Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Von Lesern empfohlene Bücher

Petur Gunnarsson: punkt punkt komma strich

Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Chance zur erneuten Auseinandersetzung
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
24.08.2009. Große betriebsinterne Querele. Der Springer-Verlag wollte unter umstrittenen Konditionen ein "Springertribunal" abhalten. Aber die Ankläger wollten nicht anreisen. Jeder versteht sie. Die NZZ beklagt eine "Aldisierung" des Buchhandels. Techcrunch fragt sich, warum sich die Open Content-Bewegung ausgerechnet mit Amazon und Microsoft gegen Google zusammentut. Die New York Times berichtet über Sorgen in Hollywood: Die Stars ziehen nicht mehr.
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Die Tageszeitung, 24.08.2009
In der tazzwei kann Steffen Grimberg die Weigerung der 68er gut verstehen, an Springers Tribunal teilzunehmen: "Was zu den Bedingungen dieses 'offenen Diskurses' der ebenfalls geladene, aber zur Absage entschlossene Schriftsteller Peter Schneider der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagt, lässt tiefer blicken: Statt eines Hearings unter Beteiligung anderer Medien habe die Diskussion auf eine 'interne Veranstaltung mit etwa 50 geladenen Gästen' hinauslaufen sollen. Eine Zusammenfassung war demnach nur in der Welt vorgesehen, andere Medien hätten lediglich auf eine ausführliche Dokumentation im Internet zurückgreifen können, schreibt die FAS. Der Diskurs also ist frei, allein die Rahmenbedingungen fallen etwas enger aus?"
Im Feuilleton berichtet Johann Tischewski vom Sommerfestival auf Kampnagel, wo er eine Schau grüner Mode gesehen hat. Besprochen werden Peter Guralnicks endlich auf Deutsch erschienenen R'n'B-Geschichte "Sweet Soul Music" und Neuerscheinungen von Alexander von Humboldt.
Und noch Tom.
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Der Tagesspiegel, 24.08.2009
Thomas Brussig plädiert für eine Demokratie, die irgendwie ohne Parlament, ohne Wahlen und vor allem ohne Wahlkampf auskommt, und er verteidigt den Nichtwähler: "Nicht wählen zu gehen kann ja auch seine Ursache darin haben, dass ich als Wahlberechtigter glaube, dass es für meine Lebensrealität, meine materiellen und freiheitlichen Verhältnisse, mein Lebensglück und meine Geschicke nicht von Belang ist, wer an der Macht ist. Nicht zu wählen kann heißen: Keine der zur Wahl stehenden Optionen ängstigt mich, an keine binde ich mein Lebensglück. Nicht zu wählen bedeutet, sich nicht den politischen Verhältnissen unterworfen zu fühlen.
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Neue Zürcher Zeitung, 24.08.2009
Verlieren die Maghrebstaaten (Algerien, Marokko, Tunesien, Libyen, Mauretanien) ihre Einzigartigkeit? Beat Stauffer stellt einen Kulturverlust fest und benennt drei ausschlaggebende Gründe: "Erstens führt das immer noch starke Bevölkerungswachstum zu einem gewaltigen Bedarf an neuem Wohnraum. Zweitens findet die Ausdehnung der bisherigen Städte und Dörfer auf eine meist vollkommen chaotische Art statt; ohne Gesamtkonzept und ohne Rücksicht auf die Umwelt. So haben sich in den letzten Jahrzehnten fast überall hässliche Gürtel von Vorstädten um die bestehenden Siedlungen gelegt. Am gravierendsten ist aber wohl, drittens, die Zerstörung der einst so harmonischen Dörfer und Weiler auf dem Land mit ihren Gärten und Grünflächen. Überall dringt die moderne, städtische Bauweise in den ländlichen Raum vor und verdrängt gnadenlos die meist sehr angepasste, teils archaische, teils von ihrer Formensprache her sehr ästhetische traditionelle Bauweise."
