Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Heute in den Feuilletons

Einen Polizisten neben jede Zwiebel

Die kommentierte Kulturpresseschau. Wochentags um 9 Uhr, sonnabends um 10 Uhr.

24.06.2009. In der taz erklärt der Filmemacher Mohsen Makhmalbaf, warum sich die iranischen Unruhen nicht mehr hauptsächlich gegen Achmadinedschad, sondern gegen Khamenei richten. Die Welt fragt, was eine Neuregelung der Honorare für Übersetzer diesen und der Literatur bringen wird. John Scalzi erklärt in seinem Blog, warum Debütautoren selten unter dreißig sind. Die FR liest Monika Marons neues Buch als Therapieversuch gegen den ostdeutschen Selbsthass.

Die Tageszeitung, 24.06.2009

Der iranische Filmemacher Mohsen Makhmalbaf erklärt im Interview, was sich seiner Ansicht nach seit Freitag im Iran geändert hat: "Seit Freitag richtet sich die Bewegung zunehmend gegen Chamenei. Er hat kein religiöses Prestige mehr. In den Augen der Leute ist er ein Diktator. Das ist der historische Punkt, an dem wir die Gelegenheit haben zu bekommen, was wir wollen. Chamenei kontrolliert die Armee, die Medien, die Einnahmen aus dem Erdöl, die Außenpolitik. (...) Er wirkte im Hintergrund. Er kontrollierte und glich aus. Wie ein Vater. Aber seit letzten Freitag haben die Leute verstanden, dass Ahmadinedschad nur ein kleiner Sprecher von Chamenei ist. Und dass alles, was in den letzten Jahren im Iran passiert ist, auf Chamenei basiert. Seit Freitag steht das iranische Volk dem Hauptdiktator Chamenei gegenüber. Erstmals erschallt der Ruf: 'Nieder mit Chamenei!'."


Besprochen wird Philipp Sarasins Buch "Darwin und Foucault" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

Und Tom.

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Aus den Blogs, 24.06.2009

Robin Meyer-Lucht kam auf Carta bei den Diskussionen des Medienforums NRW folgende Erkenntnis: "Das Internet als Leitmedium und der Veränderungsbedarf aller Medieninstitutionen werden noch immer unter den Vorzeichen und mit der Sprache des klassischen Systems verhandelt. Die Umsatzkrise und die Einsicht in die Unzulänglichkeiten der eigenen Online-Strategien befördert eine latente Medienwandelkater-Agonie in erheblichen Teilen der klassischen Medienindustrie."


(Via Boingboing) John Scalzi erklärt auf seinem Blog, warum praktisch alle Autoren von Debütromanen über dreißig sind: "Finding an agent is a slog. One has to query the agent, wait to see if the query is accepted, and then if it is sample chapters and an outline go out in the mail. Then more waiting to see if the agent asks for more..."

Hm, das ist peinlich für Chris Anderson, den Erfinder des Long Tail, der nun in seinem neuen Buch den "freien Zugang" preist: "Wired Editor Steals Content for Book About How Content Should be Free", und zwar aus der Wikipedia, deren Copyright-Bestimmungen er damit verletzt, meldet Gawker mit Bezug auf die Virginia Quarterly Review.

Die Huffington Post zitiert in ihrem großartigen Blog zum Iran einen Artikel aus der iranischen Zeitung Kayhan, die dem Ayatollah Khamenei nahesteht. Der Artikel ist eine Attacke auf Mir Hossein Mussawi, und man vermutet, dass er die Grundlage für eine Verhaftung des Politikers legen soll.

