Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Die Emphase ist weg

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

30.09.2009. In iRights.info erklärt Till Kreutzer, warum Leistungschutzrechte den Verlagen nichts nützen und der Öffentlichkeit schaden würden.  Die Frage, ob Roman Polanski ausgeliefert werden soll, spaltet die Feuilletons. In meisten Ländern wäre die Tat längst verjährt, meinen die einen. Polanski hat sich noch nicht verantwortet, die anderen. In der Welt erklärt Dietmar Dath, warum Pop für ihn tot ist.

Aus den Blogs, 30.09.2009

1969 schrieb der vor einigen Tagen verstorbene Kolumnisten William Safire eine Rede, die Richard Nixon halten sollte, Buzz Aldrin und Neil Armstrong auf dem Mond sterben sollten. Lesen kann man sie bei Gawker. Hier der Anfang: "Fate has ordained that the men who went to the moon to explore in peace will stay on the moon to rest in peace."


Die Wahl ist vorbei. Die Lobbyisten der Verlage warten, dass vor allem die im Wahlkampf knieweiche CDU die Forderungen der Industrie nach Leistungsschutzrechten erfüllt. In iRights.info schreibt der Urheberrechtler Till Kreutzer einen sehr kundigen Artikel zu diesen Forderungen, und er kommt zu der Idee, dass man das mit den Leitungsschutzrechten auch genau umgekehrt sehen könnte, nämlich so "dass angesichts der unübersehbaren Flut der Inhalte und Informationen diejenigen, die dafür sorgen, dass sie erschlossen werden, auffindbar sind und aggregiert werden und die gleichzeitig den Webseiten der Inhaltsanbieter erhebliche Zugriffe verschaffen, in einer globalen Wissensgesellschaft diejenigen sind, die dafür mit eigenen Rechten oder gesetzlichen Vergütungsansprüchen belohnt werden müssen. Aber das würde wahrscheinlich als ketzerisch angesehen." (Also, jedenfalls nicht vom Perlentaucher!)

Dirk Laucke verteidigt in der Nachtkritik sein Theaterprojekt "Ultras" mit rechtsradikalen Fußballfans in Halle. Das Projekt hat große Empörung ausgelöst, zumal es von der Bundeskulturstiftung mit 67.000 Euro gefördert wurde. Laucke schreibt: "Wenn das Bier zu teuer ist, sind das 'jüdische Preise'. Dennoch behaupten die Ultras des Halleschen FC von sich, 'unpolitisch' zu sein. Politik habe im Stadion nichts zu suchen. Im Stadion, klar. Sonst verhalten sich die jungen Männer wie es ihnen passt, auch klar. Ich habe diese Haltung als Beobachter erst einmal hingenommen und genau diesen Vorgang in meine Inszenierung eingebaut: Die Zuschauer werden mit diesen teils sich widersprechenden Äußerungen konfrontiert. Es ist ihnen überlassen, weitere Schlüsse auf das Weltbild der Ultras und ihre Brisanz im gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang zu schließen."

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Frankfurter Rundschau, 30.09.2009

Die Frage, ob Polanski über dem Gesetz steht, stellt sich überhaupt nicht, meint Daniel Kothenschulte. "Die USA sind fast das einzige westliche Land, in dem Vergewaltigung nicht verjährt - auch wenn in der Schweiz gerade ein ähnliches Gesetz diskutiert wird. In Deutschland beträgt die Verjährungsfrist maximal zehn Jahre. Wäre die Tat hier geschehen, Polanski wäre seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr zu belangen. Die Schweiz ist allerdings auch das einzige dieser westlichen Länder, das in seinem Auslieferungsabkommen die fremde, nicht die eigene Verjährungsfrist zum Maßstab nimmt. Wir dürfen also mit Fug und Recht für Unrecht halten, was in der Schweiz doch rechtens ist."


Weitere Artikel: Die SPD sollte ihre Niederlage als Chance für einen Neuanfang begreifen, meint Manfred Schneider. Christian Schlüter war dabei, als Robert Crumb in Paris seinen Comic "Schöpfung" vorstellte. Harry Nutt hält es für wahrscheinlich, dass Bernd Neumann Kulturstaatsminister bleibt. Auf der Medienseite berichtet Ulrich Hottelet über amerikanische Terrorjäger im Internet.

