Bücherschau der Woche
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- Der 11.September: Eine Presseschau
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- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Gegen die Einführung des Tonfilms
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
29.10.2009. Die FR vermisst die Titanen unter den begabten Dirigenten. Was wird aus verwaisten Werken, wenn die VG Wort obsiegt?, fragt Carta. Der Freitag dichtet einen Sprechchor aus den Erinnerungen an den 4. November 1989. In der Zeit amüsiert sich der Philosoph Martin Seel über seine Kollegen Axel Honneth und Peter Sloterdijk. In der FAZ spricht Mircea Cartarescu über das postsozialistische Rumänien.
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Frankfurter Rundschau, 29.10.2009
"Die Titanen sterben aus", seufzt Jürgen Otten angesichts einer sich schwierig gestaltenden Dirigentensuche in München und Berlin: "Wohin das Ohr hört, es herrscht Mittelmaß. Große Dirigenten, die das Format und die Aura etwa eines Claudio Abbado haben, findet man kaum mehr. Man findet große Könner, wie Mariss Jansons und Paavo Järvi, wie Sakari Oramo und Esa-Pekka Salonen. Man findet Dirigenten, die fantastisch Oper dirigieren können wie Kirill Petrenko und Vladimir Jurowski, wie Antonio Pappano und Kent Nagano. Man findet enorme Begabungen, wie Daniel Harding, Andris Nelsons und Yannick Nezet-Seguin. Was man aber vergeblich sucht, ist ein Dirigent, der über jenes Charisma verfügt, dass noch einen George Solti, einen Günter Wand oder einen Kurt Sanderling auszeichnet."
Natalie Soondrum hat sich in der Frankfurter Schirn von der chinesischen Dissidentin Dai Quing eine Lektion über die dort ausgestellte Figurengruppe "Hof für die Pachteinnahme" (mehr hier) erteilen lassen, die sie gern weitergibt: "Der Vertreter der Schirn Kunsthalle erklärt, man habe den 'Hof für die Pachteinnahme' primär unter dem Aspekt der Kunst betrachten wollen. Nicht als Werk aus der Kulturrevolution, sondern als Zeugnis der ersten unabhängigen Skulptur in der Kunstgeschichte Chinas. 'Dann ist meine wichtigste Botschaft, dass es China fünf Millionen Euro wert war, um seine größte Lüge nach Frankfurt zu bringen.' Alle ihre Freunde, die ganze chinesische Intelligenz, seien schockiert, dass der Pachthof in Deutschland derart unkritisch ausgestellt werde, dass so 'die Lüge zur Kunst erhoben wird'."
Weiteres: Im Interview mit Harry Nutt warnt der Soziologe Sighard Neckel vor der schwarzgelben Umverteilung. In Times mager schüttelt sich Christian Thomas angesichts sepiafarbener Simulationen des künftigen Stadtschlosses. Daland Segler berichtet von den Medientagen in München, bei denen Richard David Precht eine durch das Internet fragmentierte Öffentlichkeit heraufziehen sah sowie ein "individualisiertes Kollektiv vereinzelter Masseneremiten".
Besprochen werden die Houdon-Ausstellung "Die sinnliche Skulptur" im Liebighaus, Cho Sung-Hyungs Film "Endstation der Sehnsüchte", Theo Angelopoulos' neues Werk "The Dust of Time", neue Aufnahmen von Paganinis Capricen und Hazel Rosenstrauchs Biografie von Caroline und Wilhelm von Humboldt "Wahlverwandt" (siehe auch unsere Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Neue Zürcher Zeitung, 29.10.2009
Ursula Kähler dokumentiert die Arbeiten an einer neuen Version von Fritz Langs "Metropolis", die nun noch einmal näher am Original der Uraufführung sein soll. Ausgangspunkt war die Wiederentdeckung einer frühen argentinischen Version des Films durch Paula Felix-Didier, der Chefin des Filmmuseums in Buenos Aires. Die neue Version soll nun - abgesehen von wenigen Minuten - originalgetreu sein und mit einer weiteren Figur aufwarten: Hel, Rotwangs Geliebte und Fredersons Frau, war zuvor von Paramount durch Channing Pollock rausgeschnitten worden: "Pollock hatte sie entfernt, weil ihr Name dem englischen Wort 'hell' (Hölle) zu ähnlich klang und auf das amerikanische Publikum unangebracht und komisch gewirkt hätte."
Weiteres: Marc Zitzmann gratuliert mit Asterix und Obelix dem konsensfähigsten Comic der Welt zum 50. Geburtstag. Jürgen Tietz berichtet von den Tätigkeiten des Deutschen Architekturmuseums in Frankfurt am Main, das nun seit 25 Jahren besteht.