Richard Schnabel hat im Redaktionsblog von Berliner-Journalisten.com Artikel zum Vorwurf an das Nokia Siemens Network zusammengetragen, es habe Überwachungstechnologie an den Iran geliefert. Das Wall Street Journal hatte die Geschichte aufgebracht. Nokia behauptet, diese Technologie sei "gemäß dem international anerkannten Konzept der 'gesetzmäßigen Kontrolle' an Iran geliefert worden: So dürfen auf diesem Wege Daten abgefangen werden, um Terrorismus, Pornographie, Drogenhandel oder sonstige kriminelle Aktivitäten zu bekämpfen." Dazu meint der Standard: "Die Definition der Frage, was 'kriminell' ist, obliegt den jeweiligen MachthaberInnen, einmal installiert gibt sie auch autoritären Regimen massive Möglichkeiten zur Unterdrückung der demokratischen Opposition an die Hand." Der Spiegel schreibt: "Der dementierte Vorwurf zeigt vor allem eines: Die Meinungen in der westlichen Welt, wie mit Iran umzugehen ist, gehen weit auseinander. Während die USA das Land schon in der Amtszeit Bill Clintons als 'Schurkenstaat' bezeichneten und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premier Gordon Brown angesichts des iranischen Atomprogramms ein härteres Vorgehen gegen Iran fordern, lehnt Deutschland harte Sanktionen wie ein Embargo ab." Und der Guardian zählt weitere Firmen auf, die helfen, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken.

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Die Welt, 24.06.2009

Uwe Wittstock fürchtet, dass die inzwischen vor dem BGH ausgetragene Neuregelung der Übersetzer-Honorare dazu führen wird, dass nur die Übersetzer von Bestsellern mehr verdienen werden - in seinen Augen "kulturpolitisches Unheil": "Wer anspruchsvolle, aber meist nur in niedrigen Auflagen verkaufte Bücher übersetzt, würde dann so bezahlt wie zuvor."


Weitere Artikel: Zur Einstimmung auf den Bachmann-Wettbewerb sichtet Hendrik Werner schon mal die Videoporträts der Teilnehmer. Klaus Honnef beerdigt Kodaks legendären Film Kodachrome auf dem Friedhof der analogen Fotografie. Jürgen Lodemann macht sich für Albert Lortzing stark, der zu Unrecht als harmloser Lustspielkomponist abgestempelt worden sei. Matthias Heine stellt das Theater des Franzosen Philippe Qusne vor.

Besprochen werden die beiden Filme zur Autokrise "Transformers 2" und "Flash of Genius" (wobei Hanns-Georg Rodek vor allem den General-Motors-Protzfilm "T2" für einen echten Marketing-Gau hält), Christof Loys "Lulu"-Inszenierung in London und zwei Mangas, die ein recht unfreundliches Bild von Japans Comic-Industrie zeichnen.

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Frankfurter Rundschau, 24.06.2009

Christoph Schröder liest Monika Marons neues Buch "Bitterfelder Bogen", in dem die Autorin über 20 Jahre nach "Flugasche" den Aufbruch in der einst schmutzigsten Stadt der Welt nachzeichnet: "'Es geht doch', könnte das beinahe ein wenig trotzige Fazit lauten. Und auch wenn 'Bitterfelder Bogen' weit weg ist von der Darstellung eines Idealzustandes oder eines Idylls - von Monika Maron hätte man ein solches Buch dennoch nicht erwartet; ein Buch, das als Therapieversuch gegen den von den Medien potenzierten ostdeutschen Selbsthass zu lesen ist."


Weitere Artikel: In Times mager verweist Harry Nutt auf einen Blogeintrag Paulo Coelhos, der auf dem inzwischen weltberühmten Handyvideo, das den Tod der jungen Iranerin Neda zeigt, einen Freund erkannt haben will - nämlich den Arzt, der versucht, Neda zu helfen. In der jüngsten Aktualisierung verspricht Coelho, Kontakt mit dem Arzt aufzunehmen. Gemeldet wird, dass Alexander Kluge den Adorno-Preis erhalten soll. Arno Widmann berichtet von einer Journalistenreise nach Peking auf Einladung der Frankfurter Buchmesse, bei der ihm ein Licht über Intellektuelle in Ost und West aufging.

Besprochen werden Inszenierungen des Bochumer k15-Festivals, ein Auftritt der Band Faith No More und Bücher, darunter Irene Disches Roman "Ein Job" (mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Neue Zürcher Zeitung, 24.06.2009

Der in St. Gallen Philosophie lehrende Dieter Thomä fordert Nachhilfe in Sachen Verantwortung für Banker und andere Leistungsträger: "Sie wussten sozusagen gar nicht mehr, wie Verantwortung 'geht'." Dirk Pilz verfolgt das Agora-Programm der Berliner Volksbühne, die  den antiken Klassikern nach ihrer "einstigen Subversivität" forscht.