Besprochen werden zwei Inszenierungen an den Münchner Kammerspielen, nämlich Stefan Puchers "Platonow" und Lola Arias' "Familienbande", sowie und Ernst-Wilhelm Händlers Roman "Welt aus Glas" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Tageszeitung, 30.09.2009

Cristina Nord meint, dass Roman Polanski sich ausliefern lassen soll: "Roman Polanski ist ein herausragender Filmemacher. Aber 1977 hat er etwas getan, wofür er sich bisher nicht verantwortet hat und wofür er sich verantworten muss."


Weitere Artikel: In der tazkultur resümiert Cristina Nord noch einmal den Streit um Rainer Werner Fassbinders "Der Müll, die Stadt und der Tod" nach einem Roman von Gerhard Zwerenz, das nun in Mülheim tatsächlich erstmals aufgeführt werden soll, kommt aber zu keinem Schluss in der Fage, ob es antisemitisch ist oder nicht. Laut Micha Brumlik muss es den Sozialdemokraten ab jetzt darum gehen, "die 'Linke' über Regierungsverantwortung in ein sozialdemokratisches Projekt für das 21. Jahrhundert zu holen". Sebastian Knoll berichtet über das US-Einreiseverbot für den Verleger KD Wolff.

Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 30.09.2009

Marta Kijowska berichtet für die Schweizer Leser über die polnischen Reaktionen auf Andrzej Wardas Film "Das Massaker von Katyn" und hört Kritik am Anspruch des Regisseurs: "Er lasse sich diesmal zu wenig von einer künstlerischen Vision und zu sehr von einer didaktischen Botschaft leiten, erteile seinen Landsleuten eine Lektion in Geschichte, statt ihnen zu einem kathartischen Erlebnis zu verhelfen, so der Haupteinwand."


Weiteres: Kerstin Stremmel resümiert das 3. Fotofestival Mannheim/Ludwigshafen/Heidelberg. Besprochen werden Luc Bondys Inszenierung von Puccinis "Tosca" an der Metropolitan Opera in New York ("erfrischend blasphemisch", findet Andrea Köhler) und Bücher, nämlich Harro Zimmermanns Studie "Friedrich Schlegel oder Die Sehnsucht nach Deutschland", Eric Firleys und Caroline Stahls Architekturband "The Urban Housing Handbook" sowie Andrei Sinjawskis Buch über sowjetische Lagerhaft "Eine Stimme im Chor" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Die Welt, 30.09.2009

Er hat aufgehört an die politisch-ästhetische Relevanz von Pop zu glauben, bekennt der ehemalige Spex-Redakteur Dietmar Dath nebenbei in einem Interview mit Thomas Lindemann über einige neue Romane, die er in dieser Saison vorlegt: "Ab jetzt ist Pop nur noch etwas wie viele andere Dinge. Die Emphase ist weg, die sagte, wir wenden uns vom Theater ab, von der bildenden Kunst, von allen diesen bürgerlichen und parastaatlichen Medien, und suchen uns eine Plattform, die zwar von Geld verdreckt ist, aber noch nicht von Kompromissen irgendeiner quasi sozialdemokratischen Betulichkeit. Daran glaubt heute niemand mehr."


Weitere Artikel: Peter Beddies unterhält sich mit Roland Emmerich, der in Babelsberg einen (englischsprachigen) Film drehen wird. Manuel Brug gratuliert dem Stadttheater Basel zum Titel "Opernhaus des Jahres". Eckhard Fuhr empfiehlt den Film "Jenseits der Mauer", der heute am im Ersten läuft. Elmar Krekeler ist ganz fasziniert von der Schauspielerin Noomi Rapace, die in der Verfilmung von Stieg Larssons "Millennium"-Bestseller die Lisbeth Salander gibt. Julia Macher würdigt den Film "Nanking, Nanking" des chinesischen Regisseurs Lu Chuan über die Massaker der Japaner an den Chinesen - der Film war Preisträger in San Sebastian. Und "wfr" kommentiert die Ernennung Victoria Espinels zur "Copyright-Zarin" der amerikanischen Regierung: "Barack Obama, der erste große Internet-Wahlkämpfer, hat sich der 'Copyright' und nicht der 'Copyleft'-Bewegung zugeneigt."

