Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ethik auf der Höhe der Zeit

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

21.10.2009. In der FAZ stellt Karl-Heinz Bohrer im Streit zwischen Peter Sloterdijk und den Verbliebenen der Frankfurter Schule die Freiheit zurück an ihren Platz (über der Gleichheit). Die NZZ glaubt nicht an die Segnungen des Neuro-Enhancement. Laut Carta plant die neue Regierung ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Die Prager Zeitung Lidove Noviny kommentiert neu aufgefundene Dokumente, die die Vorwürfe gegen Milan Kundera bekräftigen.

Aus den Blogs, 21.10.2009

"Koalition plant Leistungsschutzrecht für Verlage", meldet Carta und zitiert aus dem Entwurf des Koalitionsvertrags: "Verlage sollen im Online-Bereich nicht schlechter gestellt sein als andere Werkmittler. Wir streben daher die Schaffung eines Leistungsschutzrechts für Presseverlage zur Verbesserung des Schutzes von Presseerzeugnissen im Internet an."


Wir verweisen zu diesem Thema nochmal auf eine Recherche von Matthias Spielkamp, die auch im Perlentaucher auszugsweise veröffentlicht wurde. Dort erläutert der Medienrechtler Udo Branahl, wie ein Leistungsschutzrecht aussehen könnte und kommt zum Schluss, dass es ein "Bruch mit sämtlichen kontinentalen Freiheitstraditionen" wäre: "Jemand, der eine Nachricht als Erster verbreitet, hätte eine Monopolstellung und könnte die Verbreitung von Informationen verhindern."

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Weitere Medien, 21.10.2009

Die Prager Zeitung Lidove Noviny ist in den Besitz eines bislang unentdeckten Dokuments gelangt, das den Vorwurf gegen den Schriftsteller Milan Kundera erhärtet, 1950 im stalinistischen Prag den Antikommunisten Miroslav Dvoracek an das Regime verraten zu haben. Es handelt sich um das Manuskript eines Vortrages des damaligen stellvertretenden Ministers für Nationale Sicherheit, Jaroslav Jerman, aus dem Jahr 1952. Darin wird die Festnahme Dvoraceks als Beweis dafür gelobt, "wie es durch das Verdienst unserer Bürger zur Enthüllung unserer Feinde kommt". Jerman zitiert in dem Vortragsmanuskript das schon vor einem Jahr vom Magazin Respekt veröffentlichte Polizeidokument, das Kundera verdächtig erscheinen lässt, Dvoracek ans Messer geliefert zu haben. Auf diese Weise, so der Historiker Petr Koura in der Lidove Noviny, ist "praktisch ausgeschlossen, dass es sich bei der Polizei-Darstellung (der Vernehmung Kunderas) im März 1950 um ein nachträglich gefälschtes Dokument handelt". Kunderas Schuld werde laut dem Historiker aber auch durch das neue Dokument nicht eindeutig bewiesen. In einem zusätzlichen Kommentar fordert die Lidove Noviny Kundera "zum x-ten Male" auf, über die Sache zu reden.

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Frankfurter Rundschau, 21.10.2009

Nick Cave spricht im Interview über seinen Roman "Der Tod des Bunny Munro": Es geht um einen Vertreter, dem "etwas fehlt". Natalie Soondrum erzählt in Times Mager von dem Kuss, der sie auf der Frankfurter Buchmesse beeindruckt hat. Antje Hildebrandt gratuliert dem Grips-Theater zum Vierzigsten. Robert Kaltenbrunner beschreibt die Erfolge der Genossenschaftsidee im Wohnungsbau.


Auf der Medienseite informiert Ulrike Simon über Prozesse des Rechtsanwalts Johnny Eisenberg gegen die Bild-Zeitung und deren Chefredakteur Kai Dieckmann, die Eisenberg alle gewann. Dietmar Ostmann erzählt, wie Fox News Obama das Leben schwer macht.

Besprochen wird Mark Edmundsons Buch über Freuds letzte Jahre (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Tageszeitung, 21.10.2009

Für Klaus Walter sind Sonic Youth am Ende bzw. museumsreif. Besprochen werden Sönke Wortmanns Verfilmung der "Päpstin", das Videospiel "Brütal Legend", Stefan Koldehoffs Buch über den Umgang mit Raubkunst "Die Bilder sind unter uns" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).


