Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Amazing trash patrol

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

29.09.2009. Nun arbeiten sich auch die Feuilletons an den Wahlen ab und versuchen vor allem, den Aufstieg Guido Westerwelles zu verkraften. Viele finden ihn schon gar nicht mehr so unsympathisch. Und der schwule und konservative amerikanische Alphablogger Andrew Sullivan begrüßt ihn mit den Worten: "Westerwelle is now the world's leading non-leftist gay leader." Die Welt und die NZZ berichten mit Grausen über das offizielle Kulturprogramm Chinas zu sechzig Jahren Volkrepublik. In Slate hält Christopher Hitchens ein Plädoyer für das Schwein, zumal in Kairo.

Die Welt, 29.09.2009

Johnny Erling hat die monumentale Revue "Chinas Weg der Auferstehung" in Peking gesehen, wo vier Minuten von zweieinhalb Stunden von der Kulturrevolution handeln (die aber nicht so genannt werden darf) - anders die gleichnamige Geschichtsausstellung in der Stadt: "In der Ausstellung wird nicht nur die Kulturrevolution mit keinem Wort erwähnt, ganz zu schweigen von dem Tiananmen-Massaker 1989. Die Geschichte vollzieht sich nach 1949 nur noch als Serie von Erfolgen, für die es vier Verantwortliche gab und gibt: Mao Tsetung, Deng Xiaoping, Ex-Parteichef Jiang Zimin und der heutige Hu Jintao."


Im Gegensatz zu den gezausten Volksparteien, deren Repräsentanten nur noch Bürger und Bürgerinnen kennen, spricht Guido Westerwelle gerne altmodisch vom "Volk", beobachtet Eckhard Fuhr: "Nur durch das 'Volk' .. wird der Macht- und Gestaltungsanspruch der FDP authentisch aber auch umfassend. Wer sich in den Dienst des 'Volkes' stellt, kann nicht Klientelpartei sein."

Weitere Artikel: Volker Blech kommentiert den für 2011 annoncierten Abgang der Intendantin der Deutschen Oper, Kirsten Harms, und bespricht gleichzeitig ihre jüngste Inszenierung, Strauss' "Frau ohne Schatten". Clemens Wergin sieht den deutschen Taliban Bekkay Harrach mit seinen Drohvideos als Repräsentanten der Generation 30plus, die "was mit Medien" machen will. Josef Engels unterhält sich mit dem Jazzklarinettisten Rolf Kühn, der achtzig Jahre alt wird. Manuel Brug erzählt von aufwändigen Opernproduktionen in realer Umgebung, mit denen das Schweizer Fernsehen (heute ist auch Arte für "La Boheme" zugeschaltet) erstaunliche Publikumserfolge feiert. Michael Stürmer schreibt zum Tod des New York Times-Kolumnisten William Safire.

Besprochen werden Barbara Freys Inszenierung des "König Lear" in Köln und und eine Ausstellung des Installationskünstlers Mark Dion zum Thema Jagd in der Herbert-Gerisch-Stifung, Neumünster.

Auf der Forumsseite setzen Wolfgang Schäuble und der niederländische Soziologe Paul Scheffer ihr Streitgespräch zum Thema Migration und Integration fort, das sie in der Welt am Sonntag begonnen hatten (der in der Papierzeitung angegebene Link zum ersten Teil funktioniert leider nicht).

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Aus den Blogs, 29.09.2009

Christopher Hitchens hält in seiner Slate-Kolumne ein flammendes Plädoyer für das Schwein - Anlass: Kairo versinkt laut einer New York Times-Reportage im Müll, seit die Behörden wegen der Schweinegrippe die Schweine der Stadt tötete (und so nebenbei viele Christen ihrer Lebensgrundlage beraubte): "It is certainly their omnivorousness that makes them such an amazing trash patrol. Not to notice this about pigs is to miss the point of them. We might also observe that they have skin and organs that can be transplanted onto and into humans, that they have high intelligence and an impressive body weight to brain weight ratio, some family values, and other interesting traits... A world without pigs would be a world in which humans had destroyed some close kin and some very serviceable fellow creatures. Yet two of the great monotheisms are committed to irrational hatred and even fear of the pig."


