Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Ich bin züchtig

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

21.08.2009. In der FR spricht Herta Müller über die Deportation der Rumäniendeutschen in  Stalins Arbeitslager. Die NZZ verteidigt den freien Markt gegen die Zeitungsverleger. In der Welt findet Quentin Tarantino eigentlich auch, dass sich Brad Pitt in seinem Film wie ein Nazi aufführt. Die taz fragt mal anders: Was macht das Kopftuch aus Frauen, die es nicht tragen? Die New York Times berichtet, dass sich Amazon, Microsoft und Yahoo gemeinsam gegen das Google Book Settlement stellen.

Neue Zürcher Zeitung, 21.08.2009

Auf der Medienseite verteidigt Rainer Stadler Google gegen die Kritik der deutschen Verlage, die sich den Konzern zum Lieblingsfeind erkoren haben: "Allerdings erstaunt Folgendes: Ausgerechnet die Vertreter von Großunternehmen reagieren derart defensiv und moralisierend auf die Umwälzungen. Bisher priesen sie stets die Vorzüge des freien Markts - und nutzten die Chancen durch internationale Expansion. Der Mauerfall eröffnete etwa dem Springer-Konzern viele neue Möglichkeiten in Osteuropa. Die Kritik des Springer-Chefs wirkt zudem umso weniger glaubwürdig, als sein Haus den freien Journalisten einen Vertrag vorgesetzt hat (mehr hier), welchen man nicht wirklich als urheberfreundlich bezeichnen kann. Die Journalisten verlieren damit weitgehend die Kontrolle über ihre Texte."


Außerdem beschäftigt sich Thomas Schuler ausführlich mit den Erbfolgekämpfen in Rupert Murdochs Medienimperium.

Im Feuilleton verteidigt Martin Meyer die Schweiz gegen Thomas Hürlimann, der in der gestrigen Zeit behauptet hatte, der Ammann Verlag werde erst nach seinem Untergang in der Schweiz gewürdigt: "Schon früher hatten wir Gelegenheit, festzustellen, dass Schriftsteller nicht kraft ihres Metiers klüger sein müssen als andere Zeitgenossen. Heute liegt ein weiteres Exempel dieses demokratiefreundlichen Befunds vor."

Außerdem: Peter Hagmann resümiert das Schauspiel über die Suche nach einem neuen Intendanten der Salzburger Festspiele. Brigitte Kramer informiert über den jahrzehntelangen Streit zwischen Costitx und Madrid um prähistorische Stierköpfe.

Knut Henkel bespricht auf der Pop- und Jazzseite ein Konzert des Flamenco-Sänger Diego el Cigala, Claus Lochbihler begeistert sich für den brasilianischen Mandolinenvirtuose Hamilton de Holanda.

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Die Welt, 21.08.2009

Er habe versucht, in seinem Film "Inglourious Basterds" die üblichen Naziklischees zu vermeiden, sagt Quentin Tarantino im Interview mit Peter Zander, aber dann habe eine ganz andere Gefahr gedroht, nämlich "dass plötzlich alle gleich sind. Wenn Brad Pitt als einer der Basterds einen Deutschen verhört, habe ich ihn nicht eben als netten Menschen gezeigt. Eigentlich führt er sich doch, kein Zweifel, genauso auf wie ein Nazi."


Eckhard Fuhr musste miterleben, wie Rolf Hochhuth das Gebäude des Berliner Ensembles enterte und vom Balkon zum Volk sprach: Man "hätte wirklich glauben können, am Berliner Ensemble sei unter Einbeziehung der Außenanlagen und im Angesicht eines depressiv vor sich hin dümpelnden Wahlkampfes ein volkstümliches Staatsstreich-Stück geprobt worden."

Weitere Artikel: Ulrich Blumenbach schreibt über seine sechsjährige Arbeit an der Übersetzung von David Foster Wallace' Roman "Unendlicher Spaß". Im Aufmacher erinnert der Historiker Gregor Schöllgen an die Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Pakts vor siebzig Jahren. Dankwart Guratzsch berichtet über die Pläne zum Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses, die heute vorgestellt werden. Berthold Seewald gratuliert der Historischen Zeitschrift zum 150-jährigen Bestehen. Thomas Lindemann bemerkt in einer Vorstellung neuer Computerspiele, dass die Deutschen in Spielen "häufig Siedlungen bauen und Imperien beherrschen" wollen.

