Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Manipulationswillige Parasiten einer Heuchelindustrie

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

22.08.2009. Ein Roman als Irrenhaus? Unendlichen Spaß scheint "Unendlicher Spaß" nicht zu machen. Aber es gibt viele Gründe, David Foster Wallaces jetzt übersetzten Roman zu lesen. Alle Zeitungen bringen zeitgleich ganzseitige Kritiken des 1.500-seitigen Opus. In der FR wettert Christopher Hitchens gegen die Zensur der Yale University Press an den Mohammend-Karikaturen: "Wir haben uns ins eigene Fleisch geschnitten." Die NZZ sieht zu, wie ein sächsisches Dorf dem Tagebau geopfert wird.

Die Tageszeitung, 22.08.2009

Am Montag erscheint David Foster Wallaces Kolossalwerk "Unendlicher Spaß". Ekkehard Knörer hat sich durch die 1.550 Seiten gegraben und fragt sich am Ende, ob der Roman die Wirklichkeit nun zur Kenntlichkeit oder zur Unkenntlichkeit entstellt: "Ganz zweifellos will David Foster Wallace mit dem Roman seiner Zeit einen Spiegel vorhalten. Dieser Spiegel aber verzerrt alle Wirklichkeit dermaßen stark, dass man die Haltung des Werks zu dem, was er als Gesellschaft vor Augen stellt, kaum als kritisch bezeichnen kann. 'Unendlicher Spaß' schlingt obsessiv Reales in sich hinein und verwandelt, was Wirklichkeit war, extrem detailgetreu in heillosen Wahn. Der Roman selbst ist, buchstäblich, ein Irrenhaus. Und seine Insassen sagen durch den Lärm der wild durcheinandersprechenden Stimmen im Grunde nur eins: Dies Irrenhaus, liebe Leserin, lieber Leser, ist meine, aber auch deine, ist unsere Welt."


In ihrem Kommentar zum wissenschaftlichen Karikaturen-Nicht-Wiederabdruck der Yale University Press zitiert Doris Akrap zustimmend die ironische Stellungnahme der amerikanischen Vereinigung der Universitätsprofessoren: "Wir verhandeln nicht mit Terroristen. Wir geben nur ihren voraussichtlichen Forderungen nach."

Weitere Artikel: Klaus Walter porträtiert zu dessen dreißigjährigem Bestehen das Disco- und Post-Disco-Label ZE. Julia Grosse war im Südlondoner Eagle bei der "Horse Meat Disco" und staunt über die bunte Mischung, die sie dort antraf. Im dritten Teil dieses Disco-Schwerpunkts stellt Julian Weber noch den 70er-Jahre Disco- Musikjournalisten Vince Aletti vor.

Besprochen werden Bücher, darunter Herta Müllers Roman (Leseprobe hier) "Atemschaukel" (den Christoph Schröder "misslungen" findet) und Terezia Moras neues Roman "Der einzige Mann auf dem Kontinent" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Und Tom.

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Frankfurter Rundschau, 22.08.2009

Nur den Kopf schütteln kann der Publizist Christopher Hitchens über den Mohammed-Karikaturen- und Illustrationen-Verzicht der Yale University Press: "Es war schon schlimm genug, dass während des Karikaturenstreits die meisten Nachrichtenorgane ... sich weigerten, die Zeichnungen zu zeigen, und zwar einfach aus Angst. Inzwischen aber sitzt das Problem tiefer. Jetzt müssen wir uns eingestehen, dass das Chaos, das wir fürchten, auch unsere Schuld ist, wenn nicht sogar unsere alleinige Verantwortung. Wir haben uns ins eigene Fleisch geschnitten und dabei nicht nur unsere Sprache missbraucht, sondern auch das unterlaufen, was wir bis jetzt als unsere moralische Verantwortung betrachtet haben." (In seiner Originalfassung erschien der Artikel im Online-Magazin Slate.)


Guido Graf ist sehr beeindruckt von David Foster Wallaces Roman "Unendlicher Spaß", vor allem davon, wie das Verhältnis von Wort und Welt darin inszeniert ist: "'Unendlicher Spaß' ist eine Hamletmaschine, die zum Stehen kommt, der das Öl ausläuft und die knirscht mit lauter unmöglichen Sätzen, die gar nicht wieder aufhören wollen. Sprache und Welt passen nicht zusammen, stattdessen leben wir als manipulationswillige Parasiten einer Heuchelindustrie... Die Familie als Keimzelle sozialer Bildung hat abgedankt, die durchaus komplexe Ethik von Unterhaltung und Aufmerksamkeit sind an ihre Stelle getreten."