Alphablogger Andrew Sullivan kommentiert die deutschen Wahlen: "Westerwelle is now the world's leading non-leftist gay leader."

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Frankfurter Rundschau, 29.09.2009

Harry Nutt versucht das Wahlergebnis mit den Mitteln der Soziologie zu erklären und hält fest: "Die vermeintliche Langeweile des Wahlkampfs könnte schon bald in einem gesellschaftlichen Rumoren münden. Im Mittelpunkt werden dabei Fragen nach sozialer Gerechtigkeit stehen, deren vertrautes Gefüge von den Folgen der Finanzmarktkrise allem Anschein nach noch nicht annähernd erfasst ist."


Weitere Artikel: Georges-Arthur Goldschmidt feiert die 1000. Nummer der Literaturzeitschrift Quinzaine litteraire. Margarethe von Trotta, deren Film "Hildegard von Bingen" diese Woche anläuft, spricht im Interview über ihren Film, Alternativmedizin und Visionen.  Recht angeregt berichtet Peter Michalzik über den Theaterauftakt in Dresden, wo Wilfried Schulz seine erste Saison als Intendant eröffnet. In Times mager kommentiert Ina Hartwig die Bücher-Hotlist, die von kleinen Verlagen ausgeschrieben wurde. Auf der Medienseite beschreibt Ralf Siepmann die Layout-Reform der NZZ als Zeichen der Krise bei den Schweizer Zeitungen.

Besprochen werden Kirsten Harms' Inszenierung von Richard Strauss' Oper "Frau ohne Schatten" an der Deutschen Oper Berlin (eine Meldung informiert uns daneben, dass Harms ihren Vertrag nicht über 2011 hinaus verlängern will) und Alexander Waughs Familiengeschichte "Das Haus Wittgenstein (hier eine Leseprobe).

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Die Tageszeitung, 29.09.2009

Auf der Meinungsseite geben Claus Leggewie, Daniel Cohn-Bendit und Harald Welzer den Grünen Tips für eine sinnvolle Ausgestaltung der Zeit in der Opposition. Die Kulturredaktion arbeitet sich am Erfolg der FDP ab. Dirk Knipphals meint zum Beispiel: "Es gab in den vergangenen Jahren für einen deutschen Künstler kaum etwas Peinlicheres, als von Guido Westerwelle toll gefunden zu werden." (Nun, das gibt sich schon, jetzt hat Westerwelle ja Macht.)


Weitere Artikel: Julia Gwendolyn Schneider zieht Bilanz der Berliner Kunstmesse Art Forum. Und Doris Akrap erlebte den Philosophen Jacques Ranciere bei drei Vorträgen in Berlin. In tazzwei greift Sebastian Erp die Proteste gegen die Verhaftung Roman Polanskis auf.

Besprochen wird das Künstlerprojekt "X Wohnungen" in Wien.

Tom.

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Neue Zürcher Zeitung, 29.09.2009

Noch nichts online, heute morgen in der NZZ, vielleicht schauen Sie später mal hier nach.


Zum 60. Jahrestag der chinesischen KP feiern gleich vier Filme die "Magie des Kommunismus im chinesischen Kontext", berichtet Matthias Messmer, darunter "Reizendes China", ein Porträt des kommunistischen Militärführers Fang Zhimin, und der Film "Gründung einer Republik", den Messmer im Kino sah: "Mao und Tschou En-lai mit Kindern beim Spiel in einer blühenden Blumenwiese oder der spätere 'Große Steuermann' als um seinen bei einem Bombenangriff umgekommenen Koch trauernder Militärführer mag für Propaganda gewohnte Chinesen erträglich sein, für historisch an jener Zeit interessierte Zuschauer ist diese kitschig-sentimentale Inszenierung des Diktators schlicht geschmacklos." Dafür spielen eine Reihe von Stars mit, lesen wir: darunter Jackie Chan, Andy Lau, Jet Li, Ge You und sogar Chen Kaige.