Besprochen werden Courtney Hunts Debütfilm "Frozen River", der Susanne Ostwald an Darren Aronofskys "The Wrestler" erinnert, das Kunstfestival "Le Nouveau Festival" im Centre Pompidou und Bücher, darunter Philip K. Dicks Mittelschichtsroman "Unterwegs in einem kleinen Land" und Sana Krasikovs Erzählband über osteuropäische USA-Emigranten "In Gesellschaft von Männern".
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Aus den Blogs, 29.10.2009
Ilja Braun liest für Carta Vorschläge der Deutschen Literaturkonferenz zu "verwaisten Werken" im Internet, die seiner Meinung nach vor allem die Verwertungsgesellschaften, nicht aber die Autoren stärken werden: "Wer als Autor, Musiker oder Fotograf keinen Wahrnehmungsvertrag mit einer Verwertungsgesellschaft hat, soll, wenn er unvorhergesehener Waise doch noch auftaucht, so behandelt werden, als hätte er einen gehabt. Das Recht des Urhebers, über elektronische Nutzungen seines Werks selbst zu entscheiden, fällt also gewissermaßen automatisch an die Verwertungsgesellschaft." Besser als Google?
Der profitabelste Film aller Zeiten läuft gerade in den amerikanischen Kinos, meldet das Kinoblog The Wrap. Es handelt sich um "Paranormal Acitivity" (Trailer), der 15.000 Dollar gekostet hat - und bisher 22 Millionen Dollar einspielte.
(Via Techcrunch und via SF Chronicle) Arnold Schwarzenegger bewies bei einem Schreiben an einen Politikerkollegen, dass er die Kunst des Akrostichons beherrscht.
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Die Tageszeitung, 29.10.2009
In tazzwei erzählt Gudrun Penndorf, Übersetzerin der Asterix-Bände 1 bis 29, in einem Gespräch anlässlich des 50. Geburtstags des Galliers, wie man auf Namen wie Verleihnix und Grautvornix kommt und wie es ist, mit seinen Übersetzungen geflügelte Worte zu schaffen. Ihr skurrilstes Erlebnis: "In ,Asterix und die Normannen? gibt es diesen jungen Mann Goudurix - Geschmack am Risiko -, der die Normannen das Fürchten lehren soll. Kaum hatte ich den Grautvornix genannt, da fuhr ich eines Tages hinter einer schrottreifen Ente her, die hinten die Aufschrift Grautvornix trug. Ich wäre fast draufgefahren vor Freude."
Im Kulturteil Besprechungen. Vorgestellt werden die Ausstellung "Die Frankfurter Schule und Frankfurt" über die Geschichte des Überlebens der Frankfurter Schule im schweizerischen und amerikanischen Exil im Jüdischen Museum in Frankfurt, die Doku "This is it" über die Proben zur Abschiedstournee von Michael Jackson, drei sehr unterschiedliche Tier- und Umweltschutzdokumentationen, die belegen, dass der kritische Konsument nicht einen einzigen Wal rettet und gegen die Lügen der Werbeabteilungen nur Intervention und Aktivismus helfen, zwei Filme, die jetzt unter dem Titel "Kreuzkölln" ins Kino kommen: der Kurzfilm "Moruk" von Serdal Karaca und die einstündige Dokumentation "24 Stunden Schlesisches Tor" von Eva Lia Reinegger und Anna de Paoli, der Dokumentarfilm "Endstation der Sehnsüchte" über drei deutsch-koreanische Paare von Sung-Hyung Cho und die DVD von Werner Herzogs "Encounters at the End of the World", eine Erkundung der Lebenswelt von Pinguinen und Antarktisforschern.
Und Tom.
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Die Welt, 29.10.2009
Es erscheint ein neues Asterix-Heft, das den seit dem Tod von Rene Goscinny längst erkalteten Mythos nochmals aufwärmt. Matthias Heine unterhält sich mit der deutschen Asterix-Übersetzerin Gudrun Penndorf, der Erfinderin des Spruchs "Die spinnen, die Römer". Manuel Brug spekuliert in der Leitglosse über die Folgen von James Levines Gesundheitsproblemen für die angeschlagene New Yorker Met. Wieland Freund unterhält sich mit dem Bestsellerautor Robert Harris über den zweiten Band einer "Cicero"-Trilogie.
Besprochen werden eine Ausstellung über neue chinesische Architektur in Frankfurt, die Oper "Baum der Diana" des Mozart-Zeitgeonossen Martin y Soler (deren Libretto übrigens von Lorenzo da Ponte geschreiben wurde) und Filme, darunter Theo Angelopoulos' neuer Film "The Dust of Time".