Besprochen werden ein nicht ganz überzeugender Klavierabend Lang Langs in Salzburg und Ereignisse der Innsbrucker Festwochen.

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Die Tageszeitung, 21.08.2009

Ob eine Frau ein Kopftuch trägt oder nicht, ist nicht nur eine Frage des Geschmacks oder des Bekenntnisses - es hat auch Auswirkungen auf Frauen, die keines tragen, schrieb Nicola Liebert in einem polemischen Essay, den wir gestern leider übersehen haben: "Ich bin zornig, weil das Verhüllen von Körper und Kopf eine Aussage darstellt, die ich persönlich nehme. Die Aussage lautet nicht nur: 'Seht her, das ist meine Religion, und darauf bin ich stolz!' Sie lautet auch: 'Seht her, ich bin züchtig und keusch, ich bin keine Schlampe, keine Nutte!' Und solch eine Aussage beinhaltet stets auch ihr Gegenteil: Wer sich nicht so kleidet, ist im Umkehrschluss wohl nicht züchtig und nicht keusch. Also alles voller Schlampen und Nutten in diesem Sündenbabel Berlin, mich eingeschlossen."


Weitere Artikel: Ausgezeichnet gefielen Markus Weckesser Ausstellung sowie Begleitbuch einer Kölner Werkschau des Berliner Künstlerpaars Gabriele und Helmut Nothhelfer, das seit den Siebzigern bundesdeutsche Mentalitätsgeschichte fotografiert - auf zumeist sonntäglichen Freizeitveranstaltungen im öffentlichen Raum: "Auf den frühen Bildern zeigen die Porträtierten aber nur selten Freude, Gelassenheit oder unverstellte Selbstbewusstheit. Eher erinnern sie an das desillusionierte Personal in Stücken von Ödön von Horvath."

Besprochen werden außerdem die Ausstellung "Kinder, Krätze, Karitas. Waisenhäuser in der Frühen Neuzeit" in den Franckeschen Stiftungen in Halle, die sich dem Heimleben zwischen 1500 und 1800 widmet, und das Album "Feed The Horse" des Duos Fagget Fairys, das aus der bosnischstämmigen Elena Carla Cosovic und der dänischen DJ Carla Cammilla Hjort besteht. Die Medienseite berichtet über einen drastischen Abonnenten-Rückgang bei der WAZ.

Und Tom.

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Weitere Medien, 21.08.2009

Hm, da kriegt es ja vielleicht sogar Google mit der Angst zu tun, oder? Die New York Times meldet: "Amazon, Microsoft and Yahoo are planning to join a coalition of nonprofit groups, individuals and library associations to oppose a proposed class-action settlement giving Google the rights to commercialize digital copies of millions of books."

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Aus den Blogs, 21.08.2009

Im Technoblog Mashable kommentiert Ben Parr die Meldung, dass Amazon, Microsoft und Yahoo gemeinsam gegen das Google Book Settlement antreten:  "Interestingly enough, the coalition will be co-led by Gary Reback. You probably know him best as the one of the most prominent lawyers involved in the huge Microsoft antitrust investigation that occurred 1990s. The enemy of my enemy is my friend, it seems. We'll see how far this goes, but don't expect something dramatic like the settlement to be overturned. At most, they?ll lightly tweak it."

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Frankfurter Rundschau, 21.08.2009

Im Interview mit Nicole Henneberg spricht Herta Müller über ihren Roman (Leseprobe) "Atemschaukel", ihre Arbeit mit Oskar Pastior und die Deportation der erwachsenen Rumäniendeutschen in die Sowjetunion: "Rumänien war zeitweilig an der Seite Hitlers, kurz vor Kriegsende hat es die Seiten gewechselt. Nach dem Krieg wurde die rumänische Geschichte gefälscht: man hat nur von der siegreichen Sowjetarmee gesprochen, als ob das andere nicht stattgefunden hätte. Die Sowjets verlangten von Rumänien für die Beseitigung der Kriegsschäden die deutsche Minderheit, obwohl die rumänische Armee auch in Stalingrad war. Weil das Thema an diese Verstrickung mit Hitler erinnerte, wollten die Rumänen nichts davon wissen. In der Ukraine wussten die Leute auch nicht, dass es diese Arbeitslager gab. Die Sowjets hatten alle Spuren beseitigt, auch die Friedhöfe." Ina Hartwig bespricht den Roman.