Weiteres: Dirk Pilz ist enttäuscht vom Auftakt der neuen Intendanz am Deutschen Theater in Berlin  Besprochen werden die Uraufführung von Wolfgang Rihms neuer Oper "Drei Frauen" im Theater Basel, Aufführungen beim Festival Musica Strasbourg (ebenfalls mit Rihm), die Darbietungen von Mahlers 7. Sinfonie in der Tonhalle Zürich und von Beethovens Sonaten Opera 109 bis 111 durch die japanische Pianistin Mitsuko Uchida und Bücher, nämlich eine Edition von Paul Feyerabends naturphilosophischen Schriften sowie neue Erzählungen von A.L. Kennedy (mehr in der Bücherschau ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2009

Detlef Borchers beklagt, dass es keine vernünftige Verschlüsselungssoftware für Privatanwender gibt, obwohl damit eine Vielzahl von Sicherheitsproblemen zu lösen wäre: "Fünfzehn Jahre nachdem der letzte Computer mit einem graphischen Betriebssystem ausgeliefert wird, muss jeder Nutzer, der um eine vertrauenswürdige Kommunikation wie den Schutz der eigenen Dateien besorgt ist, in die Maschinenhölle absteigen und dort händisch Programme installieren. Die Softwareindustrie, die so stolz auf ihre intuitive Benutzerführung ist, hat hier versagt. Auch die Politik, die gern vom 'eGovernment' schwärmt, hat hier ein einziges Chaos produziert." Der Grund, aus dem bessere Angebote hier wichtig wären, ist simpel: "Bürgerrechte in der Informationsgesellschaft hängen von der einfachen Lösung dieser technischen Fragen ab."


Weitere Artikel: In der Stunde seiner Niederlage hat sich, findet jedenfalls Michael Hanfeld, Frank-Walter Steinmeier als würdiger Kanzlerkandidat erwiesen. Andreas Rosenfelder porträtiert den Alt-Liberalen Gerhart Baum, dem die Piraten "irgendwo" schon "sympathisch" sind und beginnt seinen Artikel mit dem von jeder Kenntnis ungetrübten Satz: "Leider hat das Internet zu seiner Verteidigung fast nur zweifelhafte Gestalten aufzubieten". Jordan Mejias glossiert Barbra Streisands hochexklusiven Auftritt in New York, mit dem sie Werbung für ihr neues Album machte. Von einer Tagung, auf der es um die Varusschlacht und römische Expansionsstrategien ging, berichtet Ralf-Peter Märtin. Felicitas von Lovenberg meldet, dass der Verlag Achilla Presse die Schnauze voll hat vom Buchhandel und seine Bücher nur noch auf eigene Rechnung vertreibt (Website - seltsamerweise ohne Shopsystem). Hingewiesen wird darauf, dass Frank Schätzings neuer Roman "Limit" in einer siebenteiligen Leseprobe bei faz.net vorgestellt wird. Auf der Medienseite schreibt Jordan Mejias zum Tod des US-Journalisten William Safire.

Besprochen werden Karin Beiers "König Lear"-Inszenierung in Köln, Richard Strauss' "Frau ohne Schatten" an der Deutschen Oper Berlin, inszeniert von der 2011 scheidenden Intendantin Kirsten Harms (misslungen, findet Christian Wildhagen, und dass der neue Generalmusikdirektor Donald Runnicles nicht dirigiert, spreche auch für sich), die Ausstellung "Turner and the Masters" in der Tate Britain, die Ausstellung "Images recalled - Bilder auf Abruf" (Website) in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg, die CD "Leopold Stokowski conducts" mit Aufnahmen aus den fünfziger Jahren und Hanns-Josef Ortheils neuer Roman "Die Erfindung des Lebens" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 29.09.2009

Auf Seite 3 macht Gustav Seibt in der Berliner "Kreativklasse" eine neue Klientel der FDP aus: "In diesem Milieu, das wachsen wird, will man sich weder von der Arbeitsagentur das Leben vorschreiben noch vom Staatsschutz durchleuchten lassen. Dieser Freiheitswille, er hieß einmal Liberalismus." Im Feuilleton wird fleißig weiter analysiert. Gustav Seibt II. erklärt, "warum Deutschland keine italienischen Verhältnisse hat" (eines der Argumente: "Deutschland verfügt über einen funktionierenden Sozialstaat, während in Italien der Staat von Einzelinteressen betrogen und geplündert wird"). Und Andreas Zielcke fragt, wie demokratisch Koalitionsverhandlungen überhaupt seien.