Besprochen werden die Uraufführung von Christian Josts "Hamlet" an der Komischen Oper Berlin, Martin Kohans Roman über argentinischen Fußball "Zweimal Juni", Anton Holzers Kriegsstudie "Das Lächeln der Henker" sowie Robert Proctors und Londa Schiebingers Studie zur Produktion von Ignoranz "Agnotology" (mehr ab 14 Uhr in unserer Bücherschau des Tages).

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Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.06.2009

Swantje Karich berichtet aus eigener Erfahrung über immer selter werdende direkte Nachrichten aus dem Iran. Umso wichtiger werden die Internet-Plattformen: "Das Internet in Iran ist langsam. Und doch sind E-Mails meist die einzige Möglichkeit, um zu kommunizieren. Erstaunlicherweise versiegen die Videos auf Youtube nicht, vielmehr werden sie immer wichtiger. Sie dokumentieren die täglichen Straßenschlachten, die Morde der Bassij. 'Bitte glaubt alles, was ihr bei Youtube seht', schreibt mir ein Freund hastig. 'Wir finden immer Möglichkeiten, die Bilder zu senden - und sei es kommentarlos von den Firmencomputern unserer Unternehmen. Sie sind oft mit schnelleren Verbindungen ausgestattet.'"


Weitere Artikel: Paul Ingendaay informiert über den jüngsten ETA-Mord und erklärt, warum die Reaktionen darauf diesmal anders sind als gewöhnlich, nämlich weithin anti-nationalistisch. Mechthild Küpper denkt darüber nach, wie und wann die Stasi-Unterlagenbehörde in ein historisches Archiv überführt werden kann. In der Glosse rückt Tilman Spreckelsen die Verleihung des serbischen Literaturordens "Goldenes Kreuz des Fürsten Lazar" an Peter Handke in den rechten historischen Zusammenhang. Ausführlich weist Richard Kämmerlings auf den nunmehr als Blog Brief für Brief geposteten Goethe-Schiller-Briefwechsel hin. Gemeldet wird, dass der Richter die Klage des Rowohlt-Verlags gegen den Spiegel wegen Bruchs des Embargos für die Besprechung von Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm" "eher skeptisch" sieht und die Kontrahenten deshalb zur gütlichen Einigung aufgerufen hat. Hannes Hintermeier würdigt in einem kurzen Nachruf die Autorin, Lektorin, Übersetzerin Angela Praesent. Bei den Geisteswissenschaften schreibt Friederike Reents über einen Kurs in Marbach, der auf die Frage "Schließen sich relevante Wissenschaft und Schreibenkönnen aus?" mit einem klaren Nein zu antworten bemüht war.

Auf der DVD-Seite werden unter anderem Editionen von Chantal Akermans Proust-Verfilmung "Die Gefangene" und Bruce McDonalds Splitscreen-Film "The Tracey Fragments" empfohlen.

Besprochen werden Ursula Meiers Spielfilmdebüt "Home" (Andreas Platthaus fühlt sich an Haneke erinnert, findet den Film aber fast noch besser), ein Konzert mit Ladyhawke und Katy Perry in Köln und Bücher, darunter Matthias Zschokkes Erzählung "Auf Reisen" (mehr dazu in der Bücherschau des Tages ab 14 Uhr).