Für Joachim Güntner ist das Ende des Ammann-Verlages beispielhaft für den Umbruch der Buchbranche, der sich vor allem dadurch auszeichne, dass immer mehr kleinere Verlage eingehen oder ihre Unabhängigkeit verlieren. Was eine "Aldisierung" des Buchhandels zur Folge habe: "Ammanns rückläufige Einnahmen, gekoppelt an den Wegfall von Geschäftspartnern im Buchhandel, kleine und mittlere Sortimenter, die den verschärften Konzentrationsprozess, die Konkurrenz der großen Ketten (Thalia, Hugendubel) und Nebenmärkte (Ex Libris), nicht überstanden und aufgegeben haben. Ebenso die Hinweise Simon Rüttimanns auf das von der Finanzkrise bewirkte 'konservative Einkaufsverhalten' selbst der Großbuchhandlungen."
Weiteres: Die Londoner Theater erleben gerade einen Boom, berichtet Marion Löhndorf. Lutz Windhöfel schildert die schlechte finanzielle Lage des Schweizer Architektur Museums in Basel. Besprochen wird Mahlers Vierte, gespielt von Claudio Abbado und dem Lucerne Festival Orchestra.
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Aus den Blogs, 24.08.2009
Paul Carr fragt in einer interessanten Polemik auf Techcrunch, was das Internet Archive und die Open Content Alliance, die wie Google Bücher einscannen - allerdings auf nicht kommerzieller Basis -, dazu treibt eine Allianz mit Microsoft und Amazon gegen das Google Book Settlement zu bilden: "The stated aims of the Alliance - to ?build a permanent archive of multilingual digitized text and multimedia material? - are solid, and their position that Google?s legal immunity over orphaned works should be extended to all is laudable. But by palling around with anti-trust terrorists, self-interested champions of DRM and conflict-funded law schools, they?re undermining all of that by making themselves look like corporate shills."
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Weitere Medien, 24.08.2009
Brock Barnes berichtet für die New York Times aus Hollywood. Man macht sich große Sorgen um die Fähigkeit der Stars, die Kinokassen zu füllen: "The spring and summer box office has murdered megawatt stars like Denzel Washington, Julia Roberts, Eddie Murphy, John Travolta, Russell Crowe, Tom Hanks, Adam Sandler and Will Ferrell. Can Brad Pitt escape?"
Die New York Times berichtet außerdem über europäische Widerstände gegen das Google Book Settlement.
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Die Welt, 24.08.2009
Vielleicht sollte man sich ja doch noch mal deutsche Filme aus den Dreißigern angucken, überlegt Hanns-Georg Rodek, nachdem Quentin Tarantino in verschiedenen Interviews so für "Glückskinder" mit Lilian Harvey und Willy Fritsch geschwärmt hat. Muss ja nicht alles NS-Propaganda sein. Überprüfen kann er das aber nicht: "Ein Dreivierteljahrhundert später eröffnet sich uns die Chance, auch viele Filme des Zwölfjährigen Reiches primär auf ihren cineastischen Wert abzutasten und sie nicht länger mit der Begründung zu disqualifizieren, auch unpolitische Unterhaltung habe dazu beigetragen, von Diktatur und Krieg abzulenken. Das geht aber nur, sofern sie verfügbar sind. 'Glückskinder' und 'Napoleon' gibt es immer noch nicht auf DVD". (Wahrscheinlich, weil die Filmindustrie einfach zu beschäftigt damit ist, über die bösen Raubkopierer zu jammern.)
"Ich wollt ich wär ein Huhn" aus "Glückskinder":
Weitere Artikel: Nicht viele, aber doch immerhin einige Videospiele mit "erwachsenen" Ideen sah Thomas Lindemann bei der Kölner Spielemesse Gamescom. Rainer Haubrich freut sich, dass mit dem Siegerentwurf von Peter Kulka dem Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses nichts mehr im Wege steht. Hanns-Georg Rodek fürchtet, dass Filme wie Philip Grönings "Die große Stille" - der europaweit immerhin eine Million Zuschauer hatte - nicht mehr zustandekommen, wenn die Kinoketten weiter am "Filmpfennig" zündeln. Jacques Schuster gratuliert dem Publizisten Paul Lendvai zum Achtzigsten. Hannes Stein schickt einen Brief aus Brooklyn.
