Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ein Typ zum Fürchten

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

26.10.2009. In der SZ erklärt Robert Crumb, warum er die Bibel in seiner Comic-Version nicht mit zusätzlichem Humor würzen musste. Nicht nur der Mensch, auch die Demokratie kommt aus Afrika, staunt die FR. Der PEN Club lehnt die Google Book Search ab, meldet Heise. Die NZZ beklagt die Verwilderung der Zustände in Italien. Stefan Niggemeier analysiert ein Lehrstück über den Qualitätsjournalismus.

Die Welt, 26.10.2009

Nix online heute im Kulturteil der Welt. Hier die linklose Zusammenfassung: Der 67-jährige Bernd Neumann bleibt Kulturminister, meldet Rainer Haubrich, der sich in der Glosse außerdem darüber freut, dass das Berliner Schloss nun wirklich gebaut wird, aber auch hofft, dass es inhaltlich ins 21. Jahrhundert weist. Thomas Vitzthum hat sich bei Gregor Gysis Talkshow mit Hape Kerkeling im Deutschen Theater Berlin amüsiert. Eine Meldung auf der Vermischten-Seite informiert uns, dass eine arabische Journalistin wegen ihrer Arbeit für eine libanesische Fernsehsendung, in der offen über Sexualität gesprochen wurde, in Dschiddah zu 60 Peitschenhieben verurteilt wurde, ein Teilnehmer der Show wurde gar zu fünf Jahren Gefängnis und 1000 Peitschenhieben verurteilt.


Besprochen werden Placido Domingos Debüt als Bariton in Verdis "Simon Boccanegra" an der Berliner Staatsoper, die Uraufführung von Schorsch Kameruns "Konzert zur Revolution" (zur Erinnerung an die Münchner Räterepublik 1919) an den Münchner Kammerspielen, Aufführungen bei den Donaueschinger Musiktagen und die Ausstellung der Sammlung Brukenthal im Pariser Museum Jacquemart-Andre.

nach oben

Frankfurter Rundschau, 26.10.2009

"Nicht nur der Mensch kam aus Afrika, sondern womöglich auch noch die Verfassung", mutmaßt Arno Widmann und erzählt von der Charta von Manden, die König Soundiata Keita zu Beginn des 13. Jahrhunderts seinem Land gegeben hatte und die von der Unesco kürzlich in das Weltkulturerbe aufgenommen wurde: "Jedenfalls eine Verfassung, die festlegte, dass Kriegsgefangene nicht versklavt werden durften. Ein Vergleich mit der englischen Magna Charta aus dem Jahre 1215 zeigt deutlich, wie viel weiter und radikaler die Autoren der Charta von Manden darüber nachgedacht hatten, was menschliche Freiheiten sind."


Weiteres: Jürgen Otten hat bei Verdis Oper "Simon Boccanegra" unter Daniel Barenboim in Berlin einen großartigen Tenor gehört: "Was echte, wirkliche Tragik ist, das erst erfahren wir durch Placido Domingo in der Titelfigur." Mehr Politik "als in den gesamten Koalitionsverhandlungen" hat Peter Michalzik an einem Theaterwochenende in München erlebt, bei der "Sicherheitskonferenz" von Rimini Protokoll und Schorsch Kameruns "Konzert zur Revolution". Harry Nutt scheint ganz gut mit Bernd Naumann als Kulturstaatsminister leben zu können: "Neumann reüssierte nicht als Schöngeist mit kulturpolitischen Visionen, sondern mit ordnungspolitischer Beharrlichkeit." In Times mager verarbeitet Christian Thomas den gestrigen Marathonlauf in Frankfurt.

nach oben

Spiegel Online, 26.10.2009

Etwas verspätet tragen wir eine Meldung aus Spiegel Online nach. Seyran Ates hat sich nach Drohungen anlässlich ihres neuen Buchs "Der Islam braucht eine sexuelle Revolution" aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. "Die Juristin und Schriftstellerin plädiert darin für die Abschaffung der in islamisch geprägten Ländern weit verbreiteten arrangierten Ehe und spricht sich für einen offenen Umgang mit dem Thema Homosexualität aus sowie für mehr Selbstbestimmung für muslimische Frauen", schreibt Reinhard Mohr.

nach oben

Die Tageszeitung, 26.10.2009

Das Feuilleton gehört heute Gabriele Goettle. Sie besucht Imma Harms, die nach etlichen fundamentallinken Jahren in Berlin und bei der taz nun in einer Landkommune in Brandenburg lebt: "Imma, die uns erst am nächsten Tag um 11 erwartet, bittet erstaunt, aber mit umstandsloser Freundlichkeit ins Haus, improvisiert gastlich ein Frühstück, erklärt, wie man mit dem Auftragen von einfacher Buttermilch Fensterscheiben in blickdichte Milchglasscheiben verwandeln kann und erzählt uns nach und nach die Geschichte ihrer jetzigen Existenzform."