Weitere Artikel: Louise Brown geht zum Mittagtheater in die Londoner City. Sebastian Moll schreibt zum Tod des Literaturwissenschaftlers Richard Poirier. In Times mager nimmt Mely Kiyak den dämlichen Teaser aufs Korn, mit dem die Zeit ihr Dossier zum Grillen im Tiergarten, dem Lieblingswahlkampfthema der Berliner CDU, ankündigte: "Im Berliner Tiergarten lassen Muslime Müll zurück und entfachen einen politischen Streit".

Besprochen werden die Kompilation "Jazz in Deutschland", Phillippe Herreweghes Dirigat von Mendelssohns "Elias" und der Band "Die Alpha-Journalisten" (siehe auch ab 14 Uhr unsere Bücherschau des Tages).

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Süddeutsche Zeitung, 21.08.2009

Christine Dössel blickt voraus auf die kommende Theatersaison und erkennt beste Aussichten: Alles Krise, von Jelinek bis Harald Schmidt, so kommt das Theater wieder zu sich: "Zwar hat das Theater die Verfehlungen der Menschheit immer schon auf dem Tableau, aber besondere Umstände erfordern auch auf diesem Marktplatz besondere Maßnahmen. Die Banken sind pleite, die Wirtschaft liegt darnieder? Um so besser. Dafür haben auf den deutschsprachigen Bühnen die Kapitalismus- und Krisenstücke Hochkonjunktur. Und das Theater ist wieder wer. Nämlich eine kritische Instanz - und nicht zuletzt eine moralische Anstalt."


Weitere Artikel: Auf einer ganzen Seite unterhält sich Johan Schloemann mit den Staatsrechtlern Christoph Möllers und Frank Schorkopf, die in Sachen Lissabon-Vertrag und demokratische Prozesse in der EU zu durchaus unterschiedlichen Einschätzungen kommen. Laura Weissmüller konstatiert etwas konsterniert, dass die Welt des Mauerfalls durch Mauerbau-Aktionen gedenkt. In Köln droht der Kulturetat um ein Drittel zu schmelzen - Christopher Schmidt kommentiert. Sonja Zekri stellt die Pläne für ein neues Mariinsky-Theater in Sankt Petersburg vor.

Besprochen werden zwei Konzertabende im Mozarteum und ein Konzert mit Lang Lang in Salzburg, Thomas Kronthalers Film "Schreibe mir - Postkarten nach Copacabana", und Bücher, darunter Henning Mankells Nicht-Krimi "Daisy Sisters" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2009

Oliver Jungen war bei der Kölner Premiere von Hape Kerkelings "Horst Schlämmer"-Film "Isch kandidiere" und stellt fest, dass Schlämmer wohl der Politiker seiner Wahl wäre: "Denn was macht Horst Schlämmer, dieses schnaufende Lamm Gottes? Er sieht Marotten und nimmt sie an, damit man mit Schlämmer über Schlämmer lacht, nie über die anderen. Horst Schlämmer, zur Schande für alle anderen Mitglieder der Kaste sei es gesagt, wäre der Politiker, dem man sich anvertraut. Denn Horst Schlämmer, das sind wir."


Weitere Artikel: Niklas Maak beschreibt am aktuellen Beispiel von eintausend - nicht mal täuschend echten - gefälschten Giacomettis den Boom des Kunstfälschungsmarkts. In der Glosse informiert Andreas Rossmann darüber, dass in der Kölner Kulturpolitik der "Kahlschlag" droht. Über eine wiederentdeckte Porträtserie des Malers und Zeichners Siegfried Sebba in der Frankfurter Zeitung der Jahre 1930 und 1931 berichtet Dirk Heisserer. Klaus Ungerer stellt das Internetportal brettspielwelt.de vor, wo man umsonst auch preisgekrönte Brettspiele spielen kann. Gina Thomas meldet, dass Bestsellerautor Alain de Botton gerade für eine Woche als Writer in Residence am Londoner Flughafen Heathrow residiert und für alle Welt sichtbar Texte in seinen Computer tippt. Die Autorin Felicitas Hoppe schreibt zum Tod des Berliner Handpresse-Verlegers Wolfgang Jörg.

Besprochen werden die "Kontinent Varese"-Sektion der Salzburger Festspiele, die DDR-Alltags-Fotoausstellungen "Kunst und Revolte '89" in der Berliner Akademie der Künste und "Ostzeit" im Haus der Kulturen der Welt und Bücher, darunter Hazel Rosenstrauchs Doppelbiografie "Wahlverwandt und ebenbürtig" über Caroline und Wilhelm von Humboldt (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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