Bsprochen werden das neue Album der Arctic Monkeys, Jette Steckels Inszenierung der Dramatisierung von Ilija Trojanows Buch "Die Welt ist groß und Rettung lauert überall" in Salzburg, die Aufführung von Schönbergs Oper "Moses und Aron" bei der Eröffnung der Ruhrtriennale in Bochum, Marco Wilms' Filmdoku über DDR-Bohemiens "Ein Traum in Erdbeerfolie" und einige DVDs.
Außerdem: Auf der Forumsseite erklärt Thomas Schmid, warum aus dem angekündigten "Springer-Tribunal" zu 1968 doch nichts wird: "Und zwar deswegen, weil sich einige der Angesprochenen zusammengetan haben, um eine kleine Front des Neins aufzubauen". Mariam Lau schreibt unter der Überschrift "Ein Muskeljude" über Claude Lanzmann. Und im Politikteil beklagt der Philosoph Norbert Bolz im Interview den Mangel an Sozialliberalen in Deutschland: "Der Staat ist der allmächtige Vater, und die staatstreue Linke hat einen autoritären Charakter. Das ist die große geschichtsphilosophische Enttäuschung des letzten Jahrhunderts."
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Frankfurter Rundschau, 24.08.2009
Die FR übernimmt aus dem Espresso einen Artikel von Umberto Eco, der sich seine Landsleute zur Brust nimmt, die sich inzwischen wohl alles von Berlusconi gefallen ließen: "Es ist die Mehrheit des italienischen Volkes, die es versäumt hat, Protest einzulegen gegen die Interessenkonflikte ihrer Politiker, gegen die Bürgerwehr-Patrouillen in den Straßen, gegen die Verabschiedung des Alfano-Gesetzes, das den vier obersten Repräsentanten des Staates während ihrer Amtszeit Immunität vor Strafverfolgung gewährt; und es ist das italienische Volk, das eine (vorläufige) Beschneidung der Pressefreiheit ruhig akzeptiert hätte, wenn der Staatspräsident nicht die Augenbrauen hochgezogen hätte."
Weitere Artikel: Rolf C. Hemke preist nach einem Besuch des Bugaa-Festivals die neue Offenheit unter dem völkermörderischen Regime von Khartoum. Der Psychologe Gerd Gigerenzer plädiert gegen komplexes Denken: "Gute Intuition kann dadurch leiden, wenn man zu lange darüber nachdenkt, wie man entscheiden soll. In Times mager besichtigt Peter Michalzik die Schlachtfelder des nun zu Ende gehenden Londoner Gratiszeitungskriegs.
Besprochen wird Ulrike Kolbs Roman "Yoram" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
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Berliner Zeitung, 24.08.2009
Harald Jähner nähert sich dem literarischen Massiv der Saison: "Einen Roman von fast 1600 Seiten zu übersetzen, gleicht einer Ozeanüberquerung mit einem Kleinflugzeug. Heißt der Autor des Romans David Foster Wallace, ist sogar der Mars anzupeilen."
Sabine Pamperrien berichtet über Streit zwischen Henryk Broder und dem (inzwischen ausgeschlossenen) Alan Posener im Autorenblog Die Achse des Guten: "Anlass der hitzigsten Debatte auf der Achse war eine Konferenz im Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung. Broder lehnt den dort betriebenen wissenschaftlichen Vergleich von Antisemitismus und Islamophobie kategorisch ab, Posener hält ihn für zulässig."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.08.2009
Zum Schulbeginn schildert Hannes Hintermeier, wie es heute so bei Elternsprechtagen zugeht - und warum übermotivierte Eltern nicht unbedingt gut sind für ihre Kinder: "So werden den Kindern Kämpfe abgenommen, die sie selbst führen müssten. Aber anders als ihre Eltern dürfen sie nicht mehr die leidvolle Erfahrung machen, dass es möglicherweise zum schulischen Ausbildungsgang gehören könnte, sich mit unterschiedlich begabten und motivierten Lehrern auseinanderzusetzen, sich zu arrangieren, sich gegen diese aufzulehnen. Für diese wiederum verlagert sich ein Hauptschauplatz des Geschehens auf den Abwehrkampf gegen eine teilweise übernervöse, ja hysterisierte Elternschaft."
