Bücherschau der Woche
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Moti Kfir, Ram Oren: Sylvia Rafael

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- Domenico Scarlatti
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- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
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- Der 8. Mai war keine Befreiung
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- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Text-Ragout
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
29.07.2009. Chinesen inszenieren sich durchaus gern als Individuen, erzählen in der taz die Porträtfotografen Mathias Braschler und Monika Fischer. Die Welt federt und schwebt mit Judith in Salzburg. Die amerikanischen Blogs staunen über den Kampf der Giganten: Apple verbietet Google App für Iphone. Der NZZ graut vor einem niederländischen Ministerpräsidenten Geert Wilders. Die Berliner Zeitung solidarisiert sich mit der freien Theaterszene in Berlin.
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Die Welt, 29.07.2009
Regietheater vom Feinsten - mit kleinen Einschränkungen - sah Ulrich Weinzierl in Salzburg bei Sebastian Nüblings umständlich betiteltem Projekt "Antonio Vivaldi / Friedrich Hebbel: 'Judith. Musik/Theater mit Kompositionen von Lars Wittershagen und Texten von Anne Tismer und aus dem Buch Judit'": "Das federt, das schwebt, das reißt mit und verzaubert. Solch musikalisches Crossover, hübsch auch der Bibel-Barock-Rap eines Miniaturchors mit Worten aus dem apokryphen 'Buch Judit', stört nicht im Geringsten, im Gegenteil. Heikler wird es beim Text-Ragout, der Mischung aus Hebbel und emanzipatorischem Sexualgeplapper a la Rene Pollesch. 'Kevin' (wie könnte er sonst heißen?) 'hat mir seinen Schwanz in den Mund gesteckt', beklagt sich die famose Anne Tismer als heutige Judith-Figur. Sie ist bestenfalls bedingt zu bedauern, schließlich stammt der Satz wie auch Ergreifendes zum Thema Globalisierung und Ausbeutung von Natur und Mensch aus ihrer Feder."
Weiteres: Dankwart Guratzsch feiert den von Christoph Mäckler gebauten Opernturm in Frankfurt für seine städtebauliche Einfügung und Fassadengestaltung ("portugiesischer Kalkstein in hellgelb-beiger Tönung"). Hendrik Werner freut sich über ein "Finanzmarktwörterbuch" des Duden. Jochen Schmidt schreibt zum Tod des Choreografen Merce Cunningham. Hendrik Werner besucht das Museum "Kunst der Westküste", das am Freitag auf der nordfriesischen Insel Föhr eröffnet. Berthold Seewald und Sven Felix Kellerhoff wünschen sich ein schnelles Okay des Bayerischen Finanzministeriums für eine historisch-kritische Ausgabe von Hitlers "Mein Kampf". Besprochen wird ein Konzert der isländischen Musikerin Emiliana Torrini Davidsdottir in Jena.
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Aus den Blogs, 29.07.2009
Es betrifft uns in Europa zwar noch nicht: Jason Kincaid berichtet für Techcrunch über einen erbitterten Clinch zwischen Google und Apple: "We?ve learned that Apple has blocked Google?s official Google Voice application itself from the App Store. In other words, Google Voice - one of the best things to happen to telephony services in a very long time - will have no presence at all on the App Store. If there?s ever been a time to be furious with Apple, now is it."
Stan Schroeder kommentiert in Mashable zum selben Thema: "this time Apple - or, more likely, AT&T - has a very good reason to ban them: it?s scared of them."
Johnny Häusler empfiehlt in Spreeblick die TV-Serie "True Blood", die in Louisiana unter recht befremdlichen Bedingungen spielt. Danach folgt das Kleingedruckte: "True Blood läuft in Deutschland wohl auf irgendeinem Pay-TV-Kanal, aber ich bin sicher, dass man die deutsch synchronisierte Version sowieso nicht hören will. Man kann alternativ Freunde aus den USA um die DVDs bitten und sich einen Player mit entsprechendem Region-Code besorgen, auf eine werbezerhackte und schlecht zurechtgeschnittene Ausstrahlung im Privatfernsehen warten, 200 Jahre ausharren, bis sich die Industrie auf einen offiziellen und rechtlich einwandfreien, weltweiten P-2-P-Dienst geeinigt hat, oder sich in die Illegalität bewegen. You do what suits you best." (Man kann die Serie aber auch einfach beim Amazon.co.uk bestellen...)
Wolfgang Michal sagt in Carta eine Ära des Autorenjournalismus an: "Die Premium-Leser der Zukunft werden sich ihre Lieblingsautoren in Form eines täglichen Online-Magazins aufs Apple-Frühstücks-Tablet servieren lassen."
"Hollywood-Studios fordern Stilllegung von Pirate Bay", meldet turi2.