Weitere Artikel: Renate Meinhof meldet, dass Rolf Hochhuth mit seinem Ansinnen, das Berliner Ensemble zu bespielen, von neuem gescheitert ist. Henrik Bork teilt mit, dass der chinesische Autor Liao Yiwu weiterhin nicht ausreisen darf. Gustav Seibt III. verweist in der "Zwischenzeit" auf einen neuen Aufsatz des Bielefelder Germanisten Bernd W. Seiler zum Gespräch zwischen Goethe und Napoleon (dem sich Seibt in seinem letzten Buch selbst widmete). Wolfgang Schreiber meldet, dass Kirsten Harms die Deutsche Oper Berlin 2011 verlassen will. Johan Schloemann resümiert die "eher alberne" Debatte zwischen dem "beleidigten Sozialkundelehrer" Axel Honneth und dem "Konzertredner" Peter Sloterdijk (Honneths Artikel steht inzwischen online, damit sind alle Links versammelt). Laura Weißmüller berichtet von der Design Week und der Möbelmesse "habitare 09" in Helsinki, bei denen Finnland an seine alten Erfolge in modernem Design anknüpfen wollte. Thomas Steinfeld hat Nicholson Bakers neuen Roman "The Anthologist" (erstes Kapitel) schon auf englisch gelesen.

Besprochen werden Albert Ostermaiers Dramatisierung des Films "Das Leben der Anderen" in Luxemburg, Monteverdis "Orfeo" in der Regie Robert Wilsons in Mailand und Bücher, darunter Norbert Scheuers Roman "Überm Rauschen", der auf der Shortlist zum Buchpreis steht.

Auf der Medienseite schreibt Reymer Klüver zum Tod des New York Times-Kolumnisten William Safire. Tobias Moorstedt guckt neue TV-Serien aus Amerika. Gemeldet wird, dass die Bloggerin und Chefredakteurin des Internet-Portals derwesten.de Katharina Borchert zu Spiegel Online wechselt.

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Vom Verenden des Verstehens

26.05.2012. Pfingstereignis Feuilleton! In der FAZ überlegt Durs Grünbein, warum Dichtung unerlässlich ist. In der SZ schreibt Günter Grass ein erlässliches Gedicht. In der NZZ beschreibt Botho Strauss den Idioten als freien Geist. In der Welt droht der Künstler Gregor Schneider Documenta-Chefin Carolyn Christov-Bakargiev mit Kunst. Im Tagesspiegel wünscht sich Johannes Schneider etwas mehr Ehrlichkeit in der Urheberrechtsdebatte. In der taz schlägt Ulrich Kühne vor: Nur noch sechs Prozent für die Verwerter. Mehr lesen

Grenzen spielen eine ambivalente Rolle

25.05.2012. Heise Online und die Welt melden: Die Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks steigen um bis zu 1850 Prozent. Die FR bewundert in ihrer Cannes-Kolumne Nicole Kidman in der Rolle ihres Lebens. Die FAZ resümiert die spanische Debatte um Mario Vargas-Llosas jüngstes Buch "La civilización del espectáculo". Mehr lesen

Belebung der Leiber

24.05.2012. In der NZZ beschreibt die Schriftstellerin Mansura Eseddin die Situation kurz vor den Wahlen in Ägypten. In der taz erzählt Wes Anderson, was ihn an den 60er Jahren interessiert. In der FAZ erklärt Peer Steinbrück dem Genossen Thilo Sarrazin noch einmal, warum wir den Euro brauchen. In der Zeit erklärt FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher dem Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo: Die Piraten sind keine Modeerscheinung. SZ, Welt und taz feiern den neuen Film von Leos Carax und seinen Hauptdarsteller mit dem hässlichen und wunderschönen, bösen und romantischen Gnomengesicht: Denis Lavant. Mehr lesen