Weitere Artikel: Mit entsetztem Kopfschütteln liest Jürgen Kaube die jüngsten Lehrer-Ratgeberbücher. Dieter Bartetzko erklärt, wie es kommt, dass ausgerechnet der "ultramoderne" Architekt Peter Kulka nun das Knobelsdorffsche Potsdamer Stadtschloss als Brandenburger Landtag in teilweise genauer historischer Rekonstruktion wiederaufbaut. Gar nicht ertragen kann Klaus Ungerer in der Glosse das "Schöntagnoch", das ihm an Currybuden und in Drogerien nachgerufen wird. In französischsprachigen Zeitschriften liest Jürg Altwegg Essays über den revolutionären Reformator Jean Calvin. Mark Siemons meldet, dass der lange verbotene Roman "Verlassene Hauptstadt" des Schriftstellers Jia Pingwa jetzt in bearbeiteter Fassung in China erscheinen darf. Zum Geburtstag gratuliert wird dem Sänger Peter Maffay (60), dem Schriftsteller Martin Amis (60), dem Historiker Otto Gerhard Oexle (60) und dem Intendanten und Regisseur Wolfgang Wagner (90).
Besprochen werden Willy Deckers Inszenierung von Arnold Schönbergs "Moses und Aron" zur Eröffnung der Ruhrtriennale in Bochum (Holger Noltze erlebte ein "Vermittlungswunder"), Jette Steckels Uraufführung einer von ihr miteingerichteten Theaterversion von Ilija Trojanows Romandebüt "Die Welt ist groß und Rettung lauert überall" in Salzburg, die Dresdener Ausstellung "Mit Fortuna übers Meer" über dänisch-sächsische Beziehungen und Bücher, darunter Henning Mankells früher Nichtkrimi "Daisy Sisters" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 24.08.2009
James Cameron dreht einen Film in 3D mit dem Titel "Avatar" und hat jetzt einige Minuten aus dem heiß erwarteten Werk in einer Kinoprojektion vorgestellt. Auch die Handlung klingt bedeutend, berichtet Fritz Göttler: "Der Film erzählt von der Eroberung und Kolonisierung des fremden Planeten Pandora, einer Dschungelwelt, die mit prähistorischen Monstern und Menschen besiedelt ist. Um hier zu operieren, werden Menschen in entsprechende Körper transferiert, die blau sind und spitze Ohren haben und einen Schwanz."
Weitere Artikel: Helmut Mauro fragt sich, warum ausgerechnet die Klassikarrangements mit Oboe des Oboisten Albrecht Mayer auf dem darbenden Markt einen solchen Erfolg haben. In den "Nachrichten aus dem Netz" greift David Steinitz eine auf einem wackligen Youtube-Video festgehaltene Kommunikationspanne Ursula von der Leyens auf. Alexander Menden berichtet, dass die Beatles-Platten nach einem "Remastering-Prozesses, an dem sieben Toningenieure viereinhalb Jahre gearbeitet haben", neu auf den Markt kommen. Jonathan Fischer resümiert Diskussionen unter schwarzen Intellektuellen in den USA, die "nach den versteckten Kosten von Obamas Sieg für die Afroamerikaner" fragen und von seinen Forderungen an die schwarze Bevölkerung, Selbstverantwortung zu übernehmen, genervt sind. Jens-Christian Rabe versucht im Interview mit Wolfgang Farkas, den angekündigten Umzug des Blumenbar Verlags von München nach Berlin zu bewältigen.
Besprochen werden Arnold Schönbergs "Moses und Aron" in der Regie Willy Deckers bei der Ruhrtriennale (Reinhard J. Brembeck ist hoch beeindruckt), Inszenierungen aus dem Young Directors Project in Salzburg, neue DVDs und Bücher, darunter der Essay "Warum Strafe sein muss" des Verfassungsrichters Winfried Hassemer.
Auf der Medienseite kommentiert Willi Winkler mit gewohnter Tücke die Entscheidung des Springer-Verlags, ein geplantes Treffen zwischen Verlagsleuten und Protagonisten der 68er-Bewegung abzusagen, "weil die 'damaligen Akteure' bei der Propaganda-Show nicht mittun wollen und damit, wie die Hausmitteilung weiß, die sicherlich einmalige 'Chance zur erneuten Auseinandersetzung' vertun".
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
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Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