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Die Tageszeitung, 29.07.2009
Jutta Lietsch interviewt die Fotografen Mathias Braschler und Monika Fischer, die durch China gereist sind, um einzelne Menschen zu porträtierten und auf eine erstaunliche Offenheit stießen: "Bevor wir in China anfingen, haben uns alle gewarnt: Chinesen würden sich nicht als Individuen inszenieren wollen, hieß es. Sie seien ganz anders als die Amerikaner, die große Selbstinszenierer sind und dafür auch vor dem Spiegel üben. Wir haben unterwegs erfahren, dass es gar nicht so ist. Die Chinesen haben die Aufmerksamkeit sichtlich genossen, die so ein Porträtfoto bringt." Bilder und mehr Informationen hier.
Weitere Artikel: Kirsten Riesselmann hat in Bayreuth Katharina Wagner zum kurzen Interview getroffen. Katrin Bettina Müller schreibt zum Tod von Merce Cunningham.
Für tazzwei berichtet Josef Winkler (nicht der Büchnerpreisträger) aus München über einen Tag voller Hindernisse - etwa in Form eines kaputten Mini-Disc-Players: "Über diese zur Unzeit sich einstellende Fehlfunktion gerate ich nun so in Rage, dass ich mit einer wringenden Handbewegung meine kürzlich zu einem in Trage- und Hörkomfort überdeutlich spürbaren Preis fehlgekauften Ramsch-Kopfhörer vernichte."
Tom.
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Neue Zürcher Zeitung, 29.07.2009
Christian Schlösser sucht nach Erklärungen für den politischen Erfolg des des niederlädnsichen Populisten Geert Wilders, der offenbar gute Chancen, der nächste Ministerpräsident zu werden: "Die Niederlande liefern ein besonders krasses Beispiel für den rasanten Verlust politischer Kultur... Jetzt ist es gerade dieser durch die Folgen von Modernisierungs- und Säkularisierungswellen hervorgerufene Phantomschmerz, den Wilders sehr geschickt zu nutzen weiß, wenn er seine Projektion eines drohenden Islamofaschismus unter Wähler bringt, denen ja gerade ihr eigenes Leben jeden Tag den radikalen Verlust traditioneller Wertorientierungen vor Augen führt. Konstruktives hört man von Geert Wilders dazu nicht, er inszeniert die Spektakel zu diesem Verschwinden." Mit keinen Wort allerdings erwähnt Schlösser die Morde an Pim Fortuyn und Theo van Gogh.
Weiteres: Hubertus Adam findet Gefallen an David Chipperfields Museumsneubau für Anchorage, der sich gut in das Quadratmuster der Stadt einfüge. Besprochen werden etliche Bücher, so Memo Anjels Roman über das jüdische Medellin "Mindeles Liebe", Sulaiman Addonias Roman "Die Liebenden von Dschidda", Josep Maria de Sagarras Roman "Privatsachen", Maja Beutlers Erzählungen "Schwarzer Schnee", Bruno Bleckmanns Geschichte der Germanen (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).
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Berliner Zeitung, 29.07.2009
Erstmals rebellieren in Berlin Angehörige der freien Theaterszene, die bessere Förderung und Honorare fordern, berichtet Birgit Walter, die die Arbeitsbedingungen am Beispiel der Truppe Toula Limnaios schildert: "Die Compagnie steht 96 Mal im Jahr auf der Bühne, bringt jährlich zwei Uraufführungen heraus, hat ausverkaufte Vorstellungen - alles läuft optimal, denkt man. Aber die Mitglieder der Compagnie haben nach Ollertz' Rechnung ein Netto-Einkommen von 650 Euro, oft bei einer 60-Stunden-Woche."
Außerdem unterhält sich Anke Westphal mit dem Regisseur Thomas Heise, der die Ausstellung "Übergangsgesellschaft" über das letzte Jahrzehnt der DDR in der Akademie der Künste kuratiert hat.
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Frankfurter Rundschau, 29.07.2009
Im Interview mit Peter Michalzik erklärt der Salzburger Schauspieldirektor Thomas Oberender, wie er Daniel Kehlmanns Rede aufgefasst hat: nicht als Abrechnung mit dem Regietheater, sondern mit den "Progressiven": "Die Rede ist, das verliert man leicht aus den Augen, ein Plädoyer für Offenheit, eine Ermahnung, sich jenseits ideologischer Lager den Blick frei zu halten und nicht zum Gesinnungsrichter zu werden. Das hat sich bei Daniel Kehlmanns Rede auf oder gegen Bertolt Brecht, die er vor einem halben Jahr nahezu unbemerkt in Augsburg hielt, als furioser Protest gegen eine unreflektierte Auffassung vom 'Fortschrittlichen' bereits angedeutet. Insofern steht seine Festspielrede eigentlich der Debatte ums Ekeltheater weitaus ferner als Botho Strauß' 'Bocksgesang' oder Peter Handkes Konsensverweigerung im Nato-Krieg gegen Serbien. Fatal ist nur, dass Daniel Kehlmann selbst so gesinnungsrichterlich wirkt."
Weiteres: In Times mager sorgt sich Sylvia Staude um die Zukunft der verwaisten Tanzkompanien von Merce Cunningham und Pina Bausch. Besprochen werden Sebastian Nüblings Inszenierung von Hebels "Judith" in Salzburg, Washington Irvings "Sleepy Hollow" in verschiedenen Übersetzungen und Wolfgang Englers Analyse "Lüge als Prinzip".