Pragmatische Theorie der Tücke

23.05.2012. Die Welt erzählt, was man in der großen Ausstellung über den jungen Dürer in Nürnberg lernen kann. Und sie spricht sich gegen die Vorschläge der Piratenpartei zum Urheberrecht aus.  In der SZ begrüßt der Historiker Michael Wildt neue Blicke auf die Gewaltzusammenhänge des 20. Jahrhunderts. Und Georg Klein zerschneidet Schnecken. Slate.fr fragt: Wie frauenfeindlich darf ein Festival wie Cannes sein? Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Gelegentlich auch finster und bizarr

22.05.2012. Die Inszenierung von "The Rake's Progress" in Frankfurt ist zwar ein bisschen bieder, findet die FR, aber ansonsten: tolle Oper! Die FAZ stellt erstaunliche Parallelen zwischen den Urheberrechtspositionen der SPD und der Piraten fest. Die SZ versucht mithilfe der Nobeltpreisträgerin Elinor Ostrom Urban Gardening und Filesharing zu verstehen. Alle trauern um Robin Gibb. Und die NZZ meint zur Position der deutschen Sarrazin-Kritiker: "Hilflos strampeln sie mit im System der Vermarktung, das sie verdammen." Mehr lesen

Figur der Jederzeitlichkeit

21.05.2012. Wie können die Europäer eigentlich in ein Land kommen, wo gefoltert wird, um ein Fußballfest zu feiern?, fragt Juri Andruchowytsch in der FR. Aber sie singen ja auch in Baku, notiert die taz. Im sonnigen Cannes hebt sich die Düsternis dänisch-österreichischer Autorenfilme besonders vorteilhaft ab, findet die Welt. Im Perlentaucher plädiert Katharina Hacker für das Teilen von Texten - und gegen "Geistiges Eigentum". Die NZZ lernt in Japan: Wer hundert werden will, muss lernen, lernen, lernen.  Mehr lesen

Auch bei geringsten dynamischen Graden

19.05.2012. In der Welt gratuliert Kontatin Grcic dem Designerkollegen Dieter Rams, der ihn auf den Pfad der Tugend zurückführte. Die taz überlegt, ob die Geschichte von kino.to als Hollywoodfilm nachzuerzählen wäre, und welche Rolle dabei den Verbänden der Filmindustrie zukäme. Die SZ kritisiert in der Urheberdebatte den Autoren-Aufruf und fordert konstruktive Lösungen. Die FAZ bewegt sich mit Grausen durch spanische Investitionsruinen. Alle trauern um Dietrich Fischer-Dieskau. Mehr lesen

Das Theater, es lebt, es lebt

18.05.2012. Die Berliner Volksbühne ist wieder auferstanden, meldet die taz nach dem Berliner Theatertreffen. Die Welt ist beglückt von Wes Andersons Film "Moonrise Kingdom", der das Festival von Cannes eröffnete. Das Blog Movie Morlock hat passend zum Anlass Glamour-Fotos aus den besseren Jahren des Festivals zusammengestellt. In der FAZ macht Frank Rieger vom CCC einen Vorschlag zur Steuerrevolution. In deutschen Blogs wird immer noch recht heftig über den Urheber-Aufruf diskutiert. Gibt es ein Menschenrecht auf "Geistiges Eigentum"? Mehr lesen

Sie rezensieren, loben und verbreiten auch

16.05.2012. Der Urheber-Aufruf sorgt weiter für Debatten - nun melden sich allerdings auch Autoren, die ihn kritisieren. Cora Stephan will in der Welt die Front gegen die Leser aufbrechen. Benjamin Stein fordert in der Jüdischen Allgemeinen die Anpassung des Urheberrechts an das digitale Zeitalter. Alle Zeitungen begrüßen den Büchner-Preis für Felicitas Hoppe. Nur die SZ überlegt, wer ihr lieber gewesen wäre. Mehr lesen

