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- Der 11.September: Eine Presseschau
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- Post aus der Walachei
Heute in den Feuilletons
Das Koks war versalzen
Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.
27.06.2009. Die Deutschen sollten endlich begreifen, dass die Finanzkrise auch sie trifft, meint Niall Ferguson in der Welt. In der nachtkritik antwortet Christoph Schlingensief auf Kritik an seinem Plan, ein Opernhaus in Burkina Faso zu bauen. Ansonsten widmen sich die Feuilletons ausgiebig dem verstorbenen Michael Jackson.
Frankfurter Rundschau | nachtkritik | Die Welt | Neue Zürcher Zeitung | Die Tageszeitung | Berliner Zeitung | Frankfurter Allgemeine Zeitung | Süddeutsche Zeitung
Frankfurter Rundschau, 27.06.2009
Eine ganze Reihe von Artikeln sind dem verstorbenen Michael Jackson gewidmet. Christian Schlüter versucht, das Wesen des musikalischen Genies zu fassen zu bekommen: "Dass Jacksons Stimme im Laufe der Zeit gewisse Manierismen entwickelte, bestätigt nur ihre Einmaligkeit. Dabei wusste der Sänger seinen Verächtern wie seinen Liebhabern immer wieder ein Schnippchen zu schlagen. Kaum hatte man sich an eine Masche gewöhnt, so wurde sie bald ersetzt. Auch dies gehört zur Flüchtigkeit Jacksons. Die Könnerschaft ließ an der Glaubwürdigkeit des Künstlers zweifeln: Wer so souverän über seine musikalischen Mittel verfügt, kann es mit den Inhalten nicht ernst meinen."
Der Jackson-Biograf Hanspeter Künzler meint im Kurzinterview: "Er hat ja nie gelernt, Mensch zu sein." Außerdem geht es unter anderem um den Video-Avantgardisten Jackson und darum, wie sein Tod das Internet zur Schnecke machte.
Weitere Artikel: Christian Thomas war im Mittelrheintal unterwegs und macht sich Gedanken über die geplante Brücke, die auch den Welterbestatus dieses Landstrichs gefährden könnte. Von Harry Nutt gibt es ein kleines Feuilleton über die Fernsehsendung "Elton vs. Simon". Marcia Pally bringt in ihrer Kolumne die "Waffenfreaks" der USA irgendwie mit dem Thema Iran zusammen. Unter dem Titel "Kampagne" erzählt Hans-Jürgen Linke von den Fährnissen eines Werbetexters, der vom Kaffee auf die Literatur geriet. Peter Michalzik hat einen ganz knappen Nachruf auf den Münchner Theaterschauspieler Claus Eberth verfasst.
Besprochen werden das neue Album "The Inner Jukebox" von DJ T., Natascha Wodins Roman "Nachtgeschwister" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
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nachtkritik, 27.06.2009
Von Christoph Schlingensiefs Plänen, in der Nähe von Ouagadougou ein Opernhaus zu bauen, hatte sich Esther Slevogt an ihren Großonkel erinnert gefühlt, der sich Goethe zitierend auf einer Sänfte durch den kamrunischen Busch tragen ließ. Darauf antwortet Schlingensief: "Natürlich bin ich ein onkel in der sänfte. nichts anderes habe ich auch in meiner vorlesung in der universität gesagt. und die ursache liegt in der zukunft ist somit das billigste, was mir zu beuys oder dieser idee überhaupt einfallen würde. aber vielleicht ist es ehrlicher zu sagen, dass man nicht kommt, damit es so aussieht wie in berlin. als ob ich die diskussion des kolonialen auftretens nicht schon 1997 in zimbabwe oder vor 3 jahren in lüderitz erlebt hätte. warum ist da so eine aggression im raum? ich halte auch nichts von den geldoffwassersuchern oder tanzenden deutschen rocksängern, die sich in afrika sooo wahnsinnig wohl gefühlt haben. noch übler dieser ganze mist von deutschen theatermachern, die sich z.b. nach brasilien aufgemacht haben, um dort ihre dicken theatereier zu zeigen. und was war? die klimaanlage war defekt, die brasilianischen mädchen waren nicht willig und das koks war versalzen."
