Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Two things to say about him

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

26.06.2009. Michael Jackson ist tot. Wir bringen erste Reaktionen aus amerikanischen Blogs und der New York Times und ein wunderschönes altes Video. Außerdem: In der FR erklärt die iranisch-deutsche Filmemacherin und Autorin Siba Shakib ihre Erleichterung darüber, dass Hussein Mussawi nicht einfach an die Macht gekommen ist. Die taz erklärt, was die Isländer mit "Aldrei for eg sudur" meinen. Die SZ hat schon Stefan Krohmers "Dutschke"-Film gesehen.

Frankfurter Rundschau, 26.06.2009

Michael Jackson ist tot. Er wurde gestern mit einem Herzstillstand in Los Angeles ins Krankenhaus eingeliefert, schreibt Sebastian Gehrmann. Dieses Video von 1972 zeigt Michael in seiner ganzen Glorie:




In einem langen Interview erklärt die iranisch-deutsche Filmemacherin und Autorin Siba Shakib, warum der Wahlbetrug im Iran gewissermaßen ein Glück ist: Wäre Mussawi - für sie auch nur ein Vertreter des religiösen Establishments - an die Macht gekommen, "dann wäre alles beim Alten geblieben. Der Wahlbetrug ist der Anlass, auf den sich nun alle Unzufriedenen einigen können; alle anderen Ziele, entwickeln sich aus der Dynamik der Bewegung heraus. So gesehen wird Mussawi von dieser Bewegung als Galionsfigur instrumentalisiert. Es geht den Menschen nicht um das, was in der westlichen Presse in den Vordergrund gestellt wird: nämlich dass Mussawi Präsident wird. Ich kann es immer nur wiederholen: So naiv sind die Iraner nicht."

Im Feuilleton porträtiert Elisabeth Kiderlen den Großayatollah Hossein Ali Montazeri, einst Weggefährte von Khomeini, der die Islamischen Verfassung des Iran erst begründete und dann kritisierte, was ihm zwölf Jahre Hausarrest einbrachte. Wolf Kampmann resümiert das Berliner Festival Shared Sounds. Harry Nutt berichtet über das Poesiefestival Berlin. Die Unesco hat Dresden jetzt tatsächlich von der Liste der Weltkulturerbestätten gestrichen, berichtet Bernhard Honnigfort. In Times Mager hält Judith von Sternburg fest, dass die Zahl der Computerunfälle ständig wächst. Auf der Medienseite verabschiedet Harry Nutt seine ehemalige Chefin Bascha Mika, die nach 11 Jahren Chefredaktion die taz verlässt. Neue Chefredakteurin wird Ines Pohl, zur Zeit Korrespondentin für die Mediengruppe Ippen in Berlin.

Besprochen werden Matthias Fontheims Inszenierung von Tschechows "Möwe" am Staatstheater Mainz, die Ausstellung "MfS-Zentrale" des Künstlers Thomas Kilpper im einstigen Stasi-Hauptquartier in Berlin-Lichtenberg und Eva Illouz' Buch "Die Errettung der modernen Seele" (dem Oliver Pfohlmann den Aufmacher widmet, mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Weitere Medien, 26.06.2009

Die New York Times hat auf ihrer Homepage ein riesiges Dossier zu Michael Jackson zusammengestellt, mit ausführlicher Bilderstrecke, einen Überblick über wichtige Artikel der Times zu Jackson und einer etwas aufwendig gestalteten Seite mit Leserreaktionen.


Brooks Barnes schildert die Umstände von Michael Jacksons Tod: "Michael Jackson, whose quintessentially American tale of celebrity and excess took him from musical boy wonder to global pop superstar to sad figure haunted by lawsuits, paparazzi and failed plastic surgery, was pronounced dead on Thursday afternoon at U.C.L.A. Medical Center after arriving in a coma, a city official said. Mr. Jackson was 50, having spent 40 of those years in the public eye he loved."

Hier die Los Angeles Times zum Thema.

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Aus den Blogs, 26.06.2009

Die Welt trauert auf Twitter, und zwar unter den Links: #michaeljackson und MJ's und Rip Mj und RIP Michael Jackson.