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Süddeutsche Zeitung, 24.06.2009

Auf der Seite 3 berichtet Cathrin Kahlweit in einer sehr lesenswerten Reportage über den Aufstieg der Rechten in Ungarn, die vor allem gegen die Roma zielen, obwohl das Land mit Finanz- und hausgemachter Politikkrise eigentlich genug zu tun hat: "Selbst die regierenden Sozialisten machen, nach ihrer desaströsen Niederlage bei den Wahlen zum Europäischen Parlament, inzwischen mit beim kollektiven Ablenkungsmanöver, das Politik durch Populismus ersetzt. Der junge, alerte Fraktionschef der MSZP, Attila Mesterhazy, der als nächster Parteichef gehandelt wird, nennt es einen der größten Fehler seiner Partei, dass sie "gesellschaftliche Probleme, konkret die Roma-Frage", nicht angesprochen habe. 'Es gibt ein Sicherheitsproblem in gewissen Regionen, in vielen Dörfern', und die Regierung habe diese Frage, die die Menschen bewege, nicht ins Zentrum gestellt. 'Da geht ein Mann zur Arbeit, und wenn er nach Hause kommt, ist sein Garten ausgeräumt. Aber er kann ja nicht zu Hause bleiben, um sein Hab und Gut zu schützen', sagt Mesterhazy, deshalb wolle er 'einen Polizisten quasi neben jede Zwiebel stellen'."


Im Feuilleton porträtiert Christine Dössel den Schauspieler Lars Eidinger, den man gerade an der Berliner Schaubühne als "entstellten Moppel-Hamlet" und als erfolglosen Architekten in Maren Ades Film "Alle Anderen" sehen kann: "Wenn Eidinger sich auszieht, dann mit Grund." In Andrian Kreye lösen die Videos aus dem Iran die Sehnsucht aus, "Teil einer gesellschaftlichen Bewegung zu werden, in der sich Relevanz und Wirkung von 1968 wiederfinden". Thomas Steinfeld meditiert anlässlich des wackligen Weltkulturerbe-Status des Dresdner Elbtals über Schönheit und Landschaft. Fritz Göttler hat die FBI-Akten über den Porno "Deep Throat" gelesen und stellt fest, dass dort auch der Name des Mannes auftaucht, der unter dem Decknamen Deep Throat die entscheidenden Hinweise für die Aufdeckung des Watergate-Skandals lieferte. Kia Vahland berichtet über ein interdisziplinäres Projekt im St. Gallener Kunstmuseum, das die Körpergefühle der Besucher analysiert. Till Briegleb resümiert das Festival Theaterformen in Hannover als "Festival der Schrullen". Eva-Elisabeth Fischer verabschiedet Sigrid Gareis als Intendantin des Wiener Tanzquartiers. Laura Weißmüller schreibt zum  70. Geburtstag des Aktionskünstlers HA Schult. Thomas Speckmann berichtet über die Antrittsvorlesung des Juristen und Wirtschaftswissenschaftlers Franz Böni als Honorarprofessor an der Universität Konstanz, bei der sich der frischgebackene Professor als Nachfahre von Piraten outete, die sich in der Schweiz niedergelassen haben.

Besprochen werden die Doppelschau "Monica Bonvincini / Tom Burr" im Kunstbau des Münchner Lenbachhauses, einige CDs und Bücher, darunter Wilhelm von Sternburgs Biografie Joseph Roths (Leseprobe, mehr in unserer Bücherschau heute ab 14 Uhr).

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Archiv: Heute in den Feuilletons

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Kritisch gemeinte Radetzkymarsch-Paraphrase

10.02.2012. Die Chinesen können Demokratie doch: Taiwan beweist es, konstatiert die NZZ. Die taz erklärt, was Cumbia ist. Der Economist staunt über die haarigen Mausklicker, die Acta verhindern. Rue89 zeigt den Like-Button mal anders. Die SZ fürchtet um die Privatsphäre. FAZ und Welt bewundern die Intimität des Blicks in in Benoit Jacqouts Berlinale-Eröffnungsfilm "Lebwohl meine Königin". Mehr lesen

Wegfall von Arbeit

09.02.2012. Heute beginnt die Berlinale. In der FAZ zeigen drei deutsche Regisseure auf Leerstellen, aus denen Erzählung werden sollen. Die FR freut sich auf tolle Anti-Kulakenfilme in der Berlinale-Retro. Der Freitag warnt vor dem geplanten Research Works Act in Amerika, der den Zugang zu Wissenschaft erschweren könnte. In der NZZ schreibt Georg Klein über Frost. Die Zeit staunt über Peter Nadas: den Autor, der auf 1700 Seiten dieses verdammte europäische Ich erledigt. Alle gratulieren dem großen Gerhard Richter zum Achtzigsten. Mehr lesen