Viel mit der Hand abgeschrieben

15.05.2012. Die taz kritisiert die Bild: Denn die macht keinen soliden Journalismus, wie er zum Beispiel von Elke Heidenreich verkörpert wird. Jörg Lau kritisiert in seinem Zeit-Blog die taz und erinnert sie daran: Auch wer provoziert, ist nicht selbst schuld, wenn er am Ende dafür umgebracht wird. Die FR ist traurig über die Gentrifizierung Hamburgs. Und Sibylle Lewitscharoff plädiert in der FAZ fürs Urheberrecht. Mehr lesen

Von bürgerlichen Medien empfohlen

14.05.2012. Heftig herumgedruckst wird bei der Berichterstattung über den Eklat bei der Verleihung des Henri-Nannen-Preises: Eigentlich missgönnt SZ-Redakteur Hans Leyendecker den Kollegen von der Bild den Preis gar nicht, schreibt die Bild. Und die SZ zitiert lieber eine Stellungnahme des Netzwerks Recherche - als wäre das nicht Leyendeckers Club. Die taz findet trotzdem: Die SZ-Kollegen sind Helden. Die FAZ ist empört über eine Aktion anonymer Hacker, die die Adressen von Unterzeichnern der Aktion "Wir sind die Urheber" veröffentlichen und mit weiteren Aktionen drohen. Mehr lesen

Unbeeindruckt vom Hohn der Kunstwelt

12.05.2012. Die Urheberrechtsdebatte tost und rumpelt weiter: "Ihr seid nicht (mehr) systemrelevant", ruft Udo Vetter den "Wir sind die Urheber"-Urhebern zu. Euer Geschäftsmodell ist von gestern, bedauert die FR. Vor kurzem protestierten Urheber doch noch gegen Verwerter, wundert sich die SZ. Auf Spiegel Online erinnert Volker Kauder daran, dass auch die Freiheit der Kommunikation Schutz verdient. Die NZZ befasst sich mit dem Dackel in der Kunst. Die FAZ bewundert die Erektion eines Möhrenmännleins. Und: die SZ schlägt den Nannen-Preis für die Bild-Zeitung aus. Mehr lesen

Auch das Spiel folgt Regeln

11.05.2012. Im Tagesspiegel fordert der Drehbuchautor Thomas Bohn: Künstler, erfüllt die Bedürfnisse eures Publikums. Carta fürchtet, dem Künstler geht es bald wie der Milchkuh. Die FAZ dankt für die Würdigung der Verwerter. Die taz findet die Vorstellung von Liquid Democracy naiv: Politik brauche Profis. Die SZ begutachtet die weißen Elefanten in Kiew und Warschau. Die NZZ durchforstet das Angebot der Multioptionsgesellschaft. Mehr lesen

Man versucht, die Revolution herauszuhalten

10.05.2012. In der Zeit pochen hundert Urheber auf ihr Recht. Und Peter Sloterdijk bezweifelt, dass André Rieu in der Lage ist, eine Philosophie-Sendung im ZDF zu moderieren. Die Urheberrechtsdebatte reißt auch in weiteren Medien Gräben auf: Im Freitag fordert der Konzertagent Berthold Seliger eine Reform, die eine Verkürzung der Schutzfristen einschließt. Der Urheberrechtsexperte Till Kreutzer fordert im WDR, dass man die Gegebenheiten der Digitalisierung zur Kenntnis nimmt. Und Foreign Policy meldet: die Prediger der Christenverfolgung haben jetzt schon eine Million Follower. Mehr lesen

Wie eine Kühlbox mit Deckel obendrauf

09.05.2012. Der Tagesspiegel ist froh, dass Berlin nur einen Flughafen eröffnen will. Es hätte noch peinlich kommen können. Der Perlentaucher schaut mit Mitleid auf die narzisstische Kränkung, die das Netz dem Liberalismus zufügt. Die taz druckt schon wieder einen Europa-Appell mit Daniel Cohn-Bendit. In der Welt fragt Ralf Fücks von der grünen Böll-Stifung, ob aus den Piraten je was werden kann. Die NZZ wirft einen Blick auf das neu erblühende Kulturleben in Simbabwe. In der FAZ telefoniert Michael Krüger über Skype mit einem griechischen Freund. Mehr lesen

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