Gawker bringt den ganzen Klatsch, den die Meldung vom Tod Jacksons jetzt schon ausgelöst hat, zum Beispiel hier und hier.

Andrew Sullivan schreibt in seinem Blog The Daily Dish: "There are two things to say about him. He was a musical genius; and he was an abused child. By abuse, I do not mean sexual abuse; I mean he was used brutally and callously for money, and clearly imprisoned by a tyrannical father. He had no real childhood and spent much of his later life struggling to get one."

(Via turi2) Techcrunch meldet, dass das Netz nach der Meldung wegen der vielen Twitter- und Videoabrufe fast zusammengebrochen sei.

In The Onion zeigt sich der Twitter-Gründer Jack Dorsey unterdes schockiert und tief betrübt darüber, dass Twitter in den iranischen Unruhen für politische Zwecke gebraucht wurde. "'Twitter was intended to be a way for vacant, self-absorbed egotists to share their most banal and idiotic thoughts with anyone pathetic enough to read them,' said a visibly confused Dorsey, claiming that Twitter is at its most powerful when it makes an already attention-starved populace even more needy for constant affirmation. 'When I heard how Iranians were using my beloved creation for their own means - such as organizing a political movement and informing the outside world of the actions of a repressive regime - I couldn't believe they'd ruined something so beautiful, simple, and absolutely pointless.'"

(via 3 quarks daily) Jason Jones besucht für Jon Stewarts Daily Show den Iran. Muss man sehen!

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Neue Zürcher Zeitung, 26.06.2009

Joachim Güntner stellt Nachbetrachtungen zur in Deutschland jetzt geregelten Patientenverfügung an: "Dass nun extra ein Gesetz das Selbstbestimmungsrecht der Patienten schützen muss, wirkt wie ein großes Misstrauensvotum, wenn nicht gegen die Ärzteschaft, so doch gegen den medizinischen Betrieb." Olaf Karnik wirbt für ein tieferes kulturelles Veständnis der homophoben Hasstiraden jamaicanischer Reggae- und Dance-Hall-Sänger, und überhaupt: "Es sind in erster Linie die musikalischen und performativen Qualitäten jamaicanischer Artists, die das Publikum ästimiert."


Besprochen werden eine Ausstellung über Geschichte und Gegenwart des europäischen Hochhauses in Paris und eine Ausstellung über Raffaels Frühwerk in seiner Geburtsstadt Urbino sowie das Album "Music For Men" von The Gossip mit der Sängerin Beth Ditto.

Auf der Medienseite beschreibt Heribert Seifert, wie sich das (bisherige) Nachrichtenmagazin Newsweek neu erfinden will: Reportagen und Essays, bei geringerer Auflage und höherem Preis. (Interessant ist in dem Zusammenhang auch ein Artikel von Michael Hirschhorn, der in The Atlantic überlegt, warum ausgerechnet der Economist das einzige Magazin ist, das wächst und gedeiht.)

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Die Welt, 26.06.2009

Die Unesco hat Dresden aus dem Weltkulturerbe gestrichen. Für Dankwart Guratzsch ist dies die logische Folge der bitteren, aber klaren Niederlage des kulturbewussten Bürgertums gegen eine übermächtige Autolobby. Michael Pilz erzählt, wie die Electropop-Musikerinnen Little Boots und La Roux nun auch die letzte Männerbastion geschleift haben: die Knöpfchendreherei an den Pulten. Pilz zitiert einen hübschen Ausspruch von Little Boots: "Synthesizer sind wie Schuhe. Man kann nie genug von ihnen haben."


Tilman Krause unterhält sich mit Fritz J. Raddatz über Johannes Bobrowski, dessen Roman "Levins Mühle" an diesem Wochenende in der Welt-Edition erscheint. Sven Felix Kellerhoff erinnert an den unglücklichlichen Friedensschluss von Versailles vor neunzig Jahren. Uta Baier berichtet von einer Konferenz zur Raubkunst in Prag. Peter Dittmar schreibt zum Tod der Schauspielerin, Brecht-Tochter und eingefleischten Kommunistin Hanne Hiob. Hanns-Georg Rodek meldet, dass die American Academy künftig zehn Nominierung für den besten Film statt bisher fünf zulassen will. Besprochen wird die Ausstellung "Urban Art" in der Bremer Weserburg.