Besprochen werden die Ausstellung "Moctezuma: Herrscher der Azteken", die an Ausstellungen über einen chinesichen, einen römischen und einen persischen Kaiser anschließt, in London, der "Prinz von Homburg" am Deutschen Theater und neue Vokalwerke von Wolfgang Rihm in Basel.

Auf der Magazinseite porträtiert Hanns-Georg Rodek Roman Polanski, der nun in der Bredouille sitzt, als einen "gewaltigen Regisseur".

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.09.2009

In der Glosse hält Tilman Spreckelsen sehr wenig davon, den aus der Gunst junger Leser gefallenen Karl May durch "Modernisierung" zeitgemäßer zu machen. Mark Siemons sah das große filmische Nationalepos "Die Gründung einer Republik" gesehen, das sich China zum sechzigsten Jahrestag spendiert hat (mehr dazu in der gestrigen NZZ, und hier ein knapp achtminütiger Trailer.) Dieter Bartetzko erklärt, warum die beiden SPD-Verlierer Steinmeier und Müntefering vor Rainer Fettings Brandt-Statue so klein aussahen. Sabine Berking porträtiert den Schriftsteller Daniel Alarcon, der den Internationalen Literaturpreis des Berliner Hauses der Kulturen der Welt erhält. Auf der DVD-Seite werden eine Box mit Filmen von Carl Theodor Dreyer, Maximilian Plettaus Box-Doku "Comeback" und Enki Bilals "Tykho Moon" empfohlen.


Besprochen werden Stefan Puchers "Platonow"-Inszenierung an den Münchner Kammerspielen, Anthony Taylors Philipp-Glass-Choreografie "Sind wir Helden?" in Koblenz, und Bücher, darunter Rolf Schneiders Kulturgeschichte "Das Mittelalter" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 30.09.2009

Thomas Haberkorn schreibt zur Selbstmordserie bei der France Telecom, die inzwischen zu einer Art Werther-Effekt zu führen scheint: "Das Land debattiert über seine Selbstmordrate (nach Finnland die zweithöchste in Europa) und fragt sich, ob Management-Methoden angelsächsischer Prägung und die Privatisierung ehemals staatlicher Unternehmen tatsächlich immer mehr Arbeitnehmer bis zum Äußersten treiben." (Ähm, müsste dann die Selbstmordrate in angelsächsischen Ländern nicht höher sein, oder ist der Menschenschlag dort einfach zäher?)


Weitere Artikel: Thomas Urban berichtet über erbitterte Debatten in Polen über die Frage, ob die Schweiz Roman Polanski in die USA ausliefern solle, obwohl selbst das Opfer der Vergewaltigung vor 32 Jahren, für eine Einstellung des Verfahrens plädiert. Christine Dössel sieht ganz klar die beiden Protagonisten als Grund des Erfolgs von Stieg Larssons "Millennium"-Trilogie ("Der lautere Mikael und die schräge Lisbeth: ein Medien- und ein Computer-Junkie, die ohne Internet, iBook und Blackberry gar nicht mehr auskommen würden. Auch das macht sie so modern.") Fritz Göttler bespricht recht positiv die Verfilmung des ersten Bandes der Trilogie. Lothar Müller schlägt vor, den "30. September 1659 als Feiertag in der Geschichte der Romankunst" zu begehen - an diesem Tag strandete Robinson Crusoe auf seiner Insel im Pazifik.

Besprochen werden Kirsten Harms' Inszenierung von Strauss' "Frau ohne Schatten" an der Deutschen Oper Berlin, die Thomas-Demand-Ausstellung ebendort und Andreas Kriegenburgs Inszenierung von Kleists "Prinz Friedrich von Homburg" am Deutschen Theater Berlin und auch ein Münchner Ereignis, nämlich eine Ausstellung mit frühen Fotografien von jüdischen Siedlern in Palästina (mehr hier).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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