Auf der Meinungsseite kommentiert Daniel Bax den heute in Dresden beginnen Prozess um die Ermordung der Ägypterin Marwa El Sherbini. Viel zu lange sei die Tat nur als Kuriosum wahrgenommen worden. "Erst als die Reaktionen aus dem Ausland nicht mehr zu überhören waren, änderte sich diese Wahrnehmung. Doch da überwog in vielen Medien schon die diffuse Angst vor möglicher 'muslimischer Rache' das Entsetzen über den Mord. Kaum jemand sah einen Zusammenhang zwischen dem Mord und dem Meinungsklima gegenüber Muslimen hierzulande."

Und Tom.

nach oben

Aus den Blogs, 26.10.2009

Am Wochenende hat sich der Internationale PEN in Linz gegen die Google Book Search ausgeprochen, meldet Heise Online: "Das Vorgehen von Google erfolge ohne Einverständnis der Autoren und sei mit den weltweit anerkannten Grundsätzen im Urheberrecht nicht zu vereinbaren, entschied der PEN bei seiner Jahrestagung im österreichischen Linz. Die Resolution war vom deutschen PEN eingebracht worden, wie die Abteilung mit Sitz in Darmstadt am gestrigen Freitag bekannt gab."


Die ARD brachte neulich einen Film über eine angebliche Wunderpaste auf Vitamin B12-Basis, die Neurodermitis und Psoriasis besser lindern könne als die viel teureren Medikamente der Phama-Industrie und von dieser deshalb verhindert wurde. Die Medien sind dieser Geschichte eins zu eins aufgesessen, bevor Blogger nachrercherchierten. Ein Lehrstück über den gern besungenen "Qualitätsjournalismus", meint Stefan Niggemeier: "Ich frage mich, ob der Film in diesem Maße berechtigten Widerstand produziert hätte, ob die ARD-Leute auch dann Fehler hätten einräumen müssen, ob in der Süddeutschen und auf Spiegel Online schließlich doch noch so kritische Artikel über Regividerm stehen würden, wenn es keine Blogger gegeben hätte, die zweifelten und recherchierten statt zu glauben und abzuschreiben."

nach oben

Neue Zürcher Zeitung, 26.10.2009

Franz Haas rollt noch einmal die gegenwärtige politische Situation unter Berlusconi auf und dokumentiert die Meinungsmache gegen die Schrifsteller Corrado Augias und Claudio Magris, die pauschal mit dem Wort "culturame" verunglimpft werden. Ein Wort, "das nach Faschismus riecht", so Haas. Insgesamt verschärfe sich die Lage: "Bedenklich häufen sich in letzter Zeit stümperhafte Terroraktionen und verbissene Aufrufe im Internet zur Anwendung von Gewalt. Die Aufforderung 'Töten wir Berlusconi' in Facebook hat vor einigen Tagen innerhalb weniger Stunden 14 000 Anhänger und 'Freunde' gefunden. Die Verwilderung der Zustände wird von den Gegnern wie von den Jüngern Berlusconis betrieben, am wirksamsten allerdings von denen, die die besten Instrumente haben und nicht von moralischen Skrupeln belästigt werden."


Weiteres: Marc Zitzmann sieht Lüttich architektonisch aufblühen dank des neuen TGV-Bahnhofs Liege-Guillemins, des neuen Einkaufszentrums Mediacite, des wiedereröffneten Musee de la vie wallone und des neugeschaffenen Museumskomplexes Grand Curtius, die alle innerhalb der letzten 12 Monate fertiggestellt wurden.

Besprochen wird die Aufführung der Schostakowitsch-Oper "Lady Macbeth von Mzensk" an der Wiener Staatsoper durch Dirigent Ingo Metzmacher und Regisseur Matthias Hartmann sowie die Inszenierung von Robert Woelfs Variation auf "Jekyll und Hyde" am Theater Basel in der Regie von Alexander Nerlich.

nach oben

Süddeutsche Zeitung, 26.10.2009

Titus Arnu unterhält sich mit Robert Crumb über sein monumentales neues Werk - das erste Buch des Alten Testaments als Comic: "Ich habe ziemlich stark kürzen müssen. Die Arbeit war aber nie langweilig, die Bibel ist ja stellenweise bizarr. Gerade das Alte Testament steckt voller unterhaltsamer, grotesker Geschichten. Es war gar nicht nötig, meine Comic-Version mit krassen Erfindungen und Kraftausdrücken zu garnieren - der Originaltext ist schließlich seltsam und brutal genug. Der Gott des Alten Testaments ist ein Typ zum Fürchten."