Weitere Artikel: Ulrike Simon schildert die nicht gerade rosige Lage der Linkszeitung Neues Deutschland, der die Leserinnen und Leser wegsterben. Daland Segler hat das Filmfestival von Sarajevo besucht: die Stadt selbst schien ihm dabei "wieder so lebendig wie früher". In einer "Times Mager" grübelt Hans-Jürgen Linke: "Wozu braucht der Mensch Maskottchen? Und: Wozu brauchen Maskottchen den Menschen?"

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Berliner Zeitung, 22.08.2009

Bert Hoppe erinnert an den Hitler-Stalin-Pakt, der vor 70 Jahren besiegelt wurde. Und Katja Tichomirowa beschreibt, wie die russische Regierung heute versucht, die Erinnerung an diesen Pakt zu unterbinden: "Als die baltischen Staaten 2005 von Russland einen allgemeinen Ausdruck des Bedauerns über den Abschluss des Vertrages verlangten, reagierte der damalige russische Präsident Putin verärgert: 'Sollen wir das jedes Jahr wieder verurteilen? Wir betrachten dieses Thema als abgeschlossen und werden nicht mehr darauf zurückkommen.' An anderer Stelle erklärte Putin: 'Die Sowjetunion musste ihre Interessen und ihre Sicherheit an den Westgrenzen garantieren. Darum hat sie diesen Molotow-Ribbentrop-Pakt mit Deutschland unterzeichnet.' Der jetzige Außenminister Russland Sergej Lawrow sieht eine Mitverantwortung des Westens am Zustandekommen des Paktes: 'Hätte es kein Münchner Abkommen gegeben, hätte es auch keinen Molotow-Ribbentrop-Pakt gegeben.' Und der Parteivorsitzende der Kommunistischen Partei Russland, Gennadij Sjuganow bezeichnet den Pakt als 'geniale, wenn auch schwierige' diplomatische Entscheidung."

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Neue Zürcher Zeitung, 22.08.2009

Joachim Güntner sieht zu, wie eine Ortschaft für den sächsischen Kohletagebau geopfert wird: "Mit Heuersdorf ist's aus. Nur etwa ein Fünftel seiner einstigen Häuser steht noch, und dieser Rest, ausgeweidet, desolat anzusehen, schrumpft Tag für Tag."


Weitere Artikel: Im Aufmacher zeigt sich Martin Meyer beeindruckt von Alissa Rubins im New York Times Magazine veröffentlichten Porträt einer jungen irakischen Selbstmordattentäterin, die kurz vor Ausübung ihrer Tat gefasst wurde (unser Resümee und Link) und besonders von ihrer Aussage zur Reporterin: "As a foreigner it is halal to kill you." Aldo Keel beobachtet wowohl in Norwegen als auch in Dänemark populisitische Politiker, die die Kultursubventionen in Frage stellen. In der Reihe "Mein Stil" schreibt heute Peter von Matt: "Der Stil eines Ganzen verdichtet sich im stilistisch perfekten Abgang."

Besprochen werden Bücher, darunter Urs Widmers Roman "Herr Adamson".

Literatur und Kunst bringt einen Auszug aus Hugo Loetschers letztem Buch "War meine Zeit meine Zeit" - und da erzählt der jüngst Verstorbene, wie er zur Welt kam. Außerdem werden noch Stimmen zu Loetschers Tod gesammelt. Es äußern sich Dubravka Ugresic (hier), Jacques Chessex (hier), Daniel Schwartz (hier), Fabio Pusterla (hier). Dan Diner erinnert an den Hitler-Stalin-Pakt vor siebzig Jahren. Hubertus Adam porträtiert Charles und Henry Greene als "Erneuerer von Architektur und Kunsthandwerk".

Und Angela Schader bespricht ganzseitig David Foster Wallaces monumentalen Roman "Unendlicher Spaß". Der Titel bezieht sich auf einen Film, der im Roman eine Rolle spielt und der soviel Spaß macht, dass der Zuschauer daran zugrunde geht, schreibt sie: "Den Ort der Sexualität nehmen in 'Unendlicher Spass' selbstbezogene und selbstzerstörerische Obsessionen ein, wobei auch der Spitzensport sich letztlich nur als eine salonfähige Variante der Sucht präsentiert. Das lustvolle Zugrundegehen an dem ominösen Film ist die Apotheose dieser Thematik, das Akronym des neuen Staatengebildes - O.N.A.N. - ihr Motto."