Auf der Meinungsseite beschreibt Georg Seeßlen die vier Schreckgespenster des "Mittelklasse-Intellektuellen". Für taz zwei besucht Marco Lauer einen Schweizerkurs für Deutsche.

Und Tom.

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Die Welt, 21.10.2009

Vor der am Donnerstag startenden Internationalen Demokratiekonferenz in Leipzig erinnert Gerhard Gnauck an die Revolutionen in Osteuropa und erkennt in ihnen den "Gründungsakt eines Europas der Bürgergesellschaft". Hendrik Werner kommentiert in der Randspalte die Meldung, dass Elke Heidenreich ihre Internet-Sendung "Lesen!" aufgibt: "Das ist bedauerlich, war aber absehbar." Hollywood-Format attestiert Hanns-Georg Rodek Sönke Wotmanns Historien-Drama "Die Päpstin": Der Film hat "das Geld (über 20 Millionen Euro), besitzt den Atem, kreiert die Aura". Lars Kreye gingen bei der Verleihung des ersten feministischen Preises für Pornofilme die Augen auf: "Wer gedacht hat, Feministinnen stehen auf Softpornos, ist an desem Abend im falschen Film."


Besprochen werden Martin Schläpfers Einstand als Düsseldorfer Tanzchef mit seiner Choreografie "b.01", ein Band mit Zeichnungen von Neo Rauch, eine Aufführung von Verdis "Giovanna d'Arco", ein Konzert von Fleedwood Mac, in München und das ARD-Drama "Frau Böhm sagt Nein".

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Neue Zürcher Zeitung, 21.10.2009

Uwe Justus Wenzel reagiert skeptisch auf den Vorstoß einiger Wissenschaftler, "Neuro-Enhencement" in der Gesellschaft positiv zu besetzen. Sieben Wissenschaftler der Medizin, Philosophie, Ethik und der Rechtswissenschaft verfassten im aktuellen Magazin "Gehirn und Geist" ein entsprechendes "Memorandum" für Gehirn-Doping. Für Wenzel klingt das Ganze mehr nach "Zombies mit frisierten Gehirnen" und einer Ethik, die beliebig ist: "Zwar fänden die Autoren es 'höchst problematisch, wenn zunehmend nur die Nutzer von Neuro-Enhancement privilegierte Zugänge zu bestimmten Arbeitsplätzen und anderen Positionen erhielten'. Aber davor, ins soziale Hintertreffen zu geraten, sollen 'Enhancement-Unwillige' nur geschützt werden, 'solange' sich die Neuro-Pharmazeutika 'nicht als physisch wie psychisch' unbedenklich erwiesen haben. Mit solcher Güterabwägung bewegt sich die angewandte als angepasste - und darum überflüssige? - Ethik auf der Höhe der Zeit, die von ihren Niederungen ebenso schwer zu unterscheiden ist wie der Gebrauch vom Missbrauch der Pharmaka." Im "Forschung und Technik"-Teil der NZZ steckt Lena Stallmach das Feld der Meinungen in der Wissenschaftsdebatte ab.


Besprochen werden die Donaueschinger Musiktage (Peter Hagmann arbeitet sich an "zwei sehr dominanten, unter dem Strich aber hilflosen Versuchen" einer modernen Orchesteraufführung ab), eine Ausstellung der Judaica-Sammlung des Züricher Unternehmers Rene Braginsky an der Universität Amsterdam, die Aufführung der Rossini-Oper "Tancredi" im Theater an der Wien durch Steven Lawless und Bücher, darunter Dieter Richters Kulturgeschichte "Der Süden. Geschichte einer Himmelsrichtung", Wolf Haas' neuer Krimi "Der Brenner und der liebe Gott" sowie Thomas von Steinaeckers Kolonialismusroman "Schutzgebiet" (mehr in der Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2009