Was für ein dramatisch schöner Jüngling Sie waren

08.02.2012. In der NZZ erklärt der nigerianische Dichter Obi Nwakanma die Strategie der islamistischen Terrorgruppe Boko Haram. In der Welt mahnt Wolf Lepenies: Die EU sollte nicht nur den Euro in Griechenland, sondern auch die Demokratie in Ungarn retten. Die taz erklärt, warum Peter Eisenmans "Ciudad de la Cultura" in Santiago de Compostela nicht gebaut wird. Die SZ ist froh, dass sich die chinesische Sprache so schlecht für Zensur eignet. Mehr lesen

Archiv: Heute in den Feuilletons

Der Graf von Sandwich war in Gefahr

07.02.2012. "It's over, Facebook", ächzt Readwriteweb und wirbt für eine immer breitere Bewegung von Facebook-Abtrünnigen. David Cameron könnte als der britische Politiker in die Geschichte eingehen, unter dem Schottland von Großbritannien und England von der EU abfielen, meint Timothy Garton Ash im Guardian. Die NZZ zitiert eine Meldung aus ihrem Archiv vom 24. Brachmonat 1780, die später auch in einem Dickens-Roman verarbeitet wurde. Und in der FR warnt Götz Aly vor jenen, die Rinks mit Gut und Lechts mit Böse verwechseln. Mehr lesen

2000PutIN, 2012PutOUT

06.02.2012. Die FAZ erzählt, warum Georg Baselitz so schlecht auf Berlin zu sprechen ist. Die FR gelangt nach längerem Nachdenken zur Verneinung eines Tweets von Erika Steinbach. Die NZZ ist begeistert über ein kammermusikalisches "Rheingold" in München. Die Zeit ist sehr aktiv in der Berichterstattung über Acta: Das Abkommen, auf dem die Hoffnungen der Verwerterindustrien beruhen, soll demnächst ratifiziert werden - aber Polen steigt aus. In den Blogs wird unterdes nicht mehr nur über das "geistige", sondern auch über das physische Eigentum diskutiert. Mehr lesen

Die ganze Welt inventarisieren

04.02.2012. In der NZZ sucht Graham Swift das Bleeding Heart von Dickens' London. In der FR sucht Mike Daisey, das Herz der Apple-Fetischisten. Die Welt rät von Elternratgeber ab. Der Tagesspiegel entlarvt die perfiden Techniken der neuen Machthaber im Büro: Sie poltern nicht, sie piepsen und blinken. Die FAZ stimmt auf die Berlinale ein und stellt fest: Jeder Stummfilm hat mehr Klang als 3D-Filme Tiefe. Mehr lesen

Hunde und Katzen, Liebe und Tod

03.02.2012. Alain de Botton hat ein Rad neu erfunden, das sich niemals richtig drehte, meint John Gray im Guardian zu Bottons Idee eines atheistischen Tempels. In der Welt verabschiedet Martin Andree den "Digital Dream" von einer Demokatisierung der Welt durch das Netz. Alle Zeitungen trauern um Wislawa Szymborska. Man darf sie zwar einen "Mozart der Poesie" nennen, aber nicht ohne ihr auch die "Wut eines Beethoven" zu bescheinigen, sagt die NZZ. Mehr lesen

Einschlusslöcher am Gebäudesockel

02.02.2012. Die Welt fragt: Gibt es in Deutschland eine Architektur jenseits der Restauration? Telepolis schildert die Risiken von Amazons Kindle: Wer seine Informationsfreiheit nutzt, droht seine Ebooks zu verlieren. Die Zeit stellt in ihrem Dossier fest: Frauen sind die Verliererinnen des arabischen Frühlings. Die FR konstatiert: Helmut Dietls "Zettl" ist ersoffen im guten Willen jener Politik, über die er sich mokieren will. Im Freitag empfiehlt Occupy-Vordenker Mark Greif ziellosen Zorn. Die Jungle World beerdigt den von Greifs Zeitschrift n+1 aufgespießten Hipster. Mehr lesen