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Der Freitag, 29.10.2009
Für den Freitag hat Annett Gröschner Freunde nach Erinnerungen an die große Demo vom 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz gefragt und ihre Stimmen zu einem Sprechchor verarbeitet. Auszug: "Als Schabowski sprach, schüttelte neben mir ein Mann die Faust und rief: 'Was hast du mit deinem Bruder gemacht?' Die Frage blieb unbeantwortet. // Am wunderbarsten fand ich, dass Markus Wolf ausgebuht wurde. // In der Menge traf ich zwei alte Maler, Lothar Böhme und Manfred Böttcher. Die beiden sprachen wie immer über Kunst. Sie gingen dann in den Intershop Whisky kaufen, um in einem Atelier weiterzureden."
Sabine Pamperrien liest in Alan Poseners Papst-Recherche "Benedikts Kreuzzug - Der Angriff des Vatikans auf die moderne Gesellschaft": "Aktionen wie die Wiederzulassung der lateinischen Messe mit ihren antijudaischen Phrasen, die Aufhebung der Exkommunizierung der Pius-Brüder einschließlich des Holocaust-Leugners Williamson oder die Neufassung des Karfreitagsgebets erscheinen nicht als Missgeschicke eines Öffentlichkeitsunerprobten Amtsneulings, wie seine PR-Leute weismachen wollen, sondern als Ausdruck einer Haltung."
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Die Zeit, 29.10.2009
Die Debatte um Sloterdijk und Honneth zieht weitere Kreise. Der Frankfurter Philosoph Martin Seel springt Honneth zur Seite, findet aber die ganze Auseinandersetzung eher absurd komisch: "Hatte zunächst - in Sloterdijks Replik auf Honneth - ein Professor einen Professor einen Professor gescholten, so schimpft nun - in Bohrers Entgegnung auf Honneth - ein verschwörungstheoretischer Entlarver einen angeblich verschörungstheoretischen Entlarver einen verschwörungstheoretischen Entlarver." Und dann nennen sie sich auch noch humorlos.
Evelyn Finger besucht kurz vor der Premiere des Michael-Jackson-Tanzfilms "This is it" das Broadway Dance Center in New York und hört bei der jungen Tänzergeneration ein Bewusstsein für die Unhintergehbarkeit des Jacksonschen Tanzstils heraus: "Wer an 'Thriller' vorbei will, muss durch 'Thriller' hindurch."
Weiteres: Tobias Timm berichtet, dass in den Kommunalhaushalten für nächstes Jahr bis zu 20 Prozent im Kulturbereich eingespart werden soll, was zum Aus etlicher kleiner Kulturinstitutionen führen könnte. Ijoma Mangold porträtiert Kulturstaatsminister Bernd Neumann, der sich weniger als Kulturmensch denn als Pragmatiker einen Namen gemacht hat. Thomas E. Schmidt findet es "schrecklich langweilig", dass mit Angela Merkel ein "geschichtsloser Pragmatismus" in der Politik Einzug gehalten hat, der die politisierten Künste immer älter aussehen lässt. Maxim Biller erzählt, wie der "trübeste, deprimierendste Tag des Jahres" für ihn war. Andrea Hünniger promeniert mit der Choreographin Sandra Mitrovic durch die doch recht spärliche Kulturszene Belgrads. Ulrich Clewing meldet, dass das Auktionshaus Christie's demnächst eine Skizze Raffaels zum Bild "Der Parnass" versteigern will. Schätzwert: 12 bis 16 Millionen Pfund.
Besprochen wird eine Ausstellung zur Frankfurter Schule im Jüdischen Museum in Frankfurt, eine Ausstellung über Golo Mann im Münchner Literaturhaus, Placido Domingos Debüt als Baritonsänger in Verdis Oper "Simon Boccanegra" in der Berliner Staatsoper, Claudia Llosas Film "La teta asustada", der dieses Jahr den Goldenen Bären gewann, Steven Soderberghs Kapitalismussatire "Der Informant!", eine Aufführung von Shakespeares "Kaufmann von Venedig" im Maxim Gorki Theater und Bücher, unter anderem Charles Taylors Zeitgeschichte "Ein säkulares Zeitalter".
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.10.2009
Der Schriftsteller Mircea Cartarescu spricht im Interview mit Thomas David kurz über Herta Müller, vor allem aber über das postrevolutionäre Rumänien und darüber, wie wenig sich im Grund geändert hat. Öffentlicher Protest etwa ist, erklärt Cartarescu, beinahe chancenlos: "Man schert sich nicht besonders um den Protest einiger Intellektueller. Es gibt in Rumänien vielleicht fünf oder sechs Intellektuelle, die unablässig protestieren, aber einige der größten Zeitungsverlage, Fernseh- und Radiosender sind - ähnlich wie in Russland - in der Hand weniger Mächtiger, die mit der Industrie und der Politik verbandelt sind und die öffentliche Meinung kontrollieren."