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Die Zeit, 29.07.2009
Online ist jetzt Herta Müllers großartiger Text über die Machenschaften der Securitate. Müller schildert darin nicht nur ausführlich, wie sie in den Achtzigern terrorisiert wurde, sondern auch, wie sie immer noch von rumänischen Spitzeln ins Visier genommen wird. Interessant ist allerdings auch, welch unangenehme Rolle die Landsmannschaft der Banater Schwaben gespielt hat.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2009
Wiebke Hüster würdigt den einzigartigen Tänzer und Choreografen Merce Cunningham: "Der Künstler Cunningham tat, was er tat, einfach sein Leben lang, nicht aus persönlichem Ausdrucksbedürfnis heraus. Es ging ihm immer nur um die schier unerschöpflichen Möglichkeiten des menschlichen Körpers, sich im Tanz zu bewegen. Deshalb erkannte er früh mit und durch John Cage, welche Chancen in der Anwendung der 'Chance procedures', der Zufallsprozeduren, lagen." Verena Lueken erinnert sich an einen höchst charismatischen Auftritt Cunninghams mit Mikhail Baryshnikov im Jahr 1999. Jordan Mejias fasst amerikanische Reaktionen auf den Tod Cunninghams zusammen.
Weitere Artikel: Mit beträchtlichem Belanglosigkeitsfaktor, aber weder besonders freundlich noch besonders unfreundlich porträtiert Melanie Mühl den SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach als Mann vom Grill. In der Glosse schildert Kerstin Holm, dass in Russland nun die private Post ohne Gerichtsbeschluss untersucht werden darf und dass ausländische Hochschuldozenten bald wahrscheinlich ganz genau unter die Lupe genommen werden. Keineswegs sieht Reinhard Müller die Gefahren eines Open-Access-Publikationszwangs nach jüngsten beschwichtigenden Äußerungen ausgeräumt - schließlich könnten die "Erwartungen", von denen so zwanglos die Rede sei, bei geschlossenem Handeln der betreffenden Organisationen sehr wohl etwas wie Zwang entwickeln.
Auf der Forschung-und-Lehre-Seite sondiert der Soziologe Hartmut Esser neuere Modellversuche zur besseren Förderung von Migrantenkindern. Was dabei herauskam, ist, wie er ausführlich darlegt, oft wenig erhellend. Und viel tun kann man scheint's auch nicht. Spezifische Sprachförderung etwa scheint kaum was zu bringen, denn: "Es kommt offenbar allein darauf an, dass man sich um die Kinder, woher auch immer sie kommen mögen, erkennbar bemüht und ihnen eine anregende und strukturierte Umgebung bietet, in der sie möglichst zwanglos das erleben, was ihnen in ihrem normalen Alltag womöglich abgeht: der eher spielerische Kontakt mit einer für sie neuen Kultur und Sprache".
Besprochen werden die Jonathan-Meese-Ausstellung "Erzstaat Atlantisis" im Arp-Museum Bahnhof Rolandseck, ein "Judith"-Projekt mit Hebbel und Vivaldi in Salzburg, ein Konzert von TV on the Radio in Köln, Kim Ji-woons Film "The Good, the Bad and the Weird" und Bücher, darunter Annegret Helds Roman "Fliegende Koffer" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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Süddeutsche Zeitung, 29.07.2009
Bernd Graff erläutert noch einmal das orwellianische E-Book-Desaster beim Internetbuchhändler Amazon, der den Kunden per gespenstischem Fernzugriff Bücher von ihren Readern löschen kann. Jeanne Rubner gratuliert der bis heute tätigen Deutschen Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (abgekürzt WAst) zum Siebzigsten. Thomas Meyer gratuliert dem Philosophen Stanley Rosen zum Achtzigsten.Till Briegleb gratuliert dem Stadtplaner Albert Speer zum 75. Geburtstag. Andrian Kreye schreibt zum Tod des Pianisten und Jazzkomponisten George Russell. Gottfried Knapp besucht das im österreichischen Dornbirn für den Aktionskünstler Flatz eröffnete Museum. Für die Literaturseite resümiert David Steinitz in eigenen Worten Nicholson Bakers Artikel über Amazons Kindle aus dem New Yorker (wir berichteten).
Besprochen werden werden Sebastian Schippers Wahlverwandtschaftenvariation "Mitte Ende August" (die Johan Schloemann etwas harmlos geraten ist: "Was hier verhandelt wird, ist am Ende keine existenzielle Tragödie, sondern ein Problem zu langer Sommerferien"), eine von Sebastian Nübling verantwortete Überblendung von Hebbels und Vivaldis "Judith" bei den Salzburger Festspielen, eine Ausstellung mit Berlin- und New-York-Fotografien von Gerrit Engels in München (Ort und Bilder hier), Todd Phillips' Las-Vegas-Komödie und Überraschungserfolg "The Hangover" von und ein Schubert-Liederabend mit Jonas Kaufmann in München.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