So sehr ich Warhol schätze

01.02.2012. Die FAZ ist ganz einverstanden mit der Polemik des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling gegen die "vermeintliche Web-Avantgarde". Im Handelsblatt  antwortet Frank Rieger vom Chaos Computer Club auf Hevelings Artikel. Die FAZ bringt auch ein Porträt des N+1-Herausgebers und Gesellschaftskritikers Mark Greif, der Hipster hasst. Die Münchner schlagen über Helmut Dietls Berlin die Hände über dem Kopf zusammen. Die FR greift eine sehr polemische Debatte um Robert Services vielgelobte Trotzki-Biografie auf. Mehr lesen

Also, Bürger, auf zur Wacht!

31.01.2012. Große Aufregung im Netz über eine Polemik des CDU-Politikers Ansgar Heveling im Handelsblatt, der das "geistige Eigentum" mit Rekurs auf die Französische Revolution verteidigt. Carta veröffentlicht einen "ergreifenden" Brief des ZDF-Hierarchen Elmar Theveßen an seine Kollegen. Eines der Probleme des ZDF: die Gehaltserhöhungen. Kenan Malik kommentiert am Beispiel Rushdie die erstaunliche Ängstlichkeit der Öffentlichkeit in der Frage der Meinungsfreiheit. In der taz meint Axel Honneth: Keiner simmelt den Weber wie Bourdieu. Die FAZ stört sich am zentralperspektivischen Aufbau der Ausstellung "Roads of Arabia" in Berlin. Mehr lesen

Weil es dem Franz so gefallen hat

30.01.2012. Jonathan Franzen erklärt im Telegraph, warum Kapitalisten gedruckte Bücher hassen. Die NZZ besucht Kafkas Nichte Vera Saudkova in Prag. Die Bloggerin Ulrike Langer staunt über ein Handbuch zum Journalismus, das als Standardwerk gilt und Ressentiments gegen das Netz verbreitet. Die FAZ ist sich uneins über den Kapitalismus. Die Welt stellt das Leipziger Architekten-Team Karo vor, das sich mit dem Leerstand in Ostdeutschland auseinandersetzt. In der taz porträtiert Gabriele Goettle die Historikerin Hannah Ahlheim. Mehr lesen

Das korrekte Verfahren für Anarchisten

28.01.2012. In der Welt findet der italienische Künstler Francesco Vezzoli seine Schau total explosiv. In der taz besteht Reyhan Sahin darauf, dass sie zugleich Professorin und Lady Bitch Ray sein kann. Die FAZ träumt vom Anarchismus, die SZ beobachtet, wie er totdiskutiert wird. Im Tagesspiegel meint Uwe Timm: Was dem Deutschen früher sein Militarismus war, ist ihm heute die Ökonomie. Alle sind beeindruckt von Marcel Reich-Ranickis Rede im Bundestag. Mehr lesen

Und die Emotionen suchen blind

27.01.2012. "Wir schaffen es nicht, uns von uns selbst zu befreien", seufzt Michail Schischkin in der NZZ. Die FR hat herausgefunden: Man kann noch billiger produzieren, als wo Apple produziert. Die taz hat herausgefunden: Julian Assange arbeitet in Moskau mit einem Kreml-treuen Sender zusammen.  Die SZ sieht Lana del Rey als "erzkonservative Männerfantasie". Ach was, sie inszeniert sich selbst, widerspricht die Welt. Und: Carta ist wieder da! Mehr lesen

Ein irrer Cut

26.01.2012. Die Welt und alle anderen würdigen Theo Angelopoulos, der bei einem Unfall ums Leben kam. Im Freitag annoncieren die neuen Macher des Merkur, dass sie demnächst ein Blog eröffnen. Gegen das Internet kann man sowieso nichts mehr machen, konstatiert die Zeit. Die Jungle World will die Hoffnung auf den arabischen Frühling noch nicht aufgeben. Henryk Broder mokiert sich in der Weltwoche über eine aktuelle Antisemitismusstudie. Und die FAZ würdigt, was in Retro überlebt. Mehr lesen

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