Der Literaturwissenschaftler und Merkur-Herausgeber Karl-Heinz Bohrer wirft sich in die Schlacht zwischen Peter Sloterdijk (hier dann die Replik auf Honneth) und Frankfurter Schule (Honneth und Menke) und macht keinen Hehl daraus, dass ihm an einem Staat, der Gleichheit herstellen will, ganz und gar nicht gelegen ist: "Die Polemik gegen Sloterdijks Theorem der 'Selbst-Werdung' verfehlt den Punkt, auf den es ankommt: die Notwendigkeit sozialer Ungleichheit, die Notwendigkeit mangelnden 'Respekts'. Auch Menkes Versuch, die Priorität des Gleichheitsprinzips vor dem die Ungleichheit schaffenden Freiheitsprinzip immerhin gedanklich zu demonstrieren, nicht bloß politisch zu fordern, läuft auf eine Begriffsglauberei hinaus, bei der selbst das Zentralwort seines interessanten Buches 'Kraft' nicht weiterhilft, ganz zu schweigen von der für die Frankfurter Ideologiekritik charakteristischen Taktik, der Gegenseite 'schlechtes Denken' vorzuwerfen."


Weitere Artikel: Kerstin Holm schildert die Aufregung, die ein pseudonym aller Wahrscheinlichkeit nach vom Kreml-Ideologen Wladislaw Surkow verfasster, ziemlich nihilistischer Roman in Russland verursacht. In der Glosse denkt Jochen Hieber nicht ganz im Ernst über Für und Wider eines Alkoholverbots in Zügen nach. Christina Hucklenbroich kann nur mitteilen, dass offizielle Stellen keine klare Meinung dazu haben, ob die Schweinegrippe-Impfung für Schwangere anzuraten ist oder nicht. Von den Tagen für Neue Musik in Donaueschingen berichtet Julia Spinola.

Besprochen werden die Uraufführung der Erfolgsstück-Fortsetzung "Linie 2" am Grips-Theater, die Ausstellung "The Lens and the Mirror" im Metropolitan Museum in New York, ein Konzert von The xx (Website) in Köln und Bücher, darunter Andreas Urs Sommers Traktat "Die Kunst der Seelenruhe" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 21.10.2009

Im Aufmacher widmet sich Thomas Steinfeld einigen melancholischen Selbstbetrachtungen der Schweizer, die ihrer einstigen Rolle als neutrales Land nachtrauern: "Es gab kein anderes Land, das diese notwendige Aufgabe hätte erfüllen können. Und wenn die Schweiz davon profitierte - wer wollte es ihr verdenken? Mit der Auflösung der weltpolitischen Blöcke verschwand nun aber auch die Funktion des Maklers."

(In Eurozine hat der schwedische Journalist Arne Ruth gerade beschrieben, wie zweifelhaft der Mythos von der "Neutralität" in Schweiz und Schweden ist. )

Weitere Artikel: Johannes Boie berichtet vom Strangerfestival in Amsterdam, wo man der zumeist jugendlichen Laienkultur im Internet auf die Spur zu kommen versuchte. Till Briegleb schildert den gesamthamburger Widerstand gegen die Übernahme des Gängeviertels durch einen Investor. Jörg Hantzschel beschreibt neue Kulturbauten von Rem Kohlhaas und Norman Foster für das an baulichen Attraktionen arme Dallas (Bilder hier und hier). Alexander Menden unterhält sich mit Anish Kapoor über seine Einzelausstellung in der Royal Academy of Arts, welche eine seltene Ehre darstellt. Und Michael Stallknecht verfolgte ein Kolloquium zum Zehnjährigen des "Kollegs Friedrich Nietzsche" in Weimar

Besprochen werden die Verfilmung der "Päpstin", Brechts "Johanna" in der Regie von Tilmann Köhler in Dresden, das neue Album der Band Rammstein, die Musiktheater-Installation "Batsheba - Eat The History" des Kölner Komponisten Manos Tsangaris in Donaueschingen und Bücher, darunter Jens Hackes Studie "Die Bundesrepublik als Idee - Zur Legitimationsbedürftigkeit politischer Ordnung" (mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr).

Auf der Medienseite porträtiert Gerti Schön die amerikanische Journalistin Nikki Finke, die mit ihrem Blog Deadline.com halb Hollywood in Atem hält, weil sie die bisher allmächtigen PR-Leute der Branche links liegen lässt.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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