Weitere Artikel: Finstere Einblicke in die migrantische "Parallelwelt" Neuköllns gibt Regina Mönch und klagt im selben Atemzug die Untätigkeit deutscher Behörden gegen viele in "gefährlichen Parallelwelten" überhaupt anzutreffende Missstände an. Theodor Ickler, treuester Feind der Rechtschreibreform, kann von einem Büchermassaker berichten: Bücher in alter Schreibung sind im großen Stil aus Bibliotheken geräumt, aber mitnichten vollständig ersetzt worden. Dieter Bartetzko ist berührt und begeistert, die Alte Synagoge in Erfurt nun wieder restauriert zu sehen. In der Glosse kann Paul Ingendaay über den inbrünstigen Hass nur staunen, mit dem der Nobelpreisträger Jose Saramago angesichts seines Religions-Abrechnungsbuchs "Kain" in seinem Heimatland Portugal (in dem er schon lang nicht mehr lebt) rechnen darf.
Von der Eröffnung der Hofer Filmtage (Website), bei der der Stargast Lou Castel leider sein Gebiss vergessen hatte, berichtet Rüdiger Suchsland. Jürg Altwegg informiert über Relaunchs als - bisher zum Teil erstaunlich erfolgreiche - Maßnahmen wichtiger Tageszeitungen in Frankreich. Bei den Medientagen in München machte der Modephilosoph Richard David Precht zur Freude der Verleger, wie Henning Peitsmeier berichtet, das Internet als Schuldigen an der "Fragmentierung der Gesellschaft" aus - und forderte einen Artenschutz für "große, meinungsführende Zeitungen". (Zeit-Online-Chef Wolfgang Blau twitterte schon sarkastisch, es gehe bei den Medientagen zu "wie einst, als die Stummfilm-Mimen gegen die Einführung des Tonfilms wetterten.")
Besprochen werden die deutsche Erstaufführung von Jaromir Weinbergers 1937 entstandener Oper "Wallenstein" in Gera und Altenburg, ein Konzert mit den Felice Brothers und A.A. Bondy in Frankfurt, eine "Golo Mann"-Ausstellung im Lübecker Buddenbrookhaus, neue CDs mit Werken von Karl Amadeus Hartmann, und Bücher, darunter eine Neuausgabe von Geza Ottliks Roman "Die Schule an der Grenze" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 29.10.2009
Margot Käßmann und Angela Merkel - leben wir jetzt in der Republik des weiblichen Protestantismus? Nur auf den ersten Blick, meint Johan Schloemann, der findet, dass mit den beiden vielmehr "das christlich-spirituelle Erbe sich im Allgemeinen verliert". Thomas Steinfeld erklärt, warum ein französisches Gericht mit seinem Urteil, dass Scientology-Messgeräte Betrugsinstrumente seien, falsch liegt. Dazu passt die Meldung, dass der Hollywood-Drehbuchautor Paul Haggis ("Million Dollar Baby") Scientology wegen deren Schwulenphobie öffentlich den Rücken gekehrt hat. Von der Viennale (Website) berichten Fritz Göttler und Susan Vahabzadeh und haben schon ganz wunderbare Filme gesehen. Alexander Kissler schildert den Fall eines Pfarrers, der wegen seiner Predigten gegen die Organspende suspendiert worden ist. Franz Kotteder war dabei, als in München ein Georg-Elser-Denkmal enthüllt wurde.
Besprochen werden Matthias Hartmanns Wiener Inszenierung von Dimitrij Schostakowitschs Oper "Lady Macbeth von Menzk", dirigiert von Ingo Metzmacher, die Inszenierung von Jerome Lawrence und Robert Lees Evolutions-Stück "Inherit the Wind" mit Kevin Spacey am von ihm geleiteten Londoner Theater Old Vic, eine dem Lebensreformer und Maler Karl Wilhelm Diefenbach gewidmete Ausstellung in der Münchner Villa Stuck, der Michael-Jackson-Film "This Is It" (nicht gut, aber wahr, urteilt Jens-Christian Rabe), Theo Angelopoulos' Film "The Dust of Time" (mehr), Günter Wallraffs Doku "Schwarz auf weiß" (mehr) und Bücher, darunter Michael Niehaus' Studie "Das Buch der wandernden Dinge" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