In den "Nachrichten aus dem Netz" schreibt Niklas Hofmann über den Niedergang der zum Murdoch-Konzern gehörenden Sozialen Website MySpace, die seltsamerweise nur noch bei Schwarzen in den USA populär ist (mehr dazu in einem Interview des Online-Magazins The Root). Bernd Graff testete Windows 7, das auf einer alten Kiste problemlos lief, aber er zweifelt an der Zukunftsfähigkeit derartiger Betriebssysteme. Gemeldet wird, dass der iranische Blogger Hossein Derakhshan, der vor einem Jahr unvorsichtigerweise in den Iran gereist war, im Gefängnis offenbar gefoltert wurde (die ganze Geschichte im Blog The Lede der New York Times). Susan Vahabzadeh verfolgte eine Tilda-Swinton-Retro mit persönlichen Auftritten und Werkstattgesprächen der Schauspielerin in Wien. Der Wirtschaftsjournalist Werner Vontobel bezweifelt nach Lektüre von Peter Sloterdijks in Cicero (leider nicht online) veröffentlichtem Manifest "Aufbruch der Leistungsträger" den ökonomischen Sachverstand des Philosophen.

Besprochen werden die Ausstellung "The sacred made real" über Velazquez und seine Zeit in der National Gallery London, ein Beethoven-Konzert der Münchner Philharmoniker unter ihrem Noch-Chef Christian Thielemann, Giuseppe Verdis "Simon Boccanegra" unter Daniel Barenboim mit Placido Domingo an der Berliner Staatsoper, Franz Grillparzers Stück "Das Goldene Vließ", inszeniert von David Bösch am Deutschen Theater Berlin, die Ausstellung "Erben des Imperiums in Nordafrika - Das Königreich der Vandalen" in Karlsruhe, einige neue DVDs und Bücher, darunter Peter Guralnicks pophistorische Recherche "Sweet Soul Music".

Auf der Medienseite wird gemeldet, dass eine saudische Journalistin nach einer Sendung, in der über Sex gesprochen wurde, zu 60 Peitschenhieben verurteilt worden ist.

nach oben

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.10.2009

Michael Pawlik legt den rechtlich kniffligen Fall auseinander, bei dem der Vater eines vergewaltigten und ermordeten Mädchens den der Tat Verdächtigen, gegen den in Deutschland die Ermittlungen eingestellt wurden, nach Frankreich entführte, wo ihm nun - eventuell - eine langjährige Haftstrafe droht; Pawlik selbst plädiert in der Angelegenheit auf "Bewunderung für die subtile Eigenlogik des Rechtsdenkens". In der Glosse informiert Dirk Schümer über Kritik an der ausgabenfreudigen Königsfamilie in den Niederlanden. Paul Ingendaay teilt mit, dass bei Granada jetzt zwar die Gebeine von Bürgerkriegstoten exhumiert werden, die des Dichters Garcia Lorca jedoch nicht. Kerstin Holm schildert Korruption, Angst und politischen Druck auf kritische Stimmen im Gegenwarts-Russland. Andreas Rossmann schreibt zum Tod von Karin Hempel-Soos, die lange Zeit der gute Geist der Bonner Kultur war. Geburtstagsgratulationen gehen diese Woche an die Rockmusikerin Grace Slick (von "Jefferson Airplane", 70), die Fotografin Herlinde Koelbl (70), den Komiker John Cleese (70) und den Schauspieler Carlo Pedersoli, bekannter als Bud Spencer (80).


Besprochen werden die prunkvolle Inszenierung von Verdis "Simon Boccanegra" an der Berliner Staatsoper mit Placido Domingos Debüt als Bariton ("letztlich enttäuschend steril" fand Julia Spinola das alles), Lutz Försters getanztes Selbstporträt nach einer Choreografie von Jerome Bel, eine "Chu Yun"-Ausstellung im Frankfurter Portikus, Kelly Reichardts Film "Wendy and Lucy" und Bücher, darunter Tristan Egolfs postum veröffentlichter Roman "Kornwolf" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Heute in den Feuilletons