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Die Welt, 22.08.2009

Thomas von Steinaecker, selbst Autor (mehr hier), bespricht David Foster Wallaces Roman "Unendlicher Spaß" für die Welt und empfiehlt ihn auch aus gewissermaßen akademischen Gründen: "Was aber 'Unendlicher Spaß' allen Einwänden zum Trotz zur vielleicht wichtigsten Lektüre der letzten Jahre macht, ist, neben seiner Sprache, die, vergleichbar mit der Robert Musils, neue Horizonte des Erzählbaren erschließt, sein enormer Einfluss auf die Literatur, die seitdem entstand. Jonathan Franzen, Dave Eggers, Zadie Smith und sogar ein Großmeister wie Don Delillo würden heute nach eigenen Aussagen ohne 'Unendlicher Spaß' anders schreiben, ebenso wie Daniel Kehlmann."


Weitere Artikel: Eckhard Fuhr kommt in seiner Kolumne "Fuhrs Woche" zu folgender Überlegung über das Internet: "Für mich ist es allein schon in semantischer Hinsicht gewöhnungsbedürftig, von Freiheit im Netz zu sprechen. Wer ins Netz geht, ist gefangen, wird zu Rollmops oder Ölsardine verarbeitet oder kommt ins Gefängnis." (Unter Druck war die Freiheit dagegen grenzenlos.)

Besprochen werden in der Literarischen Welt außerdem David Grossmanns Roman "Eine Frau flieht vor einer Nachricht" und Thomas Glavinic' Roman "Das Leben der Wünsche" (mehr hier).

Im Rumpffeuileton bringt Uta Baier einen Abgesang auf die Glühbirne in der Kunst (die übrigens ohnehin von der Lichtkunst mit Neon verdrängt worden sei).

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Süddeutsche Zeitung, 22.08.2009

Gustav Seibt geißelt am Beispiel des Falles Ulla Schmidt die Doppelmoral einer Öffentlichkeit, die von Politikern eine über die Vorschriften hinausgehende Korrektheit verlangt: "Sie bedeutet: Legalität genügt nicht, vom Politiker darf immer noch mehr erwartet werden, nämlich eine höhere Moralität. Es ist diese Gedankenfigur und ihre öffentlichen Auswirkungen, die den Fall Ulla Schmidt zu einem Warnzeichen machen. Denn damit ist ein 'regressus ad infinitum' eröffnet, eine unabschließbare Kette von moralischen Forderungen, die sich nie einholen lassen."


Mit angemessener Ausführlichkeit nähert sich Alex Rühle dem nunmehr auf Deutsch zu habenden Riesenroman "Unendlicher Spaß" von David Foster Wallace. Bei allem offenkundigen Respekt für das Werk und den Autor hat ihm die Lektüre doch sichtlich nicht nur Vergnügen bereitet: "Wenn er nun aber den Leser wieder einmal mit 500 000 Einzelinformationen flutet, hat er dann seinen Job nicht gemacht oder ist das der Kunstgriff, der uns zeigen soll, dass die Welt in endlose, immer kleiner werdende Wissensfraktale zerfällt? Schon klar, Wallace will damit unser nervöses Rezeptionsverhalten attackieren, das Zapp und Hopp, mit dem wir heute vor dem Fernseher, vor Büchern und vor dem ganzen Leben sitzen. Aber zuweilen wirkt es auch, als würde sich all das hässliche Material den Autor zurückerobern und verschlucken."

Weitere Artikel: Insa Wilke ist unterwegs in Belgrad und in Wien: In Belgrad trifft sie die Intendantin Borka Pavicevic, in Wien die Schriftstellerin Barbara Markovic, die gerade mit ihrem Thomas-Bernhard-Remake "Ausgehen" Aufsehen erregt. Vom "Young Euro Classics"-Festival in seinem zehnten Jahr berichtet Wolfgang Schreiber. Laura Weissmüller hat sich in der Theaterprovinz umgesehen und die recht erfolgreiche Vorpommersche Landesbühne in Anklam und eine Theaterakademie in Zinnowitz besucht.Alexander Kissler erklärt, warum das Christentum im Grunde eine "antibürgerliche" Sache ist. David Steinitz meldet, dass, wie jetzt herauskam, ein Student aus Chicago die Fotomontage produziert hat, die Barack Obama als den Batman-Schurken Joker zeigt.

Besprochen werden die Ausstellung "Richard Long - Heaven and Earth" in der Tate Britain, die Ausstellung "Mara Eggert - Theater der Bilder" in der Bundeskunsthalle in Bonn und eine Studie von Hans Otto Seitschek über Raymond Aron und Eric Voegelin (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

Im Aufmacher der SZ am Wochenende beobachtet Michael Jürgs routinierte deutsche Krisenbewältigungstechniken. Karin Steinberger war auf dem Soja-Highway unterwegs, der Straße, die den Amazonas durchschneidet. Auf der Historienseite denkt Kurt Kister darüber nach, was das Verschwinden damals erwachsener Zeitzeugen aus dem Zweiten Weltkrieg bedeutet. Vorabgedruckt wird Lutz Seilers Erzählung "Das Klopfen des Möwenflügels". Im Gespräch mit Dirk Peitz berichtet Charlotte Gainsbourg von den Dreharbeiten zu Lars von Triers umstrittenem Film "Antichrist": "Morgens eine Szene, wo Willem Dafoe und ich uns im Wald anschreien; mittags eine Splatter-Szene, Blut überall; abends eine Szene, wo ich über mein totes Kind weine."

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2009

Richard Kämmerlings geht in einer großen Besprechung von David Foster Wallaces endlich übersetztem Roman "Unendlicher Spaß" auch auf die satirischen Beschreibungen von Kunstwerken ein und versucht sich dann selbst an dem Roman: "Es versteht sich, dass sich der Roman selbst ähnlich durchgeknallt zusammenfassen ließe, etwa so: Ein frankophones Terrorkommando in Rollstühlen macht Jagd auf eine Filmkopie, deren Betrachtung arabische Gesundheitsattaches zu windeltragenden, sabbernden Schwachmaten macht."


Weitere Artikel: Im Aufmacher stellt Julia Voss die Frage, ob man sich über die in den Museen immer häufiger angebotenen Verständnishilfen per Audioguide freuen darf und kommt zu einer gemessen positiven Antwort: "Den Überwältigungsmetaphern, die den ästhetischen Diskurs über Jahrhunderte dominierten, setzt der Audioguide den aufgeklärten Museumsbesucher entgegen." Martina Lenzen-Schulte resümiert neueste Spekulationen über Mozarts Todesursache. Jürg Altwegg verspürt in der Leitglosse eine Rückkehr zu bürgerlichen Werten in Frankreich. Jügen Dollase nimmt für seine Gastrokolumne im Pariser Restaurant Allard französische Küche at its worst zu sich. Gina Thomas berichtet, dass London in den besten Lagen trotz der Krise teuer bleibt. Oliver Jungen folgte einem Kongress über Jugendschutz bei Computerspielen. Für die letzte Seite hat Melanie Mühl einige Adlige besucht.

Auf der Schallplatten-und-Phono-Seite geht's um die neue CD von Zoot Woman, um ein Album der Soulsängerin Georgia Anne Muldrows, um eine von Maurice Steger eingepspielte CD mit Blockflötenmusik des Barock und um um eine CD des Pianisten Fredrik Ullen, der sich für den Komponisten Kaikhosru Sorabji einsetzt.

Für Bilder und Zeiten betrachtet Felicitas von Lovenberg einige der ambitionierten Buchcovers der neuen Saison - Neo Rauch hat zum Beispiel die Cover der Frankfurter Verlagsanstalt gestaltet (hier ein Interview mit Rauch zum Thema beim Börsenblatt). Joachim Seng schreibt zum 150. Jubiläum des Freien Deutschen Hochstifts. Jan Drees porträtiert den Schriftsteller und Autor Ferdinand von Schirach. Auf der letzten Seite unterhält sich Hannes Hintermeier mit dem schwedischen Autor Carl-Henning Wijkmark, der bereits vor 25 Jahren über den demografischen Wandel nachdachte. (Hier eine Leseprobe aus Wijmarks neuem Roman "Nahende Nacht".)

Für die Frankfurter Anthologie hat Gerhard Schulz ein "Sterb-Lied" des Barockdichters Anton Ulrich von Braunschweig gelesen: "Es ist genug! Mein matter Sinn sähnt' sich dahin..."

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

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07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

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02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

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01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

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31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

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28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

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27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

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26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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