist in Wahrheit die segregierte Stadt, wie im 19. Jahrhundert: Die Promenaden den Gutsituierten, dem Pöbel die Mietskasernen außerhalb."
Weiteres: Erst kam es uns vor wie ein Deja-vu, aber die Doppelseite zum Mauerfall ist doch nicht ganz die gleiche wie die vom 8. Oktober, nur fast: Ingo Schulze und einige Zeit-Redakteure gedenken der Novemberdemos und des Mauerfalls, wobei Alexander Cammann die "bloßen Rituale des Gedenkens" beklagt, angesichts des "erhabensten und glücklichsten Moment der deutschen Demokratiegeschichte". Thomas Groß zeichnet das Bild vom neuen Robbie Williams als "eine Art Kuschel-Robbie, der sich auf seine Kernzielgruppe zurückbesonnen hat, Frauen Anfang dreißig". Constantin von Barloewen schreibt den Nachruf auf den großen Claude Levi-Strauss. Viel Baskenmütze, Baguette und Händchenhalten an der Seine, ansonsten die "Methode Johannes Kerner" erkennt Katja Nicodemus im ARD-Biopic "Romy".
Besprochen werden "Don Giovanni" an der Bayerischen Staatsoper und "Der Rosenkavalier" an der Stuttgarter Staatsoper, Juan Goytisolos Marx-Saga (in dem Marx seine Niederlage gegenüber dem Wortführer der kapitalistischen Gegeninternationale, dem Bürgermeistervorfahr Ferdinand von Beust, eingesteht), Ken Loachs Film "Looking for Eric", und auf den Literaturseiten Neuerscheinungen zu Schiller und Ernst Blochs wiederaufgelegtes "Prinzip Hoffnung" (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Neue Zürcher Zeitung, 05.11.2009
Dieter Thomä, Professor für Philosophie an der Universität St. Gallen, wendet Levi-Strauss' strukturale Methode auf dessen eigenes Leben an und sucht nach den Levi-Straussschen Universalien. Dass der sich vermutlich gegen eine Ausstellung seiner Person gewehrt hätte, macht Thomä allerdings auch klar: "Nambikwara, Tupi-Kawahib, Bororo, Caduveo, Tlinkit, Jibaro, Tupi, Mbaya-Guaicuru: Das Leben dieser Indianervölker weckt doch allemal mehr Neugier als das Leben des Ethnologen, der es geschildert hat. Dazu kommt noch, dass Levi-Strauss selbst seiner Biographie, seiner 'persönlichen Identität' und seinen 'Gemütsverfassungen' nie 'viel Bedeutung' beimaß; die Idee des 'Ich' mit der damit einhergehenden 'Illusion der Freiheit' lehnte er prinzipiell ab."
Weiteres: Kersten Knipp schreibt zum Tod des spanischen Schriftstellers und Essayisten Francisco Ayala (hier eine Leseprobe).
Auf der Filmseite begeistert sich Susanne Ostwald für den Animationsfilm "Mary und Max" von Regisseur Adam Elliot, einen Streifen aus der "Knetgummi-Welt", den sie tragisch und absurd komisch findet. Durchgefallen ist dagegen Steven Soderberghs "The Informant!" bei Alexandra Stäheli.
Besprochen werden das Tanztheaterstück "Memoires d'Oubliettes" des Choreographen am Jiri Kylian am Nederlands Dans Theater und Alan Pauls spanischer Roman "Die Vergangenheit" (mehr in der Bücherschau ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