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Die Welt, 27.06.2009
Auf zwei Extraseiten betrauert die Welt den Tod Michael Jacksons. Der Schriftsteller Georg Klein beschreibt, wie bei Jackson "körperliche Präsenz und medialer Anschub" eine neue Allianz eingingen: "Jackson war schon als Kind ein Performer, einer, der in zahllosen Tournee-Auftritten gnadenlos an den Rand der Rampe musste. Abend für Abend galt es die mehr oder minder geneigte Aufmerksamkeit der Gekommenen mit Präsenz und Können in jene Sphäre hinüberzuverführen, in der die Faszination des Publikums mit der Darbietungslust des Künstlers zu einem besonderen Stoff verschmilzt. Charisma ist ein synthetisches Gas, das den, der es inhaliert, vergessen macht, wie er an seiner Synthese beteiligt ist. In den frühen Filmdokumenten, die Michael Jackson noch als Mitglied seiner Familienband The Jackson Five zeigen, flammt dieser Wechselzauber in den Augen des Halbwüchsigen auf. Dieser Knabe hört selbst, wie gut er singt, und spürt zugleich mit Haut und Haar, wie anschwellend lustvoll, zuletzt enthusiastisch ihm die Anwesenden Auge und Ohr schenken."
"Von der historischen Perspektive aus gesehen leben wir im April 1931. Damals meinte man auch, das Gröbste hätten wir überstanden", sagt der Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson und liest den Deutschen in Sachen Ursachenforschung die Leviten: "Selbst der amerikanische Otto-Normal-Verbraucher hat verinnerlicht, dass auch er seinen Teil an dieser Krise zu tragen hat, weil er ständig mit einer ganzen Batterie von Kreditkarten, also auf Pump bezahlte. In Deutschland ist das anders. Hier sprechen die Politiker und auch die gewöhnlichen Menschen so, als ob sie die Krise gar nichts anginge. Für sie ist diese Krise eine amerikanische, und sie reden allesamt so, als ob sich Deutschland insgesamt besser verhalten hätte, eben keine Defizite angehäuft hätte, nicht den Weg der massiven Verschuldung gegangen wäre. Das aber ist absurd. Lasst es euch gesagt sein: Was wir erleben, ist die Krise des westlichen Finanzsystems, und Deutschland war und ist ein wichtiger Teil dieses Systems."
Außerdem in der Literarischen Welt: Die Soziologin Necla Kelek findet, dass Navid Kermani der Hessische Kulturpreis zu Recht aberkannt wurde: Mit seinen Beschreibungen christlicher Artefakten habe er den Christen "ins Gebüsch gepinkelt" und sei dabei bemerkt worden, vor allem aber verstehe er nicht den tieferen Sinn der Jungfräulichkeit Marias. Uwe Wittstock schreibt zum Hundertsten des großen Thrillerautors Eric Ambler.
Besprochen werden unter anderem Oliver Hilmes' Bayreuther Familien-Biografie "Cosimas Kinder" und Gilles Kepels Buch über die "Die Spirale des Terrors".
Das Feuilleton ist heute auf eine Seite zusammengestampft. Peter Dittmar schreibt über die Zweifel an der Echtheit einiger jetzt in Bonn ausgestellter Modigliani-Bilder. Ulrich Weinzierl schlägt Wasseralarm für die Albertina. Eckhard Fuhr besucht die Ausstellung zur "Arbeit" im Dresdner Hygienemuseum. Michael Pilz war auf dem Konzert der Pet Shop Boys.
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Neue Zürcher Zeitung, 27.06.2009
Das Feuilleton ist fast ganz Michael Jackson gewidmet: Hanspeter Künzler schreibt im Nachruf: "Jackson war ein genialer Performer, ein brillanter Sänger und - in seinen besten Zeiten - ein hervorragender Songschreiber. Die Tragik seines Lebens besteht darin, dass ihn die Entwicklung und Entfaltung dieser Talente der Fähigkeit beraubte, mit dem Alltag, mit menschlichen Beziehungen und mit den eigenen Emotionen umzugehen."
Außerdem: Markus Ganz lässt kurz Jacksons künstlerische Stationen Revue passieren. Und Andrea Köhler schildert die Reaktionen auf den Tod des Popstars in den USA. Stefan Howald schreibt zum 100. Geburtstag des Schriftstellers Eric Ambler.
In Literatur und Kunst spricht der amerikanische Literaturwissenschafter Robert Harrison im Interview über sein neues Buch "Gardens. An Essay on the Human Condition". Abgedruckt ist Peter Steins Rede bei den Zürcher Festspielen, in der er erklärt, warum ein Kupferstich Kleists Lustspiel "Der zerbrochene Krug" inspirierte. Klaus Völker beklagt die Vermengung von professionellen Theaterschauspielern mit Laien, die zu einer Vernachlässigung des Handwerks führe.
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Die Tageszeitung, 27.06.2009
Gleich zwei Nachrufe gibt es auf Michael Jackson. Jenni Zylka resümiert das öffentliche Leben des Stars als Musiker und Privatmann: "Er war, in guten wie in schlechten Zeiten, ein Hit- und (Online-)Hit-Lieferant, eine unwirkliche, sich gleichzeitig entziehende und preisgebende Märchenfigur, die mit den Referenzen an Peter Pan, an König Ludwig II., mit ihren Ticks und Vorlieben und vor allem ihrem nicht zu übersehenden Talent tragisch scheiterte." Julian Weber hält fest: " Die 60 Millionen verkauften Schallplatten von 'Thriller' stehen für eine Karriere, wie es sie in ihren Superlativen, aber auch in ihren Monstrositäten vor- und nachher in der Unterhaltungskultur nicht gegeben hat."
Weitere Artikel: In Übersetzung abgedruckt wird ein ursprünglich als Vorwort zu David Foster Wallaces Roman "Unendlicher Spaß" erschienener Essay des Autors Dave Eggers über die Freuden schwieriger Lektüre - am Exempel eben von Wallaces Hauptwerk, das im August nun auch in Deutschland erscheinen wird. Dominik Kamalzadeh unterhält sich mit der großen französischen Filmemacherin Agnes Varda über ihren autobiografischen Film "Die Strände von Agnes". In eigener Sache wird gemeldet, dass der taz-Redaktionsrat die nötige Zustimmung für die neue Chefredakteurin Ines Pohl einstimmig erteilt hat. In seiner "Leuchten der Menschheit"-Kolumne weist Andreas Fanizadeh auf Mahmud Doulatabadis Roman "Der Colonel" (Leseprobe hier) hin. Ulrike Winkelmann spricht mit Franz Hutsch, Autor des Buches "Exportschlager Tod" über deutsche Söldner in aller Welt.
Besprochen werden die neue CD "The E.N.D." der Black Eyed Peas und Bücher, darunter Rudolf Lorenzens Kriminalroman "Bad Walden" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Und Tom.
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Berliner Zeitung, 27.06.2009
Ingeborg Ruthe besucht den isländischen Künstler Olafur Eliasson in seinem Berliner Atelier: "Es ist später Nachmittag, Eliassons kleine Kinder, Junge und Mädchen, fahren auf Holzautos durchs Studio. Eine Handvoll Studenten sitzt noch am Tisch, aber die Handwerker in den Werkstätten sind schon weg. Hohe, sperrige Holzteile, lackiert und roh, Schneidemaschinen und Glas-und Spiegelflächen geben Auskunft über die Arbeit: Modellbau. Der Saal im ersten Stock ist durch Regalwände in Kabinette geteilt. In jedem steht ein großer Tisch mit vielen Stühlen. Griffbereit in den Fächern Kunstbände aller Couleur, daneben jede Menge geometrische Gebilde: Eliasson-Skulpturen. Sie gleichen kompliziert zu berechnenden Konstrukten aus dem Matheunterricht oder vertrackten Modellen aus dem Physik- oder Chemie-Kabinett. Lange her, längst vergessen."
Karsten Krampitz trägt zu Josef Winklers Klagenfurter "Skandal-Rede" folgenden Bericht nach: "Winkler hatte der Klagenfurter Stadtverwaltung vorgeworfen, sie trage mit ihrer Bau- und Verkehrspolitik Mitschuld am Unfalltod eines kleinen Jungen vor zwei Jahren. Leute, die nun vorgeben, beim Unfall dabei gewesen zu sein, erzählen, dieser neunjährige Lorenz Woschitz sei bei Rot über die Straße gelaufen, habe dabei die andere Straßenseite fast erreicht, als da irgendwelche Erwachsenen ihm nachgerufen hätten, dass man so etwas nicht täte. Der Junge tat wie ihm geheißen und kehrte um, und genau das sei eben das unglaublich Tragische gewesen."
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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.06.2009
Edo Reents versucht sich im Nachruf auf Michael Jackson an einer Analyse des Popstars: "Die These von Kunst und Karriere als Mittel, die Kindheit zu verlängern, sie nachzuholen oder sie wenigstens in ihren schmerzlichen Aspekten zu überwinden, greift immer. Was diesen Fall so schillernd und undurchschaubar macht, ist, dass hier wahrscheinlich alles zusammenkommt."
Außerdem: In der Glosse freut sich Kcd. über den Bürgermeister der reichen Stadt Eschborn, der das auch von den Eschbornern viel genutzt Frankfurter Kulturleben die nächsten Jahre finanziell unterstützen wird. Jürgen Dollase isst in Marseille, in Gerald Passedats Restaurant "Le Petit Nice". Dieter Bartetzko hebt am "Tag der Architektur" das "Bauen im Bestand" des Architekten Peter Haimerl hervor. Jan Brachmann schreibt über das Berliner Festival Shared Sounds. Uwe Walter erinnert an den 1995 verstorbenen Althistoriker Alfred Heuss. Auf der Medienseite schreibt Michael Althen den Nachruf auf Farrah Fawcett. Auf der letzten Seite lässt sich Jordan Mejias beim Abendessen von drei Überlebenden des Beinahe-Flugzeugunglücks auf dem Hudson River erzählen, was sich für sie verändert hat.
Besprochen werden die Ausstellung "Carl Gustav Carus. Natur und Idee" in der Gemäldegalerie Alte Meister und im Residenzschloss in Dresden und Bücher, darunter Monika Marons Reportage "Bitterfelder Bogen" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).
Auf der Schallplatten- und Phono-Seite geht's um eine "spielverliebte und risikofreudige" Aufnahme der Cellokonzerte von Antonin Dvorak und Victor Herbert durch Gautier Capucon, Capricci von Paganini mit den Geigerinnen Carolin Widmann und Tanja Becker-Bender, CDs von Wilco (hier) und Götz Alsmann und Klavierquartette von Camille Saint-Saens.
In Bilder und Zeiten erzählt Gina Thomas die Geschichte der englischen Public Schools. Judith Hermann erzählt von den Dingen, die sie während der Arbeit an "Alice" bekommen beziehungsweise verloren hat: "Einen Tag vor dem Erscheinen des Buches 'Alice' ist mir mein Fahrrad abhandengekommen. Es ist verschwunden oder gestohlen worden, ich kann mir das aussuchen." Richard Kämmerlings hat einen Ortstermin in der Akademischen Buchhandlung in Helsinki. Die Galeristin Monika Sprüth spricht im Interview über Frauen und Kunst.
In der Frankfurter Anthologie stellt Walter Hinck ein Gedicht von Detlev von Liliencron vor:
"In jungen Jahren
Schönes Kind von achtzehn Jahren,
Ein Weilchen sind wir zusammengefahren
Durch diese verdammt langweilige Welt;
Und schon sind uns die Rosen vergällt?
..."
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Süddeutsche Zeitung, 27.06.2009
In seinem Nachruf auf Michael Jackson betont Jens-Christian Rabe nicht zuletzt die genuin musikalischen Leistungen des "King of Pop": "Das kristallene Federn der Arrangements, die scharf-zuckende Durchsichtigkeit der Beats, Basslinien und Bläsereinsätze, die präzisen Falsettschreie und die geschmeidigen Balladen blieben die Essenz des Pop-Entwurfs Michael Jacksons. Es dürfte alles andere als ein Zufall sein, dass der Nummer-Eins-Hit und symptomatischste und makelloseste Song [der von Quincy Jones produzierten ersten Solo-LP 'Off the Wall'], 'Don't Stop 'Til You Get Enough', sogar aus der Feder des Stars selbst stammt. Von da an war klar, dass es die Welt nicht nur mit einem kongenialen Interpreten fremder Ideen zu tun hatte, sondern mit einem intelligenten, fintenreichen Musik-Autor aus eigenem Recht."
Tobias Kniebe erinnert sich an die ungeheuer Wirkung, die der Videoclip zu "Thriller" auf ihn hatte. Jonathan Fischer würdigt den Tänzer und Entertainer Jackson.
Weitere Artikel: Holger Liebs referiert, was die Bundeskunsthalle auf den in der SZ erhobenen Vorwurf antwortet, in der großen Modigliani-Retrospektive würden einige Bilder trotz massiven Fälschungsverdachts gezeigt- vor allem vertragsrechtliche Gründe werden angeführt. Mitgeteilt werden Reaktionen auf die Streichung des Elbtals von der Welterbeliste. Vorsichtig positiv resümiert Reinhard J. Brembeck das erste Jahr Nikolaus Bachlers als Intendant der Münchner Staatsoper. Richard Fleming schreibt über den Ruanda-Dokumentarfilm "My Neighbor, My Killer" von Anne Agion, an dem er als Tonmann beteiligt war. Michael Stallknecht erinnert an den Althistoriker Alfred Heuß, der heute seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte. Christine Dössel hat einen Nachruf auf den Schauspieler Claus Eberth verfasst.
Besprochen werden die Ausstellung "Arbeit. Sinn und Sorge" im Dresdener Hygiene-Museum, der auf dem Münchner Filmfest zu sehenden Film "The Girlfriend Experience" von Steven Soderbergh und Bücher, darunter Ruth Klügers unter dem Titel "Katastrophen" versammelte Texte zur Literatur (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).
Im Aufmacher der SZ am Wochenende erklärt Werner Bartens, warum privat Versicherte von der Medizin oft überversorgt werden. Hilmar Klute beobachtet Lese-Besessene beim Lesen. Auf der Historienseite geht es um den Versailler Vertrag und die Hypothek, die er für Weimar bedeutete. Vorabgedruckt wird A.L. Kennedys Erzählung "Die Frau des Linkshänders". Alexander Gorkow unterhält sich mit dem Dirigenten Kent Nagano unter der Überschrift "Heimat" über Kalifornien und München.
Archiv: Heute in den Feuilletons
Für Ohrfeigen geboren
11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen
Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase
10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen
Wegfall von Arbeit
09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen
Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren
08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen
Archiv: Heute in den Feuilletons
201212345678910111220111234567891011122010123456789101112200912345678910111220081234567891011122007123456789101112200612345678910111220051234567891011122004123456789101112200312345678910111220021234567891011122001123456789101112
Archiv: Heute in den Feuilletons
Der Graf von Sandwich war in Gefahr
07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen
2000PutIN, 2012PutOUT
06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen
Die ganze Welt inventarisieren
04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen
Hunde und Katzen, Liebe und Tod
03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen
Einschlusslöcher am Gebäudesockel
02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen
So sehr ich Warhol schätze
01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen
Also, Bürger, auf zur Wacht!
31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen
Weil es dem Franz so gefallen hat
30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen
Das korrekte Verfahren für Anarchisten
28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen
Und die Emotionen suchen blind
27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen. Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen
Ein irrer Cut
26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen