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Die Tageszeitung, 26.06.2009

Benjamin Weber berichtet über das isländische Popfestival Aldrei for eg sudur, was so viel bedeutet wie "Ich war noch nie im Süden", das die Stadt Isafjördur nach dem Egalitätsprinzip organisiert: So treten etablierte isländische Künstler neben unbekannten Newcomerbands aus der Gegend auf, der Eintritt ist kostenlos - und alle spielen 20 Minuten lang. Mum aus Reykjavik ist die bekannteste Band in diesem Jahr. (...) Sie haben ohne Frage das Potenzial, allen anderen Bands die Schau zu stehlen - tun es aber nicht. Es geht hier schließlich, wie so oft in Island, um die Gemeinschaft. Und die war selten so wichtig wie jetzt, ein halbes Jahr nach dem Zusammenbruch des Bankensystems."


Besprochen werden der Film  "Die Gräfin" von und mit Julie Delpy, eine Bearbeitung der blutigen Legende der Adeligen Erzebet Bathory, und CDs von Nana April Jun, Projekt Transmit und Andreas Willers.

Auf den Tagesthemenseiten untersucht Doris Akrap die Twitternachrichten aus und über den Iran. Auf der Medienseite berichten Ben Schwan und Steffen Grimberg über die Preisträger der Grimme-Online-Awards und eine mögliche Fusion des Grimme-Instituts mit dem Europäische Zentrum für Medienkompetenz ECMC. In tazzwei kündigt Jan Feddersen an, dass auf allen Christopher-Street-Paraden eine Grundgesetzänderung gefordert wird, damit homosexuelle Partnerschaften mit heterosexuellen gleichbehandelt werden.

Auf der Startseite wird der Tod von Michael Jackson gemeldet, der gestern in Los Angeles an Herzstillstand gestorben ist. Und in eigener Sache meldet die taz, dass Chefredakteurin Bascha Mika nach elf Jahren aufhört; Nachfolgerin wird Ines Pohl, bisherige Berlin-Korrespondentin der Mediengruppe Ippen.

Hier Tom.

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Der Tagesspiegel, 26.06.2009

Sonja Pohlmann glaubt nicht ganz an einen reibunglosen Abgang von  Bascha Mikas als taz-Chefin. "Finanziell gehe es dem Blatt trotz Krise gut. Trotzdem war Bascha Mika in den vergangenen Monaten als Chefredakteurin nicht unumstritten. Zu Weihnachten sei bereits mit ihrem Rückzug gerechnet worden, heißt es im Haus. Sie habe das Blatt nach außen gut repräsentiert, das Tagesgeschäft aber anderen überlassen, berichten Redaktionsmitglieder. Zudem habe es Streit über die sonntaz gegeben, die nicht so umfangreich, wie ursprünglich vorgesehen, startete. Während die Nachricht über Mikas Abgang in der Redaktion deshalb relativ gleichgültig aufgenommen worden sein soll, habe der Name der Nachfolgerin überrascht. Kaum jemand habe Ines Pohl gekannt."

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2009

Dieter Bartetzko meldet die verdiente Aberkennung des Welterbestatus des Dresdener Elbtals - nutzt die Gelegenheit aber gleich, um die in Pompeji und andernorts verheerende Wirkungslosigkeit der Unesco und ihres Welterbe-Gutachtergremium Icomos zu beklagen. In Celle hat Patrick Bahners einen Vortrag des Bundesverfassungsrichters Udo Di Fabio über Religion und Liberalität gehört. Ein im Netz nicht genannter Autor denkt über die Geschichte des Ghetto-Begriffs im europäischen Kontext nach. Andreas Kilb hat sich in Friedrichshafen das demnächst eröffnende DornierMuseum der deutschen Luftfahrt (Website) angesehen. In der Glosse von Klaus Harpprecht geht es um den Müll und Monsieur Poubelle, der ihn wegräumen ließ. Einen knappen Nachruf auf die Schauspielerin und Brecht-Tochter Hanne Hiob hat Dieter Bartetzko verfasst. Auf der Medienseite schildert Michael Müller den Kampf des chinesischen Regimes gegen den gewitzten Widerstand von Bloggern und anderen Internet-Nutzern. Marco Dettweiler teilt mit, was über die iranischen Internet-Filtermethoden an Wissen und Spekulationen kursiert.


Besprochen werden Inszenierungen von Bizets "Carmen" und von Karol Szymanowskis "König Roger" in Paris, ein, wie ein gänzlich unbgeisterter Martin Halter meint, "sang- und klangloser" Schiller-Liederabend mit Rene Pollesch und Carl Hegemann in Mannheim, ein Konzert der Band Mötley Crüe in Köln, Petra Seegers Film über den Hirnforscher Eric Kandel (Joachim Müller-Jung hat auch mit Kandel gesprochen; hier die Perlentaucher-Kritik), die Fotoausstellung "Barack Obama: The Freshman" in Los Angeles und Bücher, darunter Guillermo Martinez' Roman "Roderers Eröffnung" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 26.06.2009

In München startet das Filmfest und Rainer Gansera hat in Stefan Krohmers "Dutschke"-Biografie auch schon einen bestechenden Film gesehen: "Vor allem kann 'Dutschke' eines spürbar machen, was so noch nie zur Darstellung gelangte: die Unschuld des Aufbruchs, den vielbeschworenen Zauber, der jedem Anfang innewohnt - und der gerade nicht auf Heiligsprechungen oder Verklärungen hinausläuft. Krohmer schildert präzise die inneren Verwerfungen und Widersprüche, die Verbohrtheiten und Anmaßungen, die recht schnell zum Zerfall der 68er-Bewegung führen." Tobias Kniebe weist auf den Eröffnungsfilm, Terry Gilliams "Imaginarium of Dr. Parnassus", hin.


Weitere Artikel: Catrin Lorch und Stefan Koldehoff wittern einen Kunstskandal: Kann es sein, dass in die große Retrospektive in Bonn mindestens ein falscher Modigliani geschmuggelt wurde, der dann mit Wertsteigerung verkauft werden soll? Gottfried Knapp kommentiert die Dresdner Welterbestatus-Aberkennungs-"Schmach" und sieht am Rhein schon Ähnliches kommen. Thomas Steinfeld hat neue Bücher über das Bauhaus gelesen und kann nach der Lektüre verkünden, dass in den Köpfen der Bauhaus-Lehrer Ideen "antimodernistischer" Esoterik spukten. Wenig begeistert resümiert Christopher Schmidt die diesjährigen, zu spielverliebten Schillertage (Website) in Mannheim. Zum "Tag der Architektur" äußert Gerhard Matzig die Hoffnung, dass der "unsinnige Streit" zwischen "Traditionalisten" und "Modernisten" endlich der Suche nach einer "intelligent verhandelten Baukunst" weicht. Einfach nur "jämmerlich" fand Johan Schloemann Josef Winklers Kärnten- und Politiker-Beschimpfung zur Eröffnung der Bachmann-Tage: "Winklers Rede war kein Auftakt für neue deutschsprachige Literatur, sondern ein Fall für den Gemeinderat." Michael Frank meldet einen Wasserschaden im Kunstmagazin der Wiener Albertina. Robert Probst porträtiert das Institut für Zeitgeschichte (Website), das sein sechzigstes Gründungsjubiläum feiert.

Auf der Medienseite berichtet Arne Perras über die Ermordung von Journalisten in Somalia: "In Mogadischu kämpfen derzeit radikale Islamisten und deren Milizen gegen die schwache Übergangsregierung des Präsidenten Scheich Sharif Ahmed, der die Vereinten Nationen hinter sich hat. Nach Einschätzung des Journalisten Kadiye wird die freie Presse aber von allen Seiten torpediert, um sicher zu stellen, dass Kriegsverbrechen in Somalia nicht dokumentiert werden."

Besprochen werden Bücher, darunter Jan Costin Wagners neuer Krimi "Im Winter der